
Pädicus - Der Podcast für Kindergesundheit
Zinksalbe, Antiseptikum oder Antibiotikum – alles über bakterielle Hautinfektionen bei Kindern
Mittwoch, 30. September 2026 · 45 min
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Shownotes
Das Knie aufgeschlagen, drei Tage später sieht es schlimmer aus als am Anfang. Oder plötzlich erscheint eine gelbliche Kruste unter der Nase, die jeden Tag größer wird.
In dieser Folge erklärt Dr. D alles, was Eltern über bakterielle Hautinfektionen bei Kindern wissen müssen. Was ist Borkenflechte, wie erkennt man sie und wann reicht ein Antiseptikum – wann braucht es wirklich ein Antibiotikum?
Außerdem:
Warum Antibiotika-Salbe keine gute Idee ist, was Kinder mit Neurodermitis besonders gefährdet und wann eine Infektion zur echten Notaufnahme wird. Praktisch, klar und mit konkreten Produktempfehlungen für zu Hause.
Was ist Borkenflechte – und woran erkenne ich sie?
Borkenflechte, medizinisch Impetigo contagiosa, ist eine ansteckende Bakterienhautinfektion, meist durch Staphylokokken. Das Typische: erst ein kleiner roter Fleck, dann ein Bläschen, das platzt – und dann diese charakteristischen honiggelben Krusten, meist um Mund und Nase. Die Infektion breitet sich schnell aus und ist hochansteckend. Kinder im Kita-Alter sind am häufigsten betroffen, vor allem im Sommer und Herbst, wenn Haut durch Schwitzen, Mückenstiche und Stürze anfälliger ist. Bei Babys unter sechs Monaten gilt: noch am gleichen Tag zum Kinderarzt.
Was hilft wirklich – und was nicht
Hier räumt Dr. D mit einem weit verbreiteten Fehler auf:
Antibiotika-Salben sind bei Borkenflechte nicht empfohlen. Sie wirken nicht besser als Antiseptika, verursachen aber Resistenzen und Allergien. Die aktuelle Leitlinie ist eindeutig: erst Antiseptika wie Octenidin, Polyhexanid oder Chlorhexidin – und wenn das nicht reicht oder die Infektion schon ausgebreitet ist, ein orales Antibiotikum, das auch gegen Staphylokokken wirkt. Und wie lange? Fünf bis sieben Tage – nicht pauschal bis die Packung leer ist, sondern so lange, bis die Wunden abgetrocknet sind.
Kita-Rückkehr: 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikagabe, wenn es dem Kind gut geht.
Praktische Tipps für den Alltag
• Wunden sofort mit lauwarmem Wasser spülen, dann mit Octenidin oder Polyhexanid desinfizieren
• Rötung mit Stift umkreisen – so sieht man, ob sie wächst
• Fingernägel kurz halten, eigene Handtücher für jedes Kind, Wäsche bei 60 Grad
• Zinksalbe hilft bei Windeldermatitis und Hautfalten – aber dünn auftragen, damit man die Haut noch beurteilen kann
• Bläschen nie aufstechen – darin stecken noch Erreger
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Dr. D & Dr. Jane