PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 339

Autoindustrie: vom Superstar zum Sorgenkind

Dienstag, 12. August 2025 · 16 min

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Shownotes

Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise: Absatzprobleme in China, stockende E-Mobilität, neue Zölle aus den USA. Die Konkurrenz aus Fernost wächst rasant, während heimische Hersteller mit Überkapazitäten und strategischen Fehlentscheidungen kämpfen. Was das für Anlegerinnen und Anleger bedeutet, erfahren Sie in der neuen Folge von PERSPEKTIVEN To Go – mit Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.

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Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/339-autoindustrie-…

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<b>Die Gewinne brechen ein, die E-Mobilität</b> <b>will nicht so richtig</b> <b>zünden, das Verbrenneraus</b> <b>naht und nun auch noch die Zölle aus</b> <b>den USA: Die</b> <b>deutschen Autobauer stecken in</b> <b>der Krise.</b> <b>Und nun?</b> <b>Wie geht es weiter?</b> <b>Und wie reagieren Investoren?</b> <b>Welche Chancen und welche</b> <b>Risiken gibt es für Aktionäre?</b> <b>Fragen, die mir Uli Stephan von der</b> <b>Deutschen Bank beantwortet.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarzer und</b> <b>damit herzlich willkommen</b> <b>zu den PERSPEKTIVEN to go.</b> <b>Uli, die deutsche Autoindustrie wurde in</b> <b>den vergangenen Jahren so</b> <b>ein bisschen vom Superstar</b> <b>zum Sorgenkind.</b>

<b>Wie konnte das passieren?</b> <b>Ja, die deutsche Automobilindustrie wird</b> <b>insbesondere aus der</b> <b>Volksrepublik China stark</b> <b>„angegriffen“.</b> <b>Man hat vor allen Dingen auf dem Markt in</b> <b>China in großem Umfang Autos abgesetzt.</b> <b>Das ist sozusagen das erste Problem, was</b> <b>nun auftaucht, weil</b> <b>die Chinesen mittlerweile</b> <b>ganz überwiegend</b> <b>chinesische Autos kaufen.</b> <b>Die deutschen Automobilhersteller</b> <b>gehen deswegen auch Kooperationen mit</b> <b>chinesischen Autoherstellern</b> <b>ein, um eben dort für den</b> <b>chinesischen Markt</b> <b>speziell Autos zu bauen.</b> <b>Man muss dazu sagen, dass die</b> <b>chinesischen Autobauer</b>

<b>wenig profitabel sind, zumindest</b> <b>die allermeisten hochgradig</b> <b>subventioniert sind.</b> <b>Der Wettbewerb dort extrem ist.</b> <b>Aber wie gesagt, das hat dazu geführt,</b> <b>dass deutsche Automobile</b> <b>in China deutlich weniger</b> <b>abgesetzt worden sind.</b> <b>In Europa kam dann eben dazu, dass man</b> <b>zweigleisig gefahren ist.</b> <b>Man hat dann Verbrenner hergestellt, auch</b> <b>für den Export, aber</b> <b>auch für den Binnenmarkt.</b> <b>Darüber hinaus dann eben</b> <b>die E-Mobilität aufgebaut.</b> <b>Spätestens mit der Aufgabe der Subvention</b> <b>für E-Autos sind dann</b> <b>die Absatzzahlen dort</b> <b>zusammengebrochen.</b> <b>Und man hatte eben teure Fabriken</b>

<b>aufgebaut, die heute leer stehen oder</b> <b>nicht mehr gebraucht</b> <b>werden oder zum Teil</b> <b>nicht mehr gebraucht werden.</b> <b>Man muss dazu sagen, wir hatten auch oder</b> <b>wir haben wahrscheinlich</b> <b>immer noch Überkapazitäten</b> <b>bei Autos.</b> <b>Und dieser Mix stückweit die</b> <b>Elektromobilität verschlafen zu haben,</b> <b>politische Entscheidungen,</b> <b>zweigleisig fahren, Druck aus China.</b> <b>Und jetzt eben die Zölle führen dazu,</b> <b>dass die</b> <b>Automobilindustrie tatsächlich in einer</b> <b>strukturellen Krise ist und sich im</b> <b>Grunde genommen neu erfinden muss.</b> <b>Man muss wirklich darüber nachdenken, was</b> <b>ist die Mobilität der</b> <b>Zukunft und wie wird</b>

<b>sie aussehen?</b> <b>Werden junge Menschen in 10, 20 Jahren</b> <b>weiterhin auf Spaltmaße</b> <b>und gepflegte Nähte der Sitze</b> <b>achten oder ist das Display und das</b> <b>Soundsystem wichtiger?</b> <b>Also ich glaube, das sind so wirklich</b> <b>ganz strategische Themen,</b> <b>die jetzt getroffen werden</b> <b>und entschieden werden müssen.</b> <b>Und die chinesischen Automobilhersteller</b> <b>sind eben sehr gut im</b> <b>Bereich Entertainment,</b> <b>E-Mobilität, Laden, Batterien, das sind</b> <b>ja die großen Schwerpunkte</b> <b>auch, wo viele Subventionen</b> <b>in China hingeflossen sind.</b> <b>Und die Deutschen haben im Grunde</b> <b>genommen den Verbrenner</b> <b>perfektioniert, ich glaube aus</b>

<b>den modernen Dieselmotoren kommt fast</b> <b>kein Stickstoff mehr</b> <b>raus und sie verbrauchen ja</b> <b>auch deutlich weniger Diesel.</b> <b>Also insofern hat man dort die Perfektion</b> <b>aufgebaut, aber weil</b> <b>wir ja eh fahren wollen</b> <b>in Zukunft die E-Mobilität nach vorne</b> <b>geschoben wird und das</b> <b>Klimawandels, hat man hier jetzt</b> <b>Probleme, muss eben</b> <b>umdenken und muss neue Wege suchen.</b> <b>Lass uns kurz auf die ganz aktuellen</b> <b>Zahlen schauen, ohne</b> <b>dabei natürlich zu sehr auf</b> <b>die Aktien einzugehen, denn das können</b> <b>wir hier nicht leisten, dann</b> <b>müssen wir mit jedem unserer</b> <b>Hörern Beratungsprotokolle ausfüllen –</b>

<b>das würde zu lange dauern.</b> <b>Aber die Zahlen, da stimmen wir</b> <b>wahrscheinlich zu, die waren</b> <b>ja wirklich katastrophal nach</b> <b>VW und Mercedes, hat dann auch noch BMW</b> <b>einen kräftigen</b> <b>Gewinneinbruch im ersten Halbjahr</b> <b>verkündet.</b> <b>Das war nicht schön, was</b> <b>man da lesen und hören musste.</b> <b>Nein, das ist so, das ist ja auch nicht</b> <b>der erste Gewinneinbruch,</b> <b>den die Automobilindustrie</b> <b>zu vermelden hat.</b> <b>Wir haben ja schon jetzt einige Quartale</b> <b>hinter uns, wo die Zahlen</b> <b>auch nicht so richtig doll waren.</b> <b>Die Gewinne sind auch mit Abstand am</b> <b>stärksten nach unten</b> <b>revidiert worden von allen Sektoren.</b>

<b>Also in der Automobilindustrie ging es um</b> <b>30 Prozent in den</b> <b>letzten sechs Monaten nach</b> <b>unten, was die Erwartungen angeht.</b> <b>Diese wurden aber dann zum Teil eben</b> <b>nochmal untertroffen und</b> <b>da sieht man eben, wie groß</b> <b>der Druck ist.</b> <b>Ja, wie ich vorhin gesagt habe, man muss</b> <b>sicherlich nach vorne</b> <b>strategisch überlegen, wie man</b> <b>sich aufstellen will.</b> <b>Von der Börse her muss man natürlich auch</b> <b>sagen, dass die</b> <b>Bewertungen mittlerweile auch</b> <b>wirklich nicht mehr hoch sind.</b> <b>Wir haben ja einzelne</b> <b>Automobilhersteller, die dann kurz</b> <b>Gewinnverhältnisse oder im englischen</b> <b>P.E., wie man so schön sagt, Price</b>

<b>Earnings, haben die tiefen</b> <b>einstelligen Bereich liegen</b> <b>einige sogar unter fünf.</b> <b>Das ist schon wirklich</b> <b>ausgesprochen preiswert.</b> <b>Aber sowas ist natürlich auch nicht</b> <b>wirklich immer ein</b> <b>Kaufsignal, sondern es hat ja gründet,</b> <b>dass es so aussieht.</b> <b>Da muss ich als Anleger dann schon</b> <b>nochmal genauer hinschauen</b> <b>und vielleicht auch ein bisschen</b> <b>nach vorne schauen.</b> <b>Prognosen, Geschäftsmodelle, Produkte,</b> <b>die da kommen und</b> <b>wahrscheinlich auch wie ein</b> <b>Konzern aufgestellt ist mit</b> <b>Blick auf die US-Zölle, oder?</b> <b>Ja, das ist absolut richtig, Jessica.</b> <b>Ich wollte auch nicht damit sagen, dass</b>

<b>man jetzt sozusagen</b> <b>Outride Autos kaufen sollte.</b> <b>Ich wollte nur darauf hinweisen, auch mit</b> <b>den Revisionen der</b> <b>Unternehmensgewinne, bzw.</b> <b>Erwartung für die Unternehmensgewinne,</b> <b>dass hier schon einiges eingepreist ist.</b> <b>Also es ist nicht so, dass die Börse</b> <b>bisher nicht darauf</b> <b>reagiert hat, sondern es ist</b> <b>eben ein Sektor, der auch wirklich</b> <b>preiswert bewertet wird</b> <b>an der Börse, weil er eben</b> <b>diese strukturellen Probleme hat.</b> <b>Und ich bin auch bei dir, man muss immer</b> <b>vorsichtig sein mit mean</b> <b>reversion, also ob das, was</b> <b>gefallen ist, auch wieder unbedingt</b> <b>steigen muss und das, was</b>

<b>gestiegen ist, unbedingt</b> <b>wieder fallen muss.</b> <b>Da wäre ich noch nicht total von</b> <b>überzeugt, weil es natürlich Gründe hat.</b> <b>So, die Gründe haben wir ja im</b> <b>Wesentlichen schon</b> <b>aufgezählt und jetzt kommen eben noch</b> <b>mal die Zölle dazu.</b> <b>Nun ist es nicht so, dass ein Auto</b> <b>irgendwie an einem</b> <b>Standort, Stuttgart, München, wie</b> <b>auch immer gebaut wird und dann wohin</b> <b>transportiert wird, sondern es sind</b> <b>natürlich ganz, ganz</b> <b>viele Vorprodukte, die in</b> <b>einem Auto dann eingebaut werden.</b> <b>Ich meine, Källenius, der Chef von</b> <b>Daimler, hat mal gesagt,</b> <b>gibt praktisch auf dieser Welt</b> <b>kein Land, aus dem sie nicht irgendwelche</b>

<b>Teile beziehen</b> <b>würden, wahrscheinlich würde</b> <b>einem schon nach Hand voll einfallen,</b> <b>aber will damit nur</b> <b>sagen, ist ein extrem global</b> <b>aufgestelltes, aufgestellte Industrie mit</b> <b>vielen Vorprodukten.</b> <b>Ich habe mal gelesen, selbst ein Motor</b> <b>für einen</b> <b>Scheibenwischer, wechselt irgendwie</b> <b>sieben, achtmal die Grenze, weil</b> <b>Komponenten aus</b> <b>verschiedenen Ländern kommen.</b> <b>So, und insofern muss man eben bei den</b> <b>Zöllen gucken, wer</b> <b>produziert, wo was, weil ja nicht</b> <b>nur Autos, sondern auch Autoteile, also</b> <b>Vorprodukte mit</b> <b>Zöllen, belegt worden sind.</b> <b>Jetzt sind die großen deutschen</b>

<b>Automobilhersteller zumindest zwei</b> <b>namhafte, einer aus München</b> <b>und einer aus Stuttgart, die größten</b> <b>Exporteure von Automobilen</b> <b>aus den Vereinigten Staaten</b> <b>von Amerika, danach kommt ein deutsches</b> <b>Unternehmen aus Wolfsburg</b> <b>und dann gibt es verschiedene</b> <b>japanische Unternehmen, die folgen, es</b> <b>sind eben nicht die</b> <b>amerikanischen Unternehmen,</b> <b>die hier groß exportieren, da kann man</b> <b>sicherlich auch mal über</b> <b>die Qualität und ähnliches</b> <b>nachdenken.</b> <b>Dazu kommt, dass die Amerikaner auch nur</b> <b>bedingt in Amerika</b> <b>produzieren, also auch hier sehr</b> <b>viele Vorleistungen aus dem Ausland</b>

<b>kommen und der</b> <b>amerikanische Präsident hat ja vor</b> <b>allen Dingen die Nachbarstaaten Kanada</b> <b>und Mexiko, da sind die</b> <b>Verhandlungen noch nicht</b> <b>ganz am Ende, deswegen kann man das noch</b> <b>nicht wirklich</b> <b>abschließend sagen, aber diese</b> <b>beiden Länder doch mit höheren Zöllen</b> <b>belegt als andere, vor</b> <b>allen Dingen auch Kanada</b> <b>und deswegen werden die Importe eben auch</b> <b>für amerikanische</b> <b>Automobilhersteller dann</b> <b>teurer.</b> <b>Letzter Satz hier hatte zuletzt der CEO</b> <b>von Ford gesagt, dass</b> <b>es im Grunde genommen ein</b> <b>relativ an Wettbewerbsnachteil ist,</b> <b>wollte auch im Weißenhaus</b> <b>vorsprechen, denn man muss</b>

<b>die hohen Zölle bei Produkten aus Mexiko</b> <b>und aus Kanada zahlen, wohin gegen Autos</b> <b>aus Europa oder Japan mit einem deutlich</b> <b>niedrigeren Zollsatz dann</b> <b>in die USA importiert werden</b> <b>können.</b> <b>Und ich habe gelesen, dass nur etwa die</b> <b>Hälfte der in den USA</b> <b>verkauften Fahrzeuge auch</b> <b>dort zusammengebaut werden, also das wird</b> <b>dann wirklich ein</b> <b>teures Spielchen und du hast</b> <b>ja die komplexen Lieferketten gerade</b> <b>schon angesprochen und Ford,</b> <b>da gibt es ja auch schlechte</b> <b>Nachrichten, die sagen ja, sie streichen</b> <b>wegen Trumps Zöllen</b> <b>Prognosen zusammen, Wettbewerber</b> <b>GM beziffert die Zusatzkosten für das</b>

<b>gesamte Jahr auf 4</b> <b>bis 5 Milliarden Dollar.</b> <b>Das ist schon wirklich übel und den</b> <b>US-Autobauern, wenn ich es richtig in</b> <b>Erinnerung habe, geht</b> <b>es ja auch nicht gerade glänzend.</b> <b>Ja, das ist so.</b> <b>Die haben natürlich auch jahrelang mit</b> <b>Konkurrenz zu kämpfen gehabt.</b> <b>Wie gesagt, ich würde da weniger bei der</b> <b>amerikanischen</b> <b>Administration sein und sagen, das ist ein</b> <b>reines Zollthema, sondern ich glaube,</b> <b>dass das eher ein</b> <b>Qualitätsthema ist und das wird</b> <b>im Zweifelsfall durch die</b> <b>Zölle nicht gelöst werden.</b> <b>Man muss aber auch dazu sagen, Jessica,</b> <b>dass der Markt wohl recht rational ist.</b>

<b>Also in den Vereinigten Staaten von</b> <b>Amerika werden insgesamt</b> <b>knapp 11 Millionen Fahrzeuge</b> <b>gebaut.</b> <b>Darunter sind aber noch nicht</b> <b>einmal 2 Millionen Pick-ups.</b> <b>Der Rest sind SUVs und leichte</b> <b>Transportfahrzeuge, also</b> <b>Pickups und und und und und, die ja</b> <b>auch dort sehr viel</b> <b>stärker nachgefragt werden.</b> <b>Also auch wenn man die Verkäufe anguckt,</b> <b>sind es eben insgesamt</b> <b>fast 16 Millionen Fahrzeuge</b> <b>und nur gut 3 Millionen Pick-ups.</b> <b>In Europa oder in Japan</b> <b>sieht das genau umgekehrt aus.</b> <b>Hier ist die Produktion an Pick-ups und</b> <b>auch der Absatz an</b> <b>Pickawes viel, viel höher als</b>

<b>der von Pickups und ähnlichen Fahrzeugen.</b> <b>Und wie gesagt, der Markt</b> <b>ist da sehr rational gewesen.</b> <b>Die deutschen Automobilhersteller baut</b> <b>deswegen größere SUVs auch</b> <b>in den Vereinigten Staaten</b> <b>von Amerika.</b> <b>Exportieren sie dann nach Europa, holen</b> <b>aber wie gesagt die</b> <b>Pickawes, weil einfach die</b> <b>Nachfrage in Europa größer ist, die</b> <b>Pickawes, die dann in</b> <b>Amerika verkauft werden, eben aus</b> <b>Europa.</b> <b>Also eigentlich völlig</b> <b>rational und völlig in Ordnung.</b> <b>Aber der amerikanische Präsident sieht</b> <b>das anders und belastet</b> <b>eben jetzt mit Zöllen.</b> <b>Für uns Europäer müssten theoretisch</b>

<b>diese SUVs, diese</b> <b>deutschen SUVs aus den Vereinigten</b> <b>Staaten dann eigentlich billiger werden.</b> <b>Bin gespannt.</b> <b>Trump hat ja in der Vergangenheit immer</b> <b>wieder darauf gepocht,</b> <b>dass die Zölle Arbeitsplätze</b> <b>in die USA zurückbringen würden.</b> <b>Auch in der Automobilindustrie.</b> <b>Aber das glaubt doch</b> <b>eigentlich niemand, oder?</b> <b>Es ist ja auch nicht so einfach mal eben</b> <b>da ein Werk auf die</b> <b>grüne Wiese zu stellen und</b> <b>zu sagen, ich produziere jetzt alles hier</b> <b>und auch ganz alleine und</b> <b>brauche keine Zulieferer</b> <b>mehr.</b> <b>Also das wird sicherlich unterschiedlich</b> <b>sein von Sektor zu</b> <b>Sektor und ja wie man als</b>

<b>Unternehmen dann mit den Zöllen umgeht,</b> <b>es wird auch</b> <b>wahrscheinlich nicht so sein, dass</b> <b>die Zölle von einer einzelnen Partei in</b> <b>Anführungsstrichen getragen werden muss.</b> <b>Wir sehen im Moment, Jessica, dass die</b> <b>Zölle vor allen Dingen</b> <b>von US-Importeuren getragen</b> <b>werden, also die Exporteure weltweit.</b> <b>Und dann haben ihre Preise nicht gesenkt</b> <b>bisher, sondern</b> <b>liefern zugleichen Preisen</b> <b>an die US-Grenze.</b> <b>Dort kommt dann der Aufschlag, den im</b> <b>Moment die Importeure</b> <b>tragen, weil sie die Preise</b> <b>noch nicht an die</b> <b>Konsumenten weitergeben.</b> <b>Das würde man sonst in der Inflation ein</b>

<b>Stück weit sehen, wobei</b> <b>Automobile auch nur in</b> <b>sehr begrenzten Raum</b> <b>im Warenkorb einnehmen.</b> <b>Ich glaube es sind 2% oder ähnliches.</b> <b>Das macht nicht jetzt</b> <b>wirklich sehr viel aus.</b> <b>Nichtsdestotrotz werden möglicherweise</b> <b>diese Preise der Importeure</b> <b>irgendwann an die Konsumenten</b> <b>weitergegeben.</b> <b>Am Ende wird es wahrscheinlich so sein,</b> <b>dass ein Teil dieser</b> <b>Zölle auf die Margen der</b> <b>Hersteller geht, die in die USA</b> <b>exportieren, ein Teil auf</b> <b>die Importeure und ein Teil auf</b> <b>die Konsumenten werden wir sehen.</b> <b>Und nochmal, dann gibt es Unternehmen</b> <b>heute schon, die gesagt</b> <b>haben, sie werden die Produktion</b>

<b>in den Vereinigten</b> <b>Staaten aus- oder umbauen.</b> <b>Es gibt andere, die gesagt haben, naja,</b> <b>wir überlegen, ob wir</b> <b>uns für den Markt nicht</b> <b>ganz zurückziehen.</b> <b>Es ist ein großer Markt, ich hatte ja</b> <b>vorhin schon gesagt, der</b> <b>Absatz rund 16 Millionen</b> <b>Fahrzeuge, ungefähr ein bisschen weniger</b> <b>Fahrzeuge werden in Europa abgesetzt.</b> <b>Der chinesische Markt ist doppelt so groß</b> <b>mit 30 Millionen Fahrzeugen.</b> <b>Aber wie gesagt, da verlieren wir im</b> <b>Moment auch als</b> <b>europäische, als nicht chinesische</b> <b>Hersteller, Marktanteile.</b> <b>Insofern würde das schon sehr weh tun,</b> <b>wenn man sich aus den</b> <b>Vereinigten Staaten zurückziehen</b>

<b>müsste.</b> <b>Was heißt das für mich als Anlegerin?</b> <b>Ich weiß ja, ich wurde Homebuyers und</b> <b>Sektorbuyers, dass die</b> <b>deutschen Anleger früher sehr, sehr</b> <b>verliebt in ihre Auto-Aktien waren.</b> <b>Wenn man sich hier Studien anschaut,</b> <b>Erhebungen von Direktbanken,</b> <b>dann ist das deutlich weniger</b> <b>geworden.</b> <b>Das sind jetzt die Tech-Werte dann doch</b> <b>eher führend in den Depots.</b> <b>Aber nichtsdestotrotz gibt es ja immer</b> <b>noch viele Anleger, die</b> <b>Auto-Aktien vielleicht</b> <b>interessant finden, mal</b> <b>Fanden im Depot haben.</b> <b>Muss ich die alle nochmal</b> <b>auf den Prüfstand stellen?</b> <b>Hab ich vielleicht auch könnte ich auf</b>

<b>Schnäppchenjagd gehen?</b> <b>Und wenn ja, was abgesehen vom KGV wären,</b> <b>dann die Kennzahl nicht mehr anschauen.</b> <b>Vielleicht auch eine Dividendenrendite?</b> <b>Ja sicherlich.</b> <b>Also ich würde nicht glauben, dass wir</b> <b>jetzt überschwemmt</b> <b>werden mit US-amerikanischen</b> <b>Automarken, sondern ich glaube, dass sich</b> <b>die Europäer nach wie</b> <b>vor eher mit europäischen</b> <b>Marken beschäftigen werden,</b> <b>schlichtweg der Qualität wegen.</b> <b>Wobei es sicherlich auch vernünftige</b> <b>amerikanische Autos gibt, will das gar</b> <b>nicht in Abrede stellen.</b> <b>Nichtsdestotrotz bin ich immer etwas</b> <b>erschrocken, wenn man mal</b> <b>nach New York kommt und sich dort</b>

<b>in den Taxi setzt.</b> <b>U-Bahn ist noch</b> <b>schlimmer, die klappert noch mehr.</b> <b>Wie ausgeschlagen, wie</b> <b>die Fahrwerke sind etc.</b> <b>Aber sei es drum, also das glaube ich</b> <b>nicht, dass es da</b> <b>große Verschiebungen gibt.</b> <b>Ich sehe auch noch nicht Massen von</b> <b>chinesischen Automobilen</b> <b>auf europäischen Straßen.</b> <b>Dort glaube ich aber,</b> <b>das wird sich ändern.</b> <b>Mit der E-Mobilität haben die Chinesen</b> <b>einfach im Moment die Nase</b> <b>vorn und produzieren darüber</b> <b>hinaus deutlich</b> <b>preiswerter als die Europäer.</b> <b>Nichtsdestotrotz scheinen mir die</b> <b>europäischen Premium-Hersteller nach wie</b> <b>vor in einer relativ</b>

<b>komfortablen Situation zu sein.</b> <b>Dort kann man auch in den Preisen größere</b> <b>Batterien und</b> <b>ähnliches eher einbauen, wohin</b> <b>gegen die Massenhersteller sicherlich</b> <b>stärker unter Druck kommen.</b> <b>Da sind die Margen nicht so hoch, da tun</b> <b>die Zölle dann noch</b> <b>mehr weh und wie gesagt der</b> <b>Druck aus der Volksrepublik wird auch</b> <b>gerade in diesem Sektor weiter zunehmen.</b> <b>Insofern, wenn ich Anleger wäre, würde</b> <b>ich mir natürlich</b> <b>verschiedene Kennzahlen angucken,</b> <b>die Bewertungen, aber auch die</b> <b>Gewinnentwicklungen, gerne auch die</b> <b>Dividendenrendite, wobei man</b> <b>damit immer sehr vorsichtig sein muss.</b>

<b>Das kann sich sehr schnell ändern.</b> <b>Es werden also vor allen Dingen die</b> <b>Geschäftsaussichten wie sind die</b> <b>Unternehmen aufgestellt und noch</b> <b>mal, da werden mir die Premium-Hersteller</b> <b>etwas lieber im Moment</b> <b>als die Massenhersteller.</b> <b>Bleibt auf jeden Fall</b> <b>eine sehr spannende Branche.</b> <b>Mal schauen, wie das in den nächsten</b> <b>Monaten und Jahren weitergeht.</b> <b>Die werden ihre Geschäftsmodelle also</b> <b>sicherlich, wie du ja</b> <b>schon gesagt hast, anpassen.</b> <b>Und mal schauen, wie dann</b> <b>die Börse darauf reagiert.</b> <b>Danke für diese PERSPEKTIVEN.</b> <b>To Go.</b> <b>Aber sehr gerne.</b>

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