Schlafreise durch vergessene Welten· Staffel 3· Folge 19

Das maurische Lissabon – Als al-Ushbuna am Tejo blühte

Freitag, 30. Januar 2026 · 24 min

MP3

Shownotes

Tauche ein in das Lissabon des 11. Jahrhunderts, als die Stadt Al-Ushbuna hieß und maurische Kultur die Iberische Halbinsel prägte. Erfahre wissenschaftlich fundiert von fortschrittlicher Wassertechnik, prächtigen Gärten, religiöser Toleranz und einer Zivilisation, die ihrer Zeit weit voraus war. Eine entspannende Reise zum Einschlafen und Lernen – mit einer zeitlosen Botschaft über nachhaltiges Leben im Einklang mit der Natur.
Weitere Schlafreise Reihen:
⁠⁠⁠⁠Einschlafen mit Natur⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/2p1D2FnFb4SAWh4V0otDBj?s…)
⁠⁠⁠⁠Schlafreise durch vergessene Welten⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/1cIURslV7tA4ogc6R7lkOQ?s…)
⁠⁠⁠⁠Schlafreise durch das Universum⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/1NWso6EVJt3G3ILJmQOzDt?s…)
Englische Reihen:
⁠⁠⁠⁠Sleep Journey through Lost Worlds⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/6y7nbw6KHTs06A7engHj4C?s…)
Weitere Wissenreise Reihen:
⁠⁠⁠Wissensreise durch das Periodensystem der Elemente⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/03THZe9B4c7Vj9wKhrguAG?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreise durch die Psychologie⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/47d45rBzQO7QalFfhy2Olq?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreise durch die Länder der Erde⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/5cD50trcQMfWpw19dJuGMm?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreise durch die Urzeit⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/70D3GCMGUldf8cHwH7i7Bc?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreise durch die Geschichte⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/22pLqMMAUbfx0gSBzKCZmP?s…)

Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstützt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum sind komplett ohne produziert.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch vergessene Welten, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Schlafreise durchs Universum oder Wissensreise durch die Geschichte? Heute nehme ich dich mit auf eine Reise in eine Zeit, die fast 1000 Jahre zurückliegt, an einen Ort, an dem 3 Kontinente aufeinandertreffen und wo das Mittelmeer in den Atlantik übergeht. Lehne dich zurück, schließe deine Augen und lass uns gemeinsam durch die engen Gassen einer Stadt wandern, die damals nicht Lissabon hieß, sondern Al Usbuna es ist das Jahr 1100 nach unserer Zeitrechnung.

Die Sonne steht hoch über dem Tejo, jenem mächtigen Fluss, der hier ins Meer mündet. Stell dir vor, wie das Licht auf den weißen Kalksteinmauern der Stadt tanzt, wie es sich in den Wasserflächen der Springbrunnen bricht, die Luft ist erfüllt vom Duft nach Orangenblüten und Jasmin, vermischt mit dem salzigen Aroma des Atlantiks. Al Uschbuna war zu dieser Zeit bereits seit fast 400 Jahren unter maurischer Herrschaft im Jahr 700, als die muslimischen Truppen unter Tarik Ibnziat die Meerenge von Gibraltar überquerten, begann eine neue Epoche auf der iberischen Halbinsel, die Mauren, wie wir sie heute nennen, waren überwiegend Berber aus Nordafrika und Araber. Die eine Zivilisation mitbrachten, die in vielen Bereichen der Europäischen

überlegen war. Lass uns durch die Stadt spazieren, langsam, ohne Eile, deine Schritte hallen leise auf dem Kopfsteinpflaster, die Häuser zu beiden Seiten sind nicht sehr hoch, meist 2 oder 3 Stockwerke mit flachen Dächern und kleinen Innenhöfen, hier die. Im Herzen von Al Ushmuna leben etwa 20000 Menschen.

Eine beachtliche Zahl für das mittelalterliche Europa. Die Stadt ist kosmopolitisch, Muslime, Christen und Juden leben hier Seite an Seite, eine Tatsache, die später als Convivencia bekannt wurde. Wir erreichen den Markt. Hier wird in mindestens 4 Sprachen gehandelt. Arabisch, die Sprache der Gelehrten und der Verwaltung, mozarabisch das romanische Idiom der christlichen Bevölkerung unter maurischer Herrschaft, Berberische Dialekte und Hebräisch. Die Händler preisen ihre Waren an, hier liegen Gewürze aus dem fernen Indien, Zimt, Kardamom, Safran, deren Düfte die Sinne betören.

Dort stapeln sich Seidenstoffe in allen Farben des Regenbogens, importiert über die Handelsrouten, die sich von China bis nach Al Andalus erstrecken. Achte auf deinen Atem ein aus, langsam und gleichmäßig die geschäftigen Stimmen der Händler werden zu einem sanften Gemurmel, das dich in einem Zustand tiefer Entspannung wiegt. Die maurische Präsenz in Lissabon begann im Jahr 719 nach Christus, als die Stadt von den Truppen des Kalifats eingenommen wurde.

Zuvor existierte hier eine westgotische Siedlung auf römischen Fundamenten, die Römer nannten sie Olisipo, nach dem mythischen Odysseus, die Mauren Transformierten den Namen in Al Uschbuna, was möglicherweise die Angenehme bedeutet, die. Wir verlassen den Markt und steigen langsam den Hügel hinauf. Der Weg ist steil, aber schmal und schattig, links und rechts ragen Mauern empor, aus denen hier und da bougenvillea Herunterhängen, die Mauren verstanden es meisterhaft, ihre Städte der Topographie anzupassen, sie bauten nicht gegen die Natur, sondern mit ihr. Oben auf dem Hügel, wo heute das Castelo de Sao Gorges tronte, stand damals die maurische Alkatschowa, eine befestigte Palastanlage.

Von hier aus regierten die Taifa Könige als Al Andalus im 11 Jahrhundert in mehrere kleine Königreiche zerfiel. Al Ushbuna war zeitweise die Hauptstadt eines dieser Taifa Reiche, regiert von der Berber Dynastie der Bakriden. Lass uns einen Moment innehalten und den Blick schweifen lassen. Von hier oben siehst du die gesamte Stadt unter dir ausgebreitet. Der Theo glitzert wie flüssiges Silber in der Nachmittagssonne, am Ufer liegen Dutzende von Schiffen vor Anker, Handelsschiffe aus dem Mittelmeer, aber auch mutige Karavellen, die bereits anfangen, die Küsten Westafrikas zu erkunden.

Al Ospuna ist ein wichtiger Hafen, ein Knotenpunkt zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik. Die maurische Architektur, die du überall siehst, folgt präzisen mathematischen Prinzipien, die Gebäude sind nicht nur schön, sondern auch funktional perfekt auf das mediterrane Klima abgestimmt. Dicke Mauern halten die Hitze draußen, kleine Fenster verhindern, dass zu viel Sonne eindringt, Innenhöfe mit Brunnen und Wasserspielen sorgen für Kühlung durch Verdunstung.

Die Mauren hatten bereits im achten Jahrhundert ein tiefes Verständnis für das, was wir heute passive Klimatisierung nennen würden. Atme tief ein und aus, spüre, wie die Entspannung sich in deinem Körper ausbreitet, von den Zehenspitzen bis in die Haarwurzeln. Wir steigen wieder hinab in die Stadt und nähern uns einem der bemerkenswertesten Bauwerke von Al Ushbuna einem Aquädukt.

Die Mauren waren Meister der Wassertechnik. Sie brachten wissen mit, das aus dem römischen Reich stammte, aber auch aus Persien und dem Nahen Osten. In Al Ushbuna bauten sie ein ausgeklügeltes System von aquädukten, Zisternen und Brunnen, frisches Wasser war verfügbar, in fast jedem Viertel der Stadt ein Luxus, den viele europäische Städte erst Jahrhunderte später erreichen sollten. Das Wassersystem war nicht nur praktisch, sondern auch Teil der islamischen Kultur.

Rituelle Waschungen vor dem Gebet erforderten sauberes, fließendes Wasser, in jeder Moschee gab es daher einen Waschbrunnen, aber auch die säkulare Bedeutung des Wassers war enorm, öffentliche Bäder, Hamams genannt, waren soziale Treffpunkte. Hier trafen sich Menschen aller Schichten, tauschten Neuigkeiten aus, diskutierten Geschäfte.

Lass uns eines dieser Hammer betreten, die Luft ist warm und feucht, erfüllt vom Duft nach Rosenöl und Eukalyptus durch kleine Öffnungen in der Kuppel fällt gedämpftes Licht ein, das im Dampf tanzt, das Plätschern des Wassers ist das einzige Geräusch. Du liegst auf einer warmen Marmorbank und spürst, wie alle Anspannung aus deinen Muskeln weicht. Die maurische Gesellschaft in Al Uschbuna war hochgradig gebildet, Bibliotheken waren weit verbreitet, nicht nur in Moscheen und Palästen, sondern auch in privaten Häusern wohlhabender Bürger.

Die Mauren hatten antikes, Griechisches und römisches Wissen bewahrt, das in Europa weitgehend verloren gegangen war. Werke von Aristoteles, Ptolemäus, Galen und vielen anderen existierten in arabischen Übersetzungen und wurden studiert und kommentiert. In Al Uschbuna gab es Schulen, in denen Mathematik, Astronomie, Medizin, Philosophie und Literatur gelehrt wurden.

Die arabischen Ziffern, die wir heute verwenden, wurden durch die Mauren nach Europa gebracht. Ein revolutionäres System, das das Rechnen erheblich vereinfachte im Vergleich zu den römischen Zahlen. Das Wort Algebra stammt vom arabischen Al Jabber, was das Zusammenfügen gebrochener Teile bedeutet, Deine Atmung ist jetzt ganz ruhig und gleichmäßig, dein Geist schwebt sanft durch diese vergangene Welt.

Nimmt Bilder und Eindrücke auf, ohne sich anzustrengen. Wir verlassen das Hamam und Schlendern durch ein Wohnviertel, die Häuser hier sind bescheiden, aber sauber und gepflegt durch offene Türen und Fenster hörst du das Lachen von Kindern, das Klappern von Töpfen, gedämpfte Gespräche, eine Frau sitzt in einem Innenhof und webt einen Teppich nach komplizierten geometrischen Mustern.

Diese Muster sind charakteristisch für die islamische Kunst. Keine Darstellungen von Menschen oder Tieren, sondern abstrakte, sich wiederholende Formen, die das Unendliche symbolisieren. Die Ernährung in Al Ushbuna war vielfältig und erstaunlich gesund, die Mauren brachten neue Pflanzen nach Iberia, Reis, Auberginen, Artischocken, Spinat. Verschiedene Zitrusfrüchte Sie perfektionierten Bewässerungstechniken aus dem arabischen Raum. Das Wort Zisterne kommt vom arabischen Al Sister in den Gärten rund um Al Ushbuna wuchsen Orangen, Zitronen und Granatäpfel, die Orangen wurden dann so populär, dass Portugal später für seine Orangenhaine berühmt wurde. Die Süßigkeit, die wir heute kennen, verdankt ihren Namen den Arabern.

Das Wort Zucker stammt vom arabischen Sukar, das wiederum vom Sanskrit scharkara kommt, atme ein und aus, lass alle Gedanken an die moderne Welt los, du bist hier in dieser ruhigen, friedlichen Stadt am Rande Europas, vor fast 1000 Jahren. Die maurische Herrschaft in Al Uschbuna war nicht ohne Konflikte.

Im 11 Jahrhundert verstärkte sich der christliche Rekonquista Druck aus dem Norden, mehrfach wurde die Stadt belagert, konnte aber zunächst standhalten, die Stadtmauern waren stark gebaut, aus dem hellen Kalkstein, der in der Region abgebaut wurde. Teile dieser Mauern existieren noch heute. Stille Zeugen einer verschwundenen Epoche im Jahr 1147 endete die maurische Herrschaft über Lissabon nach einer viermonatigen Belagerung eroberten christliche Kreuzfahrer unter Afonso, dem Ersten von Portugal, die Stadt.

Dieser Tag markierte einen Wendepunkt, doch die maurische Kultur verschwand nicht über Nacht. Viele Muslime blieben, konvertierten oder lebten als Muddejares weiter in der Stadt. Ihre Handwerkskunst, ihr wissen, Ihre Architektur prägten Lissabon noch jahrhundertelang. Wir befinden uns jetzt in einem Garten, Wasser plätschert sanft in einem rechteckigen Becken, orangenbäume werfen Schatten auf gepflegte Wege, ein leiser Wind raschelt durch Palmwedel.

Dieser Garten ist nach dem persischen paradeisos Konzept angelegt. 4 Bereiche, getrennt durch Wasserläufe, die die 4 Flüsse des Paradieses symbolisieren. Die Mauren brachten nicht nur praktisches Wissen nach Al Uschbuna, sondern auch eine reiche literarische und poetische Tradition. Die arabische Poesie dieser Zeit war Hochentwickelt mit komplexen Metren und raffinierten Reimschemata. Themen waren die Liebe, die Natur, die Vergänglichkeit des Lebens, Gedanken, die zeitlos sind und uns heute noch berühren, ein berühmter maurischer Dichter aus dem 11. Jahrhundert, ibn Saidun, schrieb die Welt ist ein Traum und das Leben ist ein kurzer Schlaf, diese Melancholie, die. Diese Erkenntnis der

Vergänglichkeit durchzog viel von der maurischen Kultur. Vielleicht machte gerade dieses Bewusstsein ihre Architektur so zeitlos schön, ihre Gärten so sorgfältig angelegt, deine Augenlider sind schwer, dein Körper ist vollkommen entspannt, du treibst wie auf einer sanften Welle durch diese vergangene Welt. Die maurische Medizin war ihrer Zeit weit voraus. In Al Andalus gab es bereits im 10. Jahrhundert Krankenhäuser, in denen nach wissenschaftlichen Prinzipien behandelt wurde.

Die Ärzte studierten nicht nur arabische Texte, sondern auch griechische und persische Werke, sie entwickelten chirurgische Instrumente, katalogisierten Krankheiten, experimentierten mit Medikamenten aus Pflanzen und Mineralien. Ein maurischer Arzt namens ibn sur, der im 12. Jahrhundert lebte, beschrieb als Erster die Krätze korrekt und schlug erfolgreiche Behandlungsmethoden vor.

Ein anderer Al Saravi entwickelte über 200 chirurgische Instrumente und schrieb medizinische Enzyklopädien, die noch Jahrhunderte später in Europa verwendet wurden. Ob in Al Uschbuna selbst solche fortgeschrittene Medizin praktiziert wurde, ist nicht vollständig dokumentiert. Aber die Stadt war Teil des größeren maurischen Kulturraums und Wissen Zirkulierte frei zwischen Cordoba, Sevilla, Granada und den kleineren Städten wie Al Uschbuna. Wir stehen jetzt vor einer Moschee. Das Gebäude ist nicht pompös, aber elegant. Der Eingang ist ein Hufeisenbogen, charakteristisch für maurische Architektur, im Inneren ist es kühl und still, Säulen tragen das Dach und das Licht fällt gedämpft durch kleine Fenster ein.

Der Gebetsraum ist nach Mekka ausgerichtet, nach Südosten, wo die aufgehende Sonne die Kiblerwand in warmes Licht taucht. Fünfmal am Tag ertönte in Al Ushbuna der Ruf des Muezins von den Minaretten. Diese rufe strukturierten den Tagesablauf, erinnerten die Gläubigen an ihre spirituellen Pflichten, aber die maurische Gesellschaft war nicht monolithisch, Juden hatten ihre Synagogen, Christen ihre Kirchen.

Diese religiöse Toleranz bei allen Einschränkungen, die es gab, war für das mittelalterliche Europa bemerkenswert. Dein Atem fließt ruhig und stetig. Du bist fast am Übergang zwischen Wachen und träumen in jenem friedlichen Zustand, in dem die Grenzen verschwimmen, die maurische Keramik, die in Al Ushbuna produziert wurde, war berühmt für ihre Qualität, die Technik der azulecho Fliesen, die später so charakteristisch für Portugal wurde. Hat ihre Wurzeln in der maurischen Handwerkskunst. Das Wort Azuleijo selbst kommt vom arabischen Azuleijk, was polierter Stein bedeutet.

Diese Fliesen waren nicht nur dekorativ, sondern auch funktional. Sie hielten Räume kühl, waren leicht zu reinigen und widerstanden der Feuchtigkeit, die geometrischen Muster, die auf ihnen zu sehen waren, folgten mathematischen Prinzipien. Maurische Künstler und Handwerker beherrschten komplexe tesselationen Muster, die eine Fläche ohne Lücken ausfüllen.

Die Farben waren lebhaft, tiefes Blau aus Kobalt, leuchtendes Grün aus Kupfer, warmes Gelb aus Eisen. Diese Pigmente wurden nach Rezepturen hergestellt, die über Generationen weitergegeben wurden. Jede Werkstatt hatte ihre Geheimnisse, ihre speziellen Techniken. Wir verlassen die Moschee und gehen zum Hafen hinunter, die Sonne steht jetzt tief am Himmel, taucht alles in goldenes Licht, der Tejo ist ruhig, nur leichte Wellen kräuseln seine Oberfläche, Fischerboote kehren vom Meer zurück, beladen mit dem Fang des Tages, Sardinen, Makrelen, Tintenfische. Die maurische Seefahrt war fortgeschritten für ihre Zeit, obwohl die großen ozeanischen Entdeckungsreisen erst Jahrhunderte später stattfanden,

waren maurische Navigatoren bereits geschickt in der Küstennavigation sie benutzten Astrolabien, um die Position der Sterne zu messen und ihre Position zu bestimmen. Das Astrolabium war eine arabische Erfindung, basierend auf griechischen Prinzipien, aber erheblich verfeinert. Al Ushbuna lag strategisch perfekt.

Von hier aus konnte man sowohl nach Norden entlang der atlantischen Küste segeln als auch nach Süden entlang Afrikas oder östlich ins Mittelmeer. Die Stadt war ein Tor zwischen Welten, ein Ort des Austauschs nicht nur von waren, sondern auch von Ideen, deine. Muskeln sind vollkommen gelöst. Dein Geist schwebt leicht wie eine Feder.

Die maurische Landwirtschaft transformierte die Region um Al Uschbuna, die Araber brachten Bewässerungstechniken mit, die aus Mesopotamien und Persien stammten, der Wiege der Zivilisation. Sie bauten Kanäle, Aquädukte, norias, Wasserräder und schufen fruchtbare Felder aus trockenem Land. Das arabische Wort Noria selbst bedeutet Wasserrad, diese Räder, getrieben von Flüssen oder Tieren, hoben Wasser aus tiefen Brunnen oder Bächen und verteilten es über Bewässerungskanäle.

Einige dieser Systeme waren so effizient, dass sie bis ins 20 Jahrhundert genutzt wurden. Die Mauren führten auch die Fruchtfolge ein, wechselten zwischen verschiedenen Kulturen, um den Boden nicht zu erschöpfen. Sie verstanden lange, bevor moderne Agronomie dies wissenschaftlich erklären konnte, dass verschiedene Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe benötigen und zurückgeben. Der Abend senkt sich über Al Uschbuna, die. Die Straßen leeren sich allmählich, aus den Häusern dringt der Duft von Abendessen, Lamm mit Safran, Reis mit Mandeln, Frischgebackenes Brot, Familien versammeln sich, essen gemeinsam, erzählen Geschichten in den Straßen werden Öllampen angezündet, ihr flackerndes

Licht wirft tanzende Schatten auf die weißen Wände, der Himmel färbt sich tiefblau. Und die ersten Sterne erscheinen. Vom Tejo her weht eine kühle Brise, bringt den salzigen Geruch des Meeres mit sich. Du bist jetzt ganz ruhig, ganz bei dir, die Welt von Al Uspuna umhüllt dich wie ein sanfter Mantel, die maurische Zeit in Lissabon hinterließ Spuren, die bis heute sichtbar sind.

Nicht nur in der Architektur, nicht nur in den Straßennamen, nicht nur in den kulinarischen Traditionen, sondern auch in einer bestimmten Art zu denken, zu bauen, mit der Umwelt umzugehen. Die Mauren lebten in Harmonie mit ihrer Umgebung, sie bauten nicht rücksichtslos, sondern respektvoll ihre Gärten, waren Oasen, die Wasser sparten und doch üppig waren. Ihre Häuser waren kühl im Sommer ohne Energieverschwendung, warm, im Winter durch geschickte Bauweise. Sie dachten in Generationen, nicht in Quartalen, heute, fast 1000 Jahre später, können wir von dieser Weisheit lernen, unsere Welt steht vor Herausforderungen, die die Menschen von Al Uspuna nie kannten, der Klimawandel bedroht die Balance.

Die über Jahrtausende bestand. Aber vielleicht können uns vergangene Kulturen zeigen, wie man nachhaltig lebt, wie man mit der Natur arbeitet, statt gegen sie, die Erde, unser gemeinsames Zuhause ist kostbar, sie ist die einzige Welt, die wir haben, die Menschen im maurischen Lissabon verstanden dies intuitiv.

Ihre Gärten waren Miniaturen des Paradieses, aber sie wussten auch, dass das wahre Paradies hier auf Erden geschaffen werden muss, durch Achtsamkeit, durch Respekt, durch Sorge für unsere Umgebung. Wenn wir durch die Geschichte reisen, durch vergessene Welten wie Al Uspuna, dann nicht nur, um zu lernen, wie anders Menschen einst lebten, sondern auch, um zu verstehen, was zeitlos ist.

Die Notwendigkeit, im Einklang mit der Natur zu leben, die Bedeutung von Wissen und Kultur, die Wichtigkeit für kommende Generationen zu denken. Die Nacht ist nun vollständig über der Stadt hereingebrochen, der Mond steigt auf, zeichnet einen silbernen Pfad über den Tejo, alles ist still, die Stadt schläft, träumt ihre Träume. Und auch du bist am Rand des Schlafes bereit, in deine eigenen Träume zu gleiten.

Al Ushbuna existiert nicht mehr, zumindest nicht in der Form, die wir heute besucht haben, aber ihr Geist lebt weiter in den Steinen Lissabons, in den Traditionen, in der Erinnerung, vergessene Welten sind nie wirklich vergessen. Sie leben in uns, lehren uns, inspirieren uns. Während du nun langsam in den Schlaf gleitest.

Nimm dir einen Gedanken mit, jede Zivilisation, so groß sie auch sein mag, ist vergänglich. Was bleibt, ist die Erde selbst. Dieser blaue Planet, der durch die Unendlichkeit des Raums schwebt, und es liegt an uns, an jeder Generation, sie zu schützen, zu pflegen, für die zu bewahren, die nach uns kommen.

Gute Nacht, Schlaf gut, Träume von vergessenen Welten und von einer Zukunft, in der wir die Weisheit der Vergangenheit nutzen, um eine bessere Welt zu schaffen.

0:00 / 0:00