
Schlafreise durch vergessene Welten· Staffel 3· Folge 4
Patagonien – Am Ende der Welt
Freitag, 21. November 2025 · 25 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Am suedlichen Ende Suedamerikas erstreckt sich Patagonien, eine Region von gewaltigen Gletschern, endlosen Steppen und schroffen Andengipfeln, geteilt zwischen Argentinien und Chile. Hier kalben Eismassen wie das Perito-Moreno-Feld in stille Fjorde, Pumas durchstreifen weite, windgepeitschte Ebenen, und Pinguinkolonien besiedeln die Kuesten zu Hunderttausenden. Diese Folge fuehrt durch die Geologie und das Klima dieser aussergewoehnlichen Landschaft, durch ihre einzigartige Tierwelt und durch die Geschichten von Entdeckern und Forschenden, die Patagonien bis heute umgeben. Eine ruhige Reise zum Einschlafen und Loslassen.
Unterstuetze den Podcast: Wenn dir diese Folge gefallen hat und du die Produktion unterstuetzen moechtest, freue ich mich ueber einen Kaffee auf Ko-fi (ko-fi.com/lemontreeestudios). Jede Unterstuetzung hilft, neue Folgen zu produzieren.
Weitere Reihen zum Einschalfen:
Wunder der Natur (open.spotify.com/show/2p1D2FnFb4SAWh4V0otDBj?s…)
Schlafreise durch vergessene Welten (open.spotify.com/show/1cIURslV7tA4ogc6R7lkOQ?s…)
Schlafreise durch das Universum (open.spotify.com/show/1NWso6EVJt3G3ILJmQOzDt?s…)
Mythen und Legenden (open.spotify.com/show/033tAol6F3EnOCiNqiji4v?s…)
Englische Reihen:
Sleep Journey through Lost Worlds (open.spotify.com/show/6y7nbw6KHTs06A7engHj4C?s…)
Weitere Wissenreise Reihen:
Das Periodensystem der Elemente (open.spotify.com/show/03THZe9B4c7Vj9wKhrguAG?s…)
Wissensreise durch die Psychologie (open.spotify.com/show/47d45rBzQO7QalFfhy2Olq?s…)
Wissensreise durch die Laender der Erde (open.spotify.com/show/5cD50trcQMfWpw19dJuGMm?s…)
Wissensreise durch die Urzeit (open.spotify.com/show/70D3GCMGUldf8cHwH7i7Bc?s…)
Wissensreise durch die Geschichte (open.spotify.com/show/22pLqMMAUbfx0gSBzKCZmP?s…)
Ein Tag im Jahr ... - Alltagsgeschichten (open.spotify.com/show/0348mkEL4225jbM0YeFOo0)
Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstuetzt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum, durch die Natur, durch die Geschichte und Laender der Erde sind komplett ohne produziert.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch vergessene Welten, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Schlafreisereien wie Schlafreise durch vergessene Welten, heute nehme ich dich mit an einen der wildesten und abgelegensten Orte unserer Erde, nach Patagonien. Eine Region am südlichen Ende Südamerikas, wo gewaltige Gletscher auf karges Grasland treffen, wo die Anden dramatisch in den Pazifik stürzen und wo der Wind mit einer Kraft weht, die ihresgleichen sucht.
Atme tief ein, lass die Hektik des Alltags hinter dir und begleite mich in diese ungezähmte Wildnis. Patagonien ist keine präzise definierte politische Einheit. Sondern eine geographische und kulturelle Region, die sich über die südlichen Teile Argentiniens und Chiles erstreckt. Sie umfasst etwa 1000000 Quadratkilometer und beginnt ungefähr am Rio Colorado, in Argentinien und am Rio Bio Bio in Chile, beide auf etwa 40 Grad südlicher Breite und erstreckt sich bis zur Magellanstraße und Feuerland an der Südspitze des Kontinents. Der Name stammt vermutlich von Ferdinand Magellans Expedition im Jahr 1520, dessen Chronist Antonio Pigafetta die Einheimischen Tehuelche als Passin Patagonis bezeichnete, möglicherweise wegen ihrer
großen Füße oder ihrer Körpergröße. Die Landschaft Patagoniens ist von atemberaubender Vielfalt. Im Westen erheben sich die patagonischen Anden, eine Gebirgskette mit gezackten Granittürmen, die direkt aus Gletschern emporragen. Die bekanntesten sind die Torres del Paine 3 massive Granitsäulen, die sich über 2800 Meter hoch erheben. Sie entstanden vor etwa 12000000 Jahren, als Magma unter einer Sedimentschicht erstarrte.
Über Jahrmillionen trugen Erosion und Gletscherbewegungen die weicheren Gesteine ab und ließen nur den harten Granit Camp zurück, heute stehen sie als monumentale Wahrzeichen ihre Spitzen oft in Wolken gehüllt, während an ihren Flanken blaues Gletschereis schimmert. Die patagonischen Gletscher sind Überreste der letzten Eiszeit, die vor etwa 11700 Jahren endete. Das Patagonische Eisfeld, aufgeteilt in das nördliche und südliche Inlandeis, ist nach der Antarktis und Grönland die drittgrößte zusammenhängende Eisfläche der Welt, es erstreckt sich über etwa 16800 Quadratkilometer. Der Perito Moreno Gletscher, einer der bekanntesten, ist etwa 250 Quadratkilometer groß und bis zu 170 Meter hoch. An seiner Front, wo er in den
Lago Argentino mündet. Anders als die meisten Gletscher weltweit ist der Perito Moreno weitgehend stabil, weder schrumpfend noch wachsend. Ein dynamisches Gleichgewicht, das Wissenschaftler noch nicht vollständig verstehen. Lass deinen Tim ruhig fließen, während du dir vorstellst, wie du am Ufer des Lago Argentino stehst.
Vor dir erhebt sich die gewaltige Eiswand, milchig blau schimmernd, durchzogen von unzähligen Rissen und Spalten. Das Eis ist so dicht, dass es längerwelliges Licht absorbiert und nur das blaue Spektrum reflektiert. Plötzlich hörst du ein tiefes Grollen wie Donner, der aus dem Inneren der Erde kommt. Ein gewaltiger Eisblock bricht von der Gletscherfront ab und stürzt mit einem ohrenbetäubenden Krachen ins türkisfarbene Wasser, Wellen breiten sich aus und eine Wolke aus Eiskristallen steigt auf dieses Phänomen, das Kalben genannt wird, ist ein kontinuierlicher Prozess. Der Gletscher fließt durchschnittlich 2 Meter pro Tag talwärts, getrieben von seinem eigenen Gewicht und der Schwerkraft.
An der Front angekommen, brechen die Eismassen ab, der Perito Moreno Gletscher ist berühmt für ein besonderes Schauspiel, das alle paar Jahre stattfindet, der Gletscher schiebt sich gegen die Magellanhalbinsel und bildet eine natürliche Eisbrücke, die den See in 2 Teile trennt. Der Wasserspiegel auf einer Seite steigt bis zu 30 Meter höher als auf der anderen.
Der Druck wächst, bis schließlich das Eis unter dem Wasser zu brechen beginnt, innerhalb von Stunden oder Tagen kollabiert die Brücke in einem spektakulären Ereignis, das Tausende Besucher anzieht. Östlich der Anden erstreckt sich die patagonische Steppe, eine baumarme Halbtrockene Graslandschaft, die sich über 100 tausende Quadratkilometer erstreckt. Die Anden bilden eine natürliche Wetterscheide feuchte Luftmassen vom Pazifik steigen an den westlichen Hängen auf, Kühlen ab und regnen ab, da die östliche Seite liegt im Regenschatten und erhält oft weniger als 200 Millimeter Niederschlag pro Jahr.
Die Vegetation ist entsprechend karg, niedrige Büsche, grasbüschel flechten. Doch diese scheinbar lebensfeindliche Landschaft birgt eine überraschende Artenvielfalt der Guanaco ein wild lebendes Kamel und enger Verwandter des Lamas, durchstreift in Herden die Steppe. Diese eleganten Tiere mit ihrem zimtfarbenen Fell und den langen Hälsen sind perfekt an die rauen Bedingungen angepasst. Sie können monatelang ohne Wasser auskommen, indem sie die Feuchtigkeit aus ihrer Nahrung extrahieren, ihre gespaltenen Hufe ermöglichen es ihnen, sowohl auf steinigem Boden als auch auf Sand sicheren Halt zu finden. Guanacos sind soziale Tiere, die in Familiengruppen leben, bestehend aus einem dominanten
Männchen, mehreren Weibchen und ihren Jungtieren. Sie kommunizieren durch eine Reihe von lauten, von sanftem Summen bis zu schrillen Alarmrufen der Puma, Amerikas größte Raubkatze in diesen Breiten, ist der Hauptjäger der Guanacos diese scheuen, nachtaktiven Katzen sind Meister der Tarnung. Ihr gelbbraunes Fell verschmilzt perfekt mit dem trockenen Gras und den Felsen.
Ein ausgewachsener Puma kann bis zu 100 Kilogramm wiegen und Sprünge von über 6 Metern Länge machen. In Patagonien haben Forscher entdeckt, dass Pumas hier ungewöhnlich große Territorien beanspruchen, teilweise über 1000 Quadratkilometer, weit mehr als ihre Artgenossen in anderen Regionen. Dies liegt an der geringen Beutetierdichte in der kargen Steppe.
Spüre, wie dein Körper sich entspannt, wie die schwere Dich in die Unterlage sinken lässt, während du hier ruhst durchstreift vielleicht gerade ein Puma die Steppe unter einem Himmel voller Sterne, die hier fernab jeder Lichtverschmutzung in überwältigender Pracht leuchten. Der Dawi Nandu, auch Zwerg Nandu genannt, ist ein weiterer charakteristischer Bewohner der patagonischen Steppe.
Diese flugunfähigen Vögel sind kleiner als ihre afrikanischen Verwandten, die Strauße, erreichen aber dennoch eine Höhe von etwa einem Meter, sie Leben in Gruppen und ernähren sich von Samen, Wurzeln und Insekten. Während der Brutzeit übernimmt überraschenderweise das Männchen die Hauptverantwortung.
Es brütet die Eier mehrerer Weibchen aus bis zu 30 Eier in einem Nest und kümmert sich dann allein um die geschlüpften Küken. Die jungen Nandus sind bereits wenige Stunden nach dem Schlüpfen in der Lage zu laufen und folgen ihrem Vater in einer dicht gedrängten Gruppe. Die Vogelwelt Patagoniens ist außergewöhnlich, der Andenkondor der. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,2 Metern einer der größten flugfähigen Vögel der Welt, gleitet majestätisch über die Anden.
Diese Aasfresser können bis zu 50 Jahre alt werden und verbringen den Großteil ihres Lebens in der Luft, wobei sie Thermik nutzen, um ohne Flügelschlag stundenlang zu segeln. Ein Kondor kann in einer einzigen Mahlzeit bis zu 5 Kilogramm Fleisch verzehren und dann tagelang ohne Nahrung auskommen.
Sie nisten in unzugänglichen Felsspalten der Hochanden und kehren oft über Jahre zum selben Nest zurück an den Küsten Patagoniens, wo die Steppe auf den Atlantik trifft, entfaltet sich ein völlig anderes Ökosystem. Die Halbinsel Valdez ist eines der wichtigsten Meeresschutzgebiete Südamerikas und UNESCO Weltnaturerbe.
Hier kommen jedes Jahr zwischen Juni und Dezember Südkapa an, um sich zu paaren und ihre Kälber zu gebären. Diese Wale können bis zu 18 Meter lang und 80 Tonnen schwer werden. Sie gehören zu den Glattwalen, so genannt, weil Walfänger sie für die richtigen Wale zum Jagen hielten. Sie schwimmen langsam, bleiben nach dem Tod an der Oberfläche und liefern große Mengen Öl.
Heute sind Südkaper geschützt und ihre Populationen erholen sich langsam in den geschützten Buchten von Valdez kann man diese sanften Riesen aus nächster Nähe beobachten. Mütter mit ihren Kälbern schwimmen dicht unter der Oberfläche und gelegentlich durchbricht ein Wal die Wasseroberfläche in einem spektakulären Sprung.
Einem Verhalten, das als Breaching bekannt ist, bist Wissenschaftler sind sich nicht sicher, warum Wale dies tun, möglicherweise zur Kommunikation, zum Entfernen von Parasiten oder aus reiner Lebensfreude. An den Stränden von Valdez sonnen sich Tausende südliche See Elefanten. Die Männchen dieser Art sind gewaltig, können bis zu 4000 Kilogramm wiegen und sind dreimal so schwer wie die Weibchen während der Paarungszeit im September und Oktober etablieren dominante Bullen Harems von bis zu 100 Weibchen und verteidigen diese aggressiv gegen Rivalen, die Kämpfe sind brutal.
Die Bullen rammen einander mit ihren massiven Körpern, beißen mit ihren scharfen Zähnen und stoßen tiefe, donnernde Brüllaute aus, die von ihren aufblasbaren Rüsseln verstärkt werden. Viele tragen Narben von diesen Kämpfen atme langsam und tief, stell dir vor, wie die Wellen sanft an den Kiesstrand rollen, wie der salzige Geruch des Meeres in der Luft liegt. Wie die Rufe der Seeelefanten mit dem Kreischen der Möwen verschmelzen Pinguine sind ein weiteres Highlight der patagonischen Küsten.
Die Magellanpinguine sind die häufigste Art hier und nisten in Kolonien, die 100 Tausende von Individuen umfassen können. Punta Tombo beherbergt die größte Festlandskolonie von Magellanpinguinen weltweit mit über 200000 Brutpaaren. Diese flugunfähigen Vögel sind perfekte Schwimmer und können Geschwindigkeiten von bis zu 35 Kilometern pro Stunde im Wasser erreichen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Sardellen und Tintenfischen und tauchen auf ihren Jagdausflügen bis zu 90 Meter tief jedes Jahr im September kehren die Pinguine nach monatelangen Wanderungen auf offener See zu ihren Brutgebieten zurück.
Erstaunlicherweise finden Sie oft genau dieselbe Bruthöhle wieder, die sie im Vorjahr genutzt haben. Die Paare sind weitgehend monogam und begrüßen einander mit charakteristischen Trompeten, den Rufen beide Elternteile teilen sich die Aufgaben. Während einer das Gelege aus meist 2 Eiern bewacht, geht der andere auf Nahrungssuche. Nach etwa 40 Tagen schlüpfen die Küken und beide Eltern pendeln dann zwischen Nest und Meer, um die hungrigen Jungen zu füttern, die Gewässer vor Patagonien sind auch Heimat von Orcas, den größten Delfinen, die hier lebenden Orcas haben eine bemerkenswerte Jagdtechnik entwickelt. Sie schwimmen absichtlich auf den Strand, um Seelöwenjunge zu erbeuten, die sich am Wasserrand
aufhalten und Robben sich dann mit kräftigen Schwanzschlägen zurück ins Wasser. Diese riskante Technik wird von den Müttern an ihre Kälber weitergegeben, eine Form von kulturellem Lernen, die bisher nur bei wenigen Tierarten dokumentiert wurde, die. Im chilenischen Teil Patagoniens, entlang der zerklüfteten Pazifikküste, erstrecken sich die gemäßigten Regenwälder der südlichen Hemisphäre. Diese valdivianischen Regenwälder sind einige der seltensten Waldtypen der Erde, sie existieren nur an wenigen Orten weltweit im Süden Chiles, in Neuseeland und in Tasmanien die hohen Niederschläge.
Oft über 3000 Millimeter pro Jahr und die gemäßigten Temperaturen schaffen ideale Bedingungen für üppiges Pflanzenwachstum. Dominiert werden diese Wälder von der Allerce, auch Patagonische Zypresse genannt, Fitzroya Cupresoides diese Nadelbäume gehören zu den langlebigsten Organismen der Erde das älteste bekannte Exemplar, gefunden im Allerge Costero Nationalpark.
Wurde auf über 3600 Jahre datiert, was es älter macht als jede bekannte kalifornische Sequoje. Stell dir vor, dieser Baum keimte, als in Ägypten noch die Pyramiden gebaut wurden. Die Alerse wächst extrem langsam, oft weniger als einen Millimeter Durchmesser pro Jahr, was ihr Holz außerordentlich dicht und widerstandsfähig macht. Die Wälder sind Mehrschichtig aufgebaut, unter dem Kronendach der Alerse und der Südbuchen wachsen Bambusarten wie Schuskea, immergrüne Sträucher und eine unglaubliche Vielfalt von Farnen.
Der Boden ist mit dicken Moosschichten bedeckt, die wie Schwämme Feuchtigkeit speichern. Flechten hängen von den Ästen und überall sprießen Pilze in den bizarrsten Formen und Farben. Die Luft ist erfüllt von Feuchtigkeit und dem erdigen Geruch verrottender Vegetation der Pudu der kleinste Hirsch der Welt, lebt in diesen dichten Wäldern, ausgewachsen erreicht er nur etwa 40 Zentimeter Schulterhöhe. Und wiegt zwischen 6 und 13 Kilogramm. Diese scheuen Tiere sind Einzelgänger und ernähren sich von Blättern, Rinde, Früchten und Pilzen. Ihre geringe Größe und ihr rötlich braunes Fell machen sie in der dichten Vegetation nahezu unsichtbar pudus. Sind ausgezeichnete Kletterer und können sogar auf umgestürzte Bäume klettern, um an höher
gelegene Nahrung zu gelangen. Der Magellantukan, ein markanter Vogel mit schwarzem Gefieder, weißer Brust und leuchtend gelbem Schnabel, bewohnt ebenfalls diese Wälder, sein nasaler, schnalzender Ruf ist oft das einzige, was seine Anwesenheit verrät. Magellan Tukane leben in kleinen Gruppen und ernähren sich hauptsächlich von Früchten, die sie mit ihrem langen Schnabel pflücken.
Sie spielen eine wichtige ökologische Rolle als Samenverbreiter, da sie die unverdauten Samen über weite Distanzen transportieren und so zur Ausbreitung der Waldpflanzen beitragen. Schließe deine Augen und lausche den Geräuschen des Regenwaldes. Das Rauschen eines verborgenen Baches, das Tropfen von Wasser, von nassen Blättern, das Ferne rufen eines Tukans, das Rascheln eines Pudus im Unterholz, die Luft ist kühl und feucht, erfüllt vom Duft von Moos und feuchter Erde. Patagonien ist auch eine Region extremer Winde. Der Wind, hier besonders im Frühjahr, kann Geschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde erreichen. Die vorherrschenden Westwinde, die ungehindert über den Südpazifik fegen, treffen auf
das südamerikanische Festland mit voller Kraft. Diese Winde formen die Landschaft, biegen Bäume, erodieren Felsen und erzeugen Wellen auf den Seen, die wie Meeresbrandung erscheinen. Die Bäume an der Baumgrenze, wo Wald auf Steppe trifft, wachsen asymmetrisch. Alle in östliche Richtung geneigt.
Permanente Zeugen der Windkraft die geologische Geschichte Patagoniens ist faszinierend, die Region war einst Teil des Superkontinents Gondwana. Vor etwa 180000000 Jahren begann Gonduana auseinander zu brechen und Südamerika, Afrika, Antarktis, Australien und Indien Drifteten auseinander. Fossilienfunde zeigen, dass Patagonien einst ein subtropisches Klima mit üppiger Vegetation hatte, Dinosaurier Durchstreiften diese Länder, darunter der Argentinosaurus.
Einer der größten Dinosaurier, der je existierte, mit geschätzten 90 Tonnen Gewicht und über 30 Metern Länge die patagonische Steppe birgt einige der reichsten Fossilienfundstätten der Welt. In der Provinz Neucan wurden über 20 verschiedene Dinosaurierarten entdeckt. Die Cueva Dellas Manos, Die Höhle der Hände im Rio Pinturas Canyon zeigt einige der ältesten bekannten Höhlenmalereien Amerikas zwischen 9003, 113000 Jahre alt, Hunderte von Handabdrücken, geschaffen durch eine Art Sprühtechnik mit natürlichen Pigmenten, bedecken die Wände.
Diese Kunstwerke stammen von den Ureinwohnern Patagoniens und zeigen auch Jagdszenen mit Guanakos und geometrische Muster. Die indigenen Völker Patagoniens, darunter die Tehuelche Mapuche, Jamana und Selknam, lebten Jahrtausende in diesen rauen Landschaften. Sie entwickelten beeindruckende Überlebensstrategien.
Die Jammerna beispielsweise, die in den eisigen Gewässern um Feuerland lebten, paddelten in Kanus aus Buchenrinde durch die Kanäle, fischten und sammelten Muscheln. Trotz der Kälte trugen sie kaum Kleidung, schützten ihren Körper stattdessen mit Robbenfett und hielten in ihren Kanus ständig kleine Feuer am brennen. Leider führte die europäische Kolonisierung im 19. Und frühen 20.
Jahrhundert zu einer Katastrophe für diese Völker. Eingeschleppte Krankheiten, gewaltsame Vertreibungen und teilweise organisierte Massaker dezimierten die indigene Bevölkerung, die Selgnahm von Feuerland wurden nahezu vollständig ausgerottet, die letzten Sprecher der jamaner Sprache starben in den 2 Tausendern.
Ihr Verlust ist nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern auch der Verlust jahrtausendalten Wissens über das Leben in extremen Umgebungen. Die moderne Nutzung Patagoniens begann mit der Schafzucht im späten 19 Jahrhundert, europäische Siedler, hauptsächlich aus Schottland, Wales und dem Baskenland, brachten Schafe mit und Transformierten die Steppe in riesige Estantias. Auf dem Höhepunkt in den 1900 50er Jahren Grasten über 20000000 Schafe in Patagonien.
Dies hatte dramatische ökologische Auswirkungen. Überweidung führte zu Bodenerosion, einheimische Gräser wurden durch europäische Arten verdrängt und die guanaco Populationen wurden stark reduziert, da man sie als Konkurrenz für die Schafe betrachtete. Heute erkennt man zunehmend den Wert der unberührten Natur Patagoniens. Mehrere große Nationalparks wurden etabliert oder erweitert, der Nationalpark Patagonia in Chile geschaffen durch die Spende von Tomkins Conservation, schützt über 300000 Hektar, patagonischer, Steppe und Waldgebiete der Losglasiares Nationalpark in Argentinien.
Heimat des Perito Moreno Gletschers ist UNESCO Weltnaturerbe. Diese Schutzgebiete sind essentiell, um die einzigartige Biodiversität der Region zu bewahren. Doch Patagonien steht vor Herausforderungen, der Klimawandel lässt viele Gletscher schrumpfen. Der Uppsala Gletscher hat seit den 1970er Jahren über 50 Quadratkilometer Fläche verloren. Die steigenden Temperaturen verändern auch die Ökosysteme der Steppe mit unvorhersehbaren Folgen für die Tier und Pflanzenwelt.
Geplante Staudammprojekte drohen einige der letzten wilden Flüsse zu zähmen und ganze Täler zu überfluten. Lass diese Gedanken sanft durch deinen Geist ziehen. Patagonien zeigt uns die rohe, ungeschliffene Schönheit unserer Erde. Es erinnert uns daran, dass es noch Orte gibt, die von menschlicher Entwicklung weitgehend unberührt sind, wo die Natur in ihrer vollen Kraft und Vielfalt existiert. Diese Orte sind kostbar und selten geworden. Die Wildnis Patagoniens lehrt uns Demut. Die gewaltigen Kräfte der Natur, die Gletscher, die Berge, die Stürme, der endlose Himmel machen deutlich, wie klein wir im großen Gefüge sind.
Gleichzeitig tragen wir eine immense Verantwortung, die Entscheidungen, die wir heute treffen, bestimmen, ob zukünftige Generationen noch die Möglichkeit haben werden, das Kalben eines Gletschers zu erleben. Einem Kondor beim Segeln zuzusehen oder den Ruf der Pinguine zu hören. Patagonien ist ein Geschenk, ein Fenster in eine Zeit, als die Erde noch wild und weitgehend unberührt war. Es zu bewahren bedeutet, einen Teil unserer eigenen Menschlichkeit zu bewahren, die Verbindung zu einer Welt, die größer ist als wir selbst.
Jeder geschützte Wald, jeder Gletscher, der erhalten bleibt, jede Art, die überlebt, ist ein Zeichen der Hoffnung. Während du hier liegst in Sicherheit und Wärme, Ruhe dich aus im Wissen, dass irgendwo am Ende der Welt diese unberührte Wildnis noch existiert, lass die Bilder durch deinen Geist ziehen. Die Türkisblauen Gletscher, Seen, die Sturmgepeitschten Steppen, die stillen Regenwälder, die lebendigen Küsten, all dies ist Teil unserer gemeinsamen Erde, unseres gemeinsamen Erbes.
Gute Nacht und mögen deine Träume dich nach Patagonien tragen, zu den Türmen aus Granit, die den Himmel berühren, zu den Pinguinen, die unermüdlich durch kalte Meere schwimmen. Zu den uralten Bäumen, die Jahrtausende überdauert haben, möge diese Reise dir Frieden bringen und die Erinnerung daran, dass unsere Erde schützenswert ist in all ihrer wilden, ungezähmten Schönheit.