
Angst vor dem Tod: Warum wir die eigene Endlichkeit verdrängen
Dienstag, 3. November 2026 · 1 h 01
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Hinweis vorab: In dieser Folge geht es um Tod und Trauer, um einen Suizid in der Familie (ab ) und um Eltern, die Kinder verloren haben (ab ). Wenn du selbst an Suizid denkst oder dich das Thema gerade zu sehr belastet: Die TelefonSeelsorge erreichst du rund um die Uhr, kostenfrei und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Timo war 18 oder 19, als er auf seinem Zimmer schweigend drei bis vier Stunden Zeit hatte, seine eigene Grabrede zu schreiben. Danach hielt er sie im vorbereiteten Raum vor 20 Teilnehmern und zitterte dabei am ganzen Körper. Axel hat als Kind etwas anderes erlebt: Seine Eltern ließen ihn nicht zur Beerdigung seiner Urgroßmutter und seiner Großmutter gehen. Er vermutet, dass sie ihn nicht überfordern oder beschützen wollten. Er war wütend und traurig, und die verwehrte Verabschiedung ist ihm jahrelang nachgegangen.
Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, warum der Tod in unserem Alltag kaum noch vorkommt, obwohl er in den Medien ständig zu sehen ist. In dieser Folge von Schonungslos & Ehrlich sprechen Axel und Timo darüber, wie das Sterben in Krankenhäuser und Hospize verlagert wurde, und Axel nennt sechs Ebenen, auf denen wir uns vom Tod entfernen. Er erzählt außerdem, dass er gerade seinen Wohnraum verkleinert und seine Sachen dabei wohl um etwa zwei Drittel reduziert. Sein Satz dazu: „Das letzte Hemd hat sowieso keine Taschen.“ Timo erzählt von einem Gesellschaftskritiker, dessen Großmutter irgendwann ein Monopoly-Spiel abbrach: Alles komme zurück in die Box, nichts davon sei jemals seins gewesen. Dazu bringt Timo eine Überlegung ein: Vielleicht ist die Angst vor dem Tod auch deshalb so groß, weil wir nicht beginnen, lebendig zu leben. Axel findet, dass da etwas dran ist. Timo hält das Schreiben der eigenen Grabrede für „eine unglaublich tolle Übung“. Uns geht es darum, dass du am Ende eine Frage mitnimmst, die du dir in deinem Alltag stellen kannst.
Du erfährst:
• Warum kommt der Tod in den Medien ständig vor, in unserem Alltag aber kaum noch, und welche sechs Ebenen nennt Axel dafür?
• Was hat es bei Axel ausgelöst, dass er als Kind nicht zur Beerdigung seiner Urgroßmutter und seiner Großmutter durfte?
• Wie hat das Schreiben und Halten seiner eigenen Grabrede mit 18 oder 19 Timos Blick auf das Wesentliche verändert?
• Welche Frage stellte sich Axel bei den Beerdigungen, bei denen er als Trauerredner sprach?
• Was fragt sich Axel, während er mit 67 Jahren seinen Wohnraum verkleinert, und was erzählt Timo über seinen eigenen Umzug?
• Was sagt die Großmutter in Timos Monopoly-Geschichte, als sie das Spiel abbricht?
• Was meint Timo damit, dass der Tod „ein unglaublich weiser Ratgeber“ ist?
Kapitel:
Intro: Endlichkeit und der Umgang mit dem Sterben in unserer Gesellschaft
Allgegenwärtig in den Medien, abwesend im Alltag: Ein gesellschaftlicher Widerspruch
Zwei Abschiede: Spielende Kinder im Sterbezimmer und verweigerte Beerdigungen
Timos Familie: Zwei Beerdigungen und zwei Arten, Abschied zu gestalten
Axels zwei Ehen und die Beklemmung bei der Vorstellung von Ewigkeit
Gibt der Tod dem Leben erst seinen Sinn? Timos Überlegung zur Angst vor dem Tod
Axels sechs Ebenen: Wie wir den Tod aus dem Alltag auslagern
Timos Sicht auf Besuchsverbote in der Corona-Zeit und auf unseren Umgang mit dem Älterwerden
Älterwerden annehmen: Verlangsamung und Gelassenheit mit 67 Jahren
Was zählt wirklich: Eigene Impulse und die Erwartungen anderer
Axel als Trauerredner: Hat es sich gelohnt zu leben?
Timos eigene Grabrede mit 18 oder 19 im Seminar
Das Paradoxon: Wie der Blick auf das Ende das Leben stärken kann, und das Erbe zu Lebzeiten regeln
Kulturelle Unterschiede: Feier des Lebens und offene Trauer
Abschied in Axels Familie, die Ubuntu-Kultur Afrikas und Eltern, die Kinder früh verloren haben
Anhaften an Dingen: Warum Loslassen schwerfällt
Axel verkleinert seinen Wohnraum: „Das letzte Hemd hat sowieso keine Taschen.“
Timos Umzug mit einem Auto, die Monopoly-Geschichte und seine Gedanken zu Spiritualität und Nahtoderfahrungen
Angst vor dem Tod oder vor der Art zu sterben? Axels Gedanken zu Sinn und Erfülltheit
Ausklang: Lust aufs Leben
Die Grabrede hat Timo in einem begleiteten Seminar geschrieben. Wenn du gerade trauerst, schwer erkrankt bist oder dir der Gedanke ans Sterben nah ist, darf diese Übung liegen bleiben. Wenn du sie machen möchtest, hol dir einen Menschen an deine Seite.
Ein Hinweis zu diesem Gespräch: Timo und Axel teilen hier persönliche Sichtweisen und Erfahrungen. Das ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Behandlung. Die These, dass die Angst vor dem Sterben mit dem eigenen Leben zusammenhängt, ist ihre Überlegung. Angst vor dem Sterben gehört zum Menschsein, auch wenn du erfüllt lebst. Bei den Nahtoderfahrungen ab etwa Minute 56 gibt Timo wieder, wie Betroffene sie erleben, und deutet das persönlich. Die Forschung dazu ist offen: Es gibt neurobiologische Erklärungsmodelle und Kritik daran, eine abschließende Erklärung fehlt bisher. Die Aussage, die Medizin sei sich einig, gibt den Forschungsstand nicht wieder. Studien finden einen schwachen Zusammenhang zwischen Religiosität und weniger Angst vor dem Tod. Das belegt keine Ursache, und auch Menschen ohne spirituellen Zugang können gelassen auf ihr Ende blicken. Der „Ego-Tod“ ist ein Begriff aus spirituellen Traditionen und kein therapeutisches Ziel. Timos Einschätzung zu den Besuchsregeln in der Corona-Zeit ab Minute ist seine persönliche Sicht. Die Regeln sollten auch Bewohner, Patienten und Personal schützen und unterschieden sich je nach Bundesland und Einrichtung.
Wenn dich diese Folge bewegt
Axel erzählt in dieser Folge, dass er als Kind nicht zur Beerdigung seiner Urgroßmutter und seiner Großmutter durfte und darüber wütend und traurig war. Frühe Abschiede können noch Jahrzehnte später im Alltag spürbar sein. In den TraumaDialog® Seminaren von HealVersity kannst du solche Erfahrungen am Chiemsee gemeinsam mit anderen bewusst wahrnehmen und einordnen.
In drei fünftägigen Präsenzseminaren arbeitest du mit Axel, Timo und ihrem Team auf aufeinander aufbauenden Ebenen:
• Seminar 1, biografisch: Wie wirken deine eigenen Erfahrungen bis heute in deinem Nervensystem nach, und welche Ressourcen und Talente stecken in ihnen?
• Seminar 2, transgenerational: Welche unbewussten Loyalitäten und familiären Aufträge wirken bis heute in dir fort?
• Seminar 3, kollektiv: Wie wirken historische Wunden in Gruppen, Organisationen und der Gesellschaft weiter?
Die Seminare sind Weiterbildung und Selbsterfahrung und ersetzen keine Psychotherapie. Sie verlangen eigene psychische Stabilität. Wenn dein Verlust frisch ist oder du gerade in einer Krise steckst, kläre vorher mit deinem Therapeuten oder im kostenfreien Beratungsgespräch, ob das jetzt passt.
Alle Termine und Infos:
➤ Zu den TraumaDialog® Seminaren: l.healversity.com/podcast-22-traumadialog
Möchtest du von zu Hause aus in deinem Tempo einsteigen?
Was passiert in deinem Körper, wenn dich ein Verlust oder Abschied stark belastet? In der Trauma Masterclass erfährst du in 10 Modulen, wie dein Stress- und Nervensystem auf Belastung reagiert und wie Selbstregulation und Co-Regulation dir helfen können. Einmalig 69 €, mit dauerhaftem Zugang.
➤ Zur Trauma Masterclass: l.healversity.com/podcast-22-masterclass
Mehr von Timo & Axel
➤ Instagram: instagram.com/schonungslosehrlich.podcast
➤ Podcast Infos: healversity.com/podcast-schonungslos-und-ehrlich
Wenn dich diese Folge belastet oder dein Verlust frisch ist, sprich heute mit jemandem darüber. Ab Minute geht es auch um Menschen, die in der Corona-Zeit ohne ihre Angehörigen gestorben sind. Die TelefonSeelsorge erreichst du rund um die Uhr, kostenfrei und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Den Chat buchst du …
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Schau gespannt auf unser Gespräch. Wir haben ja heute das Thema Endlichkeit, Umgang mit dem Tod in unserer modernen westlichen Welt und es gibt nur eine Gewissheit im Leben. Das ist die Gewisszeit, dass wir irgendwann sterben werden sofern Elon Musk nicht die nächsten Jahre noch dafür sorgt, dass für immer leben können, wovon ich nicht ausgehe und was auch nicht hoffe.
Gleichzeitig leben wir aber so als gäbe es keinen Tod Und darüber würde ich mich heute gerne mit dir unterhalten. Anspruchsvolles Thema! Ja, anspruchsfolles Thema und vielleicht starten wir einfach mal damit dass ich dich frage was glaubst du? womit hat es zu tun das wir gerade hier in unserer modernen westlichen welt so leben als gäbe ist keinen tot Um möglicherweise gleichzeitig aber auch so leben, um den Tod sozusagen mehr und mehr entkommen zu wollen?
Spannende Frage. Muss ich mal kurz zur Sacken lassen... Ich beobachte sowas wie eine gegenläufige Entwicklung. also ich glaube wir wissen so viel über die Biologie des Todes wie noch nie und gleichzeitig hat zumindest in unseren modernen Gesellschaften der Tod immer weniger Platz im Alltagsleben. Und ich finde das so ein spannender Widerspruch, dieses auf der einen Seite sozusagen Tod kannst du medial überall mitverfolgen also in Inkrimis, in Fernsehsähe und in Computerspielen... Tod hoch und runter, da werden Leute erschossen umgebracht und eliminiert.
Und was auch immer oder Bilder von realen kriegen die wir frei Haus geliefert bekommen. Das ist so. das eine also diese ständige Konfrontation mit tot und gleichzeitig sind wir dabei aber immer außen vor sowie der betrachter a das ist etwas was anderen passiert und ich finde dass die Die eigene Beziehung zum Tod schwindet.
Wann habe ich zum letzten Mal einen Sterbenden berührt? Also, wann habe ich wirklich so einen physischen Kontakt gehabt? Wann hab' ich wirklich eine emotionale Beziehungen dazu gehabt? und es begegnet mir sozusagen ständig. aber eigentlich bin nicht Mitziehung damit Und das ist für mich so ein offensichtlicher Widerspruch in unserer Gesellschaft.
Ja, ich glaube was du beschreibst und es beobachte hier auch ist einmal die Attraktion des Todes sozusagen, die mich selbst aber nicht betrifft, die irgendwo im Außen auf Spielfilmen oder auf Leinwänden stattfindet... ...und auch in den Medien! Das heißt wenn irgendwo ein großer Unfall passiert dann geht das hoch- und runter durch die Medien Es wird immer wieder ausgespielt Die Leute klicken es hat hohe Abrufraten, es funktioniert Sobald sie sagen Totem Tod in den Medien präsent ist.
Und gleichzeitig haben wir ja auch was, wo der Tod mehr und mehr aber aus dem Alltagsleben, aus dem realen Leben die Verbindung mit dem Tod mehr um mehr verbannt wird. Das heißt als Beispiel auch früher sind Menschen mehr daheim auch gestorben. das heißt Der Sterbeprozess hat daheims zum Beispiel im Schlafzimmer Das Opa ist der Oma stattgefunden.
Wir haben angefangen das Auszulagern in Krankenhäuser, in Altersheim und nehmen es so mehr und mehr sozusagen aus dem alltäglichen Leben. wir haben kaum noch Berührungspunkte. Das ist glaube ich schon mal ein Phänomen was wir erleben Und ich glaube auch diese mangelnde Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit oder die fehlende Berührungen möglich auch mit dem Tod.
Wir können auch mal dann noch da reingehen, wie ist der Tod eigentlich belegt? Auch hier sage ich mal in unserer christlichen Welt finde ich auch immer spannend. Da bist du ja sehr tief drin. Also das sozusagen dieser gesunde Prozess des Sterbens, der ja eigentlich zum leben dazu gehört nicht mehr wirklich Erlebbar ist für Menschen.
und ich glaube daraus entsteht natürlich je mehr wir etwas verdrängen, je weniger wir etwas sozusagen erleben in unserem Alltag. Umso mehr das ausgelagert wird irgendwo anders hin irgendwelche Systeme, irgendwelchen Strukturen um so größer wird wahrscheinlich auch unsere Angst zu sagen vor diesem Tod oder der Umgang damit.
Wir verlieren die Fähigkeit mit Tod überhaupt noch umzugehen. Ja also es stimmt nicht mehr Teil unseres Alltags. Sterbeprozesse finden im Wesentlichen in Krankenhäusern statt, in Hospizen. Also der Tod bei uns wird sehr stark organisiert und institutionalisiert. Und dieses Sterben daheim ist eher die Ausnahme geworden als die Regel, die es früher war.
Ich weiß auch noch aus meiner Familie als die Großmutter starb, so zu Hause. Und das war ein längerer Prozess und die kleinen Kinder spielten aber auch in diesem Sterbezimmer. Das war berührend zu sehen ... Die haben zwischendurch die Oma angefasst oder du schläfst oder du antwortest gar nicht mehr und die haben dann einfach weiter gespielt.
Und das war so ein gutes Beispiel dafür, wie die Kinder ... Wo es einfach normal war? Ja. Jetzt war die Oma jetzt am Sterben. Die ging so aus dem Leben und die haben das auf eine spielerische Art und Weise miterlebt. So die eine Geschichte. und die andere Geschichte, die ich auch von mir selber kenne ist, dass als meine Urgroßmutter und meine Großmutter sterben, habe mich meiner Eltern nicht zur Beerdigung gelassen.
Wahrscheinlich dachten die, das Kind darf nicht überfordert werden oder sie wollten mich beschützen vor irgendetwas. Und ich war richtig sauer, ich war wirklich wütend und traurig, dass Sie mir die Möglichkeit verwehrt haben Abschied zu nehmen weil ich hatte eine tiefe emotionale Beziehung mit meiner Urgroßmutter und meiner Großmutter.
Nicht dabei sein zu dürfen hat für mich was ... verhindert. Es hat wirklich verhindern, dass ich in Verbundenheit Abschied nehmen konnte und das hat mich jahrelang verfolgt als Kind also... Ich war sehr sauer auf meiner Eltern. Ja? Also ich habe auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Also tatsächlich hatte ich noch nicht so viel Berührung mit dem Tod.
Also ich hab's immer bei meinem Familiensystem natürlich gehabt. Also einmal natürlich war bei uns immer das Thema Tod auch eine Zeit präsent durch die Krankheit meiner Mutter, aber wirklich so Sterbeprozesse zu begleiten habe ich auch schon erlebt. Ich weiß aber dass es sehr unterschiedliche Erfahrungen gab.
Ich weiss noch zum Beispiel als meine Großtante, die eigentlich meine Oma war sozusagen. Das war immer mein Omaersatz für meine Schwester, der wir eine sehr starke Bindung hatten und Da bin ich meiner Mutter sehr dankbar, weil die hat wirklich dadurch glaube ich dass sie selber so nah am Tod war. Hat sie schon auch einen sehr offenen Umgang mit dem Tod entwickelt.
das ist was was sich noch zu schätzen weiß und es sehr offen damit umgegangen auch als Die dann unsere Großtante gestorben ist. Was ich erlebt habe ist aber das sozusagen der Prozess des Abschiedes wurde dann teilweise eben organisiert. Ich weiß nicht mehr wie genau es waren im Friedhof Ich glaube es war Fahrer wahrscheinlich dabei.
Und da habe ich zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. bei meiner Großtante, war's wirklich so das ist sehr, sehr kalt und ich durfte mir die ganzen Vorträge über sozusagen kirchlichen Vorträge über Himmel- und Hölle usw. anhören. So ist zumindest wie ich mich erinnern kann, wie meine Mutter mir das auch so erzählt hat nicht wirklich schön gestaltet war.
Und dann hat sie eben, als ihr Vater gestorben ist also mein Opa, hat sie da sehr gut drauf geachtet. welches Institut sozusagen wer ist die Person, die uns in diesem Abschiedsprozess auch begleitet am Friedhof und so weiter? Das war was ganz anderes. durften wir dann Wünsche mitgeben haben Bilder gemalt für den Opa das weiß ich kann mich noch sehr gut erinnern.
die dürfen wir dann sozusagen mit in seinen Grab legen oder zu ihm legen Und er hat das so auf eine ganz menschliche Art und Weise, hat er das gestaltet und dadurch geleitet. Auch dort wie du gesagt hast auch im institutionellen Bereich oder den familiären Bereich wir gehen in der Familie mit Leben tot um oder dem Sterbeprozess... ...und dann auch wie gehen Institutionen damit um?
Und auch da gibt es Riesenunterschiede über wie bewusst bin ich sozusagen und was bedeutet es einen Menschen sozusagen darin zu begleiten, ein anderer Menschen gehen zu lassen oder in diesem Abschiedsprozess? Und habe auch sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Naja das was du so beschreibst ist ja diese... Diese Endlichkeit unseres Lebens Bevor wir uns hier von dieser Erde verabschieden und gleichzeitig gibt's ja auch innerhalb unseres Lebens unserer Lebensspanne gibt es ja auch viele Endlichkeiten also beispielsweise ... zweieindliche Ehen erlebt.
Und das ist ja auch eine Form, dass ... ... das Abschied nehmens, des Loslassens... Das war nicht für immer! Also es waren nicht meine ursprünglichen Intentionen. Ich weiß noch, ich bin eigentlich angetreten immer so für... Für immer also für sozusagen diese Lebensspanne. und dann hat sich aber rausgestellt, dass... ...für immer, für dieses Leben, dass das nicht ging sondern, Es war endlich.
Wir hatten eine endliche Zeit, in der wir beide zusammen in dieser Paarbeziehung eigentlich immer alles gelebt haben was wir leben konnten und dann ging etwas zu Ende. Dann ging die Liebe zu Ende, dann gingen Gemeinsamkeiten zu Ende... Dann haben sich Interessen und Wege verlagert und ich kann mich noch gut erinnern so dieses ... zu akzeptieren, dass es auch zu Ende gehen darf.
Das hat auf der einen Seite sowas Schmerzhaftes... aber auf der anderen Seite heißt das auch was Befreienes und etwas Eröffnendes,... weil damit auch was Neues ins Leben treten kann. Und ich glaube diesen Umgang mit Endlichkeit... Ich glaube, dass Endlichkeit ermöglicht auch das, was Neu beginnt. Also wenn ich mir umgekehrt vorstelle, so sagen wir, es wäre unendlich.
Da krieg' ich schon leichte Beklemmung! Ich kann mich da erinnern, ich war so Teenager und bin ja aufgewachsen in so einem Kirchensystem. Und ich hatte dann teilweise Nacht zur Vorstellung von unendlich. also es ist jetzt... ...ich bin jetzt irgendwie im Himmel und lebt da und es ist so unendliche schön und das waren dann so Vorstellungen.
Ah! Dann geht's immer noch weiter. und dieses Unendlich, das war dieser Begriff Ewigkeit Und das hatte irgendwann so was Beklemmendes für mich bekommen, dass ich nachts das Licht anmachen musste und mal kurz gucken wo ich wirklich war. Also für mich hat diese Ugenendlichkeit, das hat für mich eher etwas Bedrohliches gehabt.
Da gab es zwei Seiten A in dieser Vorstellung. irgendwie war ich da alleine also da tauchten jetzt keine anderen auf... ...und es war gleichförmig! Das war halt immer so schön Und da war kein Wandel, es ging nicht mehr besser. Da gab's keine Entwicklung mehr und das fand ich furchtbar. Ja was du beschreibst ist im Prinzip der Tod gibt dem Leben erst den Sinn.
Das heißt also wenn ich darüber nachdenke Ich könnte mich jetzt entscheiden unsterblich zu sein weil wir vielleicht technologisch schon so weit sind und ich kann für immer leben und ich bleibe immer am gleichen Körper Würde ich auch eine Beklemmung bekommen und vor allem würde die Lebenszeit hier auf der Erde, wirklich dieses zu verstehen welchen Wert meine Zeit hat.
Die Lebendigkeit! Ich glaube all das wird flöten gehen und v.a. auch der Sinn des Lebens wenn es den Tod nicht gibt. und deshalb glaube ich ist auch eben der Tod ein Teil des Lebens Und der Tod machtes Leben auch erst so lebenswert. und wenn wir versuchen den Tod mehr um mehr auszugrenzen glaub ich verlieren wir tatsächlich ganz ganz stark an Lebendigkeit an intensiven Momenten.
Warum soll ich die denn überhaupt noch erleben, wenn ich für immer Zeit habe? Das heißt der Tod gibt unserem Leben eine unglaubliche Priorität und auch eine Intensität, wenn wir uns dann mit dem Tod auseinandersetzen und uns bewusst machen er ist ein Teil unseres Lebens. Wir haben ja das Problem hier in der westlichen Welt dass wir ihn mehr und mehr rausträngen aus unserem Leben, dass wir davon nichts wissen wollen.
Wir fangen dann an uns selbst zu optimieren Biohacking, Chips einsetzen, Chipps testen an Menschen um das Leben mehr und eher sozusagen zu verlängern und dem Tod der eigentlich ein Teil des Lebens ist, mehr und meer zu entrinnen. Und was ich mal spannend finde diese große Angst vor dem Tod – und ich kenne sie ja auch – ist es wirklich nur die Angst vor den Tod?
Also ich glaube es gibt einmal die Komponente wie kulturell und vielleicht auch religionstechnisch und kirchlich geprägt. Das heißt, wir haben ja hier über Jahrhunderte erzählt bekommen es gibt Hölle und Himmel. Und ich würde mal sagen wenn wir überlegen an was wir uns hätte halten müssen damit wir in den Himmel kommen dann kann jeder für sich selbst die Frage beantworten das war alle in der Hölle landen.
aber wenn wir ehrlich zu uns sind Das heißt, wir haben ja schon über Jahrhunderte so ein Bild eingeimpft bekommen dieses Fegefeuer wo wir dann Leiden verbrennen am laufenden Wand. Das heißt natürlich könnte ich jetzt ganz bewusst lustig darüber sagen er ist eine Geschichte aber es wirkt ja in uns Menschen.
das ist glaube ich eine Seite und dann glaube ich noch die andere Seite. möglicherweise ist die Angst vor dem Tod deshalb zu groß weil wir vielleicht nicht beginnen lebendig zu leben weil wir uns zu sagen von unseren gefühlen abkapseln, weil wir in einem system hängen wo wir am hamsterrad funktionieren.
Weil wir unsere träume nicht leben weil wenn ich genug lieben weil wir die entscheidungen treffen die das leben möglicherweise für uns im positiven bereithält sondern uns an erwartung und an systemen andere menschen anpassen. Und je mehr wir dass tun das ist ja ein fenomen das sind wir schon viel gesprochen haben auch diese anpassung die wir machen in unserem systemen um zu bestehen die uns eigentlich teilweise nicht lebendigt sein lassen.
Ich glaube all das erhöht die Möglichkeit, dass wir den Tod wegdrängen. Weil wir noch mehr Angst davor bekommen, weil wir haben ja nicht gelebt und selbst noch nicht wirklich in der Tiefe erfahren.". Das ist eine spannende These! Also wenn ich dich so interpretiere... Wir haben deswegen so viel Angst vor dem Tod, weil weh nicht richtig leben.
Spannend? Ja, ich lass das mal so sacken. Und da war es dran ... Und diese Angst vor dem Tod, ich glaube dass wir das... Wir haben immer so bestimmte Wege der Auslagerung. Also auf der einen Seite, wir haben es schon irgendwie wieder so gesprochen, sondern das ist die Institutionalisierung. also wir haben im Krankenhäuser, Hospice, Pflegeeinrichtungen und so weiter Fachkräfte übernehmen, Pflegeversorgung und Begleitung in den Tod aber in den seltensten Fällen wie hier.
Wir haben einmal diesen Glaubenssatz in der Medizin, dass wenn der Patient stirbt hat die Medizin versagt. Und in der medizin sozusagen wird er... Der Tod wird ja bekämpft. also dieses Kredo der lebenserhaltenden Maßnahmen, wenn du es nicht anders bestimmst bestimmt ihr das ärztliche Handeln versuchen sozusagen dem Tod so lange wie möglich rauszuschieben.
Also diese zweite Ebene. Die dritte Ebene ist natürlich, dass dieses Kontrollversprechen also so diese Planung, diese Verfügbarkeit unsere Gesundheit, Karrierebeziehungen und Zukunft das soll alles aktiv gestaltet werden und es soll möglich so gestaltet sein, dass wir's unter Kontrolle haben. eine vierte Ebene is aus meiner Sicht so dieser der Jugendkult ... interessanterweise in unseren westlichen Gesellschaften haben.
Und gleichzeitig, jedenfalls in Europa sind unsere westlichen ... ... Gesellschaften sozusagen im Durchschnittsalter die ältesten der Welt und bei uns ist dieser Jugendkult glaube ich mit so am lebendigsten. also ich beobachte das nicht so in Afrika... ...und die unter fünfter Ebene ist so dieses wir haben eine gemeinsame Sprache oder Vorstellung über Tod verloren, die was du ja schon angeschnitten hast.
Was das über Jahrhunderte, um siebzehn Hundert Jahre, achtzehn hundert Jahre von Religion, von Kirche geprägt war und sozusagen diese Deutungshoheit der Kirche hat ja in weiten Teilen ihre Bedeutung auch verloren. Das heißt wir müssen jetzt brauchen so sagen individuelle Narrative über das Ende und den Tod.
Vielleicht als letzte Ebene ist dieses, wir haben nicht mehr wirklich genug Zeit zum Trauern. Sondern wir müssen so sagen ja da geht jemand, da stirbt jemand und dann wird dir eine gewisse Zeit zugestanden. Wir kennen das berühmte Trauerjahr aber wo würden das eingehalten? Also wo findet man es in der Realität statt?
Dieses Trauerja, du bist sehr schnell wieder funktionieren in deinen Rollen Ja, und das ist so sechs Ebenen wie wir eigentlich uns auf eine gewisse Weise vom Tod dissoziieren. Ich meine dieses Paradoxon, wie wir mit tot umgehen hat er die Corona-Krise ganz gut gezeigt. Das heißt da haben ja nicht nur die Kinder und jungen Menschen sehr gelitten sondern vor allem die Menschen in Krankenhäusern lagen, die Menschen die in Altenheim waren, die möglicherweise schon im Sterbeprozess waren und durften nicht mehr besucht werden von sozusagen ihren Angehörigen.
Das ist ja die Perversion selbst, das heißt wir versuchen den Tod auf der einen Seite so auszukrenzen weil wenn dann jemand da reinkommt dann könnte er noch mal diese Person die da im Sterbeprozess liegt noch anstecken und dann geht es eine Minute schneller. also wie krank isst denn das bitte? Und stattdessen muss dann die Personen ein einsamen... und damit auch einen grausamen Tod sterben, weil sie nicht mehr ihre Kinder sehen kann.
Was wir da uns geliefert haben zeigt ja so wie diskonektet und amtgetrennt wir mit einem gesunden Umgang des Sterbeprozesses und dem Tod sind. Und ich meine das ist... was du beschreibst dann diese Gegenbewegung dieses dass die Jugend zu hoch priorisiert wird sozusagen? Was den Altersprozess angeht also Riesenthemen das Menschen ja ein riesen Problem damit haben wenn sie altern.
Und ich hab da, ich weiß noch damals wo wir den Modern Cheens Film gedreht haben. Ich war ja nicht dabei aber das Filmteam ist zu einer Gesundheits- und Biohacking Messe nach USA gereist und dachte, schauen wir doch mal was es da schon für Erkenntnisse gibt zum Thema Gesundheit? Wir haben das Ganze aus dem Film rausgenommen weil gesagt ist ne Perversion die wollen wir nicht in diesem Film zum Thema Selbstheilung drinhaben.
Die Menschen sind darum gerannt alle mit Protoks aufgespritzt Teilweise vierzig-fünfzig Jahre komplett bearbeitet das ganze Gesicht in einer Bubble, die sich angeblich bewusst gesund sozusagen betitelt mit Geräten, die bis zu vierzig fünfzigtausend Euro gekostet haben. Die dann irgendwie die Biologie des Menschen hecken also die Perversion in Sicht der größte Angst vom Tod überhaupt sozusagen, die dann als eine bewusste Bewegung verkauft wurde.
und wir haben es rausgestrichen weil wir gesagt haben ne dass ist nicht das was wir vermitteln wollen Und das hat so gut gezeigt, wie krank wir da unterwegs sind auch mit unserer Beziehung zum Tod. Naja und wenn du das so sagst und ich höre dem so zu dann denke ich, so eine Endlichkeit ist ja nicht einfach so ein Schlusspunkt wo es zu Ende ist sondern Endlichkeit is ja ein Prozess und der Prozess den alle älteren Leute kennen.
Und wenn, also was passiert denn? Wenn ich sozusagen mein Alterungsprozess... ...wenn ich den ablehne. Was passiert denn, wenn ich so tue als würde ich nicht altern sondern mich künstlich jung und am Leben halten, wo ich mich so frage, wessen Baraube ich mich da eigentlich? Also ich bin ja jetzt siebenundsechzig Jahre und von daher sozusagen rein biologisch hat es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die längste Zeit meines Lebens schon hinter mir habe.
Und einen kürzeren Teil noch vor mir habe. zum Glück sonst würde ich hier nicht sitzen. Die... und mich beschäftigt der Gedanke so dieses näherkommenden Endes meines Alterns, sondern so zunehmend, da ich mich frage wie erlebe ich denn meinen Alterungsprozess? Ja klar. Ich bin nicht mehr so fit, so kräftig der Erhaltungsaufwand steigt.
also ich muss das sagen mehr tun um mein Körper fit zu halten damit die Muskulatur nicht verschwindet und so weiter usw. Also dieser Dererhaltungsauffand sozusagen steig. aber wenn ich das akzeptiere Und ich habe das Glück weitgehend gesund zu sein. Dann ermöglicht mir das Alter eine innere Gelassenheit und Ruhe, die ich als junger nicht hatte.
Als junger musste einfach was erreichen. Ich wollte Karriere machen, ich wollte dies , ich wollte jenes. Ich hatte drei Arbeitsorte in Stuttgart Frankfurt und Berlin ... und bin da immer so hin-und hergependelt. Also das war ein Leben auf der Überholzspur... ... und tatsächlich wie so einem Hochgeschwindigkeitszug, denn fahre ich heute nicht mehr.
Ich fahr keine Hochgeschindigkeit Züge mehr also außer ICEs und so. Und diese Verlangsung meines Lebens bedeutet für mich gleichzeitig die Intensivierung meiner Erfahrung. Ich nehme heute das Leben viel, viel bewusster und intensiver war. Und erlebts auch so als früher – ich glaube, ich hab früher mehr gemacht!
Das war irgendwie geil da was auf die Beine zu stellen. Ich habe heute nicht mehr das Gefühl, ich muss etwas erreichen. also ich fühl mich nicht mehr so getrieben sondern für mich stellt sich diese Frage bei verbleibender Restlaufzeit Was will ich jetzt eigentlich noch leben? Also was ist mir wirklich, wirklich wichtig?
und das hat sicherlich etwas mit meiner Altersphase zu tun. Bei mir geht es glaube ich nicht mehr darum, was will ich erreichen sondern bei mir geht's darum was will noch gelebt werden und was möchte ich hinterlassen so was andere dann fortsetzen können und weiterbauen können? Das finde ich jetzt mal spannend weil du sagst es kommt jetzt so mit dem Alter ist ja eigentlich auch was, was schade in dem Sinne ist wenn wir in einer gesellschaften gesünderen umgang mit unserem tot hätten und mit unserer endlichkeit und dieses bewusstsein darüber dass wir sterben werden müssen.
Und dort schon viel früher eine berührung die gesunde verbindung zu aufbauen auch gesellschaftlich. das wird von der familie gelehrt bekommen dass wir es gesellschaftlichen gesunden umgang haben dass wir sind bildungssysteme im umgang damit lernen und vielleicht auch so ne akzeptanz. ich werde irgendwann auch aus dieser vorm Austreten, wie ich hier im Leben stehe.
Dann würde das ja schon viel früher dazu führen dass wir möglicherweise viel authentischer leben miteinander. Dass wir nicht Kriege vom Zaun brechen müssen oder dass wir nicht irgendwie noch die fünfte Karriere Stufe einer Leiter, die an der falschen Wand lehnt, möglicherweise erreichen wollen sondern... Möglicherweise werden wir schon viel tiefer damit verbunden was wirklich zählt im Leben und das ist beispielsweise die liebe intensive Momente dieses geben Beitrag, also alles was du jetzt auch so genannt hast.
Was jetzt wichtig für dich wird wäre doch total schön wenn wir das schon viel früher in unserer Gesellschaft aber auch individuell leben können? Also ich hätte super gefunden, wenn ich mir schon mit dreißig die Gedanken gemacht hätte, die ich mir heute mache weil ich glaube dass ich als ich jung war... Ich habe noch sehr reagiert auf diese männlichen Karrieremuster von damals so wo Was muss man erreichen?
Wie muss man vorankommen?". Und ich war halt auch ehrgeizig damals. Aber ich glaube, ich war ehr geizig in dem Sinne dass ich es eher anderen beweisen wollte was ich hinkriege als das sich wirklich so meinem inneren Impuls und meiner Berufung gefolgt bin. Ich glaub' da ist sehr viel mehr sozusagen von äußeren Erwartungshaltungen gesteuert ... als von meinem eigenen Impuls.
Das war so gar nicht das Thema, was willst du eigentlich wirklich? Sondern es war so ja... Was machen die anderen und was sind so die Erwartungen der Familie? und von daher gibt's eine Seite wo ich bedauere dass sich Da ich nicht schon mit dreißig auf diese Stand war von heute, das wäre schön gewesen.
Ich finde es gerade so gut dass wir darüber sprechen weil ich bin ja im Prinzip jetzt in dem Alter oder vielleicht ich bin mehr als Mitte Dreißig und ich erlebe ist sehr ähnlich. Ich erlebe da sich immer noch sehr an Erwartungen ausrichte, gewisse Entscheidungen darauf treffe, dass sie sagen ne das kann ich nicht machen damit spreng' ich alles?
Dass ich immer einen guten Satz und eine gute Ausrede dafür finde, warum ich radikale Entscheidungen für mich möglicherweise nicht in voller Gänze treffen kann. Und ich glaube das hat viel auch damit zu tun dass sich eben... Dass ich den Tod als noch als sehr abstraktes sehr weit weg von mir erlebe und vielleicht da eben auch gerade gar nicht schlecht wäre noch mehr mit dem Thema Endlichkeit und Tod vielleicht auseinanderzusetzen Wie würdest du dein Leben gestalten, wenn du morgen tot wärst?
Der ist ja nicht absurd. Weil wie viele Menschen bauen Unfälle und sind sterben. Wenn wir uns diese Frage ab- und zu mal stellen ... Wenn ich noch ein paar Tage oder Wochen oder Jahr zum Leben hätte, wie würde ich mein Leben eigentlich gestalten? Und warum kriege ich es nicht hin auch, wenn ich nicht in einem Jahr sterben muss!
Also der Tod ist ja eigentlich unglaublich... Weiser Ratgeber dafür, was unsere eigene Lebensgestaltung und das, was wir leben wollen angeht. Das heißt auch dort wenn wir den Tod sozusagen präsenter auch sage ich mal als Lehrer nutzen kann der uns wahrscheinlich mehr beibringen über unser Leben wie das Leben selbst?
Ich war ja ... Ich war eine Zeit lang auch so als Trauerredner tätig für ein alternatives Beerdigungsinstitut was wirklich dem Tod seine Würde gegeben hat, was so sehr eingegangen ist auf die Bedürfnisse der Angehörigen und nicht das, was die gesellschaftlichen Normen und Formen sind. Da stand ich an den unterschiedlichsten Beerdigungen.
Das waren junge Leute, die Unfälle gehabt haben, Bergabstürzer – es waren alte Menschen, die ihr Leben gelebt hatten! Und da habe ich genauso das erfahren. Der Tod, statistisch gesehen haben wir ... Ich glaube Männer haben eine Lebenserwartung von so rund neun und siebzig Jahren. Frauen nochmal so vier Jahre älter.
Statistisch gesehen dritt der Tod später ein. aber Statistiker geben sich ja dadurch dass manche später sterben auch manche früher. Und dieses Bewusstsein Ja, es könnte auch heute zu Ende sein. Und für mich stellt sich denn immer so die Frage und hat es sich dann gelohnt zu leben? Interessanterweise habe ich das in letzter Zeit öfters, da ich mich frage wenn ich heute sterben würde, könnte ich im Frieden gehen.
Da gibt's diese eine Seite in mir, die sagt ja also wenn ich so sehe diese Vielfalt, die ich leben durfte Und was ich alles erlebt habe, da gibt es so eine Seite wo's auch jetzt zu Ende sein dürfte und wo ich gehen könnte. Das ist so das eine. und da gibts die andere Seite in mir, die sagt aber ich hab noch nicht fertig!
Da gibts noch was, was wir auf mich wartet und was gelebt werden möchte. Ich finde das so ein gelassener Zustand. Also so einerseits zu wissen, ja es wäre auch okay wenn's zur Ende wäre. Ich würde die sozialen Beziehung, ich würde die Menschen vermissen, die ich liebe sehr... aber ich würde dem zustimmen sozusagen dieser Endlichkeit und gleichzeitig macht das tatsächlich mit mir, da ich merke naja aber ist es hier noch nicht vorbei.
also wir sitzen hier, wir unterhalten uns Und ich fühle wirklich so diese Lebensenergie in mir. Obwohl, wo ich so merke ja dieses also ich lebe noch und ich habe keine Ahnung wie lange... ...und was will jetzt noch gelebt werden? Also nicht mehr so sagen die anderen was weil ich denn erreichen muss. darüber bin ich hinaus sondern was ist für mich wichtig zu leben damit wenn es dann so zu Ende geht und ich interviewt werden würde um Warum hat es sich für Sie gelohnt zu leben, dass ich darauf eine gute Antwort habe?
Ich hab dazu mal ein Seminar besucht was mich explizit mit dem Thema Tod auseinander gesetzt haben. Das war ein unglaublich tiefgehender Prozess den ich da erlebt habe aber unglaublich wichtiger Prozess, den habe ich dann nochmal wiederholt. Ich habe das Seminar noch einmal einige Jahre später, das war vor zwei drei Jahren nochmal besucht und Was da so stattgefunden hat war, es hieß okay ich bin jetzt tot und dann musste ich auf mein Zimmer gehen in Schweigen und hatte drei bis vier Stunden Zeit meine eigene Grabrede zu schreiben.
Und diese Grabreden waren ja ich vormund sollte alles enthalten. wenn ich jetzt noch mal ein letztes Mal von meinem eigenen Grab stehe und ich nochmal alles aussprechen könnte was ich gelebt habe was sich nicht gelebt haben was ich meinen Eltern noch sagen möchte den geliebten Menschen von den schmerzhaften bis schönen Dingen wofür ich dankbar bin usw.
Und ich weiß noch, wie ich da saß und geschrieben hab. Das Floss raus, was alles kam war erstaunlich. Da habe ich ja überhaupt nicht drüber nachgedacht oder geschweige dann mal überlegt das mal so auszusprechen. Und danach diesen vier Stunden kam ich mit meiner Grabrede in den Raum. der war vorbereitet Und dann war halt alles sozusagen wie bei einer Beerdigung aufgebaut.
Es gab tatsächlich sogar einen Sarg, der da lag. Dann gab es wirklich die reinen Teilnehmer, die dort saßen und dann durfte ich eben vor den zwanzig Teilnehmer treten und hatte dann eben wirklich den kompletten Raum für mich mit Musik, mit Anleitung, mit allem um meine eigene Grabrede zu halten. Das hat mich so zurückgeschleudert auf das was wirklich wichtig war dieses Bewusstwerden darüber.
Ich bin jetzt tot. Was möchte ich noch sagen? Was hätte ich noch leben wollen, was habe ich nicht gelebt?". Ey da, ich musste nicht lange nachdenken! Es kam wirklich unglaublich viel. und ich weiß noch wo ich das Ganze gemacht hab, wo ich so acht zum neunzehn Jahre alt war. Da habe ich dieses Seminar zum ersten mal besucht.
Ich weiß noch wie ich damals zu meiner Mutter gegangen bin und ja nochmal einige Dinge gesagt hätte, die ich ihr sonst nie gesagt hätte nachdem ich sozusagen dieses Ritual durchlaufen habe. Und dann gab es sozusagen nach diesem Rituel als wirklich...ich hab gezittert also ich stand da vorne, ich hab am ganzen Körper gezittert wo ich diese Grabrede vorgetragen hab.
das war unglaublich emotional. Ähm..und dann gab's irgendwann als alle dann sagen durch diesen Prozess gegangen sind gabs dann ein Switch und dann wurde das Leben unter neuer Anfang gefeiert. Es war ein Feiern, das hab ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Mit so viel Energie und Freude und Lebendigkeit.
Also es war ein sehr gut aufgebautes Ritual, was wirklich von tot über die Endlichkeit wieder ins feierende Neuanfang geführt hat. Und allein das kann schon mal sowas sein! sich hinzusetzen und da musst du jetzt nicht sofort ein Seminar besuchen, um an die eigene Grabrede zu schreiben und sagen wie sähe denn jetzt meine Grabreden aus?
Und das ist glaube ich eine unglaublich tolle Übung, die dich wieder aufs wesentliche sozusagen zurückwirft. Ja, hört sich richtig gut und intensiv an. tatsächlich und das kann ja jeder mal so machen dieses... Was würde ich denn sagen oder was möchte ich denn das andere über mich sagen wenn mein Leben zu Ende wäre.
Und ich glaube, das schafft – und das ist, glaube ich, das Paradoxon daran – die Beschäftigung mit dem Tod kann die Verbindung zum Leben stärken. Weil es tatsächlich im Angesicht unserer Vergänglichkeit gewinnt ja das Lebenser auch seinen Wert. Wenn's einfach unendlich wäre so wie wir vorhin darüber gesprochen haben ... unendlich, denn ist auch so gleichgültig.
Also das heißt ja... ... geht halt nie zu Ende. Das ist halt immer, also kann man es auch morgen machen. Und im Angesicht von Endlichkeit glaube ich,... ... wenn du dich wirklich damit auseinandersetzt,... ... dann kommst du diese Frage was ist mir denn wirklich wichtig? Also was möchte ich denn wirklich noch...?
Was möchte ich dann leben? und die finde schon bemerkenswert,... ... dass du mit achtzehn... mit achtzehn Jahren auf so ein Seminar gehst und dich mit deinem Tod beschäftigst. Ich glaube, das ist noch nicht die Regel da bist du eher eine Ausnahme oder einen Vorreiter. aber ich glaub dass es auch für junge Menschen total wichtig wäre sich damit auseinanderzusetzen.
Und zwar deswegen weil es ihnen glaube ich auch helfen würde diese Orientierung und diesen seelischen Leitfaden zu finden. wo will ich eigentlich hin? Also wann lohnt sich dann mein Leben für mich? Und genauso, so sagen und bei den Alten glaube ich ist es auch vor dem Hintergrund wichtig dass sie regeln was sie hinterlassen.
Ich kenne das einfach aus meiner Arbeit wenn es sozusagen darum geht was hinterlassen Menschen an materialem Erbe? auch ist das gut geregelt und ich erlebe oft dass es nicht gereglt ist und dass sich die nachkommen Darum streiten, dass es rohe Kosten verursacht und so weiter. Und auch da erlebe ich diese Vermeidung von Endlichkeit das eben nicht zu Lebzeiten wirklich geregelt wird was hinterlassig mein Nachfahren und sich mit denen zusammenzusetzen und das in einem gemeinsamen Prozess machen und nicht nur in einer einsamen Entscheidung die dann beim Notar hinterlegt wird sondern wirklich zu sprechen.
Also was hinterlasse ich euch? Was ist meine Idee, wie ich es verteilen möchte und passt das für euch? oder was habt ihr für Ideen. Weil aus meiner Erfahrung dass es so wichtig ist zu regeln damit auch das Ende in Frieden stattfinden kann und nicht dann wenn der Erblasser oder die Erblasterin gestorben ist, dass dann der Krieg und die Auseinandersetzung in der Familie über über das Erbe beginnen.
Das zeigt ja schon sehr gut unseren Umgang und unsere Art und Weise, wie wir den Tod als Teil des Lebens sehen. Sonst wäre dieser Austausch eine logische Folge vor einem gesunden Umgang mit dem Tod ... mit unseren Kindern möglicherweise darüber sprechen, wie kriegen wir das gut geregelt? Wenn ich mal nicht mehr bin.
Und es zeigt ja schon dass diese Debatte komplett ausgeschlossen wird aus dem Leben. sonst wäre das glaube ich... Das wäre im Prinzip so das Ende der Kette wenn wir einen gesunden Umgang mit dem Tod haben, dass wir nicht ständig irgendwelche Erbstreits und Manipulationen und Gerichts auseinandersetzungen in diesen Bereichen hätten.
Das ist ja eigentlich nur die Folge von unserem Umgang Mit dem Tod. Ich glaub halt auch, das ist es ein kulturelles Thema. Wir sprechen ja gerade von unserer westlichen ... Modernen Welt. Die Frage was ist modern? Westliche Gesellschaft. Ich hab so einen Zitat gelesen vor unserem Podcast von EPIKUR, der hat gesagt wir leiden nicht am Tod sondern wir leiten an unsere Vorstellung vor dem Tod und das finde ich macht Unterschiede klar auch kulturell.
So wie ich Tod in unserer westlich geprägten Gesellschaft, die auch christlich-kirchlich... Also kirchliche Beerdigung, die ich erlebt habe für mich, sage ich ganz ehrlich eine Katastrophe. Weil ich durfte mir nichts über den Menschen da vorne anhören. Es gab nicht Rituale, wie man ihn schön verabschiedet.
Es waren keine Gefühle im Raum groß. Im Sinne von Trauer aber auch Freude und Feier des Lebens, feiertes Todes. Abschiedsprozesse und so weiter, sondern ich durfte mir teilweise minutenlang irgendwelche Reden über Himmel, Fegefeuer und Jesus anhören. Und ich dachte mir wie personalisiert kann man eigentlich einen Menschen gehen lassen und da irgendwelchen Konzepte drüber stülpen anstatt den gesunden Abschiedsprozess zu initiieren?
Das war mein Erlebnis mit kirchlich organisierten Beerdigungen zum Beispiel. Und gleichzeitig habe ich, glaube ich schon mal, wo wir gesprochen haben auch erzählt, wo ich eben in Bali war, durfte ... Ich glaub es waren ne buddhistische Beerdigung, wo wirklich der Tote wurde raus aufs Meer sozusagen so ein Kanu rausgeschoben.
dann wurde der Mensch angezündet und hat das gebrannt da draußen und die Menschen haben... Also es waren alle Gefühle da erlaubt und es waren allen Gefühlen vor allem präsent. Das heißt sie haben nicht nur getrauert, also Trauer war groß. War natürlich groß im Raum und war viel Raum für da aber sie haben auch getanzt.
Sie haben gefeiert es wurden Blumen geworfen Und ich hatte das Gefühl dass war alles erlaubt In diesem Abschiedsprozess und es war nicht so eingeengt zwischen dem wie es sein müsste und sollte und welche Konzepte und so weiter sondern Es waren ganz andere Umgang mit dem Tod. Das war wirklich die haben auch das Leben des Menschen gefeuert ja und Ich glaube diese Vorstellung vom Tod und der wir dann eben leiden, auch stark geprägt ist in unserer westlichen Gesellschaft von der Art und Weise wie wir Beerdigung natürlich auch Sterbeprozesse organisieren.
Also ich kann es bestätigen aus meiner eigenen Erfahrung die meine Schwiegermutter sich ja das Leben genommen hat er wollte eine kirchliche Beerdigung. Und da hat der Pfarrer also der hat mehr über die Kirche erzählt und dass Selbstmord jetzt doch nicht die Kirchlich ... sanktionierte Form der Lebensbeendigung ist.
Und das war einfach schlimm, weil es wurde Ihrem Leben nicht gerecht. Es ging nicht wirklich um Sie sondern ob sie in der Art und Weise wie sie dieses Leben verlassen hat... ... kirchliche Vorschriften und Regeln befolgt oder verletzt hat. Das hat dazu geführt dass bei meinem Schwiegervater habe ich dann die Trauerrede gehalten.
Weil wir wirklich gesagt haben als Familie Das hören wir uns nicht noch mal an. Schau dir das, worum geht's denn? Es geht doch darum... dass wir mit dem Verstorbenen am Leben geteilt haben. Dass da über achtzig Jahre am Leben Lebensleistung und Lebensfreude in allen Seinfassetten da sein durfte. Und es ist eben nicht um die Institution Kirche ging sondern um den Menschen, der einfach Teil der Familie war und im Gedächtnis auch weiter ist.
Und das tatsächlich in anderen Kulturen beispielsweise in der Obuntu-Kultur Afrikas ist es wirklich anders dass der Tod ist sozusagen wie ein Wechsel des Aggregatzustands. Dass du gehst halt aus deiner Körperlichkeit heraus Aber du lebst weiter im Gedächtnis deiner Nachfahren. Und solange wie du in ihrem Gedächnis bist, bleibst du auch Teil der Gemeinschaft und bist darin lebendig.".
So diese Ahnenverbundenheit ist ein ganz wichtiger Bestandteil der afrikanischen Kulturen. Ich habe auf den Eindruck mit der Beerdigung ist dann auch Schluss, also so dass viele verschwinden aus dem Gedächtnis und eigentlich aber sind sie doch immer noch unter uns nur anders. Und ich finde diese Vorstellung ja die Ahnen begleiten uns und ich kenne aus den Einzelgesprächen Einzelbegleitung wo Familien Eltern Kinder früh verloren haben, die dann aufberichten.
Dieser Abschied hinterlässt so in ihnen eine Wunde, die nicht heilt und gleichzeitig lernen sie aber mit dieser Wunde zu leben als Teil ihres Lebens. Und da sind und bleiben die Kinder präsent und lebendig und gehören zur Familie Und die machen nicht Schluss. Ich finde das so ein schöner und würdiger, ich glaube auch ... Das ist so ein integrierender Prozess von Sterblichkeit und von Tod der dir selber hilft innerlich zu wachsen.
Aber es zeigt ja schon schön dass es durchaus Kulturen weltweit gibt in einem deutlich gesünderen Umgang auf emotionaler Ebene, auf zwischenmenschlicher Ebene. Auch für die Betroffene selbst, die im Sterbebrüssel einen deutlich gesünderen Umgang haben. und ich muss sagen, ich persönlich fühl mich hundertmal mehr hingezogen zu beispielsweise den Umgang mit dem Tod im Buddhismus oder generell auch Ansichten in Buddhismus wie ich mich jetzt zum Beispiel diesem Hölden-und Himmelansichten ... Das ist für mich was ganz anderes.
also... Der Buddhismus beispielsweise, das finde ich schön. Die Aussage ist ja im Prinzip ... Also was der Buddhismus sagt, das Leiden entsteht nicht durch den Tod sondern es entsteht durch das Anhaften an Dingen, materiellen Dingen, Dinge die ich angehäuft habe. Das Festhalten am Besitz, an Jugend beispielsweise wie wir auch gesagt haben.
Dieser ständige Festhalte-Prozess und diese Nichtfähigkeit sagen, Dinge loslassen zu können und wer kann schon gut loslassen in unserer Gesellschaft. Ich meine wir sehen schon daran dass wenn ich mal... umziehe und eine Scheiße ausmisten muss und ich dann zwei Häufchen mache und denke so ja dieses T-Shirt was schon fünf Löcher hat lege ich das jetzt wirklich auf den Ausmistestab wieder.
wie krank ist es eigentlich? Wo wir Zeug anhäufen? und ich glaube das ist auch nochmal so. wir haften so intensiv an Dingen an Menschen an Umständen an Lebenssituationen. Dass es doch kein Wunder ist, dass der Tod genau das Gegenteil von dem verkörpert was wir die ganze Zeit nütlich sehr kündlich leben weil der Tod sagt uns Wir müssen Kontrolle abgeben wir müssen uns hingeben wir müssen loslassen.
Das ist alles das was wir nie lernen in unserem Leben zumindest in der westlichen Gesellschaft. und das ist vielleicht kommt mir gerade so beim Sprechen auch nochmal eine Erklärung dafür warum wir so ne Angst vor dem tot haben weil er alles verkörpert was wir nicht ... uns trauen und fähig sind zu leben, solange wir am Leben sind.
Genau! Und... ... ja aber... ... Hartmut Rosa, Deutscher Soziologe hat mal so ein Essay geschrieben über Unverfügbarkeit,... ... um wo er so aufzählt was ist alles verfügbar in unserem Leben? Und worüber haben wir Kontrolle und was is unverfügbar? Wo er dann sagt auch so Leben, Glück,... ... Tod das es unverflügbar.
Das können wir nicht kontrollieren und steuern, das geschieht. Und dieser Umgang mit dem Unverfügbaren... ...und damit auch mit Endlichkeit ist unverfügbar. Also keiner von uns springt im Tod der Schippe. Sondern das Einzige was wirklich gewiss ist. dieses Leben hier geht zu Ende! Ich bin ja auch gerade dabei ... mein Wohnraum drastisch zu verkleinern.
Und ... ... sozusagen beim Umziehen stellt sich mir gerade die Frage so, was nehme ich mit? Was lasse ich zurück und was gebe ich weg? Und die Frage, die mich dabei leitet ist so dieses ... ... was brauche ich? Was ist mir wichtig... ... und was kann ich jetzt gut lassen und gut weggeben? Klar ist aber in diesem Prozess, ich werde sozusagen meine Klamotten... die Dinge, die ich habe, die werden sich wahrscheinlich um zwei Drittel reduzieren.
Und ich werde wahrscheinlich so ein Drittel der Dinge, den ich hier hab, werde ich mitnehmen und das ist auch... Das ist tatsächlich so einen Umgang mit Endlichkeit, mit Abschied, mit Loslassen! Und ich finde es total spannend, was du so gerade mit mir macht. Weil... Es zwingt mich... ...mich damit auseinanderzusetzen, was ist mir etwas wert?
Welche Klamotten mag ich will ich weiter tragen? Welchen Dinge werde ich mitnehmen und was werde ich alles zurücklassen? Das letzte Hemd hat sowieso keine Taschen. also keiner von uns nimmt irgendetwas mit von dieser Erde egal wie viel er oder sie angehäuft hat. Du nimmst doch eh nichts mit warum dich vorher ein bisschen üben?
Ich muss sagen, das letzte mal wo ich umgezogen bin hier an den Hof. Hat alles was ich besessen habe in meinen Nissern. Früher hatte ich noch ein Nissan Micra und eine kleine Simmer. Da hat alles reingepasst. Ich hab einen Freund von mir angerufen aber mir helfen kann und der kam dann an mit zwei Kisten aus dem Keller hochgedrängt und gesagt warum war ich jetzt nochmal da?
Das Auto war wirklich dann zwar voll aber das war alles was sich besessen haben. es war so ein... Gutes Gefühl ist auch das Gefühl, was ich auf Reisen hab. Wenn ich nur einen Rucksack habe und nicht mehr brauche. Das sind diese Momente im Leben die zeigen du brauchst nichts unglücklich zu sein. Nein es ist sogar so wenn du weniger hast wirst du glücklicher und hast weniger Probleme sozusagen.
Und ich hab da eine schöne Geschichte Peter Yossips amerikaner. der ist Gesellschaftskritiker der viele Dokus macht sehr gesellschaftskritische Dokus und er hat so ne Geschichte erzählt dass seine Oma immer mit Immunopoli gespielt hat. Jeden haben wir ein Sommer über regelmäßig gespielt. Er hat gelernt, wie er sie noch mehr ausnimmt und wie ihr dabei zuschaut, wie es den letzten Schein gibt das letzte Haus sozusagen also ein Spiel was so sehr gut erklärt sozusagen Wie eigentlich unsere Gesellschaft unser Wirtschaftssystem tickt und wie wir das schon Kindern beibringen mit einem spiel des Monopoly heißt.
Und er hat das total Spaß gemacht. jetzt seine Oma ausgenommen hat wirklich zugeschaut wie sehr letztes Dollar auf dem Tisch legt Und hat sie irgendwann das Spiel abgebrochen und gesagt, so jetzt kommt alles zurück in die Box. Nichts davon war jemals Deins all die Häuser, all das Geld und hat ihm dann sozusagen so erklärt dass er nichts, dass nichts davon wirklich Bedeutung hat wenn es darum geht, dass alles wieder zurück in box kommt.
Es war irgendwie eine schöne Geschichte die einmal zeigt wie wir schon früh anfangen durch Spiele uns darauf zu programmieren Kinder darauf zu programmieren anderen Geld wegzunehmen, um selbst einen Vorteil zu erhaschen und selbst anzuhäufen. Und ja einfach was du gerade, das berühmte ich noch, was du grad so beschrieben hast, dieses dieser Prozess sich klarzumachen... Was lasse ich sozusagen wieder los?
Ich meine wir für uns in der westlichen Welt ist es schon ein großer Prozess wenn wir materielles Loslassen müssen, was andere auf dieser Welt niemals hatten wo es dann wirklich heftig wird, wenn wir unser Ego loslassen dürfen. Wenn's um den Sterbeprozess geht und so weiter. Deshalb gibt's ja das finde ich auch spannend in einem Bereich der Spiritualität.
Ich glaube auch schon hat er gesagt im Prinzip, der Egotod ist der Tod. Also wenn ich mal so tief schaff in dieses Gefühl des Egodef heißt es ja auch zu kommen. Gibt's ja wirklich Meister der Meditationen-Buddismus in Glöstern usw.. Die verlieren die Angst vor dem Tod, weil sie schon den Tod erleben.
Dadurch dass sie ihr Ego aufgeben. und das was uns ja die Angst vorm Tod macht ist unser Ego, was nicht sterben möchte sozusagen, was noch was erreichen möchte, darüber nachdenken habe ich schon genug gelebt usw. Das heißt ich glaube wenn man sich da... Da gibt es auch Studien die ganz klar zeigen Menschen die spirituell sind, die einen spirituellen Umgang im Tod haben leben meistens glücklicher und haben auch weniger Angst vor dem Tod.
Und ja, manchmal ist es vielleicht auch das... Auch welche spirituelle auf einer gesunden bodenständigen Ebene, welche spirituelle Ansicht möchte ich eigentlich mit dem Tod verbinden? Wenn man sich dann noch mit dem Thema Nahtoderfahrungen von Menschen beschäftigt die sagen Es war eine Erfahrung, die ist durch die westliche Medizin in keinster Weise erklärbar.
Also dieses Austreten aus dem Körper, sich sozusagen von oben zu sehen und gleichzeitig das ganze Leben in Sekunden noch mal zu erleben und dann so sagen diese tiefe Gefühl der Liebe und Verbundenheit. Das ist durch keine Botenstoffausschüttung weil die Medizin versucht es ja zu erklären dass dann nochmal am Ende nochmal Botenstoffe ausgeschüttet werden.
aber tatsächlich ist die medizin sich auch einig dass das nicht ausreicht um diese Ereignisse und diese Erfahrungen dieser tiefen verbundenheit zu erklären. Und gerade wenn ich so von Menschen die Nahtoderlebnisse hatten, dann höre was das mit ihnen gemacht hat und wie das ihr Leben verändert hat. Das finde ich etwas sehr Positives das zu hören.
Und zu sehen so wow! Die haben häufig weil sie schon Berührung mit dem Tod hatten... gar nicht mehr so Angst vor dem Tod, weil sie ihm schon mal ins Gesicht geschaut haben. Und das ist ja das Abstrakte. Je mehr wir sozusagen auch mal irgendwie mit tot zu tun hatten und es muss ja nicht immer unser eigener gewesen sein umso mehr verlieren wir vielleicht auch die angst davor?
Ja und vielleicht haben wir gar nicht so viel angst vor dem tod sondern von der vor der art und weise wie wir sterben. also dass kann auch noch mal so ein unterschied sein. ich glaube das tatsächlich so dieser eine eigene, innere Spiritualität sehr hilft den Tod nicht als Feind zu sehen sondern als Freund der nicht nur einfach das Leben beendet sondern A. Der Übergang sein kann in einer neuen Form von Wirklichkeit und auf der anderen Seite tatsächlich so in der Auseinandersetzung mich zwingt, was will denn wirklich gelebt werden?
Also dass ich rauskomme aus dieser Beliebigkeit oder aus dieser Gewohnheit. Wir leben ja ganz viel in Gewohnheiten und in Routinen und haben ja schon öfter darüber gesprochen. so dieses Hamsterrat an Aktivitäten das wir uns geschaffen haben bei finde die Auseinsatzung mit dem Ende wenn wir uns dafür Zeit nehmen kann zu einer neuen Erfülltheit und Sinnstiftung führen für die Zeit, die wir noch haben in unserem biologischen Körper.
Also dass der Tod nicht einfach nur oder die Auseinandersetzung mit Endlichkeit nicht nur bedeutet sozusagen die Angst vor Verlusterfahrungen sondern die Möglichkeit uns eröffnet, erfüllter und innerlich reicher zu leben. War das uns damit verbindet, wer wir wirklich sind? Wer wir wirklich wirklich sind und was wir aus dem noch machen wollen in der Zeit die WHO.
Und ich glaube auch so diese Ansicht auf den Tod. Ich kann natürlich das Leben als Sackgasse betrachten und sagen Der Tod ist das Ende. allen zu sagen alles was es gibt beendet der Tod. Oder es gibt eben spirituelle Ansätze oder auch der buddhist muss sie sagen nee das leben verändert die Form. Das heißt, wir sind in dieser Form.
In diesem Körper und dann wird der Körper sozusagen verbindet sich mit der Erde nach dem Tod. Du weißt nicht was mit der Seele passiert? Du weisst nicht so zu sagen, was passiert mit der Energie? Vieles können wir uns ja gar nicht erklären! Wir können uns auch überhaupt nicht wissenschaftlich erklären warum wir Menschen zum Beispiel ein Bewusstsein haben, warum wir gleichzeitig unsere Gedanken beobachten können.
Wir wissen so vieles nicht, was da möglicherweise noch ist. Und ja der Körper stirbt und möglicherweise gibt's da einfach eine höhere Ebene die in einer anderen Formen weiß wie sozusagen in einem Prozess weitergeht? Ja also im Gespräch mit dir habe ich gemerkt... Ich krieg nochmal richtig Lust aufs Leben und auch die Zeit die mir hier bleibt in meiner jetzigen Existenzform und in meinem Körper und darauf freue ich mich so richtig!
Da kann ich mich anschließen. Vielen Dank Tivo! Danke Axel, bis zum nächsten Mal!