Science Busters Podcast· Folge 106

Das Lineal des Universums zur Vermessung der Dunklen Energie - SBP106

Montag, 9. Juni 2025 · 1 h 14

MP3

Shownotes

Über Dunkle Energie, EUCLID, DESI, BAO und gedämpfte Erwartungen
In der 106. Ausgabe des Science Busters Podcast besprechen Kabarettist Martin Puntigam und Astronomin und Planetariumsdirektorin Ruth Grützbauch über die dunklen Kräfte im Universum.

Quellen

Link zum High-Z Supernova Search Team (lweb.cfa.harvard.edu/supernova/home.html)

Hier das Bild der Fräcke bei der Verleihung des Nobelpreises 2011 (en.wikipedia.org/wiki/High-Z_Supernova_Search_…)

Und hier geht es zum Supernova Cosmology Project (supernova.lbl.gov/union)

Die EUCLID Mission (esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Euclid)

Artikel des DESI-Teams zur Vermessung der BAO im DESI DR2 (arxiv.org/abs/2503.14738)

Mehr Infos zu dem Thema gabs auch in dieser Folge des Podcasts “Das Universum” (dasuniversum.podigee.io/128-du128-das-schwarze…), den Ruth gemeinsam mit Florian Freistetter betreibt.

Wo ihr Ruth finden könnt

Ihre Webseite: publicspace.at, wo es auch alle Infos zum Pop-Up-Planetarium gibt.

Auf Instagram: instagram.com/publicspaceplanetarium

Auf Facebook: Public Space Planetarium (facebook.com/publicspaceplanetarium)

Lektüre

Das neue Buch der Science Busters heißt "AUS! - Die Wissenschft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und erscheint am 16.9. im Hanser Verlag.

Unser Jubel-Buch, erschienen vor einem Jahr anlässlich 15 Jahre SB giltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).

Ruths aktuelles Buch “Sternenjahr auf Unsichtbar” (aufbau-verlage.de/aufbau/im-gespraech/ruth-gru…) ist im Herbst 2024 beim Aufbau Verlag erschienen.

Ihr Erstlingswerk “Per Lastenrad durch die Galaxis”, ebenso beim Aufbau Verlag (aufbau-verlage.de/aufbau/lastenrad-durch-die-g…), ist schon seit 11.10.2021 im Buchhandel erhältlich.

Auftritte

Am 12.6. wird der 10. Heinz Oberhummer Award (oberhummeraward.at) vergeben. Diesmal in Graz, in der Aula der Universität Graz, ab 20.00 Uhr. Preisträger 2025 ist Eckart von Hirschhausen (hirschhausen.com) , er kommt persönlich nach Graz, nimmt den Preis entgegen und spielt davor mit uns einen Abend lang eine Show. Im Rahmen der Preisverleihung (sciencebusters.at/buehnenprogramme/heinz-oberh…) an der Alma Mater von Heinz Oberhummer, der in Graz Physik studiert hat.

Am 16.6. gibt es die nächste Ausgabe von „Frag die SB – live – alles rund ums Klima“. Wie immer von 13 – 14 Uhr eine Stunde lang auf Radio FM4. Mit Thomas Brudermann & Reinhard Steurer

Am 18.6. gibt es den nächsten Live Podcast Live-Podcast in Zusammenarbeit mit dem IIASA Laxenburg anlässlich des Klima-Sachstandsberichts, der in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen Österreichs entstanden ist. Martin Puntigam bespricht den Bericht mit Margreth Keiler und Daniel Huppmann.

Am 25.6. gibt es die Universums-Podcast Open-Air Live-Show beim “Space in the City” Festival (lps25.esa.int/space-in-the-city) am Karlsplatz in Wien mit Ruth Grützbauch & Florian Freistetter. Eintritt ist frei!

30.6. Asteroid Day & 5. Geburtstagsfeier des Universums-Podcasts im Cinema Paradiso in Baden bei Wien (cinema-paradiso.at/baden/film/8211225)

Noch einmal am Programm, bevor wir im Oktober mit einer neuen Show Premiere feiern werden, gibt es die aktuelle Live-Show der Science Busters Planet B:

Am 5.7. Dernière von Planet B [Lustspielhaus Lutzmannsburg(oeticket.com/event/science-busters-planet-b-lu…)

Und dann am 16.Oktober gibt es die Premiere der neuen Show “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (oeticket.com/noapp/event/science-busters-weltu…) mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam. Vorpremieren des neuen Programms gibt es auch am 1.10. in Melk und am 3. + 4.10. im Bruno in Brunn am Gebirge.

Nach der Premiere gibt es noch 2 weitere Shows im Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters) am 23.10 & 15.11.

Danach geht es sofort auf Welttournée, beginnend am:

29.10. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-weltuntergang…)

30.10. Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)

6.11. Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)

7.11. im Musikklub Lembach, OÖ

20.11. Bühne im Hof St.Pölten (buehneimhof.at/de/programm-karten/science-bust…)

23.11. + 22.2.26 + 30.4.26 Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)

27.11. ARGEkultur Salzburg (argekultur.at/Event/17111/science-busters)

und am 5.12. im Rahmen des Kabarett & Comedy Festivals in Krems.

Am 21.11. spielen FF & MP einen Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik im Zirkus des Wissens in Linz.

Ende des Jahres gibt es wieder neue Shows des Bauernsilvester mit Ruth Grützbauch, Florian Freistetter und Martin Puntigam in Graz, Linz und Wien & am 31.12. die Silvestershow mit Florian Freistetter, Martin Moder und Martin Puntigam im Schauspielhaus Wien

Im Frühjahr touren wir mit dem Weltuntergang wieder einmal in Deutschland, und zwar
am 23.03.2026 Wühlmäusen Berlin (wuehlmaeuse.de/veranstaltung/science-busters-w…)

26.03.2026 Filmtheater Schauburg Dresden (agentour.org/veranstaltung/science-busters_neu…)

27.03.2026 Kupfersaal Leipzig (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

28.03.2026 Puffbohne Erfurt (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am

15.6. & 7.9. [Theater im Park( theaterimpark.at/programm/sciencebustersforkids)

21.06 Donauinselfest Wien (donauinselfest.at/event/science-busters-kids)

21.9. Bettfedernfabrik Oberwaltersdorf (bettfedernfabrik.at/veranstaltung/science-bust…)

29.10. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-for-kids-1) 14.30 Uhr

30.10. Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr

23.11. Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids)

Glückskatze – das Solo v. & m. Martin Puntigam schnurrt auch 2025 wieder, am

26. & 27.9. im Theatercafé Graz

und am 13. & 14.11. in Wien im Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam)

Und wer schon für Herbst 2026 planen möchte: am 10.11.2026 gibt es im Theatercafé Graz die Premiere des neuen Solos von Martin Puntigammit dem schönen Titel „Der Heilige Puntigam“

Alle Infos zu den Terminen unter sciencebusters.at und puntigam.at

Und seit Oktober 2007 gibt es unsere Kurz-Kolumne jede Woche auf Radio FM4. (sound.orf.at/podcast/fm4/fm4-science-busters)

Das rosa Trikot (postimg.cc/GBcvv35D) des USV Furth mit Science Busters Logo kann man aber schon jetzt kaufen & ein bisschen eintragen.
Bestellungen unter obmann@usvfurth.at oder unter WhatsApp 0043 664 39065562

Fragen zur heutigen Folge und andere Fragen, die wir beantworten sollen, und hoffentlich können, an podcast@sciencebusters.at oder …

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Martin Puntigam Zehn Jahre Heinz-Oberhummer-Award. Und erstmals findet die Verleihung heuer auch einmal in Graz statt. Nämlich kommende Woche Donnerstag, 12. Juni in der Aula der Universität Graz ab 20 Uhr. Preisträger 2025 ist Eckart von Hirschhausen. Er kommt persönlich nach Graz, nimmt den Preis entgegen und spielt davor mit uns Science Busters einen Abend lang eine Show.

Martin Puntigam Freue mich schon auf die Veranstaltung, die Preisverleihungsgala an der Alma Mater von Heinz Oberhumer, der ja in Graz Physik studiert hat. Natürlich nutzen wir auch die Gelegenheit und nehmen davor mit Eckart einen Science-Busters-Podcast auf, der Anfang Juli hier zu hören sein wird. Mehr Tipps, wie gewohnt, am Ende der Ausgabe, aber zuvor tauchen wir ab in die Dunkelheit.

Martin Puntigam Ausgabe 106 des Science Busters Podcasts und heute fragen wir uns, ob die dunkle Energie Menschen bekommen hat.

Ruth Grützbauch Nein, fragen wir uns nicht und nein, hat sie nicht.

Martin Puntigam Herzlich Willkommen zu Ausgabe 106 des ScienceBusters Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt heute wieder einmal Rot-Grützbauch-Astronomin. Hallo.

Ruth Grützbauch Hallihallo.

Martin Puntigam Das letzte Mal in Ausgabe 105 haben Florian Freistädter und ich gesprochen über Zeit, Quantenunschärfen, Entropie, Mikrozustände, warum unsere Zukunft die Vergangenheit anderer sein kann, ob das Universum im Urknall besonders aufgeräumt war oder erst später dann, wann ein Universum klumpig wird, dass wir heute in den Quantenunschärfen des frühen Universums leben, ob wir Teil eines kosmischen Daumenkinos sind, warum wir vielleicht gar nicht alles übers Universum herausbekommen werden, wieso Hunde keine Differentialgleichung lösen können und ob sich Udo Jürgens vor dem Komponieren mit Relativitätstheorie beschäftigt hat.

Ruth Grützbauch Na, bin ich froh, dass ich da nicht dabei war.

Martin Puntigam Das war ein ganz ernsthafter Podcast über Zeit. Allerdings nicht über die Uhrzeit an sich, sondern über das Zeitphänomen aus physikalischer Sicht. Also gadellos. Und haben natürlich begonnen mit 1000 Jahre sind ein Tag.

Ruth Grützbauch Ja, schön.

Martin Puntigam Heute geht es um dunkle Energie. Was man weiß, was man noch immer nicht weiß, aber was es Neues gibt und wie aufregend das tatsächlich ist. Dunkle Energie, dabei geht es aber natürlich nicht um den Raubzug der US-Regierung, sondern ums Universum und seine seltsamen Kräfte und was man da plötzlich gemessen hat, oder?

Ruth Grützbauch Naja, Moment, Moment, machen wir mal vielleicht am Anfang einfach eine kurze Stundenwiederholung, oder? Herr Puntigam, was wissen Sie über die dunkle Energie?

Martin Puntigam Also was ich mal gemerkt habe aus den letzten knapp 20 Jahren Science Busters ist, überall wo dunkel steht, weiß man nicht genau, warum es sich dreht.

Ruth Grützbauch So ist es. In der Astronomie bedeutet dunkel nicht nur kein Licht, sondern auch keine Ahnung.

Martin Puntigam Und je energiereicher, dass dunkel ist, desto weniger Ahnung hat man davon. Also dunkle Materie geht noch einigermaßen, schwarze Löcher, das sind so ein Grenzbereich, da weiß man schon einiges, aber dunkle Energie, also da ist der Interpretationsspielraum relativ groß noch.

Ruth Grützbauch Und das ist korrekt, ja.

Martin Puntigam Und ich kann mich erinnern, es geht darum, dass das Universum sich entgegen anderslautenden Annahmen bis vor ein paar Jahrzehnten schneller ausdehnt als gedacht und nicht langsamer wird.

Ruth Grützbauch Ja, und zwar, dass es sich nicht schneller ausdehnt, sondern dass die Ausdehnung schneller wird.

Martin Puntigam Also es ist nicht nur überhöhte Geschwindigkeit, sondern beschleunigt noch?

Ruth Grützbauch Genau, so ist es. Beschleunigte, überhöhte Geschwindigkeit. Also das Universum expandiert, es wird größer, das ist eigentlich ziemlich zweifelsfrei, man könnte sagen, bewiesen mittlerweile, obwohl es ja in der Wissenschaft immer nur um Wahrscheinlichkeiten geht und nicht um die Wahrheit. Aber das mit der Expansion, das wissen wir seit Jahren.

Ruth Grützbauch Mittlerweile, ja, naja, fast 100 Jahren. Edwin Hubble hat das ja damals herausgefunden, dass das Universum expandiert. Und bei dieser dunklen Energie geht es um die Expansion des Universums, ja, aber der wichtige Punkt ist, es geht um die beschleunigte Expansion des Universums.

Martin Puntigam Also das Universum ist ein Autobahnraser.

Ruth Grützbauch So ist es. Immer schneller, immer schneller. Obwohl, vielleicht auch nicht. Genau darum soll es heute gehen.

Martin Puntigam Nein, da bin ich gespannt. Weil diese neuen Messungen, die waren ja vor zwei, drei Monaten in den Schlagzeilen ganz kurz. Wenn weniger los wäre auf der Welt, dann wäre das ein großes Hallo gewesen. Aber so ist es ein bisschen untergegangen und wir müssen es wieder in den Fokus rücken.

Ruth Grützbauch Ja, naja, also es wäre, ich finde ja, es ist ja in letzter Zeit sehr viel großes Hallo um astronomische Nachrichten, was sehr gut ist. Es ist ja wie sehr viel in den Medien. Ich glaube, es ist eigentlich so, seit dem James-Webb-Teleskop kommt mir vor, so ungefähr in der Größenordnung. Also die letzten, weiß ich nicht, drei, vier Jahre oder so, kommen sehr viel Astronomisches, auch so in Tageszeitungen. Das war früher nicht so.

Martin Puntigam Echt, findest du? Hast du da nicht einen Gebayersten, einen Blick, weil dir das auffällt? Weil ich könnte jetzt nicht feststellen, dass mehr Astronomisches berichtet wird, außer irgendwo findet irgendjemand irgendwelche Elemente und Moleküle und sagt, wie der außerirdische Leben ist dort entstanden und alle anderen sagen dann, missordentlich stimmt gar nicht.

Ruth Grützbauch Ja, ich weiß nicht. Es ist eine Kombi aus mehr Trara, aber weniger tatsächliche Information vielleicht. Ich weiß nicht. Es kommen viel mehr Schlagzeilen, kommt mir vor, und zwar viel schneller. Also früher hätte man vielleicht noch ein bisschen länger gewartet, um etwas zu berichten, wenn es dann tatsächlich auch berichtenswert gewesen wäre.

Ruth Grützbauch Und jetzt kommt mir oft so, dass halt einfach so drauflos berichtet wird. Viel mehr Presseaussendungen auch versandt werden von den diversen Teleskopen, Kollaborationen, Instrumenten und so weiter. Was ja auch gut ist, es soll ja raus, aber dann irgendwie wird das auch von den Medien teilweise schon ein bisschen zu früh, zu schnell, als zu große Nachrichten aufgenommen.

Ruth Grützbauch Ich meine, letztens war auf Tageszeitungen zum Beispiel, vor ein paar Tagen war am Standort auf der Titelseite ein Riesenbild, eins der James-Webb-Bilder und das ist irgendwie, ich weiß nicht, mir kommen vorher früher auf so Titelseiten von Tageszeitungen große astronomische Bilder zurück. Eher nicht, oder?

Martin Puntigam Ja, es kommt ein bisschen drauf an. Der Standard für alle, die nicht in Österreich Zeitungen beziehen, ist eine österreichische Tageszeitung. Und es kommt ein bisschen auf dem Wochentag drauf an. Also die Montagsausgabe ist gern früh fertig. Das heißt, da ist meistens irgendeine Umfrage vorn drauf, die man sich kaufen kann.

Martin Puntigam Und am Wochenende ist gern ein schönes Bild, weil die Zeitungen hängen ja auf der Straße aus. Und da ist es verlockend, wenn vorn ein schönes, nachkoloriertes Bild vom Universum drauf ist.

Ruth Grützbauch Ja, das kann natürlich sein. Vielleicht war sie ja auch schon immer so. Auf jeden Fall ist diese Nachricht von der dunklen Energie, die jetzt auch wieder in den Medien war und so weiter, eh auch ein gutes Beispiel dafür. Vielleicht ein nicht ganz so gutes Beispiel dafür, wie die Nachricht von der Entdeckung des außerirdischen Lebens, die natürlich sehr, ja, haben wir schon besprochen, oder habt ihr auch schon besprochen?

Martin Puntigam Wir haben es auf der Bühne besprochen, weil Lorraine hat ja unlängst seit zehnjähriges Jubiläum und seit 500 Designs, was das schon absolviert. Und da haben wir eine Nummer nachgespielt, also reenacted, die er damals vor zehn Jahren mit dem Heinz gemeinsam auf der Bühne gespielt hat, wo es damals schon darum gegangen ist, dass außerirdisches Leben entdeckt worden sein soll.

Martin Puntigam Und schon damals war die Auskunft, man weiß es nicht so genau, man muss ein bisschen mehr forschen, bessere Teleskope finden. Wobei jetzt ist mir untergekommen, dass halt diese Presseaussendung draußen war. Ich habe mir leider nicht gemerkt, wie dieses Element oder Molekül heißt. Irgend so etwas Schwefelartiges ist das offensichtlich, was auf der Erde auf Leben hindeutet.

Ruth Grützbauch Dimethylsulfid ist der schöne Name von dem Ding.

Martin Puntigam Die anderen Forscher, Forscherinnen haben gesagt, gar nicht so eindeutig. Und da reiht sich der Florian ein in die Meinung. Und dann haben die anderen aber noch einmal nachgemessen und offensichtlich viel, viel mehr Elemente oder Moleküle oder was auch immer einbezogen. und haben gesagt, jetzt ist es aber doch noch wahrscheinlicher.

Martin Puntigam Also es wird, glaube ich, eine Zeit lang so hin und her gehen.

Ruth Grützbauch Es geht immer so hin und her, ja. Es ist halt so, dass man möchte halt natürlich der Erste sein oder die Erste sein, ist eh klar. Nun, es ist aber halt ein bisschen, naja, für den Gesamtbetrieb der Wissenschaft, für den Gesamtbetrieb der Wissenserschaffung, sage ich jetzt mal, nicht ganz so zuträglich, das so zu machen, weil irgendwann glaubt es dir dann halt niemand mehr Oder die Leute bekommen so das Gefühl, da kann man sich nicht drauf verlassen.

Ruth Grützbauch Was ja irgendwie auch stimmt, aber man sollte nicht auf die Art und Weise das Gefühl bekommen, dass man sich nicht drauf verlassen kann.

Martin Puntigam Nennt man das das Beta-unter-Wolf-Syndrom in der Astronomie?

Ruth Grützbauch Ja genau, das Crying Wolf auf Englisch.

Martin Puntigam Heißt das wirklich so?

Ruth Grützbauch Das heißt so, ja. Ja, weil irgendwann kommt dann niemand mehr und hilft dir. Also es hilft dir dann niemand, wenn du so oft Wolf schreist, bis er dann wirklich da ist. Und dann entdecken sie wirklich, dann stehen die Außerirdischen vor der Tür und das interessiert niemanden mehr, weil wir sie ja eh schon 70 Mal wahrscheinlich entdeckt haben oder auch nicht oder niemand weiß so genau.

Martin Puntigam Eine Frage, die auch in den Religionen gern gestellt wird. Was wäre, wenn Jesus heute käme? Und wahrscheinlich ist die Antwort, wird es niemandem auffallen.

Ruth Grützbauch Ja, er wird wahrscheinlich in seinem Nachthemd irgendwo am Stephansplatz herumstehen und versuchen, die Leute zu lectern. Und niemand würde ihn beachten als den Wahnsinnigen, oder?

Martin Puntigam Ja, wenn er denn nach Wien käme.

Ruth Grützbauch Ach so, ja.

Martin Puntigam Aber natürlich ist es die lebenswerteste Stadt der Welt.

Ruth Grützbauch Ich wollte gerade sagen, wohin sonst? Also wenn ich Jesus wäre, würde ich natürlich in Wien landen. Wenn er sich so aussuchen kann.

Martin Puntigam Und wenn er zaubert, dann natürlich, dann ist er vorn dabei. Und ist noch nicht nach Hause gegangen.

Ruth Grützbauch Aber wollten wir nicht eigentlich über die Expansion des Universums reden?

Martin Puntigam Genau, über die dunkle Energie.

Ruth Grützbauch Tja, also, die dunkle Energie. Fangen wir nochmal von vorne an. Also man könnte sagen, weil es gibt ja auch oft diese Verwechslung oder Verwirrung mit der dunklen Materie. Dunkle Materie ist das Zeug, was Gravitation ausübt und damit alles zusammenhält, wohingegen die dunkle Energie nichts mit Materie zu tun hat, sondern einfach eine Art von Kraft ist, die alles auseinander treibt.

Ruth Grützbauch Also da warst du mit den dunklen Kräften am Anfang gar nicht so falsch, wie du wahrscheinlich geglaubt hast.

Martin Puntigam Ich habe es sehr oberflächliche Erinnerungen.

Ruth Grützbauch Und es ist eben nicht so, dass das Weirde daran ist eben, dass es eben nicht nur expandiert, das Universum, sondern dass eben diese Expansion schneller und schneller und schneller wird durch diese dunkle Energie, von der wir immer noch keine Ahnung haben, was sie ist. Es ist irgendetwas, was... Was auseinanderdrückt, auseinandertreibt, was quasi wirklich der Gravitation einfach entgegenwirkt.

Martin Puntigam Also um es anders zusammenzufassen, eigentlich sollte das Universum, das sie nach dem Urknall eine Zeit lang sehr, sehr schnell ausgedehnt hat, ich glaube Inflation hat man die Phase genannt, dann hat sie es weiter ausgedehnt, aber mit der Zeit, sollte es langsamer werden, wird aber nicht langsamer.

Ruth Grützbauch So ist es. Also die Sache mit Expansion an sich, hätte man ja kein Problem gehabt, weil Urknall und Expansion, das ist irgendwie ein bisschen einleuchtend, sogar sehr einleuchtend eigentlich. Wo es dann auch nicht ganz, wenn man es sich genauer anschaut, dann nicht ganz so intuitiv ist, wie man vielleicht glauben mag.

Ruth Grützbauch Aber Expansion, kein Problem. Aber das mit der beschleunigten Expansion, das ist auch total kontraintuitiv. Also damit hätte niemand gerechnet. Nachdem wir die Expansion des Universums entdeckt haben, war mal eine Zeit lang irgendwie so ein bisschen Ruhe. Okay, das Ding expandiert und expandiert und wird aber natürlich irgendwann langsamer, weil das Universum ist ja mit Zeug gefüllt, mit jeder Menge Materie.

Ruth Grützbauch Wir sehen da draußen Milliarden und Abermilliarden von Galaxien, die wiederum aus Milliarden und Abermilliarden von Sternen entstehen und es ist alles voll mit Zeug. Und diese Masse hat Gravitation und die wirkt der Expansion, der anfänglichen Urknallexpansion entgegen und hält das Ding eigentlich zweifellos irgendwann, früher oder später auf.

Ruth Grützbauch Das war quasi die Frage, die in den 90ern, in den späten 90er Jahren des vorigen Jahrtausends irgendwie aktuell war. Wie schnell wird das Universum wieder langsamer und wird es so langsam, dass es quasi zu einer Umdrehung, zu einer Reversion, dass die Expansion kommt und dass das Ding wieder in sich zusammenfällt.

Martin Puntigam Ich glaube Big Crunch hat man das genannt, oder?

Ruth Grützbauch Genau, Big Bang, Big Crunch. Und irgendwie, das liegt uns, das wollen wir. Wir wollen zyklische Dinge, weil dann kann man sich das leicht erklären, warum es überhaupt angefangen hat. weil davor war es halt größer und dann ist es wieder kleiner und wieder bang, wieder auseinander und das geht halt einfach ewig so weiter.

Ruth Grützbauch So ist es aber nicht.

Martin Puntigam Wenn man das untersucht hat, wollte man das ja gar nicht rausfinden oder wollte man das doch rausfinden? Da hat man ja irgendwelche Supernova-Explosionen untersucht, oder?

Ruth Grützbauch Genau, also die Leute, es waren hauptsächlich zwei große Forschungsteams, die daran gearbeitet haben, jetzt mal wirklich genau herauszufinden, wie das mit der Ausdehnung sich entwickelt, wie schnell die Ausdehnung des Universums, abgebremst wird und was quasi die Zukunft des Universums dann dementsprechend ist.

Ruth Grützbauch Weil wenn ich weiß, wie schnell das weitergeht mit der Expansion, mit der Ausdehnung oder ob es sich eben wieder umdreht, dann weiß ich, wie es in Zukunft weitergeht. Und dazu haben sie eine sehr clevere Idee nach Supernova-Explosionen in fernen Galaxien im frühen Universum gesucht. Und zwar bestimmte Arten von Supernova-Explosionen, dieser Typ 1a, wo eben ein weißer Zwerg von einem benachbarten roten Riesen, zwei Endstadien der Sternentwicklung, da Material ansaugt und irgendwann, kavum, explodiert das ganze Ding, weil der weiße Zwerg genug hat und sagt, jetzt reicht's, bumm.

Ruth Grützbauch Und diese Supernova-Explosionen von diesem Typ, die sind immer gleich hell, weil diese Explosion immer genau zum gleichen Zeitpunkt, was sie stattfindet, an der gleichen Grenzmasse, die der weiße Zwerg aushalten kann. Und darum haben die immer eigentlich die gleiche Helligkeit, kann man gut berechnen, aus physikalischen Gründen, weiß man, okay, wenn ich so eine Art von Supernova sehe, die auf diese Art und Weise aufleuchtet und wieder langsam wieder schwächer wird vom Licht her, wenn ich das sehe, dann weiß ich, ha, die muss so und so hell sein.

Ruth Grützbauch Und dann kann ich mir einfach anschauen, wie weit ist die weg. Das ist ja das Geheimnis immer in der Astronomie. Wir sehen immer den Himmel nur zweidimensional und wissen eigentlich nicht, oder zumindest nicht gleich, wie weit das Objekt, das ich da beobachte, weg ist. Und wenn ich jetzt mir diese Supernova-Explosionen eben anschaue, im frühen Universum, kann ich schauen, wie weit waren die Galaxien wann weg.

Ruth Grützbauch Also wenn ich diese Entfernungen über die Helligkeit der Supernova, die Entfernungen, die ich da berechnet habe, mit der Rotverschiebung, die ja auch die Expansion, die Entfernungsgeschwindigkeit da irgendwie bedeutet, vergleiche. Wenn ich die beiden miteinander vergleiche, bekomme ich eine Art Expansionsgeschwindigkeit mit der Zeit, weil ich mir ja eben Supernovae in ganz vielen verschiedenen Galaxien quasi im Laufe des Alters des Universums anschaue.

Ruth Grützbauch Und so hat man probiert zu schauen, okay, wie hell waren die damals und man hat erwartet, dass die eben damals quasi heller waren, als sie sein sollten. Weil das Universum ja immer langsamer und langsamer wird. Und genau das Gegenteil hat man beobachtet.

Martin Puntigam Aber die haben gar keine Vermutung gehabt und waren völlig überrascht oder die haben schon gedacht, das könnte auch passieren?

Ruth Grützbauch Ich war nicht dabei. Aber ich glaube, das ist sehr, sehr ungewöhnlich. Also vielleicht hat der eine oder die andere irgendwie eine Vermutung gehabt oder vielleicht finden wir ganz was anderes. Kann schon sein. Aber das Konzept der dunklen Energie, der in einer Spätphase des Universums beschleunigten Expansion, das ist etwas, was eigentlich keinen Sinn macht in Wirklichkeit.

Ruth Grützbauch Und lustigerweise ist ja das, was wir quasi jetzt als dunkle Energie bezeichnen, diese kosmologische Konstante, etwas, was Albert Einstein sich ausgedacht hat. Das heißt aber nicht, dass der damals mit einem beschleunigt expandierenden Universum gerechnet hat, sondern ganz im Gegenteil. Einstein war ja Fan von gleichbleibenden Dingen, also er hätte gerne ein statisches Universum gehabt.

Ruth Grützbauch Und es ist aber so, dass bei seinen Gleichungen, bei der Beschreibung des Universums in der allgemeinen Relativitätstheorie rausgekommen ist, dass es schwierig ist mit dem statischen Universum. Dass wenn einfach ein Universum mit Material gefüllt ist, dass das halt einfach sich quasi zusammenzieht im Laufe der Zeit nach dem Urknall.

Ruth Grützbauch Das muss einfach irgendwann wieder kleiner werden. Was ja eben dieser logische Gedanke, Materie zieht sich an und wirkt der Expansion entgegen. Und dann hat er diese kosmologische Konstante eingeführt, die Dinge auseinandertreibt und eben dieser Konstanz. Dieses Wiederzusammenziehen des Universums aufhält, damit es statisch bleiben kann.

Ruth Grützbauch Was auch vollkommen okay ist. Man denkt sich, wieso kann er da einfach was dazuschreiben zu seinen Gleichungen? Das geht doch nicht. Doch, weil das ist, wenn, ja, ich vielleicht an die Schulmathematik erinnert, das mit dem Integrieren, wenn man etwas integriert, gibt es da immer zum Schluss noch diese Konstante, die man da dran hängt.

Ruth Grützbauch Und diese Konstante kann entweder Null sein, also weg sein, nicht da sein, oder halt einfach irgendeine Zahl haben. Und das ist diese kosmologische Konstante, die Einstein da quasi eingeführt hat. Also die wäre in seinen Gleichungen sowieso herausgekommen, aber es hätte keinen Grund gegeben, warum die irgendeinen Wert haben sollte, sagen wir mal so.

Ruth Grützbauch Und er hat gesagt, okay, die muss einen Wert haben, Weil wenn die einen Wert, also eine Zahl hat, wenn die eine bestimmte Größe hat, führte eben dazu, dass das Universum statisch sein könnte. Und das war ihm anscheinend irgendwie ein Anliegen. Das heißt, wir haben diese kosmologische Konstante, diese Kraft, die auseinander treibt, schon eigentlich seit 100 Jahren unter uns, aber sie wurde aus einem anderen Grund eingeführt.

Ruth Grützbauch Macht das Sinn?

Martin Puntigam Dass bei der kosmologischen Konstante der Wunschvater des Gedankens war?

Ruth Grützbauch Ja, so ist es. Also es ist schon eine mathematische Geschichte zwar, er hat sich da jetzt nicht irgendwie was Außertürliches dazu ausgedacht, sondern er hat einfach dieser Integrationskonstante einfach einen Wert gegeben, aber aus einem bestimmten Wunsch heraus, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.

Martin Puntigam Und da war er zufrieden und hat gesagt, ja, jetzt brauche ich mich nicht mehr damit zu kümmern, weil diese Unregelmäßigkeiten, das erledigt die Konstante für uns.

Ruth Grützbauch Es führt einfach dazu, dass das Universum, das quasi durch die Gravitation des Materials, das im Universum drin ist, zusammengezogen wird, dass das Universum da wieder auseinandergetrieben und so konstant bleibt. Das war jetzt ein schlechter Satz.

Martin Puntigam Ja, aber man weiß ungefähr, er hätte sich gewünscht, dass das Universum statisch ist und berechenbarer und so, wie wir es uns wünschen, aber es ist dann nicht so. Aber hat er schon vermutet, dass es anders sein könnte, obwohl er diese Konstante eingeführt hat?

Ruth Grützbauch Ja, na sicher. Darum hat er sie ja eingeführt. Das war schon der Wundfahrt des Gedanken in die Richtung, aber wäre es nicht schön, wenn das Universum statisch wäre? Und es gab zu dem Zeitpunkt der allgemeinen Relativitätstheorie ja auch noch nicht wirklich die Beobachtungsevidenz, dass das Universum expandiert.

Ruth Grützbauch Das wusste man ja damals noch nicht. Also war es jetzt auch nicht so blöd. Er hat einfach sich natürlich auch gedacht, wäre doch schön, wenn das Ding statisch wäre. Wir schauen hinaus, immerwährend alles voll mit diesen Sternengalaxien da draußen und so. Das Universum ist einfach schon immer da und wird immer bleiben.

Ruth Grützbauch Und dann kam Hubble, hat herausgefunden, das Zeug da draußen ist erstens viel, viel weiter weg, als wir glauben. Und zweitens bewegt sich von uns weg. Alles bewegt sich von uns weg. Und je schneller, umso weiter es schon weg ist, also je mehr Raum zwischen uns und einer Galaxie ist, desto schneller wird dieser Raum auch größer.

Ruth Grützbauch Das ist die Expansionsbewegung, die Hubble dann gefunden hat. Und dann hat Einstein auch gesagt, pfui, okay, das war wahrscheinlich eine ziemlich, wie hat er gesagt, meine größte Eselei. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein belegtes Zitat ist, ich glaube schon, aber bei Einstein-Zitaten muss man immer vorsichtig sein.

Martin Puntigam Ja, also die berühmtesten sind die erfundensten.

Ruth Grützbauch Ja, genau. Ja, und dann war irgendwie klar, okay, das Universum expandiert und das passt eh auch mit der Relativitätstheorie zusammen, wenn eben halt diese kosmologische Konstante Null ist. Dann kommt ein expandierendes Universum dabei heraus. Passt. Und dann, in den 90er Jahren, die zwei Teams, die die Supernovae im frühen Universum beobachtet haben, die auch überhaupt nicht damit gerechnet haben, dass das also eher, dass es sich wieder zusammenzieht, das Universum, dass es, schneller und schneller im Laufe der Zeit expandiert. Also das war, glaube ich, schon ein sehr, sehr unerwartetes Resultat.

Ruth Grützbauch Weil es macht keinen Sinn. Warum? Warum sollte es immer schneller, immer größer werden? Nachdem es schon mal ein bisschen, sich schon ein bisschen gesettelt hat, das Universum, und schon ein bisschen langsamer geworden ist, plötzlich, wumm, jetzt doch nochmal. Es ist quasi Midlife-Crisis, das Universum.

Martin Puntigam Ja, oder halt ganz frühes Lebensalter. Man kann, die Babys oft schon sehr schnell krabbeln und dann lernen sie gehen und werden wieder langsamer. Und dann sind sie aber kaum noch zu halten, wenn sie einmal anfangen zu düsen.

Ruth Grützbauch Und dann geht es erst so richtig los.

Martin Puntigam Jetzt warst du nicht dabei, hast du gesagt, klar. Aber wenn man solche Resultate findet, ist es ja nicht so, dass man am Rechner sitzt, auf Enter drückt oder damals am Taschenrechner und auf ist gleich und dann ist ein Resultat da und dann sagt man, oha, Mist, kann ich schon wieder nicht ins Wochenende gehen, weil bald das Ergebnis ist, irgendwo habe ich ihn vermessen.

Martin Puntigam Aber da kommen dann die Ergebnisse, da schauen viele Leute drauf. Und wenn das das Gegenteil dessen ist, was man erwartet, dann baut sie das ja allmählich auf. Was macht man denn? Dann denkt man sich, irgendwo muss ein Fehler sein und verwendet Monate drauf, um diesen Fehler zu finden?

Ruth Grützbauch Ja, Jahre vermutlich. Ich meine, sie haben das ziemlich schnell publiziert, weil es einfach ziemlich offensichtlich war. Und das ist eben dadurch, dass es diese zwei rivalisierenden Teams auch gab, die unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis kamen. Dadurch wollten beide das natürlich auch schnell publizieren, damit sie ja auch irgendwie den Nobelpreis einheimsen können.

Ruth Grützbauch Aber es war natürlich am Anfang ein Oha, was haben wir denn da falsch gemacht, schätze ich mal. Weil du beobachtest etwas, die Supernova, du erwartest eine bestimmte Helligkeit und beobachtest das und dann machst du die Messungen und dann kommt dir einfach eine geringere Helligkeit raus. Und natürlich ist der erste Gedanke, da ist irgendein systematischer Fehler dahinter, da ist irgendwas, habe ich irgendwas nicht berücksichtigt und dann geht man alles nochmal durch, dann schickt man es den anderen, dann machen das halt irgendwie 20 Leute.

Ruth Grützbauch Ich meine, da waren Dutzende von Menschen daran beteiligt. Und dann kommen aber einfach alle zu dem Ergebnis. Man sagt, okay, das sind meine Daten, das habe ich gemacht, da kann eigentlich nichts sein, was... Die kommen zum gleichen Ergebnis mit anderen Beobachtungen von einem anderen Teleskop. Und es gab dann da ziemlich schnell, wahrscheinlich nach ein paar Monaten, dann einfach doch keinen Zweifel mehr daran, dass dieses Resultat stimmen muss.

Martin Puntigam Aber das klingt jetzt alles so nett. Da ist man draufgekommen und hat dann Zweifel und schaut nach. Aber scheißt man da nicht in erster Näherung einmal die Mitarbeiterinnen zusammen?

Ruth Grützbauch Die Mitarbeiterinnen. Ja, ja, wahrscheinlich irgendwie die PhD-Studenten und Postdocs, die die Datenreduktion machen und die dann irgendwann, was weiß ich, die Flatfields nicht abgezogen oder was? Ja, vermutlich, kommst du zu einem ersten Meeting und dann, naja, zusammengeschissen. Ich glaube, es sind auch ganz nette Leute daran beteiligt gewesen. Also nicht unbedingt.

Ruth Grützbauch Aber es war sicher die erste Reaktion bei so einem Ergebnis, das ja auch eigentlich physikalisch keinen Sinn macht, zumindest bis zu dem Zeitpunkt. Wenn man weiß, dass es dunkle Energie gibt, auch wenn man nicht weiß, was sie ist, und wenn man es weiß, dass es sie gibt, dann erwarte ich ein anderes Ergebnis.

Ruth Grützbauch Aber natürlich nehme ich nicht an, dass es irgend so etwas Absurdes wie eine auseinandertreibende Kraft im Universum gibt. Und dann ist die erste Reaktion natürlich, was haben wir denn da für einen Schaß-Zamtrat?

Martin Puntigam Und haben die das dann auch so wie beim Songcontest kommentiert, wie sie den Nobelpreis gekriegt haben, jetzt haben wir gewonnen, den Schaß?

Ruth Grützbauch Vermutlich, ja. Ich habe irgendwann einmal ein Bild rausgesucht von dem, welches war es, welches von den beiden, ich glaube das Highside Supernova Search Team. Da gibt es ein tolles Bild, wo sie sich alle in ihren Fracks den Nobelpreis abholen und in dem ganzen Team oder in dem Foto keine einzige Frau.

Martin Puntigam Ja, weil es keinen Frack für Frauen gibt.

Ruth Grützbauch Und ich habe mir gedacht, die Mädels waren wahrscheinlich gerade am Klo. Und dann habe ich irgendwie geschaut, habe ich nachgeschaut. Nein, da ist in dem Team wirklich... Keine Frau dabei gewesen.

Martin Puntigam Das ist aber sehr ungewöhnlich in der Astronomie, weil schon wenn man historisch zurückschaut, waren ja in der Astronomie immer Frauen maßgeblich an Durchbrüchen beteiligt.

Ruth Grützbauch Das ist wirklich ungewöhnlich. Und vor allem, weil es jetzt auch noch keine theoretische Arbeit in dem Sinn ist, wo dann oft weniger Frauen sind. In der theoretischen Astronomie ist es immer noch so. Aber es ist ein Beobachtungsresultat. Und da war wirklich in einem Team, ich glaube, es sind irgendwie 30 Leute oder so in diesem Team, keine einzige Frau dabei.

Ruth Grützbauch Also von den, sagen wir jetzt mal, Gruppenliedern. Es werden ja vielleicht irgendwelche Studenten, Studentinnen, also Studentinnen in dem Fall dabei gewesen sein. Wären wahrscheinlich da schon irgendwie Frauen involviert gewesen sein, aber ja, von den Leuten, die namentlich genannt wurden und die dann auch in Stockholm waren, um sich den Preis abzuholen und auf diesem wunderschönen Foto abgelichtet sind, keine einzige Frau.

Martin Puntigam Ja, aber die werden das ja nicht in schöner alter Tradition so gemacht haben, dass Frauen die Arbeit gemacht haben und man unterschlägt sie, war immerhin schon 1990er Jahre, sondern das war tatsächlich durch Zufall oder Absicht der Gruppe, die so männlich dominiert war? Oder es hat man nie nachgeforscht?

Ruth Grützbauch Ich möchte Ihnen nichts unterstellen. Naja, ich meine, das war okay, der 90er und dann der Nobelpreis war auch erst 2011, also da war dann die Welt schon ein bisschen woker, aber vielleicht…, Noch nicht allzu woke, um das auch tatsächlich dann nachzurecherchieren. Obwohl, vielleicht hat es jemand thematisiert, weiß ich gar nicht.

Ruth Grützbauch Aber immerhin, im Supernova Cosmology Project, in dem zweiten Team, da sind schon einige Frauen dabei. Also ich sage jetzt einfach mal, geben wir ihnen den Benefit of Doubt und sagen, es war einfach Zufall, dass in dem Team da, in dem High Set Supernova Team da keine Frau dabei war.

Martin Puntigam Auf jeden Fall haben sie es herausgefunden, dann ist es schnell publiziert worden, damit sie Erste sind als Team. Man wollte Erster sein. Ist das dann aufgeteilt worden, der Nobelpreis eigentlich zwischen den beiden Teams oder haben nur die Erstpublizierenden den Nobelpreis gekriegt?

Ruth Grützbauch Nein, sie haben ihn beide bekommen, weil man eben auch in den letzten 10, 15 Jahren schaut man ja auch schon mittlerweile wirklich drauf, dass eben nicht nur mehr so eine Person, ein Genie da ausgezeichnet wird, der auch vielleicht zum ersten Mal die Publikation gemacht hat, sondern dass eben auch die Arbeit da gewertschätzt wird und dass man eben schaut, okay, wer hat da dran gearbeitet, wie lang, wie und dann dadurch, dass die beiden wirklich innerhalb von kurzer Zeit.

Ruth Grützbauch Also ich glaube, vielleicht innerhalb von ein paar Monaten das publiziert haben, war auch klar, dass sie es nicht voneinander abgeschrieben haben, sondern dass das einfach wirklich mehr oder weniger zeitgleich eine unabhängige Entdeckung war, was ja in der Wissenschaft auch genau das Wichtige ist. Also das ist ja eigentlich auch das Preiswürdige, dass man eben unabhängige Bestätigung hat von einem Ergebnis, dass man unabhängige Daten von verschiedenen Teleskopen, verschiedenen Instrumenten aufgenommen, von verschiedenen Leuten ausgewertet hat und dass da eben bei beiden das Server rauskommt.

Ruth Grützbauch Das ist ja auch genau, das ist ja der Idealfall eigentlich. Und es ist auch einfach sehr erfolgreich in der Beschreibung unseres Universums mittlerweile. Diese Lambda-CDM-Kosmologie, das ist Lambda, diese kosmologische Konstante, die größte, Einsteins größte Eselei, stellt sich heraus, extrem erfolgreich in der Beschreibung unseres Universums, zumindest auf großen Skalen.

Ruth Grützbauch Also alles, obwohl natürlich auch nur dort kommt sie eigentlich zum Tragen. Alles, was die großen Strukturen des Universums betrifft, kann man extrem gut mit dieser kosmologischen Konstante, einfach mit diesem quasi einen gleichbleibenden Wert, der alles auseinander treibt, da beschreiben. Es ist eine Art Energie des Vakuums, die eben genau das Gegenteil macht wie Materie, nämlich nicht sich anziehen, sondern sich abstoßen.

Martin Puntigam Aber eben nur auf sehr großen Skalen. Wenn man gerne mehr Wohnraum hätte und hofft, dass in drei Jahren die Wohnung um fünf Quadratmeter größer ist, kann man nicht auf die dunkle Energie hoffen.

Ruth Grützbauch Man kann hoffen, aber man wird enttäuscht werden. Es ist auch nicht nur auf großen räumlichen Skalen, Sondern diese dunkle Energie, die kommt ja auch erst auf großen zeitlichen Skalen zum Tragen. Die ist ja erst so in den letzten drei, vier Milliarden Jahren eben wirklich da bedeutend geworden, weil erst dann genug Raum da war, damit sich dieser negative Druck quasi des Raums da irgendwie aufspielen kann.

Ruth Grützbauch Also erst nach ungefähr zehn Milliarden Jahren Lebensalter des Universums war genug Raum da, damit diese dunkle Energie sich bemerkbar hat machen können und die Expansion da irgendwie vorantreiben hat können. Davor war das Universum noch kleiner und da war wirklich die Anziehungskraft zwischen den Dingen im Universum war schon da und war stark, sodass die Beschleunigung des Universums auch schon so ein Bis er ein ganz klein wenig abgebremst worden ist.

Ruth Grützbauch Und dann erst nach zehn Milliarden Jahren, dann plötzlich, eben weil genug Raum da war, fängt das Ding an, wieder schneller und schneller und schneller zu werden. Aber es passt eben zu dieser Konstante und das Schräge ist, dass diese Konstante, also wirklich, man muss sich vorstellen, ein Stück Raum, das mit dieser dunklen Energie gefüllt ist, die Energiedichte, also die Menge an dunkler Materie, die jetzt in einem Würfelraum drinnen ist, die bleibt auch mit der Ausdehnung gleich.

Ruth Grützbauch Die bleibt mit der Ausdehnung konstant. Also wenn man einen Kubikmeter Würfel dann sich ausdehnt und nachher zwei Kubikmeter groß ist, dann hat der auch da zu viel dunkle Energie drinnen, was total komisch ist, weil wo soll die herkommen? Also die erzeugt sich eigentlich selber. Der Raum erzeugt mehr Raum und mit dem Raum wird auch mehr dunkle Energie eigentlich erzeugt irgendwie anscheinend.

Martin Puntigam Aber irgendwie anscheinend bedeutet, dass man da noch was anderes herausfinden wird sollen.

Ruth Grützbauch Naja, es ist gut, dass man mit dieser kosmologischen Konstante, mit diesem Wert, den man in die Gleichungen der Kosmologie einfügt, dass man damit die Expansion und die Bildung der Strukturen im Universum gut beschreiben kann. Das ist natürlich schön. Aber wir wissen nicht, was es ist. Wir wollen natürlich herausfinden, was es ist. Wir wollen herausfinden, ob das auch wirklich eine Konstante ist und wo dieser Wert herkommt.

Ruth Grützbauch Also es gibt ja eine Art Energie des leeren Raums, diese Vakuumenergie in der Quantenmechanik, dass durch die Quantisierung der Welt auf ganz, ganz, ganz kleinen Skalen ist es so, dass das Vakuum ja nie ganz leer ist. Da gibt es immer dieses, wenn man ganz, ganz, ganz nah ranzoomt an den leeren Raum selber, extrem nah, kommt es zu so einer Art Geblubbere und das ist auch diese Vakuumsenergie der Quantentheorie.

Ruth Grützbauch Aber die passt nicht zu dem Wert dieser kosmologischen Konstante.

Martin Puntigam Aber ganz, ganz nah, da ist man schon bei dieser Plancklänge, oder?

Ruth Grützbauch Ja, so ungefähr, genau.

Martin Puntigam Also wirklich sehr, sehr kurz.

Ruth Grützbauch Wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr klein. Man könnte sagen, ah ja, die Quantentheorie sagt ja auch, dass das Vakuum, dass der leere Raum einfach mit Energie gefüllt ist. Nur das Problem ist, dass wenn das so ist, dann müsste das Universum irgendwie um einen Faktor 10 hoch 100 oder irgendwie so, weiß gar nicht, was die exakte Zahl ist, schneller, noch schneller, schneller werden.

Ruth Grützbauch Also das ist einfach der Wert, den man sich aus der Quantentheorie da irgendwie herausziehen kann, der ist um so eine Abstrusität, um so einen riesigen Faktor zu hoch, dass es das unmöglich irgendwie sein kann. Es muss irgendeine andere Art von Ding sein, Energie, die den leeren Raum erfüllt. Und natürlich, wir wollen wissen, was das ist und wie findet man raus, was etwas ist. Naja, man findet mehr darüber heraus.

Ruth Grützbauch Also man möchte einfach genauer wissen, wie sich diese dunkle Energie verhält. Ist die wirklich einfach konstant? Ist die wirklich immer gleich? Weil zum Beispiel am Anfang des Universums, du hast es ja schon angesprochen, die Inflation, ganz, ganz, ganz kurz, auch wieder extrem kurz nach dem Urknall, gab es schon einmal eine beschleunigte Expansionsphase, diese Inflation, wo das Universum von der Größe eines Elementarteilchens oder noch kleiner zu ungefähr einem Fußball sich aufgibt.

Ruth Grützbauch In einer unfassbar kurzen Zeitskala von 10 hoch minus, ich weiß nicht was, 30 Sekunden. Es war einfach am Anfang, da war es irgendwie so puff da. Und dann ist es quasi normal schnell mit der Expansion weitergegangen. Und das, wir wissen auch nicht warum. Also das ist auch schon mal so eine veränderliche Expansionsphase des Universums.

Ruth Grützbauch Und jetzt könnte es sein, dass das jetzt wieder passiert, dass diese Expansion, da sie jetzt anscheinend wieder schneller und schneller wird, dann jetzt immer schneller und schneller und noch schneller und schneller wird. Dass es einfach eine veränderliche dunkle Energie gibt, dass das gar keine Konstante ist.

Ruth Grützbauch Die Frage ist natürlich, wie kann man mehr über etwas herausfinden, das eigentlich nicht beobachtbar ist. Also ich kann mir keinen Kubikmeter Raum nehmen und mir die dunkle Energie da drin anschauen, weil das womit?

Martin Puntigam Aber macht man das dann wie Kriminalpsychologen, wie Profiler, dass sie das eingrenzen und sie annähern und Vermutungen anstellen in der Hoffnung, irgendwann einmal dem Ganzen näher zu kommen? Oder wie untersucht man denn das?

Ruth Grützbauch Naja, vielleicht nicht kriminalpsychologisch, aber schon ein bisschen kriminalistisch mit den sichtbaren Spuren, naja Spuren, nein, mit Galaxien, sagen wir es einmal so. Also man verwendet die sichtbaren Dinge im Universum, um den größer werdenden Raum, in den die Galaxien eingebettet sind, da zu untersuchen.

Ruth Grützbauch Man schaut sich einfach an, wie verändern sich die großräumigen Strukturen, Galaxien, Galaxienhaufen, Haufen von Galaxienhaufen, Superhaufen, Haufen von Superhaufen, wie verändern sich diese riesigen, gigantischen Strukturen, wie verändert sich diese Seifenblasen-Schaumartige Struktur des Universums im Laufe der Zeit.

Ruth Grützbauch Nur ist das natürlich eine statistische Angelegenheit. Das heißt, ich muss so viele Galaxien wie möglich über einen so langen Zeitraum wie möglich beobachten und mir dann anschauen, wie verändert sich diese Struktur zu verschiedenen Zeitpunkten. Also ich möchte so eine Art Timeline, so eine Zeitreihe machen von den großen Strukturen im Universum und mir anschauen, wie das eben im Laufe des Universums da sich verändert und so die dunkle Energie, also die Expansion des Raums da tracken.

Ruth Grützbauch Und dazu brauche ich natürlich Riesenteleskope, die mir so viele Galaxien wie möglich beobachten.

Martin Puntigam Und wie viel sind so viele wie möglich?

Ruth Grützbauch Naja, wir haben zum Beispiel das unglaublich fantastische Teleskop Euclid, das erst vor kurzem, da war auch in den Medien, aber auch erst vor ein paar Monaten jetzt, die ersten Bilder geschickt hat. Also das schickt natürlich keine Bilder, sondern das schickt Daten und wir machen dann Bilder daraus. Es nimmt schon Bilder auf. Euclid ist ein Teleskop, das den ganzen Himmel, nein, ein Drittel, das ein Drittel des ganzen Himmels beobachten wird.

Ruth Grützbauch Euclid, auch ein Weltraumteleskop draußen, wieder mal im Lagrange Punkt 2, so wie auch das James Webb Teleskop.

Martin Puntigam Auch Infrarot.

Ruth Grützbauch Und ist auch aber ein nahes Infrarot, weil man da einfach alles besser sieht, weil man da auch die Galaxien besser sieht. Aber es macht fantastische Bilder. Aber das Ding ist, das hat ein riesiges Bildfeld. Ein Bild von diesem Teleskop ist quasi ein Pointing, wo man einmal in eine Richtung schaut, ist dreimal so groß wie der Vollmond.

Ruth Grützbauch Das ist riesig für ein Teleskop. Normalerweise macht ein Teleskop ein kleines Bild, weil es ranzoomt und die normalen Bilder, die wir von irgendwelchen Galaxien im Weltraum sehen, die sind so stecknadelkopfgroß oder kleiner. Aber dieses Teleskop macht einfach Bilder, riesige Bilder und kann ebenso natürlich auch extrem viele Galaxien beobachten.

Ruth Grützbauch Euclid wird... Am Ende seiner Mission, das hat jetzt gerade angefangen, das hat eben 2024, vor einem Jahr ungefähr, angefangen zu beobachten. Sechsjährige Mission, ein Drittel des Himmels, extrem genau beobachten. Und dann 2030, wenn es fertig ist, eineinhalb Milliarden Galaxien beobachtet haben. Eineinhalb Milliarden Galaxien.

Martin Puntigam Das ist aber eine ordentliche Menge. Das heißt, wie lange wird es, wenn die Beobachtungen fertig sind mit einer Auswertung oder macht es dann auch die KI und fasst es zusammen? Weil dort könnte es ja mal einen Sinn haben. So wie im Alltag, wenn man zu faul ist, um zu googeln früher oder was nachzuschauen oder jemanden zu fragen, der was weiß, können da ja Rechenprozesse wahrscheinlich ziemlich gut optimiert werden, oder?

Ruth Grützbauch Ja, natürlich. Es gibt auch Projekte, wo wirklich Leute sich Galaxien anschauen und diese Galaxien zum Beispiel klassifizieren, in welche Kategorie von Galaxie fällt dieses Ding. Das ist lustig, das ist immer noch etwas, was dann der Mensch irgendwie besser kann, diese Mustererkennung, diese Galaxienstrukturen, als die Maschine, obwohl mittlerweile die Maschine schon auch uns da eingeholt hat oder zumindest am Einholen ist oder uns wahrscheinlich schon eingeholt hat.

Ruth Grützbauch Aber das wird immer noch von Menschen auch gemacht. Es gibt auch riesige Citizen-Science-Projekte, wo es eine Webseite gibt und wo Leute eingeladen werden, hey, mach das für uns, klassifiziert Galaxien für uns. Und dann kann man entweder diese Machine-Learning-Algorithmen, die AI, damit trainieren, mit dem Wissen der Menschen, oder man kann es vergleichen und schauen, was stimmt überein, was nicht und so weiter und so fort.

Ruth Grützbauch Aber natürlich macht die meiste Arbeit da nicht eine Person, die vor dem Computer sitzt und sich die Bilder anschaut. Das ist klar. Eineinhalb Milliarden Galaxien, verrückt.

Martin Puntigam Gibt es in der Wissenschaft, wenn man mit KI-Modellen arbeitet, auch diese Art von Vorurteilen, mit denen die Chatbots zu kämpfen haben, denen zumindest in Teilen nachgesagt wird, dass sie eher weiß und männlich sind? Gibt es da ähnliche Vorurteile und Fehlerquellen anhand der Erfahrungen der Vergangenheit oder kann man sich darauf verlassen, dass diese KI-Rechenmodelle sich das anschauen, was man gern hätte, weil man sie selber erfindet?

Ruth Grützbauch Es wäre eine Art Landschaft, wo ich einzelne... Einzelne Punkte oder so einzelne Berggipfel und so weiter da irgendwie kenne oder nicht nur die Gipfel, sondern auch die Täler, wie auch immer, einzelne Referenzpunkte irgendwie habe und mein Algorithmus schaut, was passt da am besten dazu. Quasi welche Landschaft hat die höchste Wahrscheinlichkeit, dass sie die Daten, die ich schon kenne, da interpoliert, mehr oder weniger, dazwischendrin.

Ruth Grützbauch Das heißt, es ist natürlich schon alles auf den Daten, die wir schon haben, aufgebaut. Ich weiß nicht, was jetzt dann….

Martin Puntigam Es sind keine Sprachmodelle, wo so einfache Fehler passieren können, oder?

Ruth Grützbauch Nein, es sind natürlich keine Sprachmodelle, aber es sind schon auch die sehr ähnlichen Algorithmen, die da verwendet werden, mit diesen Lern-Samplen, wo du einfach, aber es geht eben nicht um die sprachliche Repräsentation davon, sondern um eine andere Art von wahrscheinlichste Datenrepräsentation. Also, dass man einfach, man sucht ja auch nicht, man will ja auch nicht jetzt eigentlich schauen.

Ruth Grützbauch Wie individuelle Galaxien ausschauen oder wo individuelle Galaxien sind natürlich, Sondern wonach du suchst, sind statistische Häufungen. Wenn man sagt, ich habe meine Landschaft in der Verteilung der Galaxien, dann hat die auch irgendwie Berge und Täler. Galaxienhaufen, wo die Galaxien enger beieinander sind und dann wieder Täler, wo irgendwie weniger los ist.

Ruth Grützbauch Und ich möchte schauen, ob zusätzlich zu dieser Landschaft, die wir ja eigentlich eh schon recht gut kennen, ob da noch zusätzlich statistisch irgendwelche Buckeln drüber liegen, so ganz kleine Buckelchen, die mir dann aber Aufschluss geben könnten. Wie das genau mit der Entstehung dieser Landschaft war, also wie das genau mit der Expansion des Raums und so weiter im Laufe der Zeit gelaufen ist.

Ruth Grützbauch Das ist ganz schräg. Wonach man das sucht, diese zusätzlichen Buckeln, die nennt man baryonische akustische Oszillationen. Furchtbares Wort, oder? Sagt man sich eben über das Bau.

Martin Puntigam Ja, aber Bau ist eben, das kennt man ja vom Essen gehen, Bau. Oh, es sind ja diese gedämpften, gefüllten Brötchen.

Ruth Grützbauch Ja, das habe ich noch nie verstanden. Ich finde die ein bisschen pappig irgendwie. Ich weiß nicht. Vielleicht habe ich noch keine guten gegessen.

Martin Puntigam Ja, kann man schon ganz gut machen, wenn man dann halt Soßen dazu nimmt und so weiter. Aber sie haben halt diese Konsistenz, die sie haben. Und deshalb hat man dieses Akronym gewählt, weil die Erwartungen waren gedämpft.

Ruth Grützbauch Es ist in der Tat gut möglich, weil in der Astronomie ist es ja meistens so, dass man zuerst das Akronym hat und sich dann die Buchstaben quasi schaut, was das heißen könnte. Man will irgendwie ein cooles Wort als Akronym haben und dann sucht man sich die Wörter im Nachhinein.

Martin Puntigam Euclid ist ja in dem Fall eine große Ausnahme, wenn ich das richtig recherchiert habe, weil da gibt es kein Akronym, sondern das hat man wirklich nach Euclid benannt, dem Mathematik aus.

Ruth Grützbauch Euclid ist wirklich, ja.

Martin Puntigam Macht man eigentlich in der Astronomie nicht?

Ruth Grützbauch Hätten wir sicher noch irgendein Akronym. Also ich finde, da waren sie einfach ein bisschen faul. Weil, ich meine, man kann natürlich, ich meine, C, Cosmologico, ist schon aufgelegt, oder?

Martin Puntigam Wie man es macht, dann biegen sich irgendwelche Akronyme hin und kriegen die ganze Zeit Spott und Hohn, dass Buchstaben fehlen und die Akronyme so schief sind. Dann denken sie, sie pfeifen mal auf das Akronym, nehmen einen Mathematiker, der eh wichtig war und nicht vergessen werden soll und geehrt werden möge und dann passt es wieder nicht.

Ruth Grützbauch Ja, wie man es macht, ist falsch. Es ist nicht leicht. Naja, aber ja, dieses Teleskop, fantastisch, wir müssen noch ein bisschen warten. Ich glaube, es gibt eh 2026 den ersten Datenrelease. Es ist ja immer so, dass bei diesen Teleskopen, diesen Survey-Teleskopen, man wartet ja nicht, bis quasi alles fertig beobachtet ist.

Ruth Grützbauch Irgendwie leider, aber nein, hat auch seine guten Seiten. Man möchte ja schon einmal ausprobieren, ob die Datenreduktionspipeline passt, also ob man das auch richtig, ob man mit den Daten quasi richtig schon umgehen kann und das probiert man natürlich an einem kleineren Datensample vorher mal aus, bevor die Megadaten von Milliarden von Galaxien kommen.

Ruth Grützbauch Also man will schon einmal zuerst quasi schauen, ob das durchrechnen, was man dann nachher damit vorhat, ob das auch passt, ob die statistischen Tools, die man da verwendet, ob das auch alles irgendwie zu sinnvollen Ergebnissen führt. Und darum gibt es da immer schon vorher so Datenreleases, wo man dann sagt, und hier habt ihr mal so die ersten paar Millionen Galaxien, schaut mal.

Ruth Grützbauch Und das wird jetzt bald, das wird nächstes Jahr vermutlich kommen, aber im Endeffekt müssen wir für die definitiven Ergebnisse noch ein paar Jahre warten. Das, was jetzt in den Medien war, die Geschichte mit der dunklen Energie und dass die eben vielleicht nicht konstant ist, das war auch nicht Euclid oder Euclid-Daten, sondern das war DESY, das Dark Energy Spectroscopic Instrument.

Martin Puntigam Echt, da ist ein Akronym. In zweiten Verwendung sind da die Lizenzen ausgelaufen, weil DESI hat einmal deutsches Elektronen-Synkroton geheißen.

Ruth Grützbauch Ja, stimmt. Das stimmt. Da war ich schon. Da war ich an der Uni beim DESI. Und wenn ich das erste Mal gehört habe, DESI, haben wir gedacht, was hat denn das jetzt mit der dunklen Energie und der Beobachtung von Galaxien zu tun? Was machen die? Aber nein, das hat eben tatsächlich nichts damit zu tun.

Martin Puntigam Und es ist einfach nur... Mit dem I am Ende, das unterscheidet sich fundamental von dem anderen Namen, wo Y hinterher...

Ruth Grützbauch Dass es auch den Amerikanern wurscht ist, was da irgendwie in Deutschland passiert. Und das ist cool. Also das macht keine Bilder. Es ist ja so, dass ja meistens in der Astronomie das Bildermachen nicht so im Vordergrund steht. Wir wollen natürlich alle schöne Bilder sehen, aber wir wollen Daten und in dem Fall, vor allem wenn es um dunkle Energie und so weiter geht, wollen wir statistisch auswertbare Daten und Bilder sind ja oft gar nicht so leichter, jetzt irgendwie statistisch auszuwerten.

Ruth Grützbauch Und darum macht DESI auch keine Bilder. DESI macht nur Spectren, das Ding. Es heißt ja auch Spectroscopic Instrument. Also das beobachtet Galaxien nicht mit einem CCD, also so wie auch in einer Digitalkamera, einfach so ein bildmachendes Instrument, sondern das beobachtet den Himmel mit 5000 Glasfasern, die genau dort angebracht werden, wo eben eine Galaxie ist.

Ruth Grützbauch Und dann schaut das Ding an den Himmel und hat in einem Shot, mit einem Bild und Anführungszeichen, 5000 Aufnahmen veröffentlicht. Von dem Spektrum, von dem Regenbogen. Und mit dem kann ich die Entfernung der Galaxie, der jeweiligen Galaxie, sehr gut bestimmen. Das heißt, ich habe auf einen Schlag 5000 Galaxien und ihre Entfernungen und natürlich auch ihre Positionen am Himmel.

Ruth Grützbauch Das Ding beobachtet alle 20 Minuten. Also es wird natürlich dazwischen auch immer wieder Kalibrationsaufnahmen machen und so weiter. Und dann ist das weiter irgendwie mal schlecht, weil das steht auf der Erde, Desi steht auf der Erde. Er hat aber quasi im Idealfall einen Output von 5000 Galaxien alle 20 Minuten.

Ruth Grützbauch Schon auch cool. Und dann hat es im Endeffekt, wenn dieser Survey durch ist, wird es 40 Millionen Galaxien beobachtet haben. Und jetzt war schon der zweite Datenrelease vor ein paar Monaten eben, wo 14 Millionen Galaxien schon drinnen waren. Und darauf basiert jetzt dieses Ergebnis, das in den Medien war.

Martin Puntigam Also ein Drittel der Galaxien hat man sich schon angeschaut und ausgewertet. Und was ist da rausgekommen?

Ruth Grützbauch Sie haben eben diese baryonischen akustischen Oszillationen, Baobab, verwendet, um quasi ein Lineal des Universums da irgendwie zu erstellen. Man kann diese lustigen Baoszillationen verwenden wie eine Art Maßstab. Die haben eine bestimmte charakteristische Größe. Das sind schräge Dinge. Es hat nicht nur einen schrägen Namen, sondern es ist auch wirklich schräg.

Ruth Grützbauch Das sind Schallwellen im frühen, ganz, ganz, ganz frühen Universum, wo das Universum noch so heiß war, dass es nicht mal durchsichtig war. Okay, also das ganze Universum noch einfach super heißes Plasma, super heißes Gas war. Und da haben sich Schallwellen gebildet durch die Interaktion zwischen Licht und Materie.

Ruth Grützbauch Es war so dicht und so heiß, dass das Licht dann quasi die Materie so angestoßen hat und sich nach außen bewegen gebracht hat. Und dann irgendwann ist das Universum weit genug abgekühlt, dass das Licht raus konnte. Dann hat das Licht mit dem Anstoß aufgehört und diese Wellen sind quasi eingefroren übrig geblieben, die es da verursacht.

Ruth Grützbauch Es ist ein bisschen so, wie wenn man ganz viele Steine. In einen Teich haut und man sieht dann die Bewegung der Wellen nach außen und irgendwann, muss man sich vorstellen, friert dieser See plötzlich ein und dann bleiben mir diese ganz charakteristischen Wellen, diese runden Bubbles quasi übrig.

Martin Puntigam Und was macht man jetzt mit diesen Bubbles? Die deuten woraufhin?

Ruth Grützbauch Naja, weil ich dann dort, wo diese Bubbles, diese Verdichtungen waren. Dort haben sich quasi auch ein bisschen mehr Galaxien wahrscheinlich gebildet als woanders. Das heißt, ich habe zusätzlich zur großräumigen Verteilung der Galaxien, zusätzlich zu den Galaxienhaufen und den Superhaufen und den Filamenten, Zusätzlich dazu sollte ich in der Galaxienverteilung auch noch so diese riesigen ringförmigen Strukturen oder eigentlich kugelförmigen Strukturen sehen können.

Ruth Grützbauch Also sehen kann ich sie nicht, sondern mit statistischen Methoden nachweisen können, weil die eben durch diese Oszillationen, durch diese Schwingungen da ganz am Anfang, da irgendwie in einer ganz charakteristischen Größe mehr Material zusammengebauscht haben. Und dort haben sich ein bisschen mehr Galaxien gebildet.

Ruth Grützbauch Es ist ein ganz subtiles Signal. Das ist jetzt nicht etwas, das man wirklich auch sehen kann, wenn man sich die Verteilung der Galaxien anschaut. Da schaut das Universum aus wie so ein Netz, wie so ein Spinnennetz mehr oder weniger. Aber wenn ich mir statistisch anschaue, wie die Galaxien verteilt sind, sehe ich bei dieser charakteristischen Größe dieser Oszillationen, da sehe ich ein bisschen mehr Galaxien als bei anderen Abständen, die die Galaxien voneinander haben.

Ruth Grützbauch Es sind ein bisschen mehr Galaxien genau in diesem typischen BAO-Abstand voneinander als in anderen Abständen voneinander. Und das ist dieses Lineal, das ist dieser charakteristische Abstand. Und wenn ich mir jetzt den anschaue, wie der sich im Laufe der Zeit im Universum entwickelt hat, dann habe ich quasi eine Entwicklung eines Lineals im Universum, also eine Entwicklung des Raumes, wie er sich im Laufe der Zeit ausdehnt.

Ruth Grützbauch Ist das nachvollziehbar?

Martin Puntigam Ja, ich muss noch ein bisschen nachfragen. Das kann die dunkle Energie zum Teil erklären.

Ruth Grützbauch Das wäre das Signal der dunklen Energie, weil die Materie, die sich befindet in diesen Bubbles, die zieht sich ja an, also die verdichtet sich durch ihre eigene Anziehungskraft. Wenn diese typischen charakteristischen Bubbles im Laufe der Zeit ein wenig größer werden, dann wäre das natürlich nur durch die Expansion des Universums zu erklären.

Ruth Grützbauch Und wenn sie schneller größer werden zum Beispiel, dann wäre das die dunkle Energie. Wenn sie jetzt am Anfang, sagen wir mal, in den ersten paar Milliarden Jahren des Universums so langsam größer werden und dann in ein paar Milliarden später schneller größer werden, dann wäre das vielleicht ein Hinweis auf eine veränderliche dunkle Energie.

Ruth Grützbauch Also wenn sich die Veränderung dieses Lineals im Laufe der Zeit des Universums verändert, dann wäre das die dunkle Energie, die sich auch verändert, weil sich dann natürlich die Beschleunigung der Expansion ändert. Und das ist genau das, was wir herausfinden wollen. Ändert sich die Beschleunigung konstant oder ändert sich die Beschleunigung irgendwie?

Martin Puntigam Dann hat man herausgefunden, ob es irgendwann einmal schneller geworden ist und wann. Und eventuell durch diese Bubbles weiß man aber noch nicht, wer die Träger dieser Energie sind, oder?

Ruth Grützbauch Genau. Also man weiß immer noch nicht, was es mit dieser Energie auf sich hat. Und das Ding ist, man weiß auch noch nicht, ob die dunkle Energie tatsächlich sich verändert oder nicht, weil das sind erste Ergebnisse, die ja auch erst auf diesem anfänglichen Datenrelease von Desi basieren, eben diese 14 Millionen Galaxien.

Ruth Grützbauch Und das Signal ist noch recht schwach. Also es ist so, dass es immer noch sehr gut zu unserem normalen kosmologischen Modell passt eigentlich. Wir haben da jetzt nichts Neues in dem Sinn gefunden, dass das irgendwie, oh, wir müssen unser kosmologisches Modell über den Haufen werfen, sondern... Passt immer noch gut. Aber wenn ich jetzt in mein Modell eine dunkle Energie, die sich verändern darf, auf eine bestimmte Art und Weise einführe, dann kommen oder behaupten sie, dass das noch ein klein wenig besser zu den Daten passt, als wenn die dunkle Energie quasi gleich bleiben muss, wenn die beschleunigte Expansion gleich bleiben muss im Laufe der Zeit.

Ruth Grützbauch Also es ist irgendwie, es ist ein bisschen, ja, nicht nur die Erwartungen, auch die Ergebnisse, die Begeisterung über die Ergebnisse sind ein bisschen gedämpft. Auch von der Statistik her, von der Signifikanz der Statistik, wie sicher sind wir, dass dieses Ergebnis ein Ergebnis ist. Es ist so zweieinhalb bis drei Sigma, wird behauptet, wobei es ist auch alles ein bisschen fragwürdig, wenn man sich das Paper genauer anschaut.

Ruth Grützbauch Das ist irgendwie so, je nachdem welches Supernova-Sample Sie verwenden, kommen Sie auf ein anderes Sigma und dann denke ich mir an, aber dann habt Ihr Eure Fehler nicht richtig im Griff, wenn Ihr bei unterschiedlichen Daten auf andere Werte kommt. Das ist ja genau das, was das Sigma bedeuten soll. Wie signifikant, wie verlässlich ist mein Ergebnis.

Ruth Grützbauch Also es ist noch alles ein bisschen fragwürdig.

Martin Puntigam Und die 2, irgendwas Sigma, das heißt nicht besonders verlässlich?

Ruth Grützbauch Naja, das heißt schon, also das ist jetzt so gerade schon so an der Grenze, wo man sagt, naja, vielleicht doch. Also das entspricht so einer Wahrscheinlichkeit von, sagen wir mal, die Wahrscheinlichkeit, dass es einfach durch Zufall irgendwie herausgekommen ist, so ein paar Prozent. Das ist wenig eigentlich. Aber natürlich in der Wissenschaft, also in der Teilchenphysik oder überhaupt in statistisch robusteren Wissenschaften ist die Grenze, wo man sagt, ja, das ist jetzt ein Ergebnis, meistens fünf Sigma.

Ruth Grützbauch Und in der Astronomie normalerweise publiziert man, sagt man bei drei Sigma, okay, da kann man jetzt schon sagen, ja, das ist vielleicht doch was. Zwei Sigma ist so, naja, zwei Sigma ist ungefähr fünfprozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Ganze einfach Zufall ist, was wenig klingt, aber viel ist. Das heißt, bei 5 Prozent, das heißt, wenn ich 20 Messungen mache, ist eine davon so.

Ruth Grützbauch Das ist noch nicht genug, um zu sagen, ja, das ist wirklich ein Ergebnis. Es ist nicht nichts, aber es ist einfach nicht genug.

Martin Puntigam Ein typischer Astronomie-Satz. Wir haben jetzt schon so viel, aber es ist noch nicht genug.

Ruth Grützbauch Aber überhaupt, dass es überhaupt in die Richtung deutet, dass die Ergebnisse ein klein wenig in diese Richtung deuten, ist natürlich super spannend, weil eine sich verändernde dunkle Energie könnte ja einige Dinge auch erklären. Also es wäre jetzt irgendwie, es wäre natürlich überhaupt super, wenn man etwas rausfindet, was irgendwie anders ist als gedacht. Das ist immer gut.

Ruth Grützbauch Das heißt dann immer so, oh, wir haben neue Physik gefunden. Das ist dann so, ja, wir haben irgendwas rausgefunden, wo wir bis jetzt nicht damit gerechnet hätten oder was wir für eher unwahrscheinlich gehalten hätten oder was einfach vielleicht nicht die einfachste Erklärung der Dinger ist oder so. Und das ist natürlich spannend an sich, spannend genug.

Ruth Grützbauch Aber es wäre eben mit einer veränderlichen dunklen Energie auch einige andere Ungereimtheiten, die es im Moment in der Kosmologie gibt, da irgendwie vielleicht zu erklären.

Martin Puntigam Da warten wir halt, bis die restlichen 26 Millionen Galaxien vermessen und ausgewertet sind und dann wird das Bau hoffentlich auch für solche wie dich bekömmlich.

Ruth Grützbauch Beziehungsweise warten wir auf die eineinhalb Milliarden Galaxien von Euklid, dann ist es wahrscheinlich wirklich klar, ob das ein Ergebnis ist oder nicht.

Martin Puntigam Wie immer, wenn es um dunkle Energie geht, wo man so wenig weiß, alles sehr kompliziert, sehr verwirrend, aber sehr interessant und wird wahrscheinlich die Wissenschaft noch bis weit nach unserem Ableben beschäftigen, was es denn mit der dunklen Energie auf sich hat. Wir hingegen nutzen die Zeit vor unserem Ableben noch, um den Menschen unsere Produkte darzubieten.

Martin Puntigam Unter anderem die neue TV-Staffel, die ein halbes Jahr lang online stehen darf, mittlerweile auf ORF ON, der ehemaligen TV-TEC. Und einige Folgen der aktuellen Staffel sowie die aktuellen Wiederholungen stehen dort jetzt für das kommende halbe Jahr zum Nachbetrachten. Das heißt, wenn man die ganze Zeit gedacht hat, das ist eins, passt, das ist nicht mehr so spät, kann man sie jederzeit und weltweit anschauen.

Ruth Grützbauch Am 16.06. gibt es die nächste Ausgabe von Frag die Science Pass das live, alles rund ums Klima. Wie immer von 13 bis 14 Uhr eine Stunde lang auf Radio FM4. Und die Sendung wird sein mit Thomas Brudermann und Reinhard Steuerer.

Martin Puntigam Am 18.06., also zwei Tage danach, gibt es den nächsten Live-Podcast, Science Pass das Live-Podcast. Das ist selten eigentlich, normalerweise, aber aus Anlass der Publikation des österreichischen Sachstandsberichts, Klimasachstandsberichts, haben wir in Zusammenarbeit mit dem JASA Laxenburg. Für angewandte Analyse ist das, glaube ich, das Institut.

Martin Puntigam Die letzten beiden Buchstaben weiß ich nicht mehr auswendig, die dazukhören, aber die passen auch dazu, einigermaßen zumindest wie in der Wissenschaft üblich.

Ruth Grützbauch Ich glaube, Systemanalyse sind die letzten zwei Buchstaben.

Martin Puntigam Ich glaube, IIA, Internationales Institut für Angewandte Systemanalyse, ich glaube, jetzt habe ich es zusammen geglaubt. Werden wir einen Podcast machen und zwar wird der stattfinden in der VHS der Urania in Wien, ganz oben in der Sternwarte im Festsaal über den Dächern Wiens, also nicht ganz über den Dächern, weil ja Wolkgratzer rundherum stehen, aber über vielen Dächern Wiens, wenn Margret Keiler und Daniel Huppmann gemeinsam mit mir besprechen, was denn da drinnen steht in diesem Klimasachstandsbericht, der gemeinsam mit Forschungseinrichtungen Österreichs entstanden ist.

Martin Puntigam Und wahrscheinlich sind die Ergebnisse nicht ganz so gut, wie man es sich wünschen würde, eher sogar deutlich schlechter, als sie sein sollten. Aber er ist fertig, es war eine große gemeinschaftliche Anstrengung und sehr interessant und ich freue mich schon sehr auf die Veranstaltung.

Ruth Grützbauch Und für bessere Laune gibt es am 25.06. ein besonderes Gastspiel des Universums-Podcasts beim Space in the City Festival. Das ist am Karlsplatz in Wien im Rahmen von dem Living Planet Symposium. Und dort werden Florian Freistädter und ich die erste Universums-Podcast-Open-Air-Live-Show machen. Also kommt vorbei, der Eintritt ist frei.

Martin Puntigam Und ihr beschäftigt euch mit den schönen Seiten des Universums.

Ruth Grützbauch Genau. Naja, es soll irgendwie auch um Erdbeobachtung gehen, also eher auch wieder das gleiche Thema. Mist. Ich versuche es mehr nach draußen in die Galaxien zu bringen, damit alle auch dann irgendwie noch was von schönen Bildern haben, gell?

Martin Puntigam Ja, ich glaube, da brauchst du nur Asteroid sagen, da ist der Florian dabei.

Ruth Grützbauch Stimmt. Erledigt. Apropos Asteroid. Am 30.06. Ist nämlich Asteroid Day. Und das feiern wir natürlich. Und zwar im Cinema Paradiso in Baden bei Wien. Und da gibt es eine kurze Live-Einführung und anschließend gemeinsames Armageddon-Schauen. Und gleichzeitig ist das auch die fünfte Geburtstagsfeier des Universums-Podcasts.

Ruth Grützbauch Also kommt vorbei und bringt Geschenke mit.

Martin Puntigam Ich glaube, das ist der eigentliche Anlass.

Ruth Grützbauch Das der Veranstaltungen. Natürlich. Feiern!

Martin Puntigam Als Science-Busters-Live-Ensemble auf der Bühne spielen wir einmal, ein einziges Mal nur noch unsere aktuelle Show Planet B, die wir 2022 auf die Welt gebracht haben und dann ist Schluss. Die Terniere davon wird am 5. Juli im Lustspielhaus Lutzmannsburg sein im Burgenland, wo wir am 6. Tag auch Science-Busters for Kids spielen werden.

Martin Puntigam Dann ist es vorbei. Und danach gibt es aber natürlich eine neue Show, weil nach der Terniere ist vor der Premiere. Am 16. Oktober gibt es die neue Show, Weltuntergang für Fortgeschrittene mit Martin Moder, Florian Freistetter und mir auf der Bühne Premiere. Eben am 16.10. Im Stadtsaal Wien. Davor gibt es Vorpremieren, wie der Name schon sagt.

Martin Puntigam Wir spielen am 1. Oktober in Melk, am 3. und 4. Oktober in Bruno, im Brunn am Gebirge und eventuell noch drei, vier Mal woanders. Das steht noch nicht ganz fest, deshalb sage ich noch nicht wann und wo, aber könnten noch dazukommen vor der Premiere. Und danach spielen wir natürlich auch noch im Stadtsaal, nach dem 16.10., am 23.10.

Martin Puntigam Und am 15.11. Spielen wir im Jahr 2025 noch einmal den Weltuntergang, der dann sofort auf Welttournee geht, nämlich am 29.10. Nach Linz in den Posthof, am 30.10. in die Helmut-Listhalle nach Graz. Am 6.11. sind wir wieder in Wien, allerdings im Orpheum. Am 7.11. Im Musikclub Lemberg in Oberösterreich. Am 20.11.

Martin Puntigam In St. Pölten in der Bühne im Hof. Am 23.11. wieder in Wien, aber in der Kulisse diesmal. Am 27.11. In Salzburg in der Arge Kultur. Und am 5.12. spielen wir im Rahmen des Kabarett- und Comedy-Festivals in Krems.

Ruth Grützbauch Ja, und Ende des Jahres gibt es auch wieder neue Shows des Bauern-Silvester. Und zwar in Graz, Linz und Wien und auch wie immer, wie jedes Jahr, am 31. Dezember die große Silvestershow im Schauspielhaus in Wien diesmal.

Martin Puntigam Bauernselester werden du, Florian und ich auf der Bühne sein und das ist, glaube ich, dann, weil wir schon beim Fünfjahrefeiern sind, ich glaube, auch dein fünfjähriges Seinspastis-Jubiläum Ende des Jahres. Also kommt vorbei und bringt Geschenke.

Ruth Grützbauch Ja, genau.

Martin Puntigam Ist aber erst Ende des Jahres, also zwischen den Jahren, wie man seit einigen Jahren so sagt. Im Frühjahr fahren wir dann mit dem Weltuntergang wieder mal nach Deutschland. Am 23.03. Sind wir in Berlin in den Wühlmeisen, am 26.03. In Filmtheater Schauburg in Dresden, Am 27.03. wieder im Kupfersaal Leipzig und am 28.03.

Martin Puntigam In Erfurt, diesmal im Theater mit dem schönen Namen Puffbohne.

Ruth Grützbauch Super. Und am 21.11. Ui, am 21.11. Das ist jetzt wieder zu früh.

Martin Puntigam Ja, das ist davor jetzt schon, aber es ist wieder ganz was anderes, bis es da eingeregt ist. Und natürlich, um die Leute aufzuschrecken, die aufgepasst haben, während wir das aufziehen.

Ruth Grützbauch So wie ich. Und dann wieder zurück ins alte Jahr. Am 21. November gibt es noch einen Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik, wo Florian Freistatter und Martin Buntigam im Zirkus des Wissens in Linz spielen werden.

Martin Puntigam Ein sehr schöner Aufführungsort am Campus der Universität. Science Passers for Kids, habe ich schon ganz kurz erwähnt, gibt es natürlich nach wie vor, weil ebenso wie es immer neue Forschung gibt, gibt es auch neue Kinder, denen man was vorspielen kann. Es gibt es in der ORF Kids App die ganze Show analog mit Martin Moder und mir live auf der Bühne.

Martin Puntigam Das nächste Mal Open Air am 15.06. Und nach dem Sommer am 7.09. im Theater im Park in Wien. Dazwischen gibt es auch Open Air am 21.06. Am Donauinselfest in Wien. Am 21.09., also Ende des Sommers, spielen wir in der Bettfedernfabrik in Oberwaltesdorf. Am 29.10., wenn wir mit dem Weltuntergang in Linz sind, spielen wir davor Science Busters for Kids im Posthof. Am 30.

Martin Puntigam Analog dazu das Ganze in Graz in der Helmut-Listhalle. Und am 23.11. Spielen wir zum ersten Mal Science Busters for Kids in Wien, auch in der Kulisse.

Ruth Grützbauch Und dann gibt es auch noch die Glückskatze, das Solo von und mit Martin Buntikam. Die schnurret auch 2025 wieder. Und zwar nämlich nach der Sommerpause kehrt die Katze auf Samtpfoten ins Theatercafé Graz zurück am 26. Und 27. September. Und dann kommt die Mietz auch am 13. und 14. November nach Wien ins Kavarin Niedermeier. Und wer für Herbst 2026 schon planen möchte, gibt es am 10.

Ruth Grützbauch November die Premiere im Theatercafé Graz. Da gibt es nämlich ein neues Martin-Puntigam-Programm mit dem schönen Titel Der heilige Puntigam.

Martin Puntigam Da muss ich mich bis dahin bedämen.

Ruth Grützbauch Ich bin schon gespannt.

Martin Puntigam Die Seligsprechung noch im Eilzugstempo erledigen.

Ruth Grützbauch Ja, die hast du auch noch nicht, gell?

Martin Puntigam Naja, aber vielleicht kann man das ja so wie bei der Impfstoffentwicklung parallel und ein bisschen verkürzend machen. Die Seligsprechung und die Heiligsprechung schon parallel laufen lassen. Muss ich halt schneller und an mehreren Orten Wunder wirken.

Ruth Grützbauch Muss heiliger sein, ja.

Martin Puntigam Infos und Tickets gibt es unter sciencebusters.at slash termine oder puntigam.at, oder auf der Website des Universum-Podcasts in den Shownotes. Und es gibt ein neues Buch nach. Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt, kommt im September, ein bisschen früher, wie gewohnt, als die Show, ein neues Buch heraus mit dem Titel Aus, die Wissenschaft vom Ende.

Martin Puntigam Es erscheint im Hansa-Verlag, kann natürlich schon bei Bedarf vorbestellt werden, Muss aber natürlich nicht, weil es wird es dann eh geben, aber dann hat man es schon vorbestellt und kann sich schon darauf freuen. Und es wird auch ein Hörbuch geben und das Buch erscheint wieder mit wunderbaren Illustrationen vom Büro Alba.

Martin Puntigam Danke am Ende wie immer an die TU Wien und die Uni Graz, die Produktion des Podcasts zu unterstützen. Danke an Ruth Grützbauch für die dunklen Auskünfte. Danke fürs Zuhören, Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Expandieren, Nachmessen, Dynamisieren, Dämpfen und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann.

Martin Puntigam Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Ruth Grützbauch Führt euch.

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