
OR Landmark Cases - BGE 115 II 464 - Der Beratungsvertrag-Fall
Montag, 5. Oktober 2026 · 17 min
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Shownotes
Vertrag ist Vertrag – oder doch nicht? Was passiert, wenn eine schriftlich vereinbarte Kündigungsfrist plötzlich absolut wertlos ist? 💼💥Ein Unternehmensberater schliesst einen lukrativen Beratungsvertrag ab. Um sich abzusichern, vereinbaren beide Parteien schriftlich eine feste Kündigungsfrist von drei Monaten. Doch schon nach kurzer Zeit folgt der Schock: Die Auftraggeberin setzt den Berater von heute auf morgen fristlos vor die Tür. Der Berater zieht vor Gericht und fordert sein Honorar für die vertraglich zugesicherte Kündigungsfrist. Doch die Gegenseite weigert sich eiskalt zu zahlen. Ihr Argument: Ein Beratungsvertrag ist rechtlich ein einfacher Auftrag – und dieser darf laut Schweizer Gesetz jederzeit fristlos widerrufen werden. Kündigungsfristen seien in diesem Bereich schlicht ungültig.
• Kann das Gesetz eine mühsam verhandelte, schriftliche Kündigungsfrist einfach so aushebeln?
• Ist das jederzeitige Widerrufsrecht im Auftragsrecht wirklich so mächtig, dass es jede vertragliche Vereinbarung eiskalt bricht?
• Welche tückische Ausnahme gibt es dennoch, wenn der Rausschmiss zur Unzeit erfolgt?
In dieser Folge knacken wir das wohl umstrittenste und zugleich wichtigste Prinzip des Schweizer Auftragsrechts (Art. 404 OR), das in Prüfungen und in der Praxis regelmässig für gewaltigen Zündstoff sorgt.
Jetzt reinhören, das Kündigungs-Rätsel lösen und die wichtigste Dogmatik für deine Klausur mitnehmen! 🚀