
Was lehrt uns Geschichte über unsere irre Gegenwart? | Was bisher geschah
Samstag, 18. Juli 2026 · 42 min
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Shownotes
Ein Gespräch mit den beiden Podcast-Hosts von "Was bisher geschah" über ihren Podcast und warum alle derzeit so auf Geschichtspodcasts abfahren
Warum fahren alle derzeit so auf Geschichte ab? Ob Dokus im Fernsehen, Influencer auf Social Media aber auch natürlich Podcaster. An History-Content kommt man derzeit einfach nicht vorbei.
Wir bringen heute eine Folge der anderen Art. Wir sprechen nicht über knallharte Geopolitik und aktuelle Kriegsereignisse. Wir lernen stattdessen die Köpfe hinter einem der beliebtesten Geschichtspodcasts im deutschsprachigen Raum kennen und stellen die Frage: Wie wichtig ist die Vergangenheit, um die Gegenwart besser zu verstehen. Ein Gespräch mit Joachim Telgenbüscher und Nils Minkmar vom Podcast "Was bisher geschah".
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Warum fahren alle derzeit so auf Geschichte ab? Ob Dokumentationen im Fernsehen, Influencer auf Social Media – aber natürlich auch Podcaster. An Geschichtskontent ist derzeit absolut kein Vorbeikommen! Wir bringen heute eine Folge der etwas anderen Art. Wir sprechen nicht über knallartigeo-Politik und aktuelle Kriegsereignisse.
Wir lernen stattdessen die Köpfe hinter einem der beliebtesten Geschichtspodcasts in deutschsprachigen Raum kennen. Ich bin Daniel Retschitzacker das System des Tages Mies Was bisher geschah. Und ich freue mich sehr, dass heute Nils Mingma und Joachim Telgenbüscher hier im Standard-Podcast ziehen. Sie sind beide die Hosts des Geschichtspodcastes was bisher geschag.
Grüße euch beiden! Schön jetzt sein Moin. Hallo Guten Tag. Es ist wahrscheinlich die abgetroschendste Frage mit der man einen Podcast beginnen kann nämlich warum gibt es euren Podcast? Wir haben wahrscheinlich so die Einleitungsfrage schlicht hin. Ich stelle sie daher etwas anders und vielleicht ein bisschen provokanter, denn wenn ich jetzt die Podcast-App meiner Wahl öffne und dort nach Geschichte suche dann kommen wirklich unzählige Ergebnisse und teilweise sehr große erfolgreiche und etablierte Formate.
Also wie viel Wahnsinn muss man mitbringen um zu sagen, ja da passe ich auch noch rein hier starten wir unser Format. Wir sind Journalisten. Die Regel ist ja, es ist zwar schon von allen alles gesagt aber noch nicht von uns. Also wenn man's ein bisschen lustig sagen würde... Aber ich glaube das ist ja in jeder Sparte wo man guckt, ist das Angebot schon groß und dann wenn man anfängt merkt man da ist doch eine Lücke und doch ein Publikum.
so war das bei uns. also wir hatten da jetzt auch kein großes, keine große Marktanalyse wo wir da reinstoßen wollen sondern wir haben uns einfach unser Publikums zusammen ... plaudert, würde ich jetzt mal sagen. Ja genau, Frankreich hat hier auch über dreihundertundachtzig Käsesorten. Warum braucht man dies?
Es ist eben Vielfalt erfreut und es ist ja auch ein Angebot. Ich meine aber... ... in der Medienangebote generell gut, dass viele Tageszeitungen gibt. Viele Channels, viele Apps und so also... ..."Lass tausend Blumen blühen", wie der große Mau gesagt hätte. Und das ist auch ein bisschen unser Motto. Aber Nils, was hat ein schlimmes Ende genommen?
Also das Projekt für die Zukunft sind dann die dreihundertundundachtzigste Kiesessorte im Frankreich auf den Markt zu bringen. oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Ja ganz genau! Es kann nie genug von Guten geben und besser noch ein Geschichtspodcast mehr als irgendein anderen Unsinn. Von daher haben wir uns, ehrlich gesagt, glaube ich über die Konkurrenzlage nicht so die Gedanken gemacht.
Man muss es ja eh versuchen. Es ist eben ein Wagnis und eine Unternehmung. Und angeboten hat uns gefreut dass viele Leute doch dann eingeschaltet haben Und meine Erfahrung ist, dass auch bei den Ja-HörerInnen das die eigentlich gar nicht genug bekommen können von Geschichte. Also es ist jetzt nicht so, dass man einen Geschichtspotcast hört und dann hört man keinen anderen sondern es ist eher so Gott sei Dank ich hab am Dienstag auch was weil am Mittwoch kommen dann die Kollegen aus der Geschichte und insofern ist da ein weites Feld, das man bespielen kann und das Publikum ist dankbar.
Ja, ganz angenehme Welt ist. Also ich kenne sie nicht alle aber einige haben wir schon auch kennengelernt und das ist irgendwie sehr kollegial und irgendwie gar nicht so Ellenbogen mäßig wie ich mir das in anderen Politikbereichen oder Journalisten-Journismus Bereichen vorstelle. Das heißt man hört auch durchaus die Konkurrenz.
jetzt habt ihr schon Geschichte aus der Geschichte, wen dies hier ein österreichischer Podcast muss man vielleicht aus Lokalpatriotismus dazusagen, das heißt man kennt sich Ja, man kennt sie schon und man trifft sich sicherlich auch mal auf Events. Auf Panels hat man schon den einen oder anderen getroffen.
und ja also Vielfalt ist wirklich toll und ich höre jetzt nicht so viel andere Geschichts. Podcast muss dich zugeben das liegt aber eher bei mir daran dass das natürlich eher in meiner Freizeit machen und dann will ich mal lieber was anderes hören. Also, ich höre zum Beispiel gerade Radsport-Podcasts weil wieder Tour de France Wochen sind.
aber generell kann ich eigentlich alle anderen Geschichtspodcast auch empfehlen. Wie war denn die tatsächliche Entstehungsgeschichte Joachim? Du hattest einen Job. Da hab ich sehr schmunzeln müssen, dass ich das gelesen habe. Das wär nämlich der Traumjob meines zwanzigjährigen Ichs gewesen! Du warst nämlich Redaktionsleiter bei Geo Epoche und Nils... Ich muss mir auch nicht viel dazusagen du warst auch bereits relativ bekannt in der Branche.
also wie ist das zustande gekommen? Ja erstmal das war auch immer ein Traum Job. es war auch mein Traum-Job und ich war wirklich sehr dankbar den auch ergattert zu haben. und wirklich ein tolles Magazin gibt's ja immer noch. Dann war es aber so, das ist... Das war im Frühjahr, im Jahr zwanzig, glaube ich.
Sich irgendjemand in den Kopf gesetzt hatte, dass man Geo-Epoche doch einstellen müsse. In der Verlagsleitung, das haben wir verhindern können, Gott sei Dank! Aber es war genau da, der Moment wo sich bei mir eine Amazon Tochter gemeldet hat namens Wandery Podcast Sparte damals und meinte, da hast du nicht Interesse einen Podcast mitzuentwickeln.
Und da hab ich ja gesagt auch weil ich eben wusste nicht wusste wie wird das noch werden mit Geo-Epoche? Und Geo Epoche ist dann gerettet worden. aber da war das Podcastprojekt schon soweit fortgeschritten dass sich gesagt hat also das möchte ich unbedingt weiter machen. und bis dann irgendwann der podcast tatsächlich den das Print Magazin bei mir irgendwie abgelöst hat und ich dann wirklich den Absprung gewagt habe.
Ja und natürlich ist auf dieser Reise auch irgendwann Nils dazugekommen. Gecastet wie bei so einer Ballgroup, aber reines Casting. Ich kannte weder den Jochen vorher noch sonst irgendwas noch diese Formate, aber ich finde generell ist ebenso das die Medienlandschaft, das hast du ja Daniel richtig bemerkt.
was früher Traumjobs waren sind es heute viel weniger von der Empfindung her Und die Mini-Landschaft wandelt sich eben sehr stark und das ist eigentlich, finde ich auch was Gutes. Also ich gehöre überhaupt nicht zu den Leuten. Ich bin ja sonst im deutschen Föttern groß geworden und da hat man immer so eine gewisse Nostalgie... Nach alten, besseren Zeiten.
Das gehört irgendwie so ein bisschen dazu und an diese großen Zeiten. alle eine Zeitung gelesen haben unter große Namen was die Tiert haben. Da gibt es überhaupt keinen Grund dem nachzutrauern oder zu sagen Leute lesen das weniger. ich finde Wandel sehr gut noch. beruflich muss man sich irgendwie alle paar Jahre neu aufstellen.
gucken. ist das noch so schön wie das mal war? Wie ich mir das erträumt habe vielleicht als junger Mann Und Podcast ist eben was Neues. Ich mache auch Newsletter und so, da werden auch sicher noch neue Sachen dazukommen in der Zukunft. Ja ich mag diese Dynamik. also das finde ich gut sich jetzt zurückzusagen.
Ich schreibe jetzt der Vierhundert Zahlen Essays und bin traurig dass das nicht alle lesen und so. Das wäre so nicht meine Art. Du hast ja schon im Aua Zitung zitiert, dann zitiere ich noch mal Wolf Biermann. Also nur wer sich ändert bleibt sich treu. das ist in meinem Fall. also es hat sich eigentlich nichts verändert.
Ich mache immer noch Geschichte Journalismus ich erzähle Geschichte ich erkläre geschichtliche Zusammenhänge ich mach's jetzt in einem anderen Format und wir gehts da so wie Nils. Das macht unglaublich viel Spaß dass er frischend. auch der Kontakt zu den Hörerinnen ist sehr viel enger man kriegt sehr viel mehr Feedback Und das ist eine echt tolle Sache.
Hatte die im Vorfeld irgendeine Erfahrung mit Audio, Video-Formaten? Irgendwas in die Richtung. Ich hab sogar schon mal einen Preis bekommen für ein Podcast oder nicht. Stimmt ja! Genau, genau, genau... Ich bin so lange deswegen habe ich das verdrängt aber sehr wenig Ja. Ich hatte mal einen Podcast gemacht für Audible also die Hörbuchsparte von Amazon Aber in meinem normalen Job und da kam dann auch der Kontakt zustande zu Wondery Und Gio Epoche hat auch einen sehr guten Podcast.
Verbrechen der Vergangenheit, da bin ich auch manchmal aufgetreten. Also ich hatte schon ein bisschen Vorerfahrung. aber jetzt also das kann man nicht vergleichen mit der Routine die wir jetzt mittlerweile entwickelt haben. Ich ginge einige Kollegen aus der Branche die versucht haben oder immer noch versuchen neue Podcasts zu starten und es ist teilweise verdammt schwierig da irgendwie Aufmerksamkeit und Zugriffe zu erlangen.
Und vielleicht irgendwann davon leben zu können oder es zumindest als ein gewissen Teil eines Mediums zu etablieren, der auch tatsächlich Umsatz bringt, das scheitert noch einige. Wie war das bei euch? Was habt ihr euch erwartet, als ihr gestartet habt? denn ein Selbstläufer ist ja auch im Geschichts-Podcast nicht automatisch.
also wir hatten einen ganz großen Vorteil und wenn man die Geschichte erzählen will. Also was bisher geschah in unserem Fall, da muss man sagen wir sind eben in den Markt gepusht worden von einem ganz großen Player also letztlich von Amazon und das hat uns natürlich einen großen Startvorteil verschafft als es nicht gesagt dass wir das geschafft hätten aus eigenem Antrieb wahrscheinlich nicht und dann kam's aber so Wanderie zerschlagen worden ist, irgendwie ausgestiegen ist auch aus dem deutschen Markt.
Und dass wir das Ding dann quasi übernommen haben. also es war ein bisschen der genaue Gegenteil von dem wie's normalerweise läuft man startet independent und irgendwann sucht man sich einen großen Partner und dann wird man groß. Wir sind mit einem großen Partner gestartet und sind dann independent geworden.
Also das war schon Ein echter Glücksfall. aber so ist es manchmal in der Geschichte Wirrung sich ergibt, die man vorher nicht so hätte vorstellen können. Ja, ich kenne ja auch viele Journalisten sozusagen in meinem Alter. Ich werde dieses Jahr sechzig die sagen, ich würde gern auch podcasten und sich das sehr leicht vorstellen aber es geht nicht ohne echte Profis.
Es ist eine eigene Branche. Das ist ein eigenes Gewerk und Handwerk Und wir hatten da natürlich Jochen als Geschichtssjournalist an meiner Seite. Aber für diese Podcastsparte hatten unsere beiden ursprünglichen Produzenten Lukas Schreiber und Tim Gleikam und vor allem unsere Producerin Simone Terbrack das wirklich, ich will nicht sagen von Kindesbeinen an.
Aber machen das schon sehr lange, kennen sich sehr gut aus. also es gibt da schon, man braucht schon eine professionelle Expertise um der Amarkt zu reussieren. Also einfach zu sagen, ich mach mein Mikro an und erzähle ein bisschen was ich erzähle ist so toll! Das wird dann was, so läuft's nichts sondern man... Es ist wirklich ja wie alle anderen Medien auch, braucht man da schon Leute die sich verdammt gut damit auskennen.
Das können jetzt die Zuhörerinnen und Zuschauer ja nicht sehen, aber ich glaube Simone ist ja auch noch hier. Sie hört zumindest zu. Vielleicht auch ein Shoutout an sie wenn ich euch so richtig zugehört habe. ohne sie ging es sehr viel nicht was ihr macht? Nein überhaupt nicht! Also auch als wir uns dann sozusagen unabhängig gemacht haben als wir den Podcast übernommen haben das war der große Glücksfall.
also Glück im Unglück. Simone war bei Wanderery angestellt hat ihren Job verloren gesagt, okay jetzt dann komme ich zu euch. Und das war für uns dann auch wirklich der Moment wo wir gesagt haben ja dann wird es vielleicht was. also weil alleine Nils und ich ... Wir können eine Menge aber ich glaube dass hätten wir wirklich nicht.
Das könnten wir nicht! Das ist wirklich auch wieder so ein Generationenmoment, wo ich dachte oh Mist jetzt kündigen Wanderer die Produktionsvertrag und wir sind erstmal damit am Ende finanziell. Und dann haben sowohl Simone als auch Jochen irgendwie gleich gesagt Und ich dachte, Leute, also Vorsicht und so.
Juhu! Jetzt können wir uns selbstständig machen... ...und jetzt können wir wirklich ins Abenteuer gehen. Also das war auch so ein Moment nicht nur irgendwie des Bedrückzeins oder dass es ein schlechter Nachricht gewesen wäre, sondern im Gegenteil. Die sahen beide gleich direkt die Chance. Ich glaube, das ist schon gewisser Generationsunterschied.
Ich denke immer noch an feste Verträge, feste Ställe und sowas aber die Zeiten haben sich auch da geändert. Monnery hat ja das gesamte deutschsprachige Projekt quasi eingestellt. Das heißt, sie war nicht unzufrieden mit euch wenn ich das jetzt richtig einordne sondern man hat einfach den deutschen markt aufgegeben.
wie habt ihr dann diesen sprung in die selbstständigkeit geschafft? Ich kann mich noch gut erinnern als dass passiert ist. auch in österreich war das zumindest in der branche ein kleines thema nämlich vor allem mit dem aspekt wow ein durchaus erfolgreicher podcast wird trotzdem nicht weitergeführt, weil ein großer Player in den USA sagt, ne lieber nichts daumen runter.
Ja es am Anfang gab natürlich eine lange Phase so wo auch der Unklarheit, wo man dachte, wo wir dachten das ist irgendwas im Busch und unseren Verlängerung wurde die eigentlich schon beschlossen war, die kam dann doch nicht. und dann als dann der große Knall kam, war ja klar es liegt nicht an uns sondern es ist einfach eine große strategische Entscheidung in den usa.
Und Wir haben dann Also schnell gesagt, wir wollen es weitermachen und haben uns natürlich überlegt in welchem Rahmen. Wir haben schnell eine Firma gegründet, wir haben auch natürlich uns überlegt wie wollen wir das weiterhin finanzieren? Jetzt muss man sagen Werbefinanzierung ist bei Geschichts Podcast jetzt nicht so üppig Es gibt es aber ist jetzt nicht So wie bei keine Ahnung wenn da irgendwie ein Pomi-Podcast ist.
Und dann haben wir gedacht, okay. Wir müssen auf jeden Fall unsere Userbase, unsere Fanbase nutzen und haben also sehr schnell so ein Abo-Modell aufgesetzt über Steady an Anbieter und haben natürlich eine Kampagne gemacht. Also nach dem Motto Wenn ihr uns weiter hören wollt, könnt ihr uns abonnieren.
Könnt ihr uns werbefrei hören gibt es perspektivisch auch Bonusmaterial. und das haben wirklich in sehr kurzer Zeit sehr viele Leute gemacht ausreichend viele um sicherzustellen, dass wir den Betrieb aufrechterhalten können. Und das ist jetzt fast ein Jahr her und jetzt kann man sagen ... Wir haben eine Tour gemacht und wir stehen wirklich auch finanziell auf sehr stabilen Beinen.
Also es wird weitergehen. Richtig, ganz wichtig im nächsten Frühjahr kommen wir auch noch Österreich. Sorry Nils! Ein wichtiger Aspekt davon ist eben auch die Unabhängigkeit. Also ich selber war ja viel oft angestellt in Redaktion und ich habe so ein kleines Widerwillen, davon abhängig zu sein von einer Person oder einem Konzern.
und das Gute ist wenn man eine breite Finanzierungsbasis hat durch die Hörerinnen und Hörera hat man auch einen gewissen Punkt an Souveränität und das finde ich für die zukünftige Gestaltung des Medienmarkts ganz gut dass man das eben auch die Menschen sich ein bisschen aussuchen können, was für Medienangebote sie haben und durch Finanzierung.
Und das klappt irgendwie ganz gut dank solcher, es gibt noch andere Dank solcher Plattformen wie Steady wo das leicht geht und auch leicht zu kündigen ist wenn man nicht mal zufrieden ist. umso aber wo man diese Konzerne so ein bisschen draußen hat. Apropos Konzerner also ich war ja Teil eines großen Konzerns zuletzt mit Gehörpoche Teil von RTL also letztlich Bertelsmann.
Und was mich da frustriert hat, war dass wir so klein waren in diesem großen Universum. So für Geschichte war da eigentlich keine Aufmerksamkeit mehr vorhanden, war mein Eindruck und es war extrem frustrierend das ich da viele Ideen hatte die ich aber in diesen riesigen Konzernen nicht umsetzen konnte wo man doch sagen kann naja eigentlich da sind doch die Mittel und das ist doch eine große Maschine Und das war irgendwie ein bisschen zäh.
Und jetzt, wo wir so eine ganz kleine agile Einheit sind, machen wir plötzlich ganz viele Sachen ... Also Tour hab ich schon angesprochen und wir hauen diesen Podcast raus und haben wirklich viele Ideen. Das ist wirklich etwas was ich mir am Anfang meiner Journalistenkarriere nicht hätte vorstellen können dass es mal so kommt.
Ich habe immer gedacht du musst natürlich in einem großen Laden ein großes Rad drehen aber es geht auch anders. Abhängig ist man ja trotzdem, zumindest von seinen eigenen Ideen. Weil ich glaube der Vorteil wenn man ein kleines Rad irgendwo im Teil eines großen Konzerns ist dass man sich auch durchaus mehr Fehler erlauben kann.
Bei euch ist ja die Fallhöhe deutlich höher. Wenn ich jetzt sage ihr wollt unbedingt eine Folge über die dreihundert achtzig Käsesorten in Frankreich machen ist vielleicht das Interesse bei den Zuhörern nicht ganz so hoch wie bei einer Folge über keine Ahnung Napoleon vielleicht und man spürts auch schneller vermute ich mal.
Ja also Glaube Nils würde wahrscheinlich eine Miniserie über die Käsesorten vorschlagen. Und ich bin mir nicht sicher, ob das vielleicht mittlerweile sogar funktionieren würde? Wir würden uns natürlich was... Ich will es nicht verschreiben! ...was ausdenken. Ja also klar wir wissen ja sind davon abhängig dass die Leute unseren Podcast hören.
Mittlerweile haben wir aber auch ein echt treue Fanbase und wir haben ne solide Grundeinschaltquote sag' ich mal. und natürlich gibt's Unterschiede. Aber wir haben da eine sehr gute Mischung gefunden zwischen Dingen, die Schurshots sind. Die Klassiker bei den geschichtlichen Themen aber auch einfach mal Themen, die wir wichtig finden und uns interessieren.
Wir haben auch durchaus schon kleinere Themen behandelt und auch die kommen an. Und in dieser Mischungen glaube ich entsteht dann ein sehr attraktives Angebot. Jetzt sind wir schon beim den Themen gewesen. Da brauchen wir vielleicht doch da kurz einen... Wie entsteht denn eine Folge, was bisher geschah von der Themenfindung bis zur tatsächlichen Aufnahme?
Wir haben einen langen Themenplan. Den haben wir zusammen gefüllt mit unseren Ideen. Und der ist auf Jahre hin gefilmt. Wir haben immer so viele Ideen, wir können fünf oder zehn Jahre diesen Themenplan füllen weil uns dauernd auch wenn wir zusammen sind mit Hörerinnen und Hörern dann kommt auch immer jemand nach Veranstaltung und sagt mach doch mal was darüber.
als meistens eine sehr gute Idee schreiben wir dann auf die lange Lange Liste und ja genau dann wird es ein bisschen gruppiert. das der Rhythmus nicht so eintönig ist das alte Geschichte also alle Epochenmal bis in alle Farben so ein bisschen mischen. Aber wir machen uns jetzt da nicht verrückt, sozusagen.
Was ist die meiste Quote? Oder was ist das Jubiläum oder so? Sondern versuchen da ein bisschen cool zu bleiben. Ja also das Schöne ist ja Geschichte ist nachwachsender Rohstoff. Also das geht einem nicht aus und die Folgen haben natürlich auch eine höhere Halbwertzeit als keine Ahnung. Eine Folge über ein aktuelles politisches Ereignis.
Wir haben diesen Plan aber manchmal ist es auch so dass Nils sagt Das habe ich irgendwie ein Buch gelesen, das finde ich irgendwie spannend oder ich und dann schlenzen wir es da noch in die Planung. Und auch da macht sich eben diese Unabhängigkeit so bemerkbar – Wir können das einfach machen! Also wenn Simone nicht nein sagt, also wir beschließen das Collegial, können wir eigentlich machen was für wollen?
Ist toll! euch wenig bis gar nichts sagen, also wo ihr quasi von null auch anfangen müsst. Denn selbst Historiker kennen natürlich nicht die gesamte Geschichte. Absolut! Das ist sogar das Spannste finde ich, dass man eben selber auch da lernt. Also es gibt echt nichts Schöneres als wenn ich mich da einarbeite in Thematiken Z.B., wer hat mal eine Folge gemacht mit den Frankfurter homosexuellen Prozesse?
Darüber wusste ich wirklich recht wenig, also das Milieu fand ich total spannend. oder bei dem Boxeraufstand. Das war bei mir völlig blinder Fleck. auf der Landkarte und darüber zu lesen und nachzuvollziehen und da so einzutauchen in diese Welt – das ist echt auch das Tolle annehmen! Wenn ich jetzt immer nur erzählen sollte über Sachen die ich schon kenne, Frankreichs Käsesorten, werden wir doch messen langweilig.
Ja, also das muss man ganz klar sagen. Wir sind natürlich irgendwie Geschichte studiert Nils hat sogar promoviert. wir wissen irgendwie was Geschichtswissenschaft ist haben großes Allgemeinwissen Historisches würde ich sagen gute Struktur in die wir das einbetten können. aber bei jeder Folge steigen wir natürlich in die Literatur ein lesen uns ein strukturieren.
dass es wirklich erinnert mich manchmal wirklich ans Studium Also eine sehr intensive Orientierungsphase. Und dann schreibt es ja einer von uns auf, also wir haben so ein Art Schlachtplan für die Folge und derjenige das gemacht hat ist dann auch so bisschen federführend erzählt dem anderen die Geschichte.
aber natürlich ist es so dass der andere immer sich auch einarbeitet und daraus entsteht dann im besten Fall halt so ein gutes Gespräch. Seid ihr durchgeskriptet eigentlich? Also wenn du was erzählst, ist das von Anfang bis zum Ende durchorchestriert und Nils Einsätze sind getimed. Nee also wir haben einen ganz klaren Plan.
Wir wissen was wir machen wollen Und mir hilft es zb auch einfach Dinge einfach mal zu formulieren Weil ich finde formulieren und denken gehört irgendwie zusammen. Aber dann im Vortrag Ist es schon auch irgendwie frei dann auch häufiger mal spontan. Also ich schreibe natürlich jetzt nicht, was Nils antwortet, sondern ich schreite mir mal eine Frage auf, was ich gern von Nils wissen möchte zum Beispiel, was ist dein Lieblingskäse?
Warum gerade Rockfort und daraus... also man braucht die Grundlage weil man natürlich auch unglaublich viele Fakten parat haben muss und natürlich auch O-Töne recherchiert und so. aber es ist nicht abgelesen das würde man auch merken glaube Ja, das merkt man im Podcast relativ schnell. Gibt es Themen eigentlich von denen ihr sagt sicher nicht?
Dann lasst mal die Finger vor. Also wir haben unsere allerersten Folgen waren über Werner Best ist ein eher vergessener NS-Verbrecher. also in der breiten Öffentlichkeit und das war auch eine bewusste Entscheidung von uns zu sagen ja es ist Infotainment was wir machen aber das heißt nicht dass wir irgendwie die harten die schwierigen Themen aussparen.
Und es gibt immer noch Themen, wo man auch mal humorvoll ran gehen kann. aber wir lassen eigentlich nichts aus oder? Genau mit unserem Aspekt so da ranzugehen. Ich wüsste jetzt kein Thema wo ich sagen würde oh bitte bitte nicht sei denn jetzt irgendwie aktuelle über die Geschichte der Dschungelstars oder sowas, wo ich ein bisschen Fallhöhe habe.
Habe ich vergeblich vorgeschlagen. Aber es muss schon... Also ich arbeite, es gibt auch immer noch so Traum. Wir hatten jetzt eine Folge bei Marilyn Monroe, mein großer Star in meinem Leben. Meine Göttin ist ja Jodie Foster und also eine Folge über Jodie foster hat. das würde ich mir noch wünschen. Es fehlt halt ein bisschen noch die historisch politische Relevanz.
aber Klima schon hin. Simone hört ja mit! Das ist notiert Und das kommt dann auf die Liste und sieben und dreißig ist dann soweit wenn ich das richtig verstehe Wenn Sie den Oscar für ihr Lebenswerk bekommt. Ich frage mich auch deswegen wegen Themen, die vielleicht etwas heikel sind. Sie haben ab dem Sommer, im Winter, den großen Mehrteiler über den Nord-Ostkonflikt gemacht und wie geht ihr denn mit solchen wirklich sehr aufgeladenen Themen um?
Vor allem zu diesem Zeitpunkt war ja der Krieg im Gasserstreifen noch in vollem Gange und ich kenne das aus der eigenen Arbeit. wenn man es von außen betrachtet ist eigentlich ein Thema wo man es niemanden recht machen kann und sich immer nur feinde macht. Ja, der Trick war dass wir das am Anfang genau gesagt haben Also dadurch ein bisschen so entschärft haben.
Wir haben gesagt, das ist eine kontroverses Thema und wir werden das natürlich nach allen journalistischen Qualitätskriterien bearbeiten. aber wissen wir werden es nicht allen recht machen Und wir werden Feuer von beiden Seiten geben. Es gibt ja auch beiden Seiten Extrempositionen. Die Folgen habe ich geschrieben.
Das war schon höchst Schwierigkeit. Weil man das natürlich immer im Hinterkopf hat, dass man da besonders sorgfältig sein muss und ausgewogen machen muss. Der Trick war neben diesem die Kritik vorwegnehmen, sich wirklich auf die Geschichte zu konzentrieren, wirklich zu erzählen was es passiert, möglichst aus mehreren Perspektiven und ja sozusagen die Fakten für sich sprechen lässt nach Möglichkeit.
Und natürlich haben wir ... Wir haben ein relativ, also wir haben mit dem ja im Jahr zweitausend ungefähr aufgehört. Also mit den Beginn der Zweiten in die Fader. Also auch da haben wir uns jetzt nicht der aktuellen... Die aktuelle Geschichte haben wir angesprochen aber das war nicht das Hauptthema. Das hat es auch erleichtert und wir haben ja wieder Drehfußaffäre angefangen.
Das heißt, der Bogen war schon sehr, sehr lang und wir hatten dafür eigentlich auch erst mal nur Anerkennung kommen. Es gab sehr, sehr wenig Kritik und wir sind ja in diesem vergiftete Meinungsklima gar nicht reingeraten zum Glück im Gegenteil. ich habe öfter mal gesehen wie auf X oder so wenn sich die Leute da wieder eschofieren sagen hört euch mal die vierteile an und Dings und dann können wir nochmal diskutieren.
es dient eher zur Versachlichung dieser sehr komplizierten Debatte und das hat gut geklappt. Es war auch deswegen so schwierig, weil wir natürlich aus Fachliteratur arbeiten und das ist ja auch letztlich Übersetzungstätigkeit. Und bei dem Thema ist es mir wirklich aufgefallen dass auch da die Fachliteratur so polarisiert war wie eigentlich bei keinem anderen Thema das ich bisher bearbeitet habe und auch der Anspruch oder sagen wir die Anforderungen an uns waren da deutlich höher.
also man konnte sich dann nicht auf... Forschung nicht eins zu eins übersetzen, sondern musste wirklich da viel abwägen. sieben und so weiter. Interessant in diesem Zusammenhang auch wenn du jetzt schon die Übersetzung und die Literatur ansprichst ein Kollege oder Mitbewerber von euch wie auch immer Richard Hemmer eben vom Geschichten aus der Geschichte meinte er in einem anderen Podcast einmal das er und sein Kollege natürlich einen gewissen eurozentristischen Blick auf die Geschichte hätten, was eben allein schon beispielsweise an den Übersetzungen liegt.
Man spricht vielleicht Deutsch, Englisch noch Französisch aber wenn es um den asiatischen Raum geht wird schon schwieriger. Merkt ihr das auch? Gibt's diesen Vorwurf in eurer Richtung auch und merkt es auch beim Interesse der Zuhörer? weil das ist etwas was Hemmer auch sagt. man interessiert sich dann doch eigentlich mehr für die eigenen Verwände als wir jetzt was am anderen Ende des Planeten stattfindet.
ja Also das ist auch etwas, was ich aus der Arbeit bei Geo-Epoche kenne. Wir haben ein fantastisches Heft über Afrika mal gemacht, afrikanische Geschichte. Das hat sich schon wirklich einige Jahre her... ...das hat sich nicht so gut verkauft! Es ist den Leuten dann doch fremd oder vielleicht ist es auch eher geringeres Interesse?
Das ist so und wir versuchen da immer gegenzusteuern, auch mal zu sagen, wir gehen jetzt mal weg aus Europa, wir machen mal bewusst was anderes aber trotzdem bleibt auch immer bei uns. Wir haben eine Brille auf die wir eigentlich nicht absetzen können durch die wir auf die Welt schauen und das ist... Auch wenn man selbstkritisch ist ne eurozentrische Brille Das kann man gar nicht leugnen.
Ja, ich glaube man muss auch dazustehen und sagen woher man kommt wenn man ist. Und das halt immer wieder transparent machen und sagen dass es jetzt was wir hier servieren ist nicht die universelle Wahrheit ein für alle mal sondern das ist natürlich unsere Sicht der Dinge und erklären wie die zustande kommt aber eben auch versuch anzudeuten dass es da eben blinde Flecken gibt.
Ich finde es immer ganz lustig zu schauen ja was so manche gerade konservativ oder rechte kreise dann immer wenn sie sprechen von einen antiken und in anfänglich weißen Tradition der europäischen Antike hinzuweisen, dass jemand wie Cleopatra durchaus komplizierter ist und dass die Komplexität auch gerade in der Antike viel höher ist als manche politisch.
benutzt, also da so ein bisschen die Komplexität erhöhen. Das ist schon ein bisschen unser Auftrag. aber klar jeder hat auch eine Familiengeschichte, die das Interesse für Geschichte leitet. was hat der Opa mal erzählt? oder bei uns in der Nähe steht ein Bismarck denkmal. Das interessiert natürlich die Leute mehr als irgendwelche Zusammenhängen in fern Ländern, aber das schließt sich nicht aus und wir machen das schon auch halt in geringer Dosis Aber man merkt schon, oder?
Also wenn ich das richtig verstehe die... Keine Ahnung. Der Mehrteil über Bismarck, weil der Name schon gefallen ist geht besser wahrscheinlich als der über Cleopatra. Cleopatra würde ich sagen ist schon auch eine internationale Marke. Ja natürlich. Also Bismarcks liegt natürlich gut. Ich würde eher sagen also bei uns war es also der Boxer-Aufstand Rebellion um nineteenhundert China Imperialismus Ich würde auch sagen Die Folge über den Paragraphen, die homosexuellen Verfolgung.
Auch nach ... ... in der Bundesrepublik lief auch eher etwas schlechter. Aber wie gesagt das Grundinteresse ist da und wir versuchen natürlich immer wieder Reize zu setzen und sagen so also das gibt es auch. aber letztlich sind es natürlich ja die Themen die ein bisschen vertrauter sind Wo die Einschaltquote etwas höher ist, ist einfach so.
Vielleicht noch einmal generell zum Thema Geschichte. könnt ihr euch und wir haben es ja vorher schon kurz gestreift erklären warum Geschichts-Podcasts derzeit so einen Boom erleben? Ist es vielleicht auch Eskapismus ein bisschen denn ein Werner Bestso schrecklich er auch war Er kann mal in Wahrheit heute nichts mehr antun Und ich kann's mir anhören ohne irgendwie für mein tägliches Leben betroffen zu sein.
Also Eskapismus spielt schon auch manchmal eine Rolle. Also ich glaube, es ist ein Element. Aber das andere ist eher Orientierung. Das ist eine Mischung oder ist von Thema zu Thema unterschiedlich? Wir leben in Zeiten wo historisch bewegten Zeiten, das ist eigentlich immer nicht so doll und dementsprechend suchen Menschen verstärkt nach Orientierung – das ist meine These!
Wie sind wir überhaupt hier hingekommen in dieses Schlamassel? Wer sind wir eigentlich? Wie geht's weiter? Gibt es vielleicht in der Vergangenheit irgendwie ähnlich gelagerte Fälle, wo man etwas draus lernen kann. Was immer schwierig ist aus der Geschichte lernen. Ich glaube das ist ein Teil dieser neuen Geschichtswelle die ich jetzt mal hier ausrufen würde.
Ja wir haben ja so'n bisschen das Ideal der Kölner Psychologe Stefan Grünewald hat es gesagt, das Ideall der permanenten Gegenwart also dass man denkt Uns geht es auch so gut wie noch nie. Wir haben so tolles Entertainment und es geht darum dieses Leben irgendwie zu optimieren, den Körper zu optimiren und das alles in vollen Zügen zu genießen.
und diese Rückschau und auch den Blick in die Zukunft was ist der Fortschritt? Das ist alles so dessen Perspektiven, Zeitperspektiven dies ein bisschen schwer haben in unserer digitalen Gegenwart Und ich glaube dass ist so'n Manco das viele empfinden. Schulunterricht in Geschichte ist ja meistens nicht so befriedigend gewesen, habe ich vielen Gesprächen entnommen.
und auch interessant dass viele Hörerinnen und Hörern sagen sie hätten selber vielleicht gerne Geschichte studiert aber die Eltern waren nicht so einverstanden haben sowas anderes gemacht und so. also aber dieses Gefühl zu erforschen und zu lernen darüber wie Jochen gesagt hat wie dieser heutige Schlamassel eigentlich entstanden ist und warum diese Gegenwart so einerseits verführerisch in vielen Aspekten auf der anderen Seite natürlich nicht alles ist, was es gibt.
Das ist schon so ein bisschen die Einstiegsdroge und wenn man dann einmal anfängt bei uns eine Episode zu hören oder bleiben die Leute dran? Ich habe nämlich auch diesen Eskapismus deswegen gefragt weil Joachim, du nielst immer wieder mal rügst im Podcast und mir ist diese Frage aufgetragen worden von einem Freund für mich.
Ich möchte das unbedingt fragen, wenn er nämlich Donald Trump erwähnt. Und ich hab mir schon öfter gedacht, Die Zuhörer rausreißt aus dem Thema, wenn die unangenehme Gegenwart versetzt oder woran liegt das? Also ich rüge ihn nicht würde ich sagen. Ich könnte auch viel über Trump sprechen. Ich erinnere ihn nur daran dass ab und zu Leute sich beschwert haben, dass er Trump zu häufig erwähnt.
also ich bin da so ein bisschen... Das Korrektiv. Ich finde aber schon, dass man natürlich über Trump sprechen muss und wir tun das eben auch häufig. Wir haben einen Mehrteiler gemacht über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg jetzt der zweieinfünfzigste Jubiläum der Unabhängigkeit weil eben auch Trump jemand ist mit historischem Narrativen arbeitet auf eine sehr crude Art und Weise.
also dieses ganze Make America Great Again stellt ja die Frage wann war Amerika great? Warum, warum ist es angeblich nicht mehr? Also man kommt schon auf natürlichem Wege zu Trump. Aber das ist eher so ein Gag nach dem Motto Nils jetzt halt ich mal zurück du weißt auch dann kriegst du wieder einen bösen Brief.
Ich werde sehr streng behandelt Kleiner Stass, ein Schatz. Wir müssen... Es ist aber richtig, weil Donald Trump ist da wirklich auch ein bisschen deprimierende Figur, deprimierenes Thema. Zum Beispiel bei meiner Frau kann ich schon gar nichts mehr beim Abendessen über Trump erzählen und dann winkt die gleich ab bitte nicht.
Insofern verstehe ich schon dass man das vorsichtig sein muss, weil das verdirbt immer so ein bisschen die Stimmung. Manchmal ist es schon wichtig Trump selber eben diesen allumfassenden medialen Auftritt hat und sich so als Gesamtkunstwerk immer geriert, auf allen Kanälen da und präsent ist. Wenn man immer einen Ansatz haben muss okay Moment das ist nicht das ganze Bild.
Er behauptet zwar dies und das aber es gibt... Man kann noch ein bisschen anders drauf schauen. ab und zu ist es aber wichtig nur in einer gesunden Dosis. Das finde ich auf jeden Fall auch richtig. Ich glaube zuhörer dieses Podcasts wo ihr beide gerade zur Gastzeit die sind vielleicht inzwischen ähnlicher Meinung.
Wir sprechen wahnsinnig viel über Donald Trump, fast jede zweite Folge mal als Nachrichten-Podcast kommt noch nicht vorbei? Ja es ist schlimm! Es ist schlimm aber es ist nun mal so. Also man kann natürlich... Trump ist für uns eben auch diese Frage nochmal was unsere Brille ist. Trump is' für uns natürlich extrem wichtig also wir im Bundesrepublik oder auch in Österreich mit Westbindung.
die USA sind einfach für uns extrem wichtig. Man kann auch viel über Putin reden. Auch der hat ein sehr schräges historisches Narrativ, das für ihn sehr wichtig ist. Aber Trump ist noch mal für uns die wichtigere Bezugspersonen? Immer wenn mich Zuhörer fragen, warum wir denn so viel über Donald Trump oder auch über Krieg sprechen, insofern sein Thema an dem man nicht vorbeikommt, ist meine Antwort immer ich würde am liebsten gar nicht drüber sprechen aber wir kommen einfach nicht dran vorbei.
Ich glaube, die Gegenwart schreibt es uns einfach vor, da habt ihr den Vorteil, ihr könnt über Sachen reden Ein bisschen länger her sind. Vielleicht abschließend, ihr beide habt Geschichte studiert. aber muss man denn eure Einschätzung nach Geschichte studieren haben um Geschichten zu erzählen? Nein würde ich nicht sagen.
also es gibt ja viele die Geschichten erzählen und anderen Hintergrund haben. Mir hilft das Geschichtsstudium als erst mal ein Schicht Das Basis wissen, ich habe einfach ein großes historisches Allgemeinwissen. Ich kann Dinge besser einordnen und ich hab auch einen Vorsprung sozusagen. Und natürlich ... Also ich hab einen besseren Bezug glaube ich zur Geschichte und weiß auf wie man mit historischer Fachliteratur umgeht, mit Quellen umgeht... was wissenschaftliches Arbeiten ist und das einzuordnen.
Und eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur gut klingt oder irgendwie die Emotionen anspricht sondern auch geschichtliche Zusammenhänge erklärt und die Geschichte nicht verfälscht und eben ja so bisschen auf dem Fundament der Quellen steht. Aber letztlich ist natürlich dieses Geschichten Erzählen nochmal einen anderen Zutat.
Die muss man, würde ich sagen lernt man wahrscheinlich sogar ... im normalen Geschichtsstudium. Ja, es ist ein tolles Studium! Also wer auch immer das hört und sich das vielleicht überlegt... also nur Mut? Das lohnt sich auf jeden Fall. Und eine Sache, die man da wirklich lernt und das ist unheimlich wichtig für das was wir machen.
Das ist so ein typisches Druckerreflex einerseits andererseits oder zwar aber und sodass man nicht direkt so jubelt. also man würde nie sagen hier Wir haben die Wurzeln als europäische Kultur und das sind die großen Männer und Frauen in der Geschichte sondern Und auch jeder wird noch mal vorgenommen.
Also wir hatten jetzt auf unserer Tournee, kamen die Räder auf Metternich der ja wirklich in einer großen historischen Presse ein sehr schlechtes Image hat. Wir haben ihn sogar als Lord Sif des Vormerz bezeichnet aus der Star Wars Universum aber natürlich hat die Geschichtsschreibung ihn irgendwann wieder rehabilitiert.
Ich hab eher ein positives Bild von Napoleon, aber es gibt nicht unendlich viele Geschichtstreibungen die drauf hinweisen. Das heißt dass man sich nie zufrieden gibt und das ist immer so wie Ebbe und Flut und sie sich die Sachen auch noch mal vornimmt und sagt vor fünf Jahren hatte ich vielleicht jedes Urteil was gibt's an neuer Fachliteratur?
Und das schaue ich mir wieder an. also das tolle Angeschichte ist gerade dieses Zukunftsgewandte, dass man denkt okay des Urteil wird immer wieder revidiert und daher bleibt doch immer spannend. Das ist glaube ich ganz wichtig, was man im Studium wirklich lernt. Dass es nicht die Geschichte gibt. Dass das nicht ein Buch gibt, da steht die Geschichte drin und die ist halt so... Und die lernt man dann auswendig sondern dass es eben wie Nils sagt einen Prozess ist des Abwägens.
jede Generation blickt mit dem eigenen Blick auf die Quellen manchmal kommen wir hoffentlich auch mal neue Quellen hinzu und dass das eben ein Prozess in dem sich eben auch sehr viel Gegenwart spiegelt. Ich glaube, das ist so ein Grundverständnis, dass man hoffentlich aus einem Geschichtsstudium mitnimmt.
Das heißt die Vergangenheit verändert sich? Obwohl... Also Die Vergangenkeit verändert sich mit der Zukunft könnte man sagen oder wie ich finde mir, das es ein sehr prominentes Beispiel ist ja Christopher Clark, der eine sehr bekannte These eben wies der erste Weltkrieg ausgebrochen wäre. Weniger vor zehn, fünfzehn Jahren ist es veröffentlicht worden sein sehr bekanntes Buch The Schlafwandler über den Haufen geworfen hat und nochmal eine Debatte hundert Jahre nach diesem Krieg angezettelt hat.
Also da beschäftige ich mich gerade mit, ein bisschen ohne hier Spoilern zu wollen. Eine Folge über die Juli-Krise? Warum eigentlich ja? Ja, das erfährst du noch nicht! Ist auch für österreichische Hörer sehr interessant natürlich. Ich finde den Ausbruch oder die Entfestlung je nachdem, da fängt es schon an des Ersten Weltkriegs ist ein fantastisches Beispiel dafür, wie zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Gruppen darauf geguckt haben.
Mal war Deutschland alleine schuld und wollte eigentlich die Weltherrschaft erringen dann war es irgendwie ein Art Betriebsunfall der Geschichte. alle sind schuld mal was die logische Konsequenz aus der deutschen Geschichte mal nicht. also Und das ist wirklich genau dass und Man kann darüber immer noch große Bücher schreiben forschen sich den Kopf zerbrechen weil es weil die geschichte das muss man auch sagen Einfach auch eine komplexe Angelegenheit ist.
Eben nicht etwas, was man so einfach in einen Buch aufschreibt und dann kann man das weglegen und dann ist es geklärt, sondern es ist eben ein Prozess. Ihr beiden vielleicht. abschließend... Jetzt ist gerade Sommerpause wenn ich das auf meiner Podcast-App richtig gesehen habe. Es gibt so Sommerfolgen, einmal in der Woche So Stadtspaziergänge über historische in aktuellen Städten aus historischen Zeiten.
Um es richtig zu sagen, wie geht's denn im Herbst weiter? Könnt ihr uns irgendwas verraten? Also wir haben dieses Sommerspecial. das ist für unsere Steady-Abonnenten. die bekommen sogar noch mehr Folgen wenn sie uns unterstützen und dann machen wir ganz normal weiter mit regulären Folgen In der zweiten Jahreshälfte noch einen ganz großen Mehrteiler geben und dann werden wir auch wie immer im Dezember unseren Adventskalender machen mit so kürzeren Folgen, dafür täglich.
Und dann – ganz wichtig das haben wir ernaunst! Im Frühjahr geht es dann auf. unsere zweite Tour ist eine noch größere Tour und wir kommen dann auch nach Wien und da freuen uns schon sehr drauf. Das ist ja einfach eine fantastische Stadt mit viel Geschichte. Ihr könnt ruhig das Datum sagen, wenn ihr nach Wien kommt.
Ich weiß es zufälligerweise, ich hab's nachgeschaut. Sehr gut! Es müsste anfangen... Ich gucke nach? Das wäre natürlich jetzt der Moment für Simone, weil die sowas weiß. Simone Terback schickt mir immer Blocker für Termini, glaubst du? Ich sag's euch gleich wir sind am neunten... Nee, am achten Mai sind wir in Wien.
Vorverkauf läuft momentan nur für unsere Steady-Abonnenten, wird dann aber auch demnächst freigeschaltet. Also achter Mai sind wir im Wien. was ist noch für Österreicher gut erreichbar, Ninzehintersexta München! Vielen Dank ihr beiden fürs wahnsinnig spannende Gespräch und über den Einblick in eure Arbeit.
ich glaube die Zuhörerinnen und Zuhöre die euch auch hören werden im Herbst und natürlich jetzt auch im Sommer dran bleiben. Und vielleicht jene, die es noch nicht getan haben und für die das heute was ganz Neues war... Vielleicht konnten sie etwas mitnehmen? Vielen Dank fürs Gespräch! Danke lieber, dass wir hier sein durften!
Vielen Dank! Und hoffentlich bis zum achten Mai! Ja ich werde's einrichten! Wenn euch Thema des Tages gefallen hat, dann abonniert den Kanal auf der Podcast-Platform eurer Wahl oder auch auf YouTube. Das sind wir immer öfter wie die Videopodcasts vertreten. Einfach Kanal abonnieren und nicht vergessen Glocke drücken.
Ich bin Daniel Retschitzekker, vielen dank fürs dabei sein. Bis zum nächsten Mal.