
Tierisch Deutlich· Staffel 2· Folge 41
039 Was dein Tier von dir lernt
Mittwoch, 7. Oktober 2026 · 15 min
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Shownotes
Der Podcast für Menschen, die von Tieren lernen – mit Tierkommunikation, Intuition, Bewusstsein und inspirierenden Geschichten für eine tiefere Verbindung zu deinem Tiergefährten und zu dir selbst.
Was dein Tier von dir lernt
Shownotes
Ich habe heute zwei Hunde, die nicht bellen, wenn es an der Haustür klingelt.
Und das Verrückte daran ist: Ich habe das nie trainiert.
Kein Klingeltraining. Keine Übung. Gar nichts.
Das Ganze begann mit meiner damals 17-jährigen Hündin Ljoma, die kaum noch hörte, und einem jungen Hund, der sehr genau beobachtete, wie wir auf die Welt reagieren.
Denn Tiere lernen nicht nur das, was wir ihnen bewusst beibringen. Sie beobachten uns, orientieren sich an uns und an anderen Tieren und lernen dabei ständig etwas über die Welt, in der sie mit uns leben.
Zusammenfassung und Stichpunkte
Was lernt dein Tier von dir, ohne dass du es ihm jemals bewusst beigebracht hast?
Als Miro zu mir kam, erlebte er, dass meine alte Hündin Ljoma nicht auf die Türklingel reagierte. Er schaute zu ihr, dann zu mir und blieb ebenfalls ruhig.
Jahre später kam Niola zu uns. Beim ersten Klingeln schaute sie zu Miro, dann zu mir und machte ebenfalls keinen Mucks.
Bis heute habe ich zwei Hunde, die nicht bellen, wenn es klingelt. Ohne dass ich das jemals trainiert hätte.
Doch Tiere lernen noch viel mehr durch unser Verhalten und die Erfahrungen, die sie mit uns machen.
Als Niola neu bei mir war, hatte sie Angst vor Menschen, die direkt auf sie zugingen. Ich zwang sie nicht, sich anfassen zu lassen. Einige Monate später ging sie von sich aus auf denselben Nachbarn zu, vor dem sie zuvor zurückgewichen war.
Und meine Hündin Ljoma war so traumatisiert, als sie zu mir kam, dass selbst das gemeinsame Verteilen von Leckerlis mit meinen anderen Hunden für sie zu viel war. Statt diese Situation mit ihr zu trainieren, gab ich ihr den Raum und die Zeit, die sie brauchte. Irgendwann konnte sie ganz selbstverständlich mit den anderen warten.
Nicht jedes Lernen braucht Training. Manchmal braucht Entwicklung vor allem Sicherheit und Zeit.
In dieser Episode erfährst du:
• Warum Tiere nicht nur durch Training, sondern vor allem durch Beziehung lernen.
• Wie sich Tiere an uns und an anderen Tieren orientieren.
• Warum Miro und Niola gelernt haben, bei der Türklingel ruhig zu bleiben.
• Wie Sicherheit entstehen kann, wenn wir das Nein unseres Tieres respektieren.
• Warum Vertrauen für mich in beide Richtungen funktioniert.
• Was meine traumatisierte Hündin Ljoma über Lernen ohne Druck gezeigt hat.
• Warum unsere menschliche Welt für Tiere keineswegs selbstverständlich ist.
• Wie stark unser Verhalten beeinflusst, wie Tiere diese Welt einordnen.
• Warum Lernen zwischen Mensch und Tier keine Einbahnstrasse ist.
Eine meiner schönsten Erfahrungen dazu hatte ich mit einem kleinen Zierfinken.
Ich wollte mithilfe einer Tiermeditation erleben, wie sich seine Welt anfühlt. Nachdem wir fertig waren, kam von ihm sinngemäss die Frage:
«Können wir das jetzt auch umgekehrt machen?»
Er wollte erfahren, wie sich Menschsein anfühlt.
Ich wollte seine Welt verstehen. Und er wollte meine verstehen.
Genau das ist für mich Beziehung.
Wir lernen von unseren Tieren. Sie lernen von uns. Wir beobachten und beeinflussen uns gegenseitig und versuchen manchmal einfach beide, die Welt des anderen ein bisschen besser zu verstehen.
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Ich habe heute zwei Hunde, die nicht bellen wenn es an der Haustüre klingelt. Und das Verrückte daran ist ich hab das nie trainiert! Kein Klingeltraining keine Übung gar nichts. Das Ganze begann mit meiner damals siebzehnjährigen Hündin Lyoma, die kaum noch hörte und einem jungen Hund der einfach sehr genau beobachtet hat wie wir auf die Welt reagieren.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Tierist deutlich! Schön dass du heute wieder dabei bist. Wir sprechen sehr oft darüber was wir Menschen von Tieren lernen können Und darüber habe ich ja auch schon einige Male gesprochen Aber... Wie sieht es umgekehrt aus? Was lernen unsere Tiere von uns?
und ich meine damit nicht nur Sitz, Platz, Kommen oder irgendwelche Dinge die wir einem Tier bewusst beibringen. Tiere leben mit uns in einer menschlichen Welt. sie beobachten uns Sie orientieren sich an uns Sie versuchen herauszufinden wie diese Welt funktioniert Und manchmal lernen sie etwas ohne dass wir ihnen jemals bewusst etwas beigebracht haben.
Genau das habe ich mit meinen Hunden sehr eindrücklich erlebt! Als Miro zu mir kam, war er ungefähr ein Jahr und drei Monate alt. Meine Hündin Lyoma war damals bereits siebzehn – und Lyoma hörte nicht mehr besonders gut. Das bedeutete unter anderem wenn es an der Haustüre klingelte reagierte sie nicht.
Sie hörde die Klingel schlicht nicht mehr richtig Miro war noch nicht lange bei mir, als es das erste Mal klingelte. Ich beobachtete ihn! Er hörte die Klingel? Dann schaute er zu Lyoma. Lyoma reagierte nicht... dann schahte er mich an und ich blieb auch ruhig. Und was machte Miro? Er bliebe ruhig! Kein Bällen?
Gar nichts. Und ich dachte okay, war das jetzt Zufall?! Dann klingelt er es wieder Mirobli brühig. Beim nächsten Mal wieder! Und irgendwann war mir klar, der hatte sich orientiert. Zuerst an Lyoma und dann an mir. Und offenbar war seine Schlussfolgerung AHA Wenn dieses Geräusch kommt passiert hier nichts worüber man sich aufregen muss.
Nicht fand das total spannend. Einige Jahre später starb Lyoma mit über zwanzig Jahren... ...und dann kam die kleine Niola zu mir. Niola war neun Monate alt und irgendwann klingelte es zum ersten Mal an der Tür, und ich dachte oh-oh jetzt ist das vorbei mit der Ruhe die Kleine wird bellen! Und wenn sie anfängt, wird Miro wahrscheinlich mitmachen.
Es klinglte. Miro machte keinen Mux. Niolan schaute zu Miro dann schahte sie zu mir und sie sagte ebenfalls nichts. Aha! Hier bellt man also nicht, wenn es klingelt. Und bis heute habe ich zwei Hunde die bei der Tür klingeln nicht bellen ohne dass sich jemals irgendetwas trainiert hätte. Das Ganze begann damit das sich ein junger Hund an einer alten fast Taubenhündin orientiert hat und Jahre später orientiert sich die nächste junge Hündin wiederum an ihm und an mir.
Und genau das finde ich wichtig. Unsere Tiere lernen nicht nur dann von uns, wenn wir glauben, dass wir ihnen gerade etwas beibringen. Sie beobachten uns ständig! Wir reagieren wieder auf etwas – ist diese Situation gefährlich? Ist sie normal? Muss ich mich aufregen oder kann ich ruhig bleiben? Und natürlich orientieren sich auch an anderen Tieren.
Miro hat damals Lyoma beobachtet. Niola hat später Miro beobachtet und beide haben zusätzlich mich angeschaut. Das bedeutet auch, wir haben viel mehr Einfluss darauf wie unsere Tiere ihre Welt einordnet als uns manchmal gewusst ist. Bei Niola habe ich das noch in einer ganz anderen Situation erlebt. Als sie zu mir kamen war sie sehr scheu.
Vor allem wenn Menschen direkt auf Sie zukamen Und ich hatte einen Nachbarn mit einem kleinen Hund fand er sie natürlich unglaublich süß. Er kam also auf sie zu, Niola wicht zurück – Sie hatte Angst! Ich nahm sie hoch und mein Nachbar wollte sich streicheln aber Niola wie ich auch auf meinem Arm zurück, also bin ich mit ihr weggegangen.
Ich habe sie nicht festgehalten und gesagt so komm lass dich jetzt streichelnder Mann meint es doch nur nett. Für Niola war die Situation in diesem Moment nicht in Ordnung, also hab' ich sie da rausgeholt.". Zwei, drei Monate später haben wir den gleichen Nachbar wieder getroffen. Und diesmal ging Niola von sich aus auf ihn zu!
Sie wedelte und sie wollte Kontakt und sie ließ sich streicheln. Mein Nachbar schaute mich völlig erstaunt an und fragte, was haben sie mit ihr gemacht? Ja... Was hat ich denn gemacht?! Ich hatte ihre Sicherheit vermittelt. Ich hatte ihr gezeigt wenn du Angst hast zwinge dich nicht. Ich sehe Dich Ich nehme dich ernst.
Und hier ist mir etwas sehr wichtig! Ich würde dir sagen, ich habe Niola beigebracht, mir zu vertrauen. Vertrauen funktioniert für mich nicht so. Zuerst muss ich meinem Tier vertrauen – ich muss darauf vertrauen dass seine Reaktion einen Grund hat. Dass sein Nein ein Nein ist und das es mir zeigt wenn es etwas zu viel ist.
Und wenn mein Tier immer wieder erlebt Mein Mensch hört mich, mein Mensch zwingt mich nicht und mein Mensch passt auf mich auf. Dann kann daraus Vertrauen entstehen! Und das ist ein gegenseitiger Prozess. Eine ganz andere Erfahrung hatte ich mit Lyoma. Als sie zu mir kam war sie extrem traumatisiert.
Sehr vieles war jetzt sofort zuviel. Damals lebten vier Hunde inklusive Lyoma bei mir. Wenn ich die Hunde grufen habe, um ihnen ein Leckerli zu geben, kamen sie alle angerannt. Dann begann ich die Leckerlis zu verteilen – zuerst bekam Lisa eines da Nebo dann Nora und dann wäre Lyoma dran gekommen, wäre sie vorher nicht schon weggerannt.
Im ersten Moment fand ich das ziemlich verwirrend! Ich dachte na was ist jetzt denn los? Willst du keinen Leckerly?! Aber ich habe sehr schnell gemerkt es ging gar nicht um das Leckerley und es ging auch nicht darum, dass sie nicht gehorchen wollte. Die ganze Situation war für Sie einfach zu viel – die anderen Hunde das Warten, die Spannung?
Sie konnte das zu diesem Zeitpunkt noch nicht aushalten! Also habe ich aufgehört von ihr zu erwarten, dass Sie warten würde…. Ich habe den anderen Hunden ihre Läckelis gegeben. dann hab' ich die Gruppe wieder aufgelöst habe ich Lyoma nochmals alleine gerufen und ihr ihr Leckerli geben. Das haben wir eine ganze Zeit lang so gemacht, und ich weiß heute nicht mehr wie lange das ging aber irgendwann konnte sie mit den anderen Hunden dort stehen Sie konnte warten Und sie konnte ihr Leckler in der Gruppe bekommen.
Ich habe das nie mit ihr trainiert! Ich habe einfach den Raum und die Zeit gegeben, die sie brauchte und genau dadurch konnte sie sich entwickeln. Nicht jedes Lernen braucht Training, manchmal braucht ein Tier einfach genug Sicherheit und genug Zeit damit Entwicklung überhaupt möglich ist! Und wenn wir darüber sprechen was Tiere von uns lernen müssen wir noch einen Schritt weitergehen.
Unsere Tiere leben in unserer menschlichen Welt. vieles das für uns völlig normal ist überhaupt nicht selbstverständlich. Unsere Häuser, die Straßen, die Autos, Termine Türen Geräusche Menschen, die kommen und gehen unsere ganzen Regeln unsere Art den Tag einzuteilen Und ein Tier muss sehr viel davon erst einordnen!
Und wir sind dabei seine Orientierung. Das gilt natürlich besonders für Tiere Die mit uns zusammenleben. Aber im Laufe der letzten fünfundzwanzig Jahre bin ich auch immer wieder auf wild lebende Tiere gestoßen, die verstehen wollten warum Menschen gewisse Dinge tun. Für uns ist irgendeine Handlung vielleicht völlig normal für ein Tier ergibt sie überhaupt keinen Sinn und trotzdem beeinflusst sie möglicherweise sein Leben.
Es gibt diesen Satz. Den finde ich in diesem Zusammenhang sehr passend. Alles, was wir tun hat Auswirkungen auf unsere Tiere, auf andere Menschen, auf unsere Umwelt und auch auf Wesen die wir möglicherweise gar nicht sehen und von deren Existenz wir überhaupt nichts wissen. Wir bewegen uns nicht durch diese Welt ohne Spuren zu hinterlassen Und Tiere erleben diese Spuren.
Deshalb finde ich die Vorstellung spannend, dass Tiere nicht nur von uns lernen wie sie sich in unsere Welt bewegen können. Sie versuchen zum Teil auch zu verstehen warum machen Menschen das überhaupt? Eine meiner schönsten Erfahrungen dazu hatte ich mit einem kleinen Zierfinken. Ich hatte damals von einer Freundin vier Vögel übernommen weil es sich nicht mehr um sie kümmern konnte ein Pärchen Kanarienvögel und ein Pärchen Zierfinken.
Sie leben gemeinsam in einer Voliere und diese Tierfinken kannte ich vorher nicht besonders gut. Also wollte ich einmal erfahren, wie fühlt sich dieser Vogelart an? In meinem Basiskurs mache ich eine Übung die ich Tiermeditation nenne. dabei lassen wir uns natürlich immer mit dem Einverständnis des Tieres in den Körper des Tierens hineingleiten.
Wir nehmen die Umgebung aus seiner Perspektive wahr, wir schauen durch seine Augen. Wir fühlen seinen Körper und genau diese Übung habe ich mit dem Zierfinkenmännchen gemacht. Für mich war es das Spannend weil ich seine Art die Welt wahrzunehmen kennenlernen wollte. Nachdem wir fertig waren kam von ihm eine Frage Können wir das jetzt auch umgekehrt machen?
Und ich dachte oh okay er wollte jetzt in mich hinein! Er wollte erleben Wie fühlt sich Menschsein an? Wie erlebt ein Mensch die Welt? und natürlich haben wir das gemacht. Diese Erfahrung ist mir bis heute geblieben, denn ich wollte das Tier verstehen und das Tier wollte mich verstehen! Und genau das ist für mich Beziehung.
Es geht nicht nur darum was kann mein Tier mir beibringen? und auch nicht nur was kann ich meinem Tier beibringe. Wir leben miteinander Wir beobachten uns gegenseitig, wir orientieren uns aneinander und wir machen Erfahrungen miteinander. Und dadurch entwickeln sich beide Seiten! Miro hat sich ein Lyoma unter mir orientiert.
Niola hat erlebt dass sie nichts zu einem Menschen gehen muss wenn sie ihn noch nicht bereit dafür ist. Und Lyoma bekam die Zeit die sie brauchte um mit einer Physie zunächst viel zu angespannten Situation umgehen zu können. Und ein kleiner Zierfing wollte verstehen, wie sich meine Welt anfühlt – das sind für mich keine Einbahnstraßen!
Wie umachtet dein Tier einmal in den nächsten Tagen unter einem anderen Blickwinkel? Nicht was muss ich meinem Tier noch beibringen sondern woran orientiert sich mein Tier bei mir?! Was lernt es dadurch, wie du mit Situationen umgehst? Wie reagierst Du wenn etwas Unerwartetes passiert? Wie gehst Du mit seinem Nein um?
Wie verhältst Du Dich, wenn Dein Tier unsicher ist? und dann kannst Du Dir noch eine weitere Frage stellen. Was könnte mein Tier über meine Welt noch nicht verstehen? Vielleicht entsteht daraus ein ganz anderer Blick auf Eure Zusammenleben! Lass uns mal das zusammenfassen. Tiere lernen nicht nur durch Training, sie lernen und durch Beziehung.
Sie beobachten uns! Sie orientieren sich an uns – und dann anderen Tieren. Sie machen Erfahrungen und entwickeln daraus ihre eigene Sicht auf unsere Welt Und gleichzeitig versuchen manche Tiere auch zu verstehen warum wir Menschen tun was wir tun. Deshalb ist die Beziehungs zwischen Mensch und Tier für mich ein gegenseitiger Lernweg.
Wir lernen von Ihnen, Sie lernen von uns und manchmal versuchen wir einfach beide die Welt des anderen ein bisschen besser zu verstehen. Ihr bewusste wie wahrnehmen? Wie sehr sich Mensch und Tier gegenseITich beeinflussen und aneinander orientieren, desto mehr verändert sich unser Zusammenleben. denn Beziehung entsteht nicht erst dann wenn wir bewusst miteinander kommunizieren.
Sie entsteht jeden Tag in allen den kleinen Momenten, in denen wir uns gegenseitig beobachten und kennenlernen. Genau deshalb habe ich den kostenlosen Kurs Harmonische Beziehung zu deinen Tier erstellt! Du findest ihn unter harmonischbeziehung.com. Und nun wünsche ich dir viel Freude beim Entdecken! Vielleicht hörst du die Antwort schon bald in einer zukünftigen Episode von Tierisch deutlich.
Und denke daran, jeden Moment mit deinem Tiergefährten zu genießen! Denn nur im Moment findet das Leben statt. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal. Tschüss.