#65 – Junin-Virus: 30 Prozent Sterblichkeit, aber es gibt einen Impfstoff
Mittwoch, 30. September 2026 · 21 min
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Shownotes
Das Junin-Virus löst in Argentinien das Argentinische hämorrhagische Fieber aus, eine Erkrankung mit einer Sterblichkeit von 20 bis 30 Prozent. Florian Krammer erklärt, warum diese Neuwelt-Arenaviren ihren Namen von Sandkörnern haben (sie packen Ribosomen der Wirtszelle ein, die im Elektronenmikroskop wie Sand aussehen) und was das Spike-Protein so besonders macht: Das Signalpeptid bleibt Teil des Proteinkomplexes, was sonst nirgends in der Biologie vorkommt. Übertragen wird das Virus von Feldmäusen, vor allem der Vespermaus, meist über eingeatmeten Staub aus getrocknetem Urin und Kot. Deshalb trifft es überwiegend Männer in der Landwirtschaft, über 90 Prozent der 300 bis 500 Fälle pro Jahr treten in ländlichen Gebieten auf. Anders als bei den meisten hämorrhagischen Fiebern gibt es hier Gegenmittel: der Lebendimpfstoff Candid One mit 95 Prozent Wirksamkeit und eine Plasmatherapie, die die Sterblichkeit auf ein bis zwei Prozent senkt, allerdings bei rund zehn Prozent späte neurologische Symptome auslöst. Florian Krammers Arbeitsgruppe publiziert gerade monoklonale Antikörper, die diese Therapie ablösen könnten.
Informationen über das Junin Virus and das Argentinische Hämorrhagische Fever der UK Health Security Agency [Englisch]: gov.uk/guidance/argentine-haemorrhagic-fever-o…
Neues Paper zu monoklonalen Antikörpern als Therapie bei Juninvirusinfektionen [Englisch]: journals.asm.org/doi/10.1128/mbio.00214-26
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Interessenskonflikte
Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren weden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurde an CastleVax auslizensiert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.
Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).
Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.
Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.
Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Iganz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.