
Was KI kann - mit Florian Zsifkovics· Staffel 1· Folge 16
So nimmst DU der KI den Job weg!
Mittwoch, 26. August 2026 · 35 min
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Shownotes
Ein Turnsaal in einer tschechischen Grenzstadt, neunzig junge Leute aus drei Ländern. Die meisten studieren Politik oder Soziologie. Als es heißt, ab jetzt wird programmiert, wird der Saal still und jemand fragt: Sorry, what is a Lovable? Anderthalb Tage später standen fertige Anwendungen da.
Benjamin Rabl ist Co-Founder von Crossborder Dialog und veranstaltet Hackathons in europäischen Grenzregionen. Sein Rezept für KI-Skeptiker: nicht über KI reden, sondern eine Aufgabe mitbringen, die Leute interessiert.
Im zweiten Teil geht es um Europa. 141 Milliarden Dollar fließen in amerikanische KI-Finanzierungsrunden, 12 Milliarden in europäische. Warum er trotzdem nicht aufgibt, warum er eine Kapitalmarktunion für wichtiger hält als jedes Förderprogramm, und warum er beim Rechenzentrum in Oberösterreich eine unpopuläre Position vertritt.
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94% aller österreichischen Jugendlichen verwenden KI. 56% sagen, sie haben Angst, das Denken zu verlernen. Damit herzlich willkommen zurück bei Was KI kann, dem Podcast aus Wien. Mein heutiger Gast Benjamin Rabel sagt, das eine hilft gegen das andere. Er veranstaltet Hackathons in grenzüberschreitenden Regionen und lernt den Leuten Vibecoden.
Lieber Benjamin, herzlich willkommen.
Vielen Dank für die Einladung im Studium. Ich freue mich, dass ich da bin.
Was machst du? Wer bist du eigentlich?
Ich bin der Co-Founder von Cross-Border Dialogue and von Dacora. Cross-Border Dialogue ist eine europäische Jugend-NGO und wir bringen junge Leute in Grenzregionen zusammen anders mit ihnen Design Thinking Hackerphones. Warum? Weil wir wollen, dass junge Leute näher zusammen kommen und eine stärkere europäische Identität untereinander aufbauen.
Das heißt, wo sind diese Grenzregionen, wo ihr besonders, also Frankreich and Spanien?
Nein, also jetzt am Anfang, wir haben vor zwei Jahren unsere Gründung, unsere Entstehung gehabt. Sind wir in dem Dreiländereck, Österreich, Tschechien, Slowakei. Und in den nächsten Jahren sind wir daran zu expandieren. Und wir wollen vor allem auch nach Tschechien, Polen, Deutschland, aber auch weiter südlich: nach Kroatien, nach Italien, nach Slowenien.
Und ich meine, unsere große Vision ist, dass du auf der europäischen Karte überall Cross-Border-Dialogues findest.
Und was hat das mit KI zu tun?
Naja, das ist so. Beim Cross-Border-Dialog, ich muss ein bisschen ausholen dafür. Gerne, gerne. Beim Cross-Border-Dialogue ist unser großes Ziel, europäische Kohäsion zu stärken und europäische Identität von jungen Leuten zu stärken. Und wie machen wir das? Wir machen das nach dem ältesten Rezept in der EU.
Und zwar, wenn du zurückdenkst an die Entstehungsgeschichte der EU, dann war das nicht so, dass Deutschland und Frankreich gesagt, hey, wir sind uns ähnlich, wir haben gemeinsame Gemeinsamkeiten, wir haben eine gemeinsame Identität, sondern was haben sie gemacht? Sie haben Kohle und Stahl zusammengelegt und haben zusammengearbeitet.
Das ist der springende Punkt. Und erst später, nach jahrelanger Zusammenarbeit, ist diese gemeinsame Identität entstanden. Und genau nach diesem gleichen Prinzip, nach diesem, ich nenne es Gründungsprinzip von der EU, arbeiten wir. Das heißt, was machen wir? Wir gehen zu diversen Unternehmen, zu Gemeinden, zu NGOs und fragen sie, welche grenzübergreifenden oder welche europäischen Probleme habt ihr, Challenges habt ihr in allen möglichen Bereichen.
Das kann im Klimawandel sein, das kann sozial sein, das kann, ich weiß nicht, mit Bildung zu tun haben. Und dann sagen wir, okay, großartig, wir machen eine Challenge draus und lassen ein Team von acht bis zehn Leuten aus zusammengesetzt aus den drei Regionen, je nachdem, wo wir gerade sind, ausarbeiten für drei Tage.
Und dieses Jahr oder die letzten Jahre sind wir dazu gekommen, dass wir in dieser Ausarbeitung, in dieser Challenge, in diesem Hackathon mehrere Methoden verwendet haben. Eine davon Classic Design Thinking, aber dieses Jahr auch ganz stark Vibecoding als ein Tool, um Probleme zu lösen. Und das war für uns dieses Jahr wirklich ein Aha-Moment.
Hast du da mit erlebt, dass die Leute eher skeptisch gegenüber KI sind? Weil irgendwie ist KI doch die erste Technologie, wenn man so die letzten 50 Jahre zurückdenkt. Die Jungen haben adaptiert, die Alten waren skeptisch. Und bei KI ist es sehr unklar, wo die Jungen sehr kritisch sind, werfen Molotov-Cocktails auf Sam Altmans Gebäude, weil sie Angst haben, dass KI die Welt zerstören wird.
Wie ist das bei dir?
Ich glaube dazu, warum junge Leute auch Angst haben. Ich glaube, weil einfach KI massive Unsicherheit in der Zukunft voraussagt oder uns bevorsteht. Und bei uns war das recht interessant. Wir hatten zum Beispiel eine Challenge von uns zu AI and Mental Health, also wie KI sowohl positiv als auch negativ für Mental Health sein kann oder verwendet werden kann.
Und in unserer Conference, also the Cross-Border Dialogue is a conference, haben wir einen dreitägigen Hackathon. Und die ersten eineinhalb Tage sind die Leute einmal nur am Flipchart, post-its, old school, und schauen sich an, probieren das Problem zu verstehen. Was ist das Problem, wo wollen wir hin, was sind mögliche Lösungen?
Und nachdem sie nach eineinhalb Tagen Ideation und anderen Methodiken dann erste Lösungen konkretisiert haben, haben wir sie alle zusammen getrommelt und wir waren da in Mikolov, in einer tschechischen Grenzstadt, und haben sie in den Turnsaal gesetzt, wir waren in einer Schule, haben wir diesen Hackathon veranstaltet und haben gesagt, okay, ihr habt jetzt eure, ihr habt jetzt eure Lösungen parat, die ihr die letzten eineinhalb Tage ausgearbeitet habt.
Und jetzt heißt es Vibecoding. Und dazu verwenden wir Lovable. Und dann ist das erste Mal der ganze Turnseal still gewesen und dann hat irgendwer aufgezeigt und war so, sorry, what is a lovable? Und ja, und dann waren wir so, okay, hey, lovable ist das mega coole Tool, wo ihr einfach mit natürlicher Sprache schreiben könnt, was ihr für einen Output haben wollt.
Und dann codet oder Vibe-Coded euch dieses Teil eine Website oder eine App oder was weiß ich was. Und wir haben uns erwartet, dass die Leute sind so, Okay, mega cool, let's go. Aber es stand, also die Blicke, die wir bekommen haben, waren eher so, okay, na gut. Und dann sind wir reingestartet in die zweiten eineinhalb Tage des Hackathons und haben die Leute Vibecoden lassen und haben ihnen natürlich geholfen, einen einfachen Cheat Sheet gegeben.
Und am Ende der drei Tage haben wir den gepitcht und haben geschaut, welche Ergebnisse da waren. Und ich sag dir, es hat niemand gepackt. Es waren alle wirklich, nicht einmal wir. Wir hatten uns nicht erwartet, dass das so gute Ergebnisse sind. Und wir sind da gesessen und waren so, wow. Und sogar die Leute, auch die, die, vor allem die, die am Anfang kritisch waren, waren danach so, hey, schau, was ich gerade gebaut habe.
Mega cool. Wer kommt da grundsätzlich zu euren Hackathons? Wer sind das, diese Leute?
Ganz gemischt, wir legen einen hohen Wert auf Interdisziplinarität. Wir sind vor allem eben aus den drei Ländern, wo wir gerade arbeiten, also Österreich, Tschechien und Slowakei. Und da sind es viele junge Leute, viele Leute aus dem Studium, aber nicht nur aus dem Studium, und dann auch sehr unterschiedlich von den Disziplinen, was sie machen.
Also von wir hatten ein paar, wir haben ein paar Leute, die so Tech, Data Science, IT kamen, aber eigentlich nur ein kleiner Teil. Und der Großteil war eher politikinteres, deine Profi, Political Science, Leute, Soziologie, BWL, alles Mögliche. Aber viele nicht aus dem Tech-Bereich.
Sind es aber grundsätzlich, kann ich mich da bewerben? Oder wie komme ich auf so ein Event von euch?
Yeah, genau. Also wir haben immer eine Bewerbung, du kannst dich als Stipendiat oder Stipendiatin oder Participant bewerben. Und dann sagen wir, okay, hey, es gibt die und die Challenges und du schickst deine Bewerbung ein, sagst uns, warum willst du dabei sein, was ist deine Vision für Europa auch und was möchtest du, was möchtest du mit einbringen?
Und dann schauen wir uns die Bewerbungen an und stellen aus den Bewerbungen Teams zusammen, sodass wir möglichst divers eben mit dem europäischen Gedanken aus den drei Ländern möglichst divers, dann nach Geschlecht möglichst divers und natürlich auch mit den Hintergründen. Weil wenn du, wenn du nur BWLer in einem Raum sitzen hast, dann wird der Output sehr wahrscheinlich ein Businessplan sein.
Aber wenn du jemanden hast, der Geschichte studiert hat und jemanden, der IT macht, jemanden, der Software developt, jemanden, der BWL studiert hat und ein Vierter oder Fünfter, die Kunst oder Tanz macht, dann kommen da ganz andere Lösungen natürlich raus.
Wie reagieren diese ganzen Geisteswissenschaftler und GeisteswissenschaftlerInnen, wenn man auf ihnen sagt, so beginn mal zu Vibecoden, mach mal. Wie ist das so da?
Also ich war erschrocken, weil ich bin natürlich, ich habe den Hacker von geleitet und ich bin, wir hatten neun Teams, neun Challenges, also 80, 90 Leute circa. Und ich bin durch die einzelnen Räume gegangen und habe halt mit den Leuten geredet und geschaut, ob alles passt. Und wir hatten natürlich in jedem Rauch Facilitator.
Und es war erschreckend zu sehen, dass viele von den Leuten gesagt haben: Hey, ich habe zweimal in meinem Leben einen Prompt geschrieben. Und das war natürlich nur ein kleiner Teil der Leute. Aber trotzdem war interessant zu sehen, okay, ein paar Leute haben überhaupt nichts mit KI auf dem Hut. Und dann hast du natürlich andere, die sich voll reingestürzt haben sofort und mega die Ideen hatten.
Aber hast du herausgefunden, weil mir kommen die auch immer wieder unter, die so kaum bis gar nichts noch mit KI was zu tun gehabt haben.
Hast du da genau gefragt, wie ist das sein kann, dass ich glaube, also ich habe zum Beispiel ein paar, ich habe zum Beispiel Freunde aus dem Just-Studium, die sagen, also ich habe nicht selbst studiert, JUST, aber ich habe Freunde, die JUST studieren und die halt sagen, hey, ich muss es halt am Endeffekt des Tages bei der mündlichen Prüfung selber können und ich vertraue dem Output nicht von KI.
Oder ich, äh, oder ich habe Freunde, die sagen, hey, ich unterstütze es auf einer ethischen, moralischen Ebene nicht. Ich sage, hey, die Klimakonsequenzen, die halt KI und vor allem natürlich Data Centers haben, mit denen kann ich mich nicht, äh, kann ich nicht übereinstimmen und deswegen verwende ich kaum KI.
Dann wieder andere sagen, hey, ist schlecht für mein Gehirn, ich merke, dass ich voll abbaue, ich merke, dass ich nicht mehr so, nicht mehr so schnell bin, nicht mehr so viele Sachen erinnere. Mich erinnere, wenn ich einen Text schreibe, dann weiß ich gar nicht, und ich schreibe mit KI, dann weiß ich danach gar nicht mehr, was habe ich eigentlich geschrieben.
Und deswegen auch sagen, hey, sie verwenden eigentlich kaum KI.
Ja, aber das ist ja auch der falsche Use Case, oder? Weil wenn ich sage, ich verwende keine KI für mein Studium, weil ich das ja lernen muss, impliziert es ja, dass ich es eigentlich nur als Cheatcode verwenden wollte, um kürzer irgendwas abzukürzen, oder?
Yeah. Ich glaube, es ist recht interessant, was wir auch gesehen haben. Also, wenn du anschaust, Usage und Leute, also in Studien, die Ansagen angeben, wie viel sie es verwenden, USA und Österreich oder USA und Europa ist recht gleich eigentlich. Es sind überall so zwischen 15 bis 25 Prozent oder bis zu 30 Prozent, die sagen, dass sie es regelmäßig verwenden.
Und dann, wenn du die Use Cases anschaust, ist es halt oft Zusammenfassungen schreiben, übersetzen, was weiß ich, helfe mir eine E-Mail zu schreiben. Und das ist natürlich toll, mache ich auch, machen alle von uns viel. Aber ich glaube, dass es nochmal etwas ganz anderes wird, wenn wir merken, wie viel wir eigentlich machen können, wie viel tiefer es noch gehen kann.
Und vor allem dann auch mit spezialisierten Tools, wie zum Beispiel einem Lovable Tool. Und ich sage immer, hey, es war noch nie so schlecht, angestellt zu sein, aber es war noch nie so cool, das stimmt nicht natürlich, überspitzt gesagt, aber es war auch noch nie so cool, etwas zu gründen oder etwas zu starten, weil du so viele Möglichkeiten hast und so viele, so viele Possibilities hast.
Du kannst heute am Nachmittag eine Website von einem neuen Shop vibe coden und das hat dich früher 10.000 Euro gekostet. Deswegen sind wir auch Teil von unserer Mission, von unseren größeren Mission ist auch zu sagen, hey, wir brauchen starke junge Leute, die etwas starten wollen für Europa, für ein stärkeres Europa, für mehr Gemeinsamkeit.
Und KI ist eines von diesen Tools, das ihr verwenden könnt, um das zu machen.
Gibt es bei diesen Hackathon irgendwo so ein Tool, was gewipecodet wurde, was dir besonders in Erinnerung geblieben ist, wo du dacht hast, wow, wie geil ist es?
Also natürlich mehrere. Eines ist witzig, eines war unser Cross-Border-Dialog Hub. Vielleicht können wir den auch danach verlinken. Das war das kleine, das war das kleine Vibecoding-Projekt von meinem Co-Founder am Weg zur Konferenz, also am Weg nach Tschechien, zu der Grenzstadt, wo wir waren, in Mikulov, hat er gesagt, okay, wie cool wäre es eigentlich, wenn wir alle Fotos und alle Pläne von dem Vene und alle Outputs auf einer Seite haben.
Und dann ist er hinten im Auto gesessen, ich bin gefahren und er hat auf Lovable Schnell unseren Hub gecodet. Und dort hosten wir, dort leben gerade alle unsere Lösungen, die wir beim letzten Hackathon erzeugt haben oder produziert haben. Und das Coole ist, immer wenn mich jetzt wer fragt, hey, was macht sie eigentlich?
Was sind die Outputs, dann sage ich, hey, schau, nimm dein Handy raus, gib hub.crossborderdialog.at ein und schau selber an, probier es selber aus. Und das ist einfach etwas ganz anderes, wenn du als Output kein Policy Paper hast, aber eine Website hast, wie zum Beispiel, ich sage, Follow the Funds ist eines unserer Projekte, wo Daten, wo Public Spending-Analysen gemacht werden und dann in einem Citizens-Dashboard quasi aufbereitet wird und gesagt, okay, wo fließt, wo fließen Steuergelder hin?
Ein Beispiel.
Da kann man genau nachschauen, wie die Steuern fließen, wohin und was sie machen.
Es ist ein Prototyp, aber ja, das war die Idee von dem Team, die das gemacht hat. Die Politik aber nicht freuen, oder? Das stimmt nicht. Wir hatten danach von einem von unseren politischen Sponsoren eine Anfrage: Hey, schaut cool aus, lass uns mal darüber genauer reden. Also es gibt viel Interesse und das ist genau das, was ich meine.
Sobald wir mit Fandern reden, sobald wir mit potenziellen Fandern reden und das herzeigen, sind alle auf einmal, ah, crazy, okay, ich kann das drücken, ich habe etwas Haptisches sozusagen, das ich ausprobieren kann. Und das ist natürlich eine ganz andere Relationship, als wenn ich dir, oder ein ganz anderes Erlebnis zu einem Output, als wenn ich dir sage, ah, okay, hey, schau, wir haben dieses Policy Paper kreiert oder diese Business-Strategie oder diese Startup-Idee und es ist das und das und das.
Dein Hirn wird wahrscheinlich nach fünf Minuten wieder abschalten, weil du noch überhaupt nachdenken musst, was ist eigentlich, was habe ich dir vorher erzählt, was ist Cross-Border-Dialog. Voll. Und so hast du einfach ein ganz anderes Erlebnis. Und wir hatten da wirklich coole Outputs, muss ich sagen.
Und gehen da die Leute dann, sind die Leute dann eher skeptisch hinkommen und dann wie der Hacker von vorbei war, haben die gesagt, geil, ich bin jetzt, werde jetzt Vibecoder.
Ich glaube, so groß ist unser Einfluss dann doch nicht. Aber was ich sehr witzig fand, was ja auch überraschend für uns war, das war ja nicht geplant, dass wir danach da gesessen sind und mir mein Co-Founder gesagt hat: Hey, eine Woche danach habe ich mich mit einer Person getroffen, die bei uns am Hackathon war, und die hat gesagt, hey, ich habe jetzt für mein Institute an der Uni, in der ich arbeite, ein Dashboard gebaut mit Lovable.
Und man so geil, das ist, ich verfolge das auch so in meinem Freundeskreis. Wenn man mal Leuten zeigt, was man muss ja nicht nur Lovable nehmen, man kann es ja jeden x-beliebigen Tool machen, wie die Leute auf einmal sich selbst ermächtigt fühlen und beginnen irgendwas zu coden. Ein Freund von mir beispielsweise sehr eher kritisch gewesen, dann habe ich ihm einmal gezeigt, du kannst Dashboards noch und nöcher bauen, wenn du Bock hast.
Was war? Ich sage ihm das am Vormittag, am Abend schickt er mir einen Screenshot. Schau, ich habe mir einen Dashboard, ein Klima-Dashboard gebaut. Und die Leute sind halt.
Ja, genau das ist es. Und ich glaube, was bei uns so gut funktioniert hat, auch und was wir jetzt auch weiter getrieben haben, und auch nachdem wir unsere Konferenz hatten, sind wir dann durch Wien gehastet und haben es jedem erzählt, der nicht bei drei die Ohren zu gemacht hat. Und was wir jetzt auch sagen, hey, es ist relativ einfach, Leuten, die sehr KI-skeptisch sind, KI-Tools näher zu bringen, wenn du es mit etwas anderem verbindest, mit einer anderen Value proposition.
Weil wenn du einfach nur sagst, verwende KI, weil du sollst KI verwenden sollst, dann sagen sie so, hey, okay. Aber wenn du ihnen sagst, ciao, we have diese Challenge, wir wollen Europa besser machen, wir wollen dieses und dieses Thema lösen. Zum Beispiel, eine der Challenges war, wie kann man KMU dazu bringen, sich mit ihrer Klimaresilienz zu befassen?
Hatten wir eine Challenge. Und coole, coole Challenge, würden viele Leute sagen, hey, da will ich mitmachen. Und wenn du das verbindest mit dem Einsatz von KI und sagen, hey, okay, schau, so und so kannst du KI verwenden dazu, dann hast du danach diesen ganz anderen Bezug, weil es halt für uns Impact verbunden ist und es ist sinnhaft, in diesem Augenblick KI zu verwenden.
Wenn ihr Europa auch ja besser machen wollt beim Thema KI, halt klar, Lovable ist ein schwedisches Unternehmen. EU-Souveränität. Wir sind ja, also ich habe mir aufgeschrieben, welche europäischen LLMs es gibt, also Mistral Aleph Alpha, es gibt sicher noch ein paar mehr. Wie werden wir da besser? Habt ihr da auch Überlegungen?
Ja, das kommt dann wieder bei den zweiten Themen an, was ich gerade mache. Und zwar haben wir auch aus diesem, nicht nur, aber auch aus diesem Cross-Border-Dialog und unseren zwei Passionen zu sagen: Hey, ein stärkeres, demokratischeres Europa, mehr Zusammenhalt, mehr Agency auch für Europa, gesagt, und diese zweite Passion, Technologie und neue Technologien und vor allem KI, jetzt entschlossen, dass wir ein Unternehmen gründen und dass wir europäischen Unternehmen helfen wollen, einen europäischen Technologien einzusetzen und hier auch sicherer zu werden.
Und inwiefern? Sicherer in Hinsicht auf Daten, auf Datenschutz, auf KI-Usage und so weiter. Okay. Und ich meine, wenn wir es uns anschauen, dann schaut das Bild ja gerade nicht sehr gut aus. Wenn man sich die europäische Tech-Sovereignty-Landschaft anschaut. Und ich rede mit vielen Leuten und ich bin viel unterwegs und ich lese viel und ich höre viele Podcasts.
Und wir sagen eigentlich gerade, hey, wir stehen eigentlich an einem Gabelweg. Und jetzt gab es auch das große Scenario Paper vor zwei Monaten mit Europe 2031, wo das in einer sehr erzählerischen Weise der europäische Weltuntergang eigentlich an die Wand projiziert wurde. Und ich auch sagen muss, wow, da muss man, ich hab, also ich habe es an all meine Freunde geschickt und an allen meine Kontakten und ich habe gesagt, hey, halte das an.
Aber nur wenn du gerade gut gelaunt bist oder nur wenn du gerade nicht jetzt schon depressiv bist. Und da sieht man so, hey, wir müssen einfach jetzt was machen, sonst muss sich jetzt was ändern. Und wir müssen als Europa jetzt Chancen ergreifen, um hier nachzukommen. Das heißt auch, Data Centers ausbauen, das heißt auch, europäische Tools verwenden ganz viel.
Wir sagen auch, hey, ich glaube, dass Macron zum Beispiel gar nicht so falsch lag mit seiner Rede oder mit seinem Aufruf auf Buy European. Weil wenn du nicht die Userzahlen hast für deine Produkte hast, dann ist der Investment Case auch einfach nicht da. Und ich glaube, hier wollen wir auch einfach stark daran arbeiten, zu sagen, hey, okay, wir wollen hier stärker werden und wir wollen hier was machen und wir sagen den Leuten auch, wir wollen auch eben.
Mit Bewegungen wie Cross-Border Dialogue das in den Vordergrund rufen und sagen, hey, by European verwendet, verwendet europäische Tools auch, nicht nur die amerikanischen. Und natürlich könnte man sagen, hey, alles hoffnungslos und es ist kein Business Case da. Aber ich sage auch immer, okay, wenn du die Hoffnung jetzt schon aufgibst, dann ist es schon vorbei.
Man darf ja nicht vergessen, also ich habe mir auch diese Zahl jetzt da rausgeschrieben. Europa hat ja enormes K-Fachpersonal. Also Google Deep Mind war ein Londoner. Also Deep Mind war ein Londoner Unternehmen bevor es zu Google gegangen ist. Peter Steinberger ist zu mei. Also wir haben ja unfassbar gute Leute.
Jan Lakun ist jetzt zurückgekommen und ich habe mir eine Zahl rausgeschrieben. Finanzierungsrunden in den USA 141 Milliarden Dollar für neue KI-Sachen und in Europa 12 Milliarden. Voll.
Und das ist halt ein riesiges Problem. Ich glaube, das ist auch ein strukturelles Problem, was wir in Europa haben. Und das liegt auch einfach daran, dass unsere Kapitalmärkte aufgesplittet sind. Dass wir nicht einen einheitlichen Kapitalmarkt haben, wo wir sagen können, dass Unternehmer oder stark wachsende Start-ups von einem gemeinsamen europäischen Kapitalmarkt finanzieren können.
Sondern jetzt ist es so, okay, ich muss mir überlegen, wohin ich gehe. Und da hat EU Inc. jetzt schon einen großen Schritt gemacht. Aber für mich ist ganz klar, wir brauchen auch eine Kapitalmarktunion, nicht nur eine Arbeitsunion.
When man sich ansieht, beispielsweise Ursula von der Leyen for a while that Europa will the first KI-continent of the world. But when we have the USA, sind this all rookie numbers.
Und ich rede auch regelmäßig mit Politikern und ich frage auch oft, hey, wie seht ihr dieses Thema? Und ich glaube, die Tragweite von was KI alles verändern kann, auch in unserem System, ist uns noch gar nicht bewusst. Ich ja vor zwei Wochen auf einem Vortrag und dort wurde eine Grafik hergezeigt, die das sehr gut illustriert hat, mit wie die Entwicklung oder die Stärke von LLMs in den letzten Jahren und so wie lange oder wie viele Stunden von Expertenarbeit eine KI übernehmen kann, um eine Task zu 50% fertig zu machen oder zu schaffen.
Oder 50% Genauigkeit. Und es ist halt einfach exponentiell angewachsen. In den von 2018 weg, ersten GPTs bis jetzt 2025, 26, siehst du, dass es von null Stunden jetzt auf circa 12 Stunden sind, die einige ihren Expertenaufgaben bewältigen kann. Und jetzt gibt es irgendwie eine interessante Debatte. Die einen, es gibt ja eine Lage, das sagt, hey, diese Zahl wird, also diese Entwicklung wird stagnieren.
Wir kommen wieder in so eine S-Curve, eine S-Curve, so eine Double-S-Curve, wo eine Innovation, wie auch aus der Innovationstheorie, sagt, jede Technologie hat irgendwann eine, hat irgendwann wieder ein Plateau. Und dann gibt es die andere Richtung und sagt, hey, in den nächsten fünf Jahren wird das weiterhin exponentiell steigen und wird das weiterhin oder sogar super exponentiell steigen, wie es jetzt in den letzten, wie es jetzt in den letzten paar Monaten und im letzten Jahr war.
Und wenn die letztere Gruppe recht hat, dann sind wir gar nicht darauf vorbereitet, was das heißt für unseren Arbeitsmarkt, was das heißt für Sicherheitsthemen. Wenn du jetzt anschaust, Anthropic Myths wurde zuerst zurückgestellt, wurde nicht freigegeben. Und wenn das jetzt weiterhin geht, diese Entwicklung, dann verändern sich unsere Systeme und dann müssen wir umdenken, wie unsere Systeme funktionieren.
Auch ich rede von einem Sozialsystem, ich rede von einem Pensionssystem und ich glaube, darüber wird nicht genug diskutiert auch.
Ja, aber glaubst du, verstehen das die Politiker und PolitikerInnen?
Ich glaube, ich glaube, es ist ja nicht so schwierig zu verstehen. Ich glaube, es ist halt einfach eine massives Umdenken. Und in der Annahme zu agieren, dass das eine Realität werden könnte in den neuen fünf Jahren, ist ja eine Absurdität, oder? Wenn ich dir sagen, wenn ich here sitzen und ich weiß nicht, ich bin kein KI-Experte, but you have these scenario papers and in the wissenschafting community, that so in the next five years 20% of Leute nicht mehr Arbeit finden könnten, zum Beispiel.
Man muss gar kein KI-Experte sein, um ehrlich zu sein. Man muss sich ja nur anschauen, wo standen wir Anfang 2026 und stand gerade im August und wie stark haben sich die Systeme weiterentwickelt, diese Chatbots. Es ist eine enorme Steigerung. Allein wenn ich jetzt denke bei Cloud, Cloud Design, Cloud Cowork, dann OpenAI halt.
Das hat eine Geschwindigkeit und man hat selten einen Eindruck, dass die Politik sich da groß damit beschäftigt.
Ja, ich glaube, es ist einfach noch ein bisschen. Und das Problem ist, dass all Sachen präsent sind, wenn der Hut brennt. Und das wünsche ich mir zum Beispiel nicht. Und deswegen sagen wir auch, hey, wir wollen auch mit Themen, mit Unternehmungen wie Cross-Border-Dialogue, mit unserem Unternehmen, die wir jetzt gründen, der Cora, aktiv darauf hinweisen, hey, jetzt sind wir an diesem Scheidungsweg.
Wir waren eigentlich schon in dem Scheidungsweg schon vor 20 Jahren natürlich. Aber es ist nie zu spät, den richtigen Weg einzuschlagen. Und es gibt ja helle Köpfe in der EU, es gibt ja auch Policy-Vorschläge, wie das Ganze funktionieren könnte. Natürlich werden wir nicht mehr an die Frontier kommen, der Zug ist abgefahren.
Aber wir können schauen, dass wir ein Fast Follower sind und vor allem auch Bargaining-Power bekommen. Also sagen, hey, wir haben etwas in der Hand, womit wir, womit wir irgendwo am Tisch sitzen. Weil einer von meinen Lieblingsmentorinnen sagt immer, wenn du nicht am Tisch sitzt, dann bist du auf der Menükarte.
Und deswegen, und deswegen, und wir sind es schon teilweise, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht das komplette Sieben-Gang-Menü werden.
Fairerweise muss man dazu sagen, bei Robotics. Da spielt Europa vorne eine Rolle, nur halt bei LLMs.
Noch nicht so. Das ist überschaubar. Und deswegen, und das ist auch das, was ich meine, okay, vielleicht gewinnen wir das LLM-Wettrennen nicht mehr. Und vielleicht auch nicht, ja, vielleicht auch nicht die Agentic Revolution. Aber ich glaube es ist auch viel, dass ein großes Problem für uns ist, dass wir die falsche Narrative haben.
Wir sagen, okay, wir haben eh kein Leibwall mehr. Es ist schon alles schon alles vorbei. Ich glaube es auch bei Regulierungen wie GDPR, wo wir sagen, ah, okay, ich probiere es erst gar nicht. Natürlich ist diese Regulierung zu einem gewissen Grad aufgeblasen und wahrscheinlich auch innovationshindernd, aber es kommt auch ein ganz gutes Stück dazu, dass wir sagen, ah, okay, es ist eh nichts möglich, deswegen machen wir es nicht.
Und ich glaube, dass wir auch unsere Narrative ändern müssen, was wir alles können und was wir alles bewegen können als ein starkes Europa.
Wir sehen ja, dass halt die Regulierungen und natürlich manche Regulierungen sind einfach absurd. Aber wir haben ja ein Loveable. Also it is schon was in dem Rahmen möglich.
And we have good founder. And ich glaube, es ist auch wichtig in der Founder-Community alternative narrativen aufzubauen, zu sagen, hey, it is cool in Europa too in Europa toi. And nature is not nurrativo, but it is to einem gewissen Grad narrativ. Es gibt ja auch einfach diesen gewissen Fable and this mythos, the mythos um Silicon Valley, um San Francisco, her um die Bay Area.
Und wir wollen auch daran arbeiten, zu sagen, hey, es gibt auch ganz viele Sachen bei uns. Es gibt auch andere, ja, wir können unseren eigenen Mythos aufbauen.
Müssen wir dann, weil beispielsweise diesen Sommer haben wir ja miterlebt, ein Data Center soll in Oberösterreich gebaut werden. Riesig, riesiger Auschrei, alle nervös sagen, oh, die Welt geht unter. Müssen wir dann, glaube ich, auch als Gesellschaft einfach breiter sagen, das ist diese berühmte Code, die man fressen muss?
Ja, das ist natürlich ein schwieriges Thema, ein hochpolitisches Thema. Und es ist ja nicht nur, dass die Leute bei uns aufschreien in Oberösterreich, sondern wie wir vorher schon geredet haben, auch überall, auch in den USA, gibt es ganz starke Proteste gegen Data Centers. Und ich sehe das zu gespalten, aber ich sehe auch ganz klar zu sagen: Hey, we brauchen auch Data Centers auf europäischem Grund, auf österreichischem Grund, weil eben wie vorher schon gesagt, wenn du keine Bargaining Power hast und wenn du nichts hast, wo du in der Wörtschöpfungskette beteiligt bist, dann bist du nicht am Tisch.
Und deswegen werden wir das wohl oder übel brauchen, diese Themen. Es ist auch so, okay, es gibt große Umweltconcerns und ich verstehe das und ich finde das auch wichtig, dass man darüber spricht. Ich glaube nur, dass wir aufpassen müssen, dass wir uns nicht in den ganzen Speed wegregulieren, den wir damit aufbauen können.
Und ich glaube, wir brauchen einfach diese Data Centers auch auf österreichischem und auf europäischem Grund.
Das heißt, wir sollten positiver werden, wir sollten mehr KI nutzen und die Politik muss sehr viel schneller agieren, als sie es gerade tut, oder? Das ist eigentlich dein Plädoyer.
Ich glaube, bestimmt da. Und ich glaube, es gibt auch die richtigen Experten, die sagen, wie es gehen kann, auch wie Data Centers nachhaltiger gebaut werden können. Aber ja, ich glaube definitiv, dass wir mehr dran setzen müssen, Punkt dieser Revolution zu sein und vor allem auch auf europäisch souveränem Weg dahin müssen.
Was wird KI in zehn Jahren noch immer nicht können? Oh, ich glaube, da fragst du den falschen.
Ich bin, ich bin, äh, ich bin auch nicht so. Dein persönliches Gefühl. Mein persönliches Gefühl. Ich glaube, es ist ganz klar, was wir schon vorher angeredet haben, was viele sagen, einfach die Zwischenmenschlichkeit. Ich glaube nicht, dass das verloren geht. Ich glaube, es wird sogar viel wichtiger, wenn du anschaust, was Unternehmen sagen an Core Skills, die sie brauchen, dann sind es ganz viele social skills, interpersonal skills.
Weil es bringt dir, also deine Agent and my agent können miteinander reden. Aber wenn wir am Ende ein Projekt umsetzen wollen, müssen wir trotzdem miteinander umgehen können und das trotzdem umsetzen können zusammen und müssen auch unsere Erwartungen an unsere Agents weitergeben können, oder? Und ich glaube, das wird nicht weggehen.
Ich glaube nicht, dass es sich komplett verselbstständigen wird und wir Menschen werden immer zusammenarbeiten müssen.
Du bist jetzt das nächste halbe Jahr in Paris, wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe.
Das ganze nächste, ja.
Also das ganze nächste, ja. Aber wenn du zurückkommst aus Paris, setzen wir uns wieder hierher und schauen, was die EU geschafft hat. Das machen wir. Vielen Dank für deine Zeit. Das hat mich sehr gefreut. Und ihr da draußen, gerne folgen auf YouTube, Spotify, Apple Podcasts. Falls ihr Vorschläge habt für Gäste, schreibt es gerne in die Kommentare und bis nächsten Dienstag.
Ciao.