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Wiener Wissen· Folge 28

Schnee um jeden Preis?

Sonntag, 23. August 2026 · 29 min

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Shownotes

Österreichs Skigebiete spüren den Klimawandel längst – und trotzdem wird weiter kräftig investiert. Wirtschaftssoziologin Valentina Ausserladscheider (soc.univie.ac.at/forschung/forschungsbereich-v…)untersucht, warum selbst Betreiber besonders gefährdeter Skigebiete an ihrem Geschäftsmodell festhalten. „Sehr viele Skigebiete funktionieren nach wie vor top, machen wirklich tolle Gewinne“, sagt die Forscherin. Doch langfristig könnte genau das zum Problem werden.

Der Grund ist nicht etwa, dass die Verantwortlichen den Klimawandel leugnen. Im Gegenteil: „nahezu keine Klimawandelleugner“ habe sie in ihren Interviews getroffen, erzählt Ausserladscheider im „Wiener Wissen“-Podcast bei Elisabeth Oberzaucher. Man wisse sehr genau, dass die Temperaturen steigen und der Schnee weniger wird. Trotzdem fließt das Geld weiter in Seilbahnen und Beschneiungsanlagen. Dahinter stecken kurzfristige Gewinne, bereits getätigte Millioneninvestitionen – und auch die Identität ganzer Regionen: viele Bergdörfer und Täler seien über Generationen vom Skitourismus geprägt worden.

Besonders brisant wird die Frage beim Wasser. Schneekanonen brauchen große Mengen davon, während trockene Winter künftig selbst in den Alpen zu dauerhafter Wasserknappheit führen könnten. Dann werde es Prioritäten geben, warnt Ausserladscheider: „Das Trinkwasser wird sicherlich oberste Priorität haben.“ Ihr Fazit: Die Alpen brauchen mehr als technische Lösungen – sie brauchen ein Umdenken. Tourismusregionen könnten ihr Angebot diversifizieren, Saisonen verlängern und weniger abhängig vom klassischen Skibetrieb werden. Denn das eigentliche Problem liegt laut der Forscherin tiefer: „Es fehlen die Anreize, langfristig zu denken, und es wird nicht belohnt.“ Genau das sei angesichts eines Klimawandels, dessen Folgen über die Zeit schlimmer werden, ein großes Problem.

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