Wir waren klar besser – der FC-Podcast von Express & Kölner Stadt-Anzeiger· Staffel 1· Folge 13

#13 – Klopp, El Mala und dicke Bretter

Sonntag, 27. September 2026 · 59 min

MP3

Shownotes

In der Länderspielpause diskutieren die Reporter Christian Löer (Kölner Stadt-Anzeiger) und Uwe Bödeker (Express) über die sportlichen und strukturellen Weichenstellungen beim 1. FC Köln. Im Zentrum steht das bevorstehende Debüt Said El Malas in der DFB-Nationalmannschaft, das in München unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp (und Uwe Bödeker) stattfinden soll.
Während Bödeker auf einen mutigen Auftritt und die körperliche Weiterentwicklung des Spielers setzt, reflektiert Löer über die Herausforderungen und teilt eine Anekdote über eine private Begegnung mit dem Offensivspieler in Köln-Ehrenfeld. Sorge bereitet hingegen dessen Bruder Malek El Mala, der verletzungsbedingt einen Rückschlag erlitten hat.
Ein weiteres Thema ist die Belastungssteuerung im Kader. Trotz Kritik der Fans verteidigen die Reporter die fünftägige Trainingspause, um nach intensiven Wochen den Kopf frei zu bekommen. Für das anstehende Testspiel gegen Viktoria Köln fordern die Journalisten einen ernsthaften Auftritt, bei dem sich zuletzt nicht berücksichtigte Akteure für das Derby gegen Mönchengladbach beweisen müssen.
Zudem ziehen sie ein Resümee zum Jahrestag der Wahl des Vorstands um Jörn Stobbe. Neben der Debatte um eine Stadionerweiterung in Müngersdorf bringen die Reporter innovative Finanzierungsideen ins Spiel, um den Verein auch ohne Investoren langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Klar besser.
Moderation: Uwe Bödeker und Christian Löer
Unsere Musik ist von Opole:
opole.bandcamp.com
Fragen, Anregungen oder Feedback? Schreibt uns per WhatsApp:
wa.me/message/RUBBJRPRFPIPL1

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Christian Löer: Wir waren klar besser der Podcast von Kölner Stadtanzeige und Express zum ersten FC Köln mit einer Länderspiel-Pausenausgabe. Denn erst am 11. Oktober spielt der FC gegen Brüssel München-Gladbach. Bis dahin haben wir aber noch jede Menge Themen. Mein Name ist Christian Löhr und bei mir ist mein Kollege Uwe Bödecker vom Express, der am Donnerstag in München sein und hoffentlich seit Malas Debüt im Div B Trikot bewundern wird. Uwe, bist du denn schon aufgeregt?

Uwe Bödeker: und Christian. Aufgeregt bin ich schon. Vor allen Dingen ist die Frage, ob er überhaupt spielt, weil das wäre dann der nächste Schritt, der fällig ist, fällig wird. Ich weiß nicht, was Glock vorhat, ob er ihn von Anfang an bringt, ob er ihn reinbringt. Ich hoffe nur, dass er spielt. Da bin ich gespannt.

Christian Löer: Das war ja schon immer wieder Thema für uns. Spielt er Maler? Spielt er nicht? Spielt er von Anfang an? Wird er eingewechselt? Das kenne ich irgendwie aus der letzten Saison. Und am Ende war es natürlich so, Said muss immer spielen, wenn es denn geht. Zumindest beim ersten FC Köln. Ob das dann auch für die deutsche Mannschaft gilt, werden wir dann sehen. Aber ich finde auch, dass langsam es doch mal Zeit wird für ihn. Denn sonst müssen ja auch wir als 1. FC Köln langsam reagieren und meine Protestnote schicken, glaube ich. Darum schicken wir dich ja hin und du kannst dann die Kölner Farben in München vertreten.

Uwe Bödeker: Ich bin gespannt. Ich werde Maler genau beobachten und auch gucken, was Jürgen Klop da auf dem Platz zaubert. Das Spiel gegen die Niederlande habe ich jetzt gesehen, hat mir echt gut gefallen. Man hat ja auch direkt gesehen, was für eine Handschrift so ein Trainer innerhalb von wenigen Tagen mit einer Mannschaft da auf den Platz bringen kann. Also die waren frech, die waren mutig. Ich glaube, das passt auch zum Zeit.

Christian Löer: Total, ich fand es auch wirklich bemerkenswert. Ich hatte zwischendurch, man muss ja gestehen, da waren ja schon jetzt insgesamt in diesem Doppelkader stehen ja ein paar Leute, die man womöglich auf der Hohe Straße nicht erkennen würde, wenn sie einem entgegenkämen und mit denen man sich ja auch mal dann jetzt genauer beschäftigen musste vor dem Länderspiel. Oft ist es ja so, wenn man die der Bundesliga sieht, gegen Köln ja dann in der Regel, dann achten wir ja schon überwiegend darauf, was die Kölner machen. ich hab das mal von einem Scout mir sagen lassen, dass es grundsätzlich schon fast unmöglich ist, über die Spieler einer Mannschaft ein vernünftiges Bild zu machen, wenn man versucht, alle parallel zu beurteilen. Den Gegner, den man dann nur selten sieht und wo man noch viel weniger weiß, was da verlangt ist und geplant ist und was die jeweiligen Aufgaben sind, ich für noch schwieriger. Darum habe ich mich auch dabei erwischt, dass ich bei so ein paar Leuten erst einmal genau mich einlesen musste, wofür die so stehen. Und es waren ja auch ein paar dabei, die jetzt nicht die kommenden Superstars sind, die wir übersehen haben, sondern es waren ja auch so teilweise, ich würde sagen, Rollenspieler. Und dafür, dass sie da jetzt aufgelaufen sind, ohne den Auftrag zu haben, Die besten Fußballer der Welt zu sein, haben sie es ja teilweise wirklich überragend gemacht, weil sie ihren Job so gut erledigt haben. Das fand ich hochinteressant zu sehen.

Uwe Bödeker: Ja, man sieht auch, dass da jeder sich zeigen wollte, zumindest von der Intensität her, dass man auch frech war, dass man jetzt allein schon beim Tor dann einfach auch weiterspielt, wenn da ein Niederländer liegt und man will halt dann das Ding machen. Das hat mir in den letzten Monaten bei der Nationalmannschaft immer so bisschen gefehlt, dass man auch mal dieses gewisse, diese gewisse Rottsträche, Kalt-Schnorzigkeit hat.

Christian Löer: ich mich da bisschen geärgert habe. das war der niederländische Mittelstürmer, in einem ganz normalen Duell zu Boden gegangen, hat sich wehgetan, keine Kopfverletzung, nichts dramatisches. Ich habe auch nicht den Eindruck gehabt, als wäre er jetzt derjenige gewesen, der dann im 16er das Gegentor verhindert hätte, also das ist ja dann so schlimm. Es war jetzt ja nicht der Torwart, der plötzlich im Seiten auslagt. sondern es war der Mittelstürmer, der mit nix zu tun hatte. Und dann ist es einzig und allein am Schiedsrichter, die Partie zu unterbrechen und daraus dann eine Fair-Play-Debatte zu gestalten, fand ich wirklich steil und auch eher sogar von der Seite aus betrachtet unfair. Denn da irgendwie anschließend auf Joshua Kimmich einzureden, wie alles in der Welt, er habe weiterspielen können, wo doch ein Kollege am Boden lag. Das fand ich wirklich nicht in Ordnung. hab hinterher, Javi hat ja hinterher gesagt, sein Problem war, dass der Schiedsrichter die Pfeife an den Mund genommen hat, ohne zu pfeifen. Und darum seien seine Spieler abgelenkt gewesen und hätten das Spielen eingestellt. Und auch da finde ich, das gehört einfach zu einem professionellen Umgang mit der Herausforderung Fußball-Länderspiel dazu, einfach weiter zu spielen. Und darum, dass dieses Tor zumal in Amsterdam gegen die Niederlande. Das lasse ich mir nicht schlechtreden. Das war schon alles in Ordnung.

Uwe Bödeker: bin ich voll bei dir. Quatsch. Und ich glaube auch, dass viele Schiedsrichter einfach mit Pfeife in Mund oft rumlaufen und nicht wissen wohin und nicht pfeifen. Also ein Spieler, der dann immer auf die Pfeife guckt. Das ist Quatsch, ich.

Christian Löer: Wenn dir einer auf den Rücken haut, dann pfeifste halt vor Schreck. Das ist dann blöd, wenn du dich im Mund hast. Klar, was du

Uwe Bödeker: Das ist nicht genauso.

Christian Löer: sagst, frech und aktiv und fleißig, das ist Said Elmaler. Ich würde es gern mal sehen. Ich fand wirklich auch nach dem Spiel, aber auch immer wieder an der Seitenlinie total, ja, kurios und lustig und auch schön zu sehen, wie dieser ja doch riesige Bundestrainer Jürgen Klopp dann mal seine langen Arme ausfuhr und wirklich alle an sich drückte und herzte und dann losschickte und ja in dieses Klopp-Forechecking jagte. Da habe ich mich kurz gefragt, ob der Said dann wirklich der Mann ist, der immer bis auf den gegnerischen Torwart sogar durchschiebt und da auf die Jagd geht. Das Tempo hat er, würde ich sagen.

Uwe Bödeker: Das Tempo hat er. Ich bin auch gespannt, weil ich glaube schon, dass der Klopp da von den Spielern auch wirklich was körperlich erwartet, dass die sich wirklich bis zur letzten Drille verausgaben. Ich hatte jetzt zuletzt immer das Gefühl, dass beim ersten FC Köln er dann schon nach den ersten 4, 5, 6 Sprints schon ordentlich mal am Kumpen war. Das soll jetzt nicht heißen, dass er nicht richtig fit ist oder so. Aber es ist noch mal eine Stufe höher jetzt in der Nationalmannschaft und auch was die Erwartungen... von Klopp angeht. bin gespannt. Was ich aber hoffe, ist, dass er paar guten Mitspielern auch vielleicht mal anders in Szene gesetzt wird. Ich hatte ja jetzt auch die letzten Spiele immer gesehen, er Kopf runter, rennt dann, kriegt den Ball, rennt in ein, zwei Gegenspieler rein, rennt sich da fest. Da fehlt mir so ein bisschen vielleicht mal klatschen lassen, Doppelpass spielen und dann hast du schon mal einen hinter dir und vielleicht nur noch einen vor dir. Ich glaube und hoffe einfach, dass er da bei der Nationalmannschaft anders und besser in Szene gesetzt wird, als das zuletzt beim FC der Fall war.

Christian Löer: Ja, hast du natürlich recht, dass du den Punkt ansprichst. Denn ich habe gerade eindimensional, wie ich bin, natürlich unter Kloppfußball das Pressing erst mal nur verstanden, weil ich auch das wirklich auffällig auch fand von der deutschen Mannschaft. Denn die Niederländer auf einem top gepflegten Rasen, die musst du ja erst mal so pressen. Normalerweise spielen die dich ja dann einfach hinten aus. Haben sie auch ein paar Mal gemacht, aber fand ein paar Aktionen waren echt sehr, sehr cool. durchgezogen mit sehr viel Kampfgeist. Darüber habe ich jetzt ganz vergessen, dass Deutschland ja in München gegen Serbien hoffentlich auch nach vorne spielen wird. Und da könnte Said El-Malah natürlich seine Qualitäten mal ins Spiel bringen. Wenn er dann von den richtigen Leuten in Szene gesetzt wird und er ist ja auch einer mit Auge, der auch einen guten Pass spielen kann, das könnte lustig werden.

Uwe Bödeker: Auf jeden Fall. Wie gesagt, ich bin gespannt. Entweder von Anfang an oder ich schätze sogar eher, dass er ihn reinbringt. Und dann wird er explodieren und im besten Fall zwei Tore machen. Wird er zum Helden. Das wäre doch schön.

Christian Löer: Wird er zum Helden? Ich bin gespannt, was du mitbringst, auch später, was du an Reaktionen mitbringst. Ich erinnere mich noch gut an die frühe Phase von Lukas Podolski bei der Nationalmannschaft. Da habe ich die Nationalmannschaft begleitet. Und auch ein paar... Ich war bei seinem ersten Spiel von Anfang an dabei in Yokohama, erinnere ich mich. Ich war auch dann bei seinem ersten Länderspieltor in Bangkok sogar dabei. Und da war ich dann immer... für die Kollegen, die die Nationalmannschaft dann mit mir begleiteten, weil ich immer der Köln beauftragte und habe dann immer für sehr viel Heiterkeit gesorgt, wenn es in der Mixed Zone darum ging, Lukas Podolski anzusprechen und der Poldi dann auf seine poldihaft-rheinische Art, die vielen Menschen ja da draußen in unserem schönen und ja wirklich großen Land fremd ist, mit mir ins Gespräch kam. Das war immer sehr charmant, weil der Lukas ja auch diese sehr charmante, direkte Art hat, die man dann einem Schwaben erst mal erklären muss zum Beispiel. Wer weiß, wie Said sich verkauft, aber eigentlich ist das ja auch einer, überhaupt

Uwe Bödeker: Vielen Dank.

Christian Löer: nicht auf den Mund, der ist recht nicht auf den Kopf gefallen ist und der ja auch nach meinen Eindrücken ein super Sozialverhalten hat in so einer Gruppe. Ich kann mir vorstellen, dass das auf ganz vielen Ebenen wirklich eine lustige Länderspielreise werden kann. Du merkst, ich bin kurz davor,

Uwe Bödeker: Ja, das glaube ich auch.

Christian Löer: mich zu akkreditieren und hinzufahren.

Uwe Bödeker: Ich will die jetzt auch nicht vergleichen. Pauli, Elmalla, sind unterschiedliche Spieler, unterschiedliche Typen. Aber ich kann mir gut vorstellen und das habe ich in den letzten Wochen auch gesehen, wenn Zeit, wenn der mal in der Mixzone steht oder wie auch mit den Kindern umgeht, am Trainingsgelände nach den Spielen. Der hat halt Humor, der hat immer einen guten Spruch und der ist echt nicht auf den Mund gefallen. Und ich glaube, so was tut auch der ganzen Ausstrahlung so einer Mannschaft. die ja in den letzten Monaten ordentlich eingebüßt hat an Sympathie, der tut das einfach gut, dass dann wieder ein junger Typ kommt, der vielleicht auch mal was sagt, was nicht jeder sagt oder auch mal zum Lachen bringt, die Leute. Also ich kann mir das auch gut vorstellen, dass das eine runde Sache wird.

Christian Löer: Da muss ich jetzt eine Anekdote erzählen, für die ich wahrscheinlich zu Hause Ärger bekomme. Ich hatte mir auch eigentlich vorgenommen, sie nicht zu erzählen, machst aber natürlich jetzt doch. Der Sait, der wohnt ja bei uns in Ehrenfeld die Ecke. Und meine Frau hat den vergangene Woche bei der Post beim Paket abholen. Ja, getroffen eben nicht, sondern gesehen. Und hat natürlich dann auch, der hatte dann zufällig kein FC-Trikot an. Das heißt, sie hat dann auch direkt gezweifelt, ist das wirklich, ist das wirklich? Wobei sie schon überzeugt war, dass das ist. Und hat dann für unseren 13-jährigen Sohn, der natürlich großer Fan ist, ein Foto machen wollen. Aber natürlich unauffällig, unerkannt. So, aus der Hüfte.

Uwe Bödeker: Papagazzi!

Christian Löer: Und das hat dann aber der Side natürlich direkt mitbekommen. Und hat dann meine Frau so ... angefahren und hat gesagt, er hasst es jetzt. Und wir haben natürlich hinterher auch dann darüber gelacht und haben alle gesagt, na ja, Mann, jetzt einfach sagen können, hey, Seid, mein Sohn ist ein Riesenfan, darf ich ein Foto von dir machen? Hätte auf jeden Fall ja ja gesagt. Aber wie gesagt, meine Frau war sich dann in letzter Konsequenz nicht ganz sicher, ob was überhaupt wirklich ist. Also ob ein Zeitermacher überhaupt wirklich zur Post geht und da seine Pakete abholt. Darum hatte er sich diese Art begegnet. Und dann habe ich noch gesagt, aber das muss ich mal grundsätzlich für ihn eine Lanze brechen. Nicht, dass du jetzt denkst, er würde ständig Leute ampampen, die ihn heimlich fotografieren. Wozu er ja wirklich jedes Recht hat. Sondern der ist einer, der extrem umgänglich ist eigentlich und auch gar keine Fotowünsche abschlägt. Und er hätte auch 100 % meiner nun mal auch wirklich sehr sympathischen Frau erlaubt, ein Foto zu machen. Aber das war dann ein bisschen seltsam orchestriert und durchgeführt. Und na ja, er hat es halt mitbekommen.

Uwe Bödeker: Herrlich, aber auch das zeigt dir, dass er zumindest reagiert und egal wie er dann reagiert, hat ja keine Berührungsängste und das finde ich immer gut.

Christian Löer: Nee, nee, gar nicht. Ja, 20 Jahre alt, ne? Ja, eigentlich, äh Nun ja. Kind. Aber nö, macht er gut. Und wird er wird er gut machen. Es gibt aber ja noch mehr Elmahler beim 1. FC Köln, nämlich den Malek, von dem wir ja alle eigentlich sehr viel erwarten. Weil der, wie ich finde, auch ein paar Alleinstellungsmerkmale hat. Allein durch seine Größe, aber eben auch durch seine Improvisationsfähigkeiten und seine Technik am Ball. Könnte das ja noch ein spannender Spieler werden. Jetzt was du... beim Regionalligaspiel am Wochenende, aber Malek ist verletzt, hörte ich.

Uwe Bödeker: Ja, leider. Also Malek hat einen kleinen Rückschlag erlitten. Es gibt viele, die sagen, rein vom Fußballerischen ist er sogar bisschen talentierter als sein Bruder. Nur körperlich spielt das bisher so gar nicht mit. Er hat oft mit kleineren Verletzungen zu kämpfen. Und jetzt hat er in der Vorwoche Verletzungen wieder am Sprunggelenk bekommen. Ist zwar wieder in der Reha oder auch auf den Weg zurück auf den Platz erst nächste Woche dann. Aber es ist wieder ein Rückschlag und das tut einem schon schon so bisschen leid, weil man einfach, ich gedacht, wenn der mal ein paar Monate durchspielt, ist der auf jeden Fall ein Thema für die Profis und zwei Brüder zusammen. Beim FC kann ja auch

Christian Löer: Ja.

Uwe Bödeker: funktionieren.

Christian Löer: Ja. Ja, und er hat wirklich ein paar ganz besondere Dinge an sich. Man muss auch im Teppich bleiben. Aber ich hab schon hin und wieder mal so Zlatan-Ibrahimovic-Vibes gespürt, wenn ich ihn gesehen hab. Denn ich finde, hat so Ja, am Ball, trotz dieses Schlagsigen, das er hat, finde ich, ist er wirklich ... super interessanter Offensivspieler mit einem irren Gefühl auch für Situationen. Aber zurzeit kann das leider nicht so einbringen, wie wir es uns erhofft haben. Allerdings, Tora ist

Uwe Bödeker: Vielen Dank.

Christian Löer: ja trotzdem gesehen.

Uwe Bödeker: Ja, das war, muss man ganz ehrlich sagen, richtig geiler Kick. Da waren bestimmt 500, 600 Ultras, die haben für Stimmung gesorgt, haben da auch ein bisschen rumgezündelt und dann

Christian Löer: Haha.

Uwe Bödeker: fallen da sieben Tore und es ging hin und her und Manuel Hartmann hat danach auch gesagt, ich habe hier eigentlich keine U21, sondern eine U19 oder eine U20, sagen wir es mal.

Christian Löer: Mhm.

Uwe Bödeker: Das Durchschnittsalter von der Truppe war zuletzt 19,2 oder 19,5 Jahre. Und da laufen echt, die laufen noch mit offenem Visier rum und offener Schlagabtausch. für Fußballfans ist das eigentlich geil, sich so was anzugucken. Und da wünscht man sich manchmal auch, dass sich die Profis da so ein bisschen was von abgucken, weil man einfach da auch eine gewisse Spielfreude sieht. Man traut sich mal was. Es wird aus der zweiten Reihe geschossen. Da ist ein Ball an die Latte gegangen, der geht auf die Linie wieder an die Latte. Also da war richtig was drin. Hat Spaß gemacht.

Christian Löer: Ja, so auch so wie ... Wir sehen die ja dann öfter mal, wenn sie dann in der Vorbereitung vor allem bei den Profis mittrainieren. Auch so Jungs wie Nilas Jakobi, so solche ... Auch so ein 19-Jähriger, wo man denkt, sensationell. Und ich selbst tu mich dann immer ein bisschen schwer einzuschätzen, wie weit die dann schon im Vergleich zu einer Erstligamannschaft sind. Weil wenn man die da manchmal so sieht und sieht nur so grundsätzlich das Talent und was die dann draufhaben, was die teilweise so für Aktionen dann drin haben, auch für Tore, dann denkt man so, okay, er ist auf jeden Fall ein Bundesligaspieler. Und dann, klar, dann liegt es natürlich am Ende an denen, die für so eine Kadergestaltung verantwortlich sind, zu sagen, der ist schon so weit und der nicht. Aber vom Talent bin ich immer wieder fasziniert, was man da...

Uwe Bödeker: Ich glaube auch, dass man in der Regionalliga als Trainer, Manuel Hartmann macht das ja richtig gut mit den Jungs, da auch viel, viel mutiger spielen lassen kann, weil der Druck jetzt nicht ganz so groß ist. glaube René Wagner, wenn er jetzt nur Hurra-Fußball spielen lassen würde,

Christian Löer: Haha.

Uwe Bödeker: wäre das auch nicht das Richtige. Also der muss ja auch immer abwägen. Aber ja, so eine gewisse Mischung muss gefunden werden. auch dass man auch, dass auch die Profis nicht so eine zweite Halbzeit wie die gegen Bremen hinlegen, wo sie auf einmal mit einer Fünferkette drin stehen und lassen die anderen ins Spiel kommen. So das darf halt nicht sein.

Christian Löer: Jaja, ich hatte grad auch ganz kurz im Hinterkopf, breitete sich der Gedanke aus, sollen wir jetzt die Mutdebatte dann doch noch mal aufmachen? Gleichzeitig denke ich, vielleicht ist es gerade heute nicht, denn wir sind irgendwie maximal zwischen den Spielen und versuchen uns doch mal ein bisschen frei zu machen. apropos

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: frei, eine Gerhard-Delling-Überleitung zu machen. Fünf Tage frei. Jetzt sag ich mal zu dir,

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: als Ich mein, du, als eines meiner großen sportlichen Vorbilder, Ausdauer, Genie, was hast du in den fünf Tagen gemacht? Konditionen gebolzt, damit man mal richtig fit wird? Oder was kann man in so fünf Tagen machen außerfrei?

Uwe Bödeker: Okay, also keine Mutdebatte, sondern jetzt die Fitnessdebatte. Okay.

Christian Löer: Wir können nicht alle schwierigen Debatten auslassen.

Uwe Bödeker: Nee, muss geführt werden. War ganz interessant. hatten mal drauf geguckt unter der Woche. FC war in der letzten Saison, dass die Laufkilometer angehen nach der Saison auf Platz 7 von allen Bundesligisten. Aktuell nach den ersten vier Spielen sind sie nur noch 14. Da werden also 116 Kilometer pro Spiel gelaufen. Das ist schon weniger. Und das muss man ganz klar sagen. Natürlich kann man jetzt sagen, okay, Martel und Kaminski, die da viel abgerissen haben, die sind nicht mehr im Kader, die sind nicht dabei. Aber dafür ist Skiri dabei. Der läuft, glaube ich, so im Schnitt pro Spiel 13 Kilometer, hat jetzt auch nicht jedes Spiel durchgespielt. Aber 13 Kilometer ist dann schon mal ein Wert, wo er zu den Top-Leuten zählt. Und jetzt haben sie fünf Tage frei bekommen. Da gab es natürlich auf Schrei unter vielen Fans, gesagt haben, boah, jetzt spiele HSV verloren, wie kann man denen jetzt fünf Tage frei gehen, die sollen durchknüppeln. Aber ich glaube, ich glaube, sie haben das auch im Trainer-Team erkannt. Skiri, den haben wir unter der Woche getroffen zum Interviewtermin. Er sagte, wir haben alle einen Plan bekommen, wo wir laufen müssen in diesen Tagen, das heißt, wir haben nicht frei. Aber trotzdem ist es auch mal gut. fünf Tage den Kopf frei zu bekommen und außerhalb der Mannschaft für sich zu trainieren. ist da eine oder viele Spieler sind auch eine gute Ich-AG, die sich sehr gut in Form bringen. Also ich sehe da jetzt nicht das große Fitnessproblem beim FC. Aber einige Spieler können vielleicht trotzdem noch ein bisschen mehr tun.

Christian Löer: Ich denke mal, die werden da jetzt auch nicht ausschließlich Regenerationsläufe machen, sondern da dürfte mal das eine oder andere Kracherintervall bei sein. Und ich musste jetzt gerade an Stefan Kießling denken von Bainolfi Leverkusen. Der hat ja mal nach seiner Karriere erzählt, er habe für diese Laufprogramme immer seine Laufuhr seiner Frau gegeben, die wohl eine sehr gute Ausdauersportlerin ist. und die dann für ihn die Läufe absolviert hat. glaube, mittlerweile ist die Technologie so weit, dass, obwohl du es zum Beispiel könntest, lieber Uwe, dass du jetzt nicht für Jan Thielmann die Läufe übernehmen kannst. Weil dann fällt dann doch womöglich auf, dass du du bist und er er. Aber ich glaube, der Eindruck ist schon, man hätte sich mal vielleicht die Laufpläne besorgen sollen. Hab ich mir nicht drum gekümmert. Interessieren wird es mich. Aber ich gehe mal davon aus, dass da viel geleistet wird und auf jeden Fall sehr deutlich mehr als nichts. Und wie du sagst, gleichzeitig ist das, glaube ich, schon auch ein Thema für die Köpfe. Ich hatte die Tage mal geguckt und es auch aufgeschrieben. Seit dem Trainingsauftakt, also als sie die Medicals gemacht haben, Sommer sind 75 Tage vergangen, bis jetzt zum ersten dieser fünf freien Tage. Und wenn ich mir vorstelle, was ich in diesen 75 Tagen alles gemacht habe, Außer natürlich unter anderem mit dir in Kitzbühel im Trainingslager zu sein und auch insgesamt sehr viel zu arbeiten, hatte ich eben auch unter anderem drei Wochen Sommerferien und sogar neulich ein freies Wochenende. Darum das hatten die alle nicht. Und wenn ich mir irgendwie einen Gideon Mensah angucke, der spielt eine WM, auf die er sich auch hat vorbereiten müssen. Der ist dann also mit Der Mannschaft Garners, er in der Vorbereitung, fliegt dann nach Nordamerika, spielt in der WM, kommt zurück, wird noch irgendwo in Frankreich seinen Haushalt aufgelöst haben nach all der Zeit, geht dann in Urlaub, wird noch krank, unterschreibt in Köln, fährt ins Trainingslager nach Kitzbühel, bringt sich in Form, spielt Bundesliga. Also so ein Junge, denke ich. dem wird es womöglich mal ganz gut tun, nach wirklich 75 Tagen plus der Vorgeschichte WM etc. mal womöglich ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Denn das, finde ich, unterschätzt man oft. Da hängen ja nun mal jeweils junge Leute dran an diesen Trikot-Nummern, auf die wir sie bitte nicht reduzieren sollten. Und womöglich werden die dann endlich mal so zu sich finden, dass sie auch mal wissen, wo bin ich hier eigentlich angekommen. Und auch das kann ja nur helfen.

Uwe Bödeker: jeden Fall. ich weiß jetzt nicht, wer alles in Köln geblieben ist. Manche haben vielleicht einen kleinen Kurztrip noch gemacht, aber gerade als Neuzugang ist das dann ja auch mal eine Chance, dir Köln anzugucken, deine Wohnung vielleicht noch mal ein bisschen anders einzurichten, die Kartons auszuräumen, mit deiner Familie Zeit zu verbringen, mit den Kindern in den Zoo zu gehen, keine Ahnung. Das sind ja alles junge Kerle, die auch mal genau das machen müssen. Wenn man dann noch einen Plan hat und läuft jeden Tag, dann finde ich, ist das völlig legitim und richtig.

Christian Löer: Ja. Wobei natürlich aus meiner Sicht jetzt, also von mir war natürlich jetzt Gideon Mensah ziemlich schlechtes Beispiel, weil der ist ja direkt losgefahren zur Nationalmannschaft schon wieder und hat da auch schon wieder Länderspiele. Darum, also selbst so einer, da müsste man sich eigentlich mal fragen, wann der überhaupt das nächste Mal frei hat. Das finde ich ist schon heftig. Darum die Jungs, die in Köln geblieben sind, und jetzt diese fünf Tage frei in Anführungsstrichen haben, also fünf Tage lang, weder ihre Chefs noch ihre Kollegen sehen müssen. Und du weißt, wie schön das sein kann, weder seine Kollegen noch seine Chefs zu sehen. Die

Uwe Bödeker: Mh.

Christian Löer: werden das hoffentlich nicht nur zu bisschen Fitnessarbeit nutzen, sondern auch, den Kopf vielleicht auch mal ein bisschen frei zu kriegen.

Uwe Bödeker: Ja, auf jeden Fall. Also netter Sidesetter beim Skiri-Gespräch. Das ist ja wirklich ein ganz feiner Kerl. Er spricht super, super Deutsch und ähm...

Christian Löer: Ja, das ist mir jetzt in Hamburg in der Mixerl aufgefallen, dass er wirklich uneingeschränkt Deutsch sprach mit uns. Hatte ich gar nicht mehr so auf dem Schirm.

Uwe Bödeker: Und er wirkte auch bei einem Thema sehr emotional und zwar die letzten Wochentage in Frankfurt, die waren gar nicht mehr schön für ihn, weil er relativ frühzeitig schon die Ansage bekommen, dass man so nicht mehr mit ihm plant und er sich was anderes sucht. Das fand er auch in Ordnung, aber hinten raus wurde er dann richtig, kann man schon sagen, rausgeäkelt. Er konnte dann nicht mehr beim Training teilnehmen. Man hat nicht mehr so richtig mit ihm gesprochen. Also jetzt nicht alle im Verein. hat schon gesagt, da gab es auf der Geschäftsstelle viele, die haben auch noch mit ihm gesprochen, aber so zwei, drei Bosse gar nicht mehr. Dann hat er immer so kurz vor, bevor er dann eigentlich auf den Trainingsplatz gehen sollte, wollte, haben sie ihm gesagt, ne, darfst nicht mit trainieren. Und da er schon gemerkt auch, wie hart so ein Profibusiness sein kann. Zeitgleich kam dann der FC, hat sich sehr ihn bemüht, hat das Vertrauen gespürt. Auch René Wagner hat in vielen Gesprächen mit ihm klar gemacht, dass er sein Wunschspieler ist. Jetzt ist wieder in Köln und spürt halt das Vertrauen. Ich glaube, will er zurückzahlen. Das sieht man einfach, weil der ist wirklich fleißig, hat sich dann richtig gut in Form gebracht. Die letzten Spieler haben schon gezeigt, dass er da wieder auf einem richtig guten Weg ist, auch der Mannschaft zu helfen. Jetzt hoffe ich einfach, dass er dann gegen Gladbach im Derby noch mal eine Schippe drauflegt und dann geht es nach Frankfurt. Den will er dann mit Sicherheit auch zeigen, dass sie ihn nicht gut behandelt haben. Also das ist ein Spieler, wo ich sage, freuen wir uns drauf.

Christian Löer: Ja, ich habe das Interview natürlich auch gelesen und war auch, ja, ich war fast betroffen, muss ich sagen. wenn man den Ayes so am Geissbockheim erlebt hat in all den Jahren, dann ist das ja schon einer, der sich auch mit Führungsthemen auseinandersetzt, der ja auch selbst ein absoluter Führungsspieler ist und der, finde ich, erst recht es verdient hat, anständig geführt zu werden. Und das ist ein Total integrer Typ, Familienmensch. Und als ich dann las ... Also, vor allem als ich dann auch sah, was ja dann tatsächlich veröffentlicht wurde, denn oft wird ja noch das eine oder andere zurückgezogen oder zurückgehalten. Das war schon ein sehr, ehrliches Interview. ... also, wenn das nicht ganz ernst gemeint hätte, hätte das nicht gesagt. So, darum ...

Uwe Bödeker: Hmm.

Christian Löer: Da hab ich auch gedacht, okay Da muss man sich auch von erholen, glaub ich. Er ist ja zum Beispiel einer von denen, er ist ja aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Er ist ja dann jetzt einer von denen, der wahrscheinlich den Laufplan mal zwei absolviert. Aber eben auch womöglich mal jetzt zur Ruhe kommt und sich mal damit auseinandersetzen kann, was eben da grad so passiert ist in den letzten Monaten. Und dass auch er jetzt noch weiter wieder ... ankommen kann, wo er schon mal war und womöglich dann auch jetzt sich noch mal besser auf den weiteren Verlauf der Hinrunde einstellen kann.

Uwe Bödeker: Ja, das hat halt knallhart die Härten des Geschäfts gezeigt. Selbst wenn man einen Vertrag hat, aber man nicht mehr mit dir plant, dann kann man auf einmal ganz schön aufs Abstellgleis kommen. Das muss man immer im Hinterkopf haben.

Christian Löer: Ja, klar, kann man immer mit Geld anfangen. Aber ich glaub, in dem Moment, wo du dann so zurückgewiesen wirst und man dir ja ganz eindeutig signalisiert, wir brauchen dich nicht mehr, wir wollen dich nicht mehr, glaub, Eliy Eskiri ist ein Spieler, der sich sehr darüber definiert, dass er gebraucht wird und dann auch sehr gern liefert und auch etwas mehr liefert als dann womöglich andere. Ich glaub nicht, dass der in dem Moment dann sagt, ach, ich geh mal kurz zur Bank und zieh mir einen Kontoauszug, da guck ich da mal drauf und alles ist wieder gut. sondern ich glaube in dem Moment hilft es dir auch nicht berühmter Fußball-Millionär zu sein, sondern das tut dann dem wahrscheinlich genauso weh wie so arm schluckern wie dir und mir.

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: Das heißt, wir haben unsere Bedenken zu den fünf freien Tagen nicht einfach für uns behalten, statt sie zu veröffentlichen, sondern wir haben sie gar nicht so wirklich und haben darum keine großartigen Bedenken veröffentlicht. Können wir uns darauf einigen?

Uwe Bödeker: Ja, ich finde das Vorgehen vollkommen legitim. Zumal es ist ja auch echt eine monsterlange Länderspielpause, die so kein Verein kennt. Bisher mit drei Wochen. Ganz ehrlich, wenn du jetzt in diesen drei Wochen immer noch aufeinander hocken hast, der kann der Schuss ja auch völlig nach hinten losgehen. Das ist ja dann wie eine Vorbereitung.

Christian Löer: Hm.

Uwe Bödeker: Also ich finde, das ist genau richtig. Jetzt fangen sie glaube ich Montag wieder an mit dem Training.

Christian Löer: Ja.

Uwe Bödeker: Viele Nationalspieler sind Die ja unterwegs noch. Das heißt, du hast jetzt eigentlich die volle Kapelle, mit der du arbeiten kannst, aber du kannst auf jeden Fall ein paar gute Standardsituationen trainieren.

Christian Löer: Ja, die Standarddebatte, da ist sie wieder. Ich ähm Ja, also, wenn ich mich an das Zitat erinnere, das mich noch immer verfolgt von René Wagtner nach dem HSV-Spiel, dass man es nicht geschafft habe, sich dorthin zu stellen, wo man sich hinstellen wollte, hab ich dann gedacht, vielleicht sprecht ihr noch mal darüber, wo ihr euch hinstellen wollt, damit ihr es womöglich schon im Derby gegen Mönchengladbach schafft. dort zu stehen, wo ihr stehen wollt. das sollte ja machbar sein. Sonst könnte man ja vielleicht mit Gaffa Tape so ein paar Kreuze am Boden markieren und dann womöglich noch drauf schreiben, die Nummern jeweils, damit jeder weiß, wo er stehen soll. Erstmal irgendwie vielleicht so schematisiert. Aber das ist vielleicht was, wo man noch dran arbeiten kann. Vorher haben wir natürlich noch

Uwe Bödeker: Ich wäre bei Mat-

Christian Löer: ein tolles Testspiel.

Uwe Bödeker: Ja, tatsächlich.

Christian Löer: Aber ich hab dich gerade unterbrochen. Du wolltest noch was Gemeines sagen zu den Standards.

Uwe Bödeker: Ich würde auf Mann-Dekung gehen, aber was mir Hoffnung macht, ein Gegentor wie gegen den HSV, wo die drei Verteidiger im Niemandsland stehen. Das kriegste einmal und das kriegste hoffentlich nicht ein zweites Mal. Deswegen, es kann nur besser werden.

Christian Löer: Das ist natürlich ein Maß an Optimismus, das ich im FC-Umfeld in den letzten Wochen nicht gehört hab. Ich freu mich, dass du es aufbringst als jemand, so nah dran ist. Denn dich komplett zu täuschen, halte ich für unmöglich. Das heißt, wenn du so was wie Optimismus spürst, dann ist das nicht ganz unbegründet. Vielleicht ... müsste man da mal auch in den Foren ein bisschen ... Optimismus verbreiten, denn die Kommentarlage ist ja Moment verheerend, muss man sagen, was zumindest René Wagner angeht. Aber das soll uns nicht stören.

Uwe Bödeker: keinen Fall. Er muss jetzt punkten und dann wird sich das auch alles wieder relativieren. Ja, Testspiel hast du angesprochen. Ich bin gespannt. Es geht gegen Victoria. Ob da auch noch mal ein paar Jungs, die jetzt zuletzt hinten dran waren, sich irgendwie in den Fokus spielen können. Erwarten muss man und darf man das? ob das jetzt ein Jan Thielmann ist oder ein Ralf Vandenberg, auch ein Joel Schmid, die müssen sich da zeigen.

Christian Löer: Ja, das ist schöne Gelegenheit. Wird auch bestimmt nicht ganz einfach, denn das haben wir jetzt auch schon immer wieder gehört, gelesen und hoffentlich auch zwischendurch mal gesehen. Die Victoria hat da mit Marian Wilhelm natürlich ein Trainertalent, das wirklich seinesgleichen sucht. Wenn man sich den aktuellen Höhenflug der Victoria mal anschaut. Da steckt schon auch sehr, sehr viel Marian Wilhelm drin. Einfach offenbar überragender Trainer. Auch das könnte interessant sein. Ich glaube, ist genauso alt wie René Wagner, genauso jung. Vielleicht könnte man da mal sogar ein bisschen sehen, wie die beiden aufeinander reagieren, indem sie ihre Mannschaften mit allen Tricks, die der Fußball zu bieten hat, einstellen.

Uwe Bödeker: Ja, der Name des Trainers von der Victoria fiel jetzt am Samstag im Franz-Kremer-Stadion auch öfter und wirklich jeder ist am schwärmen und sagt, guck mal, der macht da super Arbeit. Ich bin gespannt, wenn die beiden aufeinandertreffen, wie das aussehen wird.

Christian Löer: Ja, auch nach dem Pokalspiel, da kommt Miro Klose persönlich mit dem 1. FC Nürnberg vorbei und sagt ja nach diesem Drama, das ja leider dann mit ungutem Ausgang für die Victoria wurde, sagt aber auch Miro Klose, was für eine Handschrift. Also auch in der Analyse, in der Gegneranalyse, die die Nürnberger vor dem Spiel gemacht haben und dann aber auch nach den Eindrücken aus dem Spiel, der kam gar nicht mehr aus dem Schwärm raus. Das hörst du ja von. von morgens bis abends. Jetzt gibt es bei der Victoria sehr kurze Entscheidungswege und der Kreis derer, die da mitreden, ist sehr klein. Das heißt, der Mario kann auch wirklich alles, was er drauf hat, da auf den Platz bringen. Das ist immer die Frage, ob der, wenn er dann eines Tages in einen Großverein wechselt, was passieren wird, ob der dann sich auch erst mal daran gewöhnen muss. Aber im Moment, das passt dermaßen. in Höhenberg. Das ist wirklich eine fantastische Entwicklung, die wir da beobachten können.

Uwe Bödeker: Hm.

Christian Löer: Mal schauen, der SFC Köln weiß, was da los ist. Es ist jetzt nicht so, dass man Thomas Kessel darauf hinweisen muss, was da für ein Trainertalent wirkt. Tja, mal hoffen,

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: es da irgendwann mal in welche Richtung auch immer Kontakte geben wird.

Uwe Bödeker: Ich hoffe nur, das ist eigentlich so... Eigentlich ist das gesetzt, dass sie jetzt in diesem Testspiel alle wissen, was die Stunde geschlagen hat und dass das nicht so ein Schnulli-Bulli-Testspiel wird, sondern dass der

Christian Löer: Haha.

Uwe Bödeker: FC... Das gab es auch schon, wo ich gedacht habe, boah Gott, das hätten sie sich auch schenken können, aber da will ich schon was von den Spielern sehen. Also, wie gesagt, nächstes Spiel nach der Länderspielpause ist das Derby. Zö Bis jetzt schon müssen alle Antennen ausgefahren.

Christian Löer: Da sprichst du echt was an. Denn das ist ja wirklich ein Befund, den wir immer wieder hatten in letzten Jahren. Ich erinnere mich dann an einige Tests, wo man sagte, gesehen habe ich jetzt irgendwie gar nichts. Klar, fahren wir ja auch oft genug dahin, sozusagen wie bei einem Radrennen, jemanden in der Gruppe zu haben, falls was ist. Und dann ist nichts und dann fährt man wieder nach Hause. Aber es war ja auch schon echt oft genug so, dass das wirklich ein Ärgernis war. Und man sich hinterher gefragt hat, Da hätten wir es aber auch alle mal lassen können und hätten uns einen Abend vor dem Fernseher gesetzt und ein paar Serien geguckt, uns zu entspannen. Ich denke mal oder also ich hoffe und glaube aber auch zu wissen, dass das bei dem Test anders laufen wird. Also ich muss echt sagen, ich freue mich da durchaus drauf, was geboten

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: zu kriegen nach der Pause. Mh... Diese Woche war ja auch ein Jahr neuer Vorstand ungefähr.

Uwe Bödeker: Ja, ziemlich genau. Also eigentlich ziemlich genau heute. Was haben wir jetzt? Den 27. September?

Christian Löer: Ja. Ja.

Uwe Bödeker: Vor einem Jahr wurden die drei gewählt. Jörn Stobbe und seine Vizepräsidenten Jörg Alvermann und Ulf Sobek. Wir haben so eine kleine Umfrage mal gemacht auf Express.de und da haben schon erstaunlicherweise etwas über 1200 Fans mal abgestimmt, was sie so vom Präsidium denn nach einem Jahr halten. war eigentlich ganz interessant, weil 15,2 Prozent haben gesagt, ich das Präsidium sehr gut und 14,2 Prozent haben gesagt, ich finde das sehr schlecht. Der FC hat mehr Strahlkraft.

Christian Löer: Und der Rest sagt, nicht, oder?

Uwe Bödeker: Ja, fast komme ich gleich zu. Sehr schlecht. Der FC hat mehr Strahlkraft verdient als dieses Präsidium. Das heißt, sind schon mal 30 Prozent, die sind ja quasi komplett aufgeteilt. Die einen sehr gut, super Arbeit, die anderen Gar nicht gut. Und in der Mitte hatten wir zwei Antwortmöglichkeiten. haben 39 Prozent der abstimmenden Fans gesagt, ich kann habe die Arbeit gar nicht wahrgenommen von denen. kann das überhaupt nicht einschätzen, was die jetzt in dem Jahr gemacht haben. Also

Christian Löer: Ja.

Uwe Bödeker: 39 Prozent, die größte Masse an Fans hat das gesagt und 31 Prozent haben gesagt, mir fehlt die sportliche Kompetenz und mir fehlen Impulse. Also

Christian Löer: Ja,

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: also ich erinnere mich an den Wahlkampf. Also ich erinnere mich sehr gut an diesen teilweise traumatischen Wahlkampf für alle Beteiligten. Und da habe ich irgendwann mal mit dem Berater des Teams, das es ja auch dann geworden ist, gesprochen. Und dann haben wir so das Wahlprogramm uns nochmal angeguckt und zwar ein sehr freundlicher Austausch. Und dann habe ich irgendwann gesagt. euch ist aber auch schon klar, dass ihr bei allem, was ihr natürlich an Themen besetzen müsst, auch eine Antwort auf die Frage haben müsst, wie wollte eigentlich Deutscher Meister werden? Nur also erst mal platt ausgedrückt, darum, dass das Thema sportliche Kompetenz kommt, ist, glaube ich, bei einem EV-Vorstand eines Bundesligisten unausweichlich, weil man natürlich immer die Sehnsucht hat, nach einer Präsidentenfigur, sagt, übrigens ganz nebenbei, Champions League ist gebucht. Das tut der jetzige Vorstand natürlich nicht, was vor allem daran liegt, dass das, glaube ich, drei hochseriöse Herren sind, die sich auf so etwas nicht einlassen.

Uwe Bödeker: Aber alle drei wissen auch, die können im Hintergrund zaubern und Projekte anschieben und Kommissionen gründen und Strukturen ändern. Das ist alles wichtig, aber es ist im Endeffekt hängt es von den Ergebnissen ab. Und wenn

Christian Löer: total.

Uwe Bödeker: du jetzt in eine Situation reinrutschst, wo das Thema Klassenerhalt nachher nur noch am Seiten entfaden hängt und du in die nächsten zwei, drei, vier Spiele keine Punkte einfährst, dann wissen die auch, dann brennt der Baum. da wird dann von vielen Fans das Präsidium auch dran gemessen. Wie verhalten die sich da? Was machen sie? Ich finde das vollkommen richtig, dass das Präsidium auch im Fall jetzt von der Entlassung von Quasenjog da im Hintergrund sehr ruhig geblieben ist und eigentlich so die sportliche Führung hat entscheiden lassen. Ich will gar kein Präsidium. haben. Also wenn man nichts vom Präsidium hört, das eigentlich immer ein gutes Zeichen, auch bei anderen Bundesligisten.

Christian Löer: Ja, das haben auch viele Leute abgestimmt. Wie viele waren das? Tschuldige? Ich hab mir die Zahl nicht gemerkt.

Uwe Bödeker: 39 Prozent.

Christian Löer: Ja, das ist schon gut, weil wenn so ein Jörg Alvermann sich mit Themen wie der Satzungsreform beschäftigt, dann ist das aller Ehren wert. Aber natürlich nichts, was jetzt die große Öffentlichkeit eins zu eins mitbekommt und dann auch abfeiern könnte. Und Ulf Sobek finde ich ... wirklich faszinierend, wie der es schafft, beim Frauenfußball und Mädchenfußball zu sein, bei der Jugend, beim Tischtennis, beim Handball. Das ist nämlich, finde ich, klassische EV-Arbeit eines Sportbeauftragten. Denn der RSFZ Köln ist ja nun mal weit mehr als eine Bundesliga-Profimannschaft. Und das, finde ich, adressiert Oussobek sehr gut, indem er überall ist. Wobei du auch damit jetzt nicht den Publikumspreis der FC-Fans gewinnst, schätze ich, wenn die Mannschaft zu wenig Punkte holt.

Uwe Bödeker: Nee, das nicht, aber die sind auf jeden Fall präsent und fähennah und kommunikativ. Und

Christian Löer: Ja. Ja.

Uwe Bödeker: das ist, finde ich, gerade für so einen Verein, du kannst es nicht allen recht machen, finde ich, das ist schon mal eine gute Basis. Jetzt haben natürlich auch 31 Prozent abgestimmt, dass so Impulse fehlen. Ich will mal ein Beispiel nennen, wo ich denke, dass der FC vielleicht an der Führung gerade auch so bisschen mutiger werden kann, weil man man schmort schon so den letzten 10, 15 Jahren so im eigenen Saft glaube ich jetzt mal und richtig was bewegt wird Thema Geissbock im Ausbau nicht. hat der Jörn Storbe nochmal angestoßen, man dass man bestrebt ist das Stadion auszubauen und da finde ich kann der FC viel, viel mutiger auftreten auch in der Kommunikation mit der Stadt. Ganz ehrlich, wir haben jetzt hier die Operneröffnung gefeiert. Da gibt die Stadt 1,5 Milliarden Euro im Gesamtpaket aus für eine Oper, die nach 14 Jahren, ja, nicht ganz geplant, aber

Christian Löer: Teilweise nicht ganz geplant, natürlich, aber ja.

Uwe Bödeker: man hat jetzt da ein Gebäude, wo 2200 Menschen reingehen. So, ich finde, ja, das hat eine Berechtigung, dass es eine Oper gibt. Aber die Frage ist, wie viel investiert man dafür? Wie viel Geld gibt man dafür aus? Da kannst du ja eigentlich drei, vier große Stadien bauen für das Geld. Der erste FC Köln

Christian Löer: Klar.

Uwe Bödeker: ist nun mal das Aushängeschild der Stadt. ich weiß nicht, ob man als FC... Natürlich ist der Standort Müngersdorf unverhandelbar, aber das beschränkt auch so ein bisschen in dem, was hat man eigentlich als Druckmittel gegen eine Stadtpolitik? Wenn man dann irgendwann sagen würde, wir gehen jetzt auf die grüne Wiese und bauen uns da ein Stadion für 80.000. Ja, vielleicht sagt

Christian Löer: Ja.

Uwe Bödeker: die Stadt dann auch, nee, wollen wir nicht. Jetzt müssen wir zusehen, dass das in Müllersdorf passiert.

Christian Löer: Es ist kommunikativ. Der FC hat es ja auch schon mal anders versucht in der Vergangenheit und ist dann doch sehr breitbeinig durch die Stadt gelaufen. Thema Gloeiler Wiese und hat da sehr viele Menschen vor den Kopf gestoßen und ist einfach davon ausgegangen, dass doch nun mal bitte jeder Mensch in dieser Stadt FC-Fan ist und bereit ist, dem ersten FC Köln alles zu opfern und sei es eine Wiese oder auch zwei im Grüngürtel. glaube damals ist kommunikativ sehr, sehr viel falsch gemacht worden und dann hat man direkt sehr, sehr harte Fronten gehabt. Das hat sich dann so bisschen durchgezogen. Beim Stadion ist es ja ähnlich. Da gibt es dann auch viele Themen, einfach nicht so einfach mal eben sind. Denn natürlich stand so ein Stadion lange Zeit noch in den Büchern der Stadt und dann kann dann nicht die Stadt sagen. Ihr verkaufe euch das Stadion für einen symbolischen Euro und ihr baut die Ecken zu und alle sind glücklich. Das ist halt leider nicht so einfach, vielleicht auch Gott sei Dank nicht so einfach. Ich finde es auf jeden Fall stark, dass Jörn Stoppe mit seiner Erfahrung als Immobilienentwickler sich diese Infrastrukturthemen vornimmt und ja auch zumindest was das Stadion jetzt angeht, sehr mutig kommuniziert. Aber klar. Das mutige Kommunizieren und das Zuversichtliche, was bei Jörn Stobbe, finde ich, so ein Hauptmerkmal ist, wenn der vor dir steht mit seinen 2,06 und dir sagt, alles wird gut und strahlt sich dabei abend und rudert mit seinen riesigen langen Armen. Dann ist man ja direkt bereit, das zu glauben und auch gern zu glauben. Aber ich glaube, da werden sehr viele sehr dicke Bretter zu bohren sein. Aber ich habe den Eindruck, dass insgesamt der Vorstand, hatten das neulich, als es eine Entscheidung oder eine veröffentlichte Einschätzung des Bundeskartellamts zur 50 plus 1-Regel gab, wenn man dann Jörg Alvermann anfragt und Statement bittet, dann kommt da ja praktisch eine Doktorarbeit. Also der ist ja dann in solchen Dingen dermaßen drin und kennt sich so wahnsinnig

Uwe Bödeker: Vielen

Christian Löer: aus. Und klar, das sind alles Themen. aus denen andere Menschen ihr Jurastudium abgebrochen haben, weil sie sich nicht mit so was befassen wollten. Weil es ist sehr anstrengend und teilweise recht unsexy, ich sagen. Aber ich finde, da knallt sich Jörg Alvermann rein. So Beck hatte ich gerade schon mal angedeutet, wie viel der da an Kilometern abreißt, den einzelnen FC-Mannschaften beizuwohnen bei ihren Auftritten. Ja, und Jörg Stobbe. ist so bisschen, ja, wie du sagst. Er könnte natürlich noch mutiger sein und sagen, hey, ich hab hier zwar eine Vision, und ihr könnt jetzt alle sagen, schön, aber wie sieht's denn mal aus? Warum machen wir nicht ein Leuchtturm? Warum machen wir nicht ein Projekt, das man von der Autobahn aussieht? Und wenn jemand auf dem Weg von Hamburg nach München ist, fährt er in Köln vorbei und sagt, ach guck, da ist es! Da ist dieses monumentale Kölner Stadion. mit 80.000 Plätzen, wo eines Tages ein WM-Halbfinale stattfinden wird.

Uwe Bödeker: Mh.

Christian Löer: Klar, warum soll man nicht groß denken und das dann auch forcieren? Ich fände es toll. Wir würden

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: es ja wahrscheinlich noch du und ich so gerade erleben, wenn es dann eines Tages gebaut würde.

Uwe Bödeker: Ja, ich will vor allen Dingen nicht, dass das jetzt hier diskutiert und geprüft und gemacht wird und dann in zehn Jahren irgendwie geht es eine Baugenehmigung. Hat man die, hat man die nicht? Eigentlich will man doch mal, dass so ein erster FC Köln das in der Stadt hinkriegt, in ein, zwei Jahren damit anzufangen, das Stadion entweder auszubauen oder ein neues zu bauen. Ja, aber es dauert.

Christian Löer: Ja, es dauert. Es werden sehr viele.

Uwe Bödeker: Leider, Aber vielleicht kann man das jetzt auch nochmal... Die haben jetzt Olympia, gab es ja nicht den Zuschlag. Da können München sich weiter bewerben und gucken, dass sie die Spiele bekommen. Das heißt

Christian Löer: Viel Spaß dabei übrigens, liebe Münchner.

Uwe Bödeker: aber nicht, wir können jetzt hier aufgeben und alle Pläne und alle Ziele, die man hat und alle Investitionen wieder in den Koffer packen und zumachen, sondern ganz im Gegenteil. Genau jetzt muss man sagen, wir müssen trotzdem was tun. Wir müssen was an der Infrastruktur tun, müssen was an den Sporthallen tun, an den Sportstätten tun und in Zuge dessen auch sagen, so jetzt ist recht, wir brauchen in Köln ein Stadion, was mindestens 80.000 Zuschauer hat. Ich meine, alte Beton-Schüssel im Müngersdorfer Stadion hatte auch schon ein Fassungsvermögen von über 63.000, glaube ich. Ganz am Anfang waren es sogar mal noch mehr.

Christian Löer: Ja, doch, hat es da alles schon gegeben. hat es auch jeweils eine Betriebserlaubnis gegeben, wobei die aktuelle nun mal nur für 50.000 gilt. ja, das sind natürlich auch die Zeiten. klar, es war gestern, muss ich gestehen, ich dann endgültig hörte, dass es München wird. Ich hatte da relativ fest mit gerechnet. Aber als es dann raus war, war wirklich auch mein erster Gedanke, so Freunde, jetzt erst recht, denn sich mit mit dem Reden über die Kraft des Sports, einen schlanken Fuß zu machen in der Öffentlichkeit und gleichzeitig aber die Kinder mit Bussen durch die Gegend zu shutteln, weil die Grundschulen keine vernünftigen Sporthallen haben. Ich finde, da kann man jetzt mal ganz grundsätzlich über den Sport in der Gesellschaft nachdenken. Und natürlich braucht man Großprojekte, an denen sich die Menschen orientieren können. Und da bleibe ich auch bei. Da wäre so ein Stadionprojekt Eine Riesensache. Ich hatte, es gab ja mal im Zuge der Olympia-Bewerbung diese Gedanken, man baut Müngersdorf massiv aus und sogar mit einer versenkbaren Spielfläche, dass du sozusagen 80.000 Zuschauerstadion hast und wenn dann leichter tätig stattfindet, dann hebt man die Spielfläche an, sodass von drei Rängen nur in die oberen zwei besetzt werden können und in die Lücke zwischen Spielfläche und zweiten Rang kommt dann die Laufbahn. Das ist technisch alles machbar. Das ist sozusagen ein Multifunktionsstadion hättest in Müngersdorf, das im Alltag eine Monster-Fußballschüssel ist. Und dann je nachdem, wenn man mal eine Leichtathletik WM macht, wofür dann können plötzlich auch in Frage kämen. Oder ... Finals, die damals in München auch ein Riesenerfolg waren. Da könnte man eine Riesenveranstaltung machen. Da habe ich gedacht, das wäre doch mal was. Und ja, warum soll man nicht groß denken?

Uwe Bödeker: Das hätte Köln verdient. Das hätte der FC auch verdient. Das wäre schon geil. Aber was ich auch noch... Ja, auf jeden

Christian Löer: Also dann Forderung hiermit raus.

Uwe Bödeker: Fall fordern wir. Was ich auch in vielen Gesprächen mit Fans mitkriege, natürlich, das finde ich auch richtig, ist, ein mitgegedeideter Verein ohne Investoren, da gibt es erst mal nichts dran zu rütteln. Trotzdem gibt es immer wieder Leute, sagen, kann man nicht so ein bisschen sich öffnen, kann man nicht... irgendwie die Rahmenbedingungen so machen, dass man da im Konzert der Großen weiter mitstinken kann mit ein bisschen mehr Geld. Da finde ich, kann man sich dazu comitten, dass man sagt, nein, wir sind ein mitwiedergeführter Verein, aber dann erwarte ich von einem Präsidium oder von der Führung auch pfiffige Ideen, dass man, ich sag jetzt einfach mal, warum gibt es nicht, wir haben 170.000 Mitglieder beim ersten. Warum gibt es keinen Investor Soli-Zuschlag? Das heißt, man erhöht den Betriebsbeitrag 100 Euro jedes Jahr, dann würde der FC 17 Millionen jährlich bekommen. Jetzt nur mal so eine Idee. 17 Millionen, die werden in den Kader gesteckt. Das ist doch schon mal eine Summe. Aber solche Ideen einfach mal zu denken oder zu entwickeln, wie können wir auch ohne Investor Besser werden, reicher werden und in den Kader investieren.

Christian Löer: Man müsste da natürlich ein System aufbauen und sagen, wenn du Mitglied die 100 Euro nicht hast, hat vielleicht ein anderes Mitglied 150. Und wir werfen zusammen, dass man vielleicht so einen Korridor machen könnte. Denn ich glaube, einerseits kenne ich eine Menge Leute, die Schwierigkeiten hätten, noch Geld zu mobilisieren, wo sie ja schon mit dem FC so hohe Kosten haben. Ich kenne aber auch eine Menge Leute, die verrückt genug sind, womöglich ein Tausender in die Hand zu nehmen, wenn man ihnen das Gefühl gibt, das kommt da an, wo es wirklich eine Wirkung entfaltet. Aber klar, aus diesen 170.000 Menschen, die diesen Verein ja nun mal ausmachen, da gibt es bestimmt noch Potenziale, die man heben könnte. Keine Frage.

Uwe Bödeker: Dann muss das Geld natürlich auch gut eingesetzt werden, nicht dass es dann am Ende heißt. Was habt ihr da für Gurken gekauft? Und ich hab mehr Geld bezahlt.

Christian Löer: Ja gut. Aber wie hast du es genannt? Ein Soli.

Uwe Bödeker: Kein Investor soll die zuschlagen.

Christian Löer: Das finde ich. Es ist ein bisschen sperrig. Aber als

Uwe Bödeker: Ja.

Christian Löer: Entwurf gefällt es mir gut.

Uwe Bödeker: Mal schauen. Aber du hast Recht natürlich.

Christian Löer: Vielleicht hören uns ja die entscheidenden Menschen.

Uwe Bödeker: Natürlich werden die Fans immer gemolken, das muss jetzt auch nicht sein, dass dann die noch mehr zahlen müssen, aber vielleicht findet man ja für sowas auch Sponsoren oder andere Ideen. Also es ist wie gesagt nur mal ein Impuls. Wenn der 1. FC Köln sich dazu verpflichtet, Jahrzehnte hinweg ein Mitglieder geführter Verein zu sein ohne Investoren, finde ich das super, aber dann finde ich, braucht man noch ein paar geile Ideen, trotzdem noch gewaltiger zu werden.

Christian Löer: Ja, und genau, und auch was eben daraus zu machen, dass man einer der größten unabhängigen Fußballklubs der Welt ist. Denn so ist es ja nun mal. Ja, da muss ich direkt an einen lieben Kollegen denken, der die Süddeutsche Zeitung in Berlin stationiert ist und den man dann immer trifft, wenn der FC in Berlin oder Leipzig und Umgebung spielt. Und der irgendwann mal neulich in einem Gespräch sagte zu mir, wie nennt ihr noch mal den FC immer da bei euch? Ich sag, der mächtige 1. FC Köln. Ja, genau, der mächtige 1. FC Köln. war eben

Uwe Bödeker: Das ist das.

Christian Löer: kurz entfallen, dass man vom mächtigen SFC Köln zu sprechen hat, wenn man über den SFC Köln redet. Darum und diese Macht zu entfalten, da kann man ja auch alle Mitglieder ins Boot nehmen. Warum nicht? Jetzt sind wir ganz schön abgekommen von unseren Hauptthemen. die da heißen Standards und Fitness. Allerdings bleibt ja genug Zeit vor dem Derby, denn wir haben ja noch ein Wochenende und werden nach dem Testspiel gegen die Victoria plaudern. Mal gucken, in welcher Konstellation dann. Bis dahin heißt es für uns durchhalten. Das Training geht ja bald wieder los. Dann sehen wir uns sowieso am Geissbrockheim und nicht nur wir. FCReporter einander, sondern hoffentlich auch euch und sie, liebe Hörer. Und bis dahin würde ich sagen, vertagen wir uns vorerst und melden uns dann auf diesem Kanal in einer Woche wieder. Vielen Dank, lieber Bödi.

Uwe Bödeker: Man sieht ja, wie großartig der SRC Köln ist. Trotz Länderspielpause haben wir jetzt fast eine Stunde drüber sprechen können. Es gibt Themen en masse. Das ist schon super. Vielen Dank fürs Zuhören. Und macht's gut.

Christian Löer: ja, Darum machen wir es. Alles klar. Eine schöne Woche. Bis dann. Tschüss.

0:00 / 0:00