
Wissensreise durch die Länder der Erde· Staffel 1· Folge 29
Kroatien - Dalmatinische Küste, Dubrovnik und tausend Inseln
Sonntag, 10. Mai 2026 · 26 min
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Shownotes
Kroatien – ein Land zwischen Gebirge und Meer, zwischen Antike und Gegenwart, zwischen venezianischem Erbe und europäischer Zukunft. Wir reisen entlang der dalmatinischen Küste, tauchen ein in die Geschichte der Republik Ragusa, erkunden den Diokletianspalast in Split, besuchen die bekanntesten Inseln der Adria und werfen einen Blick auf die Gegenwart eines Landes im Wandel.
• Geografie: Küstenlinie, Inseln, Dinarisches Gebirge
• Antike Wurzeln: griechische Kolonien, römische Provinz Dalmatia
• Venezianischer Einfluss auf die dalmatinischen Städte
• Dubrovnik und die Republik Ragusa (1358–1808)
• Der Diokletianspalast in Split – eine Stadt im Kaiserpalast
• Die Inseln: Hvar, Brač, Korčula, Vis und die Blaue Grotte
• Nationalpark Plitvicer Seen und weitere Schutzgebiete
• Kroatische Geschichte: Von der Personalunion mit Ungarn bis zur EU
• Kultur, Sprache, Küche und der Wein Plavac Mali
• Tourismus, Overtourism und demografische Herausforderungen
Geografie & Natur
• Staatliches Amt für Statistik Kroatien (DZS): dzs.gov.hr
• Nationalpark Plitvicer Seen: np-plitvicka-jezera.hr
• Nationalpark Kornati: np-kornati.hr
Geschichte & Archäologie
• Fine, J. V. A. (1991). The Early Medieval Balkans. University of Michigan Press.
• Curta, F. (2006). Southeastern Europe in the Middle Ages, 500–1250. Cambridge University Press.
• Matijević Sokol, M. (2002). Toma Arhiđakon i njegovo djelo. Naklada Slap. (Zur mittelalterlichen Stadtgeschichte Dalmatiens)
Dubrovnik & Republik Ragusa
• Harris, R. (2003). Dubrovnik: A History. Saqi Books. (Standardwerk zur Geschichte Dubrovniks)
• Carter, F. W. (1972). Dubrovnik (Ragusa): A Classic City-State. Seminar Press.
Diokletianspalast & Split
• Marasović, T. (2008). Dalmatia praeromanica. Književni krug Split.
• UNESCO-Welterbe Split: whc.unesco.org/en/list/97
Die Inseln
• Šonje, A. (1982). Bizant i zapadna Hrvatska. (Zur frühmittelalterlichen Geschichte der Inseln)
• Turističke zajednice: hvar.hr · brac.hr · korcula.hr
Plavac Mali & kroatische Weine
• Meredith, C. P. et al. (1999). Identity and Parentage of Some Wines from the Eastern Adriatic Coast. American Journal of Enology and Viticulture, 50(3).
Tourismus & Gegenwart
• Hrvatska turistička zajednica (HTZ): croatia.hr
• Europäische Kommission – Kroatien-Länderprofil: ec.europa.eu
• UNESCO zu Dubrovnik: whc.unesco.org/en/list/95
Adria & Umwelt
• UNEP/MAP – Mittelmeer-Aktionsplan: unepmap.org
• Adriatic Sea Network – Meeresökologie: adriatic-ipanet.eu
Weitere Schlafreise Reihen:
Schlafreisedurchdas Periodensystem der Elemente (open.spotify.com/show/03THZe9B4c7Vj9wKhrguAG?s…)
Schlafreisedurchdie Natur (open.spotify.com/show/2p1D2FnFb4SAWh4V0otDBj?s…)
Schlafreisedurchvergessene Welten (open.spotify.com/show/1cIURslV7tA4ogc6R7lkOQ?s…)
Schlafreisedurchdas Universum (open.spotify.com/show/1NWso6EVJt3G3ILJmQOzDt?s…)
Englische Reihen:
SleepJourneythrough Lost Worlds (open.spotify.com/show/6y7nbw6KHTs06A7engHj4C?s…)
Weitere Wissenreise Reihen:
Wissensreisedurchdie Psychologie (open.spotify.com/show/47d45rBzQO7QalFfhy2Olq?s…)
Wissensreisedurchdie Länder der Erde (open.spotify.com/show/5cD50trcQMfWpw19dJuGMm?s…)
Wissensreisedurchdie Urzeit (open.spotify.com/show/70D3GCMGUldf8cHwH7i7Bc?s…)
Wissensreisedurchdie Geschichte (open.spotify.com/show/22pLqMMAUbfx0gSBzKCZmP?s…)
Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstützt. Das Skript an sich wurde von uns ohne KI erstellt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum und der Psychologie sind komplett ohne produziert.
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Heute reisen wir an einen Ort, der so viele Menschen jedes Jahr in seinen Bann zieht, dass man sich kaum vorstellen kann, wie er es schafft, trotz allem so atemberaubend zu bleiben. Ein Land, das mehr Inseln hat als die meisten Menschen je zählen könnten, ein Land, dessen Küste die Römer liebten.
Dessen Städte die Venezianer prägten und dessen Meer in einem blau leuchtet, das Fotografinnen und Fotografen seit Generationen zur Verzweiflung treibt, weil kein Bild es je ganz einfängt. Kroatien liegt im Südosten Europas und gehört zur Balkanhalbinsel, grenzt aber gleichzeitig an Mitteleuropa, eine geografische Zwischenposition, die das Land in seiner Geschichte und Kultur tief geprägt hat.
Im Norden grenzt Kroatien an Slowenien und Ungarn, im Osten an Serbien und Bosnien Herzegowina, im Süden an Montenegro und im Westen und Südwesten öffnet es sich zur Adria, dem nördlichen Arm des Mittelmeers. Die Fläche Kroatiens beträgt 56 594 Quadratkilometer, etwas kleiner als Bayern und Hessen zusammen.
Doch was diese Fläche auszeichnet, ist ihre außergewöhnliche Gestalt. Das Land ist langgestreckt, fast wie eine geschwungene Klammer, und seine Küstenlinie ist eine der Gegliedertsten und längsten Europas. Die Küstenlinie des Festlands misst etwa 1880 Kilometer. Doch wenn man die Küsten aller Inseln, Halbinseln und Schären Hinzurechnet, kommt man auf insgesamt rund 6278 Kilometer.
Eine Zahl, die das Ausmaß der kroatischen Meereslandschaft erst begreifbar macht. Die Bevölkerung Kroatiens beträgt etwa 3,9 Millionen Menschen, Tendenz sinkend, eine demografische Herausforderung. Mit der viele südosteuropäische Länder kämpfen. Die Hauptstadt ist Zagreb, eine mittelgroße europäische Metropole mit rund 800000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Großraum, die geografisch und kulturell eher Mitteleuropa zugewandt ist als dem mediterranen Süden des Landes. Das kroatische Staatsgebiet gliedert sich grob in 3 Naturräume.
Das Pannonische Tiefland im Norden und Osten das Bergland des Dinarischen Gebirges in der Mitte und die schmale, aber spektakuläre Küstenregion entlang der Adria, das Dinarische Gebirge, das sich in einem Bogen von Slowenien bis Albanien erstreckt, ist das Rückgrat der kroatischen Landschaft. Sein höchster Gipfel auf kroatischem Gebiet ist der Dinara mit 1831 Metern, der gleichzeitig der höchste Berg des Landes ist.
Die Adria, an deren Östlichem Ufer Kroatien liegt, ist eines der am stärksten historisch durchtränkten Meere der Welt. Schon die Griechen siedelten an ihrer Küste. Die Insel Var, damals Pharos genannt, wurde im 4. Jahrhundert vor Christus von griechischen Kolonistinnen und Kolonisten aus Paros besiedelt. Die Stadt Vis kroatisch für das Antike. Issa ist eine der ältesten städtischen Siedlungen an der gesamten Adria, die Römer erkannten früh die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der dalmatinischen Küste. Das Wort Dalmatien selbst leitet sich vermutlich vom illyrischen Stammesnamen der Delmaten ab, die das Gebiet vor der römischen Eroberung bewohnten.
Unter römischer Herrschaft wurde die Region zur Provinz Dalmatia und erlebte eine intensive Urbanisierung, die bekannteste Hinterlassenschaft dieser Epoche ist der Diocletianspalast in Split, einer der besterhaltenen römischen Kaiserpaläste der Welt. Auf den wir noch ausführlich eingehen werden. Nach dem Zerfall des weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert geriet die Küstenregion in den sog wechselnder Mächte.
Ostgoten, Byzantiner, Langobarden und schließlich im 7. Jahrhundert die Kroaten, ein slawisches Volk, das aus dem Norden in die Region einwanderte und sich hier dauerhaft niederließ. Die Symbiose zwischen der romanischen Stadtbevölkerung, der Küste und der slawischen Bevölkerung des Hinterlands ist ein Grundthema der dalmatinischen Geschichte.
Die Venezianer, die Republik Venedig, die von der Lagunenstadt an der Adria aus ein Handelsimperium aufbaute, kontrollierten große Teile der dalmatinischen Küste von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Ende der Republik 1797. Venezianische Architektur, Venezianische Rechtstraditionen, venezianische Handelsnetzwerke haben die Städte Dalmatiens tief geprägt.
Wer durch Trogier, Schiebenik oder Zadar läuft, sieht diese Vergangenheit in jedem Stein. Keine Beschreibung Kroatiens kommt an Dubrovnik vorbei, diese Stadt, die am äußersten Südwestzipfel des kroatischen Festlands liegt, ist. Ist eines der außergewöhnlichsten urbanen Ensembles Europas und des gesamten Mittelmeers.
Dubrovnik wurde vermutlich im siebten Jahrhundert gegründet, nach der slawischen Invasion, die die antike Stadt Epidaurum in der Nähe zerstörte. Die geflohene romanische Bevölkerung siedelte sich auf einem felsigen Inselchen vor der Küste an, das sie Ragusium nannten. Woraus später das kroatische Ragusa und schließlich Dubrovnik wurde, das Inselchen und das gegenüberliegende Festland wuchsen zusammen und die Meerenge zwischen beiden wurde zugeschüttet. Der heutige Strradun, die Hauptpromenade der Altstadt, verläuft genau über dieser ehemaligen Wasserstraße, was Dubrovnik von anderen mittelalterlichen Städten unterschied.
War seine frühe und konsequente Staatlichkeit die Republik Ragusa, so der offizielle Name des unabhängigen Stadtstaates, bestand als eigenständige politische Einheit von 1358 bis 1808. Als Napoleon sie auflöste, fast 450 Jahre lang regierte sich diese kleine Stadt selbst durch einen Senat wurde. Durch einen rotierenden Rektoren, durch ein ausgeklügeltes System von Kontrollen und Gegengewichten, das Machtmissbrauch verhindern sollte. Die Raguserinnen und Ragusaner, die Bürgerinnen und Bürger dieser Republik legten großen Wert auf Bildung, Handel und Diplomatie.
Ragusa unterhielt diplomatische Beziehungen zu fast allen bedeutenden Mächten seiner Zeit, von Spanien bis zum Osmanischen Reich, und Navigierte geschickt zwischen diesen Kräften. Das Motto der Republik Nonbene Pro Toto, Libertas Venditur Auro, auf deutsch Freiheit, wird nicht gut für alles Gold verkauft ist bis heute an öffentlichen Gebäuden der Stadt zu lesen. 1667 wurde Ragusa von einem verheerenden Erdbeben getroffen, das große Teile der mittelalterlichen Bausubstanz zerstörte. Der Wiederaufbau erfolgte im Barockstil des 17 Jahrhunderts, was der Innenstadt ihr heutiges einheitliches Erscheinungsbild verleiht.
Breite, helle kalksteinstraßen, geschwungene Treppen, barocke Fassaden. Die Stadtmauern von Dubrovnik sind das wohl beeindruckendste Element der Altstadt. Sie umschließen die gesamte Altstadt auf einer Länge von etwa 1940 Metern sind bis zu 6 Meter dick und bis zu 25 Meter hoch. Der Bau dieser Mauern erfolgte über Jahrhunderte hinweg mit intensiver Bautätigkeit, besonders im 14 und 15 Jahrhundert.
Sie wurden nie ernsthaft militärisch überwunden. Ragusa verdankte seine Unabhängigkeit mehr seiner Diplomatie als seinen Mauern, aber die Mauern waren dennoch ein Symbol und eine reale Verteidigungslinie. 1979 wurde die Altstadt von Dubrovnik in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen, seit den 2010 er Jahren ist die Stadt auch einem globalen Publikum. Als Drehort der Fernsehserie Game of Thrones bekannt, was zu einem massiven Anstieg des Tourismus geführt hat, mit allen Chancen und Problemen, die das mit sich bringt. Etwa 120 Kilometer nördlich von Dubrovnik liegt Split, die größte Stadt Dalmatiens und die zweitgrößte Kroatiens. Split ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Dubrovnik. Lauter, lebendiger, weniger auf
Hochglanzpräsentation ausgerichtet. Und doch birgt Split eines der Erstaunen erstaunlichsten archäologischen Denkmäler Europas. Der Diocletianspalast, erbaut zwischen etwa 295 und 305 nach Christus, war der Ruhesitz des römischen Kaisers Diocletian, eines der mächtigsten und folgenreichsten Herrscher der Spätantike. Diocletian war in der Nähe des heutigen Splits geboren worden, im antiken Salona und ließ sich am Ende seiner Regentschaft an der Küste seiner Heimat einen Palast bauen, indem er den Rest seines Lebens verbrachte.
Er ist damit einer der wenigen römischen Kaiser, die freiwillig auf ihre Macht verzichteten, eine historische Rarität. Der Palast ist eine enorme Anlage. Er misst etwa 215 * 180 Meter und hatte ursprünglich Mauern von bis zu 26 Metern Höhe. Er war weniger ein Palast im modernen Sinne als eine befestigte Siedlung, die kaiserliche Wohnräume, Tempel, Mausoleen, Kasernen und Lagerhäuser vereinte. Die südliche Hälfte war dem Kaiser vorbehalten, die nördliche den Soldaten und dem Gesinde die. Was diesen Palast so außergewöhnlich macht, ist seine Nachgeschichte nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches und dem Ende der kaiserlichen Präsenz siedelte sich die Bevölkerung der zerstörten Nachbarstadt Salona im Palast an, die massiven Mauern boten
Schutz, die Räume wurden umgebaut, neue Häuser zwischen die antiken Säulen gequetscht, Gassen durch Korridore geführt. Aus einem Kaiserpalast wurde eine mittelalterliche Stadt, und diese Stadt lebt bis heute im Inneren des Diocletians Palasts, der Teil der von der UNESCO ebenfalls als Welterbe ausgewiesen ist, wohnen heute noch rund 3000 Menschen, es gibt cafés, Restaurants, Boutiquen, Wohnungen und Hotels, alle eingebettet in ein 2000 Jahre altes Gemäuer, das Mausoleum.
Diocletians wurde im Frühmittelalter zur christlichen Kathedrale umgebaut, eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Kathedralen der Welt. Kroatien hat laut offizieller Zählung 1244 Inseln, Eilande und Felsen entlang seiner Küste, von denen 47 dauerhaft bewohnt sind. Diese Schroffe, von der Geologie geformte Inselwelt ist das Ergebnis eines geologischen Prozesses, der als Ertrinken der Küste bezeichnet wird. Das Dinarische Gebirge zieht sich parallel zur Küste, und als nach der letzten Eiszeit der Meeresspiegel anstieg, wurden die Täler zwischen den Gebirgskämmen von der Adria geflutet, die Kämme wurden zu Inseln, die Täler zu meeresarmen.
Das Ergebnis ist eine Küstengeographie von atemberaubender Komplexität. Die größte kroatische Insel ist Krk im Norden mit einer Fläche von 405 Quadratkilometern. Sie ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und beherbergt den Flughafen Rijeka. Die zweitgrößte Insel ist kress, ebenfalls im nördlichen Quarner Golf mit 405 Quadratkilometern nahezu identischer Größe. Die Messungen sind so nah beieinander, dass die Frage, welche Insel größer ist, je nach Quelle unterschiedlich beantwortet wird.
Die bekanntesten Inseln Dalmatiens sind wahr Bratsch, Cordula und Vis. Jede dieser Inseln hat einen eigenen Charakter, eine eigene Geschichte und eine eigene Atmosphäre. War ist die sonnigste Insel Kroatiens und gilt als die sonnigste Insel der gesamten Adria. Im Jahresdurchschnitt werden hier mehr als 2700 Sonnenstunden gemessen, war ist für seinen Lavendelanbau bekannt, der. Die lilafarbenen Felder im Inselinneren gehören zu den bekanntesten Landschaftsbildern Dalmatiens und für seine Altstadt mit venezianischer Loggia und einem der ältesten öffentlichen Theater Europas erbaut. 1612 bratsch ist bekannt für seinen weißen Kalkstein, den Franjica Bratstein, der so hell und von so guter Qualität ist,
dass er für bedeutende Bauwerke weit über Kroatien hinaus verwendet wurde. Darunter angeblich auch für das Weiße Haus in Washington DC. Auf Bratsch liegt auch der berühmteste Strand Kroatiens, Zlatnirat, auf deutsch goldenes Kap, eine Landzunge aus weißem Kieselstrand, die sich je nach Strömung und Wellengang in ihrer Form verändert.
Diese außergewöhnliche Eigenschaft macht sie zu einem der fotografisch meist abgebildeten Strände der Adria. Corcula beansprucht Geburtsort des Entdeckers Marco Polo zu sein, eine Behauptung, die historisch umstritten ist, aber von der Insel mit freundlichem Nachdruck aufrechterhalten wird. Die Altstadt von Corcula auf einer kleinen Halbinsel gelegen, folgt einem Fischgrätenmuster, die Hauptstraße verläuft in der Mitte von der Gassen im spitzen Winkel abzweigen.
So gestaltet, dass der Wind gebremst und gleichzeitig Sonne hereingelassen wird. Ein mittelalterliches Klimamanagement aus Stein wis ist die am weitesten vom Festland entfernte bewohnte kroatische Insel, gerade deshalb blieb sie lange abgeschnitten vom Massentourismus bis 1989 war sie als jugoslawischer Marinestützpunkt für Ausländerinnen und Ausländer gesperrt.
Das hat ihr eine Ursprünglichkeit bewahrt, die auf anderen Inseln längst verschwunden ist. Auf Vis liegt auch die berühmte blaue Grotte, eine Meereshöhle auf der benachbarten Insel Bischewo, in der das einfallende Tageslicht das Wasser in ein irreal blaues Licht taucht. Eines der bekanntesten Naturschauspiele der Adria Kroatien ist nicht nur Küste, das Landesinnere birgt Naturschätze von außergewöhnlicher Qualität.
Von denen der bekannteste die Plitwitzer Seen sind der Nationalpark Plitwitzer Seen liegt im Dinarischen Karstgebirge, etwa 130 Kilometer südlich von Zagreb. Er umfasst ein System von 16, Terrassierten Seen, die durch mehr als 90 Wasserfälle miteinander verbunden sind. Die Seen verdanken ihre Entstehung einem geologischen Prozess, der für Karstgebiete typisch ist.
Kalkhaltige Quellwässer lagern Travertin, eine poröse Kalksteinvarietät ab, und dieser Travertin bildet natürliche Barrieren, die Seen entstehen lassen. Dieser Prozess ist bis heute aktiv, die Seen wachsen und verändern sich kontinuierlich, wenn auch sehr langsam. Die Farben des Wassers in den Plitwitzer Seen wechseln je nach mineralgehalt, Algen und Lichteinfall von Türkisblau über Smaragdgrün bis tiefblau. Manchmal scheinen mehrere Farben gleichzeitig in einem einzigen See vorzukommen.
Der Nationalpark wurde 1979 in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen und ist mit etwa 1,5 bis 2000000 Besucherinnen und Besuchern jährlich das meistbesuchte Reiseziel Kroatiens. Weitere bedeutende Schutzgebiete sind der Nationalpark Kerker mit seinen spektakulären Wasserfällen im Schibenik Hinterland, der Nationalpark Cornati. Ein Archipel von 89, weitgehend unbewohnten Inseln und Felsen, das als eines der außergewöhnlichsten Meeresschutzgebiete des Mittelmeers gilt, sowie der Nationalpark Paklenica, ein Karstgebirge mit tiefen Schluchten, das zu den wichtigsten Klettergebieten Kroatiens gehört.
Die frühmittelalterliche Periode der kroatischen Staatlichkeit begann im 9. Jahrhundert, als Fürst Branimir. Der manchmal als erster international anerkannter kroatischer Herrscher gilt. Die päpstliche Anerkennung erhielt König Tomislav einte im frühen 10 Jahrhundert das kroatische Gebiet zu einem Königreich, das sowohl das Pannonische Kroatien im Norden als auch das Küstenkroatien umfasste. Dieses Königreich hatte jedoch keinen langen Bestand als eigenständige Größe. 1102 schloss sich Kroatien in einer Personalunion mit Ungarn zusammen. Ein Datum, das bis heute in kroatischen Geschichtsbüchern diskutiert wird, da die genauen Bedingungen dieser Union zwischen den Ländern unterschiedlich interpretiert wurden.
In den folgenden Jahrhunderten war Kroatien Teil des Habsburgerreiches, das nach der osmanischen Expansion auf dem Balkan im 16 und 17 Jahrhundert große Teile des kroatischen Kernlandes kontrollierte, die sogenannte Militärgrenze, eine von Wien verwaltete Pufferzone entlang der osmanischen Grenze, existierte bis ins 19 Jahrhundert und hinterließ tiefe demografische und kulturelle Spuren.
Im 19 Jahrhundert erwachte ein modernes, kroatisches Nationalbewusstsein, geprägt von Persönlichkeiten wie dem Bischof und Polymat Josip Juraj Strossmeier, dem Politiker und Schriftsteller Ante Starcevic und der Kulturbewegung des Elyrismus. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde Kroatien Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, später Jugoslawiens.
Die Zeit des Zweiten Weltkriegs war für Kroatien besonders dunkel. Das faschistische, unabhängige Staat Kroatien unter dem Ustascha Regime verübte Massenmorde an Serben, Juden und Soroma eines der verbrecherischsten Regime in der Geschichte Europas. Diese Geschichte ist bis heute ein schmerzhafter und politisch aufgeladener Teil der kroatischen Erinnerungskultur.
Nach dem Krieg wurde Kroatien Teilrepublik des sozialistischen Jugoslawiens. Unter Yosib Broz Tito. Mit dem Zerfall Jugoslawiens erklärte Kroatien im Juni 1991 seine Unabhängigkeit, es folgte ein brutaler Krieg, in dem serbische Truppen und die Jugoslawische Volksarmee große Teile des kroatischen Territoriums besetzten.
Die dalmatinische Küstenstadt Dubrovnik wurde über Monate hinweg beschossen. Eines der dramatischsten Beispiele für die Verwundbarkeit von Kulturerbe in Konflikten 1995 wurden die besetzten Gebiete durch die kroatische Militäroperation Oluya zurückerobert. Der Krieg hinterließ tiefe Wunden, die erst langsam verheilen. 2013 trat Kroatien der Europäischen Union bei, eine politische und wirtschaftliche Weichenstellung, die das Land in den Jahren seither tiefgreifend verändert hat. 2023 trat Kroatien dem Schengen Raum bei und führte den Euro ein, ein symbolisch bedeutsamer Schritt der europäischen Integration.
Die kroatische Sprache gehört zur südslawischen Sprachgruppe und ist eng verwandt mit Serbisch und Bosnisch. So eng, dass Linguistinnen und Linguisten lange über die Frage stritten, ob es sich um eine einzige Sprache mit verschiedenen Varianten oder um mehrere eigenständige Sprachen handelt. Die politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben diese Frage zunehmend politisch aufgeladen. Und heute werden kroatisch, Serbisch und Bosnisch in der Regel als eigenständige Standardsprachen behandelt. Die kroatische Küche ist mediterran geprägt mit starken venezianischen und osmanischen Einflüssen, gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, Olivenöl, Wein und frische Kräuter prägen die dalmatinische Küche.
Im Inland dominieren Fleischgerichte, Eintöpfe und herzhafte Pasteten. Besonders bekannt ist der Perschut, ein luftgetrockneter Schinken aus Dalmatien und Istrien, der dem italienischen Proschutto ähnelt, aber einen eigenen Charakter hat. Kroatische Weine haben in den letzten Jahrzehnten international an Bekanntheit gewonnen. Die Rebsorte Plavagmali, die auf den dalmatinischen Inseln angebaut wird, ist genetisch mit dem kalifornischen Zinkhandel verwandt.
Ein Befund, der durch D. Äna Analysen in den 1990er Jahren belegt wurde und für Aufsehen in der Weinwelt sorgte. Kroatien ist heute eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Im Jahr 2023 verzeichnete das Land etwa 20000000, Touristinnen und Touristen eine Zahl, die gemessen an der Bevölkerungszahl von knapp 4000000 außergewöhnlich hoch ist.
Der Tourismus trägt mehr als 20% zum Bruttoinlandsprodukt bei, was das Land in starker Abhängigkeit von einem einzigen Wirtschaftszweig bringt. Diese Abhängigkeit hat Konsequenzen. Städte wie Dubrovnik kämpfen mit Overtourism zu Spitzenzeiten im Sommer übersteigt die Zahl der täglichen Besucherinnen und Besucher in der Altstadt die Tragfähigkeit des historischen Ensembles bei weitem.
Die UNESCO hat zeitweise mit dem Entzug des Welterbestatus gedroht, wenn keine wirksamen Managementmaßnahmen eingeführt werden. Inzwischen gibt es Besucherobergrenzen und Lenkungsmaßnahmen, aber die Balance zwischen Offenheit und Schutz bleibt schwierig. Das war die heutige Wissensreise durch die Länder der Erde.
Ich hoffe, du hast dich ein wenig an die dalmatinische Küste träumen können, in das türkisblaue Wasser durch die alten Gassen hinaus auf die 1000 Inseln, wenn dir diese Folge gefallen hat, hinterlasse bitte eine Bewertung. Jede Einzelne hilft uns, weitere Reisen um die Welt zu unternehmen. Bis zur nächsten Folge.