Wissensreise durch die Länder der Erde· Staffel 1· Folge 30

Nepal - Himalaya, Sherpa und die höchsten Gipfel der Erde

Donnerstag, 14. Mai 2026 · 19 min

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Shownotes

Zwischen Indien und Tibet erstreckt sich ein Land der Extreme – mit acht der vierzehn höchsten Berge der Welt, einer einzigartigen kulturellen Vielfalt und einer Geschichte, die vom letzten hinduistischen Königreich zur jungen Republik führt. In dieser Folge nehmen wir dich mit auf eine Reise durch das faszinierende Nepal.
Themen dieser Folge:
• Geografie der Extreme: Von 60 m bis 8.849 m Höhe auf kleiner Fläche
• Geologie des Himalayas – warum die höchsten Berge der Welt jedes Jahr weiter wachsen
• Das verheerende Erdbeben von 2015 und seine Folgen
• Mount Everest (Sagarmatha/Chomolungma) und die anderen Achttausender Nepals
• Die Sherpa: ethnische Gruppe, Kultur und ihre einzigartige genetische Höhenanpassung (EPAS1-Gen)
• Die historische Erstbesteigung 1953 durch Hillary und Tenzing Norgay
• Massentourismus am Everest – Einnahmequelle und Umweltproblem zugleich
• Kulturelle Vielfalt: über 120 Ethnien und Sprachen, Schmelztiegel zwischen Indien und Tibet
• Lumbini als Geburtsort Buddhas und das UNESCO-Welterbe im Kathmandu-Tal
• Die Newar-Kultur und der Architekt Arniko, der die Pagode nach China brachte
• Vom Königreich zur Republik: Bürgerkrieg, Friedensabkommen 2006 und die junge Demokratie
• Tierwelt: Bengaltiger, Panzernashörner, Schneeleoparden und über 900 Vogelarten
• Der Klimawandel und das Schmelzen der Himalaya-Gletscher
Kernbotschaft: Die Sherpa verehren die Berge, statt sie zu erobern – eine Haltung, von der wir lernen können. Sowohl unser einzigartiger Planet als auch unsere demokratischen Errungenschaften sind kostbar und müssen aktiv geschützt werden.

Weitere Schlafreise Reihen:
⁠⁠⁠⁠Schlafreisedurchdas Periodensystem der Elemente⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/03THZe9B4c7Vj9wKhrguAG?s…)
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Englische Reihen:
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⁠⁠⁠⁠Wissensreisedurchdie Geschichte⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/22pLqMMAUbfx0gSBzKCZmP?s…)

Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstützt. Das Skript an sich wurde von uns ohne KI erstellt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum und der Psychologie sind komplett ohne produziert.

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In eine Region, in der die höchsten Gipfel der Erde in den Himmel ragen, in der uralte Kulturen, tief verwurzelte Spiritualität und atemberaubende Naturlandschaften eine einzigartige Verbindung eingehen. Unser Thema heute lautet Nepal, Himalaya, Sherpa und die höchsten Gipfel der Erde, lehne dich zurück, schließe vielleicht die Augen. Und lass dich von uns mitnehmen in jenes geheimnisvolle Land zwischen Indien und Tibet, das Reisende seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht.

Beginnen wir unsere Reise mit einem Blick auf die geographische Lage Nepals an Ceis das Land erstreckt sich auf einer Fläche von rund 147000 Quadratkilometern, was etwa der Größe Bayerns und Baden Württembergs zusammengenommen entspricht. Damit ist Nepal flächenmäßig kein besonders großes Land. Doch es ist ein Land der Extreme. Innerhalb weniger 100 Kilometer steigt die Landschaft von subtropischen Tieflagen auf etwa 60 Meter über dem Meeresspiegel zu den höchsten Bergen unserer Erde an die über 8000 Meter messen diese gewaltige Höhendifferenz auf so kleiner Fläche schafft eine außergewöhnliche Vielfalt an Klimazonen, Lebensräumen und Kulturen. Nepal grenzt im Norden an die autonome Region Tibet, die zur Volksrepublik China gehört.

Und im Süden, Osten und Westen an Indien. Das Land ist ein klassischer Binnenstaat ohne direkten Zugang zum Meer, kränkt Meer, was seine wirtschaftliche und kulturelle Geschichte stark beeinflusst hat. Die Hauptstadt Kathmandu liegt im gleichnamigen Tal, einer fruchtbaren Hochebene auf etwa 1300 Meter Höhe, die seit Jahrhunderten das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes bildet. Geologisch betrachtet ist Nepal ein Schauplatz unvorstellbarer geologischer Kräfte.

Vor etwa 50000000 Jahren begann die indische Kontinentalplatte mit der eurasischen Platte zu kollidieren, ein Prozess, der bis heute anhält, mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 Zentimetern pro Jahr drückt die indische Platte unter den asiatischen Kontinent und faltet die Erdkruste zu jenem gewaltigen Gebirgszug, auf den wir heute Himalaya nennen, das bedeutet, dass. Dass die höchsten Berge der Erde noch immer wachsen, jedes Jahr um wenige Millimeter, und dass die Region geologisch hochaktiv ist, dies erklärt auch die häufigen Erdbeben in Nepal, von denen besonders das verheerende Beben vom April 2015 traurige Berühmtheit erlangte.

Damals starben fast 9000 Menschen, 100 Tausende verloren ihre Häuser und unzählige historische Bauwerke wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der Himalaya, dessen Name aus dem Sanskrit stammt und so viel wie Wohnsitz des Schnees bedeutet, beherbergt 8 der 14 8 Tausender unserer Erde innerhalb der Grenzen Nepals oder direkt an seinen Grenzen.

Da ist zunächst der Mount Everest auf Nepalesisch Saga Mata genannt, was übersetzt etwa Stirn des Himmels bedeutet, im tibetischen Chomolungma, also Mutter des Universums. Mit einer offiziell gemessenen Höhe von 8849 Metern ist er der höchste Berg der Erde. Doch Nepal beheimatet noch weitere Giganteske Berge wie den Canchin Sönga mit 8586 Metern, den dritthöchsten Berg der Welt, sowie den Lotze, den Makalu, den Cho Oyu, den Daulagiri, den Manaslu und Dianapurna.

Diese Riesen ziehen seit Jahrzehnten Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus aller Welt an. Doch sie sind weit mehr als sportliche Herausforderungen. Sie sind heilige Stätten für die Menschen, die in ihrem Schatten leben. Wenn wir vom Himalaya sprechen, müssen wir auch von den Menschen sprechen, die diese unwirtlichen Höhen bewohnen, allen voran von den Sherpa. Der Begriff Sherpa wird im Westen häufig fälschlicherweise als Berufsbezeichnung für Bergführerinnen und Bergführer verwendet.

Doch eigentlich handelt es sich um eine eigene ethnische Gruppe. Die Sherpa wanderten vor etwa 500 Jahren aus der östlichen Region Tibets in die Solo kumbur Region am Fuße des Mount Everest ein. Ihr Name selbst bedeutet auf tibetisch Menschen aus dem Osten, heute Leben etwa 150000 Sherpa in Nepal. Vor allem in den Hochtälern um den Everest. Sie sprechen eine eigene Sprache, das Sherpa, das eng mit dem Tibetischen verwandt ist.

Und sie pflegen einen tibetisch buddhistischen Glauben, der ihr gesamtes Leben durchdringt. Was die Sherpa biologisch so faszinierend macht, ist ihre außergewöhnliche Anpassung an das Leben in extremen Höhen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahrzehnten intensive Forschung zur Höhenanpassung der Sherpa betrieben und dabei erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.

Im Jahr 2014 veröffentlichte ein Forschungsteam unter der Leitung von Andrew Murray eine wegweisende Studie, die. Die zeigte, dass Sherpa eine genetische Variante des Gens EPAS 1 tragen, die ihnen ermöglicht, mit weniger Sauerstoff effizienter umzugehen. Diese Genvariante stammt vermutlich von den denisova Menschen, einer ausgestorbenen Menschenart, mit der sich die Vorfahren der heutigen Tibeterinnen und Tibeter sowie der Sherpa vor etwa 50000 Jahren vermischt haben.

Sherpa produzieren in großen Höhen weniger rote Blutkörperchen als Tieflandbewohnerinnen und Tieflandbewohner. Ihre Mitochondrien arbeiten effizienter und ihre Muskeln nutzen Sauerstoff besser. Das ist ein Paradebeispiel für menschliche Evolution unter extremen Bedingungen, doch das Leben der Sherpa ist nicht nur eine Frage der Biologie, es sitzt DICE Star wie Mimimidon S AI trigai AI auch eine Frage der Kultur und Spiritualität die Sherpa betrachten die Berge als heilige Wesen.

Der The Mount Everest ist für sie nicht einfach ein Felsmassiv, sondern die Wohnstadt der Göttin Miolang Sangma, einer der 5 Schwestern langen Lebens im tibetischen Buddhismus. Bevor Bergsteigerinnen und Bergsteiger eine Expedition beginnen, wird traditionell eine pulja Zeremonie abgehalten, eine religiöse Handlung, in der die Berggötter um Erlaubnis und Schutz gebeten werden, Lamas, also buddhistische Geistliche, segnen die Ausrüstung und die Bergsteigenden. Und Gebetsfahnen werden gehisst, deren Inschriften der Wind in alle Himmelsrichtungen tragen soll. Die Geschichte der Mount Everest Besteigungen ist eng mit der Geschichte der Sherpa verbunden, die berühmte Erstbesteigung am 29.

Mai 1953 durch den Neuseeländer Edmond Hillary und den Sherpa Tensing Norguy wäre ohne den enormen Beitrag der Sherpa Bevölkerung niemals möglich gewesen. Tenzing Norgay wurde mit einem Schlag zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Welt und galt als Botschafter seines Volkes. Doch viele Scherperbergführerinnen und Scherperbergführer, die wesentlich zum Erfolg internationaler Expeditionen beitragen, bleiben oft im Hintergrund, sie tragen schwere Lasten, legen Seile, errichten die berüchtigten Aluminiumleitern über die Eisbrüche des Kumbu, und sie riskieren dabei ihr Leben für vergleichsweise geringe Bezahlung. Das Bergsteigen am Mount Everest hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch

gewandelt. Während in den ersten Jahrzehnten nach der Erstbesteigung nur wenige besonders erfahrene und gut ausgerüstete Expeditionen den Gipfel erreichten, ist der Everest heute zu einem regelrechten Massenphänomen geworden. Jährlich versuchen Hunderte von Menschen den Aufstieg und die Bilder von Warteschlangen kurz unter dem Gipfel haben weltweit für Aufsehen gesorgt. Bis Ende der Bergsteigesaison 2023 haben mehr als 6000 Menschen den Mount Everest bestiegen, einige von ihnen mehrfach, doch der Berg fordert auch immer wieder Opfer mehr als 300 Menschen haben bei dem Versuch, den höchsten Gipfel zu erreichen, ihr Leben verloren.

Viele ihrer Leichen liegen noch heute am Berg, denn die Bergung in solchen Höhen ist extrem gefährlich und oft schlicht unmöglich. Die Beziehung Nepals zum Bergsteigen ist ambivalent einerseits ist der Bergtourismus eine wichtige Einnahmequelle. Eine Genehmigung zur Besteigung des Mount Everest kostet allein an Permitgebühren 11000 US Dollar. Hinzu kommen die Kosten für Schärper, Sauerstoff, Ausrüstung und Logistik, sodass eine Expedition schnell 40 bis 100000 US Dollar verschlingen kann.

Diese Einnahmen fließen in die nepalesische Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen den schärper Familien einen vergleichsweise hohen Lebensstandard. Andererseits hinterlässt der massive Bergtourismus deutliche Spuren in der einst unberührten Natur. Tonnen von Müll, leere Sauerstoffflaschen, Zelte und sogar menschliche Hinterlassenschaften haben sich in den höheren Lagen angesammelt, sodass der Everest mittlerweile als der höchste Müllberg der Welt bezeichnet wird. In den letzten Jahren wurden mehrere Aufräumaktionen organisiert, doch das Problem bleibt enorm. Verlassen wir nun für einen Moment die hochalpinen Regionen und werfen einen Blick auf die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt Nepals insgesamt.

Das Land hat etwa 29000000 Einwohnerinnen und Einwohner, die sich auf über 120 ethnische Gruppen verteilen, es werden mehr als 120 verschiedene Sprachen gesprochen, wobei Nepali die Amts und Verkehrssprache ist. Diese Vielfalt spiegelt die geographische Lage Nepals als Schmelztiegel zwischen den indogermanischen Kulturen Indiens und den tibetobomanischen Kulturen Zentralasiens wieder. Im Süden des Landes, im sogenannten Teraitiefland, leben überwiegend Menschen mit indischem kulturellen Hintergrund, die Hindi oder Maitili sprechen und meistens Hinduistinnen und Hindus sind im Norden und in den höheren Lagen finden sich tibetobomanische Völker, viele von ihnen Buddhistinnen und Buddhisten.

Die Religionen in Nepal verschmelzen oft auf faszinierende Weise. Der Hinduismus ist mit etwa 80% die vorherrschende Religion, doch zahlreiche hinduistische und buddhistische Praktiken durchdringen einander, Tempel und Stupas, also buddhistische Kultbauten, stehen oft in unmittelbarer Nähe oder werden sogar gemeinsam genutzt.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Tempel von Paschupatinat in Kathmandu. Einer der heiligsten hinduistischen Stätten der Welt, an dem sich seit Jahrhunderten auch viele andere religiöse Traditionen treffen. Ebenso bedeutsam ist die buddhistische Stupa Buthanat, eine der größten Stupas weltweit, die ein Zentrum tibetisch buddhistischer Praxis ist und Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt anzieht, eine besonders wichtige Stätte für Buddhistinnen und Buddhisten weltweit ist.

Lumbini im Süden Nepals der Geburtsort Sedarta Gautamas des historischen Buddha. Etwa um das Jahr 567 vor Christus soll dort der Mann zur Welt gekommen sein, dessen Lehren später Millionen von Menschen beeinflussen sollten. Der Maya Devi Tempel markiert die genaue Stelle der Geburt, und Lumbini gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Auch die historischen Königsstädte Katmandu, Patan und Bakdapur im Katmandu Tal sind als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet, denn ihre einzigartigen nevari Architekturen mit kunstvoll geschnitzten Holzfassaden und kompliziert verzierten Tempeln gehören zu den bedeutendsten kulturellen Schätzen Asiens. Die Nua, ein im Katmandu Tal beheimatetes Volk, haben über Jahrhunderte hinweg eine außergewöhnliche städtische Hochkultur entwickelt.

Ihre Tempel, Paläste und Stadtanlagen Zeugen von einer ausgeprägten Handwerkskunst, die sowohl hinduistische als auch buddhistische Einflüsse aufweist. Berühmt sind etwa die Pagoden mit ihren mehrfach gestaffelten Dächern, die als Vorbild für ähnliche Bauten in China und Japan gelten. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass der nepalesische Architekt Arniko im 13.

Jahrhundert mehrere Bauten für den mongolischen Herrscher Kubleikhan errichtete und dabei den Pagodenstil nach China brachte. Politisch hat Nepal eine bewegte Geschichte bis ins Jahr 2008 war das Land das letzte hinduistische Königreich der Welt, die Schah Dynastie regierte über 200 Jahre lang, bis sie in einem dramatischen Prozess durch eine Volksbewegung abgelöst wurde.

Im November 2006 unterzeichneten die Regierung und maoistische Rebellen ein umfassendes Friedensabkommen, das einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg beendete, der etwa 17000 Menschenleben gefordert hatte. Im Mai 2008 erklärte sich Nepal zur Bundesrepublik und der letzte König Gianendra musste seinen Thron räumen, seitdem ist Nepal eine demokratische Republik mit einer parlamentarischen Verfassung, die 2015 in Kraft trat. Diese junge Demokratie hat es nicht einfach. Politische Instabilität, häufige Regierungswechsel, Korruption und die Folgen des Bürgerkriegs belasten das Land. Hinzu kommen die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern Asiens, etwa 17% der Bevölkerung leben unterhalb der

Armutsgrenze, viele Menschen müssen das Land verlassen, um in Indien, den Golfstaaten oder Malaysia als Arbeitskräfte ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Überweisungen, die diese Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten in ihre Heimat schicken, machen mittlerweile fast ein Viertel des nepalesischen Bruttoinlandsprodukts aus.

Doch Nepal ist auch ein Land voller Kraft und Potenzial. Die einzigartige Landschaft macht den Tourismus zu einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, neben dem Bergsteigen ziehen vor allem das Tracking auf dem Anapurna Circuit im langtang Gebiet oder im Mustangtal jährlich jährlich 100 tausende Reisende an. Auch die Tierwelt Nepals ist beeindruckend. Im Chitwan Nationalpark und im Bardia Nationalpark, beide im südlichen Tiefland gelegen, leben Bengaltiger, Panzernashörner, asiatische Elefanten, Sumpfkrokodile und unzählige Vogelarten im Schiebewald des Sagamata Nationalparks, der den Mount Everest umfasst, finden sich Schneeleoparden, Himalaya, Tare und seltene Kleinsäuger. Ein besonders beeindruckendes

Phänomen ist die Vielfalt der Vogelwelt. In Nepal wurden bislang über 900 Vogelarten gezählt, was bei der vergleichsweise geringen Fläche des Landes außergewöhnlich ist. Diese Artenvielfalt verdankt sich der Kombination aus tropischen, gemäßigten und alpinen Klimazonen auf engstem Raum, vom kleinen Sonnenvogel bis zum gewaltigen Bartgeier, der mit seiner Flügelspannweite von fast 3 Metern majestätisch über den Bergen kreist. Beherbergt Nepal Vögel aus den unterschiedlichsten ökologischen Nischen?

Das Klima Nepals ist ebenso vielfältig wie seine Landschaft, im Tiefland herrscht ein subtropisches Klima mit feucht heißen Sommern und milden Wintern, in den mittleren Höhenlagen, etwa im Kathmandu Tal, ist das Klima gemäßigt mit deutlichen Jahreszeiten. In den Hochgebirgsregionen schließlich herrschen alpine bis arktische Bedingungen mit Schnee und Eis das ganze Jahr über. Der Monsun, der von Juni bis September weht, bringt enorme Regenfälle und prägt das landwirtschaftliche Leben des Landes, doch der Klimawandel verändert diese Muster, die Gletscher des Himalaya schmelzen schneller als erwartet, was zu sogenannten Gletscherseen führt, die bei einem plötzlichen Dammbruch verheerende

Überschwemmungen auslösen können. Untersuchungen des International Center for Integrated Mountain Development zeigen, dass die Gletscher des Hindukusch Himalaya bis zum Jahr 2101 Drittel bis 2 Drittel ihrer Masse verlieren könnten, mit dramatischen Folgen für die Wasserversorgung hunderter Millionen Menschen, die im Einzugsgebiet der großen asiatischen Flüsse leben.

Die nepalesische Küche ist eine kulinarische Reise für sich. Das Nationalgericht Dalbat, eine Kombination aus Linsensuppe, Reis und verschiedenen Gemüsegerichten, wird traditionell zweimal täglich gegessen. Momos gedämpfte oder gebratene Teigtaschen tibetischen Ursprungs sind besonders im Norden des Landes beliebt, in den höheren Lagen wird Zampa gegessen, ein Mehl aus geröstetem Gerstenkorn, das mit Buttertee vermengt wird, der traditionelle Buttertee, selbst eine Mischung aus Schwarztee, Jagdbutter und Salz. Ist für viele Reisende gewöhnungsbedürftig, doch er liefert in den kalten Höhen wertvolle Kalorien und Salze. Wenn wir nun zum Ende unserer Reise kommen, möchten wir einen Gedanken mit dir teilen, der

über Nepal hinausreicht, dieses Land lehrt uns viel über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, die Sherpa und andere Hochlandvölker haben über Jahrhunderte gelernt, in einer der unwirtlichsten Umgebungen unseres Planeten zu leben. Und haben dabei eine Kultur entwickelt, die die Berge nicht beherrschen, sondern verehren will.

Sie betrachten die Gipfel nicht als zu eroberndes Hindernis, sondern als heilige Wesen, denen Respekt gebührt. Diese Haltung kann uns alle inspirieren. Heute steht Nepal. Wieso viele Länder vor enormen Herausforderungen der Klimawandel bedroht die Gletscher und damit die Wasserversorgung, der Massentourismus belastet die empfindlichen Ökosysteme.

Und die junge Demokratie kämpft mit der Erblast jahrhundertelanger Ungerechtigkeit. Doch Nepal zeigt auch, dass Wandel möglich ist, dass eine demokratische Ordnung errungen und verteidigt werden kann, dass Vielfalt eine Stärke und nicht eine Bedrohung ist. Unsere Erde ist einzigartig soweit wir wissen, ist sie der einzige Ort im Universum, an dem es Leben gibt, an dem Berge in den Himmel ragen, an dem Menschen Geschichten erzählen und an dem Demokratien geboren werden können.

Und unsere demokratischen Errungenschaften sind keineswegs selbstverständlich. Sie sind Ergebnisse jahrhundertelanger kämpfe, Errungenschaften, die täglich verteidigt werden müssen. Schützen wir unseren Planeten, schützen wir die Vielfalt seiner Kulturen und Naturlandschaften und schützen wir die demokratischen Werte, die uns das gemeinsame Leben in Würde ermöglichen.

Lass uns aus der Weisheit der Sherpa lernen, die ihre Berge nicht zerstören, sondern verehren. Und lass uns mit ähnlichem Respekt unsere gemeinsame Heimat behandeln. Vielen Dank, dass du heute mit mir auf Reise gegangen bist. Bis zur nächsten Folge von Wissensreise durch die Länder der Erde.

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