Wissensreise durch die Länder der Erde· Staffel 1· Folge 23

Usbekistan – Samarkand, Seidenstraße und Zentralasiens versunkene Pracht

Freitag, 17. April 2026 · 23 min

MP3

Shownotes

In dieser Folge reisen wir nach Usbekistan – in eines der kulturell reichsten Länder Zentralasiens. Wir besuchen die Welterbestädte Samarkand, Buchara und Chiwa, folgen den Spuren der Seidenstraße, treffen den Astronomen-Sultan Ulugbek und den Medizingelehrten Avicenna, und blicken auf eine der größten Umweltkatastrophen des 20. Jahrhunderts: das Verschwinden des Aralsees.
Themen dieser Folge
• Geografie & Bevölkerung Usbekistans
• Die Seidenstraße und ihr kulturelles Erbe
• Samarkand: Registan, Gur-Emir, Shah-i-Zinda
• Ulugbek und sein Observatorium
• Buchara: Avicenna und islamische Gelehrsamkeit
• Chiwa: Itchan Kala und das Kalta-Minor-Minarett
• Die Aralsee-Katastrophe
• Sowjetisches Erbe & das moderne Usbekistan
• Plov, Mahalla und usbekische Alltagskultur
Quellen & weiterführende Literatur
• UNESCO World Heritage Centre: Samarkand – Crossroads of Cultures – whc.unesco.org
• UNESCO World Heritage Centre: Itchan Kala (Khiva) – whc.unesco.org
• Encyclopædia Iranica: Artikel zu Avicenna (Ibn Sina) – iranicaonline.org
• Encyclopædia Britannica: Artikel zu Ulugh Beg – britannica.com
• Ferdinand von Richthofen: China – Ergebnisse eigener Reisen, 1877 (Ursprung des Begriffs „Seidenstraße")
• Philip Beaujard: The Worlds of the Indian Ocean, Cambridge University Press, 2019
• Nick Middleton: An Atlas of Countries That Don't Exist, Macmillan, 2015 (zu doppelt landlocked countries)
• NASA Earth Observatory: The Aral Sea – earthobservatory.nasa.gov
• UNEP: The Aral Sea Crisis – unep.org
• Human Rights Watch: World Report – Uzbekistan (aktuell) – hrw.org
• UNESCO: Osh Palov (Plov) auf der Liste des immateriellen Kulturerbes, 2016 – ich.unesco.org
• Edvard Rtveladze: Civilizations, States and Cultures of Central Asia, Taschkent, 2005
• Richard N. Frye: The Heritage of Central Asia, Markus Wiener Publishers, 1996
• Svat Soucek: A History of Inner Asia, Cambridge University Press, 2000

Weitere Schlafreise Reihen:
⁠⁠⁠⁠Schlafreisedurchdas Periodensystem der Elemente⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/03THZe9B4c7Vj9wKhrguAG?s…)
⁠⁠⁠⁠Schlafreisedurchdie Natur⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/2p1D2FnFb4SAWh4V0otDBj?s…)
⁠⁠⁠⁠Schlafreisedurchvergessene Welten⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/1cIURslV7tA4ogc6R7lkOQ?s…)
⁠⁠⁠⁠Schlafreisedurchdas Universum⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/1NWso6EVJt3G3ILJmQOzDt?s…)
Englische Reihen:
⁠⁠⁠⁠SleepJourneythrough Lost Worlds⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/6y7nbw6KHTs06A7engHj4C?s…)
Weitere Wissenreise Reihen:
⁠⁠⁠⁠Wissensreisedurchdie Psychologie⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/47d45rBzQO7QalFfhy2Olq?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreisedurchdie Länder der Erde⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/5cD50trcQMfWpw19dJuGMm?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreisedurchdie Urzeit⁠⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/70D3GCMGUldf8cHwH7i7Bc?s…)
⁠⁠⁠⁠Wissensreisedurchdie Geschichte⁠⁠⁠ (open.spotify.com/show/22pLqMMAUbfx0gSBzKCZmP?s…)

Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstützt. Das Skript an sich wurde von uns ohne KI erstellt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum und der Psychologie sind komplett ohne produziert.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Willkommen zu einer neuen Folge von Wissensreise durch die Länder der Erde, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Wenn dir der Podcast gefällt, bewerte ihn bitte, das hilft uns, weitere Folgen zu produzieren. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Schlafreise durchs Universum oder Wissensreise durch die Geschichte heute reisen wir in ein Land, das viele Menschen vielleicht nur als einen blassen Namen auf einer alten Landkarte kennen.

Ein Land, das aber einst zu den bedeutendsten Kreuzpunkten der Weltgeschichte gehörte. Wir reisen nach Usbekistan zu den Turkuasfarbenen Kuppeln von Samarkand, zu den Lehmfestungen der Wüste Küsylkum, zu den Basaren, auf denen seit mehr als 2000 Jahren händlerinnen und Händler, Gelehrte und Abenteurer zusammengekommen sind, lass uns gemeinsam in dieses faszinierende Land eintauchen, wissenschaftlich fundiert, mit offenen Augen und neugierigem Herzen.

Wo liegt Usbekistan überhaupt? Usbekistan liegt im Herzen Zentralasiens, eingebettet zwischen Kasachstan im Norden, Turkmenistan im Süden und Westen, Afghanistan im Südosten, Tadschikistan im Osten und Kirgisistan im Nordosten. Es ist eines der wenigen doppelt Land locked countries der Welt, also ein Land, das von Binnenstaaten umschlossen ist, sodass man mindestens 2 Landesgrenzen überwinden muss und um einen Meereshafen zu erreichen, die.

Das andere solche Land ist übrigens Liechtenstein. Diese geographische Lage hat Usbekistan über Jahrhunderte geprägt, kein Meer, aber dafür Handelswege, keine Küste, aber dafür die Seidenstraße, das Land erstreckt sich über eine Fläche von etwa 448900 Quadratkilometern, das ist etwas mehr als Deutschland und Frankreich zusammen, die Bevölkerung umfasst heute rund 37000000 Menschen, die überwiegende Mehrheit davon sind ethnische Usbekinnen, aber.

Und Usbeken daneben leben im Land auch Tadschikinnen, Kasachinnen, Russinnen und Angehörige zahlreicher anderer Volksgruppen. Die Amtssprache ist Usbekisch, das zur Gruppe der Turksprachen gehört und seit 1993 offiziell in lateinischer Schrift geschrieben wird, eine Entscheidung, die das Land bewusst von seiner sowjetischen Vergangenheit abgrenzen sollte. Die Hauptstadt ist Taschkent mit knapp 3000000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt Zentralasiens. Sie ist ein modernes Wirtschafts und Verwaltungszentrum, das nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1966 fast vollständig neu aufgebaut wurde, das eigentliche kulturelle Herz des Landes aber schlägt anderswo, in Samarkand,

Buchara und Chiba, 3 Städten. Die wie eingefroren in der Geschichte wirken und deren Namen schon für sich allein eine ganze Welt beschwören. Die Seidenstraße, Hauptschlagader einer globalen Welt, um Usbekistan zu verstehen, muss man die Seidenstraße verstehen, dieser Begriff, den der deutsche Geograph Ferdinand von Richthofen 1877 prägte, bezeichnet kein einzelnes Handelsband, sondern ein weitverzweigtes Netz von Ruten.

Das vom chinesischen Shangan, dem heutigen Shihan, über Zentralasien bis ans Mittelmeer reichte und bis in die Häfen Indiens und Arabiens ausstrahlte. Über Jahrtausende war dieses Netz die wichtigste Verbindung zwischen Ost und West. Usbekistan lag geographisch mitten in diesem Geflecht, Samarkand, Buchara und Mervu, eine antike Stadt im heutigen Turkmenistan, bildeten gemeinsam ein Dreieck der Hochkulturen, durch das Karawanen mit Seide, Gewürzen, Glas, Papier und. Baumwolle, Edelsteinen und Ideen zogen, der Austausch war niemals nur materiell.

Mit den Waren reisten auch Religionen, sprachen, mathematische Konzepte, astronomische Kenntnisse und technologische Innovationen. Der Buchdruck, die 0, das Astrolabium, all diese Errungenschaften verbreiteten sich entlang dieser Ruten. Aktuelle archäologische Forschungen, darunter Grabungen unter der Schirmherrschaft der UNESCO sowie Usbekisch, französische Expeditionen in der Oase Afrosiab bei Samarkand, haben gezeigt, dass die Stadt mindestens seit dem 8. Jahrhundert vor Christus besiedelt war, also lange bevor Alexander der große sie im Jahr 329 vor Christus als Maracanda betrat und ihr Schönheit und Ausmaß mit staunenden Worten beschrieb.

Noch heute findet man in der Region Afrosiab bemalte Wandfriese, sogenannte Soktische Fresken aus dem siebten Jahrhundert nach Christus. Die Gesandtschaften aus China, Indien, Persien und dem Byzantinischen Reich zeigen ein einzigartiges visuelles Zeugnis der multikulturellen Realität dieses Handelsknotens Samarkand, die Perle Zentralasiens Samarkand ist eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. Ihre Geschichte ist eine Geschichte von Zerstörung und Wiedergeburt, von Verlust und neuem Glanz. Als Timur, bekannt auch als Tamalan oder Timur Lenkaid, im 14 Jahrhundert ein riesiges Weltreich aufbaute, machte er Samarkand zu seiner Hauptstadt und ließ sie mit einer Pracht ausstatten, die Besucher innen

aus ganz Eurasien in Staunen versetzte. Das bedeutendste architektonische Erbe dieser Ära ist der Registan auf Usbekisch und Persisch. So viel wie Sandplatz oder Platz aus Sand. Er besteht aus 3 monumentalen Medressen islamischen Hochschulen, der Ulukbek Medresse aus dem frühen 15 Jahrhundert, der Schirdor Medresse und der Tillakarim Medresse, beide aus dem 17 Jahrhundert.

Die Fassaden sind mit aufwändigen geometrischen Mustern und kalligraphischen Inschriften in glasierten Fliesen verziert. Blau, Türkis, weiß und Gold, die in der Mittagssonne leuchten wie Sternbilder auf Erden. 2001 wurde Samarkand gemeinsam mit seinen historischen Bauwerken in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen, doch der Registan ist nur der Anfang, in Samarkand liegt auch das Guur Emir Mausoleum, die Grabstätte Timurs und seiner Nachkommen.

Im Inneren ruht der Welterobererer unter einem massiven Jadequader, dem größten einteiligen Jadeobjekt der Welt. Über 2 Meter lang und dunkelgrün wie tiefer Wald. Die Kuppel des Mausoleums ist von außen mit goldglänzenden Rippen überzogen und hat das Design zahlloser Bauten von Persien bis in den indischen Subkontinent beeinflusst.

Am Sichtbarsten im Taj Mahal, der von Timuriden Architektur inspiriert wurde. Weil Mogul Kaiser Babur ein direkter Nachfahre Timurs war, nicht weit vom Gur Emir entfernt liegt die Schah Izinda Nekropole, Einestraße der Toten, wie sie im Orient häufig vorkommt, aber selten so kunstvoll bewahrt entlang eines steilen Treppenwegs reihen sich Mausolen aus dem 14 und 15 Jahrhundert aneinander, deren Kacheln in einem blau leuchten, das so intensiv und vielschichtig ist, dass Kunsthistoriker.

Innen heute noch rätseln, wie die Handwerker innen dieser Epoche diese Tiefen und Nuancen erzielten. Neuere Analysen, darunter Untersuchungen des Kobaltgehalts und der Glasurchemie, legen nahe, dass die Pigmente aus Persien importiert und mit lokalen Techniken verfeinert wurden. Ein weiteres Beispiel für den transkulturellen Austausch, der diese Region so Reich machte, Uluk Beck, der Astronom auf dem Thron.

Einer der faszinierendsten Menschen, die Samarkand je betreten haben, war kein Krieger und kein Händler, sondern ein Wissenschaftler und zugleich Herrscher. Mirza Muhammad Taragai, bekannt als Ulukbek, war ein Enkel Timurs und regierte Samarkand von 1409 bis 1449 er ist eine der außergewöhnlichsten Figuren der Weltgeschichte, der Wissenschaft, ein Renaissancemensch Avant la Letre. Uluk Beck ließ auf einem Hügel nahe Samarkand ein Observatorium errichten, dessen Hauptinstrument ein gigantischer Mauerquadrant war, ein in den Fels gearbeiteter Bogen mit einem Radius von etwa 40 Metern, der präzise Messungen von Sternpositionen ermöglichte.

Mit diesem Instrument und einem Team hochgelehrter Astronomen erstellte Uluk Beck einen Sternkatalog mit 1018 fixsternen. Den Sici Sultani, einen der genauesten Sternkataloge seiner Zeit, seine Bestimmung der Länge des sonnenjahres 365 Tage, 5 Stunden 49 Minuten und 15 Sekunden weicht vom modernen Wert um weniger als eine Minute ab. Das ist eine astronomische Präzision, die mit bloßem Auge, ohne Teleskop und ohne Computer erreicht wurde. Das Observatorium wurde nach Uluk Becks Tod von religiösen Fanatikern zerstört.

Er selbst wurde 1449 auf Betreiben seines eigenen Sohnes ermordet. Doch sein wissenschaftliches Vermächtnis überlebte. Der Sternkatalog wurde ins Lateinische übersetzt und beeinflusste europäische Astronomen, darunter möglicherweise tychoprahe erst 1908 gruben russische Archäolog innen den erhaltenen Unterabschnitt des Mauerquadranten aus dem Boden.

Heute steht über diesem Fund ein Museum, das jährlich von Tausenden Besucher. Innen aus aller Welt aufgesucht wird buhara heilige Stadt der islamischen Gelehrsamkeit, etwa 270 Kilometer westlich von Samarkand liegt Buhara, und wer eine Stadt sucht, die wie eine lebendige Enzyklopädie des Islamischen Mittelalters wirkt, der findet sie hier.

Buhara war über Jahrhunderte eines der wichtigsten Zentren islamischer Gelehrsamkeit und Spiritualität im 9. Und 10 Jahrhundert war sie die Hauptstadt der samaniden Dynastie. Eines Persisch islamischen Reiches, das Wissenschaft und Dichtung förderte wie kaum ein anderes seiner Zeit. Das älteste erhaltene islamische Monument in Zentralasien steht in Bochara, das Ismail Samani Mausoleum, erbaut um 905 nach Christus, es ist ein kleiner, fast schmuckloser Ziegelbau, aber was für ein Bau.

Aus gebrannten Ziegeln, die in verschiedenen Mustern gesetzt wurden, entsteht eine Textur, die je nach Lichteinfall vollkommen anders wirkt. Morgens flach und nüchtern, mittags lebendig und dreidimensional, abends weich und fast organisch. Architektinnen und Ingenieure zählen dieses Gebäude bis heute zu den technisch bedeutendsten der Vormoderne, es hat als einer der ersten Bauten in der Region einen Pendentivübergang vom quadratischen Grundriss zur runden Kuppel und. Eine Lösung, die Jahrhunderte später in der osmanischen Architektur ihren Höhepunkt finden sollte. In Buchara wurde auch einer der bedeutendsten Mediziner der Weltgeschichte geboren, Abu Ali Al Hussein ibn Abdallah ibn Sina, bekannt im Westen als

Avicenna. Er kam, um 980 nach Christus in der Nähe von Buchara zur Welt und schrieb als Jugendlicher bereits kommentierte Fassungen des Aristoteles, sein Hauptwerk. Der Kanon der Medizin auf Arabisch Al Canun Fi altib war eines der meistgedruckten medizinischen Bücher in Europa und im Orient. Er enthält systematische Beschreibungen von über 760 Heilmitteln, eine Theorie der Ansteckung durch Wasser und Erde, Ausführungen über die Rolle von Körper und Seele in der Gesundheit sowie detaillierte Beschreibungen von Erkrankungen wie Meningitis, Diabetes und bestimmten Herzkrankheiten, die.

Bis ins 17 Jahrhundert wurde er an europäischen Universitäten als Lehrbuch verwendet. Chiva die Stadt im Museum im äußersten Westen Usbekistans, nahe der Grenze zu Turkmenistan und am Rande der Karakum Wüste liegt Chiva, und wer chiva betritt, dem wird sofort klar, dass diese Stadt ein anderes Verhältnis zurzeit hat als der Rest der Welt, die Innenstadt, Itchankala genannt, ist. Ist eine komplett erhaltene mittelalterliche Festungsstadt, umgeben von mächtigen Lehmziegelmauern, die 5 bis 8 Meter hoch sind.

Unesco Weltkulturerbe seit 1990 innerhalb dieser Mauern stehen Moscheen, Medressen, Karawansereien und Minarette in einer Dichte, die an eine architektonische Zeitkapsel erinnert. Das höchste Bauwerk ist das unfertige, Kalter Minor Minarett, es sollte das höchste Minarett der islamischen Welt werden, aber.

Mit dem Tod des Auftraggebers Muhammad Amin Khan im Jahr 1855 wurde der Bau abgebrochen. Der Stumpf, den man heute sieht, breit türkis gefliest, abrupt endend, ist paradoxerweise eines der bekanntesten architektonischen Wahrzeichen Zentralasiens geworden. Scheitern kann manchmal ein dauerhafteres Denkmal, hinterlassen als Vollendung kiwa war auch ein bedeutendes Zentrum der Sklavenhandels auf der Seidenstraße. Ein Kapitel, das in touristischen Beschreibungen oft ausgespart wird.

Zur Geschichte der Stadt aber untrennbar gehört. Tausende von Perser innen, Russinnen und Angehörigen anderer Völker wurden auf den Basaren von Chiwa verkauft, bis das Russische Reich im Jahr 1873 das Canat von Chiwa militärisch unterwarf und in ein Protektorat umwandelte, wüsten Wasser und das Aralseedrama Usbekistan ist eines der trockensten Länder der Erde. 2 große Wüsten prägen das Land.

Die Küsylcum im Norden ihr Name bedeutet auf Türkisch rotes Sand und Teile der Karakum im Süden. Das Leben in diesem Land war immer an Wasser geknüpft und das wichtigste Wasser kam aus 2 Flüssen, dem Amu Darya und dem Syr Darya, beide entspringen im Pamir Gebirge und mündeten einst in den Aralsee.

Der Aralsee und seine Zerstörung ist eine der größten Umweltkatastrophen der Menschheitsgeschichte. In den 1960er Jahren beschloss die Sowjetunion, die Wasser des Amudaria und des Syrdaria massiv umzuleiten, um die Wüsten Zentralasiens für den Baumwollanbau zu erschließen. Usbekistan wurde zum weltweit viertgrößten Baumwollproduzenten, aber zu einem katastrophalen Preis.

Der Aralsee, der in den 1900 60er Jahren noch zu den 4 größten Binnenseen der Erde zählte, mit einer Fläche von rund 68000 Quadratkilometern, schrumpfte dramatisch bis in die Zweitausender. Jahre hatte er weniger als 10% seines ursprünglichen Wasservolumens, wo einst Schiffe fuhren und Fischerinnen ihren Lebensunterhalt verdienten, liegt heute weißer Salzboden, durchzogen von verlassenen Fischkuttern, die im Sand versinken.

Der Verdunstendes Salz und Pestizide, die sich im Seeboden angesammelt hatten, werden vom Wind als feiner, giftiger Staub über Hunderte von Kilometern verfrachtet. Gesundheitsstudien in der Region zeigen erhöhte Raten von Atemwegserkrankungen, Tuberkulose und Anämie in den anliegenden Gemeinden. Kasachstan hat in den letzten 2 Jahrzehnten den nördlichen Teil des Aralsees durch den Bau des Kok Aral Damms mit internationaler Unterstützung teilweise renaturiert. Der südliche, zu Usbekistan gehörende Teil des Sees ist hingegen fast vollständig ausgetrocknet, ein Mahnmal von globalem Ausmaß, das sowjetische Erbe und die Junge Republik Usbekistan war von 1924 bis 1991 eine Sowjetrepublik. Diese 7 Jahrzehnte hinterließen

tiefe Spuren, eine veränderte ethnische Grenzziehung, eine russifizierte Schicht der städtischen Intelligenz, massive Industrieanlagen, breite Prachtboulevards in Taschkent und einen autoritären Verwaltungsapparat, der sich nach der Unabhängigkeit nahtlos in die neue Republik überführte. Islam Karimow, der von 1989 bis zu seinem Tod 2016 an der Macht war. Regierte Usbekistan mit harter Hand politische Opposition wurde unterdrückt, Bürgerrechte eingeschränkt, die Presse kontrolliert.

Sein Nachfolger Schafkat Mirzyojew, seit 2016 im Amt, hat behutsame Reformen eingeleitet, die Grenzen wurden geöffnet, der Visumszwang für viele Staatsangehörige abgeschafft, staatliche Wirtschaftsbetriebe teilweise privatisiert und ein vorsichtiger Dialog mit der Zivilgesellschaft begonnen. International wurde dies positiv aufgenommen, auch wenn Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch darauf hinweisen, dass fundamentale politische Rechte nach wie vor stark eingeschränkt bleiben. Der Tourismus boomt seit Mitte der 2000 Zehner Jahre Samarkand, Wuchara und Chiva erhalten mehr internationale Besucher innen als je zuvor in der Post sowjetischen Ära Hotels entstehen, Straßen werden

ausgebaut, Unesco restaurierungsprojekte laufen. Die Herausforderung dabei? Wie bewahrt man den authentischen Charakter von Städten, deren Schönheit gerade darin liegt, dass sie dem Zahn der Zeit standgehalten haben, ohne sie durch Overtourism oder hastige Renovierungen zu einem Themenpark ihrer selbst zu machen?

Küche, Alltag und das Herz des Landes kein Bild Usbekistans wäre vollständig ohne einen Blick in die Alltagskultur und ins Essen. Das usbekische Nationalgericht ist Ploff, ein Reisgericht mit Zwiebeln, Karotten, Hammel oder Rindfleisch, angereichert mit Kichererbsen, Rosinen, Knoblauch und Gewürzen wie Kreuzkümmel und Koriander.

Jede Region hat ihre eigene Variante der Samarcander Ploff ist leichter und weniger fettig, der Taschkenter Fettreicher und kräftiger. Ploff wird traditionell in einer schweren gusseisernen Pfanne, dem Kasan, über Feuer zubereitet und bei Hochzeiten oder Festen für Hunderte von Menschen gleichzeitig gekocht. Die UNESCO hat ploff 2016 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen, der Basar oder Basar, das Wort kommt aus dem Persischen, ist das soziale Zentrum jeder usbekischen Stadt auf dem Corsu Basar in Taschkent.

Einem der ältesten Märkte Zentralasiens kaufen täglich 10 Tausende von Menschen Gemüse, Gewürze, Trockenfrüchte, Textilien und Haushaltsgeräte. Die Kuppel des Bazars in Türkis und weiß gefliest, ist weithin sichtbar und stammt in ihrer jetzigen Form aus dem 16 Jahrhundert, auch wenn die Marktaktivität an diesem Ort bis in die Antike zurückreicht, Sprache, Literatur und das Erbe der Dichterinnen.

Die usbekische Sprache gehört zur türkischen Sprachfamilie, ist aber stark vom Persischen geprägt. Historisch war persisch die Sprache der Gelehrsamkeit und des Hofes in der gesamten Region die klassische Literatur Usbekistans ist weitgehend auf Tschagataisch verfasst, einer älteren Turksprache, und ihr bedeutendster Vertreter ist Ali Schir Navoi, der im 15 Jahrhundert am Hof des Timoridischen Herrschers. Husein Baikara in Herat, dem heutigen Afghanistan, wirkte Navoi, gilt als Begründer der usbekischen Literaturtradition und wird im Land bis heute verehrt. Sein Konterfei ist auf der 200 Som Banknote abgebildet, und nach ihm ist der Hauptplatz Taschkens benannt. Navoi war nicht nur dichter,

sondern auch Minister, Stadtplaner und Förderer von Wissenschaft und Kunst. In seinen Werken setzte er sich für die Würde der Turksprache ein, zu einer Zeit, als Persisch als einzige literarisch ernsthafte Sprache galt. Seine Mehrbändige Anthologie Camsa, 5 epische Gedichte in Anlehnung an das persische Vorbild Nidsamis, ist eines der bedeutendsten Werke der mittelalterlichen Weltliteratur Usbekistan, heute zwischen Aufbruch und Tradition.

Usbekistan ist ein junges Land in einer alten Hülle, fast 60% der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt, alt, in den Universitäten wächst eine Generation heran, die vernetzt ist, nach außen blickt, Reisen und gestalten will, die Öffnung des Landes seit 2016 hat Energie freigesetzt, wirtschaftlich, kulturell, intellektuell, gleichzeitig kämpft das Land mit erheblichen Herausforderungen. Wasserknappheit durch den Klimawandel und den ungelösten Streit um die Ressourcennutzung der zentralasiatischen Flüsse, wirtschaftliche Abhängigkeit von Rohstoffexporten und baumwoll, Monokultur, Arbeitsmigration, Millionen Usbekinnen arbeiten in Russland oder Kasachstan und Senden Rücküberweisungen nach Hause und die schrittweise, aber

noch unvollständige demokratische Öffnung. Die Seidenstraße ist nicht tot. China investiert massiv in die Infrastruktur der Region. Im Rahmen seiner Belt and Road Initiative, und Usbekistan ist ein Schlüsselland dieses neuen eurasischen Konnektivitätsprojekts neue Schienen und Straßenverbindungen entstehen, Logistikzentren werden gebaut, Handelsvolumen steigen, Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie halt nach Usbekistan, das einmal im Zentrum der alten Welt stand und.

Sucht seinen Platz im Zentrum der Neuen. Vielen Dank, dass du diese Folge der Wissensreise durch die Länder der Erde mit uns geteilt hast. Wenn dir der Podcast gefallen hat, freuen wir uns sehr über eine Bewertung. Das hilft uns weiter folgen für dich zu produzieren und wenn du Lust auf noch mehr hast, Schau auch bei unserer Reihe Schlafreise durchs Universum vorbei, dort nehmen wir dich mit auf Reisen zu neutronensternen, schwarzen Löchern und den Rändern des beobachtbaren Kosmos. Oder begleite uns bei der Wissensreise durch die Geschichte, durch Epochen, die unsere Gegenwart geformt haben, bis zur nächsten Folge.

Bleib neugierig.

0:00 / 0:00