Wissensreise durchs Universum· Staffel 5· Folge 1

Der Mars - Unser rote Nachbar

Montag, 2. März 2026 · 20 min

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Shownotes

In dieser Folge reisen wir zu unserem äußeren Nachbarn im Sonnensystem – dem Mars. Der rote Planet, der seit Jahrtausenden die menschliche Fantasie beflügelt, offenbart bei näherer Betrachtung eine Welt voller geologischer Wunder und wissenschaftlicher Rätsel.Wir erkunden die extremen Bedingungen auf der Marsoberfläche: Temperaturen zwischen +20°C am Äquator und -125°C an den Polen, eine Atmosphäre, die nur 0,6 Prozent des irdischen Luftdrucks beträgt, und eine Schwerkraft von lediglich 38 Prozent der Erdanziehung. Der Planet ist kleiner als die Erde (Durchmesser 6.779 km) und braucht 687 Erdentage für einen Umlauf um die Sonne.Die Reise führt uns zum Olympus Mons, dem größten Vulkan des Sonnensystems mit 21,9 Kilometern Höhe – mehr als doppelt so hoch wie der Mount Everest. Wir blicken in das Valles Marineris, einen Canyon von 4.000 Kilometern Länge und bis zu 7 Kilometern Tiefe. Wir besuchen die Polkappen aus Wassereis und Trockeneis und lernen die beiden kleinen Monde Phobos und Deimos kennen.Besonders faszinierend: Der Mars war vor 3,5 bis 4 Milliarden Jahren ein völlig anderer Planet. Es gab Flüsse, Seen, möglicherweise sogar Ozeane. Doch als der Mars sein Magnetfeld verlor, trug der Sonnenwind die Atmosphäre ab. Das Wasser verschwand. Der Planet erstarrte zur Wüste.Heute suchen Rover wie Curiosity und Perseverance nach Spuren vergangenen Lebens. Organische Moleküle wurden bereits gefunden – ein Hinweis, dass der Mars einst bewohnbar gewesen sein könnte.Die Episode endet mit einem stillen Appell: Der Mars zeigt uns, wie zerbrechlich bewohnbare Welten sind. Die Erde ist der einzige Ort im bekannten Universum, an dem Leben blüht. Ein Ort, den wir schützen müssen.---WISSENSCHAFTLICHE QUELLEN[1] NASA Mars Exploration Program: mars.nasa.govOffizielle NASA-Seite mit aktuellen Daten zu allen Marsmissionen, technischen Spezifikationen und wissenschaftlichen Entdeckungen.[2] Carr, M.H. & Head, J.W. (2010): "Geologic history of Mars." Earth and Planetary Science Letters, 294(3-4), 185-203.DOI: 10.1016/j.epsl.2009.06.042[3] Jakosky, B.M. et al. (2015): "MAVEN observations of the response of Mars to an interplanetary coronal mass ejection." Science, 350(6261).DOI: 10.1126/science.aad0210Studie zum Verlust der Marsatmosphäre durch Sonnenwind.[4] Orosei, R. et al. (2018): "Radar evidence of subglacial liquid water on Mars." Science, 361(6401), 490-493.DOI: 10.1126/science.aar7268Entdeckung möglicher unterirdischer Wasserseen unter dem südlichen Poleis.[5] Williams, R.M.E. et al. (2013): "Martian Fluvial Conglomerates at Gale Crater." Science, 340(6136), 1068-1072.DOI: 10.1126/science.1237317Curiosity-Rover-Daten über ehemalige Flusssysteme.[6] ESA Mars Express Mission: esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars… Raumfahrtagentur – Mars-Orbiter-Daten seit 2003.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Herzlich Willkommen zur 5. Staffel von Schlafreise durch das Universum. Dies ist die 101 Folge, die wir in den letzten Monaten produziert haben. Ganz, ganz vielen Dank für eure tolle Unterstützung, denn ohne euch wäre dieser Podcast nicht möglich. Gerne nehmen wir weitere Themenwünsche entgegen, schreibt diese einfach in die Kommentare und wir werden diese gerne berücksichtigen, zudem helfen uns auch Bewertungen extrem weiter, um weitere gute Folgen produzieren zu können.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Schlafreise durch das Periodensystem der Elemente oder Wissensreise durch die Psychologie? Heute Nacht verlassen wir die Erde, wir reisen durch die Dunkelheit des Weltalls, vorbei an der Mondbahn, hinaus in die Tiefen unseres Sonnensystems. Unser Ziel ist ein Planet, der seit Jahrtausenden die Menschheit fasziniert, also.

Ein Planet, der am Nachthimmel wie ein rötlicher Stern leuchtet. Ein Planet, dessen Name vom römischen Kriegsgott stammt, dessen Oberfläche von Staubstürmen geprägt ist und dessen Geheimnisse wir erst seit wenigen Jahrzehnten wirklich zu entschlüsseln beginnen. Heute Nacht reisen wir zum Mars Mars ist der vierte Planet, von der Sonne ausgezählt, er ist unser äußerer Nachbar, der nächste Planet jenseits der Erde.

Seine durchschnittliche Entfernung zur Sonne beträgt etwa 228000000 Kilometer. Das ist das 1,5 fache der Entfernung zwischen Erde und Sonne. Diese Entfernung wird in der Astronomie als 1,52 astronomische Einheiten angegeben, abgekürzt AE. Der Mars ist deutlich kleiner als die Erde, sein Durchmesser beträgt am Äquator 6792 Kilometer.

Das ist in etwa die Hälfte des Erddurchmessers. Seine Masse beträgt nur etwa 11% der Erdmasse. Wenn du auf dem Mars stehen würdest, wäre die Schwerkraft, die auf dich wirkt, nur 38% so stark wie auf der Erde ein Mensch, der auf der Erde 70 kg wiegt, würde auf dem Mars nur 26,6 kg wiegen, die Sprünge wären höher, die Schritte leichter, ein fremdes, schwereloses Gefühl.

Ein Marstag, ein sogenannter soll, dauert 24 Stunden und 37 Minuten, nahezu identisch mit einem Erdtag. Aber ein Marsjahr ist fast doppelt so lang wie ein erdjahr 687 Erdtage. Das liegt an seiner größeren Entfernung zur Sonne und der dadurch langsameren Umlaufgeschwindigkeit. Der Mars bewegt sich mit durchschnittlich 24,1 Kilometern pro Sekunde um die Sonne.

Die Erde ist mit 29,8 Kilometern pro Sekunde deutlich schneller unterwegs. Der Mars besitzt eine Atmosphäre, aber sie ist dünn, sehr dünn. Der atmosphärische Druck an der Marsoberfläche beträgt im Durchschnitt etwa 600 Pascal, das sind 0,6% des Luftdrucks auf der Erde. Diese Atmosphäre besteht zu 95,3% aus Kohlendioxid. Zu 2,7% aus Stickstoff und zu 1,6% aus Argon. Sauerstoff macht nur 0,13% aus, viel zu wenig, um einen Menschen am Leben zu erhalten.

Die dünne Atmosphäre hat Konsequenzen, sie schützt kaum vor kosmischer Strahlung, sie hält Wärme nicht, tagsüber können die Temperaturen am Äquator im Sommer auf bis zu 20 Grad Celsius steigen, angenehm warm, fast wie ein Frühlingstag auf der Erde. Aber nachts stürzen die Temperaturen rapide ab auf -85 Grad Celsius im Durchschnitt, in den Polarregionen sogar auf bis zu -125 Grad.

Diese extremen Temperaturschwankungen machen den Mars zu einem unwirtlichen Ort und doch diese dünne Atmosphäre reicht aus, um Winde zu erzeugen, um Staubstimmen zu entfachen, die manchmal den gesamten Planeten einhüllen und. Um Wolken aus Wassereis zu bilden, die in den frühen Morgenstunden über den Tälern schweben.

Der Mars ist keine tote Welt, er atmet, wenn auch schwach, aber warum ist der Mars nun rot schon mit bloßem Auge erkennbar leuchtet der Mars rötlich am Nachthimmel, diese Farbe ist kein Zufall, sie ist die Signatur eines chemischen Prozesses, der Milliarden von Jahren andauert, die Oberfläche des Marses ist. Mit Eisenoxyd bedeckt, im Volksmund Rost genannt, das Eisen im Marsgestein hat mit dem Sauerstoff reagiert und sich in Eisenoxyd umgewandelt.

Dieser Prozess, die Oxidation, fand über Äonen statt, der feine Staub aus Eisenoxyd bedeckt heute weite Teile der Marsoberfläche und gibt ihm seine charakteristische Rostbraune bis ziegelrote Färbung. Wenn Staubstürme diesen Staub in die Atmosphäre wirbeln, färbt sich auch der Marshimmel rötlich orange, ein unwirtliches, fremdartiges Licht. Aber woher kam der Sauerstoff?

Der Mars hat heute kaum mehr Sauerstoff in der Atmosphäre, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass der Mars in seiner Frühgeschichte vor etwa 3,5 bis 4 Milliarden Jahren eine dichtere Atmosphäre und flüssiges Wasser auf der Oberfläche besaß. In dieser Zeit könnte der Sauerstoff durch chemische Prozesse entstanden sein, etwa durch die Spaltung von Wassermolekülen durch ultraviolettes Licht.

Der freigesetzte Sauerstoff reagierte mit dem Eisen im Gestein, der Mars rostete und dieser Rost blieb, selbst nachdem die Atmosphäre dünner wurde und das Wasser verschwand, wenn wir uns die Marsoberfläche anschauen, offenbart sich eine Welt von atemberaubender geologischer Vielfalt. Der Mars beherbergt die höchsten Vulkane und die tiefsten Täler des gesamten Sonnensystems. Der Gewaltigste unter ihnen ist der Olympus Mons, der Olympberg mit einer Höhe von etwa 21,9 km über dem umgebenden Gelände ist er fast dreimal so hoch wie der Mount Everest. Sein Basisdurchmesser beträgt 600 km, das ist in etwa von Hamburg nach München der.

Dieser Schildvulkan ist so flach abfallend, dass man von seiner Basis aus die Spitze nicht sehen könnte, selbst wenn die Atmosphäre klar wäre. Die Steigung beträgt im Durchschnitt nur etwa 5 Grad, ein sanfter, endloser Anstieg in den rötlichen Himmel. Olympus Mons ist ein erloschener Vulkan, seine letzte Aktivität liegt vermutlich mehrere Millionen Jahre zurück, aber geologisch gesehen ist das ein Wimpernschlag der Mars. Hat keine Plattentektonik, seine Kruste ist also starr. Deshalb konnte sich der Vulkan über Jahrmillionen am selben Ort immer weiter aufbauen, während auf der Erde Vulkane durch die Bewegung der Kontinentalplatten wandern und neue entstehen. Nicht weit entfernt vom Olympus

Mons liegt die tarsis Region, eine gigantische vulkanische Aufwölbung mit mehreren großen Vulkanen, einer von ihnen ist 18 Kilometer hoch. Diese Vulkane zeugen von einer Zeit, in der der Mars geologisch aktiv war, als geschmolzenes Gestein aus dem Inneren an die Oberfläche drang. Als der Planet noch lebte, im geologischen Sinne.

Auf der anderen Seite des Marses erstreckt sich das Marinärtal es ist das größte bekannte Grabensystem im Sonnensystem. Mit einer Länge von etwa 4000 Kilometern und einer Breite von bis zu 700 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 7 Kilometern ist es 10 mal länger und 5 mal tiefer als der Grand Canyon auf der Erde. Es erstreckt sich über fast ein Viertel des Marsumfangs es ist so gewaltig, dass es vom Orbit aus als riesige Narbe auf der Oberfläche des Planeten erscheint. Wie entstand nun dieses Tal?

Forschende vermuten, dass es durch tektonische Spannung entstanden ist, als sich die Tarsisregion vor Milliarden von Jahren aufwölbte die Kruste riss auf, später können die Erosionsprozesse durch Wind, Eis und möglicherweise fließendes Wasser das Tal weiter vertieft haben. Heute ist es eine stille, windgepeitschte Schlucht, deren Wände in Schichten aus Edimentgestein erzählen, was ja einst war. An den Polen des Mars liegen ausgedehnte Eiskappen. Sie bestehen aus 2 Komponenten, Wassereis und gefrorenem Kohlenstoffdioxid, auch Trockeneis genannt. Im Marswinter gefriert Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre und legt sich als feste Schicht über die Wassereiskappen diese Schicht kann mehrere Meter dick werden, im Marssommer Sublimiert das

Trockeneis, es geht direkt vom Festen in den gasförmigen Zustand über. Und gibt das darunterliegende Wassereis frei. Die nördliche Polkappe besteht überwiegend aus Wassereis, sie hat einen Durchmesser von etwa 1100 Kilometern und eine Dicke von bis zu 3 Kilometern, die südliche Polkappe ist kleiner, enthält aber eine dickere Schicht aus Trockeneis beide Polkappen sind nicht glatt, sie zeigen spiralförmige Strukturen, die durch Wind und die Corioliskraft entstehen, ähnlich wie Wettersysteme auf der Erde.

Das Marseis der Polkappen ist eine der größten bekannten Wasserreserven. Auf dem Mars. Würde man das gesamte Wassereis der Polkappen schmelzen und gleichmäßig über die Marsoberfläche verteilen, würde es eine Schicht von etwa 10 bis 20 Metern Tiefe bilden. Das ist nicht viel, aber es zeigt, dass der Mars einst mehr Wasser hatte, viel mehr heute ist der Mars eine Wüste, aber das war nicht immer so und. Orbiter und Rover haben Hinweise darauf gefunden, dass der Mars vor etwa 3,5 bis 4 Milliarden Jahren ein ganz anderer Planet war.

Es gab Flüsse, Seen und vielleicht sogar einen Ozean, die Oberfläche zeigt getrocknete Flussbetten, Deltas Siedimentschichten, die sich nur unter Wasser bilden können. Was war geschehen? Der Mars verlor seine Oberfläche der Grund, der Mars hat kein globales Magnetfeld mehr. Das Magnetfeld der Erde schützt uns vor dem Sonnenwind, einem ständigen Strom geladener Teilchen, die von der Sonne ausgestoßen werden. Ohne diesen Schutz trifft der Sonnenwind direkt auf die Atmosphäre und trägt sie Teilchen für Teilchen ab über Millionen von Jahren verlor der Mars so seine dichte Atmosphäre, der Druck sank, das Wasser verdampfte oder gefror, die Oberfläche wurde trocken und kalt. Heute gibt es auf dem Mars kein

flüssiges Wasser unter Oberfläche, aber unter der Oberfläche in Permafrostschichten und möglicherweise in unterirdischen Seen könnte Wasser existieren. Die Raumsonde Mars Express hat 2018 Radarechos entdeckt, die auf einen 20 km breiten See aus flüssigem Wasser unter dem südlichen Polarbeis hindeuten. 1,5 km unter der Oberfläche.

Ob es wirklich ein See ist, ist umstritten, aber die Möglichkeit besteht. Der Mars hat 2 kleine Monde, Phobos und Deimios, ihre Namen bedeuten auf griechisch Furcht und Schrecken, passend zum Kriegsgott Mars, aber furchteinflößend sind sie nicht, sie sind winzig, unregelmäßig geformt und wahrscheinlich eingefangene Asteroiden und.

Phobos, der größere von beiden, hat einen mittleren Durchmesser von etwa 22 Kilometern. Er umkreist den Mars in einer Höhe von nur 6000 Kilometern über der Oberfläche, so nah, dass er den Mars dreimal am Tag umrundet, von der Marsoberfläche aus gesehen geht Phobos im Westen auf und im Osten unter entgegengesetzt zur Sonne, Phobos bewegt sich so schnell, dass er den Planeten in nur 7 Stunden und 39 Minuten einmal umkreist. Der.

Der Emios ist noch kleiner mit einem Durchmesser von 12. Er umkreist den Mars in etwa 30 Stunden von der Marsoberfläche aus betrachtet ist er nur ein heller Punkt am Himmel, kaum größer als ein Stern. Beide Monde sind übersät mit Kratern, Phobos zeigt tiefe Rillen und Furchen, deren Entstehung bis heute nicht vollständig verstanden wird.

Manche Forschende vermuten, dass Phobos eines Tagos auseinanderbrechen könnte. Die Gezeitenkräfte des Mars zerren an ihm, verlangsamen ihn und ziehen ihn näher heran, in etwa 50000000 Jahren könnte Phobos die Grenze erreichen, jene Distanz, bei der die Gezeitenkräfte stärker sind als die Schwerkraft, die den Mond zusammenhält.

Dann würde Phobos zerbersten und einen Ring um den Mars bilden. Wenn du mehr über gezeigten Kräfte erfahren willst, findest du dazu auch eine Folge von uns. Der Mars ist ein staubiger Planet und manchmal alle paar Jahre erhebt sich dieser Staub zu einem Sturm. Diese globalen Stürme können monatelang dauern, sie beginnen meist im südlichen Frühling, wenn die Sonneneinstrahlung die Atmosphäre erwärmt und starke Winde entstehen der Staub auf dem Mars ist extrem fein, feiner. Als Talkumpuder er wird von den Winden Hunderte von Kilometern weit getragen und legt sich über alles während eines globalen Staubsturms wird der Himmel so dunkel, dass Solarpanele kaum noch Energie erzeugen können.

Der Rover Opportunity, der über 14 Jahre lang auf dem Mars arbeitete, wurde 2018 von einem solchen Sturm in die Knie gezwungen, seine Solarzellen wurden mit Staub bedeckt, seine Batterien entladen, seine Systeme gefroren, es kam nie wieder ein Signal von ihm. Aber die Staubstürme sind nicht nur sehr störerisch, sie transportieren auch Wärme um den Planeten, verteilen Staub und Mineralien, formen Dünen und Landschaften. Sie sind Teil des Marsklimas, unberechenbar, gewaltig und fremdartig.

Seit Jahrzehnten suchen wir nach Spuren von Leben auf dem Mars, nicht nach kleinen grünen Männchen, sondern eher nach Mikroben, nach organischen Molekülen, nach fossilen Hinweisen, dass der Mars einst bewohnt war. Der Rover Curiosity, der 2012 auf dem Mars arbeitete, hat organische Moleküle im Gestein des Gale Kraters gefunden.

Organische Moleküle sind kohlenstoffbasierte Verbindungen, also die Bausteine des Lebens, wie wir sie kennen. Ihre Anwesenheit allein beweist nicht, dass es Lebenbar gab, organische Moleküle können auch durch nicht biologische Prozesse entstehen, aber sie sind ein Hinweis. Der Rover Percy Virence, der 2021 im jesero Krater landete, sammelte Gesteinsproben, die in einer zukünftigen Mission zur Erde zurückgebracht werden sollen.

Diese Proben werden in Laboren analysiert werden, mit Geräten, die viel empfindlicher sind als alles, was wir je auf den Mars schicken können, vielleicht werden wir dort die Antwort finden, vielleicht auch nicht. Die Frage, ob es leben auf dem Mars gibt oder gab, ist eine der Fundamentalsten Fragen, die wir stellen können, wenn wir leben finden selbst nur fossiles, Ausgestorbenes leben, dann wäre das der Beweis, dass Leben kein einmaliger Zufall auf der Erde ist.

Dass das Universum voller Leben sein könnte, dass wir eben nicht allein sind. Seit Jahrzehnten träumen Menschen davon, zum Mars zu fliegen, nicht nur Roboter zuschicken, sondern selbst hinzufahren, dort zu landen und zu leben, vielleicht sogar zu bleiben. Die technischen Herausforderungen sind jedoch enorm. Eine Reise zum Mars dauert Monate, die Strahlenbelastung im Weltraum ist hoch, auf dem Mars müssen Menschen in abgestimmten Habitaten leben, mit künstlicher Atmosphäre, recyceltem Wasser und künstlichem Licht, die Kommunikation mit der Erde hätte eine Verzögerung von 3 bis 22 Minuten, ein Notfall könnte somit nicht sofort behoben werden und auch die Pläne existieren.

Die NASA plant eine benannte Marsmission in den 2000 30er Jahren. Privatunternehmen wie Space X haben ambitionierte Ziele angekündigt, ob und wann Menschen tatsächlich auf dem Mars landen werden, ist ungewiss, aber die Idee ist lebendig. Was würde es bedeuten, auf dem Mars zu sein, in einem Raumanzug über roten Sand zu laufen, den Olympus Mons am Horizont zu sehen, die Erde als blauen Punkt am Nachthimmel zu betrachten?

Was würde es bedeuten zu wissen, dass man Millionen von Kilometern von zu Hause entfernt ist? Auf einem Planeten, der Lebensfeindlich ist und doch irgendwie so vertraut? Jetzt, während du dir vorstellst, wie es wäre, auf dem Mars zu stehen? Kalt, dünn, lebensfeindlich, denke an die Erde, an den Planeten, auf dem du gerade lebst, an der Atmosphäre, die dich schützt, an das Wasser, das in den Ozeanen und Seen und Flüssen fließt, an die Wälder, die Sauerstoff produzieren.

An dem Mikroben im Boden die Nährstoff recyceln, an das Magnetfeld, das sich vor kosmischer Strahlung bewahrt. Der Mars zeigt uns, was passiert, wenn ein Planet seine Atmosphäre verliert, wenn das Wasser verschwindet und das Magnetfeld erlischt. Der Mars war einst vielleicht bewohnbar, heute ist er es nicht mehr, die Erde ist der einzige Ort im bekannten Universum, an dem das Leben blüht, der einzige Ort, an dem wir atmen können, ohne Raumanzug.

Der einzige Ort, an dem Wasser flüssig ist, an dem Pflanzen wachsen, an dem wir zu Hause sind. Und dieser Ort ist leider verwundbar. Seine Atmosphäre kann sich verändern, sein Klima kann kippen, seine Ozeane versauern nicht über Milliarden von Jahren wie auf dem Mars, sondern über Jahrzehnte durch das, was wir täglich tun, wenn wir zum Mars schauen, schauen wir in einen Spiegel, wir sehen, was aus einem Planeten werden kann, wenn sich die Bedingungen ändern. Wir sehen die Zerbrechlichkeit des Lebens. Wir sehen, dass es keine zweite Erde gibt, nicht in Reichweite. Der Mars lehrt uns somit Demut, er lehrt uns, dass die Erde kein selbstverständliches Geschenk ist, sondern ein kostbares, einzigartiges Zuhause, bevor wir

zurückkehren. Ein Blick auf jene, die dort waren, nicht Menschen, sondern ihre Stellvertreter, die Roboter, die erste Marsmission. War 1965 sie sendete 22 schwarz, weiß Bilder zurück. 1976 landeten die Viking Sonden, sie suchten nach Leben, die Ergebnisse sind jedoch umstritten. Später kam Path Finder im Jahr 1997 dann Spirit und Opportunity 2004 Curiosity landete 2012 er bohrte Gestein und analysierte Mineralien.

Percy Virians 2021 trug er den Hubschrauber, das allererste Flugobjekt auf fremdem Planeten. Die Maschinen sind unsere Augen auf dem Mars, jetzt langsam kehren wir zurück, wir verlassen den roten Staub, die kalten Ebenen und die gigantischen Vulkane, wir steigen in unser imaginäres Raumschiff und Reisen zurück durch das Dunkel des Weltalls, vorbei an den beiden Monden, vorbei an Asteroiden zurück zur Erde.

Die Erde wird größer, der blaue Punkt zu einer Kugel und du siehst die weißen Wolken, die Kontinente, die Ozeane. Du siehst das leben, du bist zu Hause, ich wünsche dir eine gute Nacht und bis zur nächsten Folge von Schlafreise durch das Universum.

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