
WR139 - Der Weg in die Freiheit durch alle Instanzen
Freitag, 10. Mai 2024 · 29 min
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Shownotes
Unsere heutige Geschichte startet in Havanna im Juni 1839 als die zwei Plantagenbesitzer Don José Ruiz und Don Pedro Montes mit dem Schiff La Amistad in See stechen. An Bord sind 53 afrikanische Sklaven. Es kommt zur Revolte der Sklaven auf dem Schiff. Sie gelangen bis in die USA und werden dort Teil eines Gerichtsverfahrens durch alle Instanzen das internationale Aufmerksamkeit erregen und als die Amistad Affaire in die Geschichte eingehen wird.
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#Amistad #Sklaverei #Gerichtsverfahren #Neuere und neueste Geschichte #Nordamerika #Subsahara #Lateinamerika und Karibik
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Bitte. Geben Sie Ihre Koordinaten. Ein 7830 kilometer nach Südwesten 99 Jahre in die Zukunft. Reisende. Hallo und willkommen liebe Mitreisende. Es ist wieder Freitag, es ist wieder Zeit, dass wir uns hier im Cockpit von unserem Raumzeit Schiff einfinden und Jan und ich haben das bereits getan. Wir sitzen hier am Tisch, Jan sagt bestimmt mal Hallo. Hallo da draußen.
Prima, das klappt ja schon mal hervorragend. Und wenn er jetzt auch noch eine Geschichte mitgebracht hat, dann bin ich schon fast wunschlos glücklich hier für den Starterfolge. Habe ich dementsprechend also alle Wünsche erfüllt? Ansonsten gut entspannt, bereit, die Geschichte zu erzählen. Oder wie schaut.
Es aus gut, entspannt, gut, entspannt. Ganz gechillt. Wie sieht es bei dir aus, bist du gut aus dem Urlaub wieder zurückgekommen, weil liebe Leute, der Christ, der konnte jetzt ein bisschen freie Zeit genießen. Ja, das ist ganz hervorragend gewesen. Ich fühle mich tatsächlich gerade auch mental erfrischt und bereit dafür, jetzt so in die neue Staffel zu gehen, quasi für mich gedanklich.
Dann würde ich sagen, lege ich einfach mal los, während wir letzte Woche ganz in der Nähe von hier, dem großen Pier und der Situation in Friesland gefolgt sind, geht es diese Woche wieder über den großen Teil. Aber nicht in die USA oder zumindest noch nicht, denn unsere heutige Geschichte beginnt am 1839 in Havanna.
Oder um genau zu sein, im Hafen von Havanna auf einem Schiff. Havanna liegt bekanntermaßen auf Kuba, der Name des Schiffes ist dem ein oder anderen vielleicht geläufig, denn der Name dieses Schiffes lautet Lamistat. Und diejenigen, denen der Schiffsname jetzt nichts sagt, bei denen werde ich das jetzt in den nächsten Minuten ändern. La Mistate ist spanische und steht für Freundschaft, war ein Zweimastschoner von ungefähr 37 Meter Länge, der dem in Kuba lebenden Spanier Ramon Ferrer gehörte. Mit diesem Schiff beteiligte er sich am Küstenhandel um Kuba und den Küstenstaaten der Karibik.
Die spanischen Plantagenbesitzer Don josé Ruiz und Don Pedro Montes kauften in Havanna, Kuba, 53 Sklaven, darunter 4 Kinder, um sie dann mit dem Schiff zu ihren Plantagen in der Nähe von Puerto Plinchipet zu transportieren. Und dazu hörten sie Kapitän Ferrer an. Unter ihm verließ die Lamistat am 28 Juni 1839 Havanna in Richtung des kleinen Hafens von Guanaya in der Nähe von Puerto Principes. Bei den Sklaven handelte es sich um 3 Mädchen und einen Jungen. Das waren die Kinder sowie weitere 49 Männer, vermutlich aus 6 verschiedenen ethnischen Gruppen aus den heutigen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea. Sie waren von afrikanischen Sklavenfängern gefangengenommen oder auf andere Weise versklavt,
an europäische Sklavenhändler verkauft und illegal von Afrika nach Havanna transportiert worden, meist an Bord des portugiesischen Sklavenschiffs Tekora, um in Kuba verkauft zu werden. Obwohl die Vereinigten Staaten und Großbritannien den atlantischen Sklavenhandel bereits verboten hatten, hatte Spanien die Sklaverei in seinen Kolonien und damit auch den Handel mit den Sklaven über den Ozean hinweg noch nicht verboten und eingestellt.
Da die Besatzung der Alarmist dat keine speziellen Sklavenunterkünfte hatte, brachte sie die Hälfte der Gefangenen im Hauptladeraum und die andere Hälfte unter Deck unter. Nachdem der Koch des Schoners den Sklaven scherzhaft mitgeteilt haben soll, dass sie getötet, gesalzen und gekocht werden sollten, kam es zu revolt. Einer der gefangenen Männer, ein Mann namens Feng Bepi, befreite sich und die anderen am dritten Tag der Reise von den Fesseln und begann den Aufstand.
Er hatte im Laderaum eine alte Feile gefunden und konnte damit seine und die Fesseln der anderen öffnen. Als sie frei waren, gingen die Männer schnell an Deck, bewaffnet mit machetenartigen Rohrmessern, die als Werkzeuge ebenfalls für die Plantage gedacht waren, griffen sie die Besatzung an und übernahmen unter der Führung von Feng BP erfolgreich die Kontrolle über das Schiff.
Sie töteten Kapitän Feder sowie den Schiffskoch. 2 Sklaven kamen ebenfalls dabei ums Leben. 2 Matrosen entkamen in einem kleinen Boot. Verschont wurden hingegen die beiden Plantagenbesitzer Ruiz und Montes sowie ein persönlicher Sklave vom Kapitän mit dem Namen Antonio, denn der sprach spanisch und konnte dann als Übersetzer zwischen den beiden Spaniern und den Gefangenen fungieren.
Ruiz und Montes hatten die Sklavin in Havanna gekauft und sie wurden am Leben gelassen, damit sie das Schiff zurück nach Afrika und somit in Richtung der Heimat der Gefangenen bringen würden. Also sie sollten die Navigation wieder erledigen, damit die Männer nach Hause kommen konnten. Louis und Montess täuschten die Afrikaner aber und steuerten die Lamisdad nach Norden entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten, wo das Schiff wiederholt gesichtet wurde. Am 26 August 1839 wurde sie von der Usrc Washington, einem Steuerkutter der United States Revenue Marine, während der Durchführung von Hydrographischen Vermessungsarbeiten für die Coast Service entdeckt. Lieutenant Thomas Retney, der
den Kutter kommandierte, sah einige der Afrikaner am Ufer und nahm mit Hilfe seiner Offiziere und seiner Besatzung die Lamistad und die Afrikaner in Gewahrsam. Er brachte sie in den Hafen von New London, Connecticut, im Long Island Sound und legte den Behörden einen schriftlichen Antrag vor, indem er seine Eigentumsrechte nach internationalem Adminalitätsrecht auf Bergung des Schiffes, auf die Ladung und damit die Afrikaner geltend machte. Es heißt, Getnee hätte sich explizit dafür entschieden, in Connecticut Anzulanden, weil dort die Sklaverei nach dem Gesetz zur schrittweisen Abschaffung der Sklaverei im Gegensatz zum nahegelegenen Bundesstaat New York technisch noch legal war.
Und er hoffte, dann vom Verkauf der Afrikaner profitieren zu können. Getney übergab die gefangenen Afrikaner in die Obhut des United States District Court für den Distrikt von Connecticut und dort wurde dann ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Und dieses Gerichtsverfahren, was dann folgte, sollte internationale Aufmerksamkeit erregen und später neben ein paar anderen gerichtlichen Entscheidungen zu den juristischen Anlässen bzw Ursachen für den amerikanischen Bürgerkrieg gezählt werden.
So wie immer. Nichts ist Monokausal und es gab viele, viele Faktoren, die zum US amerikanischen Bürgerkrieg geführt haben, aber eben unter den juristischen Entscheidungen gilt das, was in diesem Prozess passiert ist, als eine. Im September 1839 wurde vor dem Bezirksgericht in Hartford, Connecticut, eine Klage eingereicht, in der die Afrikaner der Meuterei und des Mordes auf der Amestad beschuldigt wurden. Das Gericht entschied aber, dass es nicht zuständig sei, da die angeblichen Taten auf einem spanischen Schiff in spanischen Gewässern stattgefunden hätten.
Der Fall wurde als United States vs. Syncle und andere in die Akten des Bundesgerichts eingetragen wurde. Die USA unter dem Namen Joseph sinke bekannt. Ich weiß nicht warum. Verschiedene Parteien meldeten dann beim Bezirksgericht Eigentumsansprüche auf die afrikanischen Gefangenen auf das Schiff und die Ladung an, zum Beispiel Ruiz und Montes.
Lieutenant Batney von der Washington und einmal namens Henry Greene, ebenfalls ein Kapitän. Der hatte die Afrikaner laut eigenen Angaben auf Long Island angetroffen und hatte dann bei ihrer Gefangennahme geholfen, so zumindest nach seinen eigenen Aussagen. Die spanische Regierung schaltete sich auch ein und verlangte, dass das Schiff die Ladung und die Sklaven im Rahmen des Pinkney Vertrags von 1795 zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten an Spanien zurückgegeben werden müssten.
In Artikel 9 des Vertrages hieß es, dass alle Schiffe und waren, gleich welcher Art, die aus den Händen von Piraten oder Räubern auf hoher See gerettet werden, vollständig an den wahren Eigentümer zurückgegeben werden müssen. Und die Vereinigten Staaten reichten somit eine Klage im Namen Spaniens ein. Die Abolitionistische Bewegung hatte das Amistat Komitee unter der Leitung des New Yorker Kaufmanns Lewis Tapen gegründet und Geld für die Verteidigung der Afrikaner gesammelt. Ganz kleiner Exkurs.
Was bedeutet abolitionistische Bewegung? Abolitionismus steht für eine Bewegung oder steht für die Bewegung, die schlussendlich dafür gesorgt hat, dass die Sklaverei verboten worden ist. In diesem Fall zumindest. Wir haben dann ja später noch mal die Tatsache, dass wir das bei der Prohibition auch hatten. Das Wort ist dann wieder aufgetaucht ist, als Leute halt eben den Alkohol austreiben wollten und ja dann dieses Wort wieder eingesetzt haben.
Für das Amistat Komitee war die Kommunikation mit den Afrikanern zu Anfang aber schwierig, weil die Sprachen halt weder Englisch noch Spanisch. Und Professor Jay Willard Gibbs senior? Der lernte dann von den Afrikanern in ihrer Sprache bis 10 zu zählen und mit diesem Wissen ging er zu den Docks von New York.
Und zählte laut vor den Seeleuten, bis er irgendeinen fand, der Verstand, daß er halt gerade bis 10 zählte und der dann irgendwie auch noch eine weitere Sprache konnte, die dann wieder für Gips erreichbarer war. Und so fand er James Covey, einen zwanzigjährigen Matrosen auf dem britischen Kriegsschiff HMS Buzzard.
Und Covey war ein ehemaliger Sklave aus Westafrika und konnte dementsprechend die Kommunikation übernehmen. Die Abulitionisten erstatteten Anzeige gegen Ruiz und Montes wegen Körperverletzung, Entführung und Freiheitsberaubung. Und die beiden wurden dann auch direkt im Oktober 1839 in New York verhaftet.
Und das empörte natürlich sowohl die spanische Regierung als auch die Befürworter der Sklaverei in den USA. Montess stellte sofort eine Kaution und ging zurück nach Kuba. Ruiz, der aber Anspruch auf einige Annehmlichkeiten innerhalb der Haft hatte, blieb zunächst und hoffte, durch seinen Verbleib im Gefängnis weitere öffentliche Unterstützung zu gewinnen.
Davon hat er aber auch relativ schnell genug gehabt. Hat dann ebenfalls ne Kaution gestellt und ist ebenso wie Montess nach Kuba zurückgegangen. Empört erhob der spanische Minister Cavallero Pedro Alcantara, Arcais Anschuldigungen gegen das amerikanische Justizsystem und verurteilte weiterhin den Affront der Abolitionisten. Die Inhaftierung von Rouise verstärkte nur noch alcantaras Zorn, und er setzte Außenminister John Forsyth unter Druck, irgendwie nach Wegen zu suchen, um den Fall einfach fallen zu lassen.
Großbritannien war zwar kein aktiver Teil dieser ganzen Geschichte, aber Großbritannien. Wenn eine Vorreiterrolle in der Abolizionismusbewegung zugeschrieben und so konnte das britische Empire in dieser Sache natürlich nicht einfach nur zusehen, sondern musste sich zu Wort melden. Da die Briten mit Spanien einen Vertrag geschlossen hatten, der den Sklavenhandel nördlich des Äquators verbot, hielten sie es für eine Frage des Völkerrechts, das die Vereinigten Staaten die Afrikaner freiließen. Und um dies zu erreichen, übten die Briten wiederum diplomatischen Druck aus und beriefen sich beispielsweise auf den Vertrag von Gent mit den USA, in dem sie gemeinsam das Verbot des internationalen
Sklavenhandels durchsetzen wollten. Im Zuge des weiteren Rechtsstreits erschien Dr. Richard Robert Madden. Wunderschöner Name Richard Robert Mann. Der im Auftrag der britischen Kommission zur Unterdrückung des afrikanischen Sklavenhandels in Havanna tätig war, als Zeuge und sagte aus, dass jedes Jahr etwa 25000 Sklaven nach Kuba gebracht wurden.
Mit der unrechtmäßigen Zustimmung und der persönlichen Profit spanischer Beamter. Men sagte dem Gericht auch, dass seine Untersuchungen ergeben hätten, dass die Angeklagten direkt aus Afrika gebracht worden seien und nicht, wie von den Spaniern behauptet, in Kuba ansässig gewesen wären. Madden, der später eine Audienz bei Königin Victoria hatte, beriet sich mit dem britischen Minister in Washington DC, Henry Stephen Fox, der im Namen der Regierung ihrer Majestät ebenso wie sein spanischer Kollege Druck auf den Außenminister John Forsider ausübte. So schrieb er zum Beispiel an Four Five. Es ist zu bemerken, dass Großbritannien und die Vereinigten Staaten sich durch den 10. Artikel des Vertrages von Gent
gegenseitig verpflichtet haben, sich nach besten Kräften für die vollständige Abschaffung des afrikanischen Sklavenhandels einzusetzen. Und es kann kein Zweifel an der festen Absicht beider Parteien bestehen, die Bedingungen dieser Verpflichtung gewissenhaft zu erfüllen. Später heißt es dann, unter diesen Umständen hofft die Regierung Ihrer Majestät inständig, dass der Präsident der Vereinigten Staaten sich ermächtigt sehen wird, für die genannten Afrikaner solche Maßnahmen zu ergreifen, die ihnen den Besitz ihrer Freiheit sichern.
Auf die sie ohne Zweifel gesetzlichen Anspruch haben. Forsyth kriegt also gerade Druck von Spanien und von Großbritannien und beide wollen halt genau das Gegenteil von dem, was der andere gerne möchte. Aber er hatte dann zumindest ne gute Möglichkeit sich aus der ganzen Sache n stückweit rauszuziehen, denn er erwiderte, dass der Präsident aufgrund der Gewaltenteilung in der US Verfassung gar keinen Einfluß auf das Gerichtsverfahren nehmen könne. Er sagte, dass die Frage, ob die Männer der Amistad unter Verletzung des Vertrags versklavt worden seien, doch offen sei.
Und diese Regierung würde sich mit großem Widerwillen zu einem Tribunal erheben, um solche Fragen zwischen 2 befreundeten Souveränen zu untersuchen. Sprich, wir haben Gewaltenteilung, wenn ihr was untereinander zu klären habt, Spanien und Großbritannien, dann seid ihr herzlich eingeladen das zu klären, aber ohne uns. Er merkte an, dass die Fakten berücksichtigt werden könnten, sobald sie feststünden.
Und er schlug vor, dass die Afrikaner nach Kuba zurückgeschickt würden, wenn der Gerichtshof die spanischen Eigentumsrechte anerkennen würde. Und dann könnten Großbritannien und Spanien ihre rechts und vertragsfragen ganz gemütlich eben zu zweit klären. Wie ihr schon merkt, dieser Rechtsfall bot gerade zur damaligen Zeit nicht nur Zündstoff innerhalb der USA, die sich auch mit großen Schritten schon eben auf einen Bürgerkrieg zubewegten, sondern auch zwischen anderen Ländern Europas. Die Spanier behaupteten, dass nur ein spanisches Gericht für den Fall zuständig sein könnte.
Der Minister Agahiz erklärte, Ich verstehe in der Tat nicht, wie ein ausländisches Gericht für zuständig gehalten werden kann, ein Vergehen zur Kenntnis zu nehmen, das an Bord eines spanischen Schiffes. Von spanischen Untertanen gegen spanische Untertanen in den Gewässern eines spanischen Territoriums begangen wurde. Denn es wurde an den Küsten der Insel Kuba begangen und unter der Flagge der Nation Spanien.
Der spanische Minister stellte außerdem fest, dass sie vor kurzem amerikanische Matrosen ausgeliefert hatten, die zur Besatzung des amerikanischen Schiffes William Anx gehört hätten. Die hatten sich auf Antrag ihres Kapitäns und des amerikanischen Konsuls vor Gericht gestellt und waren in Spanien verurteilt worden.
Allerdings hatten andere amerikanische Matrosen protestiert und als der amerikanische Botschafter dann am 20 März 1839, die Angelegenheit bei den Spaniern zur Sprache brachte, entschied die spanische Krone, die amerikanischen Matrosen dem Konsul zur Verfügung zu stellen, damit die US Amerikanische Gerichtsbarkeit sich um den ganzen Fall kümmern konnte. Und die Spanier fragten dann natürlich, wie Amerika denn jetzt, dass die Auslieferung der Matrosen eines amerikanischen Schiffes verlangt hatte.
Jetzt den Verlangen konnten, dass sie irgendwie entscheiden durften, ob dieser Afrikaner denn jetzt wirklich frei sind. Sie vertraten weiterhin die Ansicht, dass Kuba ebenso wie Amerika die Einfuhr afrikanischer Sklaven beendet, aber eine legale einheimische Bevölkerung beibehalten hatte und deshalb plagte, den spanischen Gerichten zu entscheiden, ob die fraglichen Sklaven nach spanischem Recht.
Legale oder illegale Sklaven waren, aber niemals könne dieses Recht einem fremden Land zustehen. Das macht es natürlich auch einfach. Das heißt nämlich so viel wie, ganz ehrlich, lass mich mal meinen eigenen Kram machen und ansonsten lass mich bitte in Ruhe, ja. Und das machten die Spanier auch noch mal extrem deutlich. Die Spanier behaupteten nämlich, dass selbst wenn man glaubte, dass die Afrikaner als Sklaven gehalten wurden, dies eine Verletzung der spanischen Gesetze sei und die spanische Regierung, die so gewissenhaft wie jeder andere ist, was die strikte Einhaltung der Verbote angeht, die sie ihren Untertanen auferlegt, oder der Freiheiten, die sie ihnen gewährt, wird denjenigen von ihnen, die ihre
Pflichten nicht erfüllen, streng bestrafen, auch wieder ein ganz klares Ich kümmere mich mal um meinen Kram, kümmere du dich um deinen Kram. Was scheren mich schon meine Verträge und Vereinbarungen, die ich gestern geschlossen habe. Am 7. Januar 1840 erschienen alle Parteien, darunter auch der spanische Minister als Vertreter von Ruiz und Montess vor dem US Bezirksgericht für den Bezirk Connecticut und trugen ihre Argumente vor.
Das Hauptargument der Abulitionisten vor dem Bezirksgericht war, dass ein Vertrag zwischen Großbritannien und Spanien aus dem Jahr 1817 und eine anschließende Erklärung der spanischen Regierung, den Sklavenhandel über den Atlantik verboten hatte. Sie wiesen nach, dass die Sklaven in Afrika gefangen genommen im April.
An einen portugiesischen Händler in Lomboko südlich von Freetown verkauft und auf einem portugiesischen Schiff illegal nach Havanna gebracht worden waren. Die Afrikaner waren Opfer einer illegalen Entführung und daher, so argumentierten die Abolitionisten, keine Sklaven, sondern frei, um nach Afrika zurückzukehren.
Ihre Papiere wiesen sie fälschlicherweise als Sklaven aus, die sich bereits vor 20 in Kuba aufgehalten hatten, so dass sie dort als Sklaven geboren galten. Sie behaupteten, dass die Regierungsbeamten in Kuba solche falschen Klassifizierungen duldeten. In dem Moment, wo die Männer keine Sklaven mehr sind, ist natürlich auch die Tötung der Männer an Bord.
Des Schiffes auf einmal keine Meuterei mehr oder sonst irgendwas, sondern es ist im Endeffekt deine eigene Befreiung, denn jemand betreibt gerade Freiheitsberaubung, das heißt, das verändert natürlich auch sofort wieder die Situation im Hinblick auf die Opfer, die diese in Anführungsstrichen, Meuterei oder dieser Aufstand an Bord gekostet hat.
Aus Sorge um die Beziehungen zu Spanien und seine Aussicht auf eine Wiederwahl im Süden der USA schlug sich US-Präsident Martin van Buuren, ein Demokrat, auf die Seite der Spanier. Er beorderte den Schoner USS Grampus in den Hafen von New Haven, um die Afrikaner sofort nach einer positiven Entscheidung nach Kuba zurückzubringen, bevor über etwaige Einsprüche entschieden werden konnte.
Das Bezirksgericht unter der Leitung von Richter Andrew T. Judsen entschied aber zugunsten der Abolitionisten und der Position der Afrikaner im Januar. 1840 ordnete er an, dass die Afrikaner von der US-Regierung in ihre Heimat zurückgeschickt werden und dass ein Drittel der Amistat und ihrer Ladung an Leutnant Jedney als Bergungsgut übergeben werden sollten. Die Bundesregierung hatte 1808, den Sklavenhandel zwischen den USA und anderen Ländern verboten. 118 118 Erlassenes Gesetz, das 1819 geändert wurde, sah die Rückgabe aller illegal gehandelten Sklaven vor.
Der persönliche Sklave des Kapitäns Antonio der wurde aber zum rechtmäßigen Eigentum der Erben des Kapitäns erklärt und dann nach Kuba zurückbeordert. Es gibt allerdings Quellen, die besagen, dass er mit Hilfe von Abolitionisten nach Kanada geflohen sein soll. Der US Staatsanwalt für Connecticut ging auf Anordnung von Präsident van Buuren sofort in der nächsten Instanz in Berufung.
Erfocht die Entscheidung des Bezirksgerichts in allen Punkten an, mit Ausnahme des Zugeständnisses des Sklaven Antonio an den spanischen Vizekonsolen im Namen der Erben des Kapitäns. Ruiz und Montes sowie die Eigentümer des Schiffes legten keine Berufung ein. Das Berufungsgericht bestätigte aber die Entscheidung des Bezirksgerichtes schon im April 1840 und daraufhin legte dann der US Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof der USA nochmal Berufung gegen die erneute Entscheidung zugunsten der afrikanischen Gefangenen ein. Am 23.
Februar achtzehnhunderteinundvierzig das sind jetzt schon anderthalb Jahre, seitdem das Schiff in Havanna am Anfang unserer Geschichte losgefahren ist, eröffnete Generalstaatsanwalt Henry D. Gilpin die mündliche Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof. Gilpin legte zunächst die Amistatapiere als Beweise vor, aus denen hervorging, dass die Afrikaner spanisches Eigentum waren und argumentierte, dass der Gerichtshof nicht befugt sei, die Gültigkeit der Dokumente abzulehnen.
Wenn die Afrikaner Sklaven waren, wie in den Dokumenten angegeben, müßten sie an ihren rechtmäßigen Eigentümer, nämlich die spanische Regierung, zurückgegeben werden, so Gilpin. Seine Argumentation dauerte 2 Stunden. John Quincy Adams, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten und zu dieser Zeit Abgeordneter für Massachusetts, hatte sich bereit erklärt, für die Afrikaner zu argumentieren.
Aber als er an der Reihe war, sagte er, er fühlte sich schlecht vorbereitet und an seine Stelle trat dann zunächst Roger Sherman Baldwin, der die Gefangenen bereits in den unteren Instanzen vertreten hatte. Baldwin, ziemlich prominenter Anwalt damals, behauptete, dass die spanische Regierung versuche, den Obersten Gerichtshof zu manipulieren, um die Flüchtlinge zurückzubringen.
Er argumentierte, dass die spanische Regierung versuche, Sklaven, die vom County Court freigelassen worden waren, zurückgeben zu lassen, ohne die Tatsache anzufechten, dass sie freigelassen worden waren. Also er sagte, nee, ihr verlangt die Herausgabe von Sklaven, aber ihr Fechtet überhaupt nicht an, dass wir gesagt haben, dass es keine Sklaven sind.
Mhm Baldwin sprach am 22. Und 23. Februar insgesamt etwa 4 Stunden lang über alle Fakten des Falles und am 24 Februar ergriff John Quincy Adams das Wort. Er erinnerte das Gericht daran, dass es Teil der Judikative und nicht der Exekutive sei, unter Vorlage von Kopien der Korrespondenz zwischen der spanischen Regierung und dem US Außenminister kritisierte er Präsident van Buuren dafür, dass er sich in diesem Fall verfassungswidrige Befugnisse angemaßt hatte. Hier ein kleines Zitat aus der Argumentation von Adams. Diesen Rückblick auf das gesamte Vorgehen der Exekutive habe ich mit größter Mühe gemacht, weil es notwendig war, ihn dem Gericht in vollem Umfang vorzulegen, um zu zeigen, dass der Kurs durchweg nicht von der
Gerechtigkeit, sondern von der Sympathie diktiert wurde, und zwar von einer Höchstparteiischen und ungerechten Sympathie. Und diese Sympathie herrschte bei allen an dieser Angelegenheit beteiligten Personen in einem solchen Maße vor, dass sie ihr Denken in Bezug auf die heiligsten Grundsätze des Rechts und der Gerechtigkeit, auf denen die Freiheiten der Vereinigten Staaten beruhen, verdreht haben. Auch da sind schon dann sehr, sehr deutliche Worte gesprochen. Es ist halt bei sowas wie einem Obersten Gerichtshof werden natürlich Dinge in vernünftige und ordentliche Worte gekleidet, aber das ist eigentlich schon sehr, sehr, sehr extrem harter Vorwurf, der da ausgesprochen wurde, vor allem dann gegen den Politiker, der das höchste Amt
in deinem Land enthält. Generalstaatsanwalt Gilpin schloss die mündliche Verhandlung mit einer dreistündigen Erwiderung am 2. März ab und das Gericht zog sich daraufhin zur Beratung zurück. Am 9. März verkündete der stellvertretende Richter Joseph Storey die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.
Die Afrikaner waren keine Kriminellen, wie die US Staatsanwaltschaft argumentierte, sondern unrechtmäßig entführt und mit Gewalt und zu Unrecht an Bord eines bestimmten Schiffes gebracht wurden. Die von Generalstaatsanwalt Gilpen vorgelegten Dokumente waren nach Auffassung des Gerichts kein Beweis für Eigentum, sondern für Betrug seitens der spanischen Regierung. Hier auch noch einige Zitate aus der Urteilsbegründung, die ich aber nicht nur übersetzt, sondern auch n gutes Stück abgeändert habe, weil sie einfach Worte enthält, die heute keinen Platz mehr in unserer Sprache haben und auch nicht haben sollten.
Es ist auch eine sehr wichtige Überlegung im vorliegenden Fall, die nicht aus den Augen verloren werden sollte, dass wenn man annimmt, dass diese afrikanischen Männer und Frauen keine Sklaven, sondern entführte und freie Menschen sind, der Vertrag mit Spanien für sie nicht verbindlich sein kann. Und die Vereinigten Staaten verpflichtet sind, ihre Rechte genauso zu respektieren wie die der spanischen Untertanen.
Insgesamt sind wir der Meinung, dass das Urteil des Bezirksgerichts, das das Urteil des Landgerichts bestätigt, erneut zu bestätigen ist. Mit Ausnahme der Anordnung, die betroffenen Männer und Frauen dem Präsidenten zu übergeben, damit sie gemäß dem Gesetz vom 3. März 1819 nach Afrika transportiert werden.
In diesem Punkt ist es aufzuheben und die besagten Menschen sind für frei zu erklären, aus der Obhut des Gerichts zu entlassen und unverzüglich auszuführen. Also das einzige was revidiert wurde, war die Entscheidung, dass die Regierung der USA für den Rücktransport der Männer nach Afrika verantwortlich ist. Trotzdem begrüßten die Afrikaner natürlich die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs mit großer, großer Freude. Unterstützer der Abolitionisten brachten die Überlebenden 36 Männer und Jungen sowie eben auch die 3 Mädchen nach Farmington, das ist ein Dorf, das als Grand Central Station der Underground Railroad galt.
Die Underground Railroad war eine Untergrundorganisation, die vielen Sklaven zur Flucht verholfen hat und die sicherlich auch mal ne ganz, ganz eigene Folge. Das Amistat Komitee unterrichtete die Afrikaner in Englisch und im Christentum und sammelte Geld, um ihre Heimreise zu finanzieren. Ein Missionar war ein Mann namens James Steel 1841 schloss er sich der Amistan Mission an, die befreite Sklaven nach Afrika zurückbrachte und dort halt eben die Mission aufbauen wollte. Er fand aber 1 ziemlich schnell heraus, nämlich dass die Gefangene der Amistad mehreren verschiedenen Stämmen angehörten, von denen sich einige im Krieg miteinander befanden.
Alle Häuptlinge dieser Stämme waren Sklavenhändler und nach ihrem eigenen Recht befugt, freigelassene Personen erneut zu versklaven. Und diese Erkenntnisse führten zu dem Entschluss, dass die Mission in Sierra Leone unter dem Schutz der Briten beginnen musste. Zusammen mit mehreren Missionaren kehrten 1842 die Überlebenden 35 Afrikaner der Amestat nach Sierra Leone zurück. Die anderen waren auf See oder in der Erwartung des Gerichtsverfahrens gestorben.
Und mit der Rückkehr der versklavten Afrikaner auf ihren Heimatkontinent endet dann auch die heutige Geschichte über einen Vorfall, der insbesondere durch seine rechtlichen Folgen so viel Aufmerksamkeit erregt hat. Die gespaltenen Meinungen über die Urteile der verschiedenen Instanzen haben im aufgeheizten politischen Klima der damaligen USA zumindest sicherlich nicht zur Entspannung beigetragen.
So dass die Prozesse halt eben zu den sehr vielen Faktoren gezählt werden, die am Ende den Bürgerkrieg und auch das Ende der Sklaverei in den USA mit sich brachten. Ja, richtig. Wahrscheinlich wird der ein oder andere in der Folge auch gedacht haben. Mensch, gab es nicht n Film, der so ähnlich heißt und der heißt nicht nur so ähnlich, der heißt nämlich Amestat, der kommt irgendwann aus den Neunzigern von Steven Spielberg und behandelt genau diese Geschichte.
Wenn auch an einigen Stellen n bisschen abgewandelt und etwa und juristisch etwas weniger trocken. Das kann ich mir vorstellen, wobei ihr gerade das juristische hier natürlich alles andere als uninteressant. Ist nee, das ist so und es ist auch spannend, dass eben so viele internationale Parteien sich da direkt zu diesem Fall zu Wort gemeldet haben, was natürlich auch noch mal dazu geführt hat, dass so ein ganzes Verfahren extrem in die Länge gezogen wird und die Publicity verselbstständigt sich dann irgendwann, es wird größer und größer und.
Größer, richtig, ich habe ganz zu Anfang deiner Folge so ein bisschen innerlich schmunzeln, würde ich nicht sagen, aufgrund der Tatsache, dass es ein grimmes Thema ist. Aber so ein bisschen einfach denken müssen ist. Komisch, weil gerade dadurch, dass ich Urlaub hatte, hab ich natürlich sehr unabhängig von dir geschrieben, aber ich hab natürlich meine Folge für die nächste Woche fertig und ihr da draußen und auch du werdet feststellen, warum ich mich gerade am Anfang so gewundert habe, weil manchmal ist die Synchronität der Geister doch sehr erschreckend.
Oha. Nichtsdestotrotz möchte ich dir danken dafür, für das Thema und ja, wenn es euch so gut gefallen hat wie mir, dann bleibt euch jetzt loszulaufen, mal auf den Knopf zu hauen, der Sterne vergibt und und somit welche schenkt oder einfach mal n Kommentar zu hinterlassen oder was ihr nach wie vor könnt. Deutschen Podcast Preis für uns abzustimmen und in der nächsten Woche sehen wir wieder für euch da und bis dahin verbleiben wir mit dem einen Wort, das die Folge immer ausklingen lässt. Tschüss.
Was? Reisende.