Wissensreisende

WR140 - 15 schreckliche Jahre gestrandet auf der Sandinsel

Freitag, 17. Mai 2024 · 38 min

MP3

Shownotes

Das französische Schiff L’Utile verlässt am 17. November 1760 den Hafen von Bayonne. Bald schon wird dieses Handelsschiff trotz eines Verbots Sklaven an Bord nehmen um diese illegal zu schmuggeln. Als das Schiff auf ein Riff läuft beginnt ein Martyrium, das für einige bedeuten wird, das sie fast anderthalb Jahrzehnte verschollen sein werden...
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#L'Utile #Sklaverei #Tromelin #Frühe Neuzeit #Westeuropa #Subsahara

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Bitte geben Sie Ihre Koordinaten ein. Siebentausendfünfhundertfünfzig Kilometer Ost 79 Jahre in die Vergangenheit. Was? Reisende. Willkommen, liebe mitreisende, es ist Freitag, es ist wieder Zeit für eine neue Folge bei den Wissensreisenden. Ich guck hier gerade aus dem Fenster, sehe irgendwie während wir aufnehmen, ist es ganz schön grau draußen und ich hoffe, dass einfach, wenn ihr das hört, das Wetter bei euch gerade besser ist.

Und das hoffen wir beide. Wir, die wir hier schon im Cockpit vom Raumzeit Schiff bereits sitzen, sind wie jede Woche der Chris. Hallo ihr Lieben. Und mein Name ist Jan. Ihr kennt uns beide ja schon und ihr wisst auch, nachdem ich mich jetzt fast um Kopf und Kragen geredet habe, übergebe ich schnell den mikrofontechnischen Staffelstab an den Chris, damit er das für den Rest der Folge.

Besser macht und. Gleich klarstellen das Fenster, das Jan gerade erwähnt hat, war der Zustand des Fensters. Bevor wir Losgeflogen sind. Denn jetzt, wo wir hier gerade angekommen sind, sehen wir eigentlich recht schönes Wetter und wir sehen auch schönes Wasser, denn die französische Flut le Téle verlässt am 17 November 1760 den Hafen von Bayonne und wir sehen Sie hier gerade Richtung Horizontsegeln und das gibt mir gleich mal den Anlass, eine Frage zu stellen, was ist eigentlich eine Flöte? Ich würd sagen, das ist eine ein Schiffstyp. Soweit so richtig und mehr.

Kann ich dazu eigentlich gerade nicht sagen. Das ist gut, denn ich hab extra ein bisschen was dazu mitgebracht. Die Flut oder auch Flöte, wie sie im Deutschen heißt, ist ein nordischer Schiffstyp. Er stammt ursprünglich aus den Niederlanden und ist unter anderem unter dem Namen Flöte, Flöht, Flöht, Fliete oder Vlite bekannt geworden. Nach der Kogge wurde sie zum zweiten Exportschlager der Nordischen Schiffsbaukunst und wurde bald bis in den Mittelmeerraum eine sehr beliebte Bauform. Dieser Typ Schiff ist ein dreimastiges Handelsschiff mit großer Ladefähigkeit bei geringem Tiefgang im Goldenen Zeitalter der Niederlande im 17 Jahrhundert wurde sie zum dominierenden Handelsschiffstypen. Diese Schiffe waren perfekt für

den Transport von Massenfrachten geeignet, dabei ließen floeten sich nicht nur leichter segeln als die bis dato beliebte Galeone, sondern sie benötigte auch deutlich weniger Besatzungsmitglieder als vergleichbare Schiffstypen. Reines Handelsschiff war die Flöte streng nach ökonomischen Gesichtspunkten konstruiert und verzichtete zugunsten der günstigen Herstellungskosten auf nahezu alle Elemente, die der Repräsentation oder Militärzwecken dienten.

Sie hatte nur ganz gering verzierte Aufbauten am Book und am Heck, und im Gegensatz zu den in dieser Zeit üblichen Charaken und Galeonen wurde zugunsten der Ladekapazität auch komplett auf ein durchgehendes Mitteldeck verzichtet, das Schiff war also im Grunde ein großes mobiles Lagerhaus. Die erste bekannte Floite lief 1595 in der Stadt Horn in den Niederlanden vom Stapel. Der Schiffstyp wurde dann erst im 18 Jahrhundert durch den Schiffstyp der Galliot abgelöst.

1760 also das Jahr, in dem wir uns jetzt gerade befinden. Da war die Blütezeit der Floten eigentlich schon vorüber, aber natürlich fuhren noch sehr viele dieser Schiffe im alltäglichen Dienst. Die Lieute Hill wurde von der Compagnie Francaise Pore Commerce des Indéorientals ausgerüstet und auf ihre Reise geschickt, also von der Französischen Ostindien Kompanie.

Ja, auch Frankreich hatte eine Ostindien Kompanie. Ah, gab S ja so mehrere. Richtig, und dieses Unternehmen war nach dem Vorbild der Niederländischen Ostindien Kompanie geschaffen worden und es war eine aktienbasierte Handelskompanie des 17 und 18 Jahrhunderts. Sie hatte von Seiten der französischen Krone eine ganze Reihe von Rechten erhalten, die den Seehandel zwischen Frankreich und Asien betrafen. Diese Privilegien wurden erstmals am 27 August 1664 von Ludwig auf Initiative des französischen Finanzministers Jean Baptiste Colbert erteilt, sie umfassten unter anderem das Monopol auf den Handel, das Besitzrecht auf eroberte Gebiete, das Recht zur Ausrüstung von Handels und Kriegsschiffen und zur

Aufstellung eigener Truppen, dazu kam das Recht zum Schlagen eigener Münzen sowie eine eigene Gerichtsbarkeit. Im Grunde hatte diese Handelsgesellschaft also im Endeffekt fast alles, was einen souveränen Staat ausmacht. Das war ja auch bei den anderen Handelskompanien so, also bei den sowohl bei den Briten als auch bei den Niederländern.

Und das sind einfach Unternehmen, die irgendwann eine eine Macht hatten, die unfassbar viele Staaten. Irgendwie so n Cyberpunk Gedanke, der aber einfach. Noch keine Technik hatte in dem Sinne, wie wir das heute mit Cyberpunk verbinden. Geographisch erstreckte sich das Interessengebiet der Kompanie bei ihrer Gründung auf die Küsten Afrikas, Madagaskar und die nahe gelagerten Inseln wie Réonion, die Küsten der arabischen Halbinsel und Indiens, die Inseln Südostasiens sowie China und Japan.

Gewinne erwirtschaftete die Gesellschaft vorwiegend durch die Einfuhr von außereuropäischen Genußmitteln wie Gewürzen, Tee und Kaffee, von pflanzlichen Arzneistoffen, aber auch von Bedrucktem, Tuchen, Porzellan und Seide. Also alles, was es so geben kann. Im Verlauf ihrer bis in die zweite Hälfte des 18 Jahrhunderts dauernden Handelstätigkeit wurden einzelne Gebiete aufgegeben, wie etwa Madagaskar zugunsten der Mascaren, während andere überseeische Besitzungen wie Louisiana und Saint Roman zwischenzeitlichen zukamen.

Lily Till hatte eine stattliche Reise vor sich. Sie brauchte 47 Tage, also etwa 5 Monate, um Paul Louis auf der Il France, dem heutigen Mauritius, zu erreichen. Dort nahm sie die erforderlichen Vorräte für die weitere Reise an Bord. Und hier bekamen sie dann auch gleich den nächsten Auftrag. Sie wurde nach Madagaskar geschickt, um Nachschub für die Kolonie auf der ILE France zu holen. Die Ware, die hier an Bord genommen werden sollte, war nicht klar definiert, aber es wurde ganz genau bestimmt, welche Waren nicht transportiert werden sollten. Kannst du dir vorstellen was das für waren waren? Es war die wahre Mensch.

Dem Kapitän wurde explizit verboten, Sklaven zu kaufen und da steht natürlich gleich die nächste Frage im Raum, warum nicht, hatten die Franzosen den Sklavenhandel einfach schon aufgegeben oder gar nichts damit zu tun oder was waren das für Gründe und im Grunde war es das letztere, man befürchtete auf der ILE France schlicht und ergreifend eine Nahrungsmittelknappheit, wenn zu schnell zu viele Menschen versorgt werden müssten, also in anderen Worten, sie brauchten erst wenige Sklaven um genug Nahrungsmittel zu erzeugen, um sich dann mehr Sklaven leisten zu können.

Zu dem Thema Sklaverei hatte Frankreich eigentlich schon recht früh eine recht fortschrittliche Haltung entwickelt. Per Edikt vom 3. Juli 1315 hatte König Ludwig der 10. Verfügt, das mit Betreten französischen Bodens jeder Status der persönlichen Unfreiheit auf der Stelle zu enden hatte, dementsprechend es gab dann schon mal eine klare, eine klare Ansage, es gibt hier keine Sklaven, das schon 1315.

Somit war.de facto die Sklaverei schon im 14. Jahrhundert verboten worden. Dieses Verbot umfasste jedoch nicht französische Kolonien Mitte des 17. Jahrhunderts stieg Frankreich dann auch groß in den internationalen Sklavenhandel ein, ihre Handelsstützpunkte dafür befanden sich in Senegal, réunion und Guadeloupe und durch dieses durch und durch verwerfliche Geschäft hatten sie auch bald sehr große Profite zu verzeichnen, insbesondere die Städte Nantes und Bordeaux verdanken ihren wirtschaftlichen Aufstieg dem französischen Sklavenhandel.

Sklaven, die auf den französischen Markt gelangten, wurden in den überseeischen Kolonien eingesetzt. So gelangten von Fünfzehnhundert bis Achtzehnhundertachtzig circa 1,6 Millionen afrikanische Sklaven auf die französischen Artillen. Ludwig der 14 erließ 1685 den Code noir, einen bis 1848 gültiges Gesetzwerk, das die Beziehung zwischen Sklavenhaltern und Sklaven umfassend regelte. Zur Zeit der Reise Lie Till war im Prinzip der Sklavenhandel, also nicht nur geduldet, sondern sogar mit einer Rechtsgrundlage versehen.

Das lokale Verbot war lediglich eine vorübergehende Maßnahme, um die eigenen Landsleute in ihrer Versorgung zu sichern. Aber der Kapitän der Étilla FARC scherte sich nicht um dieses Verbot. Hier galt es, Geld zu verdienen. Die Gelegenheit wollte er sich einfach nicht entgehen lassen, schließlich waren Sklaven das lukrativste Handelsgut, es erkannte. Bevor ich mit der eigentlichen Geschichte weitermache, möchte ich eben noch den Exkurs zum französischen Sklavenhandel abschließen, denn er geht noch eine ganze Weile weiter. Die erste große Änderung kam 1777 am 9. August untersagte Ludwig XX mittels der declaration du Roi pour la policedenoire.de facto die Einfuhr von Sklaven in das französische Mutterland, die

Deklaration hinsichtlich des Umgangs mit schwarzem Bestimmtem das in Übersee wohnhafte Weiße bei der Einreise nach Frankreich keine, so Stand s dann hinterher in dem Edikt drin, schwarzen Mulatten oder sonstigen Farbigen dort. Als jean.de Coeur mit sich führen dürften. Solche Personen mussten in speziell gesicherten Unterkünften, sogenannten Depots, die wieder Ausreise ihres Herren abwarten und durften währenddessen möglichst keinen Kontakt mit der französischen Bevölkerung unterhalten. Also man musste sie quasi wegschließen, sozusagen also in das Schließfach legen.

Diese neue Verfügung hatte also nichts mit Rechten zu tun, die den versklavten Menschen zugute kam. Es ging lediglich darum, keine weiteren Sklaven ins Land zu lassen und sie möglichst von der eigenen Bevölkerung fernzuhalten. Erstmals vollständig abgeschafft wurde die Sklaverei während der französischen Revolution durch den Nationalkonvent am 4. Februar 1794, und zwar nicht nur im Mutterland, sondern auch in den Kolonien.

Leider war das aber nicht das Ende der Sklaverei in Frankreich, denn in seiner Eigenschaft als erster Konsul widerrief Napoleon Bonapartis Sklavenbefreiung am 20 Mai 1802. Er entsandte Truppen in die französische. Nissan Doming das heutige Haiti um den dortigen Freiheitskampf der Sklaven um Toussaint Le Virtue niederzuschlagen.

Endgültig abgeschafft wurde die Sklaverei in Frankreich erst auf Initiative von Victor Chelair in der zweiten französischen Republik am 27 April 1848. Ab jetzt bleiben wir aber bei jandla Farc und der Fahrtanalytille. Er lief fort, PIN an einen Hafen im Nordosten Madagaskars, der heute unter dem Namen Mahavelona zu finden ist.

In diesem Hafen nahm er auf eigene Rechnung 160 Sklaven an Bord. Sein Plan sah vor, diese dann diskret auf der Insel mit dem Namen Rodriguez, die heute zu Mauritius gehört, anlanden zu wollen. Dazu wählte der Kapitän, der natürlich nicht erwischt werden wollte, eine ungewöhnliche und unsichere Rute.

Auf dieser Route war die Wahrscheinlichkeit, anderen Schiffen zu begegnen, einfach sehr gering, schließlich gab es schon recht gute Seekarten und die schnellsten und sichersten Routen waren schon wohlbekannt und nur selten wichen Handelsschiffe von diesen Routen ab. Bei Einbruch der Dunkelheit am 31 Juli 1761 schautejoint.de la Farque in seinem Quartier zwischen 2 verschiedenen Karten hin und her. Er hatte es eilig, aber er hatte auch ein echtes Problem. Und das lag vor ihm, denn sein Problem lag in diesen 2 Karten von genau demselben Gebiet des Indischen Ozeans, die Halt an Bord mit führte.

Leider jedoch widersprachen sich diese Karten genau für das Seegebiet, in dem sie sich jetzt gerade befanden, gegenseitig großartig, und das war natürlich alles andere als hilfreich, er steckte in einem echten Dilemma und schließlich wurde ihm klar, dass er in den Karten keine Antworten finden würde, ohne eine genaue und verlässliche Karte musste er sich allein aus seinen Glück und seine Erfahrungen verlassen.

In Anbetracht dessen wäre es sicherlich klug gewesen, langsamer zu fahren oder vielleicht erstmal zu warten, bis die Sonne aufging, damit man sich eventuell zumindest irgendwie optisch so n bißchen orientieren konnte. Aber Zeit war ein Luxus, den sich Kapitän Jean nicht leisten wollte und sich vielleicht auch nicht leisten konnte.

Das Schiff sollte schließlich in ein paar Tagen wieder die Air France anlaufen, aber der Kapitän hatte ja noch diesen einen weiteren Halt vor sich, von dem nur er und seine Mannschaft wußten und auch nur wissen durften. Ihre Bezahlung für das Rindfleisch und den Reis, den sie zur Kolonie bringen würden, sollte bereits eine hübsche Summe einbringen. Aber Kapitän Gendar Farce wollte sich die Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen.

Es gab einfach viel zu viel zu verdienen und da konnte er nicht widerstehen. Unter Deck seines Schiffes waren jetzt also 160 Männer, Frauen und Kinder, die er verkaufen wollte. Hauptsächlich waren diese Menschen Ureinwohner Madagaskars, und zwar aus dem hügeligen Bergland. Sie waren im großen Frachtraum eingesperrt, der allerdings neben der eigentlichen Ladung nicht viel Platz und auch keinerlei Annehmlichkeiten bot.

Von dem Moment an, in dem die versklavten Menschen 1761 an Bord gezwungen wurden, waren sie eine wertvolle Handelsware und neben den sowieso hohen Gewinnspannen des Sklavenhandels konnte er sich auch noch höhere Gewinne erhoffen, weil ja der Gouverneur der Il France aktuell ein Verbot auf diese Art von Aktivitäten angeordnet hatte. Aber deshalb war die Reise eben nicht nur lukrativ, sondern auch höchst illegal.

Erkannt werden, welches Nebengeschäft sie betrieben, warteten drakonische Strafen auf den Kapitän und seine Männer. Während Lafarg immer noch versuchte herauszufinden, wo sich sein Schiff eigentlich genau befand, war die Besatzung damit beschäftigt, seine Befehle auszuführen, um das Schiff wie geplant weiterfahren zu lassen. Denn in seinen Augen war es keine Option, auf das Tageslicht zu warten.

Wäre er jedoch nur ein bißchen geduldiger gewesen und hätte zumindest bis zum ersten Licht gewartet, hätte er die winzige Insel, die direkt im Weg seines Schiffes lag, höchstwahrscheinlich rechtzeitig bemerkt. Und es wäre auch gar nicht so sehr die Insel gewesen, die ihn alarmiert hätte, sondern vielmehr das Riff, das direkt unter der Oberfläche des Gewässers lauerte und die ganze Insel umgab. Was das Entdecken der Insel und des Riffs zusätzlich erschwerte, war das Wetter.

Die See war in dieser Nacht nicht ruhig, es war stürmisch und das Meer war Kabelig und so kam es wie es kommen mußte. Noch bevor man den Navigationsfehler erahnen konnte, gab es nichts mehr, was verhindern konnte, dass das Schiff mit dem Riff kollidierte. Und diese Kollision war auch kein kleiner Lackschaden. Das Brutale Auflaufen auf das Riff war ein fataler Schlagwetterschiff die Hülle der Étile wurde aufgerissen und das Wasser flutete das Innere des Handelsschiffs innerhalb von Minuten.

Der Kapitän und die meisten seiner Mannschaft verließen das Schiff und schwammen in die vermeintliche Sicherheit, die die naheliegende Insel bot. Aber nicht alle hatten Glück und so wurden 18 der Männer im Sturm aufs Meer hinausgetrieben und ertranken dort. Diejenigen, die entkommen konnten, taten dies tatsächlich durch das Loch, dass das scharfkantige Riff geschaffen hatte.

Als das Schiff später endgültig sank, war fast die Hälfte der Sklaven, die noch immer im Frachtraum gefangen waren, noch an Bord und teilten somit das Schicksal der anderen Seeleute. Als die Sonne aufging, wurde das Ausmaß der mißlichen Lage zum erstenmal sichtbar. Mehr als Besatzungsmitglieder und zwischen 6080 der Sklaven schafften es zwar nach dem Untergang sicher an Land, unglücklicherweise aber waren sie auf einer Insel gestrandet, die zu dieser Zeit als Sandinsel bekannt war, als die Überlebenden im Morgengrauen endlich sehen konnten, wo sie sich befanden, mussten sie alle ein unmittelbares Gefühl des Grauens verspürt haben, denn diese kleine Insel war kein Neuland.

Diese Woche war unter den Seefahrern wohlbekannt und bekannt und auch berüchtigt. Die Insel, die heute den Namen Tremmelin trägt, ist so ziemlich der schlimmste Ort auf der Welt, auf dem man festsitzen kann. Sie wurde erstmals in den 20er Jahren von den Franzosen entdeckt und liegt etwa 300 Meilen nordwestlich der Insel La réunion und 280 Meilen östlich von Madagaskar, also im Grunde mitten im Nirgendwo des Indischen Ozeans. Die Insel war einst ein Vulkan, der über Millionen von Jahren, vielleicht auch länger, komplett erodiert ist. Die Insel hat eine Fläche von etwas weniger als einem Quadratkilometer.

Und damit hat sie die Fläche, die in etwa der Größe eines durchschnittlichen Stadtviertels entspricht. Aber das ist noch nicht alles, und eigentlich kommt es auch nicht mehr mehr, sondern nur noch weniger. Wenn man bedenkt, dass die Insel mal die Spitze eines Vulkans war, der sich vom Seeboden aus aufgetürmt hat, ist die Topologie wirklich bemerkenswert.

Der höchste Punkt der Insel liegt nur etwa 7 Meter über dem Meeresspiegel. Das für Schiffbrüchige ein Riesenproblem, denn diese sehr geringe Erhebung macht es unmöglich, Schiffe in der Ferne zu sehen. Jetzt könnte man sagen, gut, dann kletter ich halt auf nen Baum oder ich mach mir die Mühe den Baum erst zufällen und eine Art Hochsitz daraus zu bauen, es gibt aber.

Wahrscheinlich einfach gar nichts. Genau das gestaltet sich auf einer Insel ohne Bäume extrem schwer und der Name Sandinsel ist wortwörtlich zu verstehen. Das heißt, das ist ein kleines Stück Wüste mitten im Meer. Im Grunde, es gibt ein paar Grashalme und. Paar ganz vereinzelte Sträucher, aber nichts was höher als Knöchelhoch ist ungefähr und dementsprechend ist die Insel effektiv vegetationslos. Und dass so wenige Pflanzen gibt, gibt es natürlich auch nicht wirklich so viele Tiere, die da reichlich rumrennen. Es gibt zwar Fische in den Riffen und hin und wieder kommt durchaus auch mal irgendwie n Seevogel vorbei, der sich ausruht oder mal ne Schildkröte, aber letztendlich es gibt dort nicht viel und selbst das

Fischen in den Riffen ist gar nicht so einfach, weil die Riffe einfach wahnsinnig scharfkantig sind und du da nicht so einfach mal irgendwo drüber laufen kannst. Barfuß und Netze funktionieren auch nicht so gut. Das Wetter hier auf der Insel wird zwar als mildes, tropisches Klima eingestuft. Aber ohne Bäume oder irgendeine andere Form von Schattenspender sind die Temperaturen, die auf der Insel die meiste Zeit des Jahres herrschen, alles andere als mild. Tatsächlich sind im Juli und August die einzigen Monate, in denen die Durchschnittstemperaturen unter 27 Grad Celsius sinken, den Rest des Jahres brennt die Sonne auf der Insel und dazu ist es auch noch schwül. Ein tropisches Paradies ist Rom

melan also ganz sicher nicht. Aber es kommt noch schlimmer. Was rundet diesen schrecklichen Ort so richtig ab? Klar, die Tatsache, dass es auf der Insel keine Quelle gibt. Diese äußeren Umstände können einem ganz schön zu schaffen machen, das ist wohl klar. Aber für einen der Überlebenden schien die Lage besonders übel zu sein, zumindest aus deiner Sicht. Von dem Moment an, als Kapitän Jean mit dem Rest der Überlebenden auf der Insel angespült wurde. Wurde sein Verhalten immer unberechenbarer, der Stress und der Druck, die Sklaven illegal zu schmuggeln, war eh schon ganz schön an seine Nerven gegangen, aber jetzt war er mit seiner Mannschaft im Indischen Ozean verschollen und dazu noch auf der Sandinsel.

Und das bedeutete, dass er jetzt nicht nur nicht seinen großen Zahltag bekommen würde, sondern er war auch nicht mehr in der Lage, seine höchst illegalen Aktivitäten zu verbergen, zumindest falls er von der Insel gerettet werden würde. Und das war ein echt großes Falz. Kapitän Lafark würde sich dem französischen Gouverneur und dessen Muthmaßlich wirklich unangenehmen Fragen stellen müssen. Seine Sorgen wurden bald zur Paranoia und schließlich hatte seine Crew keine andere Wahl, als ihn von seinem Kommando zu entbinden.

Danach übernahm Oberleutnant Baryell Castellante Duvet das Kommando und begann sofort Maßnahmen zu befehlen, die ihr Überleben sichern sollten. In der ersten Zeit kurz nach dem Unglück sammelte die Crew alles vom Schiff auf, was an die Insel gespült wurde, während andere Seeleute zum Wrack schwammen und Vorräte holten, die sie noch aus dem Wrack bergen konnten.

Dadurch schafften sie es, eine beträchtliche Menge an Holz, Lebensmitteln und verschiedenen anderen Dingen zu horten, die nützlich sein könnten, das, was aber eigentlich oberste Priorität haben sollte, nämlich die Beschaffung von trinkbarem Süßwasser. Wurde jedoch erstmal völlig außer 8. Gelassen.

Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Und dabei wissen wir doch schon, das ist das Erste, worum du dich kümmern musst. Korrekt, die Besatzung hatte die volle Kontrolle über alle Lebensmittel und natürlich auch über das Wasser, da sie die Sklaven nicht als gleichwertig ansahen, gab es für sie zu Beginn ihre Tortur wenig Grund, sich irgendwie um sie zu kümmern. Das führte dazu, dass von den Unglücklichen aus Madagaskar schon in den ersten Tagen einige an Dehydrierten starben. Erst nach ihrem Tod befahl der neue Kapitän, einen Brunnen zu graben, um Wasser zu finden.

Sie mußten sich allerdings mit trübem Brackwasser zufriedengeben, richtig gutes Trinkwasser gab es auf dieser Insel einfach nicht, dafür ist jedoch aber zu klein. Die Franzosen teilten die Arbeiten, die auf der Insel anfielen, schließlich mehr oder weniger gleichberechtigt zwischen ihnen und den Sklaven auf.

So konnten überlebenswichtige Projekte umgesetzt werden, zum Beispiel der Bau eines Ofens zum Kochen und der Bau einer Schmiede zum Schmelzen von Metall, es wurden aber nur sehr wenige Lebensmittel und Wasser mit den Sklaven geteilt, die Besatzung errichtete sogar eine buchstäbliche Trennung zwischen ihnen, indem sie ein Lager am gegenüberliegenden Ende der Insel errichten ließen, in dem dann die Slawen wohnen mussten.

Aber der Unterschied zwischen den beiden Gruppen wurde niemals offensichtlicher als bei dem, was als nächstes folgen sollte. Denn die Franzosen hatten einen Plan entwickelt. So wurde jetzt begonnen, ein Schiff aus den Wrackteilen der Eutille zu bauen, hier ging es nicht einfach darum, eine Art Floß aus Schrottholz zu bauen, sondern ein richtiges Schiff, schließlich liegt die Sandinsel immer noch Hunderte von Meilen von anderen Inseln entfernt und man braucht schon etwas, was man navigieren kann. Als dieses neue kleine Gefährt tatsächlich fertig war, gaben sie dem neuen Schiff sogar einen Namen und tauften es auf den Namen Providence.

Am 27 September 1761 fast 2 Monate nach ihrer Strandung wurde die Providance beladen und verließ bald darauf Thomas. Aber an Bord waren nur die übrig gebliebenen Mitglieder der französischen Crew. Sie ließen alle überlebenden Sklaven mit dem Versprechen zurück, ein Schiff zu ihrer Rettung zu schicken. Oh Mann.

Nach 4 Tagen auf See kam die Providance in Madagaskar an. Während dieser Reise breitete sich jedoch eine Krankheit auf dem Schiff aus und tötete einige der Besatzungsmitglieder, darunter auch den ursprünglichen Kapitän Gendar FARC. Da damit der eine für alles Verantwortliche Kommandant tot war, wurde der aktuelle Befehlshaber, Oberleutnant Barel Castellan Duvet, vor den französischen Gouverneur gerufen. Duvi entschied sich, dem Gouverneur von ihrer illegalen Fracht zu berichten und auch von dem Versprechen, das sie den Sklaven gegeben hatten.

In seinen Augen war es unumgänglich, eine Rettungsmission auf den wegzubringen. Nur leider weigerte sich der Gouverneur jedesmal, wenn Kastellan darum bat, ein Schiff zur Insel zu senden. Zu dieser Zeit befand sich Frankreich im Siebenjährigen Krieg mit Großbritannien um die Weltherrschaft und es konnte auf kein einziges Schiff verzichtet werden.

Für Frankreich stand es gerade nicht gut zwar war es im Vorjahr gelungen, die britische Garnison von Quebec unter General James Murray in der Schlacht bei St. Vorzuschlagen, die folgende Belagerung Quebecs musste aber nach dem Eintreffen von Verstärkung für die Briten abgebrochen werden. Ein erneuter französischer Versuch, Verstärkung namens Montreal zu schicken, scheiterte mit der Vernichtung der hier vorgesehenen Schiffe im Gefecht auf dem Reste Gouchefluss am 8.

Juli 1760. Am 8. September kapitulierte dann noch Montreal vor General Amhorst. Am 29 September übernahm Major Robert Rogers Ford Detroit, die Eroberung der französischen Besitzungen in Nordamerika war damit für die Briten abgeschlossen. Jetzt 1761 sammelte Frankreich seine Kräfte, um im nächsten Jahr mit einem neuen Flottengeschwader die kanadischen Gebiete wieder zurückzuerobern, was aber schließlich nicht gelang. Die Tatsache, dass keine Schiffe entbehrt werden konnten, bedeutete, dass in den ersten Monaten, nachdem die Providence die Insel verlassen hatte, keine Hilfe für die armen Menschen kam, die immer noch auf der Sandinsel waren. Die Menschen dort Gruben inzwischen Gruben, die sie mit Korallensteinen befestigten, um

zumindest eine Art Unterschlupf zu haben. Und dass es besonders bitter, wenn man bedenkt, dass diese Strukturen, die, die da bauten, genau dem ähneln. Wie man in ihrer Heimat Friedhöfe anlegte. Oh. Das unterstreicht ironischerweise, dass sie hier einfach ihrem Schicksal überlassen wurden und quasi lebendig begraben waren.

Die gestrandeten Überlebenden stammten alle aus dem zentralen Hochland von Madagaskar, weit entfernt von der Küste, die das Land umgibt. Die Nahrungsbeschaffung in der Nähe des Ozeans war sehr anders als alles, was sie vom Landesinneren gewohnt waren. Klar, das ist n dschungeliges Land, du holst dir im Grunde ne Frucht von nem Baum, du kletterst irgendwo hoch um was zu essen zu haben, ja.

Und es gibt nichts zu hochklettern. Es gibt ne richtige. Das und die dramatisch wenigen Ressourcen, die Ihnen zur Verfügung standen, machten ihre Lage annähernd aussichtslos. Eine der wenigen Nahrungsquellen, die Ihnen zur Verfügung standen, waren die Schildkröten. Deren Verzehr galt allerdings in Madagaskar als absolutes Tabu. Trotzdem hielten die Vorbehalte gegen den Verzehr der Schildkröten verständlicherweise nicht lange an, denn der Hunger war groß und die Alternative wäre sicheres Verhungern gewesen.

Die Schildkröten machten aber dauerhaft nicht den Hauptteil ihrer Ernährung aus, ebenso wenig wie der Fisch. Obwohl es Hinweise darauf gab, dass die Menschen dort bald zu geschickten Fischern wurden. Die reichhaltigste Nahrungsquelle waren die Seevögel, die die Insel besuchten, obwohl sich die Gestrandeten schon früh um Nahrung, Wasser und Unterschlupf kümmerten und sich so weit, wie es irgendwie gegen anpassten, schrumpfte ihre Population.

Es ist nicht klar, ob dies an Krankheit oder Unterernährung lag, aber so oder so begannen die Menschen nicht lange. Nachdem die französische Besatzung die Insel verlassen hatte, zu sterben. Die Verzweiflung muß grenzenlos gewesen sein. Diese Menschen hatten so oder so schon unendliches Leid erdulden müssen, als sie aus ihren Dörfern entführt wurden und ihnen die Freiheit genommen wurde. Und jetzt saßen sie in dieser Sandhölle fest. Unter den übelsten Bedingungen.

Ihnen wurde schnell klar, dass sie etwas unternehmen mußten. Auf die Versprechen der Franzosen konnte man sich ganz offensichtlich nicht verlassen. Außerdem gab es für sie auf diesem Wege ja auch nur die Rückkehr in die Unfreiheit als Besitz ihrer französischen Herren, die sie dann als Arbeitssklaven verkaufen würden. Aber sie waren auch keine Seefahrer. Jegliche Erfahrung mit der Seefahrt stammten nur von ihrer Reise mit der Ytill und da waren sie größtenteils in Ketten unter Deck gewesen.

Irgendwann wird dann aber die Verzweiflung so groß, dass der einzige Weg ist, endlich zu handeln. So bauten sie jetzt ein großes Floß aus dem, was noch an Holz übrig war. Ein paar Erfahrungen im Schiffbau hatten sie sich beim Bau des Rettungsschiffs der Franzosen abschauen können, und es half ihnen jetzt, als das Floß bereit war, kletterten 18 der Menschen aus Madagaskar an Bord und paddelten von der Insel weg, sie taten dies in der Hoffnung, irgendwo andershin zu gelangen und Hilfe zu holen, um den Rest von ihnen zu retten. Aber aus den Monaten, die die Gruppe zurückgelassen gestrandet war, wurden langsam Jahre auf dieser kleinen, kargen Insel. Sie hatten weder von den Franzosen noch von ihren eigenen Leuten etwas gehört, vielleicht.

Hatten ja auch beide Gruppen da draußen auf See längst den Tod gefunden. Das konnten sie ja nicht wissen. Die Lage war aussichtslos und ihre Hoffnung begann zu schwinden nach. Jahren waren die meisten von ihnen gestorben, so dass nur noch 15 der ursprünglich 60 bis 80 Überlebenden übrig waren. Aber so sehr sie auch inzwischen dafür überzeugt waren, dass die Welt sie längst vergessen hatte, dachte noch jemand an sie. Und das war bei RAL castellan duvet er fühlte sich an das Versprechen, dass er den Sklaven gegeben hatte, gebunden, ihm war vollends bewusst, in was für einer Lage die zurückgelassenen Waren, und fest entschlossen, sie von der teuflischen Insel zu holen, nur konnte er das nicht,

ohne ein Schiff zu bekommen, und dafür mußte er sich wieder den Gouverneur wenden, der Gouverneur blieb jedoch weiter hartnäckig, und jedes Mal, wenn ein Brief von Castellan eintraf, reagierte er entweder gar nicht oder mit einer wütenden Absage. Castellerin beschränkte sich bald nicht mehr nur auf den Gouverneur, er hatte es auf jeden abgesehen, der irgendeinen politischen Einfluss hatte und eine Rettungsaktion für die Sklaven genehmigen konnte. Bald schon gingen seine Wünsche und Forderungen auch regelmäßig in Paris ein, seine Nörgelei wurde schließlich zu viel vereinende Adressaten, und dieser war kein Geringerer als der französische Marineminister 1772 11 Jahre nach dem Untergang der Lieutelle und 9 Jahre nach

dem Ende des Siebenjährigen Kriegs war Castelan endlicher erfolgreich. Der Marineminister stimmte zu, ein Schiff zur Rettung der Menschen auf der Insel zu entsenden. Barrel Castelain Duvé war überglücklich und glaubte nun daran, jetzt sehr bald den armen Gestrandeten endlich Hilfe schicken zu können und sie vielleicht retten zu können. Aber er musste erleben, dass das Wort eines Ministers zwar Gewicht hatte, aber dass es auch eine ganze Weile dauern kann, bis auf ein solches Wort auch Taten folgten. Leider ging die Vorbereitung für die Mission nur sehr langsam voran.

Was denkst du, wie viel Zeit ging nochmal ins Land, bevor die Rettungsmission begann? Wahrscheinlich nochmal 3 Jahre. Präzise. Es dauerte noch einmal 3 Jahre, bevor ein Schiff in Richtung der Sandinsel losfuhr, als dieses Schiff 1775 endlich losgeschickt wurde, schaffte es die Reise aber nur bis zum äußeren Rand des Riffs, das die Insel umgab, bevor es unverrichteter Dinge umkehrte.

Der Kapitän hatte entschieden, dass er seine Männer und sein Schiff nicht in tödliche Gefahr bringen wollte und für ihn existierte kein Weg durch das Riff. Duvet aber war sich sicher, dass es einen Weg geben musste, die Menschen zu retten und gaben noch einmal alles, um ein weiteres Schiff auf den wegzubringen.

Doch es dauerte nochmal ein weiteres Jahr, bis ein zweiter Rettungsversuch unternommen werden konnte. Das neue Schiff nahm eine andere Route und kam der Insel so nahe, wie es das Riff zuließ. Hier ankerte es dann und der Plan sah vor, mit einem Beiboot zur Insel zu gelangen und die Überlebenden zu bergen. Aber neues Unheil bahnte sich an. Das zu Wasser gelassene Beiboot wurde gegen das Riff geschleudert, zerbrach und warf die beiden Matrosen, die es befuhren, ins Meer.

Einer der Männer schwamm zurück zum Schiff, der andere Schwamm zur Küste und sah von dort aus verzweifelt zu, wie sein Schiff die Anker lichtete und ihn dort zurückließ. Doch er war hier nicht allein, denn tatsächlich gab es trotz aller Umstände immer noch Überlebende auf der Insel und der Seemann schaffte es dann schließlich, die Gestrandeten davon zu überzeugen, nochmal ein Floß zu bauen.

Der einzige Unterschied zwischen diesem Floß und dem, was mehr als ein Jahrzehnt zuvor gebaut worden war, bestand in den Segeln, weil es gab keinen Segelstoff mehr, aber was sie machten, war, sie bauten Federsegel, die aus Schwingen von Seevögeln hergestellt wurden. Als das Floß fertig war, schlossen sich dem Seemann 6 der Überlebenden an und das Floß trieb in den Indischen Ozean hinaus. Das Ziel war es, wieder eine Insel zu erreichen und Hilfe zu holen.

Doch der Fluch der Insel war noch nicht gebrochen. So nahm das Schicksal seinen Lauf und auch von diesem Floß und allen an Bord hörte man nie wieder irgendetwas. Die verbliebenen Menschen kehrten in ihre Einsamkeit zurück, als das Floß ablegte, und sie hatten damals noch kurz die Hoffnung, dass das Land erreichen könnte.

Aber im Laufe der Monate wurde klar, dass wieder niemand kommen würde, um sie zu retten. Schließlich mußten sich daran gewöhnt haben, dass Rettungsversuche jeder Art scheiterten. Und sie hatten wohl dann schlussendlich auch akzeptiert, dass sie die Sandinsel niemals verlassen würden. Aber alles änderte sich am November 1776 das Schiff Lardin erreichte die kleine Insel.

Sie stand unter dem Kommando von Kapitän Chevalier des Thomain. Ja genau jenem Kapitän, nachdem die Insel heute benannt ist. Das, was er und seine Besatzung hier vorfanden, war schockierend. Von den 60 bis 80 Menschen, die den Schiffbruch überlebt hatten, waren nur noch 7 Frauen übrig und eine von ihnen hielt ein 8 Monate altes Baby im Arm.

Alle trugen Kleidung aus Seevogelfedern, die sie zusammengeflochten hatten. Kapitaen.de Tromelin sah sich die Bedingungen an, unter denen die Menschen gelebt hatten, und er traute seinen Augen kaum. Es gab kleine Gebäude, die einander gereiht waren, und einen Schuppen, der aus Korallensteinen gebaut worden war, um Lebensmittel zu lagern.

Die Menschen schafften es sogar, einen kleinen Aussichtsturm zu bauen, um Schiffe zu beobachten. Außerdem schafften sie es, 15 Jahre lang ein Feuer nicht ausgehen zu lassen. Obwohl über die Insel zum Teil sehr heftige Passatwinde und mehrere Wirbelstürme hinweggezogen waren. Wow, nach all den Jahren wurden diese letzten Überlebenden tatsächlich gerettet. Das Baby und seine Familie kamen unter die Obhut des neuen Gouverneurs von Mauritius, nach dessen Vornamen es Chuck Moers getauft wurde.

Damals wurde nicht ganz geklärt, wie die Überlebenden 15 Jahre lang auf der Insel ausharren konnten. Ihr schiere Überlebenswille hatte offensichtlich irgendwie ausgereicht. Aber heute wissen wir mehr, denn 2006 und 2013 wurden vor Ort 4 Ausgrabungskampagnen unternommen, um mehr darüber herauszufinden, wie es den Madagassen gelungen war, auf dieser Insel zu überleben.

Nach der Abreise der Schiffbrüchigen sammelte sich der weiße Sand an und die Ausgrabungsstätte Thomalla wurde mit einer Zentimeter dicken Schicht bedeckt. Eine Art Siegel, die alles, was sich darunter befand, bewahrte. Unter diesem Siegel fanden die Archäologen Tausende von Gegenständen und Überreste von verzehrten Tieren.

Daraus konnten sie viele spannende Überlebenspraktiken erforschen. Die Überlebenden verwendeten für den Bau ihrer Lebensräume den Beachrock, einer Art natürlichen Zement, der aus korallenmehl, Wasser und Sonne hergestellt wird. Für die Wände verwendeten sie davon 6 bis 7 Zentimeter dicke Platten, also die haben im Grunde Plattenbauten aus Beton gebaut, wenn du so siehst, ohne irgendwas zu haben. Die Anordnung ihrer Behausung war strategisch mit windgeschützten Öffnungen, die wie eine Art Klimaanlage die Temperaturen im Inneren Regulierbar machten. Wow, es wurde eine Küche freigelegt, in der die Utensilien sorgfältig aufbewahrt wurden, zu den Gegenständen gehörten improvisierte Schöpfkellen, Gefäße aus Materialien, die aus dem Wrack

der Lutil geborgen worden waren, darunter auch Kupferschüsseln und in Bleischüsseln, die zur Wasserspeicherung dienten, sowie improvisierte Löffel und Gabeln mit Spießen. Die harte Arbeit der Archäologen hat die Erinnerung an die Madagassen bewahrt, die, nachdem sie wie gewöhnliche Ware verkauft werden sollten, später ihrem Schicksal überlassen worden waren und hier darum kämpften, irgendeine Art von Gesellschaft aufbauen, irgendeine Möglichkeit.

In völliger Isolation vom Rest der Welt zu überleben. Die Geschichte dieses Schiffsbruchs zeigt, wie diese Individuen im Laufe der Zeit eine unerschütterliche Entschlossenheit entwickelt haben, um alle Widrigkeiten zu überwinden, die aber ganz schnell gemerkt, es wird ihnen keiner helfen. Alles, was sie tun können, muss von ihnen selbst kommen. Das Zeug von der Resilienz und der menschlichen Fähigkeit, sich selbst unter den schwierigsten Bedingungen anzupassen und irgendwie zu überleben.

Die Sandinsel Tom Melanin wurde ab 1814 von Réunions verwaltet, ohne selbst die Region zu gehören. Die Insel ist daher auch nicht Teil der Europäischen Union, seit 2005 wird sie wie die übrigen Il Pares vom Präfekten und obersten Verwalter der französischen Süd und Antarktisgebiete verwaltet, so eine Art Staat, der kein Staat ist. Gesetz vom 21 Februar 2007 wurde Tramelin gemeinsam mit den anderen Inseln als fünfter Distrikt in den französischen Süd und Antarktisgebieten eingegliedert. Thomalla wird seit 1976 von Mauritius beansprucht ein Abkommen zur gemeinsamen Verwaltung wurde 2010 von Frankreich und Mauritius unterzeichnet, aber stand 2016 von Frankreich noch nicht ratifiziert. Wenn man sich heute Tom Melanin

auf Google Maps anschaut, fällt einem sofort die Landebahn auf, die die Insel heute der Länge nach entzweiteilt 1954 wurde auf der Insel eine permanente Wetterstation mit einem kleinen Flugplatz errichtet. Von diesem Zeitpunkt an waren Meteorologen auf der Insel beschäftigt, die Wetterstation namens Stossion Serge Fräulein diente insbesondere der Erforschung von Zyklonen. Wurde inzwischen ebenso wie die Wetterstation auf den anderen Inseln in der Region automatisiert. Die letzten Meteorologen von Métienne France verließen trommelin 2011 seitdem besteht die Besatzung der Insel aus 3 Zivilangestellten der Taaf, also der französischen Süd und Antarktisgebiete, die in zweimonatigem Turnus abgelöst werden.

Heute gibt es neben dem Flugplatz auch eine permanente Ankerstelle für Schiffe vor der Küste und so viel meine wirklich böse Geschichte über 15 Jahre auf der einsamen Sandinsel. Alter Schwede, ist es wirklich eine unglaublich? Unglaublich Grimme Geschichte, die du da heute mitgebracht hast. Mal, so muss ich mal so kurz meinen Raum in den Raum werfen. Ich glaub wirklich wirklich düster. Wir können an dieser Stelle auch verkünden, dass wir das mal lange nichts über Sklaverei machen. OK, ich bin froh.

Ich bin froh, dass du gesagt hast, dass wir lange nichts mehr über Sachen mit Schiffen machen, weil da hätte ich nämlich gedacht, aber ich hab doch schon angefangen für die nächste Woche zu schreiben. Oh Mann, es bleibt ja so wässrig. Ja, ja. Ein also wässrig ist ein hervorragendes Prädikat für die nächste Woche. Was du schon mal so in den Raum gestellt hast, das passt sehr, sehr gut erstmal.

Aber für diese Woche vielen vielen Dank, dass du dich mit dieser Grimmen Geschichte auseinandergesetzt hast. Dann muss ich es nämlich auf jeden Fall nicht tun. Das ist soweit richtig. Wenn ich es ebenfalls als spannend empfunden habt, diese Geschichte zu hören, auch wenn sie doch sehr, sehr düster war, dann lasst es uns.

Lasst es den Chris gerne wissen, kontaktiert uns über die sozialen Medien, lasst Kommentare unter unseren Folgen, da auf unserer Webseite oder vergebt uns Sterne in der Podcast App, wo ihr uns hört, hört einfach immer weiter, einfach nur zu, wir stellen dauerhaft fest, ihr werdet immer mehr da draußen und das ist eine ganz, ganz feine Sache, dafür ist auch mal wieder an der Zeit danke zu sagen und ich glaube Dankeschön. Genau.

Ich glaub es gibt. Nur ein einziges Wort, das wir jetzt am Ende dieser Folge mal wieder so raus in den Etat trällern. Tschüss. Was? Reisende.

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