Züri Gschwätzlets· Staffel 1· Folge 4

Der Kellner ohne Hosen und die Suche nach Umami

Montag, 5. Oktober 2026 · 37 min

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Shownotes

Neuerdings kann man mit KI meditieren. Nina geht zum Entspannen aber lieber in die Badewanne und Simon joggen. Aber viel wichtiger: GASTRO-SPECIAL! Beste Pasta, bestes Ambiente – und wo ist eigentlich Umami hin?!

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Hoi zusammen, heute gibt es wieder Züri Gschwätze. Ich bin Nina. Und ich bin Simon und heute reden wir ganz, ganz wenig über AI. Dann sehr lang über Gastro.

Und am Schluss erzählt Nina Wo du am Limmatplatz besser nicht absitzt.

Ich stelle uns gerade den Trailer vor. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Züri Gschwätzlets. Heute mit einer Spezialfolge zum Thema Essen. Noch ganz schnell meine persönliche Sorge zu heute: Es ist die früheste Folge, die wir aufnehmen. Es ist morgen um zwanzig nach zehn und Nina sieht aus, als würde sie noch ein bisschen schlafen. Eigentlich.

Bei mir innen scheinen noch Sterne und es ist dunkel draussen. Ich mache mir ein bisschen Sorgen. Okay, wir machen das Beste daraus. Apropos müde sein, Nina, wie entspannst du dich eigentlich? Oh, der ist schlecht gewesen. Aber ich habe auch gar nicht geholfen. Das ist ein mieser Start. Äh, wie entspanne ich eigentlich? Also ich sehe dich ja immer nur am Laptop. Voll.

Oder am Handy oder in Sitzungen. Ich weiß gar nicht, wie du entspannt bist. Ich weiß gar nicht, was du sonst machst. Ähm, Badewanne. Okay. Ich bin große, eine große, ähm... Baderin. Baderin. Hast denn du dort irgendwie so Kerzen? Also ich habe eine spezielle Technik. Ich habe wirklich eine spezielle Technik. Ich lasse den Stöpsel hinein. Das ist ein guter Anfang, ja. Und dann lasse ich Wasser hinein und dann füllt sich das und dann, äh, ja, gehe ich baden. Nein, es ist, ich glaube, es liegt so, ich habe auch schon versucht, darumer zu denken, also was es ist.

Ähm, ich glaube, es ist einfach das, also das, es geht ja immer so darum, dass du vom Kopf in den Körper kommst. Also das ist bei mir, das ist, ich glaube, von uns allen Laptop-Menschen ist das so der Punkt. Es funktioniert auch mit Joggen. Du kannst auch, ich bin jetzt keine extreme Kletterin, ich habe latente Höhenangst. Du kannst all das Zeugs machen.

Es ist immer so, dass du irgendwie von dem angestrengten Kopf in den Körper gehst und das Krasseste, was für mich funktioniert, ist einfach ein Topf mit wirklich warmem Wasser. Ich freue mich wirklich, sobald Temperaturen unter sechsundzwanzig Grad fallen, kann man in die Badewanne gehen. Wenn man, wenn es darunter ist. Also ich wollte gerade fragen, bist du Kalt- oder Warmbaderin?

Nein, ich meine die Aussentemperatur. Das ist das Problem. Das ist wirklich das Problem im Sommer, weil das ist so die beste Variante, wie ich entspannen kann. Und was hat denn das Wasser für eine Temperatur? Mega warm. Schon warm. Und dann erhält man schnell so einen Energiestau über dem Kopf. Ich bekomme immer so einen Krampf über dem Kopf und es tut mir irgendwie gar nicht gut, wenn ich warm bade. Kalt baden hingegen ist super.

Ah, der Simon ist eben ein Wellness Boy. Du machst, du trinkst Matcha, du gehst ins Pilates und du gehst kalt baden. Mhm. Das ist super. Kalt baden habe ich wirklich entdeckt, habe ich jetzt aber schon mega lange nicht mehr gemacht. Vielleicht jetzt auf den Winter hin wieder. Jetzt im Frühling, Sommer bin ich eher joggen gegangen.

Das hilft mir auch, so ein bisschen aus dem Kopf herauszukommen. Und das Eisbad ist eben ähnlich, weil dann, es ist so ein Schock, aber nach so zwei, drei, vier Minuten im wirklich kalten Wasser ist der Kopf so klar. Ja, es ist, ich habe es auch schon gemacht. Es ist eines von den krassesten Highs, glaube ich, wenn man dann aus dem Ding herauskommt. Und das hält dann auch ein paar Stunden.

Vielleicht müssen wir nächstes Mal, wenn wir den Podcast am Morgen aufnehmen, dich vorher noch in die Kaltbadewanne schicken. Bezahlt auf Spesen. Nein, das nehme ich. Auf jeden Fall. Genau. Ich habe mir noch aufgeschrieben, was ich sonst auch noch mache. Also eigentlich joggen, eisbaden, lesen hilft mir schon auch, vor allem am Abend, um so ein bisschen herunterzukommen.

Ähm, und ich habe immer wieder Phasen, wo ich versuche zu meditieren. Ja. Und erstens gelingt es mir nicht so gut, das wirklich konsequent durchzuziehen. Ich falle immer spätestens nach ein paar Wochen wieder daraus und dann ist es mega schwierig, wieder hineinzukommen. Ähm, und dann, wenn ich dann dort sitze oder liege und versuche, zehn Minuten nur auf mein Atmen zu konzentrieren, also ich schweife halt einfach ständig wieder ab und dann gibt es so einen Frust.

Das funktioniert also nur so halb. Aber apropos meditieren: Du hast etwas Lustiges gefunden im Internet. Ich habe etwas Lustiges gefunden im Internet. Und zwar hat gerade in Zürich die AI Week, das AI Festival stattgefunden. Da kannst du einen Haufen machen. Du kannst auf allen Fällen, ähm, es gibt dann also tolle Titel.

Es heißt also Switzerland as Europe's Playground for AI Innovation oder, ähm, Arbeitsmarkt im Wandel, Mensch, KI und Zukunftskompetenzen, Talent Kick. Also es klingt alles so juhu und lässig, lässig, lässig. Und auf allen Fällen kannst du auch mit KI meditieren. Wäre das nicht etwas für dich, Simon? Ich weiß nicht. Ich weiß gar nicht, was das genau bedeutet.

Also wenn es heißt, dass mir eine KI-Stimme sagt, einatmen, ausatmen, dann kann ich mir das durchaus vorstellen. Also ich gebe sonst auch einfach auf YouTube ein, Ten Minute Meditation und dann redet irgendjemand mit mir und ob das jetzt eine KI-Stimme ist oder eine echte. Ich kann mir gerade gar nicht genau etwas darunter vorstellen.

Es ist natürlich schon ein bisschen, es wirkt auf den ersten Moment ein bisschen komisch, aber eigentlich, ich bin dort nicht so, nicht so kulturpessimistisch, dass ich nicht mit einer KI meditieren könnte. Aber es klingt einfach mega schräg. Ich finde es mega schlimm. Also das ist so, wenn aus dieser menschlichen Experience heraus, so abgesehen von dieser ganz langen Kultur, wo du jetzt einfach mal da nimmst und einfach so durchtechnologisiert, das wirklich mal beiseite gelassen, wenn das so ein paar Westküstler, White Boys in, was neunundneunzig Prozent der Fälle, oder jetzt einfach mal sagen, wir machen eine KI-Meditation, das ist wirklich, die Kritik gehen wir nicht mal hin, sondern einfach dort, wo der Mensch sich selber noch ein bisschen sein kann und sich auf so das Ureigenste, den Atem konzentrieren, wenn du dort auch noch KI hineinhaust, dann habe ich schon ein bisschen das Gefühl, wir sind verloren.

Ja, also gut, einverstanden. Einverstanden. Mich hätte vor allem wundergenommen, was die diesjährige Mode ist von diesen Tech Bros, die dort herumhängen. Leider verpasst zum Gehen. Ohrenschuhe. Wahrscheinlich Ohrenschuhe und so eine, so ein Gilet. Sie sehen ja alle so ein bisschen ähnlich aus. Also zumindest die, die mir auf TikTok und Insta hineinspielt. Aber vielleicht wandelt sich das auch.

Alles, was man so mit Hönggerberg sieht, rumlaufen. Genau. Nein, es ist ja nicht genau das Gleiche. Hönggerberg sind ja eher so ein bisschen Nerds und so ein bisschen die Tech Bros sind eher dann noch ein bisschen fancier und ein bisschen moderner. Ist zumindest mein Vorurteil. Ähm, also und Spass beiseite, also wir können darüber reden, wie sie, wie man meditiert und was sie an den Füssen tragen, aber tatsächlich ist das ganze Thema eine ziemlich ernste Angelegenheit.

Du bist letztens im Gemeinderat gewesen, wo die AL etwas eingereicht hat. Genau, der Vorstoss ist noch nicht diskutiert, aber sie wollen das Filmen mit Smart Glasses einschränken im öffentlichen Raum. Also eigentlich Smart Glasses oder auch, wie es genannt wird, Spannerbrille. Also du hast einfach eine Brille an und die Brille kann filmen und man, wenn einem jemand die Kamera oder das Handy ins Gesicht hält, merkt man ja, dass man gefilmt wird. Genau, und bei der Brille halt nicht.

Und dann haben sie vor allem argumentiert mit, also im Kantonsrat gibt es übrigens auch von anderen Parteien ähnliche Vorstösse, also Smart Glasses. Wir hatten ein Interview auf Zürich.ch mit einer Expertin, die hat gesagt, sie hat noch nie so eine Brille gesehen tatsächlich. Also es ist ein Thema, das kommen wird, aber noch nicht mega verbreitet ist.

Noch nicht im Raum ist. Ja, so. Und es ist schon so, aber also ich meine aus der Perspektive jetzt als Frau, aber das muss man gar nicht so sehen. Also jede Person, es ist absolut creepy die Vorstellung, dass da einfach Leute herumlaufen mit einer Brille. Ich checke nicht, was passiert und dann wirst du einfach gefilmt.

Also das ist einfach und das hat auch Stefanie Gigax, das war sie, das ist Co-Geschäftsleiterin oder Co-Geschäftsführerin von Algorithm Watch. Das ist eine NGO, die sich um diese Themen kümmert. Und sie hat auch gesagt, es ist also problematisch auf einer Persönlichkeitsrechtsebene, weil du halt einfach nicht weisst, wo mit diesen Bildern, was mit den Bildern über dich selber passiert, wo das hingeht.

Genau, also AI ist nicht nur absurd zum Teil, sondern es kann gefährlich werden. Zum Teil brechen ja also AI-Agenten irgendwie aus ihrem Käfig aus und hacken andere Webseiten, aber es kann halt tatsächlich auch im Alltag, wie also Privatsphäre, ähm, recht krasse Auswirkungen haben. Also auch gerade im öffentlichen Raum, ja, aber also zum Beispiel Bade, Garderoben, ähm, was gibt es noch, Sauna, weiß ich wo.

Also Brille hat man ja an, Brille ist nicht erkennbar als Kamera und das ist schon sehr creepy. Und das, was du vorhin gesagt hast, das habe ich letztens in einem Briefing erwähnt und habe dann zu Recht eine kritische Rückmeldung bekommen, dass die KI-Bots sich auf eigene Faust aus da, ohne dass wir es quasi gewusst haben, haben sie andere Unternehmen angegriffen und da habe ich eine Kritik bekommen, weil das sind, man, es stimmt nicht, dass sie das auf eigene Faust ausmachen, weil das ist ganz, ganz wichtig, dass man das dezidiert, die haben keinen Willen.

Das ist nicht, dass die Bots etwas machen, wo andere nicht wissen, sondern das ist einfach eine fehlende Sicherheitsstufe beim Unternehmen. Und das ist das Unternehmen, wo einfach nicht reguliert ist, wo nicht genug reguliert ist oder wo einfach nicht genug maßregelt wird für einfach fehlerhafte Produkte.

Da werden Produkte lanciert, wo Sicherheitskriterien nicht erfüllen. Und sobald wir dann darüber reden und sagen, eben das sind die Bots, die sich verselbstständig, dann reden wir von so einer Technologie, wo wir als Mensch nicht mehr im Griff haben, aber tatsächlich die Verantwortung ist relativ einfach anzudeln bei drei, vier Unternehmen, wo sich einfach Milliarden verdienen.

Ich habe letztens ein lustiges Meme gesehen irgendwo in den sozialen Medien, so von wegen, man kann KI nicht mehr stoppen und es wäre halt so jemand gewesen, der halt einen Stromstecker ausgesteckt hat. Also man kann es stoppen, man kann es regulieren, die Leute können ihre Verantwortung wahrnehmen. Ja. Man müsste es einfach machen. Man müsste es einfach machen, aber was wir machen, ist ein lustiges AI-Festival.

Na ja, es gibt noch Luft nach oben. Mit dem sind wir schon mittendrin in unserem zweiten Thema. Wir wollten heute nämlich nur über, äh, unser Lieblingsthema reden und das ist Restaurant und Gastronomie. Und das müssen wir gerade beide ganz am Anfang sagen, wir sind absolut, wir sind alles andere als unbefangen. Ja, das ist ja auch okay. Das ist ja, wo bist du nicht befangen, Simon? Äh, wo bist du befangen?

Was ist, was ist dein Dünkel? Das ist viel die einfache Frage. Wo bin ich nicht befangen? Also beim, beim Thema Gastronomie und Essen bin ich sehr befangen, weil mein Bruder macht die beste Pasta in der Stadt. Er ist Koch, ähm, macht mit seiner Kollegin, mit der Naomi, Restaurant Cantina am Abend heißt es Bomebelli und dort gibt es auch die beste Pasta von der Stadt. Und dort bin ich befangen, aber es stimmt halt trotzdem.

Und bei dir ist es schon ähnlich, oder? Es ist irgendwie, also es ist schon so. Bei mir ist ähnlich, genau, meine Mitbewohnerin hat ein Restaurant am Hubertus und das ist jetzt beides keine Schleich, muss ich natürlich schon irgendwie so Schleichwerbung, aber ja, also dort bin ich befangen. Das ist die Huberta und das ist mein absolutes Lieblingsrestaurant in der Stadt. Sie haben dieses Jahr aufgetan, ein Team von Frauen, die ein Quartierbeiz schmeißen. Ich bin auch schon da gewesen, es ist super.

Ja, es ist einfach so ehrliche Küche. Das verstehe ich nie, was das heißt, ehrliche Küche. Was wäre denn eine unehrliche Küche? Ist Glutamat unehrlich? Nein, Glutamat zum Beispiel ist sehr ehrlich, finde ich. Nein, ehrliche Küche ist, glaube ich, wenn du eben, wenn du nahe bei den, wenn du nahe bei den Produkten bleibst, wo, wo, wo drin, wo darauf stehen.

Wenn du nicht noch hundertmal alles irgendwie durchkondensierst und dann da noch irgendwie dazu tust und es hat irgendwie, kann ich also hundert Zutaten in einem Gericht und also unser aller Gaumen ist einfach komplett irritiert. Und vermutlich schon auch, wenn du irgendwie Sachen kochst, wo du selber einen Bezug dazu hast. Ich bin auch sehr froh, ist ein Trend vorbei. Weißt du, auf welchen ich anspiele? Ja, du, Sharing Concept.

Sharing Concept habe ich gar nicht gern. Wenn man irgendwo hinkommt und heißt es, ja, wir empfehlen pro Person. Also wenn dann jemand kommt und sagt, bei uns funktioniert es eben so, dann weiß ich schon, scheiße, jetzt muss ich wahrscheinlich teilen. Dann muss man vier bis fünf Teller bestellen und dann nur schon, wenn man zu viert ist zum Beispiel, bis man sich mal geeinigt hat, vier oder fünf pro Person. Also sind es jetzt 16 oder 20 Teller.

Und das macht der alte knauserige Schweizer macht immer vier. Ja, und dann sagt man, man kann ja dann noch nachbestellen, wenn man noch Hunger hat. Das hat noch nie jemand gemacht. Hat noch nie jemand gemacht. Und dann hat man mal die Anzahl Teller, also 16 Teller dann für vier Leute und dann welche 16.

Und dann haben wahrscheinlich alle am liebsten das eine, irgendwie der gute Artischockenrisotto oder so, falls es das dann zum Teilen gibt. Und dann Bestellt man aber von dem nicht drei oder vier für alle einen, sondern man bestellt von allem nur etwas und dann hat es am Schluss, also es geht einfach nicht auf und es ist ein Stress, dann muss man schnell essen, weil wenn man nicht genug schnell isst, wird einem alles vor der Nase weggegessen.

Sharing Konzept ist wirklich, das ist nur Stress. Das ist so eine männliche Experience. So wirklich alle, alle Frauen, wo ich damit esse, lieben es zu teilen und man kann auch verschiedene Sachen ausprobieren und wirklich ausnahmslos jeder einzelne Dude hat Angst, dass es kurz kommt. Und es gibt, es ist wirklich schon so, es hat schon so Situationen gegeben. Das ist sehr lustig beobachten.

Wo man dann immer noch einfach präventiv, es gibt ja dann noch das Brot, das bestellt eigentlich nicht mehr, aber präventiv einfach noch zwei Portionen vom Brot dazu nimmt, einfach aus Angst, aus Angst, dass man zu kurz kommt, noch ein bisschen Brot hineinschieben. Funktioniert aber. Also als Tipp für das nächste Sharing Konzept. Nein, aber es ist vorbei. Es ist vorbei. Über pflanzliche Küche haben wir auch schon geredet.

Aber teilen ist over, Vegi ist over und Umami ist auch vorbei. Eine Weile lang hat es, also ich kann mich noch gut daran erinnern, bin irgendwo essen, hat es geheißen: „Willst du die oder die Soße?"

Gefragt „Ja, was ist denn der Unterschied?" „Ja, ich würde unbedingt die empfehlen. Ist wirklich das und das. Das ist ein volles Umami im Mund."

Und ich habe gar nicht gewusst, was Umami ist und dann das bestellt und schmeckt super und glaube auch Tomaten und Pilze und so und viel Umami drin. Und es ist einfach einer von den Grundgeschmäckern, glaube ich, wo man wahrnehmen kann im Mund. Ja. Und es hat so mega einen Trend gehabt und jetzt ist es wieder weg.

Ich glaube, einfach, man hat es integriert in die Küche. So, ja, man hat sich ein bisschen von dem, vielleicht ist das Wort zu kompliziert gewesen zum Aussprechen und jetzt haben wir es einfach beruhigt. Es hat einmal apropos, also Tomate ist schon da. Es hat einmal in der besetzten Post, hat, äh, in der besetzten Post hat es zum Beispiel letzten Sommer auf der Terrasse oben, hat Sidefin Kollektiv ein ganz, äh, sechs Wochen lang gekocht, ein Pop-up gemacht und es hat sich nur Tomaten gedreht. Also das wäre jetzt voll dein Ort gewesen.

Eigentlich sieben Gänge Umami. Ich weiß nicht, ob das, also ich glaube, das ist nicht im besetzten Teil vom Postareal, oder? Es ist getrennt. Also es hat zwar das Gebäude. Ich glaube, die besetzte Terrasse nicht, ja. Genau, okay. Ja, oben an der besetzten Post, auf der Dach, auf dem. Unten daran ist die Revolution und oben daran kannst du, äh, humane Preise zahlen tatsächlich. Sehr gut. Für einen sechs Gänger über Tomaten.

Ich habe noch eine konkrete Frage: Wo gehst du essen, wenn du nicht im Huberta bist? Zum Beispiel, wo isst du Pizza? Im Derby. Es ist, es ist wirklich, es ist einfach die beste Pizza. Ich habe es zuerst nicht, ich habe wirklich, ich bin eigentlich hingegangen und habe es nicht gut finden wollen, weil es sind ja so die hippen, es ist so die hippen, lässigen Leute und so und jetzt machen die auch noch Pizza.

Und dann habe ich gedacht „Ah, ich will, dass es denen nicht geben" und es ist wirklich großartig. Es ist mega, es ist mega fein. Ja, geht mir auch so. Ich gehe auch dort. Es ist auch irgendwie entspannt.

Die Leute sind auch nett. Mega. Letzte hat, also im Sommer, einmal der eine Kellner statt Hose, hat so ein Badetüchlein herumgebunden gehabt und hat mir so meine Pizza und mein Getränk gebracht. Und ich bin zuerst natürlich recht irritiert gewesen, weil in keinem anderen Restaurant in der Stadt, wo immer voll ist, legt der Kellner keine Hose an. [lacht] Ich würde sagen, an vielen Orten.

Also es gibt eigentlich wenig Orte, wo Leute keine Hose anhaben. Ja, er hat irgendwie den Arbeitsplatz mit der Badewanne oder mit der Badi verwechselt, aber irgendwie ist es entspannt. Es ist einfach irgendwie eine gute Atmosphäre. Pizza ist mega fein, Preise sind auch tipptopp. Wo gehst du hin, wenn du den besten Wurstkäsesalat essen willst? Volkshaus, ganz klar, ja. Ganz klar richtige Antwort.

Wo gehst du hin, wenn du mit deinem Papi Mittagessen gehst? Ja, natürlich bei meinem Bruder im Restaurant in der Kantine, logischerweise. Soll ich dir verraten, wo ich meine Lieblingszimtschnecke kaufe? Ja, ich habe gar nicht gerne Backwaren, aber erzähle mal. Wirklich? Nein, finde ich wirklich. Ich finde Backwaren super. Also so Patisserie und so ist mir meistens schnell zu süß.

So Dessert, Sachen, Schokoladezeug mag ich eigentlich nicht so. Beste Schokolade ist La Flore, aber die genießt man selten im Restaurant, sondern eher zu Hause. Ich kaufe mir ja mit, also da und habe im Büro La Flore, aber die nehme ich immer zu meinem Tisch. Wirklich? Hast du heimliche Schokolade? Also nicht heimlich, einfach private Schokolade.

Sonst muss ich den Trash im Restaurant essen. Da innen, in diesen Konferenzen, wie Zürich funktioniert, teilt man alles. Und jetzt stellt sich heraus, der Simon hat Privat Schokolade. Heimliche Schokolade. Sharing is over. Sharing is over. Liebste Zimtschnecke kaufe ich in der Moonbakerei am Lochergut. Das ist so eine vegane Bäckerei, die läuft recht gut.

Es ist schweine teuer, weiß gar nicht auswendig, aber es ist einfach wirklich eine sehr gute Zimtschnecke, respektive Kardamom, äh, Kardamomknopf, so, also Zimt und Kardamom. Aber am allerliebsten kaufe ich meine Zimtschnecke in, äh, in Schweden oder in Dänemark. In Dänemark heißt es, äh, Snegl. Zimtschneck, Schneck heißt Snegl und darum Zimtschnegl.

Wenn du wirklich gute Zimtschnecke willst, dann kenne ich eine ganz kleine Bäckerei in Stockholm. Wirklich, das ist ein Geheimtipp. Wo gehst du hin, äh, wenn du am Samstagmorgen Kaffee trinken willst? Samstagmorgen Kaffee, ähm, ins Bonheur. Je nach Uhrzeit, Bonheur am Bullingerplatz. Ähm, wenn man etwas zu spät ist, ist es mega voll. Da muss man etwas schauen, aber wenn man genug früh ist, dort.

Früher bin ich noch ab und zu mal unter der Woche, aber am Morgen im Campo auf dem Helvetiaplatz Kaffee trinken gegangen. Ich finde, das hat fast noch am ehesten, weil sie haben dort so einen langen Tresen, also so eine Bar wie, wie in Italien. In Italien kenne ich es sehr gut. Neben Italien kannst du ja eigentlich jede Bar hineinlaufen, in jedes Café hineinlaufen und dann trinkst du dort am Stand Espresso einen Euro und bist nach zwei Minuten wieder draußen.

Und ich finde auch, die Kaffeekultur mega, ist mega lässig und am nächsten von der Ausstattung, so von der Einrichtung kommt dem Scampo. Ja. Ist natürlich mit fünf Franken für einen Espresso plus minus nicht ganz einfach, einfach hinein und wieder hinaus so, aber trotzdem sich dort hinsetzen, kurz die Tageszeitung durchblättern, Espresso trinken und wieder gehen, ist super.

Ich gehe ins Kaffeewürst in Oerlikon und das ist wirklich so, das ist gar nicht hip. Gibt es dort noch Schokopulver auf den Cappuccino? Da gibt es auch noch Schokopulver auf den Cappuccino. Dort sitzt du hin auf so ein kleines, äh, ja, so, so eines von diesen Sofas, wo es das gleiche Muster hat wie, wie so die SBB sitzt. Sitzt du dort hin. Es ist einfach so Querschnitt vom Quartier von dort hinten hockt auch dort. Dann trinke ich einen Cappuccino und dann lese ich am Sonntag, also gehe ich dort hin.

Auch oft, weil einfach die Milch, weil die Milch bei uns im Milchschrank leer ist und dann dort die Zeitung lesen. Das ist, das ist Quality. Das ist Quality. Also das stelle ich mir auch so vor. Ist gerade ein mega schönes Bild und wenn ich dann das jeweils mache, ist es nur mega kurz lustig, weil dann irgendwie muss man da das Papier umfalten und dann halte ich in beiden Händen die Zeitung und dann kann ich ja den Kaffee nicht mehr trinken und mit dem, mit der Zeitung verdecke ich mir den Blick auf den Tisch, wo der Kaffee steht und dann weiß ich gar nicht wie.

Das ist einfach zu anspruchsvoll. Das Leben als Simon Jakob ist anstrengend. Schön, dass das endlich mal jemand anerkennt. Ich habe noch einen, äh, anderen Tipp. Jetzt ist ja Herbst. Mhm. Und im Herbst habe ich gerne so die Herbstgerichte, Wildgerichte. Ich habe zwar Wild nicht so gern, das Fleisch, egal von welchem Wild, Reh oder Hirsch oder so, sagt mir nicht so zu, aber alles, was es dazu gibt, finde ich mega, mega lässig.

Also mit Spätzli, Pilzrahmsauce, Rotkraut, äh, Maroni, Preiselbeere, das finde ich mega lässig. Und das habe ich am liebsten im Aargauerhof an der Langstrasse. Ich weiß nicht, die Essensqualität ist wahrscheinlich nicht die beste in der Stadt, aber, ähm, die Atmosphäre ist halt einfach Beiz, du bist dort im Kreis, kein, oder, hockst dort am Tisch, trinkst dein Bier und isst deinen Antijägerteller.

Das ist einfach mega gut. Es ist sogar ein bisschen zu hell im Restaurant. Es ist eines von den Restaurants, die ein bisschen zu hell ist. Ja. Was hast du sonst noch von wegen hell an atmosphärischen, ähm, Kriterien an ein Restaurant? Da muss ich jetzt wieder auf die Huberta zurückkommen. Das ist wirklich, glaube ich, nicht nur ist das Essen großartig, äh, die Leute, die dort arbeiten, sind sehr nice. Ähm, nein, es ist wirklich also atmosphäreher.

Es ist einfach, ich habe es gern, wenn nicht alles immer so aussieht wie, wie, ja, wie all die Restaurants, wo so clean und so Chrom und so durchdingselt ist, sondern wenn du so ein bisschen merkst, was für Leute dort arbeiten und dass die halt auch so ein bisschen, ja, was die für einen Knall ab haben. Und in der Huberta läufst du hinein und als Erstes wirst du von einer Gänze, von einer Gänzelampe begrüßt. Dann gibt es irgendwo ein Baby, wo, äh, äh, so eine, wo eine Birne anstatt von einem Kopf hat.

An der, an der Wand hängen irgendwie Karten und du hast irgendwie das Gefühl, okay, vielleicht ist es nicht ganz mein Geschmack, vielleicht ist es ein bisschen komisch, aber ich checke, dass ich zu jemandem hingehe und dass ich jetzt Gast bei jemandem zu Hause bin und das sind Gastgeberinnen und ich spüre die.

Und das ist so, dann finde ich, okay, nice, das ist eine Atmosphäre. Und wenn es überall einfach Chromstahl und glatt und schön ist, ja, nein. Gehe ich mit. Also eigentlich so ein bisschen ein persönlicher Charakter ist sicher, ähm, mega wertvoll. Ich finde auch, je nachdem, also gerade wenn es italienische Restaurants sind, wenn es so ein bisschen eng ist und so ein bisschen gemütlich, finde ich das eigentlich noch cool.

Und lustigerweise bei italienischen Restaurants finde ich es auch nicht so schlimm, wenn es ein bisschen lebendig ist, ein bisschen laut ist. Was sind wir dort mit dem Elio essen gegangen? Das kleine Restaurant bei, beziehungsweise- Bar Oliio. Das ist genau so ein Ort. Wir hatten den Tisch gerade beim Eingang und ich, ihr zwei sind mir vis-à-vis gesessen und ich bin so dort gewesen, wo die Tür gekommen ist. Und so alle, alle zehn Minuten musst du so rumsitzen, weil jemand hineinkommt.

Das ist ein bisschen unchillig. Also das wäre für mich- Aber es ist fantastisches Essen. Es ist fantastisches Essen. Man sagt, dort gibt es die beste, äh- Carbonara. Fast die Carbonara in der Stadt, genau. Ähm, was für mich mega entscheidend ist, sonst normalerweise vor allem beim Mittagessen, äh, dass es nicht zu laut ist. Also so laute Restaurants, wo es so hallt. Ja. Das ermüdet mich wahnsinnig.

Und sehr schlechte Beispiele sind zum Beispiel das Osso im Zollhaus. Das Essen tipptopp, aber es ist so laut. Das ist, das ist, ja. Und zum Nachtessen Pizza essen im Rosso bei der Hardbrücke. Ich glaube, die gehören sogar zusammen. Rosso, Osso, Basso. Die Bar Basso gehört, glaube ich, auch noch dazu. Bin jetzt nicht 100% sicher, aber ich behaupte jetzt einfach mal.

Und es ist so laut dort innen und das, meine Energie schrumpft auch sofort. Du musst dich so anschreien. Das stimmt, das wäre eigentlich auch die beste Pizza nämlich dort. Also ist sicher auch eine gute Pizza, wo es auch mega laut gewesen ist letztes Mal, ist Bodega Española. Dort im Rahmen von einem Anlass gewesen, der ganze Saal oben gefüllt und ich habe wirklich mein Gegenüber anschreien müssen und immer so: „Was hast du gesagt?"

Und nur können mit dem Gegenüber reden, für alles andere ist zu laut gewesen und das macht für mich, ich weiß gar nicht mehr, was ich dort gegessen habe, das macht für mich eigentlich, also die Atmosphäre mega kaputt. Ich finde, was viel mehr vorbei sein sollte oder wo man viel ehrlicher sein sollte, ist, man sollte einfach mal, Zürich sollte einfach mal breit zugestehen, dass sie Orange Wein nicht, Wein nicht gern haben.

Nein, aber ist doch falsch. Ich habe mega gern Orange Wein. Glaubst du, du hast gern Orange Wein? Wirklich? Das ist so eine mega klugscheißerische Frage. Also als wüsstest du etwas. So ein bisschen Gaslighting auch. Ja. Ich weiß, du findest Orange Wein blöd. Du hast letztes Mal in einer Folge schon mal gesagt, äh, irgendwie da in Athen und so und dort bist du einfach in allen falschen Bars hinein und hast überall den hässlichsten Wein bestellt.

Das stimmt überhaupt gar nicht. Wir sind in die absolut kein tippigsten von wirklich den hipsten Leuten empfohlenen, das und die Weinbar, sollst du ausprobieren. Und dort ist eine Fähre dabei gewesen. Miriam von der Huberta, wo sich sehr gut mit Wein auskennt und sie gesagt hat, du siehst eigentlich dort genau das, wo wir in Zürich auch schon gehabt haben.

Der, der Weittrend ist dort einfach noch ein bisschen verspäteter, so dass wir am Anfang auch einfach so die ganzen Naturweine und so getrunken haben und die sind am Anfang einfach wild gewesen. Die sind einfach wirklich noch gar noch nicht kontrolliert gewesen. Und jetzt mittlerweile hat sich das so ein bisschen normalisiert.

Man hat mehr standardisierte Weine, wo weniger so in der kompletten, im kompletten Experiment drin sind, weil wenn du mega der Weinkenner und Weingenüsserin bist, dann kann das sein, dass du das lässig findest, aber die breite Zürcher Gesellschaft ist einfach wirklich überfordert mit diesen Weinen, wo schmecken wie einfach ein Experiment in der Flasche. Ja, das ist natürlich klar. Ich meine, das ist ja bei allem so. Das ist ja bei, bei aller Kultur so, das ist bei allem Essen so, das ist bei allem Trinken so.

Alles, wo irgendwie mega super funky ist, passt nur an einer kleinen Gruppe und alles, wo, wo, also beim Bier ja auch. Ich habe zum Beispiel mega gern, also nicht mega gern, aber ich trinke am ehesten einfach das, einfach das Lager. Ein Moretti aus der Dose, tipptopp. Aber ich will kein IPA und kein dunkles Bier und kein Weissbier, sondern einfach das Lager. Und beim Wein ist das ja wahrscheinlich genau das Gleiche. Ja.

Dort habe ich jetzt lieber, wenn es noch ein bisschen spezieller schmeckt. Also gerade Weisswein, Naturweisswein, finde ich, schmeckt einfach sehr viel schöner, ist einfach sehr viel feiner als so ein klassischer Weisswein. Beim Rotwein merke ich es nicht so. Sprudel, Petnat und so, alles wunderbar. Und so ein leichter Orange Wein ist ja auch super. Das ist ja auch das, wo mir Sarina Fridli, äh, Weinhändlerin und so, wir haben sie Gastro Insiderin genannt.

Ich habe die letztes Jahr interviewt zum grossen Gastro Rück- und Ausblick, äh, von 2025. Ist, glaube ich, mein liebster Artikel gewesen, den ich gemacht habe. Ähm, und ich habe sie gefragt, ob er einen Orange Wein trinkt. Und dann hat sie aber auch gesagt, ähm, am besten, die Orange, wo am besten laufen, sind eigentlich die, wo ein bisschen schmecken wie Weisswein.

Ich finde, das ist jetzt einfach so ein bisschen ein flacher Rant von dir. Ich weiss gar nicht, warum das dich, das ist so ein bisschen, ich kenne auch Leute, wo finden, Orange Wein, mega schlimm, mega schlimm, aber mehr, dass es das gibt, weil es so fancy und hip ist. Aber ja nur, dann schmeckt, laufen halt die am besten, wo nach Weisswein schmecken. Ist doch egal. Der Rant geht ja nicht dort hin. Nein, das ist ja der, das ist ja die Aufklärung.

Das ist ja die Aufklärung von, vom, vom, von dem, von dem, von dem Mythos, weil das, wo, das, wo ich mich darüber aufrege oder das, ich rege mich nicht darüber auf, ich, ich belache es. Es ist wirklich so ein bisschen das, dass wenn man dann so hinsetzt und so, ja, und ich hätte gerne auch diesen verrückten Wein und so und dann macht man das und das ist einfach ein Darstellen.

Und das kann man halt mit Gastro genauso gut machen wie mit Printzeitungen. Man sitzt da in der Öffentlichkeit und definiert sich über seine Bestellung. Und das ist das, wo passiert und das ist das, wo wirklich auch mit Orange Wein passiert. Und es gibt gewisse Leute und du magst da dazugehören, wo das genießen können und schätzen und mega krass sind.

Und ganz viele andere Leute haben da einfach einen Schweizer Gaumen und sind sich Schweizer Rosé und Weisse gewöhnt und die sind überfordert von diesen mega komplexen Essignoten. Und das ist das, wo ich mich nicht darüber rante, sondern wo ich mit wirklich einmal Lachen im Gesicht, einmal auf den Teller, den Tisch nebenan schaue. Bei deiner irgendwie Analyse, äh, jetzt mega einverstanden.

Ich bin aber trotzdem, ich finde, man muss allen zugutehalten, wo sich trauen, etwas Neues ausprobieren und dann merken, das ist halt nichts für mich gewesen. Das finde ich super. Das ist voll okay. Gut, können wir uns dort finden. Du lachst über Leute, wo Orange Wein trinken, wo sie es nicht gerne haben. Ich rege mich auf über Leute, wo sich über hohe Gastropreise aufregen. Dort finden wir uns. Gut. Super.

Totale Harmonie. Also ich verstehe, es ist, Zürich ist die teuerste, pathologischerweise glaube ich die teuerste oder eine von den teuersten Städten von der Welt. Äh, Medianlohn ist bei über achttausend Franken pro Monat und ein Haufen Leute, also die Hälfte von den Leuten per Definition verdient weniger als das und hat Mühe, zum, ähm, irgendwie sich in dieser Stadt können durchzukonsumieren.

Bei mir geht etwa, also der grösste Teil von meinen Ausgaben ist Miete, Krankenkasse, Gastronomie. Und das kann ich mir leisten, weil ich sonst einen, äh, nicht so einen ausschweifenden Lebensstil habe, keine Kinder, kein Auto, keine Hypothek, wo ich abzahlen muss. Ähm, wie gross ist bei dir der Anteil vom Lohn, wo du für Gastro ausgibst? Ähm, also ich habe wie du, ich lebe in einer, in einer WG.

Wir sind zu viert, äh, leben in Zürich Nord und ich zahle, ich habe ja kein großes Zimmer, ich zahle achthundertfünfundzwanzig Franken Miete. Und das ist natürlich sehr viel weniger als ganz viele andere Leute, wo sich zu zweit eine Wohnung teilen. Das stimmt, ja. Ich wohne in, in Altstetten. Ich zügle dann bald, dann die Miete bleibt aber etwa gleich.

Wir sind zu viereinhalb in einer viereinhalb Zimmer Wohnung und ich zahle sechshundert Stutz Miete. Und das ermöglicht schon mit dem Zürcher Lohn, dass man halt einfach gut essen gehen kann. Ja. Und eben, ich verstehe, und das muss man alles vorwegschicken, ich verstehe, wenn Leute sich nicht können, ähm, Sachen, Sachen leisten.

Es nervt mich aber auch, wenn man einfach null Verständnis dafür hat, wie ein Preis zustande kommt. Also in Zürich, die Restaurantbars, Cafés müssen auch Miete zahlen. Auch die leiden unter hoher Miete. Äh, die Energiekosten sind hochgegangen, äh, zum Bier kühlen. Du willst ein kaltes Bier oder einen warmen Tee, das musst du auch irgendwie hinbringen. Dann Personalkosten.

Personalkosten sind der größte Punkt in jedem Unternehmen. Und dann, wenn du noch ein gutes Produkt willst, also wenn du willst, dass, äh, dein Poulet nicht aus Ungarn oder Brasilien kommt, nichts gegen Ungarn und Brasilien, aber trotzdem, wenn du willst, dass Poulet aus dem Zürcher Oberland in deinen Chicken Nuggets hast, bio, dann kostet das halt einfach etwas und so.

Und dann kommt halt einfach ein Preis zustande. Das ist ja das, wo Jacqueline Badran sagt. Sie versteht zum Beispiel nicht, warum nicht in dieser ganzen Mietdebatte und dieser ganzen Wohnkrise die Gastronomen innen viel, viel stärker auf der Seite von der Mietpolitik ist, weil wenn die Leute einfach immer mehr und immer mehr abzahlen für ihre Wohnung, haben sie einfach, das ganze Budget wird einfach kleiner.

Das heißt, du hast einfach auch weniger Geld, um am Schluss noch am Freitagabend noch in ein Restaurant zu hocken. Wir zwei Privilegierten kinderlos in einer WG können das machen, können das Geld ausgeben, wenn du halt noch zwei Kinder hast und keine Ahnung, was bist du allein erziehend, ja, dann hast du halt die Kohle nicht.

Und dann verstehe ich aus dem Punkt auch, dass du dann hässig bist auf die Preise, aber eben, es ist einfach zu kurz, es ist zu kurz gedacht, weil... Es ist zu kurz gedacht, weil in der Gastronomie die aller-, allerwenigsten verdienen nichts daran. Also die machen keinen Gewinn. Es gibt sicher ein paar Ketten oder so kleine Ketten oder ein, zwei Beispiele von Restaurants, wo wirtschaftlich auch mega gut funktionieren, aber die allermeisten verdienen einfach keinen Stutz, sondern müssen schauen, dass sie überleben.

Also ich glaube, die Gastrobranche in Zürich, in der Schweiz ist ähnlich am Serbeln wie die Medienbranche und es gehen ja eigentlich wöchentlich gerade irgendwo das Restaurant zu und nicht einfach nur, weil sie schlecht wirtschaften oder weil das Essen nicht gut ist, sondern weil einfach die Leute immer weniger konsumieren.

Und das Restaurant leidet auch mega darunter, dass immer weniger Alkohol getrunken wird. Ist eigentlich gut für die Volksgesundheit, ähm, und gegen den Kater am nächsten Morgen, aber das Problem ist, auf dem Alkohol hat man mega Marge und wenn man keinen Wein mehr verkauft, ähm, müsste man die Marge über das Essen machen und das ist halt fast nicht möglich, weil es mega aufwendig ist und, ähm, ja, man das Essen irgendwie muss einkaufen. Eben, und du hast schon recht, Simon, es verdient sich niemand eine goldene Nase an einem Gastrobetrieb.

Der Tagi hat diesen Sommer einen spannenden Text gehabt und es ist darum gegangen, wie viele Restis das öffnen und schließen. Man hat immer das Gefühl, es passiert so viel Neueröffnungen. Tatsächlich sind das in den allermeisten Fällen immer Pop-ups, die für zwei, drei Monate nirgends sind, tiefe Fixkosten haben, im besten Fall auch noch eine Zwischennutzung sind, wo du nicht so viel Miete zahlst.

Und auf der anderen Seite haben sie die Schließungen angeschaut und dort zeigt sich Prognose, bis Ende Jahr werden etwa 260 Gastrobetriebe schließen, gehen sie davon aus. Und wenn du zurückschaust, 2013, 2014, sind das einfach noch 160 bis 170 gewesen. Also das ist eine deutliche Zunahme von Schließungen. [Musik] Nina, wir fahren weiter mit einer weiteren Frage aus dem Einbürgerungsquiz.

Es freut sich. Ich freue mich und alle Zuhörerinnen freuen sich. Genau. Für dich ein Spaß, für ganz viele Leute ein sehr angestrengter, konzentrierter Moment vom Leben, wenn man dort hockt und muss die Einbürgerungsfragen beantworten. Nina, wie viele Gemeinden gibt es im Kanton Zürich? Ich kann dir vier Auswahlantworten geben oder du kannst jetzt einfach mal die selbstbewusste Zahl sagen. 248. Das ist falsch. Darfst du noch mal? Nein.

Also schweizweit gibt es, glaube ich, etwas mehr als 2000, 2500 so. Eben, von dem aus bin ich runtergegangen, denke ich, der größte Kanton. 10% hätte ich euch zutraut. Vielleicht sind flächenmäßig Gemeinden im Kanton Zürich größer und dadurch gibt es ein bisschen weniger. 180. Mega gut, aber es sind 160.

Und in der Antwortkategorie habe ich dir jetzt halt nicht gegeben, aber ich glaube, das kann man zählen. Die richtige Antwortkategorie wäre gewesen 150 bis 170. Aber es ist mega nahe im zweiten Anlauf mit ein bisschen Hinweis. Ich glaube, top. Super. Zählen wir. Also, wir befinden uns am Limmatplatz. Quizfrage: Wo hat es dort Hostile Architecture? Was ist Hostile Architecture?

Hostile Architecture ist, wenn du, ähm, es gibt es für Tauben, aber es wird perfiderweise auch für Menschen angewendet. Also für Tauben ist, wenn du so Spikes oben an Lampen zum Beispiel hast, damit die Taube nicht abhocken und nicht hinscheißen kann. Und das gibt es auch, damit, dass Menschen nicht können, Menschen, die kein Zuhause haben oder Menschen, die sich einfach den Tag durch länger in der Öffentlichkeit aufhalten, dass die angehalten werden, nicht herumzulungern in der Öffentlichkeit.

Und letztens bin ich am Limmatplatz gewesen und habe herumgeschaut und habe Hostile Architecture entdeckt. Ist lustig, ich habe vor etwa, nicht übertreiben, sieben oder acht oder neun Jahren mal einen Artikel zu dem geschrieben und letztens gerade wieder mit jemandem darüber gesprochen. Also ich habe zum Beispiel gesehen, auf so einem Mäuerlein hat es so Metall, also so Ding, Metallnoppen, die hervorkommen, dass man dort nicht darüber skaten kann, zum Beispiel, zum Jugendliche abhalten.

Oder Bänkchen ohne Lehnen, dass man ja nicht zu lange, man macht so ein Bänkchen im öffentlichen Raum, will aber nicht, dass die Leute jetzt zu lange chillen so. Oder auch Bänkchen, wo dazwischen immer wieder alle sitzen, so eine Absperrung. Nur sitzen und nicht liegen. Genau, dass man nicht hinliegt, weil liegen ist etwas Schlechtes offenbar oder schlafen im öffentlichen Raum ist nicht gut für das Stadtbild. Besser tut man arbeiten.

Besser tut man arbeiten und wer liegt, kann nicht arbeiten. Ähm, genau, was gibt es denn noch? Auch in so Fast-Food-Restaurants hätte man auch noch vorher einen Gastroblock reinnehmen können. Aber gibt es ja oft auch dann keine Lehnen. Im Lilys zum Beispiel. Damit du auch schnell wieder aufstehst, haben wir gerade überlegt.

Dann musst du eigentlich nach 20 Minuten wieder raus, dass die Nächsten kommen und sobald du dort eine Lehne hast und chillst dort hin und dann hast du es gemütlich und das wollen wir ja nicht. Das wollen wir wirklich nicht. Das BIP braucht aktive Leute. Genau und das ist ein BIP-Podcast, darum pushen wir jetzt das auch. Ähm, aber zurück zum Limmatplatz.

Ich habe jetzt einfach ausgeholt zum Ablenken, dass ich noch ein bisschen kann überlegen. Das ist mir schon aufgefallen. Ich behaupte, bei der Tramstation hat es dort Bänkchen, die eben so designt sind, dass man nicht hinlegen kann. Nicht das, was ich gemeint habe. Ich bin bei der Busstation oben dran.

Dort gibt es einen, beim Bus, der hinauffährt Richtung Widen, Bucheggplatz, gibt es ein Nagelstudio und das steht so wirklich so, das ist so rosarot, es hat so Blümchen und es steht absolut im Kontrast zu dem, was auf dem Fenstersims passiert. Es hat so metallige Zacken. Unten am Nagelstudio hat es metallige Zacken. Dass man dort nicht hinsetzt. Dass du dort wirklich nicht hinsetzen kannst. Das ist schon einfach nicht normal. Ich verstehe so Sachen nicht.

Noch ein kleiner Disclaimer, falls jetzt etwas mega Aktuelles passiert ist in Zürich, was wir nicht besprochen haben in dieser Folge. Dann liegt das daran, weil Nina statt arbeitet... Einfach die Frechheit genommen hat, in die Ferien zu gehen eine Woche. Ich entspanne gerade in der Bäderstadt von Südengland.

Da hast du dir eigentlich als HR-Chefin von Zürich die Ferien einfach selber bewilligt wieder mal. Ja, das mache ich immer so. Ich schaue den Ferienkalender an und denke, ich habe noch ein bisschen mehr verdient. Super. Und dann gebe ich mir eine Woche. Mega gut. Ich hoffe, du hast es schön in den Ferien und wir hören uns nächste Woche. Wir hören uns nächsten Montag wieder. Tschüss zusammen.

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