
100x MEHR - Der Effektiv Spenden Podcast· Staffel 1· Folge 7
Weltverbessern auf Umwegen (Teil 1)
Samstag, 10. Oktober 2026 · 1 h 06
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Shownotes
Dies ist der erste Teil eines zweiteiligen Gesprächs. Teil 2 werden wir in Kürze hochladen.
In dieser Folge des „Effektiv Spenden Podcasts" gibt es keinen Gast im klassischen Sinne: Basti Schwiecker spricht mit seiner Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin Anne Schulze. Beiden fragen sich, wie sie bei Effektiv Spenden gelandet sind – was sie geprägt hat, was sie antreibt und welche Umwege sie dafür genommen haben.
Es geht um zwei Kindheiten zwischen Ozonloch und Mauerfall, um Studium und erste Jobs in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Unternehmensberatung, um die Entdeckung von GiveWell – und um zwei Projekte, die nicht funktioniert haben und ohne die es Effektiv Spenden, wie Anne sagt, nicht gegeben hätte.
Die Kernthemen des Gesprächs:
Aufgewachsen zwischen Ozonloch und Mauer: Anne wird mit zwölf Vegetarierin, Basti spendet an Greenpeace, um den Regenwald zu retten, und erlebt den Mauerfall am Stadtrand von West-Berlin mit.
„Was ist ein Menschenleben wert?": Ein Satz von Bastis Mutter und die Frage, die er daraus ableitet – wenn ein Menschenleben das Wertvollste überhaupt ist, warum wird dann so wenig dagegen getan, dass Kinder an vermeidbaren Ursachen sterben?
Erste Jobs, erste Zweifel: Bei der KfW Entwicklungsbank fragt sich Basti, welchen Unterschied er macht, wenn sonst eine andere engagierte Person die Stelle bekommen hätte. Anne geht nach einem Jahr in einem abgelegenen Dorf in Guatemala zu der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) – für zwei, drei Jahre, wie sie dachte. Es wurden acht.
Ende 2007 entdeckt Basti den Charity-Evaluator GiveWell. Für ihn ein Heureka-Moment. Erstmalig werden dort Fragen zu Ende gedacht, die er sich auch schon oft gestellt hat.
Spenden wir an die richtigen Organisationen?: Wie die Benckiser Stiftung Zukunft zwei Mentoringprogramme für Kinder in Deutschland verglich und Konsequenzen zog – und warum Basti den Vorwurf, so zu denken sei turbokapitalistisch, für das schwächere Argument hält.
Wachsen ohne Product-Market-Fit: Ein gemeinsames Projekt wächst in kurzer Zeit auf 35 bis 40 Leute und wird im Dezember 2017 wieder eingestellt. Was Anne und Basti daraus über Führung und über den Spendenmarkt gelernt haben – und wie daraus die Entscheidung für Effektiv Spenden wurde.
Mehr erfahren & Unterstützen: Unser Buch „100x mehr – Geschichten, wie deine Spende wirklich wirkt" von Anne Schulze und Basti Schwiecker erscheint am 11. November 2026 und kann vorbestellt werden: effektiv-spenden.org/buch.
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speaker-0: Ich freue mich jeden Tag auf meine Arbeit und ich freue mich auch über jede E-Mail, über jede Slack-Nachricht und über jeden Anruf, außer es kommt vom Finanzamt. Also unsere Modelle ist ja so, dass wir Spendengelder sammeln und die dann weiterleiten an Organisationen. Und wir führen halt jetzt aufgrund eines anderen Projektes ja viele Interviews mit irgendwie Gründerinnen und Gründern aus diesen Organisationen. schreibe ein Buch.
speaker-1: ist ein Spodeup.
speaker-0: Und Basti und ich schreiben jedes Mal während dieser Interviews immer lauter Herzchen und sagen I'm in love. Und es sind einfach alles so großartige Menschen, die irgendwie auch so altruistisch sind, so ambitioniert und so mit einem klaren Kompass irgendwie auch dazu beitragen wollen, dass die Welt besser wird. Das ist einfach in dieser Welt, die ich gerade nicht immer einfach finde, wo du auch echt den Kopf in den Sand stecken könntest, dass mein berufliches Ökosystem auf all diesen Ebenen mich einfach echt immer so positiv stimmen lässt.
speaker-1: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Effektiv Spenden Podcasts. Heute habe ich gar keinen Gast im klassischen Sinne, sondern meine Mitbegründerin Anne ist mit dabei. Und wir wollen gegenseitig mal ein bisschen unseren Lebensweg beleuchten, wie wir bei Effektiv Spenden gelandet sind, was uns motiviert hat, wo wir herkommen. Insofern, willkommen Anne!
speaker-0: Danke, Masti. Ich bin gespannt, was wir uns so zu erzählen haben.
speaker-1: Ich auch, hoffe, es wird nicht das Ende einer. Schenken wir gleich mal ein und ich würde in Tat ganz früh starten an eine, nicht deine ersten Erinnerung vielleicht, aber deine ersten Erinnerung an eine Form des Angeschehmungs. Oder wann hast du irgendwie erstmalig ein, ja, das Gutmenschen-Gen in dir entdeckt?
speaker-0: Vielleicht fangen wir damit an, wo ich aufgewachsen bin. Das ist ein Unterschied zu dem, wie du und wo du aufgewachsen bist. Ich bin in NRW aufgewachsen, am Rande des Ruhrgebiets. Eine sehr frühe Erinnerung ist tatsächlich, dass ich in einer Grundschule war. Bezeichnenderweise waren das zwei Grundschulen in einem Gebäude. Oben war die Patrocli-Grundschule. wo nur katholische Kinder hingehen durften. Unten war der Rest, sozusagen die Protestanzen und alle andersgläubigen. Was dazu geführt hat, dass ich eben unten ... Beim Rest. Ich war unten beim Rest, genau. Weil ich evangelisch war. Und ich war dann in einer Klasse, wo wir irgendwie eine kleine Klasse, 20 Kinder, und davon hatten aber 50 Kinder türkischen Migrationshintergrund. Und ich glaub, das war so das erste Mal tatsächlich so eine Berührung im Alltag. mit meinem Privileg und wie ich aufgewachsen bin. In der gehobenen Mittelschicht. Meine Großmutter hat sehr früh diesen Kindern Deutsch-Nachhilfe-Unterricht gegeben. Für mich war es meine Ömi. Sie war auch Ömi für ganz viele Kinder. Einfach dieses Zurückgeben und sich gesellschaftlich engagieren, war sehr früh für mich prägend. Dazu würde ich auch noch sagen, dass ich mit Mutter, Lehrerin, Vater, Arzt, dieses soziale Engagement zu Hause vorgelegt bekommen habe und in einer klassischen SPD-Familie aufgewachsen bin. weiß nicht, Basti, magst du erzählen? Du bist ja auch geografisch ganz anders aufgewachsen. Hat dich das geprägt?
speaker-1: Eigentlich gebürtiger Bayer, bin aber mit drei, hab ich's auf dem Dorf nicht mehr ausgehalten, meine Eltern gedürftig nach Berlin zu ziehen. Faireweise muss man sagen, in Klado, für die die Berlin besser kennen, das ist de facto auch ein Vorort im Süden. Spannender ist es den 80ern noch direkt an der Mauer. Für Berlin vielleicht untrüblich, hatten wir in meiner Klasse ... kaum Menschen mit Migrationshintergrund. war keine Thema. Es waren über 30 Kinder. Aber vor Ort relativ homogen. Auf Minuta komme ich später zu sprechen. Aber kein klassisches Engagement gelebt. Ich wusste damals gar nicht, wie meine Eltern politisch verordnen sollten. Was mich in den frühen Jahren in der Schule stark geprägt hat, vermutlich viele in den 80ern, unterstelle ich jetzt einfach mal, kannst ja gleich sagen, wie es bei dir war, aber die Umweltbewegung war sehr prägend. Tschernobyl war ein Thema, aber auch saurer Regen war was Großes, Smog, gab oft Smog. Wir hatten diese Plaketten im Auto, da durfte man fahren oder nicht fahren, ich noch nicht, aber mitfahren vielleicht. Das hat mich emotional stark berührt, in der Schule kam das auch wieder vor. Das für mich intellektuell überfordernd. kann mich erinnern, Ozone Loch war auch ein Thema damals. Ich dachte, da geht die ganze Luft raus, und wir werden bald alle ersticken. Ich bin dann latent traumatisiert nach Hause gekommen. Das hat meine Mutter glücklicherweise einordnen können. Aber auch beim sauren Regen, waren dann ... Ich weiß nicht, ob es das Skripttheater war, ein Theaterstück, wo es den letzten Baum ging, alles sehr dramatisch, dystopisch oder so. Das hat mich auf jeden Fall ... Getriggert in der Zeit. Das erste Angestelln, woran ich mich erinnern kann, war für die Umwelt, für Greenpeace. Auch meine erste Spende ging in die Richtung. Ich da wollte ich den Regenwald retten. war ein großes Thema damals weniger aus Klimagrunden, weil ich mochte die Bäume und die Tiere, die da lebten. glaube, haben vielleicht auch viele er satt aus. Ich erinnere mich von Greenpeace zu einem Buch, Taten statt warten. Da ging es auch die Robben, die brutalerweise in der Arktis geschlachtet worden. Das sind so meine ersten Erinnerungen.
speaker-0: Wir sind ja ungefähr gleich aufgewachsen, zumindest in den gleichen Jahrzehnten. Und an die Umweltbewegung erinnere ich mich natürlich auch noch. Das heißt, es war dann mit Mülltrennung auf jeden Fall groß. Das hatten wir auch sehr ernst genommen. Ich weiß nicht, wie viel Mülleimer wir damals zu Hause hatten und jetzt auch immer noch haben. Und dann kamen die fckw-freien Haas-Phrases oder Deos, daran erinnere ich mich auch noch. Und ich glaube bei mir wahrscheinlich der, ich finde ihn ja, da reden wir oft drüber. Für mich einer der intensivsten Schritte damals war, dass ich mit 12 Jahren entschied, Vegetarierin zu werden. Respekt. Vor allen Dingen, nicht nur komme ich aus Westfalen, sondern auch aus einer relativ landwirtschaftlichen Region. kannst in Soest, ich weiß nicht, es heute noch so ist, da kannst du zwei Sachen oder konntest du zwei Sachen studieren. Elektrotechnik und Agrarwirtschaft mit Fokus Schwein. Das heißt, bei uns gibt es extrem viel Landwirtschaft oder gab es auch viele kleine Höfe. Und ich habe damals eben aus dieser Ozone Loch-Debatte entschieden, Vegetarierin zu werden. Ich glaube, dass ich auch eine Doku gesehen habe, irgendwie über so Massen- und Tierhaltung und Küken-Schredder. Also nicht, was wir jetzt machen, sondern so uns anschauen. Sondern damals war das auch dieses, ich will kein Fleisch mehr essen und dann das Methangas.
speaker-1: Zonenloch stapfen.
speaker-0: Ja, aber dass halt keine Kühe mehr Methan abgeben, dass Ozon noch größer wird. Also so war damals meine Kette. Und ich bin's immer noch. Und das war damals, also, kannst du dir vorstellen, Kleinstadt in Ostwestfalen, oder late 80s und early 90s. Da war die Auswahl an Produkten irgendwie echt furchtbar.
speaker-1: Ja, also wollte ich gerade sagen, es so ist, nicht, dass jetzt Vegetarier oder Veganer oder Veganerin zu werden, ohne herausfordernd ist. Aber das war noch mal ein anderer Schnack vor 30 Jahren. Also da gab es halt, also wenn überhaupt schlecht im Bioladen, Tufl oder ich weiß gar nicht.
speaker-0: Vor dem Haus gab es Tartex-Döschen und fürchterliche Sojawürste. Aber ich habe das entschieden. Das war für mich total klar. Du hast mich auch mal gefragt, wie du das durchgegeben Ich fand das nicht schwierig. habe gesagt, ab morgen esse ich nichts mehr außer deiner Lasagne. Dann muss ich auch sagen, dass ich aufgewachsen bin. meine Großmutter und meine Mutter. mir auch dann Dinge gekocht haben und so. Also ich hatte da ein sehr unterstützendes Umfeld. Und ich erinnere mich auch nicht an große Diskussionen. Ich glaube einfach, weil ich diesen klaren inneren Kompass hatte, so ich bin das jetzt und ich möchte da aber auch gar nicht weiter diskutieren. Ich bin nicht aktivistisch oder dann irgendwie so predigend unterwegs gewesen, aber für mich war das total klar. Und entweder erinnere ich mich nicht an die Diskussion oder ich habe es sehr klar ausgestrahlt, dass sie diese nicht führen. Aber das hatte damals mit der Umweltbewegung und dem Ozone-Loch zu tun. Ich habe mich immer gefragt, hat für dich, Basti, dieses Aufwachsen in West-Berlin und auch sehr nahe, du konntest die Mauer sehen und anfassen, hat das noch was mit dir gemacht?
speaker-1: Ich will Respekt geben, Vegetarier 1990 rumzuwerden. Ich struggle bis heute damit. Mein Umfeld hat es mir schwerer gemacht. Ich muss mir, wenn ich nur andeute oder was Vegetarisches einwerfe, Sprüche anhören. Genau, da ruht ab. Andererseits gut für mein Umfeld. Ich bin tendenziell noch missionarischer als du unterwegs. Wenn ich auf einen Zug aufgesprungen bin, dann ... Dann hat auch keiner Bock mehr mit mir zu diskutieren aus anderen Gründen als bei dir. Du hast mich gefragt, es hat mich auf jeden Fall geprägt. Wir sind direkt an der Mauer oder Todesstreifen, das war ein Zaun. Man hat mir gesagt, Minenfeld, Ahnung, da wirklich Minenlagen, ich hab's nicht ausprobiert. Aber es auch so, es gibt den Glieniker See in Klado, es ein Badesee. Genau durch die Mitte verlief die Grenze. Da waren auch Bojen und auf der anderen Seite waren die Jungs auf ihren Wachtürmen mit den Maschinengewehren. Es wurde uns der Hinweis gegeben, dass man nicht weiter als bis zur Boje schwimmt. Das auch keiner ausprobiert. Das wäre vom Osten und Westen riskanter gewesen. wir wollten es auch die andere Richtung nicht ausprobieren. mussten immer, wenn wir unsere Großeltern, die in Norddeutschland gewohnt haben, besucht haben oder aus Berlin raus wollten, der Regel über den Landweg, an der Grenze vorbeifahren. Ich als Kind mitbekommen, was das damit auf sich hat. Mir groß Gedanken gemacht, Kapitalismus, Kommunismus, hab ich nicht verstanden. Aber der Teil Deutschlands, der eine Mauer sich gebaut hat, und jeder, raus wollte, wurde erschossen, muss man kein Politikwissenschaftler sein, zu denken, das ist der abgefuckte Teil. Das ist falsche System. Glücklicherweise hab ich die Mauer nur noch die letzten Jahre bewusst miterlebt. Und hab mich echt sehr gefreut. Ich kann es emotional nicht mehr nachfühlen, weil es zu lange her ist. glaube, ist mir physisch fast nicht mehr möglich. Aber es sei der beste Tag meines Lebens gewesen. Im Falle nicht der 9. November, da war ich schon im Bett, als die Mauer gefallen ist, aber der 10. November. Und sind dann schnell an die Mauer gefahren, haben das relativ live miterlebt. Ich halte mir nach wie vor, relativ schwarz-weiß, das Gute hat sich durchgesetzt. Auch noch auf friedliche Weise. In dem Fall dann für mich einfach ein sehr Das Engagement kann zu echtem Wandel führen und zu einer krassen Lebensverbesserung von ganz vielen Menschen.
speaker-0: Ja, auf jeden Fall spannend. Natürlich erinnere ich mich auch noch an die Bilder im Fernsehen, aber für mich war das weit weg. Ich hatte halt eine Großtante, der mir immer Pakete geschickt haben mit irgendwie Strumpfhosen und Plastiktüten, was ich immer weird fand. Aber wenn du in NRW aufwächst, hast du das halt ... Damals war ich noch zu klein, die politische Dimension zu verstehen. Aber ich weiß noch, dass ich das einen besonderen Tag fand. Ich wollte auch unbedingt nach Berlin fahren. Aber ich durfte meine Cousine nicht aktivieren, dorthin zu fahren. Aber ich denke schon, dass das auch prägt, wie man auf die Welt schaut. wenn man das als Kind noch nicht so verstanden hat. Hast du denn, du hast eben gesagt, hast dich ... Oder deine erste Spende ging an Greenpeace.
speaker-1: Wo ich drüber nachdenke, auch andere positive Erlebnisse. Ein anderes Thema, das weiter weg war, aber schon auch regelmäßig in für uns zugängliche Medien aufgetaucht ist, war Apartheid in Südafrika. auch da, Kamele-der-Wandel oder Mandela ist später Präsident geworden. Es gab schon ein paar Sicherlich auch viele Negative, aber auch positive Entwicklungen. Das mag natürlich auch mit dem Alter zu tun haben. Aber die 90er in einem sehr positiven Licht, Vollaufbruchsstimmung, so bisschen reflektieren. Und auch bei der Umwelt. war sehr kritisch, da auch Helmut Kohl einen Brief geschrieben. Da hab ich dann gelernt, Wort Barsch kennengelernt. hat für die Barsche Kritikgedanken, die ich geäußert habe, relativ undiplomatisch.
speaker-0: Mensch, das zum Glück bist du das jetzt nicht.
speaker-1: Ja, war damals noch unwissenschaftlicher vorgetragen. Er hat mir nicht persönlich geantwortet, aber einerseits hat mir ein paar Unterlagen zukommen lassen. Da habe ich erst mal nicht in meinem Leben gespendet, aber auch schon auf missionarischen Trip und in meine Grundschulfreunde voll gelabert. Die müssten das auch tun mit ihrem Taschengeld. Der Vater von einem Freund kam zu der Andi, der hat jetzt Ich hab jetzt für den jetzt gespendet und ich glaub, er eigentlich sagen wollen und jetzt hältst immer die Schnauze irgendwie so, weil du nervst einfach krass.
speaker-0: Ich habe überlegt, ob wir unsere Beurteilung aus den Grundschulzeugnissen durchlesen sollen und ob wir da schon gewisse Tendenzen, die jetzt auch immer noch wahr sind, finden würden.
speaker-1: Ja, so schade, dass wir das jetzt haben.
speaker-0: Aber ich mich so gefragt, hattest du dann, du bist da aufgewachsen, du hast den Mauerfall sehr nah miterlebt, wir haben in den 90er Jahren den Kalter Krieg zu Ende und auch diese Umweltbewegung. Hattest du damals schon so Plan, was jetzt Studium und Berufsfall angeht, vielleicht hattest du auch noch Vorbilder, hattest du damals schon den Plan, sozusagen später in deiner beruflichen Karriere
speaker-1: Es hat zugebenommen ein bisschen geschwankt zwischen, ich war auch großer Fan des Spielzimmern-Operi, dachte, reich werden hat ja auch seine Vorteile. Ich bin seit über 20 Jahren kein Auto mehr gefahren, aber damals fand ich auch Autos spannend und toll und hab mir überlegt, dass ich da für ein krasses Auto fahre und Und bin so bisschen geschwankt zwischen einerseits auch Entwicklungshelfer irgendwie, also dafür hab ich dann auch so bisschen von der Fokus von der Umwelt irgendwie eher auf extreme Armut geschwänkt. Wie alle Leute sehen, es damals noch mehr als jetzt ... Menschen in extreme Armut leben oder an Hunger sterben. Kinder sind ja als Erstes betroffen. Und fand das halt krass. da auch, dass mir Eigentlich Banalersatz meiner Mutter hängen geblieben. ich ordne ihn ihr zu. Was ist ein Menschenleben wert? Hab ich als Kind die Frage gestellt. Das ist wertvollst überhaupt. Das kann man im Geld nicht bemessen. Und dann dachte ich, okay, das klingt plausibel. Und dann mache das es ist vorgängig, dass Millionen Kinder sterben an irgendeinem Unsinn. Wenn das so viel wert ist, warum machen wir das nächste Jahr? Weil es schien ein teilweise lösbares Problem zu sein. Ich hatte ja genug Essen auf dem Teller, und in den Supermärkten gab es keine leeren Regale. Irgendwie war ja genug da. Und genau, fand das halt intuitiv krass ungerecht und hab irgendwie Da haben wir drüber nachgedacht, als ich mit meiner Mutter ein Patenkind hatte. Ich gespendet an so ein World Vision. war ein Walderufa-Ehe, wurde später gecancelt, weil die das selber eingestellt haben. Dann kam schon der Gedanke in die Richtung, mich da zu engagieren. Die Idee, an der Börse reich zu werden, hat zu den Norwassen auch noch ganze Weile ... Also waren schon so bisschen so Zweihärzen in meiner Brust.
speaker-0: Ich glaube, es gab diese Umweltbewegung, das Ozone, was ich sehr erinnere. Und dann erinnere ich auch noch genau, was du sagst. Zum Teil damals auch diese Bilder von extrem armen Kindern und so weiter. Also ich glaube, wir hatten jetzt keine Patenschaft, aber trotzdem auch sicherlich gespendet in dem Bereich. Und dann auch mal so der Spruch, du hast genug auf dem Teller und da verhungern Kinder in Afrika irgendwie. Das ist mir schon auch noch präsent, wo ich dann auf jeden Fall gemerkt habe, nicht jeder wächst so auf, wie wir irgendwie aufwachsen.
speaker-1: Es war zumindestens Teil, und vielleicht habe ich dir mehr Aufmerksamkeit gestellt, oder war das allgemein mehr oder anders, aber so ein bisschen Teil der Popkultur. es gab ja jetzt so vielleicht noch grenzwertig vor uns oder sowas, dieses so, also die Welt für bessere Songs, irgendwie wie We The World oder sowas, dann später, ich glaube wir waren ja beide große Michael Jackson Fans, sind Michael Forever, ja, jetzt auch im Kino. Genau, aber der hatte ja auf jedem Album quasi irgendwie so einen so... Man in Mirror, nach wie vor bester Song ever, Meinung nach. so Songs, irgendwie der Northong oder sowas. Und gehörte fast, so wie sie auch, guten Ton. genau, schau dich mal im Spiegel an, sowas. gibt's die eigentlich? Keine komplexe, aber finde gute Argumentation. Also das hat sicherlich auch dazu beigetragen.
speaker-0: Und warst du denn eigentlich, weil ich war es nicht, aber warst du irgendwie damals in deinen Teenagerjahren, oder da kannst du auch erzählen, was du dann eigentlich studiert hast, warst du da irgendwie schon so aktivistisch unterwegs?
speaker-1: Also Ich glaube nicht sonderlich stark. Manchmal habe ich mich da reingesteigert. Aber dann war ich in der Argumentation weiter als im Tun. In der Theorie bin ich Meditanter Veganer. In der Praxis habe ich einen weiten Weg vor mir. Du hast Taten statt Worte vorgelegt. Ich habe die Leute in die Diskussion reinbekommen. erinnere mich meinem großen Bruder, als die ersten Mobilfunden. Ich hab ihm vorgeworfen, sein Mobiltelefon sei wichtiger als Menschenleben. Hat die mir nicht zum Großspender gemacht. Die konfrontativste Argumentation ist nicht immer die Erfolgssprechendste. Ich konnte mich da intellektuell reinsteigern. Ich vielleicht zu viel Spaß in der Diskussion. Hab es schon auch geglaubt und hier und da was gemacht. die ich damit verbringe oder auch die Euro. Dann war das nicht null, aber war vermutlich nicht sonderlich herausragend.
speaker-0: Ja, war es bei mir auch nicht. Ich habe in meinem Kleinen irgendwie Entscheidungen getroffen, als ich Vegetarierin wurde, aber habe mich jetzt auch nicht gewusst weiter damals engagiert. genau. Aber was hast du dann eigentlich studiert, Basti?
speaker-1: Genau, ich hatte immer so bisschen aus verschiedenen Gründen interessanten Wirtschafts, also sowohl auf individuelle oder Betriebswirtschafts-Liga eben, aber auch wie funktionieren so Wirtschaftsmodelle. Und war relativ klar, dass BWL, VWL in die Richtung studieren würde, was auch ganz gut gepasst hat, weil das ja Beides lässt tendenziell die Chance, Börsenmakler zu werden als auch Entwicklungsminister. Hab auch zwei- oder dreimal während des Studiums hin- und hergewechselt. Es eine lange Zeit gedauert. Es gibt so viele Überscheidungen im Studium, das hat mich Zeit gekostet. Aber zeigt eine gewisse Unsicherheit, die ich da verspürt habe. Ich glaube dann aber auch, teilweise geprägt durch meine Mitbewohnerin damals, Nach und nach der Entwicklungszusammenarbeit den Vortritt gelassen. Wahrscheinlich auch prägend, von einem Gruppe empfohlen bekommen, mich mit Mikrofinanzen zu beschäftigen. Das gab in den 2000er-Jahren später noch in so einem relativ großen Hype dazu. Ich habe mich damit viel beschäftigt und habe bei der Grümienbank ein Praktikum gemacht. Die kennen einige von Mohamed Yunus gegründet. Der war einer der Vorreiter dieser Mikrofinanzentwicklung. Weil ich hier mal ganz kurz Eigenwerbung machen muss, da war ich noch bevor der Nobelpreis bekommen hat. Also ich war glaube ich so bei Bands oder irgendwas nie der Vorreiter, aber ich fand die coolen Inanführungsstrichen NGOs cool, bevor sie andere entdeckt haben.
speaker-0: hast du dann ja auch irgendwann effektiv Spenden gegründet.
speaker-1: Das hat noch bisschen gedauert. jetzt vielleicht noch mal zu dir. Bei dir, zumindest wenn man sich deinen Werdegang anschaut, könnte man ja auch sagen, da schlugen zwei Herzen von einer auf den ersten Blick kapitalistischen Profit-Maximinen-Karriere zu anderen Bereichen, was da passiert, was war da los?
speaker-0: Ja, aber es gab, glaube ich, gar nicht so sehr die zwei Herzen. Ich wusste nach dem Abit tatsächlich gar nicht so genau, was ich studieren sollte. das hast du auch schon in meiner, also wir mussten damals ja noch Leistungskurse wählen. ich hatte Mathematik und Französisch als einzige in ganz Sost. Also in Sost gab es drei Gymnasien. Ich weiß nicht, wie viele Abiturientinnen wir am Ende waren, wahrscheinlich so 200, 300. Und niemand hatte die Kombination, weil es gab irgendwie die Nerds, die Mathe und Physik hatten und dann gab es die Sprachwissenschaftler, hatten irgendwie Französisch und Englisch oder Französisch und Geschichte oder so.
speaker-1: Interessant, hatte also Mathe auch, dann PW, also politische Weltkunde. Also moderne Geschichte.
speaker-0: Das gab es bei uns gar nicht mehr. Ich fand es gut, einfach zu haben, wo ich viel schreiben konnte. fand Französisch toll. Das war meine erste Fremdsprache. Ich hatte Englisch, die einzige Fünf, die ich meinem Leben geschrieben habe, habe ich in Englisch geschrieben. Schöne Grüße an Herrn Schneider. Ich wollte auch eigentlich mit Englisch nichts am Hut haben und gerne was mit Französisch machen. Dann habe ich in einem Buch damals, weit bevor Google und K.I., das hieß Studieren in Europa. Mir war klar, ich möchte was Sprachen machen, aber mit Perspektive. Deswegen wollte ich nicht Übersetzerin werden oder Romanistik studieren. Ich wollte auf keinen Fall Lehrerin werden. Dann gab es deutsch-französische Rechts- und betriebswirtschaften. Da ich nicht Jurist studieren wollte, ist es das geworden. In Soz gibt es noch einen alten Wall. Dann habe ich in das Buch geguckt und gesagt ... gehe jetzt einmal den Wall. Wenn ich zurück bin, ich, welcher Studiengang es sein soll. Dann habe ich mich beworben auf Studiengänge, wo ich möglichst viel Zeit im Ausland verbringe. Ich wollte nicht nur einen Erasmus-Demester machen, sondern ich wollte möglichst fast die Hälfte des Studiums im Ausland verbringen. Das war so bisschen nach dem Ausschlussverfahren. Ich hatte auch kaum Ahnung, was Betriebswirtschaftslehre bedeutet und was man damit machen kann. Und auch die Berufsberatung damals in Soest war unterirdisch. Berlin auch. Genau, von daher hab ich das einfach angefangen, weil ich dachte, ich mag Sprachen gerne, ich kann möglichst lange im Ausland sein. Und das klingt nach interessanten Inhalten. Ich war immer breit interessiert, und dann BWL ein gutes Studium. Und ich hab dann in Reutlingen, an der European School of Business, studiert. Damals gab es schon die Privatunis, die man jetzt auch kennt, also WHO-Kobelns und Apps. Ich wollte bewusst nicht an die, weil ich dachte, das ist mir zu snobby, da passe ich nicht ganz gut hin. Ich dann in Reutlingen genommen worden und habe dann in Frankreich angefangen zu studieren, was extrem cool war, weil ich dann viel mehr Französisch gesprochen habe. Ich habe dann in Reutlingen aufgehört und in der Zeit noch ein Semester in Schweden gemacht und habe damals dann aber schon meine Diplomarbeit geschrieben. Sehr ungewöhnlich. schreiben dann ...
speaker-1: Neulinge, ist heute der Markt.
speaker-0: Genau, die Bachelorarbeit wahrscheinlich sogar er. Mit dem einzigen VWL-Prof. Ich hab während meines Studiums gemerkt, ich hatte VWL cool gefunden. Aber das war ein sehr verschultes Studium. konnte da nicht Vorlesungen vom anderen Lehrstuhl mehr anhören. Und dann hab ich geschrieben, auch ein großes Thema, glaub ich, noch aus der Zeit, über die Auswirkungen der HIV- und AIDS-Pandemie in Botswana auf das wirtschaftliche Wachstum in Botswana. Das war es, bevor die Medikamente gab. Dann habe ich ein Modell gebaut, wie viel von der arbeitsfähigen Bevölkerung wird krank und bricht weg und was hat das für Auswirkungen. Das war eine sehr ungewöhnliche Diplomarbeit damals in Reutlingen. Das fand ich schon spannend. Da ist dann eher die Tür aufgegangener, ich kann auch diesen Bereich Entwicklungshilfe gehen. Aber ich würde gar nicht sagen, ich hatte so wie du ... So den Börsentrader und den Entwicklungshelfer, das hatte ich gar nicht so in mir. Ich eigentlich wenig strategische Entscheidungen in meinem Leben, was Studium und Berufsfall, sondern die Türen gingen sehr opportunistisch auf und dann hat sich das irgendwie gut und richtig in dem Moment angefühlt. Von außen wirkt es zum Teil auch sehr, also irgendwie krasser, glaube ich, als ich es in den Momenten immer gefühlt habe. Aber so war mein Studium und ich hatte ... Einfach ein richtig cooles Studium. würde sagen, es hat auch genau zu mir gepasst, weil wir nicht total tief gegangen sind, sondern wir waren halt einfach sehr hands-on. Also ein Freund von mir hat mal gesagt, was haben wir in Reutlingen gelernt? Wir haben gelernt, dass du uns überall auf der Welt aussetzen kannst, ohne Geld und wir finden den Weg nach Hause. Und ich würde sagen, das beschreibt dieses Studium insgesamt sehr gut. Also einfach sehr pragmatisch hands-on, problemlösend und für mich dann aber auch Ich habe da meine ersten Praktika in der Unternehmensberatung gemacht, wo ich dann auch angefangen habe. Es war einfach alles spannend, ohne dass ich, wie du, diese klaren Berufsbilder vor Augen hatte.
speaker-1: Ich es nicht ausschließen, dass ich es vereinfacht darstelle. Aber wenn man sich das nur in meinem Lebenslauf anschaut, ist es bei mir früher und straighter in die Entwicklungsnummern. Mein erster Job nach dem Schulmerz, dann einen VWL-Diplom gemacht. Ich dann erst mal zur KFW-Entwicklungsbank gegangen, also deutsche Startliga-Entwicklungshilfe. Klassisch oder straight forward, ich in den Bereich will. hat glücklicherweise bei mir geklappt. Da hatte ich einen Gedanken, den ich später im effektiven Altruismus, auf dem wir kommen werden, wiederentdeckt habe. Welchen zusätzlichen Mehrwert liefer ich da eigentlich? Für Leute, die sich für das Themenfeld interessiert haben, war die KfW einer der begehrtesten Arbeitgeber. Man brauchte bisschen Glück, reinzukommen. Leute, die sich da auch beworben hatten und die nicht genommen wurden. Wie ich die Person kenne und auch, die Noten sind, die hätte den Platz eher bekommen sollen. das nicht vielleicht ein guten Tag beim Vorstellungsgespräch oder was auch immer? Im Detail kann man jetzt diskutieren, aber einen großen zusätzlichen Mehrwert gegenüber dieser Person, wenn nicht einen negativen Mehrwert, habe ich da nicht gebracht. Wenn ich da nein gesagt hätte, hätten sie vielleicht die genommen. Ob die KfW besser oder schlechter dran wäre, kann man darüber streiten. Auf jeden Fall war sie nicht viel besser dran. Auf dem Gedanken bin ich schon hängen geblieben. Schaffe ich hier wirklich was oder nehme ich jemandem den Arbeitsplatz weg?
speaker-0: Early EA principles.
speaker-1: Ich bin jetzt nur noch auf LinkedIn mit der Person befreundet. In der Entwicklungssamkeit ist sie nicht mehr tätig. Das war so ein Gedanke. Das andere, was ich schnell bemerkt habe, ich bin trotz des Wirtschaftsstudiums grenzwertig naiv idealistisch reingegangen und dachte, extreme Armut abschaffen, das dominante Ziel. Wie machen wir das am besten? Und erleb die erste Diskussion, die ich in der Grafie erlebt habe, die mit Leidenschaft geführt wurde, hat eine Zeit lang gedauert, was überhaupt raffe ist. die Regeln wurden verschärft. Und zwar durfte man unterhalb der Bereichsleiterebene von unter zwei Stunden nicht mehr Business Class fliegen. Das hat einige altgediente Mitarbeiter da auf die Palme gebracht. Ich hab's nicht gerafft. Es ist auch wegen der Flugmeilen so. Das ist fucking egal, du sitzt da nicht groß unterschiedlich. Bei langstrecken Flügen verstehe ich den Appeal der Business Class. Bei Kurzstrecken raff ich's gar nicht. Aber das und ein paar andere Beispiele haben schnell gezeigt, die Armut abzuschaffen oder zumindest seinen Beitrag zu leisten, schon ... Das ist schon ein Ziel, dass da auch einige Leute mit vielen Angaben verfolgt haben. Aber es ist eins unter vielen Zielen und nicht unbedingt das Dominante. Und so unglaublich strategisch ist man da auch nicht vorzugehen. Also wenn ich frage, warum wurden bestimmte Projekte oder Länder bevorzugt, vielleicht habe ich es einfach nicht mitbekommen bis heute. Aber da hat man nicht hart ausgerechnet und guckt, woher retten wir noch drei Leben mehr, wenn wir in dem Land aktiv werden oder uns auf den Sektor konzentrieren oder so was. Also das war schon so bisschen desillusionierend. Der andere Part, den ich auch feststellen musste, wurde mir noch mal meines, wo sie gesprochen, Entrepreneurial Spirits bewusst. Oder meine Ableihung gegen Bürokratie und Hierarchie. Und zugeben, ist Wissen gerade Unfähigkeit, da irgendwie gut drin zu funktionieren. Weil es halt schon de facto eine Staatsbank mit viel oder damals sicherlich noch mehr als hier heute. Viel Hierarchie, der inzwischen abgeschafften, aber Krawattenpflicht, irgendwo, dachte, ich sehe keine, Kunden, Anführungsstrichen, sind mindestens 7000 km entfernt. Für jeden Tag habe ich jetzt die blöde Krawatte bei 35 Grad und keine Klimaanlage im Büro. also, first world problems und nicht das, was einen motivieren sollte oder sowas. Aber so, also, für mich unsinnige Regeln oder sowas. Das hat nicht das Beste aus mir herausgekitzelt, muss ich mal sagen. Genau, aber ich jetzt zurück zu dir, bevor ich hier zu lange monologisiere. Du, genau, warst nicht bei der KRAFI-Entwicklungspunkte und auch über Instagram nicht bei der EZ, sondern bei BCG.
speaker-0: Bevor ich zur BCG komme, das ist der klassische Weg von Reutlingen zur BCG. Es ist wichtig, meinen Sprüngen im Lebenslauf dass ich noch Jahr in Guatemala war. hab während meiner Zeit in Reutlingen ein Praktikum gemacht bei einer Unternehmensberatung BCG. Fand das auch cool und hätte dann direkt anfangen können. Was auch extrem viele aus meinem Jahr gemacht haben. damals sehr, sehr kompetitiv. Du hast ein Praktikum gemacht, und das gut verlaufen ist, du ein Angebot bekommen. Ich habe dann noch ein Jahr in Guatemala eingeschoben, was eine absolut andere Erfahrung war. Ich war für eine kleine Stiftung aus meiner Heimatstadt. Die hatten da so ein Programm, ein bisschen wie Freiwilliges Soziales, aber angedockt an diese Stiftung. Die war so klein, dass die mit der Kindernothilfe in Guatemala zusammengearbeitet haben. Dann habe ich gedacht, ach ja. Ich war immer, glaub ich, bisschen unerschrocken und hab gedacht, das klingt jetzt mal gut, ich mach das jetzt mal. Und außerdem hatte mich dieses Thema globale Armut auch irgendwie beschäftigt. Eher aus diesem, hey, es gibt viele Menschen, gehen jetzt wirklich viel schlechter als uns. Und dann bin ich dahin und eigentlich sollte ich Projektmanage machen und Antigua, in dem Office arbeiten. Und sollte so ein Projekt aufsetzen in den Bergen. In Guatemala war ja sehr lange Bürgerkrieg und dann gab's halt nach dem Bürgerkrieg Die hießen comunidades de populaciónes resistencia. heißt, sind Dörfer, die von der Regierung angesiedelt wurden für ehemalige Guerilla-Kämpfer. In so einem Dorf die Kindernothilfe sich engagiert und die Schule gefördert. Aber das Problem war, viele dieser Frauen waren Analphabeten, weil die in den Wäldern und im Krieg von Ort zu Ort gezogen sind. Wir wollten ... Ich wollte einen Alphabetisierungskurs finanzieren. Ich sollte nur mal dahinfliegen, Projektmanagement zu Das ist ein Ort, der damals abgeschnitten war. Du konntest mit einer kleinen Chessner auf einer Kuvisel landen oder reinlaufen. Dann war ich da und bin ein Jahr geblieben. Ich habe nicht nur das Projektmanagement gemacht. Das lustig, weil es darin bestand ... weil wir dann auch noch ein Schulgebäude gebaut haben. hast dann so drei Esel Sand bestellt. Also Projektmanagement der anderen. Ich nicht unbedingt, wie ich es bei BCG gelernt hatte. Und dann bin ich aber dageblieben, weil die mich gefragt haben. Ich hab dann halt unterrichtet. Mein Spanisch war so, kurz vorher war ich sechs Wochen in Ecuador und hab dann noch Spanisch gelernt. war halt so Straßenspanisch. Die meinten, du hast BWL studiert, kannst du Buchhaltung und Math und Physik unterrichten. Buchhaltung habe ich dann unterrichtet. Ich meine, einem Ort, wo es kaum damals Geschäfte gab, wo überhaupt kein Verständnis von Cashflow oder Bargeld und so. Da haben wir dann kleinen Barbershop ausgemacht und daran eine Guf und eine Bilanz irgendwie uns angeschaut. im Endeffekt bin ich Jahr in Guatemala geblieben, habe da unterrichtet, habe da in sehr einfachen Bedingungen gelebt, was ich aber auch damals gar nicht. Ich fand, ich hatte eine wunderbare Zeit. Die Zeit hat mich geprägt, über Privilegien, Ungerechtigkeit in der Welt nachzudenken. Trotzdem ich danach von den Gummistiefeln ins Kostüm. Ich habe dann bei BCG angefangen. Als ich bei BCG angefangen habe, habe gesagt, ich bleibe zwei, drei Jahre, was der Durchschnitt ist in der Beratung. Ich bleibe zwei, drei Jahre und gehe dann zur UNO. Das war halt so mein Plan, hab ich auch groß angekündigt. Genau, geblieben bin ich dann acht Jahre und nie zu UNO gegangen. Und hatte bei BCG auch für mich eine gute Zeit. Also ich glaube, ich hatte extrem viel Glück, dass ich gute Projekte hatte mit guten Kollegen und Kolleginnen. Dass ich mich nie zu ernst genommen habe. dass ich auch immer, da hab ich das erste Mal gedacht, ja, natürlich bin ich hier ersetzbar. Ich war auch nie ein Fan davon. Ich fand es auch nie geil, richtig viel zu arbeiten. Ich habe für mich Rahmenbedingungen geschaffen, ich geschafft habe, dass ich eine gute Zeit hatte bei BCG. Ich habe alle zwei Jahre meinen Sabbatical genommen, dann mit dem Rucksack durch die Welt gereist. Happy. Genau, der Happy, der Peter Pan in mir. Dem ist, du ja weißt, war ich gerade erst wiedergekommen, immer noch gibt. Aber ich habe für mich, BCG, das war irgendwie cool, weil du auf wahnsinnig vielen Projekten arbeitest, immer mit sehr ambitionierten Menschen, was ich cool fand. Und mir war klar, ich will hier auch nicht Partnerin werden. Und dann hab ich halt während meiner BCG-Zeit, ich glaube, das war dann auch noch mal prägend, hab ich noch an der Columbia University in New York halt so einen Master of International Affairs, also einen Master in internationalen Beziehungen gemacht mit einem Fokus auf Entwicklungsökonomie. Und es war klar, das mach ich eigentlich, dann halt zurückzugehen. Also BCG hatte mir das finanziert, deswegen musste ich noch eine Weile zurück. Aber dann dachte ich so, und dann geh ich zur UNO. Und dann hab ich aber während meiner Zeit...
speaker-1: Irgendwie hat man dabei, wenn du ein Master in Entwicklungsökonomie machst, das hat dich wahrscheinlich für den kleinsten Teil und wahrscheinlich nicht die lukrativsten Projekte bei BCG zusätzlich qualifiziert oder sowas. Aber da war man dann schmerzfrei oder hatte nicht schon die Sorge, wenn du das machst, dann kann es auch gleich irgendwie gehen?
speaker-0: Ja, gut, du das sagst. Erstens hat BCG generell so eine, das nennen die halt Educational Leave of Absence. Du kannst halt eigentlich, wenn du bei BCG anfängst, haben alle die Möglichkeit, Promotion zu machen oder ein MBA eigentlich. Und das, ich damals gemacht habe, also nee, was ich gemacht habe, war damals sehr ungewöhnlich. Ich habe das aber gleich schon in meinen ersten zwei Wochen mit denen verhandelt, weil ich wusste, dass ich nicht ein MBA, also ein Master of Business Administration, machen möchte, weil ich ja schon BWL studiert hatte und auch nicht in die Richtung wollte. Und dann gab es damals eigentlich eine Anne Schulze-Regel. Also die haben dann erst gesagt, sie würden sowas nicht finanzieren. Dann habe ich gesagt, ich habe hier noch ein paralleler Angebot von Bain, dann gehe ich halt dahin. Mir war das gar nicht klar, wie dedicated es damals war. Aber mir war klar, ich möchte eigentlich nicht in der Industrie bleiben. Und dann haben sie mir halt damals zugesagt, du kannst eher so einen Politik-Master oder Verwaltungswissenschaften oder International-Beziehungs-Master machen. an der Uni, wo wir auch den MBA fördern. Dann war klar, das muss eine von den großen Ivy League-Unis sein. Dann hab ich extrem viel Glück gehabt, dass ich da reingekommen bin. wollte unbedingt nach New York. Weil ein Freund von mir den gleichen Master vorhergemacht hatte, fand das einfach super. Und hab mich dann auch nur an zwei Unis beworben. Dann hat es geklappt, dann hatte ich da eine großartige Zeit. Aber auch in der Zeit ... Mit vielen Menschen, weil es war ja New York, also hattest du auch Exposure zu Uno. Mit vielen gesprochen, auch Menschen von der Weltbank. Kaffee, hatte ich auch mal drüber nachgedacht. Und dann haben viele gesagt, du kommst von BCG, unter Unternehmensberatung bist gewohnt, was du eben gesagt hast, agil, schnell, relativ senior zu arbeiten. Du wirst dich echt langweilen, mach das nicht. Und dann habe ich in der Zeit total, wir sagen immer, geupdated, meine Meinung revidiert und habe gedacht, ich bin mir nicht so sicher, ob ich das machen soll.
speaker-1: Ich wollte dir kurz einhaken oder dir Props geben. Du erzählst dir von dir selber mal, das erscheint mir bei dir als bei fast allen anderen Leuten, dass du unter Impostor-Syndrom leidest. Du verdienst es gar nicht, an bestimmter Stelle zu sein oder so viel Credit zu haben. Aber zwei Sachen, die für dich banaler schienen, aber für viele Leute mit Mut oder so was verbunden waren. Zum einen nach Guatemala zu gehen. zwar wirklich ... ländliche, also nahe der Welt basically.
speaker-0: Sonntags kamen die Kinder zu mir morgens, nachdem sie die Kühe versorgt hatten. gesagt, Senyo, Senyo, lass uns einen Ausflug in den Wald machen. Sie haben ihre Machete genommen und mir den Weg freigeschlagen.
speaker-1: Das hat nicht viele gemacht, vor allem wenn die Alternative wäre, die bei BCG einzusteigen und einen guten Taller mit nach Hause zu nehmen. Weil Vermögenwörse in der Zeit ja nicht aufgebaut haben, will ich immer hoffen. Und das andere auch, also das kannte ich im Detail nicht, also ich wusste, dass du in der Kolumbier dann den Master gemacht hast, aber das ist durchaus ein Krampfer und dann halt gesagt hat, dann gehe ich halt oder sowas. Muss man sich auch erstmal trauen, sowas. Also das erfordert schon einen... Genau, also scheint die, glaube ich, selbstverständlich irgendwie. Aber für viele Leute, viele Leute hätten es nicht gemacht und erfordert doch irgendwie Mut oder halt eine große Konsequenz.
speaker-0: Das mag so sein. Ich müsste dazu noch andere Fragen nehmen, der Phase des Lebens. Für mich war das so obvious. Ich will kein MBA machen. Vielleicht gibt es ein paar Punkte in meinem Leben, und wahrscheinlich gehört das Vegetarier werden, das nach Guatemala gehen und das mit BCG diskutieren. Ich glaube, wenn dein innerer moralischer Kompass so klar ist ... dann hat sich das damals nicht wie mutig angefühlt. Aber ich kann verstehen, wenn man von außen drauf schaut, dass das durchaus vielleicht so war.
speaker-1: Aber das sind die, also, sehe ich bei mir auch so, dass einige Sachen, die für sich selbstverständlich, offensichtlich, anfühlen und erscheinen, einige davon sind es nicht oder sind es für die meisten Leute nicht. Ich habe mich ja dann, ich komme sicher noch drauf, mehrfach selbstständig gemacht und auch Karriere-Sprünge gemacht, wo andere Leute dachten, bist du bekloppt irgendwie? ich dachte, ich sehe das Risiko nicht, dass ihr da seht, was ist irgendwie.
speaker-0: Ja, vielleicht kannst du ja mal erzählen. Ich hatte auch immer nachgedacht, so UN oder vielleicht auch noch Auswärtiges Amt oder so weiter. Aber ich nehme an, du bist dann ja von dem, was du erzählt hast und wie ich dich kenne. Ich weiß gar nicht, wie lange bist du bei der KfW dann geblieben und was kam dann?
speaker-1: Ich hab uns im Trainingprogramm noch minimal verlängert, aber dann haben wir uns zum besten gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Bin dann über einen meiner Chefs bei der Kaffee zur ProCredit Group gegangen. war einerseits eine Microfinance-Beratungsgesellschaft. hatten aber auch Mikrofinanzbanken. Also hatten ursprünglich in Osteuropa angefangen, aber hatten das in der ganzen Welt, auch in Afrika und in Amerika viel. dahin gegangen, weil ich schon zu Microfinance war, mein Schwerpunkt. Das war so Mitte, Ende der 2000er. Trend-Thema auch. In der Entwicklungsanwaltschaftsszene war das der heiße Scheiß. Da konnte man gut Karriere machen. Das war deutlich dynamischer. erst mal in Bosnien. Aber der Gedanke war, du lernst noch mal, wie das läuft. Dann kommst du in noch exotischeren Länder. Das war auch cool und mangelnde Dynamik. Und so kann man dem Laden nicht vorwerfen. Ich bin dann trotzdem da dann ... mich selbstständig zu machen mit einer nonprofit-Organisation. Ob ich das Gründer gehen oder ich will wirklich der, ich will hier alle, I want to call all the shots, irgendwie war einerseits stark. Und andererseits gab es halt zu der Zeit, also gerade so Internet hatte geboomt, irgendwie viele neue Konzepte, viele Start-ups sind in USA entstanden. Das fand ich irgendwie total spannend, unabhängig von den Zielen dieser Start-ups oder so. Die Deutschen haben angefangen, alles, was in USA erfolgreich hatte, eins zu eins zu kubieren. Aber natürlich nicht im Non-Profit-Bereich, da war die Samba nicht interessiert. Da dachte er, vielleicht kann ich da ein paar der coolen Ideen helfen, nach Europa zu bringen. Er schrieb mir einen einfacher Weg. Ich hab dann gekündigt, bin nach Berlin zurückgegangen, hatte bisschen was gespart. Und hab dann Helpedia, hieß das, gegründet, gemeinnützige GmbH damals, dann später auch effektiv spenden. Problem war, ich hab irgendwie ganz klassische Gründerfehler gemacht, alle drei Wochen irgendwie eine neue Idee gehabt, irgendwie das ganze ... Geschäftsmodell
speaker-0: ist aus dem Charakter.
speaker-1: umgestellt, irgendwie einen Pivot hingelegt alle paar Wochen, wie das in der Gründerszene heißt. Also überhaupt gar kein Fokus irgendwie. Geschäftsmodell war auf tönenden Füßen und mit viel Optimismus drin und so. Genau, bin dann derzeit auch noch auf einen der wichtigsten Partner von Effektivspenden Giffwell gestoßen. da noch mal gesehen wie die bei Philanthropie nachdenken. Das hat mich noch mal komplett aus der Bahn geworfen. Oder war einer der vielen Pivots über den zu verdanken.
speaker-0: Also, wann hast du Gifwell entdeckt? Du bist ja so, in meinen Augen bist du einer der ersten Fans von Gifwell gewesen.
speaker-1: Also in deutschsprachreich
speaker-0: Es hat kurz gedauert.
speaker-1: 12 Jahre später hab ich den Effektivspiel begonnen. Der Part zwischen Entdecken und wirklichen Konsequenzen zu sehen, bisschen gedauert. Ich erinnere mich noch kurz vor Weihnachten. Giffwer, ich wissen es, ein Charity Evaluator. Die gucken sich gemeinnützige Organisationen an, dem Fall Fokus auf Entwicklungszusammenarbeit. Und empfehlen die, die aus ihrer Sicht, die analysieren das sehr tief, die Besten sind und wo man jedem Euro möglichst viel helfen kann. Und damals waren das auch nur zwei Leute irgendwie, das ist nicht vergleichbar, jetzt ist es wirklich eine große Organisation, ich glaube, die nähern sich langsam 100 Mitarbeitenden. Und sind inzwischen ein Global Player in gewisser Weise. Damals noch bisschen weniger wissenschaftlich und mit mehr Leidenschaft und auch bisschen plakativer in der Kommunikation unterwegs, aber bei mir offene Türen eingerinnt und hatten so, da gab es auch den effektiven Altruismus noch nicht oder so, aber hatten so viele Gedanken, die heute trivial erscheinen. Die haben das zu Ende gedacht und haben Konsequenzen rausgezogen. Bei der KfW war ich in der Evaluierungsabteilung. Ich da begeistert, wie die Tiefe gegangen wurde und welche Konsequenzen man rausgezogen hat. Aber ich habe gesehen, dass den ersten Blick sehr ähnliche Projekte Da haben wir unsere Mikrofinanz-Organisation in Bangladesch angeschaut. Wir arbeiten dem ersten Blick sehr gleich, im ähnlichen Themenfeld, im gleichen Land und trotzdem ist die Einschammer viel erfolgreicher als die anderen. Also nur ich mache Maßnahme X in Land Y heißt nicht, dass der Rest dann egal ist. Also wie in der Privatwirtschaft offensichtlich so. Die eine Bosseinbitzerie wird irgendwie ein Franchise und die andere macht nach einem halben Jahr wieder zu. Es kommt halt auch aufs Management und die Details dann an. Genauso war ich im Immediately großer Fan von War dann aber erst mal beschäftigt, im Infektorpedia abzuwickeln. Das hat leider nicht geklappt. Oder irgendwann ist mir das Geld ausgegangen und da war irgendwie so nicht richtig offensichtlich, wo das hinführen sollte. Genau, hab aber, also im Nachhinein rede ich mir das schön als mein Master in Social Entrepreneurship. Also glaub ich, hab viel Zeit und Energie reingesteckt, auch wie angedeutet bisschen planlos. Aber viel gelernt, viele Kontakte geknüpft und bin dann zu Better Place erst mal gegangen. Die zu einer ähnlichen Zeit angefangen haben, aber erfolgreicher waren auf jeden Fall. ist ja auch jetzt noch die größte deutschsprachige Spendenplattform. Noch, möchte ich gleich sagen. Genau, also das war so ein Stück und hab dann die nächsten Jahre in der Tat bei Wetterpläne und anderen Social Startups im weitesten Sinne gearbeitet. Wahrscheinlich immer so bisschen im Hinterkopf so, vielleicht starte ich irgendwann auch noch mal eins.
speaker-0: bevor wir über das Eins sprechen. Vielleicht einfach noch genau ... hab dann ja, weil du das eben gesagt hast, mein Studium bei BCG, und dann war aber für mich dann auch, das anzuknüpfen, also für mich war auch immer klar, BCG hat irgendwann ein Ende, weil der Weg ist bei BCG so eine Karriereleiter, typische Up and Out, und dann gehst du eigentlich in Richtung Partner oder Partnerin. Und mir war total klar, dass ich das nicht werden möchte. ich hab ... weder gerne Projekte verkauft, noch fand ich dieses riesige Einkommen erstrebenswert. Da war für mich schon immer klar, ich möchte in den Non-Profit-Bereich gehen. Als ich dann irgendwann, ich weiß nicht, das jetzt ist, aber damals, wenn man dann gegangen ist, hat man an All-Staff, also alle Mitarbeiter in Deutschland geschrieben und hat so eine Abschiedsmail geschrieben. Dann hab ich geschrieben, ich geh jetzt. Und dann in den Non-Profit-Bereich kann ich gleich noch was zu sagen. Dann haben alle gesagt ... Ja, überhaupt nicht überraschend, hast du an Tag 1 gesagt. Es hat nur ein bisschen ... took a while. Genau, und dann war halt die Frage, was mache ich denn mit diesem BCG-Hintergrund, den ich für mich sehr wertvoll war. Weil du lernst halt schon irgendwie, ich glaube, da kommen wir später auch noch mal zu, du lernst halt so Projektmanagement, Priorisieren irgendwie, Dinge nach vorne zu bringen und abzuschließen. Ich wusste, ich will nicht den klassischen Weg gehen. Der klassische Weg aus der Unternehmensberatung ist, du gehst zu einem Kunden und überspringst dann auch mal zwei, drei Stufen, weil die dich halt kennen. Dann hatte ich am Ende tatsächlich so Karrierecoaching. Das kriegst du halt, wenn du auf dem Weg raus bist sozusagen. Das war eine fürchterliche Coachingerfahrung. Ich bin eigentlich Coaching-Fan, aber das war halt ... Weil ich gesagt hab, ich möchte in den Non-Profit-Bereich. Da weiß ich jetzt nicht, ob wir was finden. Das war völlig so bisschen out of the defined zone.
speaker-1: ...dem nicht wegkriegen.
speaker-0: Und dann habe ich halt damals einfach im BTG-Alumni-Network eingegeben, wer arbeitet denn im Non-Profit-Bereich oder irgendwie hat, du kannst ja so angeben, was du machst oder ob du auch ehrenamtlich unterwegs bist. Und dann habe ich damals einfach alle angerufen habe gesagt, ich bin Anne, ich möchte BCG verlassen, was kannst du mir empfehlen? Hast du einen Job für mich? Und mit wem sollte ich noch sprechen? Und das war super. Dann hatte ich halt relativ relativ kurzer Zeit hatte ich tatsächlich drei Jobangebote, zwei von großen Organisationen. Also damals war das Save the Children in London und das World Food Programme, da wäre ich zumindest irgendwie in dem UN-Netzwerk gewesen. Und dann habe ich aber auch noch mit Stefan Schauer gesprochen. der gerade dabei war, Stiftung für eine wohlhabende Familie Deutschland aufzubauen, den ich eigentlich nur traf damals, weil sie noch unter den S-Bahn-Gleisen am Savignyplatz. Und wir haben uns einfach nur unterhalten und er hat gesagt, ja, ich hab gerade keinen Job für dich. Und dann hat er irgendwann am nächsten Tag aber gesagt, eigentlich war das so cool, hast du nicht Bock hier mit die Stiftung aufzubauen. Und so bin ich dann zu der damals Bankisa Stiftung Zukunft gegangen. Was ich so cool fand, weil für mich war die große Herausforderung, als ich vom BCG kam, ich gedacht hab, ich hab schon was vom deutschen Non-Profit-Bereich mitbekommen, also SOS-Kinderdörfer und so weiter und so fort oder World Vision. Wo passe ich denn mit meinem Erfahrungsschatz und meiner Berufserfahrung hin? Und nicht nur, passe ich hin, sondern wo wird es wertgeschätzt? Und wo bin ich nicht die Böse, aus der Unternehmenswelt kommt? Deswegen fand ich das so spannend. mit Stefan, der auch einen Unternehmensberatungshintergrund hatte, zusammenzuarbeiten, weil ich gedacht habe, wir denken irgendwie gleich. Also wir wollen was Gutes tun, wir wollen das halt auch irgendwie möglichst effizient und professionell und effektiv tun. Und deswegen war damals das dann halt auch meine Entscheidung. Okay, ich möchte halt, also ich fand es halt cool mit Stefan und da waren ja nur zwei, drei andere damals, was aufzubauen und mein Skillset aus der Beratung wird auch gewertschätzt. Und so war es dann ja auch so einfach wahnsinnig cool in dem kleinen Team damals zu arbeiten, wo extrem viele ehemalige Berater und, es waren nur Berater, ich muss nicht gendern, Berater waren und wir alle aber so ähnlich gedacht haben, ja, und so in so einer ganz ähnlichen Energie waren. Und ich dann damals halt nicht in die eine der großen Organisationen gegangen bin. Ja, es war ganz spannend. genau. Und da haben sich dann ja auch erstmal nicht unsere Wege gekreuzt, Basti, ne?
speaker-1: Ich hätte noch eine Lanze dafür brechen, auch weil ich ein guter Freund von mir, der auch sehr erfolgreich in der Wirtschaft tätig war und den ich auch mal abwerben wollte, sich dem Non-Profit zuzuwenden. mal unabhängig davon, er sich das geile technisch hätte vorstellen können, hat er selten auch mal einen Beratungsprojekt bei, ich weiß nicht, Caritas oder einer der ganz größten Tanker. meinte, da wird er lieber arbeitslos bevor sich das gibt, weil er diese lahmen Strukturen und irgendwie ... Die Beamten, die er gesehen hat, oder den Bereich, den er beraten hat. Dass sie nicht komplett pauschalisieren. Ich dachte, kann ich verstehen. Ich denke da vielleicht nicht so unähnlich. Aber es gibt Non-Profit-Sektor ist recht nicht Non-Profit-Sektor. Es gibt halt total dynamische Sachen. Es gibt halt alten Tanker. Und sucht die Sachen mit den ambitionierten Leuten. Und dann kann das cool und dynamisch sein. Reich werden trotzdem schwierig, zumindest den Part...
speaker-0: Total, ja.
speaker-1: Du hattest es angedeutet, kurz danach haben Sie sich so wege gekreuzt. Stefan, der bei Effektiv Spenden eine ganz zentrale Rolle spielt, der war auch Beirat bei Better Plays. Dadurch kannte ich ihn, ich hab ihn zumindest mal erlebt, auch zusammen mit einem anderen Stefan, Stefan Eschwallen, der bei Effektiv Spenden eine ganz zentrale Rolle spielt. die ähnlich wie ich auch schon ziemlich früh von Giffwerl gehört hatten und auch da immediately hooked waren und glaube ich auch schon längere Zeit im Hinterkopf hatten. Die Gedanken und Ideen und so was, die voranbringen, wie die über Fidantropie nachdenken, kann auch Deutschland viel von profitieren, wenn man da mal rüber schwarbt und sich überlegt, wie kann man das rüberbringen. Weil noch bevor ich dann auch zu der Bank Gieser Stiftung oder zu einem Projekt der Bank Gieser Stiftung gestoßen bin, Dann hattet ihr ja angefangen, diese Stiftung in diese Richtung zu pushen, auch mit Gifall direkt zusammenzuarbeiten, da in ähnliche, von Gifall empfohlenen Organisationen Geld zu leiten oder mit denen gemeinsam Projekte aufzusetzen.
speaker-0: Genau, also die Idee war halt immer, das hat ja damals mit diesem Fallbeispiel, da war ich noch nicht bei der Ben Kieser Stiftung, angefangen, sich anzugucken, also spenden wir eigentlich an die richtigen Organisationen und bringt das was, ja, und dann bei näherem hinschauen hat man festgestellt, so, es gibt viel kosteneffizientere Programme. Und was dann damals, das weiß ich noch, als ich mein Einstellungsgespräch hatte in München, das war der Tag, dass die Finanzierung für das andere Projekt, wo man der maßgebliche Förderer eingestellt wurde. Da ging es darum, den großen Kommunikationsplan hochzufahren, weil das auch sehr ungesehen ist in einem deutschen Non-Profit-Bereich. Dass man sagt, ist nicht effizient, machen wir mal dicht.
speaker-1: oder lange eine Organisation Big Brothers Big Sisters unterstützt. Eine Deutschland tätige Organisation, die Mentorenprogramme für Jugendliche entwickelt hat. Da gab es eine gewisse Skepsis von Stefan und anderen, ob das die beste Organisation ist. Dann wurde die relativ aufwendig evaluiert, mit einer ähnlichen Organisation, Balou und Du ebenfalls. Das Ergebnis war, dass nach den Zahlen, da vorlagen, Bestmiss und Gewissen, Balou und Du mit dem gleichen Geld ungefähr zehnmal so viele Kindern helfen kann wie anderen. Man muss gar nicht in die Entwicklungszusammenarbeit gehen. Auch innerhalb Deutschlands gibt es ganz große Wirkungsunterschiede. Da können wir jetzt wahrscheinlich eine halbe Stunde über reden.
speaker-0: Ich glaube, das Besondere war halt, und dass man dann aus, der Erkenntnis dieser Unterschiede hat man halt Konsequenzen gezogen und hat gesagt, okay, dann finanzieren wir das eine Programm nicht mehr. dann, also ich glaube unheard of, weil es immer so, Gott, die armen Kinder und die armen Menschen, ja, nee, aber du vergisst irgendwie, wenn wir das Geld in das andere Projekt geben, kannst du viel mehr Kinder, ja. Also wir müssen nicht über die reden, es dann nicht mehr bekommen, sondern die, es dann zusätzlich bekommen. Und das ist aber so eine Denke. Die treibt uns jetzt auch sehr an, das ist unserer DNA, die aber nicht jedem so klar ist und zugänglich ist und schon gar nicht auch mit der Non-Profit-Welt in Deutschland in Verbindung gebracht wird.
speaker-1: Da kommt oft der Vorwurf, ich vergesse immer, dass das relativ verbreitet ist. Ihr mit eurer tobakapitalistischen Denke macht uns den Non-Profit-Sektor kaputt oder führt dazu, dass eine Organisation ihre Arbeit einstellen muss, weil der größte Förder weggefallen ist. Das ist gerade für Mitarbeitende auf jeden Fall hart. Auf der anderen Seite, wie kann ich es rechtfertigen, nicht zehnmal so viel Kindern zu helfen, weil ich oder Evaluationslob finde oder so was. Daran muss man ja denken. Ich finde das noch schwerer zu rechtfertigen. Wenn man was gegeneinander ausspielt, damit kann man uns nicht an Karren fahren.
speaker-0: Aber ein bisschen abstrakter natürlich. Das war der Gründungscase von der Benkiser Stiftung Zukunft. Dann haben wir noch gemeinsam ein Projekt bei der Benkiser Stiftung Zukunft gemacht. ich sagen würde, da hatte ich meine größten Ja, größte und schwierigste Erfahrung, ich, was es bedeutet, Führungskraft zu sein. nur das irgendwie kurz, also warum sitzen wir jetzt hier bei Effektiv Spenden? Wir haben ja damals gemeinsam das Projekt gemacht und du warst da eher noch bei Better Place und bist dann aber da reingekommen. Ausgeliehen
speaker-1: sozusagen ausgeliehen und dann...
speaker-0: und genau, und dann haben wir ein Projekt aufgebaut, was uns allen total klar erschien und da hat man auch ein Versagen des Non-Profit-Marktes gemerkt. Wir haben wahnsinnig viele Gelder von dieser Stiftung bekommen, weil alle total excited waren. Aber niemand war eigentlich ... Man würde heute sagen, es gab kein Product-Market-Fit. Wir haben uns sozusagen von unserer Begeisterung leiten lassen. gab, worüber wir häufig auch reden, es gab nicht den Markt im Sinne von, wir haben ein Produkt und wird es gekauft, dann machen wir weiter. Du hast ja immer diese Dreiecksbeziehung. Wir haben Finanzierung bekommen, weil wir unseren Stiftungsrat begeistern konnten. Die immer noch gesagt haben, höre schneller weiter, sehe hier 100 Leute sitzen. Glück hatten wir das nicht. Aber immerhin haben wir eine Organisation in kurzer Zeit von 0 auf 35, 40 Leute aufgebaut. Und haben dann festgestellt, wow, hier ist kein Product Market fit. Es war sehr schmerzhaft, aber dank auch Stefans Radikalität haben wir dann tatsächlich, ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Tag, Es war irgendwann im Dezember, ich weiß nicht mehr genau wann, 2017 oder 2017, ich denke es war der 12. Dezember 2017, haben wir den Laden zugemacht. Also das heißt, ich hab's wirklich miterlebt von ich war alleine bis zu ich war wieder alleine. Und das würde ich sagen, es war sehr painful, da glaube ich... Ja, ich meine, wir haben da viel drüber gesprochen, aber wir haben es halt auch zu spät wahrhaben wollen. Es ist halt auch so angenehm, wenn das Geld irgendwie fließt, ja.
speaker-1: Es war schon, wir waren so bisschen, im Nachhinein kann man das kritisch betrachten, bisschen high oder full of ourselves irgendwie. Und dachten, ich hatte das vorhin schon so ein bisschen angebracht, so die Samba-Rocket-Internet-Deutsche, also die deutsche Stand-Up-Szene kennenwissen, wovon ich spreche, die genau wie das skalierende Sache in Rekordgeschwindigkeit hoch irgendwie so auch wieder da, so ein bisschen zumindestens inspiriert von ein paar Vorbildern aus den USA oder sowas so. Und genau, jetzt hier, also machen das Non-Profit-Sektor, aber genau halt. ohne den Product Market Fit irgendwie zu finden. Und das ist dankbar, das ist was generell im Profitsektor falsch läuft. Wir konnten die Geldgeber, in dem Fall waren es wenige, durch eine Stiftung, die da mitgegangen ist, oder sich begeistert hat lassen, konnten Geld sammeln, ohne dass wir einem Endkunden einen Mehrwert verschafft haben. positiv gesprochen, als es uns dann bisschen spät, aber klar geworden ist, wurde die Sache auch schnell wieder abgewickelt. ja, positiv auch eine Lernerfahrung. mein zweiter Master.
speaker-0: Das war auf jeden Fall mein Master, ich glaube, auch in Unternehmensführung. Ich war zwar bei der Unternehmensberatung Projektleiterin, aber du führst ja in dem Sinne kein Unternehmen. Du erledigst oder du arbeitest an Projekten für Kunden und du hast lauter hochmotivierte, ambitionierte Berater und Beraterinnen, die quasi sozusagen auf dem Projekt arbeiten und deliveren. Ja klar hast du da irgendwie eine Marktdynamik im Sinne von wird das Projekt weiterverkauft. Aber es war was total anderes als irgendwie so ein Startup hochzuziehen, strategische Entscheidungen zu treffen und gegebenenfalls auch radikale Entscheidungen nicht nur pivots zu machen, sondern gegebenenfalls auch einfach das Ding wieder einzustellen. also und man muss sein.
speaker-1: Das war ein Herausbruch. Wir haben Leute geheiert, ähnlich waren wie wir, die wir cool fanden oder so was, völlig überqualifiziert waren und entsprechend teilweise auch unzufrieden.
speaker-0: Obwohl es tausendfach angesprochen haben. Du wirst hier diese Aufgabe machen. Ja, kein Problem. Es war damals auch dem Jobmarkt geschuldet. dann habe ich Leute, in der Tat habe ich geheiert, Leute, die ich cool fand, weil ich mit denen über meine Rucksackreisen sprechen konnte. Dass sie aber nicht unbedingt qualifiziert hat für den Job.
speaker-1: Ja, oder qualifizier... Aber sie waren halt überqualifiziert.
speaker-0: und dann einzigen und dann
speaker-1: Also wollten halt, verschiedenerweise mehr als stupide Daten einzugeben.
speaker-0: Ja, ja, genau. Aber ich glaube, ... Im Nachhinein ist jetzt auch schon eine Weile her eine wahnsinnig wertvolle, aber damals auch eine wahnsinnig schmerzhafte Entscheidung, die jetzt für meine Impostor-Syndrom nicht unbedingt förderlich war. ich gedacht hab, Mist, das hätte ich früher sehen müssen. Das hätte ich viel früher sehen müssen. Aber ich würde sagen, wenn wir das nicht gehabt hätten, hättet's auch effektiv spenden nicht gegeben.
speaker-1: Der hätte Fahrradkette, zum einen sind Leute zusammengekommen, wir beide, Stefan, Basti und andere, die sich durch den anderen Teil der erfolgreichere Reh der Benkiser Stiftung so gemeinsame Leidenschaft entwickelt hatten für das effektive, schmendeneffektive Philanthropie. Als dann klar war, das Projekt wird es nicht mehr lange geben, dann genau. Wir mussten uns nach einem neuen Job in irgendeiner Form umschauen. Vorhochstand war für keinen von uns eine realistische Möglichkeit. Bei mir relativ natürlich die Idee, die ich zehn Jahren vor mir hingetragen hatte. Giffwerl, damals kannten wir schon mit dem effektiven Altruismus, der thematisch ähnliche Gedanken auf andere Bereiche angewendet hat. Tier- und Klimaschutz. Was das voranbringt. Da wir Ideen entwickelt. Man könnte das im Rahmen der Stiftung machen. Das hat sich schnell erledigt. Die Stiftung hat einen ganz anderen Pivot gemacht. Die gibt es in dem Rahmen nicht mehr. Das hat dann nichts mehr mit uns zu tun. Dann hat man das müssen wir nach Deutschland bringen. Die Idee von Effektivspenden hat sich konkretisiert. Glückweise ... konnte ich fast das gesamte ehemalige Ben-Kieser-Team begeistern dafür, nicht direkt mit einzusteigen. Wir waren uns schon unsicher, auch gebrannt. Jede Idee, die wir geil finden, für die gibt es einen Markt. Aber zumindest so, lasst das mal probieren. Das klingt doch gut, das muss doch eigentlich klappen. Dann war der Gedanke, dass ich damit mal losrenne, aber euch unterstützt, einerseits durch Rat und Tat, wie du gesagt hast, nur Unternehmensberaterin quasi. Und vor allem noch ein paar Taler übrig. Also du hast mir die Möglichkeit gegeben, Jahr Vollzeit darauf zu konzentrieren. danach gucken wir mal, wo das hinführt. Interessiert das irgendwer außer Mutti? Und nur wenn ja, dann machen wir weiter. Dann werden wir hoffentlich gemeinsam einen Weg finden, wie man das weiter ausbaut. Und wenn nein, dann lass uns mal nicht 40 Leute einstellen und wahnsinnig viel Geld senken. Also hatten wir auch schlicht nicht. Sondern dann schauen wir mal, was passiert.
speaker-0: Genau, und das Gute war ja, dass wir das noch viel direkter sehen konnten. Also gibt's halt Spenden oder nicht. Wir hatten so einen unmittelbaren Marker, dem wir das, was wir bei dem Projekt vorher nicht so gut konnten, ähm Genau, es was wir sehen konnten. Und ich glaube, genau, du hast dann ja angefangen, Endeffekt standen alle da, was machen wir jetzt noch? Ich bin erst noch bisschen in der Stiftung geblieben und hab dann eher die internationalen Projekte gemacht, wo ich dann zum Beispiel auch mit Michael Kramer, einem der Nobelpreisträger in diesem ganzen Bereich Evaluierung und ... randomisierte Kontrollstudie gearbeitet habe.
speaker-1: noch bevor der Nobelpreis
speaker-0: Genau, Und genau, weil ich immer gedacht habe, ich glaube, was mir dann klar geworden ist, wir müssen einfach ökonomische Prinzipien in diesen Sektor bringen. Das war auch, bevor ich mich mit dem effektiven Altruismus auseinandergesetzt hab, weil das einfach so ganz obvious Ideen für mich war. Also das erste, was ich mit Stefan besprochen war, eigentlich, warum sind der Non-Profit und der For-Profit-Sektor eigentlich so weit voneinander entfernt? Die Welt wäre doch viel besser, wenn sie sich gegenseitig viel mehr befruchten würden. weniger Turbokapitalismus auf der anderen Seite, aber ein bisschen mehr Marktorientierung auf der anderen Seite. Ich glaube, das hat mich immer so dann auch angetrieben. Dann habe ich irgendwann festgestellt, da gibt es ja ein ganzes Ökosystem. Ich habe aber noch als du dann effektiv Spenden quasi aktiv gegründet hast und ich war dann ja nur Gesellschafterin zu Beginn, war ich dann noch mal kurz in der Unternehmensberatung, weil ich finde ja Unternehmensberatung nach wie vor auch cool und habe da aber tatsächlich nur dann die UNO-Organisation beraten. Also bei einer Beratung Seek Development, die nur in dem Bereich also damals Global Health und jetzt inzwischen auch noch Klima und Education unterwegs ist. Und das war für mich aber auch noch mal gut zu sehen. Ich habe dann mit vielen UNO-Organisationen gearbeitet und dann aber auch festgestellt, es war schon eine sehr richtige Entscheidung, nicht da hinzugehen. Und fand das aber irgendwie auch noch cool. Du hast sehr unterschiedliche Projekte, du hast ein sehr internationales Team und du bist halt Unternehmensberater und hoffentlich kannst du den Unterorganisationen weiterhelfen. Nicht immer ist es so. Und bist wahnsinnig vielfältig unterwegs. Und dann kam der Abend bei unserem beliebten Inder in Kreuzberg, wo Basti gesagt hat.
speaker-1: I need help, basically. Ausgerechnet hier mussten wir die Aufnahme aufgrund technischer Probleme unterbrechen. Aber keine Sorge, wir den zweiten Teil des Gesprächs, aus meiner Sicht noch spannender, zwischen Anne und mir nachgeholt und werden es so schnell wie möglich veröffentlichen.