Anmelden

Adoptieren statt Produzieren - Der Tierschutzpodcast

Sarah: Wie rettet man Hühner?

Freitag, 29. Mai 2026 · 49 min

MP3

Shownotes

In Deutschland leben zurzeit rund 45 Millionen Legehennen als sogenannte "Nutztiere" in industrieller Haltung.
Für die Produktion von Eiern als Lebensmittel bezahlen die Tiere den Preis: Unter erschreckenden Bedingungen fristen sie ein Leben in Massentierhaltung.
Doch es gibt einen Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, dem etwas entgegenzusetzen: Rettet das Huhn e.V. rettet ehemalige Legehennen und bewahrt sie damit vor dem sicheren Tod. Und nicht nur das, mit ihrer Arbeit klären sie zudem über die Missstände der industriellen Tierhaltung auf und zeigen uns, welch tolle Tiere Hühner sind.

"Rettet das Huhn e.V.": rettet-das-huhn.de
"Rettet das Huhn e.V." auf Instagram: instagram.com/rettetdashuhnev

Besucht uns auf Instagram: instagram.com/adoptieren.statt.produzieren
Facebook: facebook.com/AdoptierenStattProduzieren
Unsere Webseite: adoptieren-statt-produzieren.org

Bei neuerem Newsletter anmelden: adoptieren-statt-produzieren.org/newsletter

Unsere A/P-Kollektion findet Ihr hier: shop.martinruetter.com/collections/adoptieren-…

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und leben von Spenden. Daher freuen wir uns über jede Unterstützung, die zu 100% im Tierschutz ankommt.

Adoptieren statt Produzieren e.V.
IBAN: DE70 7207 0024 0062 1664 00
PayPal: info@adoptieren-statt-produzieren.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Adoptieren Statt Produzieren: Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Podcast Folge unseres Tierschutzpodcasts. Und heute betreten wir nochmal ganz für mich fremde Gewässer, sozusagen einer ganz anderen Tierart, die wir hier noch gar nicht behandelt haben. Und wir hatten gerade schon im Intro ganz kurz ein bisschen über Zahlen gesprochen. Und ich will auch direkt mit einer reinstarten, die ich nämlich auf der Webseite des Vereins gelesen habe, der heute zu Gast ist. Es gibt in Deutschland einfach 45 Millionen Legehennen in der Tierindustrie aktuell, was ich komplett mindblown finde. Also, es viel ist, natürlich Massentierhaltung, Masse, viele Tiere, da habe ich jetzt schon mit gerechnet. Aber dass es dann so viel ist, hat mich ziemlich schockiert, doch noch mal. Und auf jeden Fall Grund genug, da noch mal mit einer richtigen Expertin zu sprechen, die sich nicht nur mit den Tieren auskennt, sondern auch im Verein Rette das WUNEV ist. und somit auch noch sich sehr gut mit der Vermittlung von Hühnern auskennt. In diesem Sinne sage ich ganz liebe, erstmal ganz lieben Herzlich Willkommen, ganz lieben Dank, dass du da bist, liebe Sarah. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast.

Sarah: Ja, hallo Johanna, vielen Dank, dass wir dabei sein dürfen, ich freue mich sehr.

Adoptieren Statt Produzieren: 45 Millionen. Also ich kann mir das gar nicht vorstellen auf allem Hau. Also das ist für mich so eine Zahl, die Hälfte der Bevölkerung quasi als Huhn, die wir halten. Wahnsinn.

Sarah: Ja, genau. Das sind halt natürlich die Legehennen, insgesamt in Deutschland gehalten werden. Wir machen ja bei unseren Rettungen immer so ⁓ die 1000-1500 Tiere. Und das sind dann quasi die Tiere, die in einem Abteil in dem Sinne gehalten werden und die halt dann pro Rettung genau geschlachtet werden würden.

Adoptieren Statt Produzieren: rettung dann quasi. Wow! Wir sind schon richtig tief im Thema jetzt, aber ich würde Sophie gerne ein bisschen was über dich erfahren, liebe Sarah. Wer bist du? Vielleicht magst auch erzählen, wie viele Hühner denn bei dir leben und wie bist du zum Tierschutzgelehrten?

Sarah: Mhm. Ja klar, gerne. Mein Name ist Sarah, ich wohne in der Eifel und engagiere mich seit 2019 für den Verein Rettet das Huhn. Die Tierliebe hat bei mir schon sehr früh angefangen, eigentlich so von Kinderbeinen an und dann so klassisch Hunde, Katzen, Kaninchen, Pferde und irgendwann stand dann das eigene Haus mit Garten an und ich habe mir gedacht, den Platz muss ich doch sinnvoll nutzen und ich fand Hühner einfach immer super interessant, es sind super. Ja, cleverere Tiere, total unterschätzte Tiere, sehr vorwitzige, neugierige, liebevolle Tiere. Und dann habe ich mir gedacht, dann nutze ich das doch und halte Hühner in meinem eigenen Garten. Und habe dann nach Vereinen recherchiert, weil, so wie die anderen Tiere auch, war für mich auch klar, dass die Hühner auch aus dem Tierschutz stammen sollen. Und dann bin ich ziemlich schnell auf Rettet das Huhn gekommen. Und ja, hab mich dann beworben als Adoptantin, ganz klassisch, und habe damals von meiner lieben Kollegin Daniela meine ersten acht Hühner, waren es damals, acht Hennen bekommen. Und ja, bin dann selber ein Jahr später als Vermittlerin eingestiegen für den Raum Köln-Bornachen. Und mittlerweile leben bei mir jetzt 13 Hennen und ein Hahn. Und nach Rettungen versorge ich auch immer mal wieder Pflegetiere, die dann einfach noch eine Zeit lang besonders gepflegt aufgepäppelt werden müssen und die dann später weitervermittelt werden.

Adoptieren Statt Produzieren: super spannend. Wie funktionieren solche Rettungen oder woher kommen die Hühner, die ihr vermittelt?

Sarah: Die Hühner, die wir vermitteln, die kommen alle aus der industriellen Massentierhaltung. Das heißt aus Bodenhaltung, Freilandhaltung oder Biohaltung. Grundsätzlich werden die Tiere in jedem System nach ca. anderthalb Jahren geschlachtet und durch produktivere Junghennen ersetzt. Und das ist dann der Zeitpunkt, wo wir die Tiere übernehmen.

Adoptieren Statt Produzieren: Ich hatte so ein paar Artikel natürlich über eure Arbeit gelesen und da wurde auch über Rettungen und eben diese Übergaben dann quasi auch geschrieben und da hatte man auch ein Foto von einer Henne gesehen und dann schrieb, ich glaube deine Kollegin war dort vor Ort, ja und das ist eine Henne aus der Freilandhaltung, also die aus der Bodenhaltung, das ist noch mal schlimmer und selbst die aus der Freilandhaltung hast du schon gesehen, hui, die ist ganz schön...

Sarah: Ja.

Adoptieren Statt Produzieren: zerpflückt, würde man jetzt einfach mal so als Nicht-Experte sagen. Fand ich doch irgendwie total schockierend, weil man doch häufig denkt, Freilandhaltung klingt irgendwie harmonisch, große Wiese, die rennen da rum. Aber trotzdem, natürlich, du hast es jetzt auch gerade noch mal in Erinnerung gerufen, auch diese Hennen werden geschlachtet und auch trotzdem übernehmt ihr die Hennen und die sind doch in doch teils erschreckenden Zuständen, oder?

Sarah: Ja, auf jeden Fall. Die Zustände sind eigentlich in jeder Haltung nicht gut, weil man einfach dazu sagen muss, dass es auch bei einer Bio-Haltung, wo natürlich deutlich weniger Tiere zusammenleben als in einer Bodenhaltung, immer noch nicht artgerecht ist. Also auch mehrere Hundert Hennen sind für Hühner nicht artgerecht. Hühner würden in freier Natur bzw. Wenn sie sich aussuchen könnten, kleineren Gruppen bis 30 Tiere leben und alles darüber, das ist für sie auch gar nicht mehr greifbar und sie können dann auch nicht mehr zwischen den einzelnen Individuen unterscheiden. Also auch bei 500 Tieren in einer Haltung, da entwickeln sich auch beispielsweise keine Freundschaften, weil das, es sind einfach zu viele. natürlich sehen die Bodenhaltungshennen immer am schlimmsten aus.

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm. Hmm.

Sarah: Einfach weil die Tiere da mit neuen Tieren auf einem Quadratmeter leben. Das muss man sich ja nur mal vorstellen. Jedes Huhn hat weniger Platz als auf einem DIN A4-Blatt. Und dass da die Federn kaputtgehen, wenn sie permanent an den Stall, an Artgenossen kommen oder sich die gegenseitig aushacken vor lauter Stress. Die Bodenhaltungshennen sehen schon immer am schlimmsten aus. Auch die Freilandhaltungs- oder Biohennen haben einfach die Spuren der Massentierhaltung an ihrem Körper.

Adoptieren Statt Produzieren: Welche gesundheitlichen Bausteine bringen die Tiere mit, wenn sie zu euch kommen? Also was merkt ihr den Körpern an?

Sarah: Also es ist halt hauptsächlich erstmal so, dass die Optik auffällt. Das heißt, gerade in einer Bodenhaltung haben die Tiere halt, wie gesagt, schon sehr schlechtes Gefieder. Viele sind nackt. Viele Tiere sind auch sehr blass, haben sehr blasse Kämme, einfach weil sie auch wirklich kein Sonnenlicht abbekommen haben. Also das muss man sich auch einfach mal vorstellen, dass diese Tiere noch nie in ihrem Leben die Sonne gesehen haben oder noch nie in ihrem Leben Gras unter den Füßen hatten. Das ist... Für ein Tier wie ein Wuhn, was davon lebt, zu scharren, ist das einfach absurd. Das macht mich auch bei jeder Rettung wieder jedes Mal so demütig, zu wissen, was wir diesen Tieren hier antun. Und welche essentiellen Grundbedürfnisse wir ihnen entziehen. Das sind aber auch Sachen, die kommen halt wieder. Das ist auch total schön zu sehen, dass sie wirklich ... Also, von Tag eins an, wenn sie gerettet werden, fangen sie an zu scharren. Selbst bei uns, wenn wir sie in unsere Boxen laden und dann auf die Anhänger zum Transport vorbereiten, dass sie dann schon anfangen, ein Sonnenbad zu machen, wenn sie können. Sie nehmen das sofort an, wenn sie jetzt wieder Huhn sein dürfen. Was dann noch hinzukommt, einfach, dass die Tiere durch ihre Genetik dazu gezwungen sind, jeden Tag ein Ei zu legen. Das machen sie halt auch im neuen Zuhause noch. Natürlich nicht mehr mit derselben Produktivität.

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm. Okay.

Sarah: dass es sich für eine industrielle Haltung lohnen würde. Aber nichtsdestotrotz legt grundsätzlich jedes Huhn auch in Zukunft noch ein Ei. Oder dann vielleicht alle zwei oder drei Tage. Aber es sind halt immer noch legende Tiere, weil ihre Genetik sie dazu verdammt. Und das kann man vielleicht mit Milchkühen oder Ähnlichem vergleichen. Sie sind einfach auf diese Hochleistungszucht optimiert.

Adoptieren Statt Produzieren: Hm. Hmm. Hmm. Okay, mhm.

Sarah: Das bringt natürlich dann andere Sachen mit sich. Das heißt, wir klären da auch schon unsere Adoptierenden auf, dass man einfach mit Krankheiten, den Legedarm, den Legeapparat betreffen, rechnen muss in Zukunft, weil das eine funktioniert halt nicht ohne das andere. Also man kann es sich ja so auch vorstellen für dieses Huhn, als würde eine Frau jeden Tag ein Baby gebären. Also nichts anderes ist es am Ende des Tages.

Adoptieren Statt Produzieren: Hm. Branton.

Sarah: Und dass das nicht spurlos an einem Körper vorbeigeht, das kann man sich vorstellen. Und so ist es halt auch, dass es verschiedene Legedamerkrankungen gibt, die unsere Tiere betreffen können. Aber auch das sind keine Sachen, nicht behandlungswürdig oder fähig wären. Ein Tierarzt kann das durchaus in Griff bekommen. Und die Tiere, wir sagen immer, dass die noch ein bis drei Jahre in Freiheit haben. einfach wenn sie entsprechend natürlich auch versorgt werden. Ich habe aber selber auch zum Beispiel Hennen, die sind acht Jahre alt geworden bei mir oder wir haben jetzt sogar bei uns im Verein ein Jubiläum, das hat diesen Monat stattgefunden. Wir haben eine Henne bei uns bei einer Kollegin von mir, die ist dieses Jahr zehn Jahre alt geworden und die ist auch aus einem Rettungsbetrieb und das ist natürlich ganz ganz toll.

Adoptieren Statt Produzieren: Wow. Krass. Das heißt, zehn Jahre ist für so einen Huhn dann auch wirklich schon viel. Also du sprichst hier wirklich mit einer kompletten Nicht-Auskennerin. Ich hätte jetzt auch gedacht, also fünf, sechs Jahre, aber natürlich, ist ja auch fies, weil diese industrielle Tierhaltung, die verwässert ja irgendwie. Du weißt ja gar nicht mehr, wie alt es wird, eigentlich ein Kuh oder ein Schwein oder so.

Sarah: Ja. Ja. Genau, Absolut. so grundsätzlich, die gehen ja meistens mit so 16 Wochen in den Betrieb rein. Dann bleiben sie knapp anderthalb Jahre da. Entschuldigung, sie bleiben ein Jahr da. Und mit anderthalb Jahren retten wir sie dann. Und dann sagen wir halt so ein bis drei Jahre in Freiheit. Das heißt, die Tiere sind dann so zweieinhalb bis viereinhalb Jahre alt. Und wenn die dann so fünf, sechs die Richtung gehen oder noch älter werden ... dann sind es wirklich schon ältere Legehennen und 10 ist halt wirklich so eine absolute Topzahl. Also da ist man dann schon ein kleiner Methusaleh.

Adoptieren Statt Produzieren: Absolut, aber ich finde es auch wiederum dann trotzdem krass, weil sie haben ja dann, wenn sie gerettet werden, noch schöne Jahre vor sich und in der Gesamtlebensspanne ist ja wirklich so dieser kurze, in Anführungszeichen kurzer Anfang schon so intensiv und so heftig, dass die ja dann nach so kurzer Zeit schon in Anführungszeichen verbraucht sind. So krass, dass man sie eigentlich schlachten würde. Was ich ja auch wahnsinn finde und was ja auch verdeutlicht, was den Tieren dazu gemutet wird.

Sarah: Total. Mhm. Ja, ja. Ja, also eigentlich sind diese Tiere ja gar nicht darauf ausgelegt, ihre Genetik und ihr Körper, dass sie älter als diese anderthalb Jahre werden. Also wir sind für diese anderthalb Jahre auf maximale Leistung gezüchtet. Und was danach mit ihnen passiert, das interessiert halt eigentlich gar nicht, weil das ist der vor Menschen festgesetzte Todestermin für die Tiere. Und deswegen muss ich auch sagen, ich freue mich jedes Mal, wenn unsere Hennen im neuen Zuhause das erste Jahr vollmachen, weil dann ist das quasi der Zeitraum,

Adoptieren Statt Produzieren: Hm. Mhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhhmhh Ja.

Sarah: den sie in der Massentierhaltung verbracht haben, den sie dann auch in der Freiheit verbracht haben. das ist immer so, wie soll ich sagen, oder auch wenn jetzt meine eigene Henne, die Santa, die ist dann halt acht geworden und ich hab mir gedacht, was bist du für ein cooles Tier? Du hast einfach sechseinhalb Jahre der Massentierhaltung den Mittelfinger gezeigt. dich einfach immer wieder selbst überlebt und das finde ich wahnsinnig beeindruckend.

Adoptieren Statt Produzieren: Ja. Ja. Absolut so kleine Tiere, jetzt auch so widerstandsfähig sind dann.

Sarah: Ja, ja. Und das sind unsere Hybriden absolut. ich habe wirklich selten so robuste, so forschte Tiere erlebt, die mit einer Hier-komme-ich-Einstellung in die Welt reingehen. Also das ist schon, die sind schon sehr beeindruckend, muss ich sagen.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm. Hast du das dann auch wie, also ich kenne das beispielsweise auch von Schweinen und von Kühen, die ja eigentlich, wenn sie dann wirklich artgerecht leben, auch super viel Charakter zeigen und Eigenheiten und Unterschiede untereinander und der eine mag das, der andere ist verspielt, der andere Kühe, die sich gerne streichen lassen. Gibt es sowas auch bei Hühnern? Merkst du auch bei deinen Hühnern eigentlich Unterschiede in den Charakteren?

Sarah: Mmh. Ja, Also Hühner sind genauso Individuen wie Hund, Katze, Maus, Rinder, Schweine, alles. Und da gibt es auch definitiv welche, die sind eher lieber für sich, die machen so ihr eigenes Ding, die wollen auch vielleicht gar nicht so den Kontakt zu Menschen haben. Dann gibt es aber auch ganz viele, die hören wirklich, wenn morgens der Schlüssel in meine Haustür geht und dann stellen die sich schon an den Zaun und warten, dass jetzt halt irgendwas passiert. Und grundsätzlich werden sehr viele Hühner wirklich sehr, sehr zahm. Also ich muss dann auch schauen, wenn ich durch den Garten laufe, dann ist das immer wie so eine kleine Armee, die mir folgt. Und manchmal muss man auch bisschen aufpassen, wo man hintritt, weil sie also die wuseln einem permanent ⁓ die Füße drum herum oder wenn man irgendwie so Gartenarbeit erledigt. Sie sind dann auch immer ganz emsig und wollen helfen und helfen einem, irgendwas auszugraben oder man hat da gerade etwas zugemacht und sie graben es wieder aus. Also das ist wirklich...

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm.

Sarah: Ich vergleiche das oft mit bisschen so kleine Hunde. Hühner sind tatsächlich ähnlich wie so kleine Hunde, die eigentlich permanent so ⁓ einen drum herum sind, wenn sie können. Wir haben auch viele Adoptierende, die haben dann irgendwie die Terrassentür aufstehen im Sommer und die Hühner laufen dann einfach selbstverständlich im Haus rum. Das ist wirklich vollkommen normal. Wenn man sie lässt, dann sind Hühner wirklich sehr, sehr zutrauliche Tiere grundsätzlich. zeigen da halt auch

Adoptieren Statt Produzieren: Ach süße.

Sarah: eigentlich sämtliche Facetten von Biss. Ich habe beispielsweise auch einen Hahn bei mir in der Gruppe, der übernimmt natürlich nochmal andere Aufgaben als jetzt Hennen. Und es ist auch immer wieder beeindruckend, mein Gehege ist komplett übernetzt, also es droht da keine Gefahr von Greifvögeln, aber trotzdem, selbst wenn er nur eine Taube am Himmel sieht, dann bringt er alle Hennen zusammen und treibt sie in den sicheren Stall. damit bloß keine was passiert. Hühner sind auch sehr fürsorglich miteinander und achten aufeinander. Ich hab das Gefühl, wenn es einer Henne nicht so gut geht, dann gibt es auch immer so Hennen, denen ist das eher egal. Die machen ihr Ding und sind ein bisschen raudi-mäßig unterwegs. Es gibt auch immer Hennen, die kümmern sich ⁓ das kränkere Tier und setzen sich daneben, passen drauf auf, lassen es nicht alleine. Hühner sind schon einfach sehr soziale, empathische Lebewesen.

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm. Ach Gott. Absolut. Und wie funktioniert so eine Rettung? Also wie findet das denn eigentlich statt? Seid ihr, fahrt ihr immer zu den gleichen Betrieben? Kommen die auf euch zu? Wie ist überhaupt so, habe ich mich auch gefragt, das Verhältnis zu Landwirtschaft oder zu den Landwirten? Wie treten die euch so gegenüber?

Sarah: Also die Rettungen finden eigentlich immer bei den gleichen Betrieben statt, weil wir natürlich auch möchten, dass wir etwas im Betrieb verändern können, eine Verbesserung für die Hennen innerhalb dieser Haltungsbedingungen erwirken können oder im Zweifelsfall auch die Haltung irgendwann aufgegeben wird. Das ist natürlich immer unser Ziel. Und genau deshalb sind das eigentlich immer dieselben Betriebe und die Betriebe Mit denen wir jetzt zusammenarbeiten, haben wir wirklich schon seit Jahren. Die sind entweder selber mal auf uns zugekommen oder es ist halt über Freunde, bekannte Familie gekommen, dass die unseren Vereinen dann kennengelernt haben, gesagt haben, hey, meld dich doch mal da. Natürlich ist es auch bei den Betrieben so, dass da viele dabei sind, die ihre Hände eigentlich nicht schlachten möchten, es aber müssen aufgrund einfach der Marktsituation bzw. des Konsums und der Markt das halt dementsprechend vorgibt. Und ja, ist das Verhältnis einerseits, wollen wir natürlich irgendwie gut und sinnvoll zusammenarbeiten und sind natürlich auch auf die Zusammenarbeit mit dem Betrieb angewiesen. Andererseits stehen wir natürlich auf der gegensätzlichen Seite des Tierschutzhofs und möchten eigentlich gar nicht, dass wir überhaupt retten müssen. Also uns wäre es ja am liebsten, unseren Verein müsste es gar nicht geben.

Adoptieren Statt Produzieren: Mmh. Mhm.

Sarah: dann hätten wir eigentlich das Ziel erreicht, was wir gerne haben wollen.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm. Ja, es ist toll, dass Sie euch natürlich die Tiere dann überlassen für die Rettung und zur Weitervermittlung. Aber irgendwie finde ich es auch krass irgendwie. Also das habe ich dann doch häufig dann irgendwie bei so Menschen, dass sie ja auch selbst doch irgendwie sehen, alleine, dass ihre Tiere gerettet werden müssen sozusagen. Müsste doch in denen auch, in deren Köpfen auch so viele Fragen oder vielleicht auch Zweifel.

Sarah: Mmh.

Adoptieren Statt Produzieren: aufkommen lassen. Natürlich ist alles nicht so einfach und irgendwie müssen die Menschen auch ihr Geld verdienen und ich glaube von heute auf morgen sowas einfach zu beenden ist auch nicht so easy. Aber ihr macht das ja auch nicht erst seit gestern und auch die zugehörige Aufklärungsarbeit. Wie viele Tiere könnt ihr denn so retten im Jahr?

Sarah: Nee. Im Jahr sind das so ⁓ die 14.000 Tiere. Und das ergibt dann so ungefähr so 14 größere Rettungen im Jahr. Die sind dann halt über Deutschland weit verteilt. Also sowohl im Süden als auch in der Mitte Deutschlands und im Norden. Und wie gesagt pro Rettung immer so ⁓ die 1.500 Tiere, wobei wir auch etwas kleinere Betriebe haben. Also gerade die beispielsweise Freilandhaltungen sind dann eher ein paar Hundert Tiere.

Adoptieren Statt Produzieren: Wahnsinn.

Sarah: Die Bodenhaltung sind dann immer so um die 1500. Genau. Und so versuchen wir eigentlich das ganze Jahr über immer irgendwo eine Rettung zu haben und so den Tieren zu helfen und natürlich dann auch Adoptanten und Hennen in dem Sinne zusammenzubringen. Genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Wer sind denn eure Adoptanten? Also sind das immer so ähnliche Schlagmenschen oder wer interessiert sich für eure Hühner?

Sarah: Tatsächlich ist das ganz unterschiedlich und unsere Adoptanten sind so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Grundsätzlich muss man natürlich sagen, sind unsere Adoptierenden natürlich auch tierliebe, empathische Menschen. Sonst würden sie sich auch nicht bei uns melden. Ich glaube, das ist natürlich grundsätzlich im Tierschutz so. Eigentlich reicht es schon, wenn man einen entsprechenden Gartengrundstück zur Verfügung hat. einen ausbrusssicheren Stall, der natürlich auch insbesondere nachts sicher vor Raubtieren ist. Dann einen entsprechend sicheren Auslauf für tagsüber. Dann die selbstverständliche Versorgung mit Futter, Wasser, dass das alles gegeben ist. Eine tierärztliche Versorgung und halt, dass Hühner in einer Gruppe gehalten werden. Also wir sagen immer mindestens ... drei Tiere, aber halt auch nicht mehr als 30. Also irgendwo sollte auch nach oben hin eine Grenze sein, damit dann auch einfach noch der Blick fürs einzelne Tier gewährleistet ist. Genau und so kann ein Huhn eigentlich schon sehr gut glücklich werden.

Adoptieren Statt Produzieren: Ich habe auch gesehen, dass ihr auf eurer Webseite ganz viele Tipps habt. Auch Don'ts, wie so ein Käfig eben nicht aussehen. Also dass es nicht einfach nur ein Käfig sein sollte. Zum Beispiel, da fängt es ja schon mal an. Das habt ihr ja auch alles schon mal aufgelistet. Und was kommt denn so auf einen zu, wenn man jetzt dann entschließt, hey, ich möchte gerne die Hühner retten, weil

Sarah: Ja, ja. Nee, genau, genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Irgendwie denkt man oder hat ja vielleicht so die Vorstellung, ach die rennen direkt bei mir im Garten rum und sind happy und glücklich und wir alle sind glücklich. Funktioniert das denn so von Anfang an oder muss dann doch noch viel gepäppelt werden?

Sarah: Also gepäppelt werden in der Regel nicht, weil wir schauen halt schon bei so einer Rettung ist das meistens so, dass wir einen Tierarzt oder eine Tierärztin dabei haben und wir kontrollieren wirklich jedes einzelne Tier. Das ist natürlich dann mit mehr Aufwand verbunden, kann man sich vorstellen, als wenn jetzt einfach der Schlachttransport kommt. Also wir tragen wirklich jedes Tier einzeln aus dem Stall, jedes Tier wird einzeln untersucht. Die Tiere, wo wir sagen, die sind auffällig, gehen gar nicht in die normale Vermittlung rein, sondern gehen meistens zu uns Vermittlern, werden einem Tierarzt vorgestellt, werden bei uns gesund gepflegt und gehen erst später in die Vermittlung rein. Die geben wir nicht sofort ins neue Zuhause ab. Die Tiere, wo wir sagen, die sind in Ordnung gesundheitlich, werden direkt weitergegeben. Grundsätzlich ist es so, dass wir auch nach der Vermittlung immer für die Adoption adoptierenden Ansprechpartner sind. Das heißt, sollte einem ein Huhn mal irgendwie merkwürdig vorkommen, einfach jederzeit melden. Wir sind mit unseren Adoptierenden meistens über den kurzen Dienstweg über WhatsApp vernetzt und da geht das dann auch wirklich zügig. Und uns ist halt immer wichtig, dass wir auch ein Leben lang für unsere Tiere einstehen. Das heißt, wir würden sie natürlich auch jederzeit zurücknehmen, wenn aus irgendeinem Grund die Haltung aufgegeben werden müsste. Und ja, ich glaube, man kann schon sagen, dass man mit uns an seiner Seite als Verein eigentlich ganz gut beraten ist, was die Hühnerhaltung angeht. der Erstkontakt findet meistens über unsere Homepage statt. Also wir haben da ein Kontaktformular, was einmal ausgefüllt wird. Da werden so bisschen diese Basics abgefragt, ob jemand zum Beispiel schon Hühner hält. Es ist ähnlich wie diese Interessenbogen, die auch andere Tierheime haben für Hunde und Katzen. oder Kleintiere, dass man einfach angibt, ob man bereits Hühner hält, wie groß das Gehege ist oder werden soll, ob man einen Geflügelkundigen Tierarzt bei sich in der Nähe hat, weil auch nicht jeder Tierarzt kann halt leider Hühner behandeln. Da ist es schon ganz wichtig, dass der ein Fachtierarzt für Vögel ist. Wenn einem da zum Beispiel keiner in der Nähe bekannt ist, dann helfen wir da auch gerne, den passenden Tierarzt zu suchen.

Adoptieren Statt Produzieren: Ja, mhm, mhm.

Sarah: Dann werden uns Bilder von dem neuen Zuhause geschickt. Dann findet quasi ein Austausch mit uns statt. Wir senden Informationsmaterial zu. Wir haben eine Checkliste, was Hühner in ihrem neuen Zuhause brauchen. Dann haben wir noch so eine Aufklärungs-PDF, wo wir auf die Besonderheiten der Legehhybriden aus der Massentierhaltung aufmerksam machen. Dann

Adoptieren Statt Produzieren: Was heißt denn in dem Fall hybrid? Also aus welchen zwei Bereichen quasi oder Segmenten ist das hybrid dann zu verstehen?

Sarah: Der Hybrid ist tatsächlich etwas irreführend. Legehibrit bedeutet in dem Fall, dass das ein nur legendes Tier ist. Also es ist in dem Sinne gar kein Hybrid. Weil es halt eben kein Tier zur Fleischgewinnung ist. Also das kann man beispielsweise auch mit Mastrindern vergleichen und halt den Milch kühlen.

Adoptieren Statt Produzieren: Verwirrt?

Sarah: Das heißt, die Tiere, unsere Legehennen, die werden auch, wenn sie dann geschlachtet werden, halt nicht als Fleisch im Supermarkt landen, sondern es ist dann in dem Sinne Hundefutter, Suppenbrühe oder Sonstiges. Also es ist eher in Anführungszeichen minderwertiges Fleisch, weil sie halt einfach aufgrund dessen, dass sie so viele Eier legen, gar nicht in der Lage sind, irgendwie Körpergewicht anzusetzen. Genau, richtig. Genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm, mhm. Fett aufzubauen. Aber ihr beschränkt euch bei der Arbeit dann oder ihr fokussiert euch auf die Legehennen und nicht auf die der Masthühnchen.

Sarah: Genau, genau, genau. Wir haben zwar natürlich immer mal wieder auch Kontakt mit Masthühnern, weil es natürlich auch Vögel sind und auch Hühner, die in der Massentierhaltung leiden. Man muss allerdings da sagen, die Tiere werden ja nur 30 Tage alt, leider, aufgrund ihrer Zucht und allem. Und da muss man halt auch einfach immer schauen, weil sie halt dann dieses hohe Eigengewicht haben, ab wann dann sozusagen Leben dann auch zur Qual wird. Das ist halt leider einfach

Adoptieren Statt Produzieren: Mmh, mhm. Ja.

Sarah: Wieder ganz anderer Bereich als bei den Legehennen, die irgendwie ⁓ die zwei Kilo wiegen und halt nur ein Bruchteil von einem Mast tun. Genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Ja, jetzt habe ich dich, glaube ich, wahrscheinlich gerade irgendwie unterbrochen mit meiner Zwischenfrage.

Sarah: Ne, alles gut. Ich war dran, dass wir dann Informationsmaterial zu den Legehennen senden, Aufklärung über Krankheiten und so weiter und so fort. Und die Adoptierenden lesen sich das dann einmal durch. Und danach haben wir dann ein Vermittlungsgespräch. Das ist auch ein sehr ausführliches Gespräch, weil das bei uns natürlich auch viel die Vorkontrolle ersetzt. Wir machen natürlich auch bei Bedarf Vorkontrollen, aber dadurch, dass wir für recht große Regionen zuständig sind. ist das nicht in jedem Einzelfall möglich. Dann haben wir aber ein Vermittlungsgespräch mit den Adoptierenden. Danach entscheidet sich dann, ob eine Vermittlung stattfindet oder nicht. Natürlich beidseitig, weil es soll für alle passend sein mit unseren Hühnern. Dann wird der Rettungstermin festgelegt, bzw. der ist meist zu diesem Zeitpunkt festgelegt. Und an dem Tag passiert dann quasi alles auf einmal. Das heißt, wir fahren dann meistens nachts oder auch in den frühen Morgenstunden, jetzt im Sommer natürlich auch wegen der Temperaturen, zu den Betrieben, steilen dort die Tiere aus, gehen dann auf unsere Transporte und dann bringen wir sie zu den Übergabeorten. Da gehen sie dann an die Adoptierenden und quasi am selben Tag dann auch in ihr neues Zuhause. Genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Aufregender Tag dann.

Sarah: Total. Und auch danach sind wir dann immer im Austausch und kriegen natürlich ganz viele tolle Happy End-Bilder, worüber wir uns auch sehr freuen. Weil dafür macht man es halt eigentlich, damit man dann am Ende auch sieht, diese Hühner, die ich jetzt irgendwie gestern noch aus der Massentierhaltung rausgetragen habe, leben heute schon in ihren eigenen Garten in Freiheit. Das ist einfach total schön.

Adoptieren Statt Produzieren: Absolut. Ich muss noch so, also wirklich so ganz naive Kinderfragen stellen irgendwie. Kann man Hühner vergesellschaften? Also wenn ich jetzt schon Hühner habe, könnte ich dann auch noch welche dazu tun?

Sarah: Ja, gerne. Ja. Ja. Ja, auf jeden Fall. Hühner kann man auf jeden Fall vergesellschaften. Ist halt auch einfach aufgrund dieser Gruppendynamik ja gegeben, dass da auch immer mal wieder ein Wechsel stattfindet. Tiere dann halt leider irgendwann versterben, neue hinzukommen und so weiter. Bei der Vergesellschaftung wie überall gibt es halt so ein paar Spielregeln, die man beachten sollte. Grundsätzlich, wenn die Möglichkeit besteht, die für die ersten Tage voneinander zu trennen und dass sie erst mal nur Sichtkontakt haben oder Kontakt über einen Zaun, sollte man das auf jeden Fall machen, weil Hühner sind da auch sehr strikt in ihrer Rangordnung. Und die sogenannten Rangordnungskämpfe oder so Hanenkämpfe, der eine oder andere kennt es vielleicht leider. Das kommt ja nicht von ungefähr, also auch Hennen. würden miteinander kämpfen, wenn man sie vergesellschaftet. Da ist es sinnvoll, wenn man sie am Anfang trennen kann, dass sie sich über einen Zaun kennenlernen können und dann später zusammenlässt. Da ist es aber auch wieder sehr individuell. Es gibt auch Vergesellschaftungen. Da gibt es eigentlich gar keinen Streit. Die Tiere, sowohl die alten als auch die neuen, gliedern sich sofort in dieses neue Gruppengefüge ein. Dann gibt es auch einzelne Tiere, die sagen, ich bin der Boss, der alte Boss möchte aber seinen Platz nicht räumen. Dann muss das noch ein paar Tage bis Wochen ausdiskutiert werden. Aber irgendwann legt sich das auch. Dann gibt es die neue Rangordnung, das neue Gruppengefüge. Wichtig ist, dass die Tiere Platz haben, die Tiere Versteckmöglichkeiten haben, dass genug Futter, genug Wasserstellen für alle Tiere gibt. Sodass nie irgendwer zu kurz kommt oder nie in eine ... Stresssituation kommt und dann funktioniert das eigentlich sehr gut. Aber auch da stehen wir natürlich beratend zur Seite und manche Adoptierenden schicken uns dann beispielsweise Videos von der Vergesellschaftung und fragen uns dann, ob das so noch in Ordnung ist und ja, wir schauen uns dann einfach immer die Situation an und beraten dann, wie man es am besten macht, genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm. Und auch damit verbunden ja der Mythos oder irgendwie so diese Mär, man dürfe auf keinen Fall auch zwei Hähne miteinander zusammenhalten. Ist das der Fall, führt das wirklich zu großen Problemen? Weil das resultiert natürlich auch darin oder das kriegt man ja auch häufig mit, dass eben dann auch Hähne ausgesetzt werden.

Sarah: Genau, richtig. Also es ist auch da immer so bisschen typenabhängig. Also es gibt Hähne, die möchten wirklich absoluter Alleinherrscher über ihre Hühnergruppe sein und die akzeptieren keinen anderen Hahn. Es gibt aber auch Hähne, die leben gut mit weiteren Hähnen zusammen. Und auch da muss man halt dann wieder wirklich individuell auf das Tier schauen, auch wie, sag ich mal, triebig ist dieses Tier, wie viele Hennen braucht jeder Hahn. Es gibt Hähne, die kommen mit relativ wenig Hennen zurecht. Es gibt Hähne brauchen eher eine größere Gruppe, die sie aufpassen können. Dementsprechend muss man schauen, wenn man mehrere Hähne hält, man, also nicht im Idealfall, aber passenderweise auch die Hennenanzahl erhöht. Damit es auch nicht zu wenige Hennen für die Hähne werden. Aber das ist wirklich super individuell. Wir haben natürlich auch teilweise Hähne in den Betrieben. Dort kennen es die Hähne, dann schon mit anderen Hähnen zusammenzuleben.

Adoptieren Statt Produzieren: Okay.

Sarah: Da ist es oft auch so, dass die sich natürlich, weil sie es auch schon kennen, weiter mit Hähnen verstehen. Und was wir sogar auch betreiben, also sowohl bei uns auf der Pflegestelle, wir haben eine ganz tolle Pflegestelle im Saarland, das ist die Ballous Arche Liebenswert. Dort lebt beispielsweise eine Hahnengruppe, komplett ohne Hennen. Und das sind aber auch Hähne, die wir vermitteln. Also wer einen Hahn sucht, kann sich auch jederzeit gerne an uns wenden. Wir haben eigentlich von dem Mini-Zwerghahn bis zum großen Brahma-Hahn, bei uns in der Vermittlung drin. Und das klappt auch ganz gut mit einem entsprechenden Management. Und aufgrund der einfach sehr vielen Hähne es dann mittlerweile halt viele Tierheime, Tierparks oder Lebenshöfe und Ähnliches, die halt dann auch die eigenen Hahngruppen bilden. ⁓

Adoptieren Statt Produzieren: Hm.

Sarah: Und das klappt halt wirklich auch sehr gut mit entsprechendem Management. Das sind dann halt Gruppen, wo gar keine Hennen leben, aber man kann auch mehrere Hennen mit, ja dann zwei Hennen beispielsweise halten. Das ist halt wirklich eine totale Charakterfrage am Ende des Tages.

Adoptieren Statt Produzieren: Aber andersrum ist es doch auch notwendig, dass die Hennen dann einen Hahn in der Gruppe integriert haben? Okay.

Sarah: Ne, gar nicht. wir freuen uns natürlich immer, weil wie gesagt, wir haben halt auch immer sehr viele Hähne zu vermitteln. Wir vermitteln im Jahr so ungefähr 200 Hähne. Das sind halt entqueder ausgesetzte Tiere, Fundhähne, die dann ja übers Veterinäramt oder Ordnungsamt und Finder, wen auch immer, direkt an unseren Verein herangetragen werden. Da müssen wir natürlich immer schauen, ob wir auf unseren Pflegestellen Kapazitäten haben, weil wir Vermittler haben in der Regel auch alle eigene Hähne.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm.

Sarah: Das heißt, da kann man jetzt mal nicht eben noch irgendwie einen weiteren Hahn im Zweifelsfall dazu parken. Und ansonsten unterstützen wir da aber auch immer die Tierheime in den jeweiligen Regionen und arbeiten halt sehr gut mit denen zusammen und bieten denen dann sozusagen unsere Plätze an, dass sie dann ihre, also wir dann ihre Tiere für diese Plätze vermitteln. Was halt auch eine Win-win-Situation für beide Seiten ist, weil wir haben dann so einfach einen guten Draht zu den regionalen Tierheimen.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm. Hmm.

Sarah: können vielleicht auch von uns mal Hennen oder Hähne dort unterbringen, wenn Not am Mann ist. Und umgekehrt vermitteln wir dann halt ihre Tiere. Und die Hennen können aber auch grundsätzlich ohne einen Hahn leben. In dem Fall ist das dann halt einfach so, dass es da auch dann eine Leithänne gibt, die dann sozusagen den Hut auf hat und tatsächlich auch die eine oder andere Aufgabe vom Hahn übernimmt, die dann diese Herde leitet, anführt. die vielleicht auch bei Gefahr warnt oder auch Streitigkeiten schlichtet und dann einfach emanzipiert sozusagen diese Gruppe führt. das Matriarchat ist bei den Hennen kein Problem.

Adoptieren Statt Produzieren: Girl power, sehr gut. Sehr gut. Welche Rolle spielt denn das Aussetzen von Tieren für euch? Also nicht nur bei den Hähnen. Man kriegt es irgendwie doch immer mehr mit, dass auch dann doch Hühner wieder ausgesetzt werden.

Sarah: Ja. Ja, absolut. das ist jetzt bei uns, also es war schon immer ein Thema und wir haben das Gefühl, es wird ein immer größeres Thema. Vor allem, dass halt Hähne ausgesetzt werden, das erleben wir eigentlich wöchentlich. Wir dokumentieren das auch mittlerweile sehr engmaschig und schreiben da halt entsprechende Anzeigen über das Aussetzen dieser Tiere, weil wir das Problem auch einfach sichtbar machen wollen. Weil es natürlich auch da die Problematik gibt, dass nicht jedes Tierheim, was dann vielleicht über den Kreis für die Aufnahme von Fundtieren zuständig wäre, der Lage ist, Geflügel artgerecht unterzubringen. Und dann steht natürlich auch ganz schnell das Thema Schlachtung im Raum, weil es halt eben leider per Gesetz jetzt erstmal ein Nutztier ist. Und da versuchen wir natürlich dann auch zu helfen und halt auch wie gesagt mit den Tierheimen zusammen zu arbeiten, was auch Immer wieder passiert es, dass halt kranke Tiere ausgesetzt werden, dass man sich so dann einfach seiner Verantwortung entledigt und anstelle des Tierarztes dann die Tiere einfach aufsetzt und wir dann natürlich die kranken Tiere erstmal haben und uns da dann bemühen und natürlich auch Zeit und Geld investieren. Und es wird halt wirklich immer mehr. Und das ist auch ein ganz, ganz dringender Appell von uns, dass wir sagen, bitte brütet nicht. Weil man muss einfach bei jeder Brut bedenken, dass 50 Prozent Hähne rauskommen. Und in der Regel ist es halt so, dass die Hähnen immer gerne gesehen sind und die Hähne dann nicht gewollt sind, weil meistens jede Gruppe mit einem Hahn dann auch bedient ist. Und viele halt auch einfach gar keinen Hahn halten wollen, aus Nachbarschaftsgründen oder Sonstigem. Und ja, die Hähne dann einfach zu viel sind und dann in der Natur ausgesetzt werden, sich selbst überlassen werden.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm...

Sarah: Und das finde ich auch wirklich total perfide, weil das sind Tiere, also es ist nichts anderes als ein Hund oder eine Katze auszusetzen oder ein Kleintier, weil es sind Tiere, die aus der männlichen Obhut kommen, die finden sich draußen nicht zurecht. Ein Huhn als Körnerfresser findet im Wald auch nicht wirklich viel Essbares davon mal abgesehen. Und sie sind halt schutzlos ihren Fressfeinen ausgeliefert. Also da sind Fuchs, Marder, Greifvögel. Und das ist für die Tiere wirklich ein purer Kampf ums Überleben. Aber das ist ja auch letzten Endes das, was der Mensch, der diese Tiere aussetzt, möchte. Dass es halt dann irgendeinen Fressfeind gibt, der diese Tiere tötet und frisst. Aber das ist halt, ja, also man entzieht sich einfach komplett seiner Verantwortung.

Adoptieren Statt Produzieren: Absolut. das beobachtet ihr auch, oder das hat auch Grund dafür ist halt eben auch, dass Menschen dann einmal sagen, sie wollen mal Küken haben oder sie finden das irgendwie niedlich oder...

Sarah: Genau, ist halt dann doch diese Vermenschlichung, dass man irgendwie sagt, ja, einmal Küken haben und die Küken sind so süß oder... Natürlich gibt es auch Tiere, die haben einen höheren Bruttrieb, also beispielsweise unsere Legehibriden haben eigentlich kaum Bruttrieb, weil man kann sich auch vorstellen, dass das in der Massentierhaltung sehr unpraktisch ist, wenn da 1500 Tiere versuchen, ihre Eier zu bebrüten.

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm.

Sarah: Das heißt, die legen ihr Ei und dann gehen die und machen halt wieder ihr Daily-Business. Also das ist denen relativ egal. Es gibt aber natürlich auch spezielle Rassen, die doch einen sehr hohen Bruttrieb haben und wo man halt dann auch wirklich schauen muss und den Tieren die Eier wegnehmen muss oder die Eier austauschen muss, damit sie halt eben keine Eier bebrüten. Weil auch wenn man in dem Moment vielleicht den, sag ich mal, Willen des Tieres erfüllt, das brüten möchte. kommen halt am Ende da dann zehn weitere Tiere heraus, von denen 50 Prozent halt männlich sind und die dann in dem Sinne leider ungewollt sind. Und da hat man trotzdem als Mensch die Verantwortung, auch ähnlich wie bei Hund und Katze, dass sich das eigene Tier halt nicht ohne Ende weiter vermehrt.

Adoptieren Statt Produzieren: Hm. Absolut, ist, erinnert mich so ein bisschen natürlich auch an die Taubensache. Auch da wechselt man dann ja die Eier auch aus, ⁓ trotzdem irgendwie noch die natürlichen Instinkte erfüllen zu können, aber ohne dass dann in der nächsten Generation dann neues Leid entsteht eben bei den Tauben.

Sarah: Ja, absolut. Richtig, genau. Ja, ja, ja. Also es ist halt, sag ich mal, auch ähnlich wie die Kastrationspflicht bei Freigängerkatzen beispielsweise. Die würden sich halt auch ohne Ende weiter vermehren. Und da gibt es ja jetzt Gott sei Dank in einigen Kommunen eine rechtliche Handhabe. Und dasselbe ist es bei Hühnern am Ende des Tages auch. Die Rassen, die halt einfach sehr brutfräudig sind, würden halt auch immer wieder brüten und dann immer wieder Nachwuchs produzieren.

Adoptieren Statt Produzieren: Ja, Absolut. Hmm. Hmm.

Sarah: Dann ist es leider so, dass der Mensch das ein bisschen zu vermenschlicht und auch kleine Küken süß sind, gar keine Frage. Es ist aber nicht zu Ende gedacht in dem Sinne.

Adoptieren Statt Produzieren: Absolut. Habt ihr auch als Verein, der ja natürlich dann auch öffentlich quasi das Lobby bezieht für die Tiere und deren Interessen vertritt, so ein Bauchgefühl, was die künftige Tierhaltung angeht oder vielleicht auch du persönlich? Meinst du ihr macht die Art Arbeit, wie ihr sie jetzt noch macht, müsst ihr noch sehr lange machen oder hast du das Gefühl, es verändert sich was?

Sarah: Also ich habe schon das Gefühl oder wir haben auch das Gefühl, es verändert sich was. Das Interesse an Hühnern und auch an geretteten Hühnern und grundsätzlich der Hühnerhaltung, ist definitiv da. Also wir merken auch über die Jahre halt auch einfach einen Anstieg unserer Vermittlungszahlen, das definitiv. Und Hühner werden im Laufe der Zeit viel weniger als Nutztier gesehen, als als Haustier. Und auch da die Tierärzte beispielsweise, die sich mit Hühnern beschäftigen, die sind auch einfach in den letzten zehn Jahren, also wenn man das vergleicht, glaube ich exorbitant gestiegen. Weil vorher war das Huhn halt vielleicht maximal für den Landtierarzt, der dann rumgefahren ist, vielleicht irgendwie ein Patient. Und dann ging es natürlich eher ⁓ eine Bestandsbetreuung. Und dass man jetzt halt in einer Tierarztpraxis sitzt und da ein Huhn in einer Katzentransportbox auf seinen Termin wartet. Das ist jetzt durchaus normal und das ist natürlich auch was, was uns sehr freut. Aber auch grundsätzlich natürlich dieses Auge auf die, oder das kritische Auge auf die Massentierhaltung und da die Missstände aufzudecken, das wird natürlich auch immer mehr. ja, am Ende kann es halt wirklich nur der Konsument beeinflussen. Also der Konsument beeinflusst tatsächlich in dem Sinne alles, was er konsumiert, was er kauft, was er aufs Kassenband legt. Und das sind ja nicht nur die Eier als, sag ich mal, Rohprodukt per se, sondern da geht es ja auch ⁓ die ganzen verarbeiteten Produkte. Was ist in meinen Keksen drin? Was ist in meinen Waffeln drin? Was ist in der Soße und so weiter und so fort? Also deswegen sagen wir auch einfach, ja, als Konsument hat man es in der Hand und als Konsument, wenn man nicht möchte, dass die Tiere unter diesen Bedingungen leiden, verzichtet man einfach auf den Konsum von Eiern und lebt vegan.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm. Ja, man muss sich da ja auch gar nicht hinwegtrösten mit Freilandhaltung und keine Ahnung was, wie man das ja von vielen Menschen kennt, sagen, ja, aber es ist keine Bodenhaltung. Also...

Sarah: Ja, genau, es ist natürlich kann man dann sagen, okay, die Freilandhaltung oder die Eier von nebenan ist dann das Beste vom Schlechten, ⁓ es vielleicht so auszudrücken. Aber es ist halt immer noch eine industrielle Massentierhaltung. meine, unsere Hühner legen ja auch in dem Sinne noch Eier und natürlich

Adoptieren Statt Produzieren: Mhm.

Sarah: können die Eier auch konsumiert werden oder auch nicht. Also ich mache auch meinen Hühnern dann gerne Rührei und sie kriegen das Ei für ihren eigenen Körper zurück. Auch das ist natürlich total sinnvoll.

Adoptieren Statt Produzieren: Das wäre nämlich noch eine meiner Kinder die Mausfrage gewesen. Was macht ihr mit so vielen Eiern? Ihr seid dann ja eine ganz schön hohe Schlagzahl gewohnt, oder?

Sarah: Ja. Genau, jetzt muss ich persönlich sagen, dass von meinen 13 Tieren irgendwie noch zwei liegen oder so was. Das liegt aber auch daran, dass ich natürlich auch viele kranke Tiere behalte, die beispielsweise lebenslang einen Hormonchip bekommen. Das ist derselbe Chip, den man bei Rüden zur chemischen Kastration nimmt. Und den benutzen wir bei unseren Hennen, wenn die halt Legedarmoperationen hinter sich hatten. damit die halt einfach nie wieder Eier legen müssen. Die Legedarmoperation kann man sich so ungefähr vorstellen wie eine Bauchhöhlen-Schwangerschaft. Das heißt, das ist ein Ei, was halt eben nicht auf dem natürlichen Wege aus dem Körper gelangt, sondern im Körper verweilt. Und das muss operativ entfernt werden. Das ein sogenanntes Schichtei. Und wenn das halt einmal passiert ist, neigt dieses Huhn dazu, dass es das in Zukunft wiederbilden wird.

Adoptieren Statt Produzieren: Mh.

Sarah: ⁓ das zu unterbinden, das Hund chemisch kastriert, damit das nicht mehr passiert. Von diesen Hühnern habe ich bei mir zu Hause sehr viele. Aber tatsächlich, man kann den Hühnern gerne die Eier zurückfüttern. Da freuen sie sich drüber. Man muss bei unseren Legehennen, das ist etwas, worüber wir aufklären, wissen, dass die aufgrund dessen, dass sie so viel legen, einen sehr hohen Proteinbedarf haben. Der muss übers Futter gedeckt werden, also über Legemehl.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm. Verstehe, ja. Mhm.

Sarah: über Insekten, Wie heißen sie noch? Mehlwürmer. Oder aber auch über Sonnenblumenkerne, über alles Mögliche kann man ja Proteinbedarfe decken. Und sollte man auch dann bei den Tieren auf jeden Fall tun und ihnen ihre eigenen Eier auch zurückfüttern. Genau.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm. Wie kann man euch denn helfen, wenn man jetzt nicht in der Lage ist, selbst Hühner zu adoptieren?

Sarah: Ja, also die Hilfe für uns ist eigentlich so ganz unterschiedlich. Erst mal ist es immer super gut von uns zu erzählen. Also wenn man einfach sich informiert, sich über unseren Verein oder die Haltungsbedingungen informiert, das dann einfach an seine Freunde, bekannte Familie weiterträgt. Wir sind auch sehr aktiv auf Social Media auch da. Ist es natürlich toll, wenn wir geteilt werden einfach. dass unser Projekt, unser Verein, unsere Aktionen Reichweite bekommen, dann natürlich, wie ich eben schon gesagt habe, seinen Einkauf, also über seinen Konsum einfach direkt etwas für unsere Tiere bzw. alle 50 Millionen deutschen Legehennen zu tun. Und natürlich kann unser Verein auch nicht ohne finanzielle Mittel auskommen. Das heißt, wir sind auch in besonderem Maße auf Spendengelder angewiesen, wodurch wir halt unsere Rettungen finanzieren. Da muss ich vielleicht noch sagen, dass wir den Betrieben natürlich nichts für ihre Hühner bezahlen. Das ist uns ganz wichtig. Also wir zahlen nicht einen Cent für diese Tiere, weil wir halt eben sagen, wir wollen die Massentierhaltung nicht noch unterstützen. Trotzdem, wir übernehmen halt eben nicht nur die gesunden Tiere aus dem Betrieb, sondern unser Motto ist immer alle oder keins.

Adoptieren Statt Produzieren: Hm.

Sarah: Wir nehmen auch jedes kranke Tier mit aus diesem Betrieb. bei so einer Rettung mit 1000 Tieren haben wir immer ungefähr auch 70 kranke Tiere, die natürlich dann auch medizinisch versorgt werden von uns. Das ist ganz klar, dass die eben nicht schnell euthanasiert werden oder sonst irgendwas, sondern die kriegen die medizinische Behandlung, die sie benötigen. Und dafür brauchen wir natürlich einiges an Spendengeldern. Und wir freuen uns da immer sehr über finanzielle Unterstützung auch.

Adoptieren Statt Produzieren: Hmm... Absolut, das ist auch ein sehr schöner Appell. Ja, gegen Ende stelle ich immer eine Frage, die ist jetzt schon fast schon bisschen ritualisiert. Aber jetzt in diesem speziellen Fall interessiert es mich doch besonders, weil ich einfach auch die Zahlen wirklich so heftig finde. Gerade wenn man viel sich mit Hunden und Katzen beschäftigt, wo man eher Einzeltiere rettet oder eine kleine Gruppe. Aber in der Vermittlung sind es doch dann ja eher die einzelnen Tiere und hier haben wir so. enorme Zeilen, ich mir quasi betlich gar nicht vorstellen kann. Warum machst du das, was du machst und was lässt dich nicht verzweifeln?

Sarah: Ja, ich glaube, und so geht es meinen Kolleginnen und Kollegen auch, wir machen es für tatsächlich nicht diese 14.000 Tiere, die wir retten, sondern wir machen es für die 49 Millionen, die wir nicht retten, dass die ein Gesicht bekommen. Weil das ist auch wirklich was, was mich nachts manchmal nicht schlafen lässt, zu wissen, dass wir eigentlich nur einen wirklich kleinen Bruchteil retten. Und wie viele Tiere einfach jede Sekunde namenlos in unserem System sterben, ohne dass jemals jemand an sie gedacht hat. Das finde ich einfach ganz, ganz grausam. Und mit der Arbeit, die wir machen, können wir wenigstens einen kleinen Teil dieses Leids sichtbar machen, nach draußen in die Welt tragen. Und das ist auch diese großartige Aufgabe, die unsere Hennen erfüllen in ihren neuen Familien, in ihrem neuen Zuhause. Dass sie halt wirklich ...

Adoptieren Statt Produzieren: Mh.

Sarah: sichtbare Zeugen dieses Leidens sind. Und dass man eben nicht sagen kann, nee, das passiert nicht, oder das passiert hier in Deutschland nicht, das muss bestimmt im Ausland sein. Nein, das ist die Bodenhaltung von nebenan, die es in jedem größeren Ort wahrscheinlich gibt. Also nicht nur wahrscheinlich, die wird es in jedem größeren Ort geben. Und diese Hennen, sie legen darüber ein Zeugnis ab. Und das ist etwas, was einen einerseits verzweifeln lässt, aber andererseits halt auch der Grund ist, es weiterzumachen. Der Wunsch wäre halt irgendwann einfach, dass wir Tiere nicht so ausbeuten.

Adoptieren Statt Produzieren: Absolut, das ist ein gutes Statement für diese Folge und ein toller Wunsch, den wir auf jeden Fall in die Welt senden. Lieber Sarah, lieben Dank. glaube, wir brauchen noch eine zweite Folge, weil ich habe doch noch ein paar Fragen. Aber vielen Dank, dass du dir jetzt die Zeit genommen hast und uns über das Thema der Legehennen so gut informiert hast. Und ich freue mich, dass du da gewesen bist.

Sarah: Ja gerne. Ja, sehr gerne.

Adoptieren Statt Produzieren: Wir verlinken natürlich alles auch hier wieder in den Show Notes. Also ihr findet den Verein auch alle in der Beschreibung. ich sag mal dann vorsichtig bis zum nächsten Mal.

Sarah: Bis zum nächsten Mal, ganz lieben Dank für die Einladung und vielleicht magst du auch mal zu einer Rettung mitkommen. Dann schaust du dir das mal vor Ort an. Ja super, alles klar.

Adoptieren Statt Produzieren: ⁓ ja, doch, das würde mich doch wirklich interessieren, auf jeden Fall.

Anmelden oder registrieren

Jetzt

0:00 / 0:00