Aktien fürs Leben

Was wirklich hilft gegen steigende Spritpreise: Vielleicht eine dieser drei Aktien

Mittwoch, 23. September 2026 · 36 min

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Shownotes

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In dieser Woche sprechen Petra Ahrens und Timo Pache über
• Das Ganze sehen: Der niederländische Informationsdienstleister Wolters Kluwer steht seit mehr als einem Jahr massiv unter Druck – klar wegen der Angst vor einer KI-Revolution. Doch in den Geschäftszahlen zeigt sich bisher nichts davon – die Aktie ist günstig wie lange nicht mehr. Eine Gelegenheit?
• The trend is your friend: Die Benzin- und Dieselpreise steigen immer weiter, die Bundesregierung versucht dagegen zu halten. Den Geschäftszahlen von OMV hat das in diesem Jahr nichts anhaben können, im Gegenteil. Ist die Aktie ja ein guter Hedge gegen die Abzocke an der Tankstelle?
• Klein, aber oho: Der dänische Gesundheitsversorger Coloplast hat sich mit einer Übernahme etwas verhoben, die Aktie ist deutlich gesunken. Doch die Geschäfte laufen weiter. Ein spannender Kandidat für einen Turnaround.
Um diese Aktien geht es in dieser Woche: Wolters Kluwer (A0J2R1), OMV (874341) und Coloplast (A1KAGC)
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Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis. Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung. Alle Angaben sind ohne Gewehr. Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar. Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung. Aktien fürs Leben Der Vermögenspodcast von Capital Mit Petra Ahrens und Timo Pache.

Hallo und herzlich willkommen. Ja, die KI hat uns noch nicht vernichtet, Petra. Gott sei Dank, wir sind noch da. Und die Landtagswahlen in Berlin beschäftigen uns auch noch ein bisschen wahrscheinlich. Aber darauf kommen wir gleich. Petra, über welche Unternehmen sprechen wir in dieser Woche? Ja, genau. Wir schauen uns heute nochmals den traditionsreichsten Informationsdienstleister Europas an.

Das ist Wolters Kluwer aus den Niederlanden. Das Unternehmen ist längst kein klassisches Verlagshaus mehr, sondern hat sich der Digitalisierung und auch der KI verschrieben und das alles mit einem soliden Burggraben. Und dennoch wird die Aktie gerade runtergeprügelt. Daher ein Kandidat heute für uns.

Die Bundesregierung hat Ende vergangener Woche doch noch auf den letzten Drücker vor den Landtagswahlen einen Tankpreisdeckel beschlossen, außerdem einen Tankrabatt, der zum 1. Oktober in Kraft treten soll und die Spritpreise für die Autofahrer an den Tankstellen erstmal kurzfristig drücken soll. Grund sind natürlich die drastisch gestiegenen Benzinpreise in Deutschland.

Und für unsere heutige Aktie ist das vielleicht eine leichte Belastung. Trotzdem glauben wir, dass es ein interessanter europäischer Wert ist. Wir sprechen über den österreichischen Ölkonzern OMV. Und dann gehen wir nach Dänemark. Koloplast stellt Produkte für Menschen mit sehr persönlichen medizinischen Bedürfnissen her.

Es ist ein Unternehmen mit wiederkehrender Nachfrage, einer starken Marktposition, hohen Margen und langfristigen Wachstumstreibern. Aber gleichzeitig steht Coloplast nach einigen größeren Übernahmen und einer milliardenschweren Abschreibung vor einer wichtigen Phase. So, und wer es jetzt nicht abwarten kann, der kann natürlich zu einem dieser drei Unternehmen direkt springen und orientiert sich dann bitte an den Zeitangaben in den Shownotes.

Und wie immer an dieser Stelle, wir blicken einmal zurück in die vergangene Woche. Ja, Timo, das Wochenende liegt hinter uns und da war ja einiges los in Berlin. Deswegen gebe ich das Wort mal direkt an dich weiter. Von Köln nach Berlin und zu dir als Chefredakteur von Kapital. Was ist passiert und was haben wir davon zu halten?

Ja, Petra, was soll ich sagen? Die gute Nachricht ist eine unmittelbare Regierungskrise. Stichwort Kanzlertausch, über den ja in den vergangenen Tagen und Wochen auch schon ein bisschen spekuliert worden ist. Der ist erstmal nicht passiert gestern Abend. Stattdessen hat Friedrich Merz trotz eines katastrophalen Wahlergebnisses für seine CDU, gerade in Meck-Pom, seinen Willen bekräftigt, die angekündigten Reformen auch durchzusetzen und durchzuziehen.

Das war ein ungewöhnlicher Move, der viele auch in der eigenen Partei überrascht hat und noch für weitere Diskussionen sorgen dürfte. Da bin ich mir ziemlich sicher. Aber so ist ja wenigstens gestern Abend ein bisschen aus der Defensive gekommen. Jetzt muss man mal abwarten, was daraus in den nächsten Tagen und Wochen entsteht und wie auch die SPD sich im Bund verhalten wird.

Denn als ziemlich sicher darf man annehmen, dass die SPD aus dem relativen Wahlerfolg von Manuela Schwesig den Schluss ziehen wird, dass auf den geplanten Sozialreform, Stichwort Rente, Pflegeversicherung, Änderungen beim Kündigungsschutz. Da wird für sie kein Segen liegen und es wird sich er für sie auszahlen bei den Reformen zu bremsen oder gar zu blockieren.

Tja und dann ist man bei der Frage was wird dann aus dieser Koalition, was wird aus der Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Das ist die Ausgangslage. Der Kanzler gibt sich kämpferisch und die SPD wird wahrscheinlich versuchen sich von der eigenen Regierung im Bund zu distanzieren. Ich würde vorschlagen, wir nehmen uns vor, das hier im Podcast genau zu beobachten und ich nehme mal an, so werden es auch die Märkte tun und halten in den kommenden Tagen.

Ja Timo, alles sehr, sehr spannend und wir dürfen sehen, wie es so weitergeht diese Woche. Wir bleiben da natürlich weiterhin am Ball. Aber was ist noch letzte Woche passiert? Wir blicken mal wieder über den Atlantik, denn dort gab es den Zinsentscheid der FED. Die US-Notenbank hat den Leitzins erst mal seit 2023 wieder angehoben, nämlich um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent.

Das war jetzt nicht so der Wahnsinns-Aha-Effekt, der Schritt war erwartet. Deutlich waren aber die Signale dahinter, weil 16 der 18 Fettmitglieder rechnen sogar bis Jahresende mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung. Vier Fettmitglieder planen sogar noch mit zwei Zinsschritten. Und Kevin Walsh, und darauf hat man besonders geschaut, wie seine Begründung war, sagte dann mit einem sehr entscheidenden Satz, die schlichte Tatsache ist, die Inflation ist zu hoch und das schon seit langer Zeit.

Also die Botschaft, die dahinter steckt, ist ungewöhnlich klar, sehr positiv, aber ungewöhnlich klar. Die US-Wirtschaft ist stark genug für höhere Zinsen und die Inflation hartnäckig genug, um an der Zinsschraube nach oben zu drehen. Und das haben wir gesehen. Petra, da habe ich jetzt gleich zwei Fragen zu. Die erste, die Reaktion der Märkte. Du hast gesagt, diese Zinsentscheidung war erwartet worden.

Stimmt, es gab zwar am Mittwoch so ein kurzes Runter und dann aber auch wieder ein steiles Bergauf. Am Ende haben aber die Aktienmärkte gerade in den USA doch eigentlich ganz positiv die Woche abgeschlossen. Der Nasdaq sogar plus 2,5, 2,6 Prozent, glaube ich. S&P 500 ein bisschen niedriger, plus 0,5 Prozent.

Mich hat das dennoch ein bisschen überrascht, diese positive Reaktion, weil steigende Zinsen, auch der Ausblick auf weiter steigende Zinsen, würde man annehmen, sollte die Aktienmärkte belasten. Warum, glaubst du, ist das nicht passiert? Das fand ich nämlich gerade so spannend. Du konntest nämlich ganz genau sehen, Während der Rede stieg dann natürlich die Rendite der US-Staatsanleihen, der Dollar, der US-Dollar legte zu und die Aktien drehten nach unten und dann am nächsten Tag genau umgekehrt.

Und ja, was ist passiert? Es kommt Vertrauen zurück. Die Fed ist genau dafür jetzt wieder im Rennen. Wofür man sie auch wirklich eingesetzt hat. Es geht hier um eine ganz klare Preisstabilität. Und das gibt natürlich Vertrauen in die Märkte. Und außerdem, je schneller die Fed und Karen Walsh versuchen, die Inflation einzudämmen, umso weniger hinten raus rechnen wir dann mit steigenden Zinsen.

Das bedeutet also, für 2027 wird also diese Schockerwartung, oh Gott, die Zinsen steigen noch weiter, vielleicht mit dieser schnellen und strikten und fokussierten Handhabe. Jetzt werden wir die Zinsen anheben, vielleicht dann eher eingedämmt und das haben natürlich die Kapitalmärkte dann besser honoriert, als man das normalerweise von Zinsanhebungen kennt.

Die zweite Frage wäre, was glaubst du, was macht jetzt Donald Trump? Der war ja schon mal stinkesauer. Das ist nämlich genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich seit Monaten oder Jahren wartet und fordert. Auch von seinem Vorgänger Jerome Powell hat er ja immer wieder sinkende Zinsen gefordert. Jetzt hat er endlich den Notenbankpräsidenten, von dem er dachte, der wird es ihm endlich liefern. Und was macht er jetzt nach zwei Sitzungen? Er erhöht die Zinsen.

Ich glaube, die erste Reaktion war super wütend von Donald Trump. Glaubst du, das nimmt er jetzt so einfach hin? Oder ist das jetzt ein abgekaterter Spiel zwischen den beiden? Was meinst du, was kommt da noch? Das war nicht die Woche von Donald Trump vergangene Woche. Also erst die herbe Enttäuschung von Kevin Walsh. Dann drehen sich auch noch Kanada und Europa gegen ihn.

Ja, viel kann er bei der FED nicht machen. Die FED ist unabhängig von Donald Trump. Das stellt sie unter Beweis. Und so langsam oder was heißt allmählich und deutlich sinken auch seine Umfragewerte. Mal gucken, er wird weiterhin drohen. Das hat er jetzt auch letzte Woche gezeigt mit dieser Associate Member Partnerschaft von Kanada in die EU.

Er droht wieder, was er am besten kann mit irgendwelchen Zöllen. Aber am Ende des Tages kann man einfach nur sagen, gut gebrüllt, Löwe, kommt nicht viel bei rum. Und ich glaube, so langsam werden Donald Trump die Flügel gestutzt und wir dürfen gespannt sein, was da noch alles kommt. Aber wirkliche Auswirkungen, glaube ich, kann er auf die FED so nicht bewirken.

Wollen wir es hoffen. Kommen wir zu unserer ersten Aktie. Das Ganze sehen mit Wolters Kluver. Bitteschön. Die Aktie. Voltus Kluver zählt zu den traditionsreichsten Informationsdienstleistern Europas. Die Wurzeln reichen bis 1836 zurück, als das Unternehmen als niederländischer Verlag für juristische und steuerliche Fachliteratur gegründet wurde.

Heute ist der Konzern vom klassischen Verlagshaus zu einem der weltweit führenden Anbieter professioneller Informations-, Software- und Servicelösungen mutiert. Die Geschäftsbereiche dabei sind klar strukturiert. Es gibt den Bereich von Legal und Regulatory, also bedeutet juristische. Analysen und Recherchen, Workflow-Lösungen sowie regulatorische Informationen, die das Unternehmen für Rechtsanwälte, für Wirtschaftsprüfer und Compliance-Fachleute zusammenstellt.

Dann gibt es den Bereich von Governance, Risk und Compliance, bedeutet hier gibt es regulatorische Lösungen für Unternehmen und Behörden, unter anderem die Finanzregulierung, Datenschutz und auch Nachhaltigkeitsberichtserstattung. Und ein weiterer großer Part ist Tax und Accounting, also die digitale Steuerdatenbanken und Software für Steuerberater und die Wirtschaftsprüfer.

Und wir haben auch noch den Bereich Gesundheit, also klinische Entscheidungshilfen und Informationslösungen für den Gesundheitssektor. Wir haben Wolters Kluver besprochen vor dreieinhalb Jahren, Petra, als wir hier gemeinsam angefangen haben mit diesem Podcast. Es war eine der ersten Aktien. Damals stand die Aktie irgendwo so etwas über 100 Euro, 120 Euro müsste sie gestanden haben.

Genau habe ich es jetzt nicht mehr nachgeguckt und danach ist ja was ganz Interessantes passiert. Die Aktie ist erstmal deutlich gestiegen, massiv gestiegen und zwar Richtung 180 Euro bis 2025, Anfang 2025. Und das, obwohl dieses Unternehmen eigentlich, seit wir über Wolters Kluwer gesprochen haben, eine Angst begleitet, nämlich die KI wird all das ersetzen, diese Datenbankrecherchen, für die dieses Unternehmen jetzt eben steht.

Das ist ja im Kern das Geschäftsmodell heute von Wolters Gruvers. Es ist ja nicht mehr ein klassischer Verlag, sondern es ist wirklich ein Recherche- und Informationsdienstleistungsunternehmen, das einem sehr, sehr spezifische Daten, Studienergebnisse, Rechtstexte, Urteile etc. pp. zur Verfügung stellen kann.

Und da besitzen sie, glaube ich, ein Alleinstellungsmerkmal. Man hat angenommen, die KI wird das irgendwie, disruptieren, dieses Geschäft und anknabbern und die Börse hat das aber erstmal überhaupt nicht interessiert, sondern die sind weiter, haben geglaubt an dieses Geschäftsmodell, Aktie, wie gesagt, gestiegen auf über 180 Euro und dann ist aber Anfang 2025 was passiert.

Es gibt doch irgendwie KI. Ich weiß es nicht, das musst du mir jetzt gleich erklären. Auf jeden Fall ist die Aktie deutlich runtergekommen. Sie hat sich fast, also zwei Drittel an Wert verloren. Steht aktuell bei unter 70 Euro. Und interessanterweise die Unternehmenszahlen, wenn man sich jetzt Umsatz- und Gewinnentwicklung anguckt, da sieht man überhaupt nichts von Disruption und Kannibalisierung oder dass da die KI denen was wegnabbert.

Zuletzt 6,1 Milliarden Euro Umsatz, 1,3 Milliarden Euro Gewinn, das wächst alles ganz kontinuierlich. Erklär mir bitte, was ist mit diesem Aktienkurs passiert? Also wir haben ja zuerst mal die enorme, massive Steigerung des Aktienkurses gesehen. Das war sicherlich zu einem Zeitpunkt, wo man erkannt hat, anders als andere Verlagshäuser, ich erinnere mich da an Bastei-Lübbe, dass man erkannt hat, dass Voltos Kluver sehr schnell in die digitale Welt sich transformiert hat.

Und entsprechend hat man das Unternehmen wirklich gehypt und nach oben gestellt. Meines Erachtens in der Bewertung zu hoch und Unternehmen, die zu hoch bewertet sind, haben natürlich auch das Potenzial, schneller abgestraft zu werden. Das ist hier passiert, als dann halt die KI hinzukam und wir wissen es, wir hatten es schon einige Male hier in diesem Podcast, dass man zugetraut hat, dass andere KI-Modelle, die die Arbeit von Wolters Kluver konterkarieren oder ihnen sogar Sachen wegnehmen.

Das halte ich für überhaupt nicht gerechtfertigt, weil Wolters selbst auch gezielt in künstliche Intelligenz investiert. Das heißt auch bei Ihnen intern wenden Sie also KI an. Und für mich der zentrale Grund, warum Wolters Kluver nicht ohne weiteres durch diese generischen KI-Modelle ersatzbar ist, liegt halt in der Natur der Daten.

Es handelt sich hierbei halt nicht um öffentlich verfügbare Daten und Inhalt, sondern wirklich um verifiziertes firmeneigenes Wissen. Also der Burggraben von diesem Unternehmen besteht nicht aus einer reinen Content-Menge, die von einem Sprachmodell theoretisch nachgebildet werden kann, sondern das sind jahrzehntelange kuratierte, von Fachredaktionen geprüfte und laufend aktualisierte Datenbanken, die nicht öffentlich zugänglich sind.

Und daher ist das wirklich eine geschlossene Community, die hierauf zugreift und die nicht einfach wechselt zu einem KI-Modell. Und daher finde ich jetzt auch wieder natürlich diese Herabstufung und Bestrafung im Aktienkurs auch wieder für völlig übertrieben. Also ich würde dem Unternehmen wünschen, dass du recht hast.

Ich bin da so ein bisschen zurückhaltend. Ich glaube, die KI kann natürlich schon sehr viel, weil die Studien selber, auf die dann Voltas Kluver wiederum rekurriert, die sind natürlich auch in anderen Datenbanken verfügbar. Was Voltas Kluver, glaube ich, schafft, ist, die so aufzubereiten und zu strukturieren, dass andere Unternehmen dort relativ leicht wiederum recherchieren können.

Und das alles dann wiederum in sozusagen Sekundärquellen aufzubereiten und auch sehr, sehr zuverlässig aufzubereiten. Das ist natürlich ein großes Asset dieses Unternehmens, dass die KI da gar nicht drankommt. Da bin ich so ein bisschen zurückhaltend, zumal es ja riesige Kanzleien gibt, die zum Teil selber auch wiederum.

Ihre Datenbanken haben, in denen Sie wiederum recherchieren, wo Sie jetzt auch KI einsetzen. Deswegen bin ich da so ein bisschen, ich würde es dem Unternehmen wünschen, dass Sie das hinbekommen. Das mag natürlich sein, aber wir betrachten uns ja ad hoc den Aktienkurs und der ist halt zu weit abgestraft.

Und wenn wir uns die momentanen Erlösezahlen, Daten, Fakten angucken, gibt es halt nicht das her, was der Aktienkurs verloren hat. Weil immer noch der Großteil der Erlöse stammt halt aus langfristigen Software- und Datenbank-Abos. Und da hat Wolters Kluver eine sehr, sehr hohe Kundenbindung. Das Ganze wird natürlich auch noch ergänzt durch Beratung, Implementierung und Schulung, neuer Software-Einführung.

Also und entgegen der bisherigen Spekulation, dass KI dieses Geschäftsmodell halt wirklich einstampfen würde, sehen wir ja steigende Umsätze und auch die operative Marge bei Wolters ist gestiegen. Also das ist alles andere als das, was der Aktienkurs uns widerspiegelt. Absolut. Hinzu kommt, dass das Unternehmen ja ein sehr zuverlässiger Dividendenzahler ist.

Also sie beteiligen ja auch regelmäßig ihre Aktionäre am Erfolg des Unternehmenszahlen. Für dieses Jahr wird eine Dividende von 2,70 Euro ungefähr erwartet. Das macht eine Dividendenrendite von 3,9 Prozent bei dem aktuellen Kurs. Es gibt Aktienrückkäufe, die sie aus dem Unternehmensgewinn auch noch….

Pro Jahr um neun Prozent erhöht und wie du gesagt hast, das Unternehmen hält selbst den eigenen Aktienkauf anscheinend für unterbewertet und, kauft gerade wirklich Aktien zurück, was natürlich dann für uns Aktionäre bedeutet, dass die Aktie auch im Grunde genommen nach hinten raus Steigerungspotenzial hat.

KGV von 13 aktuell, das ist tatsächlich sehr günstig im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Tja, spannende Frage, ob das Unternehmen sich genau so weiterentwickeln wird nach vorne, wie es das in den vergangenen Jahren getan hat. Dann in der Tat, hast du recht, es ist mit Sicherheit eine sehr spannende Aktie im Moment. Jawohl.

Kommen wir zu unserem nächsten Unternehmen. The Trend is your friend mit OMV. OMV kennt man von der Straße sozusagen. Zumindest in vielen Regionen Deutschlands gibt es Tankstellen von OMV. Dahinter steht das größte börsennotierte Industrieunternehmen Österreichs führend in der Öl- und Erdgasversorgung in Mittel- und Südosteuropa.

OMV ist strukturiert wie viele Ölkonzerne. Es gibt ein Upstream- und ein Downstream-Segment. Das Upstream-Segment umfasst vor allen Dingen die Exploration und Förderung von Öl- und Gasvorkommen. Und das machen sie in Mittel- und Osteuropa, im Mittleren und Nahen Osten, in Afrika, in der Nordsee, sowie auch noch in weiter entfernten Regionen.

Also die sind schon ziemlich global aufgestellt. Und dann gibt es ein Downstream-Segment in diesem Unternehmen. Das wird zunehmend spannend. Da geht es nämlich dann um die Verarbeitung dieser ganzen Öl- und Gasprodukte inklusive Petrochemie und zunehmend wichtig auch Kunststoffproduktion. Da kommen wir nachher noch drauf.

Und auch da ist OMV ziemlich aktiv in Europa. Das Ganze läuft zusammen zu einem Umsatz von zuletzt 24,3 Milliarden Euro. Und wie das immer so ist, das schwankt bei diesen Konzernen ja massiv. Da gibt es auch mal Jahre 2022, da waren die bei über 60 Milliarden Euro Umsatz. Entsprechend schwankend auch der Gewinn irgendwo zwischen 5 und 2 oder auch mal einer Milliarde Euro.

Das Interessante, weshalb wir uns dieses Unternehmen jetzt vorgenommen haben, ist natürlich die aktuelle Preissituation am Ölmarkt und an den Tankstellen. Und gut, die Bundesregierung hat Ende vergangener Woche noch kurz vor den Landtagswahlen, Ich habe es eingangs erwähnt, ein Tankrabatt beschlossen. Es soll jetzt erstens wieder einen kurzfristigen Rabatt geben von Anfang Oktober bis Ende des Jahres.

Ein Steuernachlass im Grunde genommen, der ist relativ teuer für Bund und Länder und dann allerdings auch ein Preisdeckel. Ab Anfang nächsten Jahres will die Bundesregierung quasi den Urlaub. Öl- und Tankstellenkonzernen in Deutschland vorschreiben, wie hoch der Preis denn maximal sein darf. Da kann man mal gespannt sein.

Meine Vermutung wäre, ich weiß nicht, Petra, ob du das anders siehst, dass OMV das ganz gut wegstecken kann angesichts der Margen, die die ansonsten so in ihrem Geschäft haben. Ja, das glaube ich auch, weil natürlich OMV so international breit gestreut ist, dass sie auf den reinen deutschen Markt überhaupt nicht angewiesen sind.

Und dann haben sie natürlich nicht nur das Energy- und Fuels-Geschäft, dann kommen wir gleich noch darauf zu sprechen, sie haben auch noch diese dritte große Säule der Chemicals. Wo sie das Ganze so ein bisschen unabhängiger vom Öl- und Erdgas-Geschäft machen wollen. Und dann muss man auch einfach sagen, das zweite Quartal 2026 hat so immens gute Ergebnisse geliefert, dass erst mal die Kassen gefüllt sind.

Also OMV ist sowieso stark Cashflow orientiert und kann halt in guten Rohstoff- und Raffineriephasen erhebliche Mittel erwirtschaften. Das haben wir gesehen. Ja, das zweite Quartal war von außergewöhnlich günstigen Marktbedingungen geprägt, natürlich durch die Ölpreise und durch deutlich bessere Raffinerie- und Chemiemargen.

Dadurch könnte ich mir vorstellen, dass diese Belastungen, die wir hier in Deutschland vielleicht für dieses Unternehmen sehen, nicht ganz so hoch ausfallen werden. Das glaube ich auch. Ich meine, das Interessante ist ja, dass auch schon in diesem zweiten Quartal das so überraschend gut auch für OMV gelaufen ist.

Man kann ja auch sagen, Übergewinnsteuer, SPD, das ist ja genau die Bestätigung dafür, dass die Ölkonzerne und die Raffineriekonzerne in dieser aktuellen Marktsituation auf dem Ölmarkt sehr, sehr ordentlich verdienen. Aber das nur in Klammern gesagt. Was diese Q2-Zahlen ja tatsächlich zeigen, ist, dass es in diesem zweiten Quartal 2026 auch schon sehr viele Markteingriffe gegeben hat. Es hat Preiskontrollen gegeben.

Es hat diesen berühmten... Nur noch um 12 Uhr mittags darf einmal der Preis angehoben werden und dann darf nur noch gesenkt werden. 24 Stunden lang Eingriff gegeben der Bundesregierung. Das alles hat nicht dazu geführt, dass man jetzt bei OMV gesehen hat, das läuft aber überraschend schlecht bei denen, sondern ganz im Gegenteil, sie waren in der Lage, trotzdem die Erwartungen, die die Analysten im Vorfeld an dieses Quartal formuliert hatten, deutlich zu übertreffen.

929 Millionen Euro Nettogewinn blieben übrig, erwartet worden waren 820 Millionen. Deswegen würde ich mal annehmen, dass die nächsten Quartale trotz dieser weiteren Eingriffe, die in Deutschland und vielleicht auch in anderen europäischen Ländern noch stattfinden werden. Dieses Unternehmen das ganz gut verkraften wird. Ja, und wir haben natürlich auch diese Ausrichtung.

Also OMV guckt halt nicht nur in dieses Jahr, sondern auch noch weitsichtig entsprechend nach vorn. Und man will halt langfristig ein Unternehmen werden, was für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemie ausgerichtet wird. Und hier gibt es gegebenenfalls den Game Changer, der sich da nennt. Also das bietet die neue Chemieplattform Borrow International.

Ich hoffe, ich habe das jetzt so richtig ausgesprochen, Timo. Ich stelle, wir sagen. Ja, danke dir. Im zweiten Quartal diesen Jahres steuerte Borrow International rund 350 Millionen Euro zum Ergebnis des OMV Chemiebereichs bei und OMV erwartet durch die Kombination der Unternehmen außerdem. EBTA Synergien von mehr als 500 Millionen US-Dollar, wobei ungefähr 75 Prozent davon innerhalb der ersten drei Jahre realisiert werden sollen.

Also das ist strategisch natürlich deswegen interessant, weil Chemieprodukte andere Preistreiber haben als jetzt beispielsweise Rohöl. Weiterhin hinzu kommt noch ein wichtiger Punkt mit diesem neuen Gasprojekt, was man hat, nämlich Neptun Deep im Schwarzen Meer vor Rumänien. OMV Petrum hält daran momentan 50 Prozent. Die andere Hälfte gehört dem rumänischen Unternehmen Romgas.

Und das Projekt soll ab 2027 Erdgas produzieren. Also für OMV ist Neptun Deep deshalb interessant, weil dadurch langfristig zusätzlich Erdgas aus der europäischen Quelle verfügbar wird. Und das gefällt mir halt gut, dass man hier breiter orientiert und gestreut ist. Aber natürlich auch Achtung, ein solches großes Projekt ist immer auch mit hohen Investitionen und auch mit Risiken verbunden. Mögliche Verzögerungen könnten das Ganze auch noch konterkarieren.

Aber grundsätzlich finde ich die Ausrichtung hier über mehrere Töpfe, den Ertrag und Wachstum zu verteilen, sehr, sehr gut. Das Interessante ist ja, dass OMV, 30 Prozent gehören dem österreichischen Staat und weitere 25 Prozent gehören Abu Dhabi und dem Emirat, die wiederum haben ja ganz langfristige strategische Interessen, im Grunde genommen sich so ein bisschen wegzudiversifizieren vom reinen Ölgeschäft und genau in dieses Chemie- und Kunststoffgeschäft reinzugehen.

Die haben gerade Covestro übernommen. OMV und Covestro sind natürlich irgendwie auch noch eine Möglichkeit, die beiden irgendwie enger zusammenzubringen aus Sicht von Abu Dhabi. Also da bildet sich tatsächlich irgendwie ein ganz interessanter, neuer Schwerpunkt für diesen Konzern und OMV ist glaube ich aus Sicht der Emirate das zentrale Unternehmen, um das herum man die ganzen anderen Beteiligungen aus dem Chemie- und Kunststoffbereich jetzt konsolidieren wird.

Also da kriegt OMV tatsächlich, glaube ich, eine ganz zentrale Rolle und wird sich wahrscheinlich noch breiter aufstellen. Absolut. Das Interessante, finde ich, bei diesen Ölkonzernen ist ja, bei dem Ölpreis und auch ehrlicherweise dem Aktienkurs der Entwicklung, die wir da jetzt schon gesehen haben seit Anfang 2026.

Der Aktienkurs war Anfang 2026 noch bei unter 50 Euro. Inzwischen steht er wenig überraschend bei über 70 Euro angesichts der Gewinne und der Umsätze, die da reingespült werden. Ist das KGV ja immer noch mit neun oder acht ziemlich günstig, oder? Ja, absolut. Wird aber nachziehen natürlich. Also der Kurs ist enorm hoch.

Und hier würde ich mich gar nicht von einem KGV von acht reizen lassen, weil wir haben einfach zu viele. Ich finde das Unternehmen interessant, wie ich eben schon gesagt habe. Aber es gibt doch viele Unwägbarkeiten und Risiken. Das ist natürlich zum einen die Entwicklung von Öl- und Gaspreisen. Das sind aktuelle Raffineriemargen, die wir haben.

Wie entwickeln sich die Großprojekte von OMV? Wie sehen die Investitionen, Verschuldung, Free Cashflow aus? Also das ist hier alles sehr, sehr schwierig. Deswegen interessant ist es, wir haben eine Dividendenrendite von 6,4 Prozent. Profitabel ist das Unternehmen auch. Mich schreckt aber in der Tat etwas der hohe Aktienkurs ab. Und daher ist das sicherlich ein Unternehmen, was langfristig interessant sein könnte, kurzfristig aber auch mal für einen Dämpfer sorgen wird.

Klein, aber oho. Dann kommen wir zu unserer letzten Aktie für diese Woche mit Koloplast. Ja, ich habe da eine wunderbare Geschichte für Sie. Wir schreiben das Jahr 1954. Die Krankenschwester Elise Sörensen hatte eine Schwester namens Thora, die nach einer Stoma-Operation, das ist ein künstlicher Darmausgang, Angst davor hatte, das Haus zu verlassen, weil halt die entsprechende Versorgung undicht werden könnte.

Und so entwickelte ihre Schwester Elisa daraufhin einen selbstklebenden Stoma-Beutel. Und gemeinsam später mit dem Ingenieur und Kunststoffhersteller Arge Louis Hansen, hört sich ein bisschen an, so wie eine Geschichte aus dem Schimmelreiter, und dessen Frau Johanne, entstand daraus der erste entsprechende Koloplastbeutel.

Und aus einer sehr konkreten Alltagssituation entstand damit ein Unternehmen, das heute rund 16.500 Mitarbeiter beschäftigt und seine Produkte in über 140 Länder verkauft. Und wenn das nicht mal eine schöne Story ist. Absolut. Und jetzt muss ich einmal sagen, wie ich auf dieses Unternehmen, weil ich bin dafür verantwortlich.

Du hast es vorgeschlagen, ja. Genau, ich habe es vorgeschlagen, weil ich diese Woche einen Interviewtermin hatte bei einem großen Vermögensverwalter in Deutschland. Und ich habe mir vorher die Aktienfonds dieses. Vermögensverwalters nochmal angeschaut und festgestellt, dass da die sechste oder siebte größte Position in einem Dividendenaktienfonds ein Unternehmen war, nämlich Coloplast, von dem ich noch nie gehört hatte.

Und dann habe ich das so ein bisschen recherchiert und gesagt, Petra, lass doch mal über Koloplast sprechen. Darüber müssen wir uns unterhalten. Ja, da bin ich auch sehr froh drum, weil ich kannte es so auch nicht, obwohl dieser große Vermögensverwalter nicht unweit von mir sitzt. Aber sehr interessant. Ja, wir kommen mal auf das Geschäftsmodell, auf das heute aktuelle Geschäftsmodell von Koloplast zu sprechen.

Das sind auch wesentliche fünf Bereiche, die das Unternehmen abdeckt. Das sind zum einen Produkte für Menschen, wie wir es eben schon gesagt haben, mit einem künstlich angelegten Darmausgang. Dann gibt es Produkte für Blasen- und Darmerkrankungen, wie zum Beispiel den Katheter. Weiterhin Produkte für Atmung und Stimme für Menschen mit Kehlkopfoperationen oder kompletter Kehlkopfentfernung und letztendlich Produkte um die moderne Wundversorgung und sogenannte Biologics.

Das sind, ich glaube, irgendwie auf lebenden Organismusmolekülen produzierte Produkte. Ja, das Ganze, also man merkt schon, es ist erstens eigentlich Medizin, so ein bisschen fast Technik, Medizinprodukte und auf der anderen Seite ziemlich viel Hightech und Forschung und Entwicklung da auch mit dabei.

Also es sind nicht nur die alten Stoma-Beutel, die die Elise vor 70 Jahren mal entwickelt hat. Aber da ist einiges draus entstanden. Das Unternehmen ist. Wir haben die Rubrik kleiner Bauhoh genannt, es ist jetzt kein Riesenkonzern, macht umgerechnet etwa 3,6 Milliarden Euro Umsatz. Das Ganze entwickelt sich sehr kontinuierlich, wie man das bei so einem Geschäft irgendwie erwarten würde, weil man sich vorstellen kann, dass sowohl die Beziehungen zu den Kunden, also häufig Krankenhäusern, sehr, sehr langfristige Beziehungen sind.

Das sind Systemlösungen, das ist alles lange eingespielt und eingestellt auch. Die Patienten am Ende sind auf diese Produkte eingestellt, da wird nicht hin und her gewechselt, wenn man einmal so einen künstlichen Darmausgang hat, dann bleibt man bei diesen Produkten. Das alles sorgt dafür, dass sich sowohl der Umsatz als auch die Gewinne sehr kontinuierlich entwickeln.

Wie gesagt, 3,6 Milliarden Euro Umsatz zuletzt und davon blieben etwa knapp 500 Millionen Euro Gewinn. Das Ganze ist also auch durchaus rentabel. Trotzdem, auch hier wieder, ähnlich wie bei Wolters Kluwer, bei Wolters Kluwer kann man es sogar auf den ersten Blick, haben wir gesagt, erklären, wegen KI-Angst.

Bei diesem Unternehmen ist, glaube ich, was anderes los. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen vier, fünf Jahren ja nicht pulverisiert, aber zumindest ist er deutlich runtergekommen. Die Aktie stand vor vier, fünf Jahren bei 160, 150 Euro, inzwischen bei unter 60 Euro. Und das, obwohl das Geschäft, wie ich es ja gerade gesagt habe, eigentlich total planbar läuft und sich ganz ordentlich entwickelt, Petra.

Das Problem ist hier mittlerweile ein ganz anderes. Der Knackpunkt in den Zahlen und in den Ergebnissen ist, dass Koloplast das Unternehmen Kerizis übernommen hat. Um im Bereich der biologischen Wundversorgung stark zu wachsen. Kirizis selbst ist ein Unternehmen, das Produkte auf Basis von Fischhaut entwickelt.

Faszinierend, was ist alles. Wahnsinn, oder? Ja, finde ich irre. Also finde ich toll. Man weiß das ja auch schon, dass irgendwie Haihaut besonders resilient und abweisend ist. Also da forscht man. Und deswegen war das ein sehr interessanter Schritt. Und die ursprüngliche Investmentthese war, dass Kirizis schnell wächst.

Der Markt für biologische Wundversorgung wächst und Koloplast daraus einen bedeutenden neuen Geschäftsbereich entwickeln kann. Doch dann änderten sich die Rahmenbedingungen dazu. Eine Veränderung der Medicare-Erstattung in den USA belastete das Geschäft deutlich. Koloplast nahm deshalb im ersten Halbjahr 2025, 2026 eine Wertminderung von immerhin drei Milliarden dänischen Kronen auf den Kerizis Goodwill vor.

Und im dritten Quartal ging der Umsatz dann von Kiritzes um 6 Prozent zurück und die EBIT-Marge vor Abschreibungen lag sogar bei minus 5 Prozent. Das ist ein wichtiger Warnhinweis natürlich an dieser Stelle, denn die Übernahme war ursprünglich einer der größten Wachstumshoffnungen. Und hier ist es jetzt so, dass man im Grunde genommen durch diese Übernahme für das Gesamtjahr inzwischen ungefähr von 0% organischem Wachstum und einer EBIT-Marge von ungefähr 0% ausgeht.

Und das ist ein herber Schlag und das sehen wir hier auch am Aktienkurs. Jetzt hat man sich entschieden, einen neuen CEO an die Spitze des Unternehmens zu setzen. Der heißt Gavin Wood, kommt von Johnson & Johnson. Das ist natürlich ein Riesenkonzern, war da vorher auch in der Medizinsparte unterwegs und der hat natürlich jetzt eine große Aufgabe, weil der muss dieses Unternehmen mit dieser...

Irgendwie unvollendeten Übernahme, die zwar einerseits große Hoffnungen immer noch enthält auf zusätzliches Geschäft und auf der anderen Seite aber sich deutlich komplizierter entwickelt und entpuppt, als man das vielleicht gedacht hat. Das muss der jetzt alles hinkriegen, der muss das Unternehmen neu aufstellen, der muss die Marge wieder hochkriegen.

Wie guckst du jetzt auf dieses Unternehmen? Das ist, wie gesagt, 56 Euro aktuell der Aktienkurs, das KGV immer noch relativ hoch, zumindest für das laufende Geschäftsjahr mit 27. Das könnte dann in den kommenden Jahren deutlich runterkommen, wenn, wie erwartet und erhofft, sich dieser Sanierungskurs bestätigen sollte.

Würdest du jetzt sagen, ja, interessanter Wert oder würdest du sagen, ja, interessant ist der Wert und das Unternehmen auch. Also, dass die arbeiten können und Gewinn und Wachstum generieren können, das haben sie gezeigt. Ja, das war jetzt einmal eine Übernahme, die so überhaupt nicht funktioniert hat. Aber du hast es gerade ja selbst gesagt, man hat diesen neuen CEO, der kommt von Johnson & Johnson, der weiß also, wie man medizinische Produkte vertreibt.

Und dazu hat Coloplast eine Fünf-Jahres-Strategie 2025 vorgestellt unter dem Namen Impact 4. Dabei konzentriert man sich auf vier strategische Prioritäten, also zum einen Wachstum durch innovative Produkte und Angebote, dann eine höhere Effizienz, dann eine stärkere Nutzung von Technologie, natürlich unter anderem auch der künstlichen Intelligenz und viertens den Aufbau einer leistungsfähigen und nachhaltigen Organisation.

Die langfristigen Ziele, die das Unternehmen sich gesteckt hat, sind durchaus ambitioniert. Das muss man abwarten. Also nur weil man hier diese schönen, sehr gut klingenden Unternehmensziele hat, hat man noch keine Garantie, dass das auch wirklich erfüllt wird. Nichtsdestotrotz sollte man da wirklich mal des Öfteren hingucken, weil das Unternehmen ist interessant.

Wir haben hier auch noch einen besonderen Wachstumstreiber. Der heißt USA, weil hier gibt es besondere Strategien und ungenutztes Potenzial, was Koloplast noch nutzen kann. Alles in allem, die Weichen sind gestellt. Ob der Zug jetzt wirklich schnell in die richtige Richtung fährt, das gilt es jetzt zu beobachten.

Vielen Dank, Petra. Das war mal wieder Aktien fürs Leben, der Vermögens-Podcast von Kapital. Wir bedanken uns fürs Zuhören, wünschen eine angenehme und hoffentlich ruhige Woche. Wir werden weiter die politische Entwicklung in Berlin und im ganzen Land so ein bisschen mit im Auge behalten. Halten Sie die Ohren steif und wir melden uns nächste Woche wieder.

Wir hören uns bis dahin. Tschüss. Tschüss. Aktien fürs Leben. Der Vermögens-Podcast von Capital. Mit Petra Ahrens und Timo Pache.

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