Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 127

Graf Dracula, Nosferatu & Co. – Die Geburt des modernen Vampirs

Freitag, 29. August 2025 · 1 h 58

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Shownotes

Vom serbischen Bauern Peter Plogojowitz bis zu Bram Stokers „Dracula“: In dieser Folge verfolgen wir, wie sich aus schaurigen Wiedergängergeschichten im 18. Jahrhundert die Figur des modernen Vampirs entwickelt. Wir sprechen über Vampirprozesse, Gelehrtendebatten der Aufklärung, romantische Schauerliteratur und die ersten Filmikonen wie Nosferatu. So entsteht aus dem pestbringenden Leichnam der aristokratische Verführer mit Cape, Zähnen und unsterblichem Charme – ein Mythos, der bis heute Kino und Popkultur prägt.

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Quellen & Literatur:
Barber, P. (1988): Vampires, Burial, and Death. Folklore and Reality, New Haven ‒ London.
doi.org/10.12987/9780300153484
Bohn, T. M. (2016): Der Vampir. Ein europäischer Mythos, Köln ‒ Weimar ‒ Wien.
Heitz, M. (2009): Vampire! Vampire! Alles über Blutsauger, München ‒ Zürich.
Hövelmann, G.H. (2007): Wissenschaftliche Vampir-Literatur: Eine bibliographische Heimsuchung, Zeitschrift für Anomalistik 7, 205‒235.
Keyworth, D. (2007): Troublesome Corpses. Vampires & Revenants ‒ From Antiquity to the Present: Vampires and Revenants from Antiquity to the Present (Desert Island Dracula Library 16), Southend-on-Sea.
Ganze Bibliografie: drive.google.com/file/d/1JDVxrNjJh16CphT5018ID…

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Es gibt Wesen, die man Vampire nennt. Einige unter uns haben handgreifliche Beweise dafür, dass sie existieren. Denn Nosferatu stirbt nicht wie die Biene, wenn sie einmal gestochen hat. Er wird dadurch nur noch stärker, und je stärker er wird, desto mehr Kraft hat er, wieder Böses zu tun. Dieser Vampir, der unter uns weilt, vereinigt in sich die Kraft von zwanzig Männern. Er ist schlauer als die Sterblichen, denn seine Schlauheit wächst im Laufe der Zeiten. Er besitzt die Gabe der Necromantie, das heißt, wie er schon aus der Etymologie des Wortes ersichtlich, die Sehergabe als toter und unbedingte Macht über alles Tote, in dessen Nähe er kommt. Er ist grausam, mehr als grausam, er ist ein Teufel an Gefühllosigkeit

und ein Herz besitzt er nicht. Er kann mit gewissen Einschränkungen erscheinen, wann und wo und in welcher Gestalt er will. Er kann innerhalb seines Machtbereiches den Elementen gebieten, dem Sturm, dem Nebel, dem Donner. Er hat auch Macht über geringere Dinge, über Ratten, Fledermäuse, Fliegen. Füchse und Wölfe. Er kann sich größer und kleiner, er kann sich zeitweilig unsichtbar machen und ungesehen kommen und gehen. Wie wollen wir also vorgehen, um ihn zu vernichten? Das ist die Warnung von Abraham von Helsingen. Abraham ist Holländer.

Abraham von Helsingen, er ist Holländer. In Rams Strokers Dracula. Nein, nein, das ist schon gut so. Tatsächlich, der Vampir ist unsterblich, zumindest in der Popkultur oder als eine Form des Wiedergängers. Herzlich willkommen zurück zu unserem dritten und letzten Teil, vorerst unserer Untoten -Triologie, wo wir uns fragen, wie wurde aus den schmatzenden Nachzehrern, den pestbringenden Leichnamen und nordischen Trauger, die wir in den letzten Folgen uns unter anderem angeschaut haben, der Dracula, den wir heute kennen? Und warum bekommt der Vampir im 18. Jahrhundert plötzlich einen Namen? ein Adelsgeschlecht und diese leichte erotische Verführungskraft. Wieder dabei ist Live -Inselmann. Herzlich willkommen

live. Ich bin immer noch da. Immer noch da, dritter Teil. Und jetzt kommt es nach zwei Teilen hinführung zum großen Highlight. Nämlich wir kommen zum Ursprung des uns bekannten Vampires. Deswegen erstmal die Frage live, was ist ein Vampir? Ja... Darauf gibt es nun eine kurze Antwort, die werde ich in einem Satz bringen und eine lange Antwort, die wird dann die folgenden zwei Stunden einnehmen.

Das ist taktisch sehr unglücklich, was wir hier machen, weil alle danach abschalten werden. Wenn du jetzt in einem Satz die Wahrheit sagst und wir danach noch zwei Stunden reden, warum sollten wir das Ende schneiden? Ja, weil die kurze Antwort falsch ist. Die kurze Antwort wäre, der Vampir ist ein Toter, der aus seinem Grabe auferfdeht, um den Lebenden das Blut auszusaugen. Das heißt, der Vampir ist ein Untoter, also ein lebender Leichnam, er ist kein Gespenst und auch kein Dämonisches Wesen, sondern eben ein verstorbener Mensch. Und dann fängt die Schwierigkeit auch schon an, denn die Vorführung ist mittlerweile sich relativ einig darüber, dass der Begriff des Vampirs eigentlich kaum zu definieren ist.

Denn so ziemlich all das, was wir als Charakteristisch für den Vampir erachten, wird deutlich komplizierter, sobald wir in die originalen Quellen gucken. Ihr könnt jetzt sagen, ein Vampir saugt Blut, er hat lange Eckzähne, ist athelieke, trägt Cape und wenn er in die Sonne geht, verbrennt er. Allerdings finden wir all das in den originalen Quellen erst mal nicht. Denn der ursprüngliche Vampir des Volksglaubens, ja, der sieht noch ein bisschen anders aus. Setze müssen wir eher sagen, der Vampir ist eine Lokalvariante des Wiedergängers. Wir haben, wie wir in der letzten Folge schon rausgearbeitet haben, in weiten Teilen Europas spätestens seit dem Mittelalter eine weit verbreitete Furcht vor Untoten, vor Wiedergängern.

die je nach Region unterschiedlich heißen und unterschiedliche Merkmale aufweisen, aber doch auch gewisse Gemeinsamkeiten. Und das, was wir später als Vampir bezeichnen, geht praktisch als eine Lokalvariante aus diesem großen Blumenstrauß der Untoten hervor. Sehr schön ausgedrückt. Die Forschung streitet sich eigentlich schon seit Jahrzehnten, wo allein schon der Begriff herkommt, von welcher Wurzel das denn abzuleiten sei. Da gibt es auch diverse Hypothesen zu, die ich hier nicht alle im Einzelnen referieren kann. Das Problem erkennt man schon allein, wenn man sieht, wie viele Varianten des Wortes es gibt. Allein in Bulgarien finden wir zum Beispiel die Formen Vampir, Phampir, Vapir, Vapirin, Vrapirin, Vapir,

Vapar, Voper, Vepir, Vipir, Jepir, Vlepir, Lepir, Lampir, Lempir, Lemptir, äh, Lipir, Lipirin, Upir und Japerir. Ja, ähm, uneindeutig. Ja, und das sind halt mal die dialectalen Varianten in Bulgarien. Dann gibt es natürlich in anderen Ländern noch diverse Formen und natürlich unzählige Begriffe für vampirische Gestalten, die halt einen anderen etymologischen Ursprung haben.

Und spannenderweise kommt unser erstes Vampir gar nicht aus Bulgarien und auch nicht aus Transylvanien, sondern aus Serbien. Genau, denn die Geschichte des Begriffs des Vampirs unter seiner Wahrnehmung beginnt ziemlich genau im Jahr 1725. Da erfeint im Wienerischen Diarium, also der österreichischen Staatszeitung, einen Bericht mit dem unspektakulären Titel «Kopia eines Schreibens aus dem Gradisker Distrikt». geschrieben von einem gewissen Ernst Frombald, einem Kameralprovisor, also einem lokalen Beamten aus dem heutigen Serbien. dass innerhalb acht Tagen neun Personen, sowohl alt als junge nach überstandener 24 -stündiger Krankheit, also dahingestorben, dass, als sie ernach auf dem Todbett lebendig lagen, öffentlich ausgesagert,

dass obmeld vor zehn Wochen verschiedener Peter Brogajowicz zu ihnen im Schlaf gekommen, sich auf sie gelegt und gewürget, und dass sie nun Mero den Geist aufgeben müssten. Gleich wie dann hier Rob die übrige Untertanen sehr bestürzelt, in solchen auch mehr gesteifelt wurden, da des verstorbenen Peter Plogejowits Weib, nachdem es sie zuvor ausgesagt hat, dass ihr Mann zu ihr gekommen und seine Opannik oder seine Schuh begehret, von dem Dorf Kisolowa durch und sich in ein anderes begeben, Sie sind themalen aber bei der gleichen Person, so sie Vampiri nennen, verschiedene Zeichen, als dessen Körper unverwesen Haut, Haar, Bart und Nägel an ihm wachsen zu sehen sein müssten, als haben sich die Untertanen

einhellig resolviert, das Grab des Peter Plogejowits zu eröffnen und zu sehen, ob sich wirklich obbemellte Zeichen an ihm befinden. zu welchem Ende sie dann sich zu ihm hierhero verfüget, und nebst Andeutung vor erwähnten Kasus mich samt dem hiesigen Poppen oder Geistlichen ersucht, der Beschau beizuwohnen, und ob ihnen schon erstlich solches Faktum reprobiert mit Meldung, dass ein solches Vorhero an einer löblichen Administration untertänig Gehorsames berichten, und der, wo selben hohe Verfassung hierüber vernehmen müsste, haben sie sich doch keineswegs hierzu bequemen wollen, sondern vielmehr diese kürzliche Antwort von sich gegeben. Ich möchte tun, was ich wollte, allein sofern ich ihnen nicht gestatten werde,

auf vorherige Beschau und rechtliche Erkanntnuss mit dem Körper nach ihrem Gebrauch zu verfahren, müssten sie Haus und Gut verlassen, weil sie bis zur Erhaltung einer gnädigsten Resolution von Bellkraft Belgrad wohl das ganze Dorf, wie schon zu türkischen Zeiten geschehen sein sollte, durch solche üblen Geist zugrund gehen könnte, welche sie nicht erwarten wollten. Da dann solche Leute weder mit guten noch mit Bedrohung von ihrer gefassten Resolution abhalten könnte, habe mich mit Zuziehung des Kraditzka -Poppen in benanntes Dorf Kisolowa begeben, den bereits ausgekrabelten Körper des Peter Plogojowicz. besichtigt und gründlicher Wahrheit gemäß folgendes befunden.

Das, erstlich von solchem Körper und dessen Grabe nicht der Mindeste sonst der Toten gemeiner Geruch verspürt, der Körper außer der Nasen, welche etwas abgefallen, ganz frisch, Haar und Bart, ja auch die Nägel, wovor die alte hinweggefallen, an ihm hergewachsen, die alte Haut, welcher etwas weißlich war, hat sich hinweg geschildert und eine frische Neul darunter hervorgetan. Das Gesicht, Hände und seine Füße und der ganze Leib waren beschaffen, dass sie in seinem Lebzeiten nicht hätten vollkommener sein können. In seinem Mund habe ich nicht ohne Erstaunen einiges frisches Blut erblicket. welches der gemeinen Aussag nach er von denen durch ihm umgebrachte gesogen. Aha, in Summa waren alle Indizier vorhanden, welche

derlei Leute, wie schon oben bemerkert, an sich haben sollten. Nachdem nun sowohl der Pop als ich dieses Spektakul gesehen, der Pövel aber mehr und mehr ergrimmert als bestürzet bestürzt wurde, haben sie gesamte Untertanen in schneller Eil einen Pfeil gespitzet, solchen den toten Körper zu durchstechen, an das Herz gesetzt, da dann bei solcher Durchstechung nicht nur allein häufiges Blut so ganz frisch auch durch Ohren und Mund geflossen, sondern andere wilde Zeichen, welche wegen hohen Respekt umgehe, vorbeigangen.

Sie haben endlich auf vermeldeten Körper in Hock Kasu gewöhnlichen Gebrauch nach zu Aschen verbrennt, welches dann einer hochlöblichen Administrat Krohn hinterbringt und an bei Untertehnungsgehorsams bitten wollen, dass wenn hierinfalls ein Fehler begangen worden sollte, solchen nicht mir, sondern dem von Forcht außer sich selbst gesetzten Pöbel beizumessen. Das war jetzt natürlich nicht ganz einfach verständlich in diesem alten Deutsch.

Aber was ist da nun passiert? Offensichtlich ist ein Serben -Verbauer namens Peter Plogorjowicz, so wird er zumindest dann in der deutschen Quelle genannt, ursprünglich kann der Peter Plagorjevic oder ähnliches geheißen haben, ist dort gestorben und dann Ja, sagten mehrere Menschen aus, er sei nachts zu ihnen gekommen und habe sie geplagte, und sie seien daraufhin allesamt gestorben. Solche Menschen würden dort Vampire genannt. Daraufhin habe man sein Körper ausgegraben, exhumiert, und daran alle Zeichen festgestellt, die nach Meinung der dortigen Einwohner eben für solche Vampire typisch seien. Dazu gehört eben, dass der Körper, anders als erwartet, nicht verwiesst sei und auch nicht stinke, er sähe gesund und

rosig aus, unter der abgefählten Haut sei Neue zum Vorfein gekommen, außerdem seien die Haare und Nägel weitergewachsen. Und ja, schlussendlich habe man dann damit verfahren, wie dort gemacht werde. Man habe ihn mit einem hölzernen Flock gepfählt und dabei sei Blut aus munteren Ohren hervorgekommen und außerdem seien gewisse andere wilde Zeichen aufgetreten. Ich übersetz das mal in heutiges Deutsch, der Peter Plogewitz hatte ne Riesenlatte. Ah, das war die wilden Zeichen.

Das hab ich nicht verstanden gehabt beim Lesen. Spannend. Ganz genau. Hier haben wir also den ersten Vampirbericht, der dann eben auch weit über die Regionen, der sich das ereignet hat, vordringt eben bis nach Wien. Ja. Und was ist an diesem Bericht nun erst mal komisch? Einiges. Also auch, dass bei der Leichenschau dann ja festgestellt wurde, dass da ja Blut aus dem Körper kam, frisches Blut anscheinend. Dass die Nägel wachsen, ist erst mal normal, glaube ich, bei einer Leiche und die Haare. Überall so. Ja, das kann man tatsächlich heute relativ gut erklären.

Das liegt ganz einfach daran, dass der Körper natürlich ein bisschen austrocknet und sich die Haut zurückzieht und dadurch sieht es dann so aus, als wenn die Nägel eben weitergewachsen sind und die Haare. Ja, aber mit dem Blut hast du schon das Richtige angesprochen. Im Grab hat man Blut an ihm gefunden, gerade eben auch an Mund und der Ohren, dass er eben, und das wird explizit gesagt, von denen durch ihm Umgebrachte gesogen hat. Er wird also als Blutsauger beschrieben.

Aber vorher war gar nicht die Rede davon, dass er Menschen ausgesaugt hat. Dadessen, als er seine noch lebende Ehefrau aufgesucht habe, hieß es, er habe sich im Schlaf auf sie gelegt und sie gewürgert. Stimmt, ja. Also wir sehen ja noch keinen Vampir, der mit langen Eckzehen die Leute in den Hals beißt oder irgendwo anders hin, sondern er legt sich im Schlaf auf sie und würgt sie. Das könnte man jetzt irgendwie als eine Kuriosität dieser Quelle ansehen, sei es, dass da irgendwas falsch berichtet wurde, dass...

Ja, diese Frau möglicherweise ein Detail verschwiegen hat oder dass bei der Übersetzung für den dortigen Beamten irgendwas in Verwirrung geraten sei. Aber tatsächlich, auch wenn man sich spätere Berichte anguckt, zu denen wir noch kommen werden, ist das ein wiederkehrendes Muster. Es heißt immer, man habe im Melk -Grab Blut an dem Melk Körper gefunden und sie werden dann eben auch als Blutsauger beschrieben, ganz explizit. Aber ist es nie davon die Rede, dass irgendjemand, der Opfer eines Vampirs wurde, tatsächlich gebissen wurde? Das Beißen wird nie erwähnt. Ja, die Nachzehrer mussten ja auch nicht aus dem Grab raus, um zu schaden. Du konntest ja vielleicht Blutsaugen, ohne tatsächlich zu beißen. Also... Befeindlich

ist genau das die Lösung, dass das Blutsaugen hier ursprünglich erst einmal auf so eine Art magische Weise gefahren ist. Zum einen haben wir das durchweg durch all die verschiedenen Quellen. Allerdings, wenn man nun auch in nochmal andere Berichte aus dem Volksglauben guckt, dann gibt es da nicht nur menfensaugende Vampire, sondern auch sogenannte Kornvampire, die eben buchstäblich das Getreide auf den Feldern verdorren lassen und dessen Fruchtbarkeit schädigen. Und wenn die ausgegraben werden, dann findet man bei ihnen mitunter Mehl im Mund. Was natürlich rational betrachtet absurd ist, denn das Mehl ist ja erst ein Verarbeitungsprodukt. Das liegt ja nicht direkt direkt so schon bei dem Getreide

an den Körnern vor. Wenn du genug Körner kaust, hast du natürlich schon auch, ich meine... Ja, also vermutlich haben wir es hier ursprünglich eher mit so einer Art Sympathie -Zauber zu tun. Also der Tote beißt nicht wortwörtlich, sondern er saugt gewissermaßen die Lebenskraft der Menschen aus und das... veranschaulicht sich dann im Blut, dass man eben am Leichnam findet, auch dass er damit dann eben so aufgequollen ist und voller Blut und das Blut ihm wirklich in sämtliche Körperregionen strömt. Allerdings wird das dann in den westlichen Medien, die diese Geschichten aufgreifen, von Anfang an wörtlich genommen und da haben wir dann tatsächlich den Vampir als Blutsauger. Wie kann es aber sein, dass wir hier diese einfach

in sich so widersprüchlich erfeinenden Berichte haben? Das ist ja nun erst mal kontraintuitiv mit Sympathie -Zaubern und so weiter. Nun, das Ganze klärt sich hier auf, wenn wir berücksichtigen, dass wir es hier ja mit realen Ereignissen zu tun haben. Die Leute berichten ehrlich, was sie erlebt und gesehen haben. Einerseits, was sie vorfinden, wenn sie die Gräber öffnen. Das können wir heute relativ gut verstehen. Der Befund an so einem Leichnam lädt sich auf durch Gase, die bei der Verwesung entstehen. Dadurch werden mitunter auch Leichensäfte aus den Körperöffnungen rausgetrieben.

Die äußere Haut schält sich ab. Teilweise zieht sich das Austrocknen auch zurück und es erfeint so, dass die Nägel und Haare weitergewachsen sind. Allgemein müssen wir natürlich berücksichtigen, die Leute damals dürften relativ wenige Ahnung von Verwesungsprozessen gehabt haben und wie so ein Körper sich im Grab verhält. Die einzigen Leichen, die sie nach einiger Zeit nach dem Bestatten wieder ausgegraben haben, waren die, die sie ohnehin schon als Vampire verdächtigten. Und dann haben sie entsprechend genau die Zeichen gefunden, die sie erwarteten. Insbesondere, wenn die Toten zum Beispiel im Winter begraben wurden und dann halt in der kalten Erde auch eine längere Zeit nicht verwest sind. Auf der anderen Seite

haben wir dann die Besuche der Vampire, die die Menschen wirklich erlebt haben, wie hier die Frau des Peter Plogorjowits, die von ihm heimgesucht wurde. Das heißt, er habe sich im Schlafaufsiege gelegt und gewürgt. Nun, bist du mit dem Phänomen der sogenannten Schlafparalyse vertraut? Ja. Ja, das ist ja auch genau, das ist der Nachtalp, der auf deiner Brust sitzt und dich dazu zwingt, dass du sie nicht bewegen kannst. Genau, wahrfeindlich bezieht sich das ja auf ein Phänomen, das mittlerweile relativ gut bekannt ist. Die sogenannte Schlafparalyse, das ist ein Phänomen, das taucht bei, je nach Statistik, bis zu 20 % der Bevölkerung mindestens einmal im Leben auf. ein ungewöhnlicher Zustand, den manche Menschen erleiden, entweder beim Einschlafen

oder beim Aufwachen. Im Schlaf ist der menschliche Körper ja gelähmt, damit er sich zum Beispiel im Traum oder so nicht bewegte. Und mitunter bleibt ihm diese Lähmung bis in so einem Stadium bestehen, wenn man bereits seine Umwelt wieder wahrnimmt, also bereits wieder am Übergang zum Erwachen steht. Das ist dann eine sehr forkierende Erfahrung, wenn man sich praktisch schon wieder bewusst ist, auch seine Umgebung sehen und wahrnehmen kann, aber immer noch gelähmt ist. Und gleichzeitig gehen diese Erlebnisse häufig mit ganz unangenehmen Empfindungen einher. Oft die Vorstellung, dass ein starkes Gewicht auf der Brust liegt, auf dem eigenen Körper. Insbesondere kommt das vor, wenn man auf dem Rücken schläft. Und eben auch

oft verbunden mit visuellen oder auditiven Halluzinationen. Also man spürt und sieht wirklich eine Gestalt, die auf einem sitzt. Oder man sieht Gestalten im Raum. von dem man unter dann überzeugt ist, dass es sich zum Beispiel um verstorbene Angehörige handelt oder dämonische Wesen oder ähnliches. Das ist... ein mittlerweile durchaus psychologisch erforschtes Phänomen, das ja durch die gesamte Menschheitsgeschichte immer auch irgendwie aufgetreten ist und seine Spuren in jeder menschlichen Kultur hinterlassen hat. Wir finden in nahezu jeder Kultur irgendeine Form von Geistern, Dämonen, Untoten, Monstern oder ähnlichem, denen eben genau diese Erfahrungen zugeschrieben werden.

So im deutschen Sprachraum ist das eben der Nachtalp, wovon auch unser Wort Alptraum kommt. Das ist ursprünglich nicht einfach ein unschöner Traum, sondern eben genau so eine Schlafparalyse, so ein Dämon, der einmal auf der Brust sitzt. Oder auch der Nachtmarr. Das ist dann auch verwandt zum Beispiel mit dem englischen nightmare oder französisch cauchemar oder mara auch in älteren germanischen sprachen und auch bis in den slawischen bereich als mara moras mora und ähnliches. Wir finden dort überall eben solche dämonischen gestalt die genau damit assoziiert werden. Und tatsächlich, selbst sehr in der Moderne, haben wir immer wieder solche Berichte, die damit und auch kreativ interpretiert werden. Es gibt Studien, die darin gehen, dass

wahrscheinlich ein guter Teil der Erlebnisse, die dann als Alien -Entführungen interpretiert werden, ursprünglich auf solche Erlebnisse der Schlafparalyse zurückgehen könnten. Und mir fand ja relativ offensichtlich, dass verfeindlich auch so einige dieser Vampir -Erlebnisse, wie hier bei der Frau des Peter Plogorjowits auf ebenso eine Schlafparalyse zurückgehen können.

Die Symptomatik ist auf jeden Fall die gleiche. Wir haben einerseits den Toten, der im Schlafzimmer erfeint, sich auf sie legt, sie wirkt. Auch diese Atemnot ist ein immer wieder vorkommendes Symptom. Ja, und dann gräbt man eben den Leichnam her aus und findet diese ungewöhnlichen Zeichen einschließlich des Blutes. Und daher kommt dann die Vorstellung, dass der Tote auch dann eben tatsächlich nur symbolisch das Blut gesogen habe. Ja, aber zurück zu Peter Plugojovits. Ja, aber zurück zu Peter Plugojovits. Ein weiteres Detail bleibt ja auch noch irgendwie unverständlich. Das heißt, er habe von seiner Frau seine Fuhr begehrt oder seine Opankin. Und das ist wohl tatsächlich da ein lokales Idiom, was eben für den ehrlichen

Geschlechtsverkehr steht. Tatsächlich auch solche sexuellen Erfahrungen kommen durchaus in manchen Fällen im Kontext von Schlafparalyse vor, da gibt es auch andere Beispiele. Er kehrt also des Nächten zu seiner Ehefrau zurück, um mit ihr den ehrlichen Weichschlaf zu vollziehen. Also bereits hier in der ersten Quelle ist der Vampir auch sexuell konnotiert. was wir natürlich später auch aus der literarischen Bearbeitung und Filmen und so immer wieder kennen. Ich wünsche mir jetzt wirklich ein Remake von Twilight, wo der Vampir aber ein Serbe -Verbauer aus dem frühen 18. Jahrhundert ist. Aber er glitzert in der Sonne. Er würde das auf jeden Fall so als wäre.

Also, hier wird's eben glitzend. Hier stellen wir romantisch vor. Auf jeden Fall. Der letzte ist es mit Twilight, doch wie mit Fifty Fates of Grey. Es ist nur sexy, weil der Typ reich ist. Würde er im Trailerpark wohnen, wäre es keine Tox -Fail -Romance, sondern Horrorfilm. Auch ein schöner Remake. Vielleicht den Fifty Fates of Grey Trailerpark Remake. Ähm ... Genauer.

Ja, ist auf jeden Fall ein ... auf eine Art und Weise typischer Vampirbericht. Und trotzdem erinnert er mehr an die Wiedergänge, die wir vorher eigentlich ... gehört haben und die Quellen aus der letzten Folge. Genauer. Eigentlich, wenn man das sich hier so durchliest und mit den früheren Berichten vergleicht, etwa von dem William of Newburgh in England im 12. Jahrhundert, wenn man sich da fragt, wo sind eigentlich die Unterfiele?

So wirklich gibt es die eigentlich gar nicht. Es hieß vorher nicht, dass die Untoten Blut saugen, also dass sie wirklich beißen und das heißt es auch jetzt nicht. Und auch von früher wurde erwähnt, dass man eben Blut in ihrem Mund gefunden habe. Von William of Newburgh beschreibt eben einen seiner Wiedergänger als Blutsauger. Sanguisuga im Lateinischen. Und auch eben der Wiedergänger, der eben sich auf Menschen erlegt und sie wirkte, ist ein wiederkehrendes Phänomen. Die Zeichen am Leichnam sind dieselben und letztlich auch die Methoden der Bekämpfung, eben das Pfählen und Verbrennen. Also eigentlich das einzige, was den Vampir hierzu etwas neu macht, ist, wie auf ihn reagiert wird und das nicht von Seiten

der lokalen Bevölkerung. sondern von Seiten der, ja, Mitteleuropäischen Gelehrsamkeit im Wien und überall anderswo solche Berichte dann wahrgenommen werden. Das ist zunächst bei Peter Plogorjowicz 725 noch gar nicht so viel. In der Berichte wird erst mal zu den Akten gelegt und zieht nicht so viel Aufmerksamkeit nach sich hin. Das ändert sich dann aber einige Jahre später, als es wieder in Serbien erneut zu einem ähnlichen Vorfall kommt. Diesmal ist es nicht mehr Plogorje Witz, sondern ein gewisser Arnold Paole, so heißt er in der Quelle, auch hier wieder in Deutsche übertragen.

Ursprünglich hieß er, war feindlich so etwas wie Arnaud Pafle oder so. Später wird es in anderen Quellen auch zu Arnold verballhornt, wobei Arnaud oder Arnond war feindlich ursprünglich kein Eigenname ist, sondern sein Spitzname für einen Albaner. Dieser Herr Pafle oder Paole Er starb 1727 in einem Ort namens Medvegia, wo er von einem Heuwagen stürzte. Vorher sei er ein Hajduk gewesen, also ein Wehrbauer, ein Soldat, der habe sich einige Zeit in Kosova, also Wafai ihm heute in Kosovo da in dieser Gegend aufgehalten und berichtete noch zu Lebzeiten, er sei dort von einem Vampir geplagt worden. Er habe allerdings dann Erde von dessen Grab gegessen und sich auch mit dessen Blut beschmiert, um sich davor zu schützen. Nicht

extra erwähnt, aber hier Wafai impliziert ist, dass wohl auch dieser Vampir dort dann gewaltsam vernichtet wurde. Allerdings scheint das doch nicht ganz funktioniert zu haben. Denn, ja, 1727 stürzte Paole vom Heuwagen und starb kurz darauf. Und etwa einen Monat nach seinem Tod soll er dann mehrere Menschen heimgesucht haben. Vier Menschen starben daraufhin. Er wurde ebenfalls exhumiert und man fand die bereits zuvor erwähnten Vampirzeichen bei ihm. Daraufhin wurde er gepfählt und verbrannt, ebenso auch alle vier Opfer. Dann wurde es einige Jahre eher still in Medvegia, bis dann 1731 erneut innerhalb von drei Monaten ganze 17 Personen starben. Einige von denen sollen zuvor Fleisch von Tieren gegessen haben, die

dieser untote Paole angefallen habe. Oder es heißt dann auch, dass sie eben von Verstorbenen heimgesucht und gewürgt worden seien. Die Nachricht von diesen Ereignissen verbreitet sich da bereits etwas. Dann wird ein Seuchenarzt namens Glaser dorthin geschickt und faut sich die Situation an. Er wartet da eigentlich, dass da irgendeine ansteckende Krankheit umgeht. Konnte da allerdings keine Inweise drauf feststellen. Auf drängende Anwohner lässt er dann aber auch 10 Gräber öffnen und untersucht die Leichen oberflächlich. Daraufhin schreibt er einen Bericht und schickt den auch an die höheren Institutionen und bittet darum, dass man doch bei Profis schicken soll, um die Angelegenheit näher zu untersuchen. Es wird daraufhin

auch eine Kommission ausgesandt und da einem Feldwelfärer, also einem Militärarzt namens Johann Flückinger. Und auch der lässt abermals vor Ort etliche Leichen exhumieren und nimmt Obduktionen an diesen vor, verschreibt ebenfalls einen Bericht, wo er detailliert auch die Befunde an den Leichen festhält, eben mit den genannten Vampirzeichen, bei anderen Leichen hingegen habe der Verwesungsvorgang bereits eingesetzt, da handelt es sich also offensichtlich nicht um Vampire. Letztlich stimmen Flückinger und Kollegen dann auch der Postum Exekution zu, die Leichen werden daher also sofort geköpft und schließlich verbrannt. Erledigen müssen das einige lokale Roma, die dort im Alts Henker fungieren und die Drecksarbeit für die Lokalbevölkerung

zu erledigen haben. und die Affe wird am Schluss dann in den Fluss Morava gestreut. Ja, und dieser Bericht, den der Flückinger dann nach Wien feckte, mit dem Titel Visum et repertum, über die sogenannten Vampirs oder Blut -Aussauger, die zu, so zu, Medvegia in Servien an der türkischen Granit, den 7. Januar 1732, gefehlen, dieser Bericht fliegt dann letztlich ein wie eine Bombe. wird innerhalb kürzester Zeit in diversen Medien und Zeitungen abgedruckt und löst im deutschen Sprachraum einen gewaltigen Vampirdiskurs aus. Merkenswert, dass er hier schon im Titel ja von einer Blutaussaugung die Rede ist. Also halt das deutsche Publikum nimmt das Blutaussaugen von Anfang an wörtlich und stellt das dann fort an ins Zentrum des ganzen

Vampirbildes. Und das ist eben was unser Bild des Vampirs auch bis heute bestimmte. Auch hier war ursprünglich eben von Blut -Aussaugen gar keine Rede, sondern auch zum Beispiel eine 20 jährige Frau namens Tanoika berichtete, dass sie von dem Heidukensohn Miloe um den Hals gewürgert worden sei, worauf sie einen großen Schmerz auf der Brust empfunden und vor Stunde zu Stunde sich schlechter befunden habe. Also auch hier vielleicht eine Form von Schlafparalyse und oder gewisse Krankheitssymptome, die letztlich dann auch zum Tot führten. Ja, und infolge der Abdrucke dieses Berichts geht die Diskussion dann richtig los. Es erfeinen also einen Kommentar und eine Stellungnahme nach der anderen in diversen Medien.

Die Nürnberger Zeitschrift Comercium Literarium zum Beispiel bespricht nacheinander im Jahr 1732 all diese Vampir -Veröffentlichungen, insgesamt acht Rezensionen und diverse Kommentare und thematisiert dabei tatsächlich auch solche Wiedergängerfälle aus anderen Regionen. Dann hätten wir noch den preußischen König, Friedrich Wilhelm den Herr Ersten. Der ist eigentlich überhaupt kein Freund der Wissenschaft. Der ist eigentlich seit einiger Zeit ziemlich angefressen, dass die Wissenschaftler seinerzeit immer liberalere Ideen haben und immer selbstbewusster werden und so. Und da denkt er sich, die kann man ja mal schön ärgern und fordert von der Berliner Sozietät, also der späteren Akademie der Wissenschaften, sie sollen doch

bitte mal ein Gutachten vorlegen, wo sie eben zu diesem Vampir Geschichten Stellung nehmen. Ja, die meisten Wissenschaftler in unserem Raum betrachten das alles als dummen Aberglauben. Das ist also echt so ein bisschen eine Aufgabe, um sie bewusst lächerlich zu machen in der Öffentlichkeit. Letztlich legen sie dann auch ein solches Gutachten vor, wo sie Alte auf Flückingers Bericht aufbauen und versuchen diese ganzen Beobachtungen eben im Rahmen ihrer Zeit naturwissenschaftlich zu widerlegen, zu erklären. Außer Flückingers Bericht beziehen nicht wirklich andere Quellen mit der einen und tatsächlich keiner von den diversen Mitautoren und es müssen sogar dann alle Professoren und so der Sozietäte das auch noch mit unterreiben.

Keiner von denen äußert sich später irgendwie wieder zum Thema Vampirismus, nachdem sie da ihre Fröhlichkeit getan haben. Aber dabei bleibt es nicht. Zwifeln 1732 und 1933 erfeinen mit deutschen Raum mindestens ein Dutzend Vampirtraktate. Also das sind vor allem angehende Theologen und so Jungakademiker, die ihre Dissertationen eben über diese Vampirvorfälle schreiben. Und das sind letztlich heute würde man sagen die Bankingschriften.

Also wo sie eben immer versuchen das irgendwie wissenschaftlich und das heißt in ihrer Zeit auch theologisch zu erklären und letztlich zu widerlegen. Das ist so eine Art intellektuelle Fingerübung dafür angehende Akademiker. Die haben in der Regel nicht wirklich tiefere Kenntnisse der ganzen kulturellen Hintergründe, sondern beziehen sich im Wesentlichen auch auf diese beiden Berichte über Plokovic und Paul. 1734 erscheint dann auch von Michael Ranft eine Schrift mit dem schönen Titel Traktat von dem Kauen und Schmatzen der Toten in Gräbern. Der bezieht sich nun auch auf frühere Berichte, auch eben diesen der Nachzehrerglauben, der ja schon im Titel anklingt und fasst eben die zentralen Argumente

dieser Vampirtraktate zusammen. Wir müssen bei all dem in meinem Hinterkopf behalten, wir befinden uns hier gerade in der Epoche der Aufklärung. Also es bildet sich ja auch gerade eine ganz neue Mentalität eines wissenschaftlichen Weltbildes heraus. Auch die Wissenschaft als Szene etabliert sich in einer ganz neuen Form, gerade auch an den Universitäten. Man beginnt alte religiöse Gewissheiten zu hinterfragen oder zumindest neu zu denken. Es gibt also durchaus einen Widerstreit zwischen einerseits der klassischen Theologie.

der sich etablierende Naturwissenschaft und dann eben diesem volkstümlichen Aberglauben, der dann praktisch so als Gegner ausgemacht werde. Also von Seiten der aufgeklärten Wissenschaft und Theologie definiert man sich im Gegensatz zu diesem dummen Aberglauben, den irgendwelche serbischen Bauern dort praktizieren. Da haben wir also auch schon einen gehörigen Kulturforvenismus gegenüber dem Balkanraum, also Serbien und auch die anderen Länder dort, wo auch immer wieder solche Vampirvorfälle sich ereignen. Das ist zu einem gewissen Grad durchaus verständlich. Wir müssen uns vorstellen, da von Kroatien über das Banat und Serbien bis nach Siebenbürgen, also Transsilvanien, zieht sich in dieser Zeit die harpsburgische Militärgrenze.

Damals haben wir ja dann im heutigen Österreich und Ungarn und darüber hinaus eben das Samen Hapsburger -Reich, die wichtigste Monarchien der Region und im Südosten dann das Osmanische Reich. Die Türken, die ja auch früher weit nach Mitteleuropa vorgedrungen sind und dort in diesen Regionen immer diverse Kriege auch geführt haben mit den europäischen Mächten. Also diese ganze Region ist eigentlich da seit langer Zeit durch diese diversen Kriege und Vermütze mit dem Osmanischen Reich zerrüttet. Es gab durch Besatzung etliche Kleinkriege, Vertreibung, ethnische Umwälzungen.

Dadurch natürlich auch große Armut. Seuchen gehen um. Man spricht ja zum Beispiel auch von Morbus Hungaricus, also der Ungare von Seuche. Man meint, das war vorhin die Fleckentyphus. Also eine sehr zerrüttete Gegend, wo man insbesondere auch viel Bevölkerungsverschiebung dadurch hat, dass die Habsburger dann eben auch solche Wehrbauern, also die dort ansiedeln. Ein Wehrbauer ist jetzt kein Mensch, der sich bei Vollmund in einen Bauern verwandelt, sondern das ist eben sein lokaler Soldat, der dahingesetzt wird, oftmals aus einer anderen Region kommt und eben dort prinzipiell so als Milizionär zur Verfügung stehen sollte.

Dadurch haben wir da entsprechend der Region auch immer so einen Amalgan aus katholischem und orthodoxem Christentum, teils noch den islamischen Einflüssen vom Osmanischen Reich und eben diesen ganzen Lokalen. lokalen Volksglauben, die sich da ganz bunt vermüffen. Und all das wird natürlich dann in der westeuropäischen Wahrnehmung nochmal übertrieben und eben als… Klischee aufgegriffen.

Wir haben es da also letztlich auch mit so einem gewissen Grad rassistischen oder zumindest kulturfouvinistischen Otherwing zu tun. Also nicht umsonst sprechen wir noch heute von Balkanisierung und so und eben diese Unterfeidung zwischen aufgeklähtem Westeuropa und dem primitiven abergläubischen Balkan, das haben wir ja noch dann 100 Jahre später ganz prominent bei Dracula. Genau, wenn du in Österreich fragst, wo beginnt der Balkan, dann sagt er in Slowenien. Wenn du in Slowenien fragst, wo beginnt der Balkan, dann sagt er in Kroatien. Wenn du in Kroatien fragst, wo ist der Balkan, dann zeigt er nach Serbien. Und alle zeigen nach Süden, ob ihre Nachbarn. Bist du irgendwann in Griechenland und die nach Norden

zeigen und sagen, das ist irgendwo in den Bergen dort, das ist irgendwo in die andere Richtung. Also der Balkan ist immer dort, wo du nicht gerade fragst, wo der Balkan ist, so jetzt verschärft gesagt. Aber das ist natürlich immer diese Kategorie des großen Anderen, des Ende Europas kulturell und dem Übergang zum Osmanischen Reich. Genau, der Balkan ist ebenso sehr ein Vorurteil, wie es eine reale Region ist. Nicht zu vergessen eben gerade diese religiöse Geografie. Die Aufklärung war ja nicht unbedingt profal antichristlich.

Sie war zum gewissen Grad antiklerikal. Also man hat sehr gerne gegen die Kirchen polemisiert und all das, was man als rückständig erachtete und so. Aber das Ziel war ja für die meisten Aufklärer auch kein reiner Atheismus, sondern letztlich ein aufgeklärtes Christentum, wo man auch mit einem relativ abstrakten Gottesbegriff und so weiter dann halt arbeiten konnte und wo man letztlich diesen ganzen irgendwie Ja, rückständigen Aberglauben, wie man es wahrgenommen hat, abgelegt hat. Und das krasse Gegenteil dazu war natürlich einerseits diese streng religiöse Landbevölkerung und umso mehr natürlich eben der Islam für Kultur mit dem Osmanen von Reich. Und da, wo sich dann beides auch noch überschnitten hat. Es stand

in dem Bericht ja auch, also erst mal den Bericht von diesem österreichischen Beamten fand ich doch lustig, weil der sich unglaublich anhört, wie jemand seine Hausaufgaben vergessen hat und sich ... unglaublich unsicher ist, ob das gerade richtig lief und einfach nur nennt Schuld. Also einfach nur sicher sagen will, dass es einen Leid tut und es nicht seine Schuld ist, sondern es waren die wütenden Leute und er hatte keine Kontrolle über die Situation und dass er auch sagt, dass es zu türkischer Zeit schon mal geschehen sei. Also dass die Lokalbevölkerung gemeint hat, naja das hatten wir schon mal, bevor ihr uns quasi besetzt habt mit den letzten Besatzern.

der letzten größere Macht, die hier geherrscht hat. Hatten wir das auch schon und jetzt ist eure Zeit da, hier eine Lösung zu finden. Jetzt seid ihr hier. Auch. Also. Ganz genau. Es fällt halt auch in diesen Berichten auf, dass diese Beamten da eigentlich kein wirkliches Interesse an der Vorstellungswelt und der Eigenwahrnehmung der Leute dort haben, sondern dass die ganze Zeit eben von außen, von oben herab betrachten, auch wenn sie dann letztlich erfachtlich zustimmen, eben da auch Leichen exekutieren zu lassen. Und so. nicht zu vergessen, dass es da teilweise sich auch mit Übersetzungsfehlen oder Ähnlichem zu tun haben. Also was in diesem Vampirbericht dann gesagt wird, was die Einheimischen dort

gesagt hätten, muss man auch quellenkritisch natürlich immer noch mit einer Prise Salz nehmen. Diese Vampirdiskussion geht also weiter. Das wird dann einige Jahre groß auch in vielen Medien durchdekliniert. 1746 haben wir zum Beispiel auch noch eine wichtige Publikation von dem französischen Benediktiner Abte Augustine Calmet. der schreibt ein umfangreiches Werk, das dann in deutscher Übersetzung erscheint, unter dem Titel Gelehrte Verhandlung der Materie von Erfeinungen der Geisterin und den Vampiren in Ungarn, Meeren etc. Und ja, da publiziert er dann praktisch, kann man sagen, die Katholische Interpretation des Ganzen. Er setzt sich also sowohl mit Geistern wie Spensern so, aber eben auch mit Vampiren auseinander und

ordnet das alles so aus dogmatisch Katholiver Lesart ein. Und das ist auch wieder ganz interessant, einerseits hat er ja durchaus Ahnung, auch von der Quellenlage bezieht auch noch ältere Berichte mit ein, eben auch einheimische Vorfälle und eben nicht nur da in Serbien. Und dann, und das ist durchaus symptomatisch auch für diese frühen Vampirtraktate, hat man einerseits durchaus sehr praktische und naturwissenschaftliche Argumente.

Und dann auch wieder sehr theologisch. Also da wird auch dann viel drüber spekuliert, ist es nun die Seele oder der Körper, der zurückkehrt und so weiter. Aber auf der anderen Seite, manche Argumente kann man auch heute noch gut nachvollziehen. Ich habe bereits den Einwurf gemacht, dass die Vampire unmöglich aus ihren Gräbern und dahin wieder zurückkehren können, ohne dass sie die Erde wegräumt haben. Man hat diesen Einwurf nie begegnen können und wird es auch nicht können.

Die Behauptung, der Dämon verfeinere und vergeistige die Leiber derselben, ist unbewiesen und höchst unwahrscheinlich. So würde auch ein moderner Skeptiker argumentieren, ne? Ja. Guter Punkt, muss man sagen. Rückwirkend. Ja und? Sehr viel finde ich auch das Argument, behaupten nun aber die Griechen, entglieder der wahren Kirche zu sein, so müssten alle römischen Katholiken, welche außerhalb der Gemeinschaft mit ihnen stehen, ebenfalls unverwesliche bleiben. Also von wegen alle behaupten ja jeweils, die Ungläubigen bzw.

die Falschgläubigen werden nach ihrem Tod zu Vampiren. Die Orthodoxen sagen, alle Katholiken werden Vampire und die Katholiken sagen, nein, war feinlich alle Orthodoxen. Also am Ende müssten wir eigentlich Millionen von Vampiren in der Welt haben. Damit ist das ganze offensichtlich relativ absurd. Er setzt sich natürlich insbesondere auch damit auseinander, dass es ja immer heißt, die Leichen der Vampire blieben unverweslich.

Und das ist natürlich in gewisser Weise auch... so ein krasser Spiegel des katholischen Dogmas, dass eben die Leichname der Heiligen unverwest bleibt. Also das muss den guten Katholiken ja nochmal besonders aufregen. Ja, aber diese Vorfälle reißen dann auch nicht ab. Zum Beispiel kommt es 1755 in Meeren, also im heutigen Tschechien, auf zu so einem Vorfall. Da wird eine Frau zunächst der Hexerei und nach ihrem Tod schließt sie das Vampirismus verdächtigte und auch dort ist die Bevölkerung wieder aufgebracht und fordert eben die entsprechenden Maßnahmen und das dortige büfföfliche Konsistorium gibt dann auch nach und lässt eben ihre und 19 weitere Leichen exhumieren und verbrennen. Das löst dann aber am Kaiserhof

in Wien einen riesigen Skandal aus, dass dort wirklich die lokalen kirchlichen Autoritäten diesem dummen Aberglauben nachgeben und dann wirklich die wieder aus christlicher Perspektive schlimmste Leichenschändung erlauben. Daraufhin schickt die Kaiserin Maria Theresia sogar ihren Leibarzt, einen gewissen Gerard van Zwieten, los nach Meeren, damit er sich das auch nochmal anschaut. Und es läuft wieder ähnlich wie bei den früheren Experten, die dort eben vor Ort berichtet haben. Er verfasst jetzt einen kritischen Bericht, gibt eben natürlich Erklärungen für all die Beobachtungen und vor allem regt er sich eben auch wieder über diese Vorgänge. auf und forderte eine gesetzliche Regelung, um das doch

bitte zu unterbinden. Und die Kaiserin reagiert auch sofort. Nicht einmal einen Monat später entzieht sie in ihrem Reich allen kirchlichen Institutionen die Verantwortung in solchen Dingen und verbietet damit Fakte für jede Form der Leichenexekutionen. Also da sind wir auch gerade in der Zeit, wo die Hexenverfolgung wirklich in den Endzügen steht. Das wird dann auch bald verboten in allen Ländern. Also die mehr oder minder aufgeklärten Monarchen beginnen sich halt immer weiter davon zu distanzieren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil zum Beispiel der Preußische für König durchaus seinen Spaß damit hatte, auf die Habsburger in Wien zu weisen, dass die doch solche Aberglauben dort zulassen. Deswegen gefiel denen da definitiv

auch nicht. Diese Anekdote ist auch deshalb eher interessant, weil es durchaus sein könnte, diese Thele wurde schon mehrfach aufgebracht, dass dieser Leibarzt Gerard van Zwieten ein gewisses Vorbild für den Charakter des Abram Van Helsing in Berms Stokers Dracula sein könnte. Also auch hier haben wir eben wieder einen niederländischen Arzt, der hier zum Vampirexperten wird. Und zur...

zum Verbot der... ja. Exhumierung auch? Also in der Zeit sind Vampire allgemein in vielen Medien präsent und jeder, der Rang und Namen hat, äußert sich irgendwie dazu. Unter anderem auch einer der prominentesten Philosophen der damalige Zeit, der französische Aufklärer Voltaire. So gute Mahlzeit fielten diese Toten in Polen, Ungarn, Schlesien, Meeren, Österreich und Lothringen.

Weder in London noch in Paris war von Vampiren die Rede. Ich gestehe, dass es in diesen beiden Städten Börsenspekulanten, Händler, Geschäftsleute gibt, die eine Menge Blut aus dem Volk heraussaugen. Aber diese Herren sind überhaupt nicht tot, allerdings ziemlich angefault. Diese Waren -Sauger wohnen nicht auf Friedhöfen, sondern in wesentlich angenehmeren Palästen. Wer könnte ihm da widersprechen? Tatsächlich eine sehr gute Analyse bei dieser Ritualmordlegende, wo ich eigentlich dachte, ja. Es gibt ja schon Leute, die irgendwie die Dinge tun, die der Gemeinschaft schaden. Aber ja, da ist die Suche irgendwie bei den Falschen. Ja, also man sieht schon, hier wird der Vampir zur Metapher für Polemik gegen

Geschäftsleute und andere Autoritäten, die eben das Blut aus dem Volke heraussaugen. Ja, die Metapher ist halt auch einfach zu schön. Und ja, du hast es ja fast schon angeteasert mit der Ritualmordlegende. Natürlich wird das dann mitunter auch antisemitisch vereinnahmt. Also die Juden als gesellschaftliche Vampire kommen da eben auch auf so als Bild. Beispiel haben wir genau in der Zeit ja auch die Kampagne gegen Josef Süß -Oppenheimer, also einen sehr erfolgreichen jüdischen Chefsmann, der dann auch eben politisch zu hohen Ämtern aufsteigt und letztlich dann, kann man sagen, einem Justizmord, einer Intrige zum Opfer fällt und hingerichtet wird. 1738.

Also der ist ja auch das Vorbild eben für den Jud Süße, den wir dann aus dem Nazi -Propagandafilm kennen. Also 1738. Jahre nach den ganzen Vampirtraktaten und so. Also da ist das gerade in der öffentlichen Wahrnehmung hinreichend etabliert und auch da haben wir dann schon durchaus diesen Vampirvergleich.

Interessant ist nun, wenn wir uns diese ganze Diskussion anfangen, der Vampir erfreint hier einerseits als etwas relativ Neues und vor allem Fremdes. Eben diese Balkanisierung des Vampirs und so. Der Vampir ist das andere schlechthin. Was bei all dem immer ziemlich untergeht, ist, dass wir eigentlich auch in dieser Zeit und selbst in Mitteleuropa, selbst in Deutschland nach wie vor einheimischen Glauben an Wiedergänger und Nachzehrer und so etwas haben. Also das ist in dieser Zeit faktisch nicht auf Osteuropa beschränkt, sondern wir haben es nach wie vor auch hier bei uns. Überhaupt dann im 18. und 19. Jahrhundert wird unsere Quellenlage zu Vampiren und anderen Untoten immer besser. Wir hatten ja in der letzten

Folge die mittelalterlichen Belege und da konnten wir wirklich in einer Folge fast alle einen Großteil der Erwähnung überhaupt von solchen Vorfällen aus dem ganzen Mittelalter zusammenbringen. Das ist spätestens jetzt überhaupt nicht mehr möglich, weil jetzt natürlich auch in diversen, nicht nur Chroniken und so, sondern auch Reiseberichten, Zeitungen und so weiter aus allen möglichen Regionen Europas eben über solche Vorkommnisse berichtet wird. Und da sehen wir nun eben auch, wie ausdifferenziert diese Vorstellungen sind. Wir haben eben nicht nur diesen serbischen Vampir, der dort anscheinend in gewissen Zeiten auch wirklich so bezeichnet wird, mit Plogojewitz und Paole und so, sondern wir haben immer auch gerade in ganz Osteuropa

diverse Lokaltraditionen. In Serbien ist nicht nur vom Vampir die Rede, sondern auch zum Beispiel vom Vukotlak oder Kutlak. Das heißt, der übersetzt so etwas wie Wolfspelze oder so. Da haben wir also auch so eine Assoziation mit Werwolfglauben. Ähnlich wie zum Beispiel in Griechenland, wo also Vrykolakas bekannt ist. Also da fallen gewissermaßen der Vampir und der Wehrwolf zusammen. Der Vampir erfreint auch als Wolf oder jemand, der zu Lebzeiten Wehrwolf war, der steht danach sein Tod eben auch als Vampir wieder auf. Tatsächlich in Rumänien, also was wir natürlich später als Transsilvanien auch kennen, da ist der Vampir damals noch gar nicht unter diesem Namen bekannt. In Rumänien kennt man zum Beispiel den Strigoi, übersetzt

so viel wie eben Hexe oder Hexer, oder auch den Moroi, also das kommt so linguistisch eben von dem Toten. Und tatsächlich haben wir aus Rumänien auch erst aus dem 18. Jahrhundert, also aus genau dieser Zeit der Vampirdiskussion, die ersten Histophen Erwähnung solcher Gestalten. Dabei weiß man gar nicht, ob das eben wirklich so ein Ua -Einheim -Verglaube dort ist oder ob das nicht viel mehr die ganzen deutschen Siedler importiert hatten, die dort ja auch von, teils seit Jahrhunderten, teils da noch relativ neu ansässig waren. Die Siebenbürger Sachsen und so, also auch eine sehr große deutschsprachige Bevölkerung im Siebenbürgen, also Transsilvanien und der andere Region des heutigen Rumänen. Es ist eine spannende Vorstellung,

dass das quasi auch ein kultureller Import sein könnte von diesen ganzen deutschen Auswanderern. Genau, zumal man eben im deutschen Rahmen ja auch diese Nachzehrervorstellungen schon lange kennt, die dann dort auch relativ ähnlich auftauchen. Ja, in Albanien ist zum Beispiel vom Lugat die Rede oder vom Dampir. Als Dampir kennt man da auch den Sohn eines Vampirs, also einen Halbvampir, der ist eben besonders geeignet als Vampirjäger, also Vampire aufzuspüren, zu erkennen und zu vernichten. Vorstellungen, die wir modern zum Beispiel auch als Daywalker bei Blade im Marvel Universum kennen. Ja. Ja. Das ist auf jeden Fall wie Mario und Wario von der Namensgebung her. Dampier und Vampier. Aber es wäre lustig,

wenn die Kinder von Vampieren konsequent als Dampiere bezeichnet werden würden. Wenn es da so eine neue Art von popkultureller Weiterentwicklung geht. Weil Dracula's Kinder, da gibt es noch einen Begriff für. sind alles Dampiere. Und ja, in der Ukraine, Belarus und der Slowakei kennt man auch den In Polen gibt es sogar verschiedene Traditionen. Da gibt es den Upjor, also selbe Wurzel oder Upjurzicke, den Wapirz oder auch Unhir oder auch die Stalt der Smora, die auch durchaus Eigenschaften von einer Hexe oder eben so einem Nachtalp oder Nachtmar hat. Also auch die setzt sich mitunter im Schlaf einmal auf den Körper und drückt einen dann, drückt einem die Luft ab. Also es gibt dort auch immer wieder

so eine Überfneidung mit anderen Vorstellungen. Also zwischen Vampir, Hexe bzw. Hexer, Wiedergänger, Nachzehrer, auf dem Wehrwolf, dem Nachtalpen. auch oft die Vorstellung von lebenden Vampiren. Also Menschen, die von zu Lebzeiten irgendwie böse und schädlich sind, irgendwie Schaden bringen, auch eine gewisse andere Natur haben. Also natürlich fließend Übergang zum Hexenglauben und so. Und oftmals heißt es dann eben, dass sie nach ihrem Tod spätestens eben auch zu Untoten werden. Ja, auch bei den Roma gibt es dann solche Vorstellungen, den Czoharno. Oder auch, das fand ich besonders erfreulich zu lesen, die Mulo. Das sind totgeborene Kinder, die dann halt als Untote weiterleben und als eigenes Volk in den Bergen leben. Also

die bilden da so eine Parallelgesellschaft. Das ist eine schönere Vorstellung wie das Limbo auf jeden Fall. Oder so, weißt du, für ungetaufte Kinder. Das ist eine schönere Vorstellung, dass es so eine Art Peter -Pan -Welt für all die Kinder gibt, die totgeboren wurden. anstatt zu sagen, die sind im Limbo in so einer Art Vorhülle, weil die wurden nicht richtig getan. Aber sie wurden ja auch vor ein paar Jahren abgeschafft. Genau, inzwischen wurde die Vorhülle ja dicht gemacht von Vatikanen offiziell. Fast zu teuer. Ja, aber da gibt es dann auch durchaus sehr Sagen, wo Leute mit diesem Mulus dann interagieren, so ein eigenes Volk da bilden. Populärwissenschaftliche hat man ja oft schön diese Aufzählung. Zum Beispiel,

wer wird zum Vampir, die diversen Ursachen sei es natürlich, wer ungetaufte stirbt oder mit der falschen Konfession, wer einen irgendwie ungewöhnlichen Tod stirbt, wer mit Szenen geboren wurde und so weiter und so fort. Es gibt eine Million Varianten. Und das gleich halt auch zum Beispiel zu den Merkmalen eines Vampirs. Woran erkennt man ihn vielleicht? Welche ungewöhnliche anatomischen Merkmale hat er vielleicht schon zu Lebzeiten, auch zu den Fähigkeiten. Was kann so ein Vampir? Irgendwie verwandelt er sich in irgendwelche Tiere oder sowas. Es gibt auch zum Beispiel die Vorstellung, dass er sich in einen Heuchober verwandelt. Und wenn Leute da dann irgendwie Unterstopfe suchen, dann schnabuliert

der die. Bisschen dazu, dass der Vampir in Form einer ölgefüllten Ziegenhaut erfeint und Leute heimsucht. Das stelle ich mir irgendwie sehr surreal. und verstörend vor einem Art Fußball. Genau, oder eben auch natürlich, wie man mit dem Vampir umgeht, also welche Abwehrmethoden es gegen ihn gibt. Wir kennen natürlich immer Knoblauch, Silberkugel, Kreuze und so weiter.

Und zu all diesen Sachen muss man sagen, es gibt für all das in dieser diversen lokalen Tradition eine Million Varianten. Es gibt halt nichts, was man nicht findet. Und das kann man auch kaum so jetzt in einzelne Arten von Vampiren oder Wiedergängern oder so einteilen, sondern in Zweifeln und der Feide sich das womöglich sogar von Dorf zu Dorf. Da können wir endlose Kataloge von eben diesen ganzen Eigenschaften aufzählen, die sich eben je nach Ort unterfallen. Wenn ihr euch gerade auch für diese verschiedenen osteuropäischen Varianten und auch die Quellengrundlage interessiert, kann ich zum Beispiel das Buch Der Vampir, ein europäischer Mythos von Thomas Bohne, empfehlen.

Da werden viele dieser Quellen eben sehr gut aufgearbeitet. Allerdings gibt es solche Vorstellungen eben, wie gesagt, auch im deutschsprachigen Raum. Da hatten wir von im Mittelalter erste Wiedergänger und dann natürlich vor allem die Nachzehrer oder schmerzenden Leichen. Gerade die Nachzehrer, die ziehen sich auch durch und tauchen dann auch noch im 19. und 20. Jahrhundert durchaus auf, so wenn es irgendwie um Folgloro und Ähnliches geht. Aber vor allem dann im 19. Jahrhundert haben wir erstmalig eben auch eine ausreichend breite Quellenbasis, um diese ganzen Lokalvarianten auch in Deutschland fassen zu können. Wir dürfen ja nicht vergessen, das ist die Zeit zum Beispiel der Gebrüder Grimm und so, wo eben bestimmte

Leute eben mit dem intrinsischen Interesse da rangehen und sagen und auf diese ganzen Volksbräuche und so sammeln und katalogisieren. erstmalig verfrüftlichen, was eben mitunter seit Jahrhunderten oder so mündlich tradiert wurde oder was natürlich auch permanent im Wandel ist und so. Also vieles von dem, was wir irgendwie als so erzählgute Bevölkerung kennen, ist nicht so alt, wie man vielleicht denken mag. auch darum geht, wie frei dann teilweise Sachen auch alten Leuten in den Mund gelegt wurden, die tatsächlich vielleicht einfach eine aktuelle französische Übersetzung waren oder... Genau. Also vieles von dem, was wir da in den Sagensammlungen finden, stammt ursprünglich eher aus Literaturwerken als tatsächlich

aus dem Volkesmund, wie es immer so romantisierend da beschrieben wurde. Aber wir haben eben von dieser Zeit dann erst mal Aufzeichnung von vielen dieser Glaubensvorstellungen und Praktiken. Und dadurch können wir eben auch erstmal solche Begriffe und Vorstellungen in verfidender Region fassen. Und da haben wir zum Beispiel im Hannover -Vinwentland und der Altmarkt den sogenannten Doppelsauger.

Also das ist auch eben eine Form von Vampir oder Nachzehrer. Da gibt es mitunter die Vorstellung, wenn ein Kind nach dem Abstillen trotzdem noch mal in die Mutterbrust gelegt wurde, also noch ein zweites Mal gesaugt hatte, dann wird es nach dem Tod zum Doppelsauger. In Pommern haben wir den Neuntöter. In Nordhessen gibt es den Liechensuger, also den Leichensauger. In der Oberpfalz den Todenküsse oder Todenlecker war. für sie auch nicht so appetitlich an. An der nordfriesischen Nordseeküste gibt es die sogenannten Gongers, also mit Wiedergängern natürlich verwandt. Also das sind da auch gerne mal die ertrunkenen Seeleute oder auch die anonymen Toten, die irgendwie am Strand angespült werden. Es gibt da sogar auf

Borkum den Friedhof der Namenlosen, wo man eben diese ganzen namenlosen Leichen eben verfahrt hat und gehofft, dass sie dann nicht wieder auferstehen. Es heißt auch, einem solchen Gonger darf man eben nicht die Hand reichen, denn dann verbrennt sie, wird schwarz und fällt ab. Also der zerstört schon durch seine bloße Berührung. In der Lausitz haben wir tatsächlich im 19. Jahrhundert auch Quellen, die von Vampiren sprechen. Da wird also schon dieser Begriff verwendet. Allerdings würde ich da mal davon ausgehen, dass eben durch diesen ganzen Vampir -Diskurs der Begriff dann dorthin gewandert ist und die Leute, die es aufschreiben, dann natürlich den Begriff verwenden. Ob die Leute dort vor Ort es schon immer so genannt

haben, ist dann eher fraglich. Und vor allem in Westpreußen, also im heutigen Polen, ziehen sich diese Vorstellungen dann noch besonders lange auch eben in dieser sehr ursprünglichen radikalen Form durch. Da spricht man vor allem von un hier oder no hier. Und da werden auch wirklich noch bis Ende des 19. und sogar Anfang des 20. Jahrhunderts solche Totenexekutionen vorgenommen. 1871 und 1872, also gleich ist ja, ja, wo wir ja auch dann die Deutsche Reichsgründung haben, nur mal um das Historisch zu kontextualisieren, gibt es zum Beispiel die Enthauptung von solchen Nohiers, die eben in Preusen vor Gericht verhandelte werden. Also die Anklage lautet eben auf Störung der Totenruhe, Leichenschänden und ähnliches.

Wobei da aber letztlich die gute Absicht doch als strafenmildernd anerkannt werde, weil die Leute ja doch in besten Wissen und Gewissen gehandelt haben. Im Gebiet von Danzige wurde noch in den 1930er Jahren von Anfang des 20. Jahrhunderts vollzune Enthauptung seines Nohiers berichtet. Und die letzte bekannte Enthauptung im deutschsprachigen Raum habe sich 1913, also ein Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, in Putzig, auch da in Westpreußen ereignet. Klingt wirklich putzig, weiß. Da sei eine alte Frau gestorben und kurz darauf sieben weitere Familienmitglieder. Daraufhin öffneten ein Sohn und einige seiner Mitstreiter das Grab, trennten den Kopf der Leiche ab und legten ihn zwischen die Beine. Auch hier wurden

die Verantwortlichen dann später vor Gericht gestellt. Auch hier ja wieder dieses uralte, was wir in Gräbern finden, diese Idee, den Kopf zwischen die Beine zu legen. Genau, das hatten wir von in Folge 1 im Alten Babylon und genauso dann in den nordischen Sagas, wo man den Kopf des Draugers abhackt und ihm an den Hintern drückt.

Also man würde jetzt immer sagen, nicht oben am Hals lassen, damit er wieder anwächst, sondern da auch sicher gehen. 1905 gab es auch noch im Dorf Amareste in der Bukovina, also in Rumänien, einen Vorfall. wo die Mutter eines Bauern angeblich umging und ihre Enkel ein nach dem anderen nach sich zog. Daraufhin öffneten die Söhne das Grab und schnitten den Leichnam in zwei Teile. Dann endete das Sterben allerdings trotzdem nicht, also öffneten sie das Grab erneut und stellten fest, der Körper war völlig unversehrt. Man weiß nicht, wie glaubwürdig diese Quelle ist. Daraufhin trugen sie die Leiche in den Wald, schnitten das Herz heraus und ließen es die Kinder mit Wasser trinken, verbrannten den Körper und erst

dann hörte das Sterben auf. Also das war anscheinend ja auch eine verbreitete Idee, dass man das Blut der Leichen, mit der Leichen irgendwie was machen musste, um sich zu schützen. Genau. Und gerade in dieser Region, also jetzt sind wir endlich hier in Rumänien, wenn auch nicht ganz in Transsilvanien, da ist die Bukowina noch eine andere Region, dort hält sich dieser Glaube auch erstaunlich lange. Der letzte solche Fall ereignete sich.

2005. In Marutino de Suce, in Rumänien, wurde ein gewisser Petre Tomac nach seinem Tod als Vampir, also dort als Strigoi, verdächtigt. Die Schwester sagte, dass die Schwiegertochter wegen ihm krank geworden sei und das kann man natürlich nicht zulassen, es geht um Leben und Tote. Also versammelten sich sechs Männer, gruben nachts den Leichnam aus, fanden früffes Blut am Mund, wir kennen das Muster, öfteten den Brustkorb mit einer Mistgabel, schnitten das Herz heraus, trieben Pfähle durch den Körper, besprengten ihn mit Wasser, verbrannten das Herz und tranken schließlich die Affe des Herzens mit Wasser an.

Auch hier wurden die Männer auf Peterfest genommen und zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Das ist ganz schön draussenzeitliche Reaktion darauf. Genau, also das war der letzte solche Vorfall vor 20 Jahren in Europa. Und einer der beteiligten Männer hatte sogar noch fürs Fernsehen Interviews gegeben. Mit Anleitung. Genau, der hat da durchaus sehr befrieden, was sie da gemacht haben. Und so das ging halt natürlich auch europaweit oder weltweit durch die Medien. Ja und dann haben wir natürlich noch andere etwas unsichere Quellen.

Gerade im deutschsprachigen Raum läuft dieser Glauben dann eigentlich aus. Also wie gesagt wir haben um 1900 die letzten Fälle da in Westpreußen, aber auch schon vorher im 19. Jahrhundert in weiten Teilen Deutschlands eben keine solchen Leichenexekutionen mehr und im 20. Jahrhundert eigentlich nicht mehr. Was wir allerdings noch haben, sind natürlich diverse Formen von Brauchtum.

Und wie schon gesagt, haben wir hier jetzt endlich auch eine gute Quellenlage. Gerade natürlich eben wo man auch jetzt dieses verstärkte Nationalgefühl hat und so besinnen sich eben viele auch lokale Gelehrte darauf ebenso lokales Brauchtum mitzusammeln und zu dokumentieren. Es gibt Anfang des 20. Jahrhunderts auch ein großes Forschungsprojekt, den sogenannten Atlas der deutschen Volkskunde, kurz ADV. Da werden letztlich Fragebürgen zu diversen Formen von Volksglauben und so etwas in alle möglichen Regionen geschickt und da eben lokale Leute damit abgefragt. Die sollen das eben ausfüllen. Zum Beispiel gibt es bei euch die Vorstellung, dass Tote im Grab schmatzen.

Wenn ja, wie nennt ihr das? Und so weiter und so fort. Dieser Atlas muss man sich halt nicht als ein Buch oder so vorstellen, sondern das ist nach wie vor eben eine riesen Wust von diesen Fragebögen und diesen Zettelkästen, die aber durchaus in der ethnologie mittlerweile gut ausgewertet werden und da natürlich ein interessantes Korpus darstellen. Und da findet man eben auch immer wieder so diverse Praktiken, die zumindest ursprünglich mal mit der Abwehr von Wiedergängern und Nachzehrern zu tun hatten. Nur als ein Beispiel habe jetzt zum Beispiel mal das Heimatbuch des Kreises Eckernförde rausgesucht. Er erschien in 1928. Und da finden wir schon diverse interessante Praktiken. die mit ihm im Spiegel sichtbar werden. Nach dem

Todesfall bittet man alsbald zwei Nachbarinnen, den Verstorbenen zu waschen. Den Lappen, mit dem man sie gewaschen, mit dem man sie waschen, den Kamm, mit dem sie den Toten kämmen und die ausgekämmten Haare legt man zu Füßen in den Sarg. denn das hört ihm. Also das gehört ihm. Und tatsächlich gerade in der Neuzeit, anders als vor Mittelalter und so, finden wir ebenso Schüsseln, Kämmer und ähnliches immer wieder in den Gräbern. Also das ist durchaus archäologisch belegt. Liegt der Tote mit offenen Augen da, muss man ihm diese so gleich schließen und die Augenlieder durch ein aufgelegtes Geldstück bis zum Eintritt der Totenstarre in ihrer Lage festhalten. bleiben die Augen geöffnet, so zieht der Tote bald, ein

anderes Familienglied sich nach. Man sieht, wir haben hier diverse, teils ganz kleinliche Praktiken, die alle irgendwie darauf basieren, dass man ja bei der Behandlung einzelne Toten zwischen Tod und Bestattung keine Fehler machen darf und so, weil in diversen Fällen es irgendwie dazu kommen kann, dass er zum Beispiel noch Leute nachzieht und Unglück bringt und so. Manche dieser Sachen sind natürlich sehr spezifisch, andere sind durchaus sehr weit verbreitet. Also wir kennen natürlich, dass man den Toten die Augen schließt oder eben den Toten mit den Füßen voran aus dem Haus trägt. Die radikale Reform hatten wir zuvor eben, dass man sogar ein Loch in die Wand brichte, damit er nicht mehr durch das gleiche

Loch wieder zurück kann. Oder auch, dass man nicht vielleicht über Tote spricht. Bei all diesen Sachen muss man sich natürlich fragen, inwieweit geht das auf solche früheren Wiedergänger - und Nachzehrervorstellungen zurück. In manchen Fällen, wie auch hier in der Quelle, ist das durchaus explizit gemacht. In anderen Fällen bleibt das ziemlich offen. Also ob da noch diese Vorstellungen dahinter stecken oder früher einmal gesteckt haben. Also es könnte sich da durchaus oftmals um so verblasste Wiedergängervorstellungen handeln, die in früheren Zeiten mal mit so einem ganz massiven Untotenglauben verbunden waren, der aber sich mit der Zeit abgeschwächt hat, bis man womöglich irgendwann auch gar nicht mehr

wusste, was ursprünglich der Zweck war und dass man sich wirklich vor einem körperlichen Wiederkehr des Toten da gefürchtet hatte, bis das halt einfach letztliche Folklore wird. Aber eben wirklich das Ausgraben und Exekutieren von Leichen kommt dann eben in unserem Raum nicht mehr vor. Wie gesagt, im Westpreußen so um 1900. Die letzten Fälle im östlichen Raum auch des heutigen Deutschlands läuft das schon im 19. Jahrhundert aus. Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg sind diese Vorstellungen eigentlich hierzulande so weiter verschwunden.

Interessant auch noch eine andere Anekdote aus genau diesem Heimatbuch des Kreises Erkanförde. Daran wende ich tatsächlich noch so ein Ereignis, was sich in Folge eben eines Fehlers bei solchen Praktiken zugetragen haben soll. Der Sterbefall wurde in allen Häusern des Ortes bekannt gegeben. Draht der Sterbefall zur Nachtzeit ein, hielt man es für notwendig, alle Hausbewohner aufzuwecken und ihm den Vorfall zu künden. Unterließ man es, so würden die Schläfer vom Totenschlaf befallen werden, das heißt nie von selber aufwachen. Auch allen Haustieren, sogar den Bienen. war der Todesfeu angesagt, sonst zog der Tote sie nach sich. Zu Hemmelmark hatte man dies einst unterlassen, da sah eine Frau Stöcken am hellen Mittage die

Verstorbene wie zu ihren Lebtagen zu ihren Bienen gehen. Die Bienen starben. Also man musste immer vorsichtig hier sein. In diesem Fall hat es zum Glück nur die Bienen erwischt. Schlimm genug. Auch das ist tatsächlich eine Vorstellung, die sich auch überregional immer wieder findet. Also ich habe ganz ähnliches sogar mal in einem Buch übers Baltikum gelesen, also dass es da eine ähnliche Vorstellung gibt. Man dazu sagen muss, dass es da ja auch über Jahrhunderte eine sehr stark deutsch geprägte Oberfichte gab und so.

Also wir da auch durchaus so einen Auslauf annehmen können. Ja, das ist soweit also. das zunehmende Verschwinden der Wiedergängervorstumme hier in Europa. Auch zum Beispiel aus dem Nachzehren wird später irgendwann das Nachsterben. Da bleibt dann zunehmend unklar, ob der Tote selbst dafür Verantwortliche ist, ob er selber handelt oder ob das einfach so eine Art Fixal und Pech ist oder ähnliches, was dann daraus resultiert. Aber wo wir uns bisher vor allem auf Europa konzentriert haben, haben wir eine Region noch ziemlich ausgelassen.

Denn es gab solche Vorfälle auch in Nordamerika. Vielleicht kennt ihr den Film April Lincoln Vampire Hunter. Der hat allerdings mit den historischen Vorfällen praktisch nichts zu tun. Aber es gab durchaus so ein Vampirglauben auch in den Kolonien bzw. den Vereinigten Staaten. Nämlich zwischen 1784 und 1892 ereigneten sich diverse genau solche Fälle, wie wir sie schon beschrieben haben, in Neuengland. Das spricht noch von der New England Vampire ab. Muss man dazu sagen, die Zeitung berichteten damals eben schon immer von Vampiren.

Die macht sich überwiegend immer über diesen Glauben lustig. Ob jeweils die Einheimen finden, überall das selbst so bezeichnet, haben wir feindlich eher nicht. Also vermutlich haben wir es da eher so mit eben diesen westeuropäischen Wiedergänger und Nachzehrervorstellungen zu tun. Ob sie dafür einen eigenen lokalen Begriff hatten oder nicht, wissen wir nicht so genau. In der Presse wird das dann halt alles unter Vampiren verhandelt.

Tatsächlich gingen diese Todesfälle wohl alle auf Tuberkulose zurück, die da eben umging und die man dann eben mit solchen Heimsuchen durch Untote erklärt hat. Und dann macht es doch wieder Sinn, dass du quasi keine körperliche Auszehrung gebraucht hast, original. Wenn die Person Tuberkulose hat, dann wird ja ohne eine Bissspur quasi ausgezehrt und das Blut verschwindet quasi aus ihrem Körper und das Fleisch. Dann ist quasi der körperliche Biss gar nicht mehr relevant. Ja. Exakt. Wie gesagt, Bisspuren haben wir im Volksglauben nirgendwo jemals belegt, aber eben diese Auszehrung. Ja, so ziemlich der letzte und vielleicht auch berühmteste Vorfall ereignet sich dann 1892, wenn ich weiß, Mercy Brown, eine junge Frau, stirbt eben an

Tuberkulose und dann befürchtet man, dass sie eben auch ihren Bruder Edwin auszehrt. Daraufhin wird auch ihr Körper exhumiert und Herz und Leber verbrannt. Edwin stirbt allerdings trotzdem zwei Monate später. Es ist auch durchaus möglich, dass Bram Stoker dann von diesem Vorfall in den Medien erfahren hatte und dass somit auch eine von vielen Quellen ist, die dann eben den Dracula inspirierten. Und damit kommen wir dann eben zum letzten großen Block unserer Vampir -Serie.

Es geht um den Vampir in der Popkultur, also zunächst in der Literatur. Wir sind jetzt endlich nach fünf Stunden bei dem Vampir angekommen, über den wir die ganze Zeit reden wollten. Ihr habt es bis hierhin geschafft. Ihr wisst jetzt mehr über Vampire, als die meisten Autoren, die über Vampire Bücher schreiben, wissen. Befürchte ich. Für ziemlicher Sicherheit. Denn ja, wir haben es jetzt von bis ins 20. Jahrhundert verfolgt.

Jetzt machen wir allerdings noch mal einen Zeitsprung zurück, eben zur großen Vampirdebatte des 18. Jahrhunderts und nehmen eine andere Abzweigung, denn dann geht es dort auch in die Literatur. Ihr erinnert euch vielleicht, 1797, schreibt Goethe seine Braut von Korinth, eben basierend auf der alten griechischen Anekdote von Phlegon und Genau da, um die Zeit um 1800 eben beginnt dieser Vampir auch zunehmend in der Literatur herumzuspuken. Wir hatten natürlich schon diesen gesamten Vampir des Selkors und so weiter, also man kann das schon als zumindest so in der Gelehrsamkeit weitgehend bekannt voraussetzen. Allerdings, diese Vampire des Volksglaubens hatten ja bisher noch nicht so viel mit dem zu tun, was wir heute

so kennen. Das ändert sich dann eben, wie gesagt, um 1800. Wir befinden uns ja gerade in der literarischen Epoche der oder Schauerromantik. Also die Leute stehen auf Geschichten rund um alte verfallene Schlösser, Ruinen, Tod, Gespenster, alte Adelsfamilien mit düsteren Geheimnissen. Auch die Angst vor dem lebendig begraben werden ist in der Zeit ja ganz besonders präsent. Viele Leute lassen sich irgendwelche Sicherheitsmechanismen an den Gräbern installieren, Glöckchen und sowas, damit sie dann notfalls, falls sie doch lebendig begraben werden, Hilfe rufen können. und so. Also das ist da wirklich so eine Volksangst. Es gehen noch Presseberichte rum von angeblich echten Vorfällen, wo das vorgekommen sein soll. In der

Literatur ist dann vor allem der gotische Vower Roman, also die Gothic -Novel, eines der beliebtesten Wores. Es gibt aus der Zeit ein berühmtes Zitat von Heinrich von Kleist. Der schreibt um 1800, sei in eine Lesebibliothek gegangen und fragte, habt ihr was von Schiller? Nee, haben wir nicht. Goethe? Nee, haben wir auch nicht. Bieland? Nee, alle Autonien interessieren sie irgendwie nicht vorhanden. Was habt ihr denn dann? Ja, rechts sind die Rittergeschichten mit Gespenstern, links sind die Rittergeschichten ohne Gespenst. Also das bringt dann zumindest so die gefühlte literarische Ausfall in dieser Zeit auf den Punkt. Also, ja, Gote für Vauer -Geschichten waren damals so ziemlich das, was heute Superheldenfilme sind, vor dem

man sich gar nicht mehr retten kann. Nachdem wir vor nur um 1800 da so die ersten Vorläufe haben, entsteht, kann man sagen, der erste wirklich moderne Vampir im Jahr 1819. Da erfahrend die Kurzgespräche The Vampire von John Polidori. Und das hat auch einen ganz interessanten literarischen Hintergrund, denn der Herr Polidori war der Leibarzt und Reisebegleiter von Lord Byron, also einem der angesagtesten Dichter seiner Zeit. Die verbrachten 1816 ihren Urlaub in the Fights am Genfer See.

Da lernten sie auch den Dichter Percy Shelley und dessen verlobte Mary, kurz darauf da auch Mary Shelley kennen, kennt sie vielleicht. Und ja, dummerweise war in diesem Jahr auch gerade der Vulkan Tambora in Indonesien ausgebrochen und wir haben das berüchtigte Jahr ohne Sommer. Extrem gothig. Großes Glück für alle, die damals auf so Schauromane standen. Endlich konnten sie es selber so, wie sie sich das Mittelalter vorgestellt haben, im Echt erleben. Ganz genau, also ihr müsst euch dieses Jahr vorstellen, wie die schlimmste Unhistorie für Mittelalterdoku mit Mittelalterfilter über allem alles ist sehr düster, kalt, regnerriff, es gibt Schnee im Sommer, Hungersnöte brechen aus. Ja, und diese paar reichen Hipster sitzen

da in ihrer Villa am Genfer See und frieren sich die Erfe ab, mögen nicht vor die Tür gehen. Und was macht man dann? man erzählt sich Grusel -Gefichten. Die kennen natürlich auch sehr gut, was da ihrerzeit so in der Literatur immer umgeht, und sie beschließen dann, dass jeder selbst eine Vauer -Gefichte verfassen sollte. Die Murray wickelt einen Entwurf, aus dem er später ihr Roman Frankenstein hervorgeht, bis heute ja einer der wichtigsten Klassiker der Horror - und Science -Fiction -Literatur.

Lord Bywin selbst beginnt ein Fragment, wo es auch um einen Vampir gehen soll, das allerdings nicht vollendet. Er feint später tatsächlich als Fragment und Ponydorie, teils auch inspiriert von diesem Fragmente, verfasst eben seine Kurzgefichte The Vampire. Die dann eben als erste moderne Vampir -Erzählung. Und da sehen wir tatsächlich zum ersten Mal diesen Vampir als charmanten, artligen Edelmann. in diesem Fall mit dem Namen Lord Wrathwen. In der Geschichte geht es dann um einen jungen Mann namens Orbwe, der sich da eben in der High Society rumtreibt und der lernt eben diesen Lord Wrathwen kennen und die beiden reisen gemeinsam durch Europa, also diese typische Bildungsreise. Ähnlich wie er zu diesem Zeitpunkt

ja mit Lord Byron, also... Genau das wird kaum ein Zufall sein. Die beiden reisen also durch Italien, wobei ihm das komplett amorale Verhalten dieses Lords auffällt. Der liebt es eben, wie unschuldige junge Frauen zu verführen. Man muss dazu sagen, dass ja auch gerade diese Szene mit Bywin und Shelley und so alle auch da sehr progressiv für ihre Zeit eingestellt waren, freie Liebe praktizierten und ähnliches. Also für ihre Zeit schon ziemlich so die Moralüfen nach Vorstellung gesprengt haben. Allerdings, der Orbwe in der Gefichte kriegt dann doch etwas Probleme damit und ja... Der Lord will in Italien eben eine junge Frau verführen, aber Aubrey hält eben davon ab, benachrichtigt die Eltern des Mädchens, und

ihm entgeht somit diese, ja, Avance. Daraufhin trennen die beiden sich, Aubrey reist weiter nach Griechenland, da trifft er dann auch eine junge Frau, die eben von solchen Vampiren erzählte. Ein Vampir, der eben einmal im Jahr eine junge Frau vernaffen müsse. um seine Unsterblichkeit zu erhalten. Ja und wenig später wird sie dann selbst Opfer von einem solchen. Sie wird tot aufgefunden mit einer Bisswunde in der Brust.

Also hier haben wir nun endlich den Vampirbiss, den wir Jahrzehnte und Jahrhunderte lang im Volksglauben vergeblich suchten. Orbwe trifft wenig später Lord Wathwin wieder und er ahnt eigentlich schon, dass der genau dieser Vampir ist, aber die beiden finden trotzdem erst mal wieder zusammen. Allerdings werden sie kurz darauf von Räubern überfallen und Wathwin wird angeschossen und scheinbar tödlich verwundet. Und bevor er stirbt, nimmt der Orbwe noch eine Spur ab, dass er ein Jahr lang Schweigen bewahren sollte über eben diesen Tod und seine früheren Taten. Daraufhin stirbt der Feind aber.

Sein Leichnam verschwindet kurz darauf. Aubrey kehrt dann nach Hause zurück zu seiner Fester. Ja, und kurz darauf erfeint dieser Lordwaffen dort erneute und erinnert ihn an sein Schwur, er dürfe ja nichts darüber sagen. Aubrey wird zunehmend vor Graben ausgezehrt und verliert immer mehr an Kraft, während der Lord sich an seine Fester ranmacht. Und ja… Letztlich am letzten Tag des Jahres wollen die beiden sogar heiraten und Aubrey versucht noch, es zu verhindern, aber es gelingt ihm nicht. Er stirbt dann auch vor Gramm und Frustration und ja, Dordorfen tötet seine Schwester und verschwindet dann auf Nimmerwiedersehen.

Dramatisch. Ja, also hier haben wir endlich eben den literarischen Vampir als eine Müffunke von vermantem Verführer und blutrunstigem Monster in einem... Aber er ist noch Brite. Ja, immerhin. Also hier auch eben der artliche Vampir endlich. Kannst natürlich auch als eine gewisse anti -elitäre Kritik verstehen. Also denken wir an Voltaire zurück, der ja von die bürgerlichen Vampire kritisierte.

Auch das wird kein Zufall sein, wo das Ganze eben metaphorisch und längst etabliert ist in dieser Zeit. In den nächsten Jahrzehnten entstehen noch diverse weitere Erzählungen. Jetzt kommen wir zum Beispiel endlich zu Tolstoy. Nein, nicht der Tolstoy, sondern Alexei Tolstoy, das ist der Cousin von Leo Tolstoy, von dem berühmten Autor, der freibt um 1840 die Familie des Vordalak und Anjav Betal, der Vampir im Original Upire, also verortet da so die Vampire eben auch in Russland. Erzählt über diese 1845 bis 1847 erfahrend dann in England einen Fortsetzungsroman von James Malcolm Neweimer und Thomas Packett Prest mit dem für den Titel Varnier the Vampire or the Feast of Blood. Also spätestens hier ist der

Vampir jetzt wirklich in der Trivial - und Fundliteratur angekommen. Also diese Gefichte erfreint halt Episode Stück für Stück mit diversen Verwicklungen, da natürlich auch wieder in dieser Adels - und Elitenszene mit diesem Sir Francis Varney, also erneut zu einem Artligne Vampir, wo man manchmal gar nicht so ganz sicher ist, ist er jetzt wirklich ein Vampir oder ist er nur ein Edelmann, der sich so als einer ausgibt. Da wird es halt tatsächlich zum ersten Mal erwähnt, dass er Farfe Zähne habe und so letztlich ufferte in dieses Werk dann so aus. dass als es endlich als Monographie dann veröffentlicht wird, es irgendwie über 1000 Seiten hat, weil das halt in diesen Fortsetzungen und Geschichten immer so hin und her mehr andert

ist. Und dann kommen wir noch mal zu einem der wichtigsten und prägendsten Werke. Nein, es ist immer noch nicht Dracula, es ist Carmilla von Joseph Ferdinand Le Fenou. erschienen 1872. Und da ist nun der Vampir, wie wir ihn kennen, fast schon komplett ausgebildet, ist auch von diversen Quellen inspiriert. Also er kennt ziemlich sicher zum Beispiel die Publikation von Augustin Calmet.

Also wir erinnern uns, das war der Abt, der eben das katholische Vampirtraktat schreibt. Und auch andere dieser Überlieferungen, eben über diese ganze Vampir -Diskussion, die adaptiert er hier relativ genau. Die Geschichte spielt in der Steiermark, also im heutigen Österreich. Erzählt wird aus der Sicht der Protagonistin Laura. Sie ist die Tochter eines reichen Englenders, der dort eben ein Schloss bewohnten. Und da taucht dann auf einmal eine geheimnisvolle junge Frau namens Camilla auf, die sie dann für einige Monate in dem Schloss... aufnehmen. Freunde sich auch sehr gut mit der Lauer an, verstehen sich super. Allerdings hat diese Camilla ungewöhnliche Angewohnheiten.

Sie schlafbandelt und schläft dann halt relativ viel am Tag. Allerdings, auch wenn sie dann sehr stark nachtaktiv ist, fügt die Sonne ja keinen Schaden zu. Das haben wir hier noch nicht. Und sie hat auch eine starke Abneigung gegen alles Christliche. Des Nachts wird Laura dann von so einer, ja, Gestalt geplagt. Also letztlich ist es eine Nachtalp. Da feint dann die Gestalt einer großen schwarzen Katze im Raum und legt sich auf sie und drückt sie. zieht sie auf und einmal beobachtet sie sogar, wie diese sich dann wieder in eine junge Frau zurückverwandelt. Wir wissen natürlich, hier vor Uni handelt es sich um Camilla, also hier auch von dieser Tierverwandlung des Vampirs, die ja später dann auch immer dazu gehört.

Allerdings haben wir noch keine Fledermäuse, sondern eben die Katze. Ich wollte gerade sagen, es hat ja Harry Potter -Vibes für mich, im Gegensatz zu klassischen Batman -artigen Vampirbildern. Willst du jetzt sagen, dass Professor McGonagall in ihrer Katzengestalt sich in ein Schlafzimmer schleicht? Eindeutig auf Camilla zurückgeht, würde ich sagen. Ja, zweifellos. Übrigens Fun Fact am Rande. Fledermäuse haben wir im ganzen Volksglauben und diesen ganzen frühen historischen Berichten nahezu nie. Also das ist im Wesentlichen dann doch eine Erfindung der Literatur und des Kinos. Der Fledermann. Genau, Lowa wird entsprechend daher auch krank, wird eben anscheinend zunehmend aufgezehrt und am Ende stellt sich eben heraus,

dass Camilla eben eine 150 Jahre alte, bis mal schon so lange verstorbene Vampirin ist. Sie kommt eben vom Schloss Kahnstein und hat auch früher schon andere junge Frauen heimgesucht und getötet, unter anderem die Nichte von dem General Spielsdorf, dem sie dann auch begegnen und der die ganze Geschichte erzählt. Und ja, schlussendlich gelingt es ihnen dann ihre Gruft aufzuspüren und dort finden sie dann Camilla, wie sie gleich neartig in ihrem Sarg liegt, der sieben Zoll hoch mit Blut gefüllt ist. Natürlich auch nicht zuletzt zur Rache für seine getötete Nichte. Und so vernichten sie dann Camilla, indem sie Pferlen enthaupten und verbrennen und auch ja dann die Affe im Fluss verstreuen. Also man

merkt auch den Rückbezug auf die historischen Quellen. Ja und damit ist der Litteraufe Vampir. hier nun wirklich von fast vollendet. Sie ist eine Herr Adlige. Sie schläft im Sarg. Sie ist nachtaktiv, verwandelt sich in die Tiere. Interessant auch hier, dass sie weibliche Opfer bevorzugt. Also wir haben auch so eine gewisse Homoerote für Komponente in dieser Geschichte, was dann natürlich insbesondere im 20. Jahrhundert in den einschlägigen Verfilmungen gern noch etwas weiter ausgeführt wird. Da entstehen dann Meisterwerke wie Lesbären, Vampire Killers aus den frühen 2000ern, also wo dann auch diese Camilla -Geschichte aufgegriffen wird. Aber wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann hat Bram Stoker ja eigentlich

nur Camilla in männlich geschrieben und die woanders hin versetzt. Genau. Denn da sind wir nun nach einigen Stunden endlich angelangt, 1897 veröffentlichte Bram Stoker seine Roman Dracula. Wie man hier sieht, ist Dracula mitnichten die erste Vampir Geschichte, sondern steht eigentlich schon am Ende des ganzen. Also eigentlich ist das Vampir Vorge von längst ausgelutscht, also auch der gutische Fauer -Roman ist längst im Niedergang.

Aber dann eben am Ende dieser Entwicklung kommt jetzt noch mal so das Meisterwerk vielleicht hin, was plötzlich das ganze Vorge und die Furchtung des Vampirs von nun an prägte. Also man kann fast sagen, was Spielmesslied vom Tod für den Western war, ist Dracula für den Vampir -Roman. Ja, er ist zunächst noch durchaus deutlich von Camilla inspiriert. Tatsächlich sollte der erste Entwurf von Dracula ebenfalls in der Steiermark spielen. Stoker schrieb sogar davon eine Szene, wo auch so eine weibliche Vampirin genau dort vorkommt. Später verwarf er das aber, die Szene wurde dann aber als Kurzgeschichte unter dem Titel Dracula's Gaste veröffentlicht. Die letztendliche Handlung von Dracula wird der eine oder andere

verfeindliche von aus dem Roman selbst oder aus einer der vielen Verfilmungen kennen. Es geht eben um den jungen britischen Anwalt Jonathan Harker, der nach Transsilvanien reist, um dort eben einem mysteriösen Grafen beim Immobilienkauf in London zu helfen. Nach und nach wird eben klar, dass dieser Graf Dracula eben ein Vampir ist. Es tauchen eben auch nach und nach diese ganzen seltsamen Merkmale auf. Er hat anscheinend so haarige Handflächen. Er ist sehr nachtaktiv.

Er isst und trinkt nie in Harkers Anwesenheit. Und einmal sieht er ihn dann sogar so Spinnengleiche, die Schlossmauer, Senkrechte umherkrabbeln. Auch das etwas, was wir da meines Wissens zum ersten Mal sehen. Und ja, schließlich reißt der Der Dracula dann nachher England killt auf dem Weg noch die ganze Besatzung des Schiffes Demeter, mit dem er unterwegs ist. Und als er dann dort ist, wo er eben in einer alten Abtei unterkommt, sucht er auch vor allem die Lucy Westenraheim, die beste Freundin von Jonathan's Verlob der Mina, später auch Mina selbst, bis sich dann eben eine Gruppe von tatkräftigen jungen Männern zusammenfindet, die eben gemeinsam vor allem auch mit dem Professor Van Helsing zusammen dann

in den Kampf gegen ihn... aufnehmen. Und damit ist nun entgültig oder fast entgültig, muss ich hier sagen, der Vampir, wie wir ihn kennen, entstanden. Wir haben vor allem auch jetzt endlich so diese klassischen Vampirregeln. Beispiel der Vampir fürchtet sich vor Knoblauch und Kreuzen, er kann ein Haus erst betreten, wenn er eingeladen wird und all diese Geschichten. Vieles davon geht auf Dracula zurück. Also all das hat man sicher irgendwann irgendwo von meinem Volksglauben.

Aber wie gesagt, es gibt da eine Million verschiedene Varianten und so. Und das, was sich dann popkulturell durchsetzt und ins 20. Jahrhundert getragen wird, das ist im Prinzip das, was Dracula hier beschreibt. Man ist ja auch berühmt aus Faust, zum Beispiel so eine Idee des Teufels, des Bösen, dass man es einladen muss. Also es hat ja mal ganz andere lange Wurzeln und wird dann hier aus dem Faust mit importiert. Genau. Wenn wir schon beim Namen Dracula sind, müssen wir natürlich auch noch einen kleinen Exkurs machen zum Ursprung dieses Namens. Da geht es dann ja eben um den Vlad III., also Vlad Tepev, Vlad der Fehler Bekannte. Das war ja ein Fürst im 15. Jahrhundert, also am Ende des Mittelalters. der eben über die Wallachie

herrfte, also ebenfalls im heutigen Rumänien, aber eben nicht Transsilvanien, wo er dann bei Stoka angesiedelt wird, sondern die andere Region auf der anderen Seite der Kapaten. Der trug eben den Beinamen Drakulea, abgeleitet eben von seinem Vater, Vlad II. Drakul, der hieß so, weil er eben Mitglied im Drachenorden war, und Vlad III.

wurde dem als Drakulea Sohn des Drachen bezeichnet. Das wird heute auch gern mitunter falsch übersetzt als Sohn des Teufels, weil Drak im Rumänischen auch Teufel bedeutet. Und das ist so wegen der Aufbahrung des Johannes, wo natürlich Satan dann in dieser Teufelsfolge, hört es euch an, wo dann diese Figur des Drachens auch konkret mit dem Teufel und dem Antichrist verbunden wurde. Genau, das hat man da natürlich immer wieder. Wo sie tatsächlich ganz schön mit dieser Doppelbedeutung spielen ist in dem recht neuen Film Dracula Untold von 2014. Ja, eine der wenigen Qualitäten des Films aus kulturistischer Perspektive. Und wir sind hier erneut in den Türkenkriegen. Das Osmanische Reich versucht nach Europa auszugreifen. Und

genau dort zwischen dem Osmanischen Reich und dem Königreich Ungarn liegt eben dieses kleine Fürstum Wallachai, wo der Vlad dann eben Fürst ist und eben zwischen diesen Großmächten rangieren muss. Als Kind auch von Geise der Osmanen, später dann eben als deren Vasalle dort eingesetzt. Sagt sich aber später eben von ihnen los, verbündet sich stattdessen mit Ungarn und führt eben ganz radikal Krieg gegen die Türken. Und das dafür, dass das so ein relativ kleines Fürstentum gegen diese Supermacht der Osmanen war, auch relativ erfolgreich. Also erringt da einige Siege. Wir zwischenzeit ja auch nochmal von seinem türkenfreundlichen Bruder weggeputscht, mussten ins Exil fliehen oder dann die Herrfach zurück. Der türkenfreundliche

Bruder hatte den Beinamen der Schöne und Achtung, historischer Gossip, hatte vielleicht eine Affäre mit dem Sultan oder einem hochrangigen Osmanischen Offiziellen auf jeden Fall. Also da hat auch Liebe mit reingespielt in diesem Streit zwischen dem Drachenbruder und dem schönen Bruder. Ja, so wird es ihm nachgesagt. Ja. Letztendlich war es für Vlad dann aber doch nicht so ganz erfolgreich.

Am Ende, am Jahreswechsel 1476 -77, wird er dann doch getötet und angeblich seinen Kopf in Honig eingelegt, an den Sultan in Istanbul gefickt und dort dann zur V gestellt. Also ob der Vlad Draculea tatsächlich zum Vampir hätte werden können, wenn er enthauptet, wurde er unverfeindlich. Extrem guter Punkt, dass er eigentlich schon präventiv so in Honig eingelegt wurde und ich stelle die Szene ein bisschen so wie bei Futurama, diese sprechenden Köpfe, nur mit ihm in Honig, wie er dann noch so am Osmanischen Hof als Vampir wieder aufwachs und so redet und dafür Unterhaltung gesorgt hat. Großartige Vorstellung. Warum wurde das noch nicht verfilmt? Ja, und in seinen Kriegen...

ging der natürlich nicht zimperlich vor und wurde von zu Lebzeitnehmen für seine große Grausamkeit berühmt. Seinen Beinamen der Pfähler trägt er nicht zu Unrecht, denn angeblich war es eben sein größtes Hobby, Leute pfählen zu lassen, also auf lange Holzpfähle zu spießen, was eine sehr sehr unangenehme Art der Hinrichtung ist.

Ja, also eine der unangenehmsten. Auch die Praxis kommt da tatsächlich in der Gegend von den Osmanen, von denen er da ja auch einiges gelernt hatte. Und ja, von zu seinen Lebzeiten verbreiten sich eben die Gefichten über seine legendäre Grausamkeit auch in Westeuropa. Wir sind da gerade am Ende des Mittelalters, wo eben auch der Buchdruck inzwischen erfunden ist und es verbreiten sich Flukeblätter und Frühdrucke und so eben mit diesen Anekdoten über den Grafen Vlad Tepe, wo natürlich einerseits seine realen Taten dargestellt und oft auch ausgeschmückt werden. Also gerade die Opferzahlen sind mitunter sicherlich übertrieben, wenn es heißt, er habe 30 .000 Leute gepfählt.

An einer Stelle, wenn man sich die Bevölkerungszahl damaliger Städte anschaut, eher unbefeindlich. Und es entstehen eben auch diverse so, ja, Märchen und sagenhafte Anekdoten über ihn. Also es heißt zum Beispiel, dass er eine Fahle aus Gold mitten auf dem Platz in der Stadt aufgestellt habe, mit Wasser gefüllt und sagte, jeder dürfe gerne daraus trinken, er müsse aber die Fahle dann auch wieder zurückstellen und so. Und als er später wiederkehrte, hat niemand es gewagt, die Fahle anzurühren. Oder angeblich kam mal jemand zu ihm. der von Räubern überfallen wurde und ausgeraubt. Ja, und Vlad erstattete ihm dann das gesamte Vermögen, das ganze Geld, das er verloren hat. Ja, dann kam der Wulf aber einige

Zeit wird er kleinlaut wieder und bemerkte, ja, du hast mir da eine Münze zu viel gegeben. Ja, sagt der Vlad, das war auch genauso gedacht. Und hättest du es mir nicht gesagt, dann hätte ich dich hier genau direkt neben dem Räuber pfällen lassen. Salomonische Weisheit nennt man das. Genau, oder einer soll sich mal beschwerte haben, dass es so stank von den ganzen gefählten Leichen.

Daraufhin ließ Vlad ihn auf dem höchsten Pfahl noch über allen anderen fählen. Vielleicht kennt ihr auch dieses Bild, wie er halt an dem TÜV Sitz inmitten von gefählten Leuten und da eben sein Mal einnimmt. Das ist ein Druck, der bereits 1499 erfien. Also von kurz nach seinem Tod, also noch am Ende des Mittelalters. Wir haben da also vor und zu Lebzeit und kurz danach so eine gewaltige Rezeption, wo aus diesem Grafen, der durch ja, oder er war kein Graf, sondern ein Voiwode, ein Fürst der Wallachei, eben vor und so eine derer Figur aufgebaut wird, die vor allem ihm für ihre Grausannkeit bekannt ist. Wer zum Beispiel auch ein großer Fan von ihm war, war Nicolae Fafescoi, der Diktator Rumäniens im 20. Jahrhundert. Der

hat dann versucht, auch eine positive Drakla Rezeption zu etablieren. Und überhaupt muss man sagen, dass in der rumänischen Überlieferung das Bild noch durchaus positiver ist. Da ist seine Grausamkeit natürlich auch bekannte, aber er gilt eben auch als ein harter und gerechter Herr, der vor allem gegen Korruption vorgegangen sei. Die Geschichten, die du erzählst, diese mythischen Anekdoten, hören sich ja immer sehr hart, aber fair an, so ein bisschen. Genau und ja, man merkt halt auch von so diesem sagenhaften Einflag, also ja, da dürfte wahrscheinlich wenig reales dran sein. Tatsächlich gibt es aber die ganzen nächsten Jahrhunderte bis zu Bram Stoker überhaupt keine Verbindung zwischen Vlad Tepes

und Vampirismus. Also es gibt meines Wissens keinerlei sagenhafte Überlieferung, die ihn irgendwie als Vampir darstellte oder so. Das kommt tatsächlich erst mit Bram Stoker. Und er übernimmt da auch eigentlich nicht viel mehr als den Namen. Es wird im Buch tatsächlich an einer Stelle angedeutet, dass Dracula tatsächlich dieser historische Fürst sei. Aber ansonsten gibt es eigentlich kaum direkte Bezüge. Transylvania war dann, weil das ist ja noch was anderes. Genau, bezieht sich natürlich im Roman auch immer wieder auf diese glorreiche Vergangenheit zurück. Aber eben ansonsten haben wir da kaum direkte Bezüge eben zu dem Historischen, Vlad Drakulea. Also, wie gesagt, der hat ja nicht einmal in Transylvanien in sieben Bürgen geherft.

Heute gibt es da natürlich trotzdem genug Dracula Tourismus. Zum Beispiel die Burg Bran bewirbt sich ja selbst als Dracula -Burg. Und es könnte tatsächlich sein, dass er da einmal übernachtet hat, nicht etwa geherft oder so. Oder in Sigishuaral, zu dort Fezburg, gibt es ein Haus, das als Dracula Haus bezeichnet wird, wo er angeblich geboren sei. Genau weiß man's auch nicht. Könnte auch sein, dass er in Nürnberg geboren wurde, wo sich in der Zeit sein Vater aufhielt. Also auch da wieder relativ viel auf moderne Legendenbildungen.

Aber... bis ins Ende des 19. Jahrhunderts eben mit dem Herr Roman, ist er dann natürlich untrennbar mit der Figur des Vampirs verbunden. Und damit kommen wir jetzt endlich auch ins 20. Jahrhundert und wechseln abermals das Medienformat und kommen zum letzten Blog, den Vampir -Filmen. den wahrscheinlich am nicht einflussreichsten Medium, aber das, was visuell uns am meisten beeinflusst hat, natürlich.

Genau. Da kommen wir natürlich gar nicht umhin, ein zentrales Berg des frühen deutschen Films zu erwähnen. Nosferatu oder eine Sinfonie des Grauens von Friedrich Wilhelm Murnau erschienen 1922. Dieser Film ist zunächst mal eigentlich eine inoffizielle und auch nicht erlaubte Adaption des Romans Dracula. der ja gerade 25 Jahre zuvor erfienen war. Stoker selbst war inzwischen verstorben, aber seine Witwe verklagte die Filmemacher später auch, was dazu führte, dass tatsächlich fast die Kopien des Films vernichtet werden mussten und er über viele Jahrzehnte eigentlich dann gar nicht mehr bekannt war und erst jetzt in jüngster Vergange zum Glück noch Kopien wiederentdeckt wurden, sodass wir ihn heute trotzdem wieder

genießen können. Soweit zum Hintergrund. Aufgrund dieser Urheberrechtsprobleme hat man allerdings von Anfang an zum Beispiel die ganzen Namen abgeändert. Die Handlung wurde eben von England nach Deutschland verlegt, spielt dann eben in der fiktiven Stadt Wissburg, die so eine Art Mischung aus Lübeck und Wismar ist. Und aus Jonathan und Mina werden Hutter und Ellen. Und der Hutter muss eben zu dem Grafen Orlok fahren und den dann eben beraten.

Und hier haben wir nun endlich auch noch das letzte Puzzlestück des modernen Vampiers. Denn der Graf Orlok ist der erste Vampir, der durch Sonnenlicht zerstört wird. Ein deutsches Problem. Ein deutsches Vampirproblem. Genau. Also in den ganzen historischen Berichten taucht das mir auf und auch in der Vampirliteratur des 19. Jahrhunderts überhaupt nicht. Sowohl Camilla als auch Dracula können sich bei Tage bewegen. Ist das super untraktisch für einen serbischen Bauern. Ja, ganz genau.

Und hier haben wir dann eben mit brillanten Spezialeffekten am Ende des Films eben tatsächlich den Vampir, der ja, weil er sich noch bis zum ersten Hahn freie damit beschäftigt hat, die gute Ellen auszusaugen, dann halt von dem ersten Tageslicht zu Staub verwandelt wird. Relativ markant und auch von vielen anderen darf er abweichen, ist da natürlich das Erfeinungsbild des Vampires in dem Film.

Er feint eben Glatzköpfige mit diesen langen Ohren, großer Nase und vor allem diesen sehr langen Schneidezehen, die ihm auch so was Rattenartiges geben. Überhaupt wird er daher in dem immer, auch hier wäre er nicht mit Fledermäusen, sondern mit Ratten assoziiert. Er bringt vor allem auch die Pest im Gestalt von Ratten nach Wissburg.

Also damit steht der Graf Orlock fast schon eher diesen alten Wiedergängern und Nachzehrern nahe. Vielleicht auch deshalb, weil es jetzt praktisch eine Deutsche -Wandia -Adaption ist, der eben die Pest verbreitet und damit wirklich eine ganze Landlage wird. Ja, es wurde auch in den vergangenen Jahrzehnten mitunter darauf hingewiesen, dass wir da auch zumindest eine gewisse Ähnlichkeiten mit Antisemitophönstereotypen haben. Ja, ob dieser Film nun tatsächlich so zu lesen ist oder ob wir es da mit seiner typologischen Ähnlichkeit zu tun haben, da kann man jetzt spekulieren.

Denn natürlich haben wir einfach diese Merkmale auch schon so durch kulturelle Diffusion im allgemeinen Bewusstsein. Also dass er eben so bestialisch dargestellt wird, rattenartig mit dieser langen krummen Nase und all das ist natürlich allgemein so eine Darftung. das Unmenschlichende. Und ja, dann müssen wir auch nochmal einen kleinen Exkurs machen zu dem Namen, was denn mit diesem Nosferatu auf sich hat. Ja, der taucht ja bereits bei Bram Stoker auf. Eingangszitaten könnt ihr so mal vorlesen. Ihr hört's euch einfach nochmal an.

Wie schon erwähnt war, bei dem Film auf Copyright Problemen wurde auch die Dracula und andere Namensgebungen verzichtet. Spannenderweise wird es sofort das erste Mal in einem Artikel von Wilhelm Schmidt Professor am deutschsprachigen Gymnasium von Hermannstadt von 1865 erwähnt. Also hier sind wir jetzt wirklich in Siebenbürgen, also in Tratselvarnien. Hieran reihe ich den Vampir Nosferatu. Es ist dies die uneheliche Frucht zweier unehelich gezeugter oder der unzählige Geist eines durch Vampire getöteten, der als Hundkatze Kröte Frosch Laus Flo Wanse kurz in jeder Gestalt erscheinen kann. und wie der altslafische und böhmische Blokotlak, Wukotlak oder polnische Mora oder russische Kikimora als Inkubus oder

Sukubus Subu Torul namentlich bei Neuverlobten sein böses Wesen treibt. Was hierüber von mehr als 100 Jahren geglaubt und zur Abwehr geübt wurde, ist noch heute wahr. Und es dürfte kaum ein Dorf geben, welches nicht im Stande wäre, Selbsterlebtes oder doch Gehörtes mit der festen Überzeugung der Wahrheit vorzubringen. Das Wichtigste ist dabei die feste Überzeugung der Wahrheit.

Ja, das ist das Allerwichtigste. Ja, auch vor allem in England wird der Nosferatu dann popularisiert durch Emily Girard. Das war eine photische Reiseschriftstellerin. Und ja, auch die bezieht sich ebenso auf Vampirglauben in Transsilvanien. Ihre Quellen bestehen wohl aus dem Artikel von Schmidt und womöglich auch Wissenvolkserzählungen, mehr oder minder zuverlässigen Dolmetschern und einem kräftigen Schuss Fantasie.

Nicht zuletzt, da müsst ihr eben mit den längst etablierten literarischen Vampir vorstellen. Ja, und die beschreibt ihn da auch schon relativ für eine Drastürfe. Da ist es eben auch in sehr hartnäckigen Fällen von Vampirismus werde der Kopf abgetrennt und der Mund mit Knoblauch gefüllt. Und das ist genau das Vorgehen, das wir da auch beim Blumen Stoker finden. Ich ersehe sicher.

Es gibt auch weitere Schutzmaßnahmen hier zur Folge. Sei es das Fett eines Schweins, das am Fest des Heiligen Ignatius geschlachtet wurde. Damit kann man scheinbar den Nosferatu abwehren. Da haben wir zu Hause. Oder eben das Grab mit Weihrauch zu umrunden oder einfach eine Pistole in den Sack zu feuern. Das ist dann vielleicht die amerikanische Methode. Genau und damit ist eben dann auch dieser Vampirbegriff als Nosferatu durchaus etabliert. Es gibt dann auch noch weitere Erwähnungen zum Beispiel von Heinrich von Vilsloki.

Der bezeichnet den Nosferat als den gefährlichsten Quellgeist der rumänischen Folklore und unterfeindet ihm von einer anderen Vampirart, dem Vakulaki. Denn das Verrat sei insofolge praktisch leblos geboren worden, belebt sich dann aber in Grape wieder. Auch hier können er sich eben in verschiedene Gestalten verwandeln, sei es eine schwarze Katze oder auch ein Strohhalm oder bloß ein Rauch.

Das kennen wir dann natürlich bei Stoker und feint eben vor allem in nächtlicher. Zeit der bestimmten Menschen. Auch ihnen könne man mit Weihwasser abwehren oder mit Kirchenkohlen, die man unters Bett legt. Oder in manchen Gegenden hält man es auch für genügend, wenn während der Brautnacht ein Hund in der Nähe ist. Das ist doch mal eine einfache Lösung gegen Mobbierismus.

Genau. Über den Ursprung des Begriffs Nosferatu gibt es auch verschiedene Hypothesen. Es könnte von griechisch Nosophoros krankheitsbringend kommen oder auch von rumänisch Nesopheritu, der Unaushaltbare, was auch im Volksmond eine Bezeichnung für den Teufel ist. Heutzutage bezeichnet man damit auch einfach eine nervige Person. Ja, sehr, der unaushaltbare. Praktisch zum Wort, zum Wortursprung zurückgekehrt. Jedenfalls taucht dieser Begriff schließlich auch bei Bram Stoker auf, wo eben Van Helsing von Nosferatu, dem Untoten, spricht.

Es könnte durchaus sein, dass Bram Stoker hier den Namen etwas falsch verstanden hat, dass für ihn eben die Fosse mit no wie nicht kling, klang. Also der nicht Tote, also der Untote, was im Rumänischen eigentlich ne wäre. und er das somit falsch übersetzt hat. Ja, der Unterschied zwischen nosferato und yesferato. Ganz genau, don't be a nosferato, be a yesferato. Heutzutage findet man mitunter auch so Befreibungen, wo der Nosferatu als seine eigene Vampirart beschrieben wird, der da allerdings nicht wirklich aussieht, wie ihn eben diese Stufen berichtet hat, sondern eher wie wir ihn aus dem Film kennen. Also auch da hat sich dann so ein wissenschaftlicher oder populärkultureller Mythos daraus wieder entwickelt.

Und ja, was die Wissenschaft der Vampire angeht, Dann könnten wir jetzt noch sehr viel Vorfunksgeschichte herreferieren. Das würde auch nicht nur den Rahmen drängen, sondern wäre auch nur halb so lustig, als wenn wir uns allein mit der villerndsten Gestalt der Vampirvorfunke beschäftigen, nämlich mit Montague Summers. Ja, den hast du mir bei der Recherche auch nähergebracht. Und es ist ein Fiebertraum, dieser Mann. Wirklich unglaublich.

Der lebte von 1880 bis 1948 und war in Bath in England weit, weit reichend tätig, unter anderem als Diakon und Theologe. Und hat was gemacht? Ja, er wurde dann eben wegen homosexueller Beziehung zu Minderjährigen angeklagt, was seine Kirchli Karriere beendet, was mir allerdings vollkommen unverständlich ist, denn Aber war er Anglikaner oder Katholik? Er war Katholik ursprünglich.

Ursprünglich war er Anglikaner. Deswegen hat er seine Karriere beendet. Genau. Die katholische Kirche hätte das nicht beendet dann. Genau, da habe ich so meine Zweifel. Jedenfalls trat er dann zum Katholizismus herüber. Trat später auch dort als Priester auf, auch wenn seine Priesterweihe nicht wirklich nachweisbar ist. Vor allem aber befäftigte er sich von seit seinem Studium intensiv mit Okkultismus, Dämonologie und so weiter und entwickelte da ganz interessante eigene Ideen.

Ja, also kurzum er brachte den ganzen alten Hexenwahn ins 20. Jahrhundert und ging eben ernsthaft davon aus, dass es Hexen gibt, dass die ganzen historischen Berichte, wie zum Beispiel der Hexenhammer von Heinrich Kramer, der Wahrheit entspricht. nicht nur das, es gäbe sogar auch Vampire und Wehrwölfe.

Also tatsächlich ein wiedergeborener Heimerichrahmen. Genau. Dabei führt er dann auch eine gewisse Literatur für Fede mit Margaret Moway, die auch bekannt ist, weil sie eben Theorien dargehend Opfer stellte, dass er eben diese ganzen Hexenwesen, so ein Überbleib, so eine altenheitliche Religion gewesen sei, was sie dann entsprechend natürlich romantisierte und sich mit den Hexen dann identifizierte.

Daraus entspringt dann ja auch diese ganze New Age Rezeption von Hexen und so weiter. Er wird heute wissenschaftlich auch nicht mehr so wirklich ernst genommen. Aber das ist dann halt so die Gegenposition. Sommers dagegen war halt wieder beinharter Hexenjäger und machte sich alles zu eigen, was damals schon behauptet wurde. Unter anderem übersetzte er auch den Hexenhammer, den Maleus Maleficarum, ins Engliffe. Ja. Und nicht nur damit befäftigte er sich, er sammelte auch zeitlebenshistrofe Quellen über Vampire und Wehrwölfe und schrieb darüber mehrere Bücher, unter anderem The Vampire His Kith and Kin und The Vampire in Europe und schließlich The Werewolf, worin er eben Berichte aus allen Zeiten und Kulturen

sammelte, die er allesamt für bare Münze nahm und halt anhand dessen zu rekonstruieren versuchte, dass es wirklich die ganze Geschichte durch wirklich Hexen, Vampire und Wehrwölfe gegeben haben und die eine echte Bedrohung darstellten. Und praktisch allen Überlieferungen der gleichen Kern zugrunde liegen. Samus hätte mir auch zugestimmt mit meiner These, dass niemand den Deutschen genug dankt, dass wir uns um die 30 .000 Hexen gekümmert haben.

Nur in Deutschland gab es die größte Hexen -Epidemie der Geschichte. Und nur dank des Hexenhammers wurde sich adäquat darauf reagiert über Jahrhunderte. Und Samus und ich wären die einzigen beiden, die da um Anerkennung bitten würden für die Hexenjäger. Seine Quellenarbeit war natürlich durchaus zweifelhaft, aber schon allein durch eben diese Materialsammlung, die er zusammengetragen hat, hat er dann doch langfristig einen gewissen Einfluss auch auf die tatsächliche Forschung zum Vampirismus oder zumindest die Rezeption des ganzen Phänomens.

Also vieles von dem, was ich auch schon in den letzten Folgen angeteased habe, immer wenn es darum geht, das wird heute manchmal behauptet sein, irgendwelche Vorgänger des Vampirs in der Antike, irgendwelche Mesopotamischen Dämonen und so, das geht dann oft auf Montague Summers zurück. der wirklich jedes dämonische Wesen, was einmal als blutsaugend oder so ähnlich beschrieben wurde, letztlich zum Vampir erklärt hat. Also da entstehen dann auch solche popkulturellen Mythen, die sich teilweise bis heute auch durchziehen.

Und ja, bleiben wir bei der Popkultur nach Nosferatu und Summers Exkurs wieder zurück zum Filmen. Dann geht es natürlich vor allem auch weiter in den Vereinigten Staaten. Zunächst 1924 wird der Roman Dracula auch nicht ganz das erste Mal als Theaterstück für die Bühne adaptiert. Dafür wird die Handlung zunächst etwas zusammengestrichen.

Es ist ja auch nicht alles so leicht darzustellen. Im Theater wären Figuren zusammengefasst. Aber die Hauptfigur, den Grafen Dracula selbst, spielt ein junger ungarischer V -Spieler namens Bela Lugosi. Der Name mag dem einen oder anderen von bekannt vorkommen, denn wenig später, 1931, entsteht darauf basierend auch eine Verfilmung, Dracula von Todd Browning, wo eben Bela Lugosi die Hauptrolle des Grafen Dracula spielte. Und das prägt eben auch bis heute so unser optisches Bild dieser Dracula -Figur, also vor allem eben auch mit dem schwarzen Cape, diese frische Frisur mit diesen zurückgegelten schwarzen Haaren, auch dass er zum Beispiel glatt rasiert dargestellt wird. Originalroman wird Dracula ja noch als

mit einem Schnurrbart beschrieben, also wo sich jetzt bei dem neuen Nosferatu -Film ja einige aufgeregt haben, das wäre eigentlich etwas werksgetreuern. Aber hier haben wir jetzt endlich den Klischee Vampir. Es entstehen in den folgenden Jahren auch einige Fortsetzungen. Draculas Tochter, Draculas Sohn, danach sogar Crossovers wie Frankensteins Haus und Draculas Haus, wo er eben auf die anderen Classic -Universal -Monster trifft. Also das, was wir in unseren Lebzeiten von Marvel und DC kennen, hat Universal damals schon mit seinen Monstergestalten gemacht. Und schließlich sogar die Parodie Abbott und Castello treffen Frankenstein, wo diese Monster dann auch entsprechend veralbert werden. Die nächste Generation sind dann die

Hammer -Filme, also Hammer -Studios, auch ein kleines Filmstudio, was sich dann vor allem eben auf solche Horrorfilme spezialisiert. Ja, während die Universal -Filme in schwarzer noch relativ blutleer daher kam. Da war auch niemals mal ein Tropf im Blut zu sehen. Hatten die Hemmerfilme nun ja von etwas mehr bis. Also da durften die Vampire dann auch mal zubeißen. Auch zum Beißen muss man ja bedenken, die Art, wie wir uns das Gebiss des Vampires vorstellen, wird erst jetzt wirklich festgelegt. Bei Dracula hieß es schon, dass der Gegrafe spitze Zähne hatte, aber es wurde nie spezifiziert welche. Bei Nosferatu hat er dann ja so hasenartige Schneidezähne.

Das wäre aber gerade beim Theater und bei Verfilmungen ziemlich schwer gewesen, damit gut zu sprechen und so was. Und dann wurden es letztlich dann doch die Langeckzähne, womit dann auch der V Spieler noch halbwegs gut auftreten kann. Es wird eben dann 1958 der erste Dracula -Film veröffentlicht, jetzt mit Christopher Lee als Dracula in der Hauptrolle und Peter Cuffing als Van Helsing.

Die beiden haben ja in der Hemmer -Film immer wieder in wechselnde Rollen zusammengespielt und auch da wird die Kuh gemolken und es entstehen dann diverse, zunehmend trashigere Fortsetzungen. Zunächst Blut für Dracula, 1974. Dracula's Rückkehr. Wie schmeckt das Blut von Dracula? Dracula, Nächte des Entsetzens. Dracula jagt Mini -Mädchen, bezogen hier auf den Mini, also das Kleidungsstück. Dracula bebraucht frisches Blut und schließlich die sieben goldenen Vampire, wo man sich an einem Crossover mit asiatischen Marvel -Arts -Filmen versucht hat. Oh, spannend. Ninja -Vampire. Ganz genau.

Nicht zuletzt produzieren die Hammer Studios auch eine lose Adaption von Camilla, die sogenannte Karnstein -Trilogie aus Gruff der Vampire. Nur Vampire küssen blutig und Dracula's Hexen jagt. Da werden die Vampir -Filme jetzt auch zunehmend etwas anzüglicher. Man kriegt auch mal etwas nackte Haut zu sehen und ja. So könnte man nun natürlich unzählige weitere Vampirfilme, Romane, andere popkulturelle Darstellungen auch sehr erzählen. Ab jetzt ist der Vampir halt wirklich das Massenphänomen, was wir halt heute kennen und damit auch praktisch festgelegt, wie er zu sein hat. Ja, und die offizielle Form erreicht.

Das war ein sehr bilder Ritt durch die Geschichte der Vampire Life. Einmal quer durch, bis ganz nach heute auf jeden Fall. Ganz genau. Ja, erwähnen könnte man natürlich auch noch Werke wie Tanz der Vampire von 1967 oder auch Interview mit einem Vampir von 1994, basierend auf dem Roman von Anne Weiss, was im Original tatsächlich Interview with the Vampire heißt und nicht, wie viele denken, Interview with a Vampire nicht mit einem Vampir, sondern mit dem Vampir. Einst der bekanntesten Beispiele für den sogenannten Mandela -Effekt.

Einfach mal googeln. Hier natürlich auch den Vampir als tragische Identifikationsfigur. Also Vampire, die jahrhundertelang nur Monster waren, werden jetzt eben auch zum Protagonisten. 1992 haben wir natürlich noch Buam Stoker's Cell Dracula von Francis Ford Coppola mit Gary Oldman als Dracula. Die möglicherweise werkgetreuste Dracula Verfilmung. ja auch wieder selber so neue Klischees begründet. Wie zum Beispiel Vampire, die sich in so einen Fledermaus -Menschen verwandeln.

Oder auch eben die Verbindung mit dem historischen Vlad Tepes und seiner Ehefrau, die eben durch Suizid gestorben ist, die sich hier eben oben von der Burg in den Fluss stürzt. Das basiert ursprünglich auch auf so einer Volkssage, die da sehr lose aufgegriffen wurde. Und seitdem wird das eben auch in dem Dracula -Stoff immer mal wieder verwendet, auch zum Beispiel in dem von erwähnten Dracula Untold, aber eben zum ersten Mal tatsächlich nicht im Roman, sondern eben in der Verfilmung von 92. Schlussendlich können wir jetzt auch noch über die Twilight -Tetralogie, also die Bis -Reihe, sprechen, die eben ab 2005 erscheinen bzw. die Verfilmung ab 2008. Aber ich fürchte, Jetzt ist es doch schon relativ

spät. Wir haben jetzt schon fünf Stunden aufgenommen. Ich fühle mich auch zunehmend wie so ein Untoter. Wir haben jetzt absoluten Vampirstatus erreicht. Und wir haben leider auch ganz viele Seiten Skript zu Twilight vorbereitet, die wir euch jetzt leider leider vorenthalten müssen. Tatsächlich sehr schade, aber man kann nicht alles haben. Ja, und damit kommen wir zum Abschluss. unserer sehr tiefgründigen und gründlichen Ergründung des Vampirmythos von ihrer irregulären Bestattung über Aberglauben bis zum Weltstar des Horrorkinos.

Der Vampir hat auf jeden Fall eine sehr schöne und lange Wendlung durchlaufen und vielleicht liegt ja auch die große Faszination und kulturübergreifende Faszination für diese Wiedergänger darin, dass es eben sich um Ja, unsere großen kulturellen Ängste und Sehnsüchte dreht. Der Vampir ist wandelbar, er kann sich an jede Zeit anpassen, er stirbt nie und er ist immer so das Symbol für die dunkelsten Seiten der jeweiligen Zeiten, denen er auftritt.

Und ich denke, wenn ihr das nächste Mal einen Vampirroman lest, werdet ihr nicht mehr genießen können, weil ihr jetzt die ganze Zeit alle Referenzen im Kopf habt und euch die ganze Zeit fragen müsst, von wem kam noch mal dieser Aspekt des Vampirwirdes. Das hoffe ich auf jeden Fall. Ja, zum Abschluss bedanke ich mich noch bei Live. Nochmal der Hinweis.

Live hat eine Draugasaga geschrieben mit drei Bänden, die ich euch hier verlink. Wenn ihr mehr von ihm lesen wollt, dann... Empfehle ich euch das. Und wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr es auf Patreon machen. Vielen Dank an unsere Produzentinnen und Produzenten dort, an den cooleren Herrfischer vom Ardennes Gymnasium, Fanny Dietrich, Freya Stuart, Onkel Didi, Katharina, Fernando, Brigitte, Petrusilius Zwackelmann, Miauzitung, Spinoza369, Sylvie und Die Schmaus. Vielen lieben Dank euch an alle. Und wir hören uns in zwei Wochen wieder. Bis dann. Tschüss. Tschüss. Und schlaft schön liebe Kinder! Lasst euch nicht vom Vampir beißen!

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