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Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 120

Taiping Rebellion II: China zwischen Himmel und Hölle

Freitag, 23. Mai 2025 · 47 min

MP3

Shownotes

Nach dem triumphalen Feldzug zum Jangtse errichteten die Taiping-Rebellen in Nanjing ihre "Himmlische Hauptstadt". Diese Folge erkundet die religiöse Vision Hong Xiuquans für sein Reich, die radikalen sozialen Experimente und das tägliche Leben unter der theokratischen Herrschaft des selbsternannten Bruders Jesu Christi im China des 19. Jahrhunderts.
#geschichte #china #asien #rebellion #taiping

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Quellen & Literatur
• Crossley, P. K. (1990). Orphan Warriors: Three Manchu Generations and the End of the Qing World. Princeton University Press.
• Fairbank, J. K. (1986). The Great Chinese Revolution: 1800-1985. Harper & Row.
• Kuhn, P. A. (2002). Chinese Among Others: Emigration in Modern Times. Rowman & Littlefield.
• Meadows, T. T. (1864). The Chinese and Their Rebellions. Smith, Elder & Co.
• Reilly, T. H. (2004). The Taiping Heavenly Kingdom: Rebellion and the Blasphemy of Empire. University of Washington Press.
• Spence, J. D. (1996). God's Chinese Son: The Taiping Heavenly Kingdom of Hong Xiuquan. Norton.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt. Heute zum zweiten Teil über einen der gewaltigsten und gleichzeitig unbekanntesten Konflikte des 19. Jahrhunderts, den Taiping -Aufstand. Im heutigen zweiten Teil unserer Reihe setzen wir die außergewöhnliche Geschichte fort, die China für mehr als ein Jahrzehnt in einem blutigen Bürgerkrieg stürzte und über 20 bis 30 Millionen Menschenleben forderte. In unserer ersten Folge haben wir die bemerkenswerte Figur von Hong kennengelernt, einen mehrfach durch die kaiserlichen Beamtenprüfungen gefallenen Gelehrten, dessen fieberhafte Visionen ihn davon überzeugten, der jüngere Bruder Jesu Christi zu sein. Wer verfolgt wie Hong nach dem Studium

christlicher Missionstexte eine einzigartige Synthese aus protestantischem Christentum und chinesischen Traditionen entwickelte und die Gesellschaft der Gottesanbeter gründete. Dann haben wir die ersten Schritte der Bewegung begleitet, wie er seine ersten Anhänger rekrutierte, vor allem unter der marginalisierten Hacker Bevölkerungsgruppe und die Entwicklung seiner radikalen Ideologie, die eine ganz besondere Sexualethik hatte, also absolute Abstinenz, gemeinschaftlicher Landbesitz und aber auch eine relative Gleichheit der Geschlechter.

Und schließlich den entscheidenden Xinjiang -Aufstand von 1851 in der Provinz Guangxi, in der es dann offiziell losging mit der Rebellion. Wir haben uns ein bisschen über den historischen Kontext unterhalten, über das China im 19. Jahrhundert und durch die Niederlage und über die Niederlage im ersten Opium -Krieg zu der Zeit auch die wirtschaftlichen Krisen, die Hungersnöte, die Naturkatastrophen und wie all das die Legitimität der Ching Dynastie grundlegend infrage stellte und dazu führte, dass es eben überall in China auch Aufstände gab. In der heutigen Folge werden wir den erstaunlichen Aufstieg der Taiping -Bewegung weiter verfolgen.

Nachdem sie jetzt ihre erste Stadt verloren hatten, beginnen sie jetzt einen drehumfallenden Feldzug entlang des Yangtze Flusses, die Eroberung der wichtigen Stadt Nanjing, die zur himmlischen Hauptstadt des Reiches wird und die Etablierung einer alternativen Regierungsstruktur, die zwischenzeitlich mehr als ein Drittel Chinas kontrollierte. Wir schauen uns die militärischen Erfolge an. durchaus auch abstrusen Praktiken der Bewegung und die Reformen des himmlischen Reiches, des großen Friedens, wie Hongschreich genannt wurde und vor allem auch die internen wachsenden Konflikte zwischen Hong, den anderen Heerführern und externen Mächten, die schon bald die Bewegung von innen und außen zu zerreißen drohen. Aber erst mal

haben Hong Xiuyue jetzt ihre erste Stadt wieder verloren, ihre erste größere, die sie erobert haben und ziehen den Yangtzee -Fluss entlang auf der Suche nach einem neuen Ort für ihr himmlisches Reich. Wenn ihr unseren Podcast unterstützen wollt, könnt ihr das gerne auf patreon .com alle Zeit der Welt tun oder indem ihr auf YouTube zum Beispiel eine Premium -Mitgliedschaft kauft.

Das unterstützt uns sehr und wir freuen uns sehr darüber über die Unterstützung. Vielen lieben Dank. Später lesen wir auch noch unsere Produzenten und Produzentinnen vor. Aber jetzt geht es erstmal weiter mit der Geschichte von Hong und seinen Jüngern und der Taiping -Rebellion. Ein schmutziger Krieg, der hier geführt wird mit allen Mitteln.

Also sie binden Metallklumpen und Töpfe an Hunde und Schweine. Es wird wirklich alles versucht, um möglichst großen Schaden anzurichten. Es sind aber auch Dämonen. Sie kämpfen ja gegen Dämonen in ihrer eigenen Vorstellung. Dazu das passende Zitat von Hong. sind diese Dämonen. Ja, das sagt der 1853. Und im März 1853 gelingt Ihnen überraschenderweise die Einnahme von Nanjing, der ehemaligen Hauptstadt der Ming -Dynastie, also der Vorgänger -Dynastie vor den Qing. Ja, was da passiert bei der Einnahme, sollte keinen von uns jetzt überraschen, nachdem wir eben gehört haben, wie Hong über seine Feinde denkt. Aber es ist auf jeden Fall, also... Wenn man an Nanking denkt, denkt man an die Verbrechen der japanischen Armee. Wenn ihr da nicht dran

denkt, dann müssen wir da mal eine Folge zumachen. Das wird eine sehr schreckliche Folge, aber vielleicht ist es wert. Schreibt uns gerne in die Kommentare, ob ihr Bescheid wisst, was die Japaner in Nanking gemacht haben. Am 20. März halten sich die Manchu Garnitions -Truppen in der inneren Zitadelle fest, während die Taiping -Truppen anrücken.

Die Taiping drängen um die innere Zitadelle herum und starten einen neuen Angriff. Es sind vielleicht 50 .000 Manchus. Aber nur wenige von ihnen sind ausgebildete oder kampferprobte Veteranen. Als die Mauern durchbrochen werden, wenden sie sich gegen sich selbst und ihre Familien, setzen ihre Häuser in Brand und begehen Selbstmord. Selbst als sie Taiping in ihre Garnitionsquartiere eindringen.

Der Rauch steigt auf, das Gemetzel geht tagelang weiter, während die Taiping alle überlebenden Dämonen jagen und erschlagen. Und das bedeutet auch alle Zivilisten. Das heißt, da werden innerhalb von drei Tagen um die 50 .000 Zivilisten niedergemacht in der Stadt. Dämonen, natürlich. Entschuldigung, aus Versehen Zivilisten gesagt. Hong benennt danach, nach diesem schrecklichen Massaker, die Stadt in die himmlische Hauptstadt um. Was ist himmlischer als so ein großes Massaker? Tianjing, heißt die dann? Und beginnt dann tatsächlich, nachdem er diesen Mingdpalast einzieht, mit der Etablierung seiner alternativen Regierung, seiner neuen Gesellschaftsordnung, bildet sich eine riesige Bürokratie. Sie werden zu dem, was sie

versucht haben, zu bekämpfen, natürlich. Und er ist dann in diesem Riesenpalast, ich weiß, chinesische Paläste dürft ihr euch weniger wie so einen europäischen Palast zu der Zeit vorstellen, sondern mehr wie so eine Stadt in der Stadt. Also da ist alles drin, was er braucht. Der muss niemals diesen Palast verlassen. Es gibt da drin kleine nachgebaute Dörfer, nachgebaute Landschaften von Bergen. Das heißt, wenn der Herrscher sich so fühlt, als würde er mal gerne sich wie eine normale Person einfach im Dorf bewegen. So wie für Marie Antoinette, der auch in Freikreis dieses Baundorf gebaut wurde, damit sie sich normal fühlen konnte. Das war alles mit drin. Er hatte einen Harem. zu dem wir gleich noch kommen werden,

von wahrscheinlich um die 500 Frauen. Er hatte keinen echt guten Grund, rauszugehen. Er hatte sehr viel Opium. Alles, was sein Herz begehrt hat, hatte er in seinem Palast. Und folglich wird er den, glaube ich, auch nicht mehr verlassen. Hong ist auch jetzt da. Die verschiedenen Könige, Nordkönig, Westkönig, führen die Kriege. Und er ist zunehmend fasziniert an Numismatik, Zahlenmystik und ... Zunehmend auch paranoid, wie das so ist, wenn man sich in einen Palast einschließt, den man gerade mit einem Massaker erobert hat. Oder er kommuniziert nach der Einnahme von Nanjing auch nur noch in religiöser Prosa. Ab jetzt nur noch Gedichte. Auf gelbe Seite geschriebene Gedichte, die morgens ausgehangen werden vor dem Palast.

Zur Interpretation frei, Frau Buchrichter. Und er erlässt dann mehrere Dekrete in dieser Zeit. Ja, verbietet er zum Beispiel Privateigentum, also alles gehört ihm. So ein bisschen sektenmäßig hat es gehört. Du musst also aufgeben, wenn du die Sekte eintrittst. Es gibt drakonische Strafen. Meistens Todesstrafe. Ich glaube, eine der niedrigsten Strafen sind so 100 Peitschenhiebe. Ach, das geht ja noch. Da fangen wir an. Dann das Niedrige und dann arbeiten wir uns nach oben. Zum Beispiel durfte man nicht über den Haaren von Hong sprechen.

Mhm, weil Sex ist ja schlecht. Eben. Ja gut. Dementsprechend Todesstrafe, wenn du über den Haaren von Hong redest. Wenn man vermutet, dass du vielleicht Jing -Spion sein könntest und er war sehr paranoid und hatte da natürlich immer die Angst, sobald was schief ging, war das nicht seine falsche Entscheidung, weil er ist ja der Sohn Gottes. Es muss ein Spion sein. Muss man jemanden töten. Wenn man schief geht. Weißt du, diese Logik. Spence hat ein Netzzitat um das Kutz. kurz auf den Punkt zu bringen, was für eine Ideologie die Taiping da zu der Zeit entwickeln und was es für ein paranoider, paranoider Staat ist. Die Taiping schufen eine bizarre Mischung aus protestantischer Theologie, konfuzianischer

Ethik und revolutionären Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren. Ja, und das sagt er so. Und ich denke, das ist ihre Zeit weit voraus. Ja, klar, war so. Abschaffung von Fußbindungen und sowas geht klar und auch mal so ein bisschen vielleicht vor Geschmack auf die Kultur Revolution unter Mau könnte man das schon natürlich als so einen radikalen Umbruch verstehen. Gleichzeitig ist es fällt mir sehr schwer Hong als so ein Visionär für Gesellschaft zu sehen und nicht nur als einen psychisch instabilen, leicht wahnsinnigen Sektenführer, der mit seinem Haaren gedichte schreibt und denkt die welt wird jeden augenblick ihm zu füßen fallen und er ist der große legitime herrscher und so also sonn gottes ja finde ich

ja und die die die progressiven sachen die umgesetzt wurden sind eben einfach auch teilweise haka tradition also sind keine sachen die hong sich jetzt überlebt hat sondern das einfach tradition seiner leute die erst durchsetzt gegen die mehrheit und sagt ja wir verbinden keine füße mehr und er geht natürlich einen schritt weiter indem er auch so Sachen wie den Chinesischen Ahnenkult und so versucht abzuschaffen und sämtliche Schreine zerstört und natürlich ist das so dieses bilderstürmerische Kulturrevolutionäre irgendwie mit drin. Aber die Frage ist eben, ist das tatsächlich so der der große Auslöser oder der Grundgedanke oder ist das hier eine Folge davon? Was ist Ursache, was ist das Symptom? Es ist nicht schwer zu trennen

bei Hong. Und jetzt erreichen die Taiping eigentlich ihre Blütezeit. Sie kontrollieren weite Teile Südchinas, sie beginnen mit Landneuverteilung, wirtschaftlichen Reformen. Die Steuerlast wird extrem gesenkt, teilweise bis zu 80 Prozent im Vergleich zu den Jing vorher. Die Jing mussten natürlich aber auch die Steuern heben, damit sie gegen die Taiping kämpfen konnten, was dann zu mehr Revolutionen geführt hat. Bisschen problematischer ist. Bei mir ist natürlich auch einfach zu sagen, wir können die Steuern jetzt senken und es beginnen Alphabetisierungskampagnen. Weil die Beherrschten sollen natürlich auch die neue eigene Bibelversion lesen, die herausgegeben wird von ihnen. Ich habe ein bisschen reingeguckt, was Hong speziell

in der Bibel geändert hat. Willst du raten? Oh mein Gott. Was könnte ihn gestört haben? Was stört jemand mit konfuzianischer Ethik, wenn er das alte Testament liest? Das ist genau die richtige Frage. All die Stellen, die alle anderen auch komisch finden, wenn wir jetzt heute das Altsestiment lesen, die Geschichte mit Lot und seinen Töchtern, wo sie sie Angst haben, dass seine Erblinie zu Ende sein konnte und dann ihren Vater betrunken machen und ihn vergewaltigen.

Diese unglaublichen Geschichten, wo Noah betrunken arbeitet und dann nackt in sein Zelt einschläft und seine Söhne es sich über ihn lustig machen. Also all diese Geschichten. Wo er irgendwie dachte, die Patriarchen haben sich aber auch schon ganz komisch verhalten. Der schwindelnde Abraham, all diese Teile, die hat er rausgekürzt und geändert.

Und im Neuen Testament hat er dann eben auch frei gewertelt, sag ich mal. Das führte dazu, dass so britische Diplomaten und andere Europäer, die damit konfrontiert waren, erkannt haben, dass es ja doch gar nicht so die Christen sind, wie man von zu Hause kennt. Der britische Diplomat Sir Thomas Welch schrieb, diese chinesischen Christen mögen zwar den gleichen Gott anbeten wie wir, aber ihre Version des Christentums ist für uns befremdlicher als der chinesische Buddhismus.

Ganz gut, ganz gut diese Stimme auf den Punkt gebracht. Ein gutes Beispiel für diese Verwirrung, die da ein bisschen geherrscht hat zwischen den beiden Seiten ist das Treffen zwischen dem Ostkönig Yang der zu der Zeit auch immer mächtiger wird und der mächtigste der der der Richtungskönige ist und englischen Waffenhändlern, also Schmugglern im weitesten Sinne, die jetzt hier ungewollt in eine theologische Debatte gestürzt werden und dabei hat dann Yang eine Reihe an Fragen an sie und er stellt 30 Fragen an Captain Melosch und ich würde ich jetzt einfach mal bitten direkt hier mit dem Zitat vom Ostkönig einzufangen.

Ich habe ein paar rausgesucht von den äußerst originellen und guten und wichtigen Fragen, die Yangda an jemanden stellt, der sagt, ihr verehrt doch den Gott schon seit ein paar hundert Jahren. Ihr habt doch bestimmt Antworten auf alle meine Fragen. Die Fragen, die ich zu stellen habe, sind folgende. Ihr Völker, die ihr Gott schon so lange verehrt. Weiß jemand von euch, wie groß Gott ist oder wie breit? Wie sieht er aus? Welche Farbe hat er? Wie groß ist sein Unterleib? Wichtige Frage! Wie groß ist der Bauch Gottes? Was ist der Umfang des Bauches Gottes? Ich möchte ihm ein Hemd schenken und ich möchte nicht, dass es spannt am Bauch. Welche Art von Bart trägt er? Welche Farbe hat sein Bart? Wie lang ist

sein Bart? Welche Mütze trägt er? War seine erste Frau die himmlische Mutter, die den himmlischen älteren Bruder Jesus geboren hat? Hatte er nach Jesu Geburt noch weitere Söhne? Ihr, die ihr Gott und Jesus schon so lange anbetet, weiß jemand von euch, wie groß Jesus ist? Wie sieht er aus? Welche Farbe hat er? Welche Art von Bart trägt er? Welche Farbe hat sein Bart? Welche Art von Mütze und Kleidung trägt er? Ihr seht, es gab dann auch einige Fragen, wo es mehr um die theologische Auslegungsfragen des Neuen Testamentes ging.

Aber sehr viele der Fragen haben sich darum gedreht, wie sieht Gott aus? Wie sieht Jesus aus? Was für eine Haarfarbe haben die? Wie groß ist ihr Unterleib? Skurrile Fragen. Und dann haben sich diese englische Waffenhändler mit seinen Satzungsmitgliedern, die alle keine theologische Ausbildung hatten, zu so einer Art Synode zusammengesetzt und mussten dann für die gesamte westliche Christenheit auf diese Fragen antworten. Und welche Mütze trägt Gott, ist eine ganz schön schwere Frage. Beantwortet die mal. Ich glaube, es ist die mit dem Propeller.

Aber das ist nur meine persönliche Theorie. Ja, und neben den theologischen Verwirrungen, oder wenn wir so viele theologische Verwirrungen haben, ist auch kein Wunder, dass die Sache mit der Sexualethik so ein bisschen spannend gehandhabt wurde. Wir haben es erst angedeutet. Nämlich so die strikte Geschlechtertrennung und der totale Sexualverbot selbst für Verheiratete. Das galt übrigens mit den Verheirateten nur bis 1855.

Dann ließ sich das irgendwann nicht mehr aufrechterheißen. Und dann durften Da haben wir einfach zu viele Leute umgebracht die ganze Zeit. Wir durften ein Vorherrat, der ab 1855 wieder Sex miteinander haben. Aber die Strafe für Geschlechtsverkehr, der außerhalb der Ehe passiert ist, war weiterhin die Enthauptung. Selbst Hong und andere seiner Anführung mussten offiziell enthaltsam für Leben.

Tatsächlich hatte aber jeder dieser Könige wahrscheinlich Haare von 500 Frauen. Wir bekommen das raus, weil die sich später dann gegenseitig die Haare umbringen. Und an den Opferzahlen können wir dann ganz gut ablesen, wie viele Leute da drauf haben. Und bei diesem inneren Widerspruch ist es natürlich auch logisch, dass man da nicht über den HM reden darf, sondern auch enthauptet wird. Also kein Sex, Enthauptung. Wenn du über den HM redest, auch Enthauptung. Du darfst dich nicht beschweren und darf kein Sex haben. Der britische Missionar Augustus Lindley, Augustus Lindley, der die Taiping zeitweise unterstützte und, glaube ich, auch mit HOM Bibelstudien gemacht hat, wenn ich mich nicht irre, hat das folgendermaßen

in seinem eigenen Bericht von 1866 so erwähnt. Der himmlische König hat eine höchst merkwürdige Form des Christentums erfunden, bei der die erste biblische Anweisung, seid fruchtbar und nähret euch, außer Kraft gesetzt wurde. Wie er sich die Zukunft seines Reiches vorstellte, bleibt ein Rätsel. Ja, es ist einfach die noch radikalere Variante der Ein -Kind -Politik. Es ist einfach die Keinkind -Politik. Und ich muss gerade ehrlich sagen, bei der Recherche gelesen, dass er anscheinend die zehn Gebote irgendwie dieses Ge - sollst nicht eh brechen, in der Übersetzung falsch interpretiert hat, also soll es überhaupt nicht Geschlechtsverkehr haben. Ich glaube aber, meine persönliche Theorie, wenn es jemand besser auskennt, sagt, schreibt

mir gerne Mail oder in die Kommentare, ist, dass er einfach Paulus gelesen hat. Weil in den Korinther Briefen und so sind ja Stellen drin, die, die bei den Hochzeiten in der Kirche immer nicht erwähnt würden. Wo gesagt wird, im besten Fall heiratet ihr einfach gar nicht. Im besten Fall lebt ihr komplett sexuell und enthaltsam, genau wie ich. Ich, Paulus, ich will nie Sex haben, ich denke nie über Sex nach und ich bin deswegen so ein guter Mensch. Ich, Paulus, das Ende der Zeit naht. Jesus kehrt sowieso jeden Augenblick zurück. Warum wollt ihr jetzt noch heiraten und euch diesen weltlichen Sünden hingeben? Und wenn ihr das überhaupt machen müsst, dann heiratet wenigstens. Aber eigentlich wäre es besser, wenn

ihr nicht heiratet und euch auf euch selbst konzentriert auf die Beziehung zu Gott und dann bereit seid für die Rückkehr Jesu jeden Moment jetzt. Das war ja Pauluseinstellung. Und das, wenn man das liest, klingt wie ein generelles Sexualverbot. Und da wollte Hong vielleicht einfach nur Paulus nacheifern oder das besonders wörtlich nehmen.

Hong zog sich dann, wie schon erwähnt, zunehmend seinen Palast zurück, überließ die Macht seinen Königen, rauchte Opium. Wahrscheinlich, wir haben vielleicht von ihm später Entzugsgeschichten, was er wahrscheinlich macht, dass er da, um mit Gott zu reden, eben viel Opium geraucht hat und seine Poesie geschrieben hat. Das sorgt aber dafür, dass die reelle Macht natürlich bei den Königen, die die Armeen führen, liegt. Und aber 1856 wird dann Yang Xiuqing, der Ostkönig, der vorhin die tollen Fragen über Gottes Unterleib gestellt hat, der eigentlich faktische Herrscher, also der dann auch 56 behauptet er, er könnte auch mit Gott sprechen. Er hat das Monopol von Hong angegriffen, als Sohn Gottes der Einzige

zu sein, der göttliche Nachrichten bekommt. Ich meine, ich kann eigentlich auch mit Gott reden. Moment, mit mir redet Gott ja auch. Und das zeigt dann eben so diese Machtverschiebung und internen Machtkämpfe. Ich glaube, er hat sogar einmal dafür gesorgt, dass Hong bestraft wurde mit Peitschen hieben oder sowas, weil er eine Überschreitung von Hong gesehen hätte. Also da sehen wir, dass das Machtgefüge sich ganz stark verschiebt, bis die ganze Situation dann im gleichen Jahr eskaliert.

Und da habe ich jetzt einen sehr schönen Ausschnitt nochmal von Jonathan G. Spence herausgesucht, weil, ja, sie ist wie Game of Thrones. Am 1. September 1856, gegen Mitternacht, erreicht der König des Nordens Wai Chang Hui Nachdem er das Kommando über den Qiangxi Feldzug an Untergebene übergeben hat, Nanjing mit etwa 3000 seiner altgedienten Truppen. General Qin Rigang, der einen weniger weiten Weg zurückgelegt hat, ist bereits in der Stadt, zusammen mit ausgewählten Truppen seiner Armee, den Siegern der Sommerschlachten sowohl in Xianqiang als auch vor Nanjing selbst. Nach raschen Beratungen mit Hong Xiuquan's Schwager und Hu Xiuyang, dem anderen kürzlich abgesetzten König, und einer kurzen Unterredung mit Hong

Xiuquan... Hong Xiuquan selbst beschließen die beiden Generäle nicht auf Xidatei zu warten, sondern sofort loszuziehen. Bevor Yang, die mehr als 6 .000 Truppen in der Stadt um sich scharen kann, von denen man annimmt, dass sie ihm gegenüber absolut loyal sind, Angeführt vom Nordkönig, der solange von Yang Jiuquing gedemütigt wurde, stürmen die Truppen Yangs Palast und schlagen Yang nieder, bevor er fliehen kann. In eine hohle Mauer, die er für solche Notfälle vorbereitet hat, wie es in einem Bericht heißt. Trotz einer vorherigen Vereinbarung mit Rong, dass nur Yang sterben sollte, Schlachten die Truppen von Qin und Wei innerhalb weniger Stunden alle Mitglieder von Yangs Familie und Gefolgschaft ab, die sich

in seinem Palast aufhalten. Egal ob männlich oder weiblich, unabhängig von Rang, Alter oder Beruf. Yangs eigener Kopf wird abgetrennt und an einem Pfahl auf der Straße aufgespießt. Es eskaliert. Es frisst sich selber auf. Die Evolution frisst ihre eigenen Kinder. Nun? aufgrund dieses Exzesses und weil auch von dem eigentlich beliebtesten General Xi die Familie getötet wird in diesem Gewaltexzess. Sharp Xi, eine Armee von 200 .000 Mann in relativ kurzer Zeit um sich, inklusive aus den Triaten und anderen, die unzufrieden sind mit dieser Entwicklung hier, und sagt, ich werde nur weiter mit Hong zusammenarbeiten, wenn du mir die Köpfe der beiden Könige, die dieses Massaker organisiert haben, dringst. Und darauf

lässt sich Hong dann ein und ordnet die Hinrichtung von Wei und dem anderen an. Und danach übernimmt Xi die Kontrolle über die gesamte Armee. Also wir sehen da viel zu hin und her, aber weil natürlich Hong extrem paranoid ist, kann er niemandem vertrauen und schon gar nicht der Person, die jetzt die gesamte Armee führt. Im Endeffekt sind jetzt hier drei von den fünf Königen in kurzer Zeit tot. Wagner schreibt 2019 dazu. Das himmlische Königreich begann sich selbst zu verzehren. Es war wie Game of Thrones mit Bibelfersen anstelle von Drachen. Sehr schöne Analogie. Gleichzeitig gab es in diesem extrem verwirrenden chaotischen Zustand. Es finden die ganze Zeit Hungersnöte statt. Es wird die ganze Zeit belagert. Es gibt

extreme Verwerfungen. Der Handel wird über Jahre hinweg in ganz Südem. Zentrale China gestört. Wir haben ja Armeen von den Taiping, die 3000 Kilometer durch die Gegend marschieren. Also die ziehen so wild auch rum, erobern Gebiete, verlieren die wieder, erobern neue Gebiete. Ich verlinke euch in der Beschreibung eine sehr gute Karten Animation, die den gesamten Verlauf einmal visualisiert, damit ihr euch das mal anschauen könnt und euch das besser vorstellen könnt, wie der Ablauf quasi. Woche für Woche war. Aber in diese komplett chaotische Situation stürzen sich auch ausländische Abenteuber. Es gibt ihren Engländer, Franzosen, die bei den Taiping mitarbeiten, unter anderem. Und besonders lustig fand ich die Geschichte

von einem Italiener, die Spence erzählt. Ein Italiener, bekannt unter dem Namen Antoni oder Antonio, hat sich bereits 1853 den Taiping angeschlossen. Er ist ein kräftiger Mann, dessen ganzer Stolz ein fast 20 Pfund schweres Schwert ist. Seine Spezialität ist es, sich auf dem Schlachtfeld totzustellen, bis sich die Ching -Truppen seinem Körper nähern, woraufhin er aufspringt und mehrere der verblüfften Feinde enthauptet. Sein ausländischer Status verschafft ihn besonderer Vergünstigungen, denn die Taiping gewähren ihm Geld für seine Opiumpfeife und seinen Krok, den er sehr zu mögen schien. Also wir haben ja einen Opiumrauch und einen betrunkenen Italiener, der sich ja immer auf dem Boden liegt, Tots spielt und dann aufspringt

und Leute enthauptet. Klingt wie ein Charakter aus One Piece. Absurde Vorstellung. Aber solche Leute tauchen da auch immer wieder auf. Rundherum. Die tauchen nicht nur auf der Seite der Taipinger auf, sondern auch auf der Ching -Seite natürlich. Wir haben verrückte Ausländer auf beiden Seiten. Und nachdem die West... Mächte, Europa, Amerika am Anfang vor allem Handel mit beiden Seiten betrieben haben und sich da relativ versucht haben, einfach nur Geld zu verdienen mit dem Chaos, kam es dann später zu einer konkreteren Unterstützung der Qing Dynasty nach dem zweiten Opiumkrieg, weil die Engländer, die im zweiten Opiumkrieg das Recht zugesichert haben, überall in China Opium zu verkaufen. Generell nicht nur

nach dem ersten Opiumkrieg in den Häfen, die sie besetzt hatten, sondern überall. Und jetzt waren auf einmal diese Taiping -Revolutionäre geschäftsschädigend für die Engländer. Moment, ich kann ja gar nicht mal Opium über Land verschiffen. Das sind ja die ganze Zeit diese sehr nervigen Aufstände, die jederzeit auch kommen können, mein Hafendepot blündern. Und jetzt fangen die Engländer und die Franzosen an, auf einmal Interesse daran zu haben, diese Revolution niederzuschlagen, weil es schadet den Geschäftsinteressen. Wir wollen doch Drogen verkaufen, Jonas. Daraus entwickelt sich dann die Ever Victorious Army. Die immer siegreiche Armee, die am Anfang von Frederick Townsend Ward in Shanghai gegründet wird, aus

bedrungenen Ausländern, die er in Kneipen findet, hauptsächlich. Also 200. 200 verlorene Nicht Chinesen, die er dann in so eine Art Söldner Regiment packt und einen Geldgeber findet, um die Stadt am Anfang gegen die nahenden Pai Ping zu verteidigen. Und Ward selber war ein so tief problematischer Charakter, um es leicht zu sagen, der 1852, ein paar Jahre davor, sich den Philebaston um William Walker angeschlossen hatte. um in Nicaragua einen Bürgerkrieg zu gewinnen und sich als Herrscher von Nicaragua einzusetzen. Das war der Plan von William Walker, müssen wir mal eine eigene Folge machen, der hatte den Plan, Mittelamerika in Sklavenstaaten unter amerikanischer Herrschaft zu verwandeln. wollte Nicaragua übernehmen

und hat Spanisch abgeschafft als Sprache und wollte das alle Englisch reden und wollte die Südstaaten eben mit Lamerika weiterführen. Und mit dem hat Ward als erster zusammengearbeitet ganz eng und diente als Ausbildungsoffizier von Walkers Truppe. 1859 reiste er dann nach China, da er sich aufgrund der dortigen politischen Instabilität und Rebellion einen lukrativen Markt für das Seltertum erwartete. Oh, da kann man Geld machen. Ja, da sterben Millionen von Menschen, da kann man gut Geld verdienen. Ward wurde dann aber von einem Bauchschuss getötet, von den Taipingen, relativ früh. Und dann übernahm Henry Burgwine, ein anderer Amerikaner, die Ever -Victorious Army. Und Burgwine war noch schlimmer als Ward.

Ward war ein oppositionistischer Söldner, der gerne Sklavenstaaten errichten wollte. Und Burgwine war schlimmer. komplett besoffen. Also alle, die ihn getroffen haben, haben festgestellt, was er für ein Alkoholiker sei. Und wenn du Mitte des 19. Jahrhunderts von allen Menschen als Alkoholiker bezeichnet wirst, dann ist es ein Level von Alkoholismus, das wir heute gar nicht mehr kennen. Also das ist in einer Zeit, wo alle viel trinken und vor allem alle Amerikaner dafür berühmt sind, viel zu trinken. Als der Alkoholiker, als der besoffene Amerikaner in Schanghai zugelten, ist eigentlich für eine leberunmögliche Tat. Und dazu kam, dass er eben ein krasser Rassist war und während seiner Zeit in China kein einziges Mal die Chinesen

nicht mit einem rassistischen Schimpfwort bezahlt. Der hat einfach durchgehend nur rassistische Schimpfwörter für die Menschen verwendet in dem Land, in dem er zu Besuch war. Hat auch besoffen dann zum Beispiel auf Leute geschossen, die vorbeigelaufen sind. Egal wen, einfach so aus Spaß betrogen in Shanghai auf offener Straße. war eben ein bedrückender Rassist, der die Armee weitergeführt hat und weiterführen sollte. Er wurde dann letztlich Chinas verwiesen, nachdem er den reichen Bankier und Finanzier bei dem zu Hause eingebrochen ist, der niedergeschlagen hat und 40 .000 Pfund geraubt hat, glaube ich, wurde dann des Landes verwiesen und reiste dann aber direkt mit dem ersten Schiff aus Amerika wieder zurück nach China ein und

wollte wieder eine seltene Truppe gründen und dann hatten die Chinesen genug. Dann hat es der Erziehungsdruße gereicht und anscheinend ertrank er bei einem Flusstransport. Lee Hong -San gab an, es habe sich um einen Unfall gehandelt damals. Zahlreiche Zeitzeugen gingen aber damals schon von Mord auf und es gab Berichte über Folterschwuren.

Ich glaube dran. Ich, ich, also... Das hat er wahrscheinlich auch verdient gehabt. Wenn jemand das in dieser ganzen Geschichte verdient hat, dann Henry Burgwine auf jeden Fall. Und während dieser ganzen Zeit nur Ward und Burgwine wurde einfach extrem viel Geld veruntreut. Da kam nichts an bei den Truppen. Die hatten zwar gute Ausrüstung und so moderne Waffen, aber das lief nicht so richtig. Und dann übernahm Charles Gordon, gelangweilter britischer Navy -Marine -Offizier, der aber nicht korrupt war und tatsächlich die Leute bezahlt hat. Und dann ein chinesisches Regiment. aufgestellt hat, aus chinesischen Truppen, die er nach englischem Grill oder englischen Waffen ausgebildet hat.

Und danach war die Evervitorius Army in diesem ganzen Krieg eben die schlagkräftigste Truppe der Qing, weil sie in der Lage waren, mit westlichen Waffen, teilweise mit frühen Maschinengewehren, Gatling guns und sowas ins Kampfgeschehen einzugreifen. Sie mussten keine Bomben aus Hundeblut und Pferdescheiße verwenden, sondern konnten moderne Waffen verwenden.

Du hast gerade das Gesicht verzogen. Ich glaube, du hast die nächste Überschrift im Skript gesehen, die lautet nämlich Kannibalismus im Taiping -Aufstand. Bevor wir diese wunderschöne Geschichte zu einem Ende kommen lassen, müssen wir nochmal kurz über Kannibalismus reden, weil das tatsächlich einer der weniger bekannten und tatsächlich verstörenderen Aspekte des Taiping -Aufstands ist. weil in dieser Zeit der Hungersnot, in dieser Zeit der Extremverwerfung über viele viele Jahre hinweg aus verschiedenen Gründen es zu Karnivalismus kam. Und einer, der das zu der Zeit schon beschrieb, war ein britischer Diplomat, der 1857 Folgendes geschrieben hat.

Die Sehnen des Elends, die ich in denen vom Krieg verwüsteten... Lass mich nochmal anfangen. Die Szenen des Elends, die ich in den vom Krieg verwüsteten Provinzen gesehen habe, übersteigen jede Beschreibung. Der Handel mit Menschenfleisch wurde offen betrieben und nichts zeigt die Tiefe des Elends deutlicher als diese schreckliche Tatsache. Darüber hinaus, über diesen Karnipalismus aus einfachem Mangel an Nahrung wegen der Hungersnot gab es auch Rituellen und Rache -Karnipalismus. Also sowohl die Taiping Rebellen als auch die Ching -Truppen praktizierten rituellen Carnibalismus als Form der Rache und der zivilologischen Kriegsführung. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Taipingen Kommandeure die Herzen

besiegter Ching -Offiziere asen, um deren Kraft zu absorbieren und um einen totalen Sieg zu demonstrieren. Und es gab Ching -Soldaten und lokale Milizen, die eben auch an diesen Herzessenritualen an feindlichen Führern teilgenommen haben, vor allem bei der Niederschlagung der Finalen des Aufstands 1864. Der Historiker Wang Ermin schreibt dazu folgendes. Die Praxis des Verzehrs von Körperteilen des Feindes wurde zu einem symbolischen Akt der vollständigen Vernichtung. Es waren nicht nur das physische Töten des Gegners. sondern die totale Auslöschung seiner Existenz. Ong selber hat Kannibalismus streng in seinen religiösen Edikten verdammt. In einem seiner himmlischen Befehle aus dem Jahr 1854 schrieb er folgendes.

Wer Menschenfleisch isst, beleidigt den himmlischen Vater und wird in alle Ewigkeit in der Hölle schmoren. Solche dämonischen Praktiken sind des himmlischen Königsreichs unwürdig. Und trotz dieses Verbots kam es natürlich. in den von den Taiping -Beergebieten zu dieser Form von Kannibalismus. Ein kleiner Disclaimer ist natürlich, dass diese, obwohl wir Berichte und verschiedenste Berichte haben, dass wahrscheinlich schon so auch passiert ist, haben wir zu der Zeit eben auch sehr viel Propaganda. Also was die Ching über die Taiping schreiben und die Taiping über die Ching, sind natürlich auch immer ein bisschen Übertreibungen der Krolltaten, um die anderen schlecht darzustellen und wahrscheinlich Ja, da liegt die Wahrheit

irgendwo in der Mitte, wie der Historiker Steffen Blatt schreibt. Ganz gut. In den Berichten über Kannibalismus vermischen sich dokumentierte Fälle mit propagandistischen Übertreibungen. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, was die Kreuel jedoch nicht weniger erschreckend macht. Ja, das ist aus dem Buch Autumn in the Heavenly Kingdom von 2012. Und in den 1860er -Jahren läuft es immer so gut. Die verschiedenen Angriffe sind zusammengebrochen, die verschiedenen Fronten, und das Reich kollabiert immer weiter. Nanjing, die Hauptstadt, wird wieder von Qing -Truppen belagert. Also, vor gab es schon Belagerungen, die immer wieder zurückgeschlagen wurden, aber dieses Mal sieht es ziemlich übel aus. Die Stadt

ist sehr, sehr befestigt, ist schwer einzunehmen. Das heißt, es ist kein einfacher Prozess, aber trotzdem sieht es nicht gut aus, dieses Mal. Während dieser Belagerung bekommt Hong weitere göttliche Visionen, in denen er behauptet, oder in denen der himmlische Vater ihm befohlt, nur bestimmte Wildkräuter zu essen. In einer Situation, in der es sowieso kein Essen mehr in der Stadt gibt und die Leute hungern und wahrscheinlich kein Ebalismus stattfindet. Und nachdem seine Berater ihn dann davor gewarnt haben, nicht einfach durch den Garten zu laufen, irgendwas zu essen, was er nicht kennt, könnte er vergiftet sein, er antwortete Hong, ich bin unsterblich, Gott wird mich beschützen. Kurz darauf erkrankte er

einer schweren Lebensvergiftung und starb am 1. Juni 1864. Ja, so ist es, wenn man Pflanzen isst, die man nicht kennt. Und er hatte auch so Manna -Vision, dass eben Manna kommen würde wie im Alten Testament und alle versorgen würde, aber dann gab es kein Manna und er hat Wildkräuter gegessen und es war... Nicht ideal für ihn. Der chinesische Historiker Yen -Yu Wen fasst das so zusammen. Hong starb wie er gelebt hatte, völlig überzeugt von seiner göttlichen Mission und unfähig die Realität zu erkennen. Sein Tod durch Wildkräuter war die letzte einer langen Reihe von Wahnvorstellungen, die Millionen Menschen das Leben kosteten. Und ein zeitgenössischer britischer Beobachter schrieb, am Ende wurde

der himmlische König von Unkraut getötet. Wenn das keine göttliche Ironie ist, dann weiß ich nicht, was es sonst sein könnte. Ja. Nach dem Tod von Hong übernimmt sein 15 -jähriger Sohn Hong Xiangui Fu kurz die Herrschaft während der Belagerung der Stadt. Aber wie gesagt, die Lage ist ja schlecht, es gibt kein Essen. Es wird ein extrem schrecklicher Tunnelkrieg geführt zur Untertunnelung der Mauern von Nanjing, wo dann Tunnel und Gegentunnel und Wasser reingeleitet wird in die Tunnel. Also tatsächlich eine sehr blutige, sehr schwierige Belagerung, die dann im Juli 1864, einen Monat nach dem Tod Hongs mit dem Fall von Nanjing endet. Und es wird bei diesem Fall, wie schon beim ersten Mal als die

Stadt erobert wurde, wieder ein extrem brutales Massaker verübt, dieses Mal durch die Ching -Soldaten. Als Rong starb, soll er seinen Anhängern versichert haben, keine Sorge, der himmlische Vater wird bald mit einer Armee von Engeln kommen. Die Engel kamen nie, aber dafür 100 .000 Ching -Soldaten. Ja. Und diese 100 .000 Truppen verüben dann Retributs, also Vergeltungsmassaker an der Bevölkerung, an allen, die sie innerhalb der Stadt finden.

Generell zu diesem Zeitpunkt des Krieges werden sehr wenige Gefangene gemacht und beide Seiten haben sich eigentlich darauf verlegt. Es werden zu diesem Zeitpunkt auch versprochen. Es gehen, glaube ich, sogar irgendwie 100 .000 in Gefangenschaft der Taiping und werden dann innerhalb von kurzer Zeit alle hingerichtet und niedergemacht. Also es wird von Seiten der Qing Dynastrie versprochen, wir geben euch Amnestie, kommt, gefangen, schafft es, regeln wir alles. Und dann werden sie einfach totgeprügelt, alle am Ende, oder erschossen.

Und wir reden halt hier, wie gesagt, von immer so 100 .000 Leuten auf einmal. Obwohl Nanjing dann gefallen ist, ging der Kampf in anderen Städten noch weiter, befeuert von der paranoiden Ordnung, die Hong geschaffen hatte. Ein englischer Söldner, der damals in der belagerten Stadt Ushu In der späten Phase der Rebellion auf Seiten der Taiping hat es folgendermaßen beschrieben, die Rebellen sagen nichts über einen King und tatsächlich war jede derartige Unterhaltung höchst gefährlich, denn die kleinen Jungen im Dienst Wangs, der Taiping -Könige, waren nichts als Spione und jede derartige Äußerung bedeutete den sicheren Tod. Wir haben hier so eine Art Stasi -System. Die Kinder spionieren und bekommen

eine Belohnung dafür, wenn sie Jemanden verraten, der sich schlecht über die Regierung äußert und die Person wird dann hingerichtet. Und es dauerte bis 1871, glaube ich, bis die letzte Rebellenarme besiegt wurde. Es gibt bis heute noch ein paar Anhänger von Taiping dieser Religion in Südchina anscheinend oder den HK. Ich habe zu wenig dazu gefunden zu aktuellen, aber ja, bis 1871 hat China schon ganz schön lange beschäftigt. Wir haben, wie ich gesagt habe, eben mit 20 bis 30 Millionen Toten einen der blutigsten Konflikte der Geschichte jemals. Vielleicht auch die große Inspiration von Mao Zedong hier drin. Der hat nämlich das später uminterpretiert und darüber geschrieben und Hong zu einem großen Protokommunist

gemacht. Mao Zedong bezeichnete die Taiping -Rebellen als Helden des chinesischen Volkes. Er sah in ihnen Vorläufer seiner eigenen Revolution, wenn auch mit einem etwas ungewöhnlichen theologischen Unterbau. Milde ausgedrückt. Milde, sehr sehr milde ausgedrückt. Genau, das war eben diese sehr milde Lesung von ihm, die dazu geführt hat, dass es in Maoismus als protokommunistisch gilt.

Und ich sehe das halt, ich habe hier eher einen religiösen Fanatiker vor mir. Diese Interpretation, dass wir eben hier mit jemandem zu tun haben, dessen Wahnvorstellung Millionen von Menschen das Leben kostet. Man hat sich halt die Rossiden rausgepickt. Ja. Und alle den ganzen Wahnsinn zur Seite geschoben. Also ich vergessen hatte zu erwähnen, was auch dazu beigetragen hat, dass diese Revolution funktioniert hat, weil nicht nur das Bezirk uns wächst an sich, sondern dass wir auch zu wenig Frauen für die Männer hatten.

Also zum einen gab es damals schon die Praxis, dass auch Infantiside an weiblichen Kindern begangen wurden, dann gab es die Praxis der Mehr -Ehe, dass reiche Männer eben sich mehrere Frauen geheiratet haben oder so Konkubinen hatten und so und die Frauen standen natürlich dann immer für andere Männer zur Verfügung und wir zu der Zeitpunkt das Extrembevölkerung, ein großes Bevölkerungswachstum haben, aber eben auch Millionen von Männern, jungen Männern zu der Zeit, die niemals die Aussicht haben, zu heiraten oder irgendwie eine Familie zu grünen. Und das ist eben im Konfuzianismus die große Schande. Wenn du nicht heiratest und es nicht schaffst, Nachkommen zu haben, dann wird die Ahnenlinie ja durchbrochen durch dich.

Das ist quasi das Schlimmste, was du im Konfuzianismus tun kannst. Du kannst deine Eltern nicht weniger ehren, wie keine Kinder zu kriegen. Da sahen sich eben auch Millionen von Menschen in dieser Situation damals und dachten dann ja, fuck it. Gottes Bruder ist jetzt da. Ich kann sowieso nicht heiraten. Alles scheiße. Nächste 100, Hungersnot nächstes Jahr kommt sicher. Was habe ich denn zu verlieren? Ja. Es gibt auch Analysen dazu, dass irgendwie ja, also das Erstarken von des IS irgendwie auch besonders fruchtbaren Boden fand in Regionen, wo viele junge Männer gab, die keine Perspektive hatten zu heiraten oder sich ein besseres Leben aufzubauen. Und wenn dann der Anteil bei so einem Bevölkerungswachstum

ist eben eine extrem junge Bevölkerung, das heißt extrem viele junge Menschen, die in dieser Situation sind. Ähnlich wie Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts, wo wir die Weimarer Republik und so und da wird extrem, extrem anderer Bevölkerungsaufbau, wie wir den heute sehen in Deutschland. Und eben extrem viele junge Leute, die zu radikalen Ideen auch tendieren dann. UN hat es 2002 noch ganz schön auf den Bund gebracht, was wir gerade versuchen zu sagen. Die Geschichte des himmlischen Königreichs zeigt, wie gefährlich es ist, wenn religiöser Fundamentalismus auf soziale Ungerechtigkeit trifft. Es ist zugleich eine Warnung und eine faszinierende Fallstudie kultureller Hybridisierung.

Und Jonathan Spence, dessen Buch ja heute so ein bisschen die Hauptquelle war, trinkt das, finde ich, so gut auf den Punkt wie kein anderer, wenn er sagt, Hong träumte davon, ein Paradies auf Erden zu schaffen, und er schuf stattdessen eine Hölle. Es ist die alte Geschichte von gut gemeinen Utopien, die in Blut ertränkt werden.

Ich glaube, das fasst das ganz gut zusammen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, unsere Arbeit hier mit dem Podcast und generell, mehr von uns hören wollt hin und wieder auch eine Premium Folge dann unterstützt uns gerne auf patreon .com alle Zeit der Welt auch alles werbefrei und meistens ein paar Tage früher die wir auf dem Feed, wenn ich's hinbekomme, die Sachen rechtzeitig zu bearbeiten. Ich plan jetzt auch demnächst mal wieder eine Bonusfolge, nur für die Patreons, die uns unterstützen zu machen. Also Unterstützungs Agenz bedeutet uns ganz viel. Das macht das Ganze. Das motiviert mich sehr, hier weiter zu machen und ran zu bleiben und meine Abende für Recherche und Aufnahmen zu verwenden. Und ich

denke, Jonas auch ein bisschen, dass es euch das Geld wert ist. Und ja, das freut uns sehr. Vielen, vielen lieben Dank. Wir haben eine Liste auf Patreon von Leuten, die gerne vorgelesen werden wollen, die uns unterstützen. offiziellen Producer und Producerinnen, an alle, die uns unterstützen und hier nicht genannt werden, vielen, vielen lieben Dank. Und jetzt die Liste der Unterstützer und Unterstützerinnen. Der coolere Fischer vom Ardennes -Gymnasium, Fanny Dietrich, Freya Stewart, Onkel Didi, Alexi, Katharina, Fernando, Brigitte, Super Sylvie, Petrusilius Zwackelmann und Miao Zetung. Vielen lieben Dank für die Unterstützung und kommt gern zahlreich dazu, damit wie wir unser Produktionspotenzial noch voll ausschöpfen

können, hier für die Podcasts. Die Themen sind uns noch nicht ausgegangen. Ja, und ansonsten hören wir uns in zwei Wochen. Wir sind jetzt, deine Erinnerung, auf dem zweiwöchentlichen Rhythmus, damit wir ein bisschen mehr Zeit haben, um uns vorzubereiten und euch Qualitätscontent zu liefern. Ja, so wie dazu. Ansonsten hören wir uns nächste Woche. Vielen Dank fürs Einschalten. Vielen Dank fürs Zuhören. Schreibt uns Kommentare unter die Folge bei Spotify, Apple Podcast, wo immer. Lasst uns eine Bewertung da bei Spotify und Apple Podcast und empfehlt das weiter an alle, die es interessiert.

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