Andreas’ Nacht – Märchen und Hörbücher zum Einschlafen

9 STUNDEN Grimms Märchen: Die große Hörbuch-Sammlung (Gebrüder Grimm Klassiker) 🌲

Sonntag, 23. August 2026 · 8 h 49

MP3

Shownotes

174 Märchen der Brüder Grimm — ein Hörbuch zum Einschlafen, neun Stunden am Stück.
Erzählt mit dem KI-Klon meiner eigenen Stimme.
⚠️ Hinweis: Näher am Original als meine übrigen Werke – kantiger, nicht so weich erzählt. Die Grimms haben nicht beschönigt, und das habe ich hier so gelassen.
Vom Froschkönig über Hänsel und Gretel und Schneewittchen bis zum Goldenen Schlüssel. Jedes Märchen ganz, eines nach dem anderen, ohne lauten Übergang. Du musst nicht bis zum Ende hören – schlafe ein, wann immer du möchtest.
Wann bist du weggeschlummert? Schreib's mir! 🌙
⏱️ Kapitel:
() Froschkönig, Wolf und sieben Geißlein, Rapunzel und mehr
() Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Frau Holle
() Rotkäppchen, Bremer Stadtmusikanten, Schneewittchen
() Rumpelstilzchen, Die goldene Gans, Allerleirauh
() Jorinde und Joringel, Hans im Glück, Die Gänsemagd
() Doktor Allwissend, Das blaue Licht, Die sieben Schwaben
() Sterntaler, Schneeweißchen und Rosenrot, Der Zaunkönig
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📺 Mit ruhigen Bildern: youtube.com/@andreasnacht

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Hinter den Kulissen: Wie bei all meinen großen Epen nutze ich mein „digitales Ich“. Mein eigener Stimmenklon ermöglicht diese Längen überhaupt erst. Auswahl, Anordnung und Bearbeitung der 174 Märchen stammen von mir. Danke für euren Support! ✨
Hinweis: Diese Folge dient der Entspannung und ersetzt keine medizinische oder psychologische Behandlung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an einen Arzt.
Wenn dir diese Nacht gefällt, freue ich mich über eine Bewertung in deiner Podcast-App.

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Willkommen bei Andreasnacht. Schön, dass du hier bist. Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis vorab in diesem Video hörst du zum Großteil die originalen, teils durch mich leicht angepassten Märchen der Gebrüder Grimm. Diese klassischen Versionen sind urig und authentisch, aber an manchen Stellen auch deutlich düsterer und rauer, als wir sie heute oft kennen. Wenn du heute Nacht nach einer sanften, Extraberuhigenden Traumreise suchst, um tief und geborgen einzuschlafen, dann schau dich gerne auf meinem Kanal um. Dort findest du viele Videos, die genau dafür gemacht sind. Wenn du dich aber ganz bewusst auf die alten klassischen Abenteuer einlassen möchtest, dann mach es dir jetzt bequem und lausche den nostalgischen

Geschichten der Gebrüder Grimm. Wenn du keine Reise mehr verpassen möchtest, lass mir gerne ein stilles Abo da. Und jetzt gute Nacht der Froschkönig oder der Eiserne Heinrich in den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön, dass die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat und. Sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien, nahe bei dem Schlosse des Königs lag ein großer dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen. Wenn nun der Tag sehr heiß war, so ging das Königskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens, und wenn sie Langeweile hatte.

So nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder. Und das war ihr liebstes Spielwerk. Nun trug es sich einmal zu, dass die goldene Kugel der Königstochter nicht in ihr Händchen fiel, das sie in die Höhe gehalten hatte, sondern vorbei auf die Erde schlug und geradezu ins Wasser hineinrollte. Die Königstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand und der Brunnen war tief. So tief, dass man keinen Grund sah. Da fing sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht trösten und wie sie so klagte, rief ihr jemand zu was hast du vor, Königstochter? Du schreist ja, dass ich ein Stein erbarmen möchte. Sie sah sich um, woher die

Stimme käme, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken, häßlichen Kopf aus dem Wasser streckte. Ach, du bist s alter Wasserpatscher, sagte sie, ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist. Sei still und Weine nicht, antwortete der Frosch. Ich kann wohl Rat schaffen, aber was gibst du mir, wenn ich dein Spielwerk wieder heraufhole, was du haben willst, lieber Frosch, sagte sie, meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich trage. Der Frosch antwortete.

Deine Kleider, deine Perlen und Edelsteine und Deine goldene Krone, die mag ich nicht. Aber wenn du mich lieb haben willst und ich soll dein Geselle und spielkamerad sein an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem goldenen Tellerlein Essen, aus deinem Becherlein trinken, in deinem Bettlein schlafen. Wenn du mir das versprichst, so will ich hinuntersteigen und dir die goldene Kugel wieder heraufholen. Ach ja, sagte sie, ich verspreche dir alles, was du willst.

Wenn du mir nur die Kugel wiederbringst. Sie dachte aber, was der einfältige Frosch schwätzt, der sitzt im Wasser bei seinesgleichen und. Und Quakt und kann keines Menschen geselle sein. Der Frosch tauchte seinen Kopf unter, sank hinab und über ein Weilchen kam er wieder. Heraufgerudert hatte die Kugel im Maul und warf sie ins Gras, die Königstochter war voll Freude, als sie ihr schönes Spielwerk wieder erblickte, hob es auf. Und sprang damit fort.

Warte, warte, rief der Frosch, nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du, aber was half ihm, dass er ihr sein Quak quak so laut Nachschrie, als er konnte? Sie hörte nicht darauf, eilte nach Haus und hatte bald den armen Frosch vergessen. Der wieder in seinen Brunnen hinabsteigen musste. Am andern Tage, als sie mit dem König und allen Hofleuten sich zur Tafel gesetzt hatte und von ihrem goldenen Tellerlein aß. Da kam Plitsch, platsch, Plitsch, platsch, etwas die Marmortreppe Heraufgekrochen.

Und als es oben angelangt war, klopfte es an der Tür und rief Königstochter jüngste, Mach mir auf. Sie lief und wollte sehen, wer draußen wäre. Als sie aber aufmachte, so saß der Frosch davor, da warf sie die Tür hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch und war ihr ganz Angst. Der König sah wohl, dass ihr das Herz gewaltig klopfte und sprach mein Kind, was fürchtest du dich? Steht etwa ein Riese vor der Tür und will dich holen. Ach nein, antwortete sie, Es ist kein Riese, sondern ein garstiger Frosch, was will der Frosch von dir? Sie erzählte ihrem Vater alles.

Und in dem klopfte es zum Zweitenmal und rief Königstochter jüngste, Mach mir auf, weißt du nicht, was gestern du zu mir gesagt? Bei dem kühlen Brunnenwasser Königstochter jüngste, Mach mir auf da sagte der König, was du versprochen hast, das musst du auch halten. Geh nur und mach ihm auf. Sie ging und öffnete die Türe, da hüpfte der Frosch herein, ihr immer auf dem Fuße nach bis zu ihrem Stuhl, da saß er und rief, heb mich herauf zu dir, sie zauderte, bis es endlich der König befahl, als der Frosch erst auf dem Stuhl war, wollte er auf den Tisch.

Und als er da saß, sprach er nun, schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen essen. Das tat sie zwar, aber man sah wohl, dass sie's nicht gerne tat. Der Frosch ließ sich's gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bisslein im Halse. Endlich sprach er, ich habe mich satt gegessen und bin müde.

Nun trag mich in dein Kämmerlein und mach dein Seiden Bettlein zurecht. Da wollen wir uns schlafen legen. Die Königstochter fing an zu weinen und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie nicht anzurühren Getraute und der nun in ihrem schönen, reinen Bettlein schlafen sollte. Der König aber ward zornig und sprach. Wer dir geholfen hat, als du in der Not warst, den sollst du hernach nicht verachten.

Da packte sie ihn mit 2 Fingern, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als sie aber im Bette lag, kam er gekrochen und sprach, ich bin müde, ich will schlafen, so gut wie du, heb mich herauf oder ich sag's deinem Vater. Da ward sie erst bitterböse. Sie holte ihn herauf und warf ihn aus allen Kräften wieder die Wand.

Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch. Als er aber herabfiel, war er kein Frosch, sondern ein Königssohn mit schönen freundlichen Augen, der war nun nach ihres Vaters willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Er erzählte ihr, er wäre vor einer bösen Hexe verwünscht worden und niemand hätte ihn aus dem Brunnen erlösen können, als sie allein. Und morgen wollten sie zusammen in sein Reich gehen, am andern morgen, als die Sonne sie aufweckte, kam ein Wagen, herangefahren mit 8 weißen Pferden bespannt, die hatten weiße Straußfedern auf dem Kopf und gingen in goldenen Ketten und.

Und hinten stand der Diener des jungen Königs. Das war der Treue Heinrich der Treue. Heinrich hatte sich so betrübt, als sein Herr war in einen Frosch verwandelt worden, dass er 3 eiserne Bande hatte, um sein Herz legen lassen, damit es ihm nicht vor weh und Traurigkeit Zersprenge der Wagen sollte sie abholen, der Treue Heinrich hob beide hinein. Stellte sich wieder hinten auf und war voller Freude über die Erlösung.

Und als sie ein Stück Wegs gefahren waren, hörte der Königssohn, dass es hinter ihm krachte, als wäre etwas zerbrochen. Da drehte er sich um und rief Heinrich, der Wagen bricht, Nein Herr der Wagen nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen und. Als ihr in dem Brunnen Saßt, als ihr eine frätsche Waßt noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Weg und der Königssohn meinte immer, der Wagen bräche und es waren doch nur die Bande, die vom Herzen des treuen Heinrich Absprangen, weil sein Herr erlöst und glücklich war, Katze und Maus in Gesellschaft. Eine Katze hatte Bekanntschaft mit einer Maus gemacht und ihr so viel von der großen Liebe und Freundschaft Vorgesagt, die sie zu ihr trüge, dass die Maus

endlich einwilligte, mit ihr zusammen in einem Hause zu leben und eine gemeinschaftliche Wirtschaft zu führen. Aber für den Winter müssen wir Vorsorge tragen, sonst leiden wir Hunger, sagte die Katze. Du Mäuschen kannst dich nicht überall hin wagen und gerätst mir am Ende in eine Falle. Der gute Rat wurde also befolgt und ein Töpfchen mit Fett angekauft, sie wussten aber nicht wohin sie es stellen sollten. Endlich, nach langer Überlegung sprach die Katze, ich weiß keinen Ort wo es besser aufgehoben wäre als die Kirche. Da traut sich niemand, etwas wegzunehmen. Wir stellen es unter den Altar und rühren es nicht eher an, als bis wir Not leiden.

Das Töpfchen wurde also in Sicherheit gebracht, aber es dauerte nicht lange, so trug die Katze Gelüsten danach und sprach zur Maus, was ich dir sagen wollte, mäuschen, ich bin von meiner Base zu Gevatter gebeten. Sie hat ein Söhnchen zur Welt gebracht, weiß mit braunen Flecken. Das soll ich über die Taufe halten?

Lass mich heute ausgehen und besorge du das Haus allein? Ja, ja, antwortete die Maus, geh in Gottes Namen, wenn du was gutes Istsest, so denk an mich von dem süßen roten Kindbetterwein. Tränke ich auch gern ein Tröpfchen. Es war aber alles nicht wahr. Die Katze hatte keine Base und war nicht zu Gevatter gebeten, sie ging geradewegs nach der Kirche, schlich zu dem Fetttöpfchen, fing an zu lecken und leckte die fette Haut oben ab, dann spazierte sie auf den Dächern der Stadt.

Streckte sich danach in der Sonne aus und wischte sich den Bart, so oft sie an das Fetttöpfchen dachte. Erst am Abend kam sie wieder nach Hause, nun, da bist du ja wieder, sagte die Maus, du hast gewiss einen lustigen Tag gehabt, es ging wohl an, antwortete die Katze, was hat denn das Kind für einen Namen bekommen, was?

Fragte die Maus, haut ab, sagte die Katze ganz trocken, haut ab, rief die Maus, das ist ja ein Wunderlicher und seltsamer Name, ist er in eurer Familie gebräuchlich, was ist da weiter, sagte die Katze, er ist nicht schlechter als Bröseldieb, wie deine Paten heißen. Nicht lange danach überkam die Katze wieder ein Gelüsten. Sie sprach zur Maus, du musst mir den Gefallen tun und nochmals allein das Haus besorgen, ich bin zum zweiten Mal zu Gevatter gebeten und da das Kind einen weißen Ring um den Hals hat, so kann ich es nicht absagen. Die gute Maus willigte ein.

Die Katze aber schlich hinter der Stadtmauer zu der Kirche und fraß den Fetttopf halb aus. Es schmeckt nichts besser, sagte sie, als was man selber isst und war mit ihrem Tagewerk ganz zufrieden. Als sie heimkam, fragte die Maus, wie ist denn dieses Kind getauft worden? Halb aus antwortete die Katze halb aus und.

Was du sagst, den Namen hab ich mein Lebtag noch nicht gehört. Ich wette der steht nicht im Kalender. Bald Wässerte der Katze das Maul wieder nach der Leckerei aller guten Dinge sind 3 sprach sie zur Maus, da soll ich wieder Gevatter stehen, das Kind ist ganz schwarz und hat bloß weiße Pfoten, sonst kein weißes Haar am ganzen Leib.

Das trifft sich alle paar Jahre nur einmal. Du läßt mich doch ausgehen, Haut ab halb aus, antwortete die Maus. Es sind so kuriose Namen, die machen mich so nachdenksam, da sitzest du daheim in deinem dunkelgrauen Flausrock und deinem langen Haarzopf sprach die Katze und fängst grillen. Das kommt davon, wenn man bei Tage nicht ausgeht. Die naschhafte Katze aber fraß den Fetttopf rein aus, wenn erst alles aufgezehrt ist.

So hat man Ruhe, sagte sie zu sich selbst und kam satt und dick erst in der Nacht nach Hause. Die Maus fragte gleich nach dem Namen, den das dritte Kind erhalten hätte. Er wird dir wohl auch nicht gefallen, sagte die Katze. Er heißt ganz aus, ganz aus, rief die Maus, das ist der allerbedenklichste Name, ganz aus, was soll das bedeuten? Sie schüttelte den Kopf, rollte sich zusammen und legte sich schlafen.

Von nun an wollte niemand mehr die Katze zum Gevatter bitten. Als aber der Winter herangekommen und draußen nichts mehr zu finden war, gedachte die Maus ihres Vorrats und sprach komm, Katze, wir wollen zu unserem Fetttopf gehen, den wir uns aufgespart haben, der wird uns schmecken. Jawohl, erwiderte die Katze. Der wird dir schmecken, als wenn du deine feine Zunge zum Fenster hinausstreckst.

Sie machten sich auf den Weg und als sie anlangten, stand zwar der Fetttopf noch an seinem Platz, war aber leer. Ach, sagte die Maus, jetzt merke ich, was geschehen ist. Jetzt kommt es an den Tag. Du hast alles aufgefressen, als du sagtest, du Gingest zu Gevatter erst haut ab, dann halb aus, dann willst du schweigen, schrie die Katze noch ein Wort und ich fresse dich auf ganz aus, hatte die arme Maus schon auf der Zunge. Kaum war es heraus.

So tat die Katze einen Satz nach ihr, packte sie und schluckte sie hinunter. Siehst du, so geht es in der Welt marienkind vor einem großen Walde lebte ein Holzhacker mit seiner Frau, der hatte nur ein einziges Kind, das war ein Mädchen von 3 Jahren. Sie waren aber so arm, dass sie nicht mehr das tägliche Brot hatten und nicht wussten, was sie ihm sollten zu essen geben. Eines Morgens ging der Holzhacker voller Sorgen hinaus in den Wald und wie er da Holz hackte, stand auf einmal eine schöne große Frau vor ihm, die hatte eine Krone von leuchtenden Sternen auf dem Haupt und sprach zu ihm, ich bin die Jungfrau Maria.

Die Mutter des Christkindleins du bist arm und dürftig, bring mir dein Kind, ich will es mit mir nehmen, seine Mutter sein und für es Sorgen. Der Holzhacker gehorchte, holte sein Kind und übergab es der Jungfrau Maria. Die nahm's mit sich hinauf in den Himmel, da ging es ihm wohl, es aß Zuckerbrot und trank süße Milch und.

Und seine Kleider waren von Gold und die Englein spielten mit ihm. Als es nun 14 Jahr alt geworden war, rief es einmal die Jungfrau Maria zu sich und sprach liebes Kind, ich habe eine große Reise vor, dann nimm die Schlüssel zu den 13 Türen des Himmelreichs in Verwahrung. 12 davon darfst du aufschließen und die Herrlichkeiten darin betrachten.

Aber die 13., die ist dir verboten. Hüte dich, dass du sie nicht aufschließest, sonst wirst du unglücklich. Das Mädchen versprach, Gehorsam zu sein, und als die Jungfrau Maria Weg war, besah sie die Wohnungen des Himmelreichs. Jeden Tag schloss Sie eine auf, bis die Zwölfe herum waren. In jeder aber saß ein Apostel und war von großem Glanz umgeben.

Nun war die verbotene Tür allein noch übrig, da empfand sie eine große Lust zu wissen, was dahinter verborgen wäre, und obwohl die Englein sie warnten, steckte sie den Schlüssel ins Schloss. Und wie sie ihn umgedreht hatte, sprang die Tür auf und sie sah da die Dreifaltigkeit im Feuer und Glanz sitzen. Sie blieb ein Weilchen stehen und betrachtete alles mit Erstaunen, dann rührte sie ein wenig mit dem Finger an den Glanz, und alsbald ward ihr Finger ganz golden, da überfiel sie eine große Angst.

Sie stieß die Tür heftig zu und lief fort. Gar nicht lange, so kam die Jungfrau Maria von ihrer Reise zurück, sie forderte die Himmelsschlüssel wieder ab, blickte dem Mädchen in die Augen und sprach hast du auch nicht die 13. Tür geöffnet? Nein, antwortete sie. Da legte die Jungfrau Maria ihre Hand auf das Herz des Mädchens und fühlte, wie es klopfte und merkte wohl, dass ihr Gebot übertreten war.

Sie fragte noch einmal, hast du es gewiss nicht getan? Nein, sagte das Mädchen zum Zweitenmal, da erblickte Maria den goldenen Finger. Und fragte zum Drittenmal, hast du es nicht getan? Nein, sagte das Mädchen zum Drittenmal, da sprach Maria, Du hast mir nicht gehorcht und hast noch dazu gelogen, du bist nicht mehr würdig, im Himmel zu sein, da versank das Mädchen in einen tiefen Schlaf, und als es erwachte, lag es unten auf der Erde.

Mitten in einer Wildnis. Es wollte rufen, aber es konnte keinen laut hervorbringen, es war stumm geworden, es vergingen Jahre, das Mädchen lebte in einer hohlen Buche und nährte sich von Wurzeln und Beeren. Eines Tages aber kam der König des Landes in den Wald, gejagt, fand das schöne Mädchen und nahm es mit auf sein Schloss. Er vermählte sich mit ihr, und als ein Jahr vergangen war, brachte die Königin einen Sohn zur Welt. In der Nacht aber erschien ihr die Jungfrau Maria und sprach, willst du die Wahrheit sagen und gestehen, dass du die verbotene Tür aufgeschlossen hast, so will ich dir deinen Mund öffnen, verharrest du aber in der Sünde, so nehme ich dein neugeborenes Kind mit mir.

Die Königin antwortete mit Zeichen, sie habe die Tür nicht geöffnet. Da nahm die Jungfrau Maria das Kind und verschwand. Das wiederholte sich beim zweiten Kind und beim dritten Kind, die Leute am Hofe aber Murmelten und sagten, die Königin sei eine Menschenfresserin und habe ihre eigenen Kinder getötet.

Da der König sie nicht mehr schützen konnte, wurde sie zum Tode verurteilt und auf den Scheiterhaufen geführt. Als nun das Feuer ringsum zu brennen anfing, da schmolz das harte Eis des Stolzes, ihr Herz wurde bewegt und sie dachte, ach, könnte ich doch noch vor meinem Tode gestehen, dass ich die Tür geöffnet habe. Da kam ihr die Stimme wieder und sie rief laut. Ja, Maria, ich habe es getan und alsbald fing der Himmel an zu regnen und löschte die Flammen aus. Ein Glanz brach hervor und die Jungfrau Maria kam herab mit den 3 Kindern an der Hand, sie sprach freundlich. Wer seine Sünde bereut und gesteht, dem ist vergeben. Und sie schenkte ihr die Kinder wieder und gab ihr die Sprache zurück und bescherte ihr Glück

für ihr Lebtag. Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen ein Vater hatte 2 Söhne. Davon war der älteste klug und gescheit und wusste sich in alles wohl zuschicken. Der jüngste aber war dumm, Begriff nichts und lernte nichts, wenn die Leute ihn sahen, sprachen sie mit dem wird der Vater noch seine Last haben, wenn nun etwas zu tun war, so musste es der Älteste immer ausrichten, wenn aber der Vater ihn hieß, spät oder gar in der Nacht etwas zu holen und. Und der Weg führte über den Kirchhof oder sonst einen schaurigen Ort.

So antwortete er wohl, Ach Nein, Vater, mir gruselt s, denn er fürchtete sich, der jüngste aber saß in der Ecke und Begriff gar nicht, was sie meinten, immer sagen sie, es gruselt mir, es gruselt mir, mir gruselt s nicht. Das wird wohl eine Kunst sein, von der ich auch nichts verstehe. Eines Tages sprach der Vater zu ihm, hör du in der Ecke dort, du wirst groß und stark, du mußt auch etwas lernen, womit du dein Brot verdienst.

Siehst du, wie dein Bruder sich Mühe gibt. Ach Vater, antwortete er, Ich will gerne was lernen, ja, wenn's anginge. So möchte ich lernen, was das Gruseln ist. Davon verstehe ich noch gar nichts. Der Vater lachte und dachte bei sich, du lieber Gott, das ist ein Einfaltspinsel, ein Küster, der gerade zu Besuch war, hörte das und sagte, Lern ihn das Gruseln nur mir an, ich will ihn schon zurechtstutzen.

Der Vater war es zufrieden. Der Küster nahm ihn also mit ins Kirchturmhaus und in der Nacht weckte er ihn und hieß ihn die Glocke läuten. Du sollst schon wissen, was gruseln ist, dachte der Küster und schlich sich heimlich voraus, und als der Junge oben im Turm war, stand da eine weiße Gestalt, wer ist da, rief der Junge, die Gestalt antwortete nicht. Gib Antwort rief er oder Pack dich. Du hast hier in der Nacht nichts zu schaffen. Der Küster blieb unbeweglich stehen, damit der Junge glauben sollte, es wäre ein Gespenst.

Da packte ihn der Junge, stieß ihn die Treppe hinab, dass er 10 Stufen hinunterfiel und in einer Ecke liegen blieb. Danach läutete er die Glocke. Ging heim und legte sich wieder schlafen. Der Junge verließ schließlich sein Vaterhaus und sagte, wenn ich nur wüßte, was gruseln wäre, wenn ich nur wüßte, was gruseln wäre.

Ein Mann hörte das und führte ihn zu einem Schloss, von dem man sagte, es wäre Verwünscht. Der König versprach demjenigen, seine Tochter zur Frau. Der 3 Nächte darin wachen könne. In der ersten Nacht setzte sich der Junge ans Feuer und auf einmal kamen 2 große schwarze Katzen mit gewaltigen Sprüngen herbei und schrien Miau. Miau wollen wir Karten spielen?

Ja, antwortete er, aber zeigt erst eure Pfoten her. Da hatten sie lange, scharfe Krallen. Er packte sie, warf sie hinaus und legte sich in sein Bett, aber das Bett fing an zu fahren, als wären 6 Pferde davor gespannt, über Schwellen und Treppen auf und ab, nur zu rief er, wer's besser, Magda rollte das Bett um Unterst zu Oberst, dass er darunter lag. Aber er warf die Decken in die Höhe, stieg heraus und schlief ruhig bis zum Morgen.

In der zweiten Nacht kamen 2 halbe Männer aus dem Schornstein herab, die brachten 9 Kegel und 2 Totenköpfe mit, der Junge machte die Totenköpfe rund, damit sie besser rollten, und spielte mit ihnen. In der dritten Nacht kamen 6 große Männer und brachten eine Totenlade. Ah, dachte er, das ist gewiß mein Vetterchen, das erst vor ein paar Tagen gestorben ist. Er nahm die Leiche heraus und wollte sie am Feuer wärmen, aber als sie nicht lebendig werden wollte, wurde er ungeduldig. Da kam ein alter Mann mit einem langen weißen Bart herbei, der wollte mit ihm um die Wette schlagen. Der Junge aber lockte ihn an einen Amboß, spaltete ihn mit einem Axtschlag und klemmte den Bart des Alten ein. So besiegte er auch diesen Geist

und fand den Schatz, der König gab ihm nun seine Tochter. Aber er sagte immer noch, wenn mir s nur gruselte, wenn mir s nur gruselte, da wurde die junge Frau böse und ließ vom Bach einen Eimer voll kaltem Wasser holen, darin lauter kleine Gründlinge schwammen in der Nacht als er schlief, goss sie das eiskalte Wasser über ihn aus.

Der Wolf und die 7 jungen Geißlein es war einmal eine alte Geiß, die hatte 7 junge Geißlein und hatte sie lieb wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen, da rief sie alle 7 herbei und sprach liebe Kinder, ich gehe hinaus in den Wald. Seid auf eurer Hut vor dem Wolf, wenn er hereinkommt.

So frißt er euch alle mit Haut und Haar. Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauen Stimme und an seinen schwarzen Füßen werdet ihr ihn gleich erkennen. Die Geißlein sagten Liebe Mutter, Wir wollen uns schon in 8 nehmen, du kannst ohne Sorge fortgehen. Es dauerte nicht lange, da klopfte jemand an die Haustür und rief Macht auf. Ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht, aber die Geißlein hörten an der rauen Stimme, dass es der Wolf war.

Wir machen nicht auf, riefen sie, du bist unsere Mutter, nicht die hat eine feine und liebliche Stimme. Aber deine Stimme ist rau, du bist der Wolf. Da ging der Wolf zu einem Krämer und kaufte sich ein großes Stück Kreide, er aß die Kreide und machte seine Stimme damit fein, dann kam er wieder und klopfte macht auf ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da, aber der Wolf hatte seine schwarze Pfote ins Fenster gelegt. Wir machen nicht auf, riefen die Kinder. Unsere Mutter hat keinen schwarzen Fuß, du bist der Wolf. Da lief der Wolf zu einem Bäcker und hieß ihn die Pfote mit Teig zu bestreichen und danach zum Müller, der sollte ihm weißes Mehl darauf streuen.

Nun ging der Bösewicht zum Drittenmal zu der Haustür, klopfte an und sprach. Macht auf Kinder, euer liebes Mütterchen ist heimgekommen. Die Geißlein wollten erst die Pfote sehen und als sie sahen, dass sie weiß war, da glaubten sie, es wäre die Wahrheit und machten die Tür auf. Wer aber hereinkam, das war der Wolf, sie erschraken und wollten sich verstecken. Das eine sprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das sechste unter die Waschschüssel, das Siebente in den Kasten der Wanduhr.

Aber der Wolf fand sie alle und machte nicht lang federlesens. 1, nach dem andern, schluckte er in seinen Rachen nur das Jüngste in dem Uhrkasten, das fand er nicht. Als der Wolf satt war, trollte er sich fort, legte sich draußen auf der grünen Wiese unter einen Baum und fing an zu schlafen. Nicht lange danach kam die alte Geiß aus dem Walde wieder heim, ach, was musste sie da erblicken, die Haustür stand Speerangelweit auf Tisch, Stühle und Bänke waren umgeworfen.

Die Waschschüssel lag in Trümmern. Sie suchte ihre Kinder, aber nirgends waren sie zu finden. Endlich, als sie das Jüngste beim Namen rief, antwortete eine feine Stimme, liebe Mutter, ich stecke im Uhrkasten sie holte es heraus und es erzählte ihr, dass. Dass der Wolf gekommen wäre und die anderen alle gefressen hätte, da könnt ihr denken, wie sie über ihre armen Kinder geweint hat. Zuletzt ging sie in ihrem Jammer hinaus und das jüngste Geißlein lief mit, als sie auf die Wiese kamen, da lag der Wolf an dem Baum und Schnarchte.

Dass die Äste zitterten. Sie betrachtete ihn von allen Seiten und sah, wie in seinem angefüllten Bauch sich etwas regte und zappelte. Ach Gott, dachte, Sie sollten meine armen Kinder noch am Leben sein, da musste das Geißlein nach Hause laufen und Schere, Nadel und Zwirn holen. Dann schnitt sie dem Ungetüm den Wanst auf, und kaum hatte sie einen Schnitt getan, so streckte schon ein Geißlein den Kopf heraus. Und wie sie weiter schnitt, so sprangen alle Sechse heraus und waren alle noch am Leben.

Das war eine Freude, die Mutter aber sagte, geht und sucht dicke Steine. Damit wollen wir dem gottlosen Tier den Bauch füllen, solange er noch im Schlafe liegt. Da schleppten die 7 Geißlein in aller Eile die Steine herbei und stießen sie ihm in den Bauch, so viel sie hineinbringen konnten, die Mutter nähte ihn geschwind wieder zu, dass er nichts merkte, als der Wolf endlich ausgeschlafen hatte.

Machte er sich auf die Beine, und weil ihm die Steine im Magen so durstig machten, wollte er zu einem Brunnen gehen und trinken. Als er aber anfing zu gehen und sich hin und her zu bewegen, so stießen die Steine in seinem Bauch aneinander und rappelten, da rief er, was rumpelt und Pumpelt in meinem Bauch herum, ich meinte es wären 6 geißelein und.

Doch sind's nur lauter Wackerstein, als er an den Brunnen kam und sich über das Wasser bückte. Da zogen ihn die schweren Steine hinein und er musste jämmerlich ersaufen, als die 7 Geißlein das sahen, da kamen sie herbeigelaufen und riefen laut, der Wolf ist tot, der Wolf ist tot. Und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum. Der treue Johannes Es war einmal ein alter König, der war krank und dachte, das wird wohl das Totenbett sein, auf dem Ich liege, da sprach er, laßt mir den treuen Johannes kommen. Der treue Johannes war sein liebster Diener und hieß so, weil er ihm sein Lebtag so treu gewesen war. Als er vor das Bett kam, sprach der König, mein treuester Johannes, Ich fühle, dass mein

Ende herannaht und da habe ich keine andere Sorge als um meinen Sohn, ich bitte dich, versprich mir, dass du ihn alles lehren wirst, was er wissen muss und. Und sein Pflegevater sein willst. Der treue Johannes antwortete, Ich will ihn nicht verlassen und will ihm getreu dienen, wenn es auch mein Leben kostet. Da war der König froh und sagte, nun höre nach meinem Tode sollst du ihm das ganze Schloß zeigen, aber das letzte Zimmer am Ende des langen Ganges.

Darin das Bildnis der Königstochter vom goldenen Dache verborgen ist. Das darfst du ihn nicht sehen lassen, wenn er das Bild erblickt, wird er eine heftige Liebe zu ihr empfinden und in große Gefahren geraten, als der alte König die Augen zugedrückt hatte, führte der Treue Johannes den jungen König durch das ganze Schloss, nur die eine Tür ließ er verschlossen. Aber der junge König merkte es und sprach. Warum schließt du mir diese Tür nicht auf? Es ist etwas darin, antwortete Johannes, vor dem du erschrecken würdest.

Doch der König ließ nicht locker, bis Johannes den Schlüssel holte, als die Tür aufging, sah der König das Bildnis und. Und es war so herrlich, dass er ohnmächtig zur Erde sank. Ach, rief er, als er wieder erwachte, ich will sie finden, und wenn ich die ganze Welt durchwandern müßte, sie rüsteten ein Schiff aus mit kostbaren goldenen Gefäßen und waren und segelten über das Meer.

Johannes verkleidete sich als Kaufmann und lockte die Königstochter mit dem schönen Gold auf das Schiff. Als sie mitten auf dem Meer waren, segelten sie davon auf dem Rückweg, aber als Johannes vorn am Schiff saß und Musik machte, sah er 3 Raben in der Luft fliegen, der erste Rabe sagte, da führt er die Königstochter heim.

Ja, sagte der zweite, aber wenn sie ans Land kommen, wird ein fuchsrotes Pferd auf ihn zusprengen, springt er auf, so trägt es ihn fort in die Luft, dass er seine Braut nimmermehr wiedersieht, ist denn kein Mittel dagegen, fragte der erste O. Ja, wenn einer Aufsitzt, eine Pistole zieht und das Pferd erschießt, so ist der junge König gerettet. Aber wer das weiß und sagt es ihm, der wird zu Stein. Vom Fuß bis an das Knie.

Die Raben erzählten weiter von einem brennenden Gewand und von einer Schlange im Brautbett, die den König töten würde und für jede Warnung galt. Wer es verrät, wird zu Stein. Johannes tat alles, um seinen Herrn zu retten, er tötete das Pferd und. Verbrannte das Gewand und tötete die Schlange im Schlafzimmer. Aber der junge König und die Hofleute verstanden ihn nicht und hielten ihn für einen Mörder. Da sollte Johannes gehängt werden, am Galgen aber rief er ich darf nicht sterben, ohne mich zu rechtfertigen und er erzählte alles, was er von den Raben gehört hatte und wie er sprach, wurde er hart.

Erst die Beine, dann das Herz, bis er ganz zu Stein geworden war. Der König und die Königin weinten bitterlich über den treuen Johannes und ließen die Steinstatue in ihrem Schlafzimmer aufstellen, Jahre vergingen und sie bekamen 2 Söhnchen eines Tages, als die Königin in der Kirche war, sprach die Statue zu dem König.

Du kannst mich wieder lebendig machen, wenn du mir das Liebste gibst, was du hast. Schneide deinen beiden Kindern die Köpfe ab und bestreiche mich mit ihrem Blut. So werde ich wieder lebendig. Der König erschrak schrecklich, aber er dachte an die große Treue des Johannes, er tat, was der Stein verlangt hatte, und alsbald wurde Johannes wieder lebendig und sprach. Deine Treue soll belohnt werden.

Er setzte den Kindern die Köpfe wieder auf, Bestrich die Wunden mit Blut und da waren sie wieder lebendig und sprangen herum, als wäre nichts geschehen. Da war eine Freude im Schloß, wie sie größer nicht sein konnte, der wunderliche Spielmann, es war einmal ein wunderlicher Spielmann. Der ging durch einen Wald mutterseelenallein und dachte hin und her. Und als für seine Gedanken nichts mehr übrig war, sprach er zu sich selbst.

Ich habe hier im Walde Langeweile, ich will mir einen guten Gesellen herbeiholen, er nahm die Fiedel vom Rücken und Fiedelte 1, dass es durch die Bäume schallte er. Nicht lange. So kam ein Wolf durch das Dickicht herangetappt Ach, ein Wolf kommt nach dem hab ich keine Lust, sagte der Spielmann, aber der Wolf trat näher und sprach zu ihm. Ei, du lieber Spielmann, was fiedelst du so schön, das möchte ich auch lernen, das ist bald gelernt. Antwortete ihm der Spielmann.

Du musst nur alles tun, was ich dich heiße. O Spielmann, sagte der Wolf, Ich will dir gehorchen wie ein Schüler seinem Meister. Der Spielmann hieß ihn mitgehen, und als sie ein Stück Wegs zusammengegangen waren, kamen sie an einen alten Eichbaum. Der innen hohl und in der Mitte aufgeschlitzt war. Sieh her, sagte der Spielmann, willst du Fiedeln lernen, so lege die Vorderpfoten in diesen Schlitz, der Wolf gehorchte, aber der Spielmann nahm geschwind einen Stein und keilte ihm beide Pfoten mit einem Schlag so fest, dass er wie ein Gefangener da liegen bleiben musste. Warte da so lange, bis ich wiederkomme, sagte der Spielmann und ging seines Weges.

Nach einer Weile dachte er wieder, ich habe hier im Walde Langeweile, ich will mir einen anderen Gesellen herbeiholen und nahm seine Fiedel und Fiedelte wieder im Walde, da kam ein Fuchs herangeschlichen. Ach, ein Fuchs kommt, sagte der Spielmann. Nach dem habe ich keine Lust. Der Fuchs kam zu ihm und sprach ei, du lieber Spielmann, was fiedelst du so schön, das möchte ich auch lernen, das ist bald gelernt, sagte der Spielmann. Du musst mir nur folgen.

Er führte den Fuchs auf einen Pfad, wozu beiden Seiten hohe Sträucher standen. Da bog der Spielmann eine Haselstaude zur Erde nieder, trat mit dem Fuß auf die Spitze und dann bog er noch ein Bäumchen von der anderen Seite herab und sprach, Wohlan, Füchslein, wenn du etwas lernen willst, so gib mir deine linke Vorderpfote, der Fuchs gehorchte. Und der Spielmann Band ihm die Pfote an den einen Ast und die andere an den anderen.

Als er losließ, schnellten die Bäumchen in die Höhe und rissen den Fuchs hinauf, dass er in der Luft schwebte und zappelte, warte da so lange, bis ich wiederkomme, sagte der Spielmann und ging weiter, endlich fiedelte er zum dritten Mal. Und diesmal kam ein Häschen herangesprungen Ach ein Häschen, sagte der Spielmann. Das wollte ich nicht haben.

Aber auch das Häschen wollte lernen und der Spielmann Band ihm einen langen Bindfaden um den Hals, dessen anderes Ende er an einen Baum knüpfte, Lauf nun zwanzigmal um den Baum herum, rief der Spielmann er. Und als das Häschen fertig war, hatte sich der Faden so oft um den Stamm gewickelt, dass das Tierchen gefangen war. In dem aber kamen der Wolf, der Fuchs und das Häschen wieder frei und suchten voller Zorn den Spielmann, um sich zu rächen. Der Spielmann aber hatte inzwischen einen Holzhacker Herbeigefiedelt.

Der von der Musik so entzückt war, dass er mit der Axt unter dem Arm herbeikam, als die Tiere heranstürmten, stellte sich der Holzhacker schützend vor den Spielmann und vor der scharfen Axt hatten die Tiere solche Angst, dass sie alle wieder zurück in den Wald liefen, der Spielmann aber Fiedelte dem Holzhacker zum Dank noch 1. Und zog dann weiter seines Weges. Die 12 Brüder, es war einmal ein König und eine Königin, die lebten friedlich miteinander und hatten 12 Söhne, alles Knaben. Nun sprach der König zu seiner Frau, wenn das 13. Kind, das du zur Welt bringst, ein Mädchen ist. So sollen die 12 Knaben sterben, damit das Erbe allein an die Tochter fällt.

Er ließ 12 Särge machen, die waren schon mit Hobelspänen gefüllt und in jeden wurde ein Totenkissen gelegt, die ließ er in eine verschlossene Kammer bringen, die Königin aber trauerte den ganzen Tag, bis ihr jüngster Sohn Benjamin sie fragte er. Liebe Mutter, warum bist du so traurig? Da zeigte sie ihm die Särge und sagte, diese sind für dich und deine 11 Brüder, wenn du ein Schwesterchen bekommst, werdet ihr alle getötet.

Sie hieß sie in den Wald fliehen und dort auf einem hohen Turm Wache halten, würde ein Knäblein geboren, so sollte eine weiße Fahne ausgesteckt werden und dann dürften sie wiederkommen. Würde aber ein Mädchen geboren, so sollte eine rote Fahne wehen und dann sollten sie fliehen, so schnell sie könnten.

Nach 11 Tagen sah Benjamin vom Turm aus die rote Fahne wehen, da zogen die Brüder voller Zorn tiefer in den Wald und schworen, dass jedes Mädchen, das ihnen begegnen würde. Sterben müsse sie fanden ein verwunschenes Häuschen und lebten dort 10 Jahre lang. Inzwischen war die Königstochter im Schloss herangewachsen, sie war gut von Herzen und schön von Angesicht und hatte einen goldenen Stern auf der Stirn.

Als sie zufällig die 12 Särge fand und erfuhr, dass sie 12 Brüder gehabt hatte, die ihretwegen geflohen waren, machte sie sich auf den Weg, sie zu suchen. Sie fand das Häuschen im Wald und Benjamin erkannte sie an dem goldenen Stern, da war eine große Freude und die Brüder vergaßen ihren Schwur und schlossen ihre Schwester in die Arme. Doch das Unglück war noch nicht vorbei. Eines Tages pflückte die Schwester 12 weiße Lilien, die im Garten des Häuschens standen, um sie ihren Brüdern zu schenken.

In dem Augenblick, als sie die Blumen brach, wurden die 12 Brüder in 12 Raben verwandelt und flogen über den Wald hinweg. Und auch das Häuschen mit dem Garten verschwand. Eine alte Frau erschien und sagte Mein Kind, was hast du getan? Die Lilien waren deine Brüder, nun müssen sie für immer Raben bleiben, es sei denn du schweigst 7 Jahre lang, du darfst nicht sprechen und nicht lachen. Sprichst du auch nur ein einziges Wort, so müssen deine Brüder sterben.

Das Mädchen entschied sich, ihre Brüder zu retten. Sie setzte sich auf einen hohen Baum, spann, wolle und schwieg. Ein König kam durch den Wald, sah das schöne Mädchen mit dem goldnen Stern und nahm sie mit sich, um sie zu seiner Königin zu machen. Sie heirateten, aber sie sprach kein Wort und lachte nie. Doch die böse Mutter des Königs fing an, sie zu verleumden und sagte, es ist eine gemeine Bettlerin, die da so stumm ist. Schließlich glaubte der König den Bösen Reden und verurteilte sie zum Tode durch das Feuer.

Als sie schon an den Pfahl gebunden war und die Flammen an ihren Kleidern leckten, da verstrich die letzte Sekunde der 7 Jahre. Man hörte ein Rauschen in der Luft und 12 Raben kamen, Herbeigeflogen, senkten sich nieder, und als sie die Erde berührten, waren es wieder ihre 12 Brüder. Sie löschten das Feuer.

Befreiten ihre liebe Schwester und küssten sie, da sie nun ihren Mund wieder öffnen durfte, erzählte sie dem König alles, die böse Stiefmutter aber wurde in ein Fass mit giftigen Schlangen gesteckt und nahm ein böses Ende, aber der König und die Königin lebten mit den 12 Brüdern in Frieden und Glück, bis an ihr Ende. Das lumpengesinde Hähnchen sprach einmal zum Hühnchen. Jetzt ist die Zeit, wo die Nüsse reif werden, da wollen wir zusammen auf den Berg gehen und uns einmal recht satt essen, ehe sie das Eichhorn alle Wegholt ja antwortete das Hühnchen, komm, wir wollen uns einen lustigen Tag machen. Da gingen sie zusammen auf den Berg, und weil es ein schöner Tag war, blieben sie bis zum

Abend. Nun weiß ich nicht, ob sie sich so dick gegessen hatten oder ob sie hochmütig geworden waren, kurz, sie wollten nicht zu Fuß nach Haus gehen und das Hähnchen musste einen kleinen Wagen von Nussschalen bauen, als er fertig war war. Setzte sich Hühnchen hinein und sagte zum Hähnchen, Du kannst dich nur immer vorspannen, du kommst mir recht, sagte das Hähnchen, lieber gehe ich zu Fuß nach Haus, als dass ich mich vorspannen lasse.

Nein, so haben wir nicht gewettet, Kutscher will ich sein und auf dem Bock sitzen, aber ziehen, das tue ich nicht. Indem sie so stritten, Quarkte eine Ente daher ihr Diebsgesindel. Wer hat euch geheißen, auf meinen Nußberg zu gehn? Wartet, das soll euch schlecht bekommen. Sie ging mit offnem Schnabel auf das Hähnchen los, aber Hähnchen war auch nicht faul und stieg der Ente tüchtig auf den Leib und endlich war.

Bat sie um Gnade und ließ sich zur Strafe vor den Wagen spannen. Nun ging die Fahrt fort und es dauerte nicht lange, da trafen sie eine Stecknadel und eine Nähnadel am Wegrand sitzen, die riefen Halt halt, es würde gleich stockfinster werden, da könnten sie keinen Schritt weiter und es wäre so schmutzig auf dem Weg.

Ob sie nicht ein wenig einsitzen könnten? Sie wären auf dem Wirtshaus vor dem Tor beim Bier gewesen und hätten sich verspätet, das Hähnchen ließ sie einsteigen und spät abends kamen sie zu einem Wirtshaus, weil sie die Nacht nicht weiterreisen wollten und die Ente auch nicht gut zu Fuß war, kehrten sie ein. Der Wirt machte erst viele Einwendungen. Sein Haus sei schon voll, aber als sie ihm versprachen, dass er das Ei haben sollte, welches das Hühnchen unterwegs gelegt hatte und auch das, welches die Ente jeden Tag legte, so gab er endlich nach.

Am nächsten Morgen aber, als es erst dämmerte und alles schlief, weckte Hähnchen das Hühnchen. Sie holten das Ei, pickten es auf und verzehrten es gemeinsam. Die Schalen aber warfen sie auf den Feuerherd. Dann gingen sie zu der Nähnadel, die noch schlief, packten sie beim Kopf und steckten sie dem Wirt in sein Sesselkissen und die Stecknadel steckten sie ihm in sein Handtuch. Darauf flogen sie, ohne ein Wort zu sagen, über die Heide davon. Der Wirt kam erst spät aus den Federn, wusch sich und wollte sich am Handtuch abtrocknen, da fuhr ihm die Stecknadel über das Gesicht und machte ihm einen roten Strich von einem Ohr zum andern Au.

Schrie er und ging in die Küche und wollte sich eine Pfeife anzünden. Aber als er an den Herd kam, sprangen ihm die Eierschalen in die Augen. Heute will mir alles an den Kopf, sagte er und ließ sich Verdrießlich auf seinen Großvaterstuhl nieder, aber gleich fuhr er wieder in die Höhe und schrie O weh, o weh, denn die Nähnadel hatte ihn noch viel schlimmer gestochen als die Stecknadel. Und nicht in den Kopf.

Da wurde er erst recht bös und suchte nach den Gästen, die gestern so spät gekommen waren. Aber sie waren längst über alle Berge, da schwor er sich, kein Lumpengesindel mehr in sein Haus aufzunehmen, das viel verzehrt, nichts bezahlt und obendrein zum Dank noch Schabernack treibt. Brüderchen. Und Schwesterchen Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und sprach, seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stunde mehr. Die Stiefmutter schlägt uns alle Tage und wenn wir zu ihr kommen, stößt sie uns mit den Füßen weg, komm, wir wollen miteinander in die weite Welt gehen.

Sie gingen den ganzen Tag über Wiesen, Felder und Steine, und wenn es regnete, sprach das Schwesterchen Gott und unsere Herzen, die weinen zusammen. Abends kamen sie in einen großen Wald und waren so müde, dass sie sich in einen hohlen Baum setzten und einschliefen. Am nächsten Morgen war das Brüderchen durstig und wollte an einer Quelle trinken und.

Aber die böse Stiefmutter, die eine Hexe war, hatte alle Brunnen im Wald verwünscht, als das Brüderchen zum ersten Brunnen kam, hörte das Schwesterchen, wie es im Rauschen sprach, wer aus mir trinkt, wird ein Tiger, wer aus mir trinkt, wird ein Tiger. Da rief das Schwesterchen ich bitte dich, Brüderchen. Trink nicht, sonst wirst du ein wildes Tier und zerreißest mich. Das Brüderchen trank nicht, obgleich es so großen Durst hatte und sagte ich will warten bis zur nächsten Quelle, aber an der zweiten Quelle rauschte es wer aus mir trinkt wird ein Wolf, wer aus mir trinkt wird ein Wolf. Wieder hielt das Schwesterchen ihn zurück an der dritten Quelle aber rauschte es.

Wer aus mir trinkt, wird ein Reh, wer aus mir trinkt, wird ein Reh. Das Brüderchen konnte nicht länger warten, es kniete nieder und trank, und kaum war der erste Tropfen auf seine Lippen gekommen, da lag es da, als ein Rehkäbchen. Das Schwesterchen weinte über das Arme verwünschte Brüderchen und das Rehchen weinte auch.

Schließlich Band sie ihm ihr goldenes Strumpfband um den Hals, machte aus Binsen ein weiches Seil und führte das Tierchen tiefer in den Wald, wo sie ein kleines Haus fanden und darin wohnten. So lebten sie lange Zeit allein in der Wildnis. Es trug sich aber zu, dass der König des Landes eine große Jagd im Wald hielt.

Das Rehchen hörte das Hifthorn, das Bellen der Hunde und das lustige Geschrei der Jäger und wollte unbedingt dabei sein. Ach, sprach es zum Schwesterchen, laß mich hinaus auf die Jagd, ich kann es nicht länger aushalten. Es bat so lange, bis sie die Tür öffnete und sagte aber am Abend musst du wieder da sein und Klopfen und sagen, mein Schwesterlein, lass mich herein, sonst mach ich nicht auf.

Das Rehchen sprang hinaus und war den ganzen Tag im Grünen. Der König sah das schöne Tier und verfolgte es, aber er konnte es nicht fangen. Am zweiten Tag verfolgten sie es wieder und ein Jäger verwundete es ein wenig am Fuß, so dass es hinkte. Der Jäger schlich ihm nach und hörte, wie es an der Tür klopfte und die Worte sagte.

Er erzählte es dem König und am dritten Tag ging der König allein zu dem Häuschen, klopfte und rief mein Schwesterlein, laß mich herein, da ging die Tür auf und der König sah ein Mädchen vor sich stehen. Das war so schön, wie er noch nie eines gesehen hatte. Er verliebte sich sogleich in sie und nahm sie und das Rehchen mit auf sein Schloss, wo sie eine prachtvolle Hochzeit feierten.

Die böse Stiefmutter aber als sie hörte, dass das Schwesterchen nun eine Königin war, wurde Gelb und grün vor Neid, sie schlich sich ins Schloss, als die Königin ein Kind geboren hatte. Erstickte sie im Bad und legte ihre eigene hässliche Tochter ins Bett. Aber in der Nacht kam der Geist der wahren Königin in das Kinderzimmer, Wiegte das Kind und streichelte das Rehchen sie sprach. Was macht mein Kind, was macht mein Reh, nun komm ich noch zweimal.

Und dann nimmermehr. Der Kammerherr sah sie und erzählte es dem König in der letzten Nacht wachte der König selbst und hielt das Bildnis fest in seinen Armen, in dem Augenblick, als er sie ansprach, wurde sie wieder lebendig und frisch wie zuvor. Da wurde die böse Hexe vor Gericht geführt, die Tochter wurde in den Wald gejagt, wo sie von wilden Tieren zerrissen wurde und die alte Hexe wurde ins Feuer geworfen und verbrannte.

Und in dem Augenblick, als sie zu Asche geworden war, verwandelte sich das Rehkäbchen zurück und war wieder das Brüderchen. Und so lebten Schwesterchen und Brüderchen glücklich zusammen, bis an ihr Ende. Rapunzel Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon lange vergeblich ein Kind.

Endlich machte sich die Frau Hoffnung, der Liebe Gott werde ihren Wunsch erfüllen. Diese Leute hatten in ihrem Hinterhaus ein kleines Fenster. Daraus konnte man in einen prächtigen Garten sehen, der voll der schönsten Blumen und Kräuter stand. Er war aber von einer hohen Mauer umgeben und niemand wagte Hineinzugehen, weil er einer Zauberin gehörte, die große Macht hatte.

Eines Tages stand die Frau an diesem Fenster und sah auf ein Beet, das mit den schönsten Rapunzeln bepflanzt war. Und sie sahen so frisch und grün aus, dass sie lüstern ward und das größte Verlangen empfand, von den Rapunzeln zu essen. Das Verlangen nahm jeden Tag zu, und da sie wusste, dass sie keine davon bekommen konnte, so fiel sie ganz ab, sah blass und elend aus, da erschrak der Mann und fragte, was fehlt dir, liebe Frau Ach, antwortete sie. Wenn ich keine Rapunzeln aus dem Garten hinter unserem Hause zu essen kriege, so sterbe ich, der Mann, der sie lieb hatte, dachte, ehe du deine Frau sterben Lässest, holst du ihr von den Rapunzeln es mag kosten, was es will. In der Abenddämmerung stieg er

über die Mauer, holte eine Handvoll Rapunzeln und brachte sie seiner Frau. Sie machte sich sogleich Salat daraus, aber sie schmeckten ihr so gut, dass sie den anderen Tag noch dreimal so viel verlangen hatte. Der Mann stieg also noch einmal hinab, aber als er die Mauer herunterkletterte, erschrak er gewaltig, denn er sah die Zauberin vor sich stehen. Wie kannst du es wagen, sprach sie mit zornigem Blick in meinen Garten zu steigen und mir wie ein Dieb meine Rapunzeln zu stehlen.

Das soll dir schlecht bekommen. Ach, antwortete er, Lass Gnade für Recht ergehen. Meine Frau hat sie gesehen und hätte sonst sterben müssen. Da ließ die Zauberin sich besänftigen und sprach, wenn es sich so verhält, so will ich dir erlauben, Rapunzeln mitzunehmen, so viel du willst, aber ich mache eine Bedingung. Du musst mir das Kind geben, das deine Frau zur Welt bringen wird.

Der Mann sagte in der Angst alles zu, und als das Kind geboren war, erschien die Zauberin sogleich, gab dem Kind den Namen Rapunzel und nahm es mit sich fort. Rapunzel ward das schönste Kind unter der Sonne, als es 12 Jahre alt war, schloss die Zauberin es in einen Turm. Der in einem Walde lag und weder Treppe noch Türe hatte.

Nur ganz oben war ein kleines Fenster, wenn die Zauberin hinein wollte, so stellte sie sich unten hin und rief Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter. Rapunzel hatte lange prächtige Haare, fein wie gesponnen, Gold. Wenn Sie die Stimme der Zauberin hörte, so wickelte sie ihre Zöpfe oben um einen Fensterhaken und dann fielen die Haare 20 Ellen tief herunter und die Zauberin stieg daran hinauf.

Nach ein paar Jahren trug es sich zu, dass der Sohn des Königs durch den Wald ritt und an dem Turm vorbeikam. Da hörte er einen Gesang, der war so lieblich. Dass er still hielt und Horchte, das war Rapunzel, die sich in ihrer Einsamkeit die Zeit damit vertrieb, ihre süße Stimme erschallen zu lassen. Der Königssohn wollte zu ihr hinaufsteigen, aber er fand keine Tür, doch er kam jeden Tag wieder, bis er sah, wie die Zauberin an den Haaren hinaufstieg. Am nächsten Abend stellte er sich unter den Turm und rief. Rapunzel, Rapunzel, laß dein Haar herunter. Sogleich fielen die Haare herab und der Königssohn stieg hinauf. Rapunzel erschrak gewaltig, als ein Mann zu ihr hereinkam. Aber der Königssohn fing an,

ganz freundlich mit ihr zu reden und erzählte ihr, dass sein Herz so bewegt worden sei, dass er keine Ruhe gehabt habe. Da verlor Rapunzel ihre Angst, und als er sie fragte, ob sie ihn zum Gemahl nehmen wolle, so sagte sie ja und sprach. Ich will gerne mit dir gehen, aber ich weiß nicht, wie ich herabkommen soll, bring mir jedesmal einen Strang Seide mit, daraus will ich eine Leiter flechten und wenn die fertig ist, so steige ich herunter und du nimmst mich auf dein Pferd.

Die Zauberin merkte nichts davon, bis Rapunzel eines Tages zu ihr sagte, sagt mir doch Frau Gothe, wie kommt es nur, dass ihr viel schwerer Heraufzuziehen seid als der junge Königssohn? Ach, du gottloses Kind, schrie die Zauberin, was muss ich hören? Ich dachte, ich hätte dich von aller Welt geschieden und du hast mich doch betrogen.

In ihrem Zorn packte sie rapunzels schöne Haare, schlug sie ein paar Mal um ihre linke Hand, griff eine Schere mit der Rechten und Ritsch ratsch waren sie abgeschnitten und sie war so unbarmherzig, dass sie das arme Rapunzel in eine Wüstenei brachte, wo sie in großem Jammer und Elend leben musste.

Am selben Tag, als die Zauberin Rapunzel verstoßen hatte, Band sie die abgeschnittenen Zöpfe oben am Fensterhaken fest. Und als der Königssohn kam und rief, ließ sie die Haare hinunter. Der Königssohn stieg hinauf, aber er fand nicht seine Liebe Rapunzel oben, sondern die Zauberin, die ihn mit bösen Blicken ansah.

Aha. Rief sie höhnisch. Du willst die Frau Liebste holen, aber der schöne Vogel sitzt nicht mehr im Nest und singt nicht mehr. Die Katze hat ihn geholt und wird dir auch noch die Augen auskratzen. Rapunzel ist für dich verloren. Der Königssohn geriet außer sich vor Schmerz und in der Verzweiflung sprang er vom Turm herab.

Er kam mit dem Leben davon, aber die Dornen, in die er fiel, zerstachen ihm die Augen. Da irrte er blind im Walde umher, aß nichts als Wurzeln und Beeren und tat nichts als jammern und weinen. So wanderte er einige Jahre im Elend umher und gelangte endlich in die wüsten Ei, wo Rapunzel kümmerlich lebte. Da hörte er eine Stimme, die Deuchte ihn so bekannt. Er ging darauf zu und Rapunzel erkannte ihn, fiel ihm um den Hals und weinte 2 von ihren Tränen, aber benetzten seine Augen, da wurden sie wieder hell und er konnte damit sehen, wie sonst.

Er führte sie in sein Reich, wo er mit Freude empfangen Ward und. Und sie lebten noch lange glücklich und vergnügt. Die 3 Männlein im Walde Es war einmal ein Mann, dem starb seine Frau und eine Frau, der starb, ihr Mann und der Mann hatte eine Tochter und die Frau hatte auch eine Tochter, die Mädchen waren bekannt miteinander und gingen zusammen spazieren. Da sprach die Frau zu der Tochter des Mannes. Hör sag deinem Vater, ich wolle ihn heiraten, dann sollst du jeden morgen Milch haben, meine Tochter aber nur Wasser. Das Mädchen erzählte es dem Vater und der wusste nicht, was er tun sollte.

Endlich sprach er heiraten ist eine Freude und ist auch eine Qual. Er ließ seinen Stiefel holen und sagte er. In der Sohle ist ein Loch. Nimm ihn mit auf den Boden, gieß Wasser hinein und wenn er das Wasser hält, so will ich wieder freien. Das Wasser hielt, denn das Loch war Zusammengequollen und so heirateten sie aber am nächsten Morgen merkte das Mädchen schon, dass die Stiefmutter sie wie ein böses Stiefkind behandelte.

Die eigene Tochter bekam Milch und schöne Kleider, die Stieftochter aber bekam Wasser und nur einen Kittel aus Papier. Mitten im tiefsten Winter, als alles gefroren war, gab die Frau dem Mädchen den Papierrock ein Stückchen hartes Brot und einen Korb und sagte, Geh hinaus in den Wald und Pflück mir ein Körbchen voll Erdbeeren, ich habe Lust darauf.

Ach Gott, sagte das Mädchen im Winter wachsen doch keine Erdbeeren, die Erde ist gefroren. Willst du mir noch wieder sprechen, schrie die Stiefmutter, mach, dass du fortkommst. Das Mädchen ging Gehorsam hinaus in den Wald, da war nichts als Schnee, so weit das Auge reichte. Als es zu einem kleinen Häuschen kam, da guckten 3 winzige Männlein zum Fenster heraus. Das Mädchen klopfte höflich an und sie riefen Komm herein. Sie setzte sich an den Ofen und wollte ihr Brot essen, da sagten die Männlein, gib uns auch etwas davon. Gerne sagte sie, teilte Ihr Brot und gab ihnen die Hälfte. Danach fragten sie, was willst du im Winter mit deinem Papierrock hier im Wald?

Ach, antwortete sie, Ich soll ein Körbchen voll Erdbeeren suchen und darf nicht eher nach Hause kommen, als sie ihr Brot gegessen hatte, gaben sie ihr einen Besen und sagten Kehr damit an der Hintertür den Schnee weg. Wie sie aber draußen war, sprachen die 3 Männlein untereinander. Was sollen wir Ihr schenken, weil sie so gut und artig ist? Der erste sagte, Ich schenke ihr, dass sie jeden Tag schöner wird, der zweite sagte, Ich schenke ihr, dass jedesmal, wenn sie ein Wort spricht, ein Goldstück aus ihrem Mund fällt, der dritte sagte.

Ich schenke ihr, dass ein König kommt und sie zu seiner Gemahlin macht. Das Mädchen kehrte hinter dem Haus den Schnee weg und was glaubt ihr, was sie da fand? Unter dem Schnee kamen lauter schöne dunkelrote Erdbeeren hervor, sie füllte ihr Körbchen, dankte den Männlein und lief nach Hause. Wie sie eintrat und guten Abend sagte, fiel ihr sogleich ein Goldstück aus dem Mund.

Die Stiefmutter und ihre Tochter waren vor Neid außer sich, nun wollte die eigene Tochter auch hinaus und Erdbeeren suchen, die Mutter gab ihr einen dicken Pelz und feines Butterbrot und Kuchen mit. Als sie zu dem Häuschen kamen und die Männlein sie um etwas Brot baten, antwortete sie grob. Ich habe selber nicht genug, soll ich's euch geben, packt euch und als sie ihr den Besen gaben, wollte sie nicht kehren, da sprachen die Männlein, was sollen wir Ihr schenken, weil sie so bösartig und neidisch ist.

Der erste sagte, dass. Ich schenke ihr, dass sie jeden Tag hässlicher wird. Der zweite sagte, Ich schenke ihr, dass ihr bei jedem Wort eine Kröte aus dem Mund springt, der dritte sagte, Ich schenke ihr einen unglücklichen Tod, das Mädchen fand natürlich keine Erdbeeren und kam Griesgrämig nach Hause. Aber als sie den Mund aufmachte, sprang ihr bei jedem Wort eine Kröte entgegen, so dass sich jeder vor ihr Ekelte. Die Stiefmutter wurde noch Zorniger auf die Stieftochter und schickte sie zum Bach, um Garn zu waschen, da kam ein König in einem Wagen vorbeigefahren, sah das wunderschöne Mädchen und fragte mein Kind, wer bist du? Ich bin ein armes Mädchen und wasche Garn, antwortete sie, und Klapp fiel ein Goldstück herab.

Da nahm der König sie mit auf sein Schloss und heiratete sie. Nach einem Jahr bekam die junge Königin einen Sohn, als der König einmal nicht da war, schlich sich die Stiefmutter ins Schloss und. Packte die Königin und warf sie aus dem Fenster in den Strom, der am Schloss Vorbeifloß. Dann legte sie ihre hässliche Tochter ins Bett.

Doch in der Nacht kam eine Ente den Küchengraben Heraufgeschwommen und sprach zum Küchenjung Küchenjung was macht mein Kind, was macht mein Mann? Und sie nahm ihre menschliche Gestalt an. Ging hinauf und Säugte das Kind. Das geschah 3 Nächte lang, bis der Küchenjunge es dem König erzählte. Der König wachte in der nächsten Nacht, und als die Gestalt erschien, erkannte er seine Gemahlin. In dem Augenblick wurde sie wieder lebendig, der König versteckte sie und rief die alte Stiefmutter herbei. Was verdient jemand, fragte er.

Der einen anderen in den Strom wirft. Nichts Besseres, antwortete die Alte, als dass man ihn in ein Fass mit Nägeln steckt und den Berg hinunterrollt da hast du dein Urteil gesprochen, sagte der König. Er ließ ein solches Fass holen, die alte und ihre Tochter hineinstecken und den Berg Hinabrollen, bis sie ihr Ende fanden. Der König aber lebte mit seiner schönen Gemahlin und seinem Kind in Frieden und Glück.

Die 3 spinnerinnen es war einmal ein Mädchen, das war faul und wollte nicht spinnen, und die Mutter mochte sagen, was sie wollte, sie konnte es nicht dazu bringen. Endlich übernahm die Mutter einmal Zorn und Ungeduld, dass sie ihm Schläge gab, worüber das Mädchen laut zu weinen anfing. Nun fuhr gerade die Königin vorbei, und als sie das Weinen hörte, ließ sie den Wagen anhalten, trat in das Haus und fragte die Mutter, warum sie ihre Tochter Schlüge, dass man draußen auf der Straße das Schreien hörte.

Da schämte sich die Frau, dass sie die Faulheit ihrer Tochter offenbaren sollte und sprach. Ich kann sie nicht vom Spinnen abbringen, sie will immer und ewig spinnen und ich bin arm und kann den Flachs nicht herbeischaffen. Da antwortete die Königin, Ich höre nichts lieber als Spinnen und bin nicht vergnügter, als wenn die Räder schnurren, gebt mir eure Tochter mit ins Schloß. Ich habe Flachs genug, da soll sie spinnen, so viel sie Lust hat.

Die Mutter war es von Herzen zufrieden und die Königin nahm das Mädchen mit, als sie ins Schloss gekommen waren, führte sie es hinauf in 3 Kammern, die Lagen von unten bis oben voll von dem schönsten Flachs. Nun spinn mir diesen Flachs, sprach sie. Und wenn du es fertig hast, so sollst du meinen ältesten Sohn zum Gemahl haben.

Ob du gleich arm bist, so achte ich nicht darauf. Dein unermüdlicher Fleiß ist mit Gift genug. Das Mädchen erschrak im Herzen, denn es konnte den Flachs nicht spinnen und wenn es 300 Jahre alt geworden wäre und jeden Tag von morgen bis Abend dabei gesessen hätte. Als es nun allein war, fing es an zu weinen und saß so 3 Tage ohne die Hand zu rühren. Am dritten Tage kam die Königin und als sie sah, dass noch nichts gesponnen war, verwunderte sie sich aber das Mädchen entschuldigte sich damit, dass es vor großer Betrübnis über die Entfernung aus seiner Mutter Haus noch nicht hätte anfangen können, das ließ sich die Königin gefallen. Sagte aber beim Weggehen morgen musst du mir aber mit der Arbeit anfangen.

Als das Mädchen wieder allein war, wusste es sich nicht mehr zu raten und zu helfen und trat in seiner Betrübnis vor das Fenster, da sah es 3 Weiber herankommen, die erste hatte einen breiten Platschfuß, die zweite hatte eine so große Unterlippe, dass. Dass sie über das Kinn herunterhing und die Dritte hatte einen breiten Daumen.

Sie blieben vor dem Fenster stehen, schauten hinauf und fragten das Mädchen, was ihm fehlte. Es klagte ihnen seine Not, da boten sie ihm ihre Hilfe an und sprachen, wenn du uns zur Hochzeit einladen willst, dich unserer nicht schämst. Und uns deine Basen nennst. Auch an deinen Tisch setzt. So wollen wir dir den Flachs wegspinnen und das in kurzer Zeit von Herzen gerne antwortete Es kommt nur herein und fangt die Arbeit gleich an, da ließ es die 3 wunderlichen Weiber herein und machte in der ersten Kammer eine Lücke. Wo sie sich hinsetzten und mit ihrem Spinnen begannen. Die eine zog den Faden und trat das Rad, die andere netzte den Faden, die Dritte drehte ihn und schlug mit dem Daumen auf den Tisch und so oft sie schlug,

fiel ein Gebund, feinstes Garn zur Erde. Vor der Königin verbarg sie die Spinnerinnen und zeigte ihr so oft sie kam, dass. Die Menge des Gesponnenen Garns, dass diese mit dem loben kein Ende fand, als die erste Kammer leer war, ging es an die Zweite, endlich an die Dritte. Und die war auch bald ausgeräumt.

Nun nahmen die 3 Weiber Abschied und sagten zum Mädchen, vergiss nicht, was du uns versprochen hast, es wird dein Glück sein, als das Mädchen der Königin die leeren Kammern und den großen Haufen Garn zeigte, war. Rüstete diese die Hochzeit zu und der Bräutigam freute sich, dass er eine so geschickte und fleißige Frau bekäme und lobte sie gewaltig.

Ich habe 3 Basen, sprach das Mädchen, und da sie mir viel Gutes getan haben, so möchte ich sie nicht in meinem Glück vergessen, erlaubt doch, dass ich sie zur Hochzeit einlade und dass Sie mit an dem Tisch sitzen. Die Königin und der Bräutigam sagten, warum sollten wir das nicht erlauben? Als nun das Fest begann, traten die 3 Jungfern in wunderlicher Tracht herein und die Braut sagte Willkommen, Liebe Basen. Ach sagte der Bräutigam, wie kommst du zu der garstigen Freundschaft?

Darauf ging er zu der einen mit dem breiten Platschfuß und fragte. Woher habt ihr einen so breiten Fuß vom treten, antwortete sie vom Treten. Da ging der Bräutigam zur zweiten und fragte, Woher habt ihr nur die herunterhängende Lippe vom Lecken antwortete sie vom Lecken, da fragte er die dritte, woher habt ihr den breiten Daumen vom Fadendrehen, antwortete sie und.

Vom Faden drehen da erschrak der Königssohn und sprach, so soll mir meine schöne Braut nun und nimmermehr ein Spinnrad anrühren. Damit war sie das böse flach spinnenlos Hänsel und Gretel vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen 2 Kindern. Das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel.

Er hatte wenig zu beißen und zu brechen und einmal als große Teuerung ins Land kam, konnte er auch das tägliche Brot nicht mehr schaffen, wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau, was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder durchfüttern? Da wir für uns selbst nichts mehr haben? Willst du was Mann, antwortete die Frau, Wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist.

Da machen wir Ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder heim und wir sind sie los. Nein, Frau, sagte der Mann, das tue ich nicht, wie sollte ich es übers Herz bringen, meine Kinder im Walde allein zu lassen? O du Narr, sagte sie, dann müssen wir alle Viere Hungers sterben.

Sie ließ ihm keine Ruhe, bis er einwilligte. Die 2 Kinder hatten vor Hunger auch nicht einschlafen können und hatten gehört, was die Stiefmutter zum Vater gesagt hatte. Gretel weinte bittere Tränen, aber Hänsel sprach stille, Gretel Gräme dich nicht, ich will uns schon helfen. Und als die Alten schliefen, stand er auf, zog sein Röcklein an und schlich sich hinaus.

Da schien der Mond ganz hell und die weißen Kieselsteine, die vor dem Haus lagen, glänzten wie lauter Batzen. Hänsel bückte sich und steckte so viele in sein Rocktäschlein als nur hinein wollten am nächsten Morgen, als der Tag Anbrach, weckte die Frau die Kinder, steht auf ihr Faulenzer, wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.

Während sie gingen, stand Hänsel jedesmal still und sah nach dem Haus zurück. Der Vater sagte Hänsel, Was guckst du da und bleibst zurück, gib 8 und behält deine Beine bei dir. Ach Vater, sagte Hänsel, Ich sehe nach meinem weißen Kätzchen, das sitzt oben auf dem Dach und will mir ade sagen. Die Frau sprach Narr, das ist nicht dein Kätzchen das das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint. Hänsel aber hatte nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern immer einen von den blanken Kieselsteinen aus seiner Tasche auf den weggeworfen.

Mitten im Walde machten sie ein Feuer an und die Frau sagte bleibt am Feuer sitzen, ihr Kinder, und wenn ihr müde seid, könnt ihr ein wenig schlafen. Wir gehen Holz hauen und abends, wenn wir fertig sind, kommen wir und holen euch ab. Als es Mittag war, aß Gretel ihr Stück Brot und Hänsel teilte seines mit ihr, weil er seins auf den Weg gestreut hatte.

Sie warteten bis zum Abend, aber die Eltern kamen nicht, als es nun finstere Nacht wurde, fing Gretel an zu weinen. Aber Hänsel tröstete, sie wart nur ein wenig, bis der Mond aufgegangen ist. Und als der Vollmond Aufstieg, da packte Hänsel sein Schwesterchen an der Hand und suchte die Kieselsteine. Die zeigten ihnen den Weg, wie neu geprägte Silberstücke, sie gingen die ganze Nacht durch und kamen bei Tagesanbruch wieder bei ihres Vaters Haus an.

Der Vater freute sich von Herzen, denn es war ihm nahe gegangen, dass er sie so allein gelassen hatte. Die Frau aber tat, als wenn sie sich auch freue, aber heimlich war sie bös nicht lange danach war wieder Not in allen Ecken und die Kinder hörten, wie die Mutter nachts im Bette zum Vater sprach, alles ist wieder aufgezehrt, wir haben noch einen halben Laib Brot. Danach hat das Lied ein Ende.

Die Kinder müssen fort. Dem Mann fiel es schwer aufs Herz, aber wer a sagt, muss auch B sagen als die alten schliefen, wollte Hänsel wieder Aufstehen und Kieselsteine auflesen, aber die Frau hatte die Tür verschlossen. Doch er tröstete Gretel und am Morgen gab ihnen die Frau ihr Stückchen Brot. Das war aber noch kleiner als das vorige Mal. Auf dem Wege bröckelte es Hänsel, in seiner Tasche, stand oft still und warf ein Bröcklein auf die Erde, als sie mitten im Wald waren, ließen die Eltern sie wieder allein, Hänsel wartete auf den Mond.

Aber als er kam und sie nach den Bröcklein suchten, da fanden sie keine mehr. Die viel 1000 Vögel, die im Walde fliegen, die hatten sie weggepickt sie verirrten sich und gingen 3 Tage lang, bis sie an ein Häuschen kamen. Das war ganz aus Brot gebaut und mit Kuchen gedeckt, und die Fenster waren von hellem Zucker. Da wollen wir uns dranmachen, sagte Hänsel. Ich will ein Stück vom Dach essen und du, Gretel, kannst vom Fenster essen, das schmeckt süß.

Hänsel reichte in die Höhe und brach sich ein wenig vom Dach ab und Gretel stellte sich an die Scheiben und Knusperte daran. Da rief eine feine Stimme aus der Stube heraus. Knusper, knusperknäuschen wer knuspert an meinem Häuschen? Die Kinder antworteten, der Wind, der Wind, das himmlische Kind, auf einmal ging die Tür auf und eine steinalte Frau, die sich auf eine Krücke stützte, kam Herausgeschlichen Hänsel und Gretel erschraken so gewaltig, dass.

Dass sie fallen ließen, was sie in den Händen hielten. Die alte aber wackelte mit dem Kopfe und sagte Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht, kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid. Sie führte sie an der Hand in ihr Häuschen und es ward gutes Essen aufgetragen, Milch und Pfannkuchen mit Zucker, Äpfel und Nüsse. Aber die Alte war eine böse Hexe, die auf kleine Kinder lauerte und das Häuschen nur gebaut hatte, um sie herbeizulocken.

Am nächsten Morgen packte sie Hänsel und steckte ihn in einen kleinen Stall mit einer Gittertür, und Gretel musste in die Küche und Wasser tragen und für ihren Bruder kochen, damit er fett würde, denn wenn er fett war, wollte sie ihn essen. Jeden Morgen schlich die alte zu dem Ställchen und rief Hänsel, Streck deine Finger heraus, damit ich fühle.

Ob du bald fett bist. Hänsel streckte ihr aber ein Knöchelchen heraus und die Alte, die trübe Augen hatte, meinte, es wäre hänsels Finger und verwunderte sich, dass er gar nicht fett werden wollte. Als 4 Wochen herum waren, da verlor sie die Geduld. Heda Gretel rief sie bring Wasser, Hänsel mag Fett oder mager sein, morgen will ich ihn schlachten und kochen, am nächsten Morgen musste Gretel den Kessel mit Wasser füllen und das Feuer anzünden, Kriech hinein, sagte die Hexe zu Gretel und und sieh zu, ob der Ofen recht geheizt ist, damit wir das Brot hineinschieben können, wenn Gretel darin war, wollte sie den Ofen zumachen und Gretel darin braten, aber Gretel merkte, was sie im Sinn hatte und sprach,

ich weiß nicht, wie ich's machen soll, wie komm ich da hinein? Dumme Gans, sagte die Alte. Die Öffnung ist groß genug. Siehst du, ich könnte selbst hinein, sie krabbelte heran und steckte den Kopf in den Ofen, da gab ihr Gretel einen Stoß, dass sie weit hineinfuhr, machte die eiserne Tür zu und schob den Riegel vor Hu, da fing sie an zu heulen, ganz grauenhaft.

Gretel aber lief fort und die gottlose Hexe musste jämmerlich verbrennen. Gretel lief schnurstracks zum Hänsel, öffnete sein Stalltüre und rief Hänsel, Wir sind erlöst. Die alte Hexe ist tot, da sprang Hänsel heraus wie ein Vogel aus dem Käfig, wenn ihm die Tür aufgemacht wird. Sie füllten sich die Taschen mit Perlen und Edelsteinen, die in jedem Winkel des Hexenhauses lagen. Und machten sich auf den Heimweg, als sie an ein großes Wasser kamen, trug sie ein weißes Entchen hinüber und bald darauf erkannten sie den Wald und das väterliche Haus wieder. Da fingen sie an zu laufen, stürzten in die Stube hinein und fielen ihrem Vater um den Hals.

Der Mann hatte keine frohe Stunde gehabt, seitdem er die Kinder im Wald gelassen hatte, die Frau aber war gestorben. Nun schütteten sie die Perlen und Edelsteine aus ihren Taschen. Dass sie in der Stube herumrollten. Da hatten alle Sorgen ein Ende und sie lebten in lauter Freude zusammen. Die 3 schlangenblätter es war einmal ein Jüngling, der zog in den Krieg, um seinem König zu dienen, und er focht so tapfer, dass er zum Sieg verhalf. Der König gab ihm dafür große Schätze und seine Tochter zur Frau.

Die Königstochter aber hatte ein seltsames Gelübde getan, sie wollte niemanden zum Herrn und Gemahl nehmen, der nicht versprach, wenn sie zuerst stürbe, sich lebendig mit ihr begraben zu lassen, hat er mich von Herzen lieb, sagte sie. Was hilft ihm dann noch, das Leben der Jüngling von ihrer Schönheit geblendet, willigte ein, es dauerte nicht lange, da wurde die junge Königin todkrank und starb, der Jüngling wurde mit ihr in das königliche Gewölbe hinabgelassen und das Tor wurde mit schweren Riegeln verschlossen.

Da saß er nun bei dem Sarge in der schrecklichen Einsamkeit und wartete auf den Hunger und den Tod. Auf einmal sah er aus einer Ecke des Gewölbes eine Schlange hervorkriechen, die sich dem Leichnam näherte, da er dachte, sie wollte daran nagen, zog er sein Schwert und hieb sie in 3 Stücke. Bald darauf kam eine zweite Schlange hervor. Als sie die andere tot liegen sah, ging sie zurück und brachte 3 grüne Blätter im Maule.

Sie legte die Blätter auf die Wunden der toten Schlange und alsbald wurde diese wieder lebendig und beide eilten davon. Der Jüngling, der alles mit angesehen hatte, dachte. Ob die Blätter wohl auch bei einem Menschen wirken? Er nahm die 3 Blätter, legte eines auf den Mund und die 2 anderen auf die Augen der Toten. Kaum war es geschehen, so regte sich das Blut, das Leben kehrte in das blasse Gesicht zurück und sie schlug die Augen auf, ach Gott, wo bin ich, rief sie, du bist bei mir, liebe Frau, antwortete er.

Und erzählte ihr, wie alles zugegangen war. Sie riefen laut und die Wachen hörten sie und holten sie aus dem Grab. Der Jüngling gab die 3 Blätter seinem treuen Diener und sprach, verwahre sie mir sorgfältig und trag sie beständig bei dir, wer weiß, in welcher Not sie uns noch helfen können, aber die Königin war nach ihrer Auferstehung wie verwandelt, sie hatte keine Liebe mehr zu ihrem Mann. Als sie auf einer Seereise zu ihrem Vater waren, verriet sie ihn mit dem Schiffshauptmann in der Nacht. Als der Jüngling schlief, packten sie ihn und warfen ihn ins Meer.

Der treue Diener aber hatte alles gesehen, er ließ heimlich ein Boot ab, fischte seinen Herrn auf und legte ihm die 3 Schlangenblätter auf Augen und Mund. Da wurde der Jüngling wieder lebendig. Sie ruderten aus allen Kräften und kamen noch vor dem großen Schiff beim alten König an. Der König war entsetzt über den Verrat seiner Tochter, er ließ sie und den Schiffshauptmann in ein durchlöchertes Schiff setzen und ins Meer hinausjagen, wo sie bald in den Wellen versanken. Der Jüngling aber lebte fortan in Ehren beim alten König und wurde sein Erbe.

Die weiße Schlange vor langen Zeiten lebte ein König, dessen Weisheit im ganzen Lande berühmt war, nichts blieb ihm unbekannt, und es war. Als ob ihm die Nachricht von den verborgensten Dingen durch die Luft zugetragen würde. Er hatte aber eine seltsame Sitte, jeden Mittag, wenn die Tafel abgedeckt und niemand mehr zugegen war, musste ein vertrauter Diener noch eine Schüssel bringen, sie war aber verschlossen und der Diener wusste selbst nicht, was darin war, dass. Denn der König aß erst davon, wenn er ganz allein war. Eines Tages überkam den Diener die Neugier, er nahm die Schüssel mit in seine Kammer, schloss die Tür ab und hob den Deckel, da lag eine weiße Schlange darin, wie er sie sah, konnte er nicht widerstehen, sie

zu kosten. Er schnitt ein Stückchen davon ab und steckte es in den Mund. Kaum aber hatte seine Zunge sie berührt, so hörte er vor seinem Fenster ein seltsames Geplapper von feinen Stimmen, er ging hin und Horchte, da merkte er, dass es die Sperlinge waren, die miteinander sprachen und. Und sich allerlei erzählten, was sie im Walde und Felde gesehen hatten. Das Essen der Schlange hatte ihm die Kraft gegeben, die Sprache der Tiere zu verstehen, an eben diesem Tage geschah es, dass der Königin ihr schönster Goldring verloren ging, der Verdacht fiel auf den Diener, da er überall Zugang hatte. Der König ließ ihn vor sich rufen und drohte ihm mit dem Tode, wenn er bis morgen den Täter nicht nennen könne. In seiner Angst ging der Diener

in den Schloßhof und überlegte, wie er sich helfen könne, da saßen die Enten am Wasser und hielten ein Gespräch, die eine erzählte der anderen. Es liegt mir so schwer im Magen. Ich habe in der Eile den Ring verschluckt, der unter dem Fenster der Königin lag, da packte der Diener die Ente beim Hals, brachte sie dem Koch und sagte, schlachtet diese, sie ist fett genug und wirklich. Als sie aufgeschnitten wurde, fand sich der Goldring in ihrem Magen.

Der König wollte dem Diener nun eine Gnade gewähren, aber dieser bat nur um ein Pferd und Reisegeld, denn er hatte Lust, die Welt zu sehen. Auf seinem Weg half er vielen Tieren in der Not, erst rettete er 3 Fische, die sich im Schilf verfangen hatten, dann verschonte er das Volk der Ameisen. Indem er sein Pferd auf einen Seitenweg lenkte. Und zuletzt gab er 3 jungen Raben sein Pferd zur Speise, damit sie nicht verhungerten, als er in eine große Stadt kam, wurde dort verkündet, dass derjenige die Königstochter heiraten könne, der 3 schwere Aufgaben löste, wer aber scheiterte, müsse sterben.

Die erste Aufgabe war ein Goldring war ins Meer geworfen worden und er sollte ihn wieder herbeischaffen. Da kamen die 3 Fische angeschwommen und brachten den Ring in einer Muschel zum Strand. Die zweite Aufgabe war 10 Säcke voll Hirse waren im Gras ausgestreut worden und. Und mussten bis zum Morgen wieder aufgesammelt sein, ohne dass ein Körnchen fehlte.

Da kam das Volk der Ameisen und sammelte jedes einzelne Korn in die Säcke. Die dritte Aufgabe war, er sollte einen Apfel vom Baume des Lebens bringen, da flogen die 3 Raben bis ans Ende der Welt, wo der Baum stand und. Und brachten ihm den goldenen Apfel. Da war kein Hindernis mehr. Der Jüngling vermählte sich mit der Königstochter und sie lebten glücklich in ungestörter Ruhe, Strohhalm, Kohle und Bohne in einem Dorf wohnte eine arme alte Frau, die hatte ein Gericht Bohnen zusammengebracht und wollte sie kochen. Sie machte ein Feuer auf ihrem Herd an und damit es schneller brennte, zündete sie es mit einer Handvoll Stroh an. Als sie die Bohnen in den Topf schüttete, entfiel ihr unbemerkt eine, die auf den Boden zu

liegen kam, neben einen Strohhalm und bald darauf sprang auch eine glühende Kohle vom Herd zu den beiden herab. Da fing der Strohhalm an und sprach liebe Freunde von Venen, kommt ihr her, die Kohle antwortete, Ich bin zum Glück dem Feuer entsprungen, hätte ich das nicht mit Gewalt durchgesetzt, so wäre mir der Tod gewiß gewesen, ich wäre zu Asche verbrannt. Die Bohne sagte, Ich bin auch noch mit heiler Haut davon gekommen und.

Aber hätte mich die alte in den Topf gebracht, ich wäre ohne Barmherzigkeit zu Brei gekocht worden wie meine Kameraden. Wäre mir denn ein besseres Schicksal zuteil geworden, sprach das Stroh alle meine Brüder, hat die Frau in Feuer und Rauch aufgehen lassen, 60 auf einmal hat sie gepackt und ums Leben gebracht. Zum Glück bin ich ihr zwischen den Fingern durchgeschlüpft. Was sollen wir aber nun anfangen, fragte die Kohle. Ich meine sagte die Bohne, weil wir so glücklich dem Tode entronnen sind, so wollen wir uns als gute Gesellen zusammenhalten und damit uns hier nicht wieder ein neues Unglück ereilt, gemeinschaftlich auswandern und in ein fremdes Land ziehen.

Der Vorschlag gefiel den beiden anderen und sie machten sich miteinander auf den Weg. Bald aber kamen sie an einen kleinen Bach, und da keine Brücke und kein Steg da war, so wussten sie nicht, wie sie hinüberkommen sollten, der Strohhalm fand guten Rat und sprach, ich will mich querüberlegen so könnt ihr auf mir wie auf einer Brücke hinübergehen. Der Strohhalm streckte sich also von einem Ufer zum anderen und die Kohle, die von Natur hitziger Art war, Trippelte ganz keck auf die neu gebaute Brücke.

Als sie aber in die Mitte gekommen war und unter sich das Wasserrauschen hörte, da ward ihr doch Angst. Sie blieb stehen und getraute sich nicht weiter. Der Strohhalm aber fing an zu brennen, zerbrach in 2 Stücke und fiel in den Bach. Die Kohle rutschte nach, zischte wie sie ins Wasser kam und gab den Geist auf die Bohne, die Vorsichtigerweise noch auf dem Ufer zurückgeblieben war, musste über die Geschichte so lachen, dass sie sich nicht halten konnte und so gewaltig lachte, dass sie zerplatzte.

Nun wäre es auch um sie geschehen gewesen, wenn nicht zu gutem Glück ein Schneider auf der Wanderschaft an dem Bach gesessen hätte, weil er ein mitleidiges Herz hatte. So holte er Nadel und Zwirn heraus und nähte sie wieder zusammen, die Bohne dankte ihm schönstens, aber da er schwarzen Zwirn gebraucht hatte, so haben seit der Zeit alle Bohnen eine schwarze Naht. Von dem Fischer und seiner Frau.

Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten beisammen in einer alten Hütte dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte, und er angelte und angelte. So saß er auch einmal an der See mit seiner Angel und. Und sah in das klare Wasser. Und er saß und saß, da ging die Angel auf den Grund, tief hinunter, und als er sie heraufzog, da brachte er einen großen Butt heraus, da sagte der Butt zu ihm, ich bitte dich, lass mich leben, ich bin kein rechter Butt, ich bin ein verwunschener Prinz. Was hilft es dir, wenn du mich tötest? Ich würde dir doch nicht recht schmecken. Setz mich wieder ins Wasser und lass mich schwimmen. Nun sagte der Mann, du brauchst nicht so viel Worte zu machen, einen Butt, der sprechen kann,

hätte ich sowieso schwimmen lassen, er setzte ihn wieder in das klare Wasser und der Butt ging auf den Grund und ließ einen langen Blutstreifen hinter sich. Als der Fischer nach Hause in die Hütte kam, erzählte er alles seiner Frau Ilsebill. Hast du dir denn nichts gewünscht, sagte die Frau. Nein, sagte der Mann, was sollte ich mir wünschen? Ach, sagte die Frau, es ist doch übel hier, immer in dieser kleinen Hütte zu wohnen, sie ist so schmutzig, du hättest dir doch ein kleines Häuschen wünschen können. Geh noch einmal hin und sag ihm das. Dem Mann war das nicht recht, aber er ging doch hin, als er an die See kam, war die See ganz Grün und gelb und gar nicht mehr so klar, er stellte sich hin und

rief manche manche Timpe Tee Butje Butje in der See. Meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich wohl will. Da kam der Butt Herangeschwommen und sagte, was will sie denn? Ach, sagte der Mann, ich habe dich doch gefangen, nun sagt meine Frau, ich hätte mir was wünschen sollen, sie will nicht mehr in der Hütte wohnen, sie will gern ein Häuschen, geh nur hin, sagte der Butt, sie hat es schon.

Da ging der Mann hin und seine Frau saß nicht mehr in der Hütte, sondern da stand ein kleines Häuschen und sie saß vor der Tür auf einer Bank. Das war alles sehr schön, aber es dauerte nicht 8 Tage, da sagte die Frau Hörmann, das Häuschen ist viel zu eng, ich will in einem großen steinernen Schloss Wohnen, Geh hin zum Butt.

Dem Mann wurde das Herz so schwer er wollte nicht, aber er ging doch hin. An der See war das Wasser ganz violett und dunkelblau und grau und gar nicht mehr so grün, doch es war noch ruhig, er rief wieder den Butt und der Butt kam und fragte, was will sie denn ach. Sagte der Mann schwerfällig. Sie will in einem großen steinernen Schloss Wohnen, Geh nur hin, sagte der Budd.

Sie steht vor der Tür. So ging es weiter und weiter, die Frau wurde nicht satt, erst wollte sie König werden und der Budd tat es, dann wollte sie Kaiser werden und der Budd tat auch das. Dann wollte sie Papst werden, und der Mann musste wieder hin, obgleich er zitterte und bebte. Draußen an der See ging ein gewaltiger Wind und die See war ganz schwarz und ging so hoch wie die Berge und hatte oben Schaumkronen, der Butt machte sie zum Papst, und sie saß auf einem hohen Thron. Mit 3 großen Kronen auf und viel Pracht um sie her. Aber als sie am nächsten Morgen aufwachte und die Sonne aufging, da sagte sie, ich will werden wie der liebe Gott, ich will, dass die Sonne und der Mond aufatmen, wenn ich es Befehle, geh hin zum Bud, der Mann ging

hin und ihm war so bange, dass er zitterte an den Knien. Draußen war ein Sturm, dass die Bäume umwehten und die Berge bebten und der Himmel ganz pechschwarz war und es donnerte und blitzte. Die See ging mit schwarzen Wellen so hoch wie Kirchtürme, da schrie der Mann, dem Butt die Worte zu, dass er kaum seine eigene Stimme hörte, der Butt kam und fragte, was will sie denn, ach was?

Schrie der Mann. Sie will werden wie der Liebe Gott, geh nur hin, sagte der Budd, sie sitzt schon wieder in der alten Hütte, und da sitzen sie noch bis auf den heutigen Tag, das tapfere Schneiderlein. An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster. War guter Dinge und Nähte aus Leibeskräften.

Da kam eine Bauersfrau die Straße herab und rief gut Mus feil, gut mus feil, das Klang dem Schneiderlein lieblich in die Ohren, er rief hierher liebe Frau, hier wird sie ihre Ware los, er kaufte sich ein Viertel Pfund er. Schnitt sich einem Bündel Brot ab und strich das Mus darauf. Das soll mir schmecken, sagte er.

Aber erst will ich den Rock fertig machen. Derweil stiegen die Fliegen von der Wand herab und ließen sich auf dem Mus nieder. Wer hat euch eingeladen, sagte das Schneiderlein und jagte sie fort. Doch die Fliegen kamen immer zahlreicher wieder. Da lief ihm endlich die Galle über, er langte nach einem Lappen und Patsch schlug er unbarmherzig drauf, als er den Lappen Wegzog, lagen da 7 Fliegen vor ihm, tot und mit ausgestreckten Beinen bist du so ein Kerl, sprach er.

Und bewunderte seine eigene Tapferkeit. Das soll die ganze Stadt erfahren, er schnitt sich einen Gürtel und Stickte mit großem Buchstaben darauf siebene auf einen Streich, das Schneiderlein zog in die Welt hinaus und traf im Wald auf einen gewaltigen Riesen, der Riese sah die Aufschrift auf dem Gürtel und meinte, es wären Menschen gemeint, die. Die der kleine Kerl erschlagen hätte. Er wollte ihn prüfen, nahm einen Stein und drückte ihn zusammen, dass das Wasser herauslief, mach mir das nach, sagte der Riese. Ist das alles, sagte das Schneiderlein Griffin, die Tasche holte einen weichen Käse heraus und drückte ihn, dass der Saft nur so Herauflief.

Dann nahm der Riese einen Stein und warf ihn so hoch, dass man ihn mit Augen kaum noch sehen konnte. Das Schneiderlein griff wieder in die Tasche, holte einen Vogel heraus und warf ihn in die Luft, der Vogel, froh über seine Freiheit, flog auf und davon und kam nicht wieder. Wie gefällt dir der Wurf Riese? Danach trugen sie zusammen einen schweren Eichbaum. Doch das Schneiderlein setzte sich auf die Äste und ließ den Riesen die ganze Last allein schleppen, während er lustig ein Liedchen pfiff.

Das Schneiderlein kam schließlich an den Hof des Königs, da man ihn für einen großen Kriegshelden hielt, versprach ihm der König, seine Tochter und das Halbe Reich. Wenn er 2 Riesen im Wald tötete, das Schneiderlein ging hin und warf den schlafenden Riesen Steine auf die Brust, bis sie glaubten, der andere hätte es getan und sich gegenseitig erschlugen. Danach fängte er ein Einhorn in dem er es gegen einen Baum rennen ließ und ein wildes Schwein, das er in eine Kapelle lockte.

Nun konnte der König nicht mehr zurück er. Er gab ihm seine Tochter und das halbe Königreich. Als die junge Königin aber nachts hörte, wie das Schneiderlein im Traum rief, Junge, Mach mir den wams und Flick mir die Hosen, da merkte sie, dass er nur ein Schneider war. Sie wollte ihn loswerden, aber das Schneiderlein war gewarnt, in der nächsten Nacht rief er so laut, dass es alle hörten. Ich habe Siebene auf einen Streich getroffen, 2 Riesen getötet, ein Einhorn und einen Eber gefangen und da sollte ich mich vor denen fürchten, die vor der Kammer stehn. Da bekamen die Diener solche Angst, dass sie wegliefen, so blieb das Schneiderlein sein lebtag König Aschenputtel. Einem reichen Manne, dem wurde

seine Frau krank, und als sie fühlte, dass ihr Ende herannahte, rief sie ihr einziges Töchterlein zu sich ans Bett und sprach, liebes Kind, bleib fromm und gut, so wird dir der liebe Gott immer beistehen und ich will vom Himmel auf dich herabblicken. Als der Winter kam, deckte der Schnee ein weißes Tüchlein auf das Grab, und als die Sonne im Frühjahr es wieder abgezogen hatte, nahm sich der Mann eine andere Frau. Die Frau hatte 2 Töchter mit ins Haus gebracht, die waren schön und weiß von Angesicht, aber garstig und Schwarz von Herzen, da ging eine schlimme Zeit für das arme Stiefkind an. Soll die dumme Gans bei uns in der Stube sitzen, sagten sie. Sie nahmen ihr die schönen Kleider weg und gaben ihr einen grauen Kittel und hölzerne

Schuhe. Sie musste schwere Arbeit tun, früh vor Tag aufstehen, Wasser tragen, Feuer anmachen, Kochen und waschen, abends, wenn sie sich müde gearbeitet hatte, kam sie in kein Bett, sondern musste sich neben den Herd in die Asche legen. Und weil sie darum immer staubig und schmutzig aussah, nannten sie sie Aschenputtel.

Es trug sich zu, dass der König ein Fest ausrichtete, das 3 Tage dauern sollte und alle schönen Jungfrauen im Lande dazu einlud, damit sein Sohn sich eine Braut aussuchen könne. Die 2 Stiefschwestern waren guter Dinge, ließen sich die Haare kämmen und die Schuhe bürsten. Aschenputtel aber weinte, denn sie wäre auch gern zum Tanz gegangen, die Stiefmutter schüttete ihr eine Schüssel voll Linsen in die Asche und sagte, wenn du die Linsen in 2 Stunden wieder reingelesen hast, so darfst du mitgehen.

Da ging das Mädchen in den Garten und rief ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein. Unter dem Himmel kommt und helft mir lesen die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Da kamen sie alle geflogen und pickten, bis alles fertig war. Aber die Stiefmutter sagte trotzdem Nein und fuhr mit ihren stolzen Töchtern davon. Aschenputtel ging zu dem Haselbaum auf dem Grab ihrer Mutter und rief Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich, da warf ihr der Vogel ein goldenes und silbernes Kleid herunter.

Sie zog es an und ging zum Fest. Der Königssohn tanzte nur mit ihr und ließ ihre Hand nicht los. Am dritten Abend aber verlor sie im Entfliehen ihren linken Schuh aus reinem Gold auf der Treppe. Der Königssohn nahm ihn auf und verkündete, keine andere soll meine Gemahlin werden als die. An deren Fuß dieser goldene Schuh passt.

Die Schwestern freuten sich, denn sie hatten schöne Füße. Die älteste ging in die Kammer, aber weil die große Zehe nicht hinein wollte, schnitt sie sie mit dem Messer ab, sie zwang den Fuß in den Schuh und ritt mit dem Königssohn fort. Doch als sie am Grabe vorbeikamen, riefen die Täubchen Rucke die Kuck Rucke die Kuck Blut ist im Schuck, der Schuck ist zu klein, die rechte Braut sitzt noch daheim.

Dasselbe geschah bei der zweiten Schwester, die sich die Ferse abgeschnitten hatte. Endlich kam Aschenputtel an die Reihe, sie setzte sich auf einen Schemel und. Zog den schweren Holzschuh aus und steckte den Fuß in den goldenen Pantoffel. Und er saß wie angegossen, als sie sich aufrichtete, erkannte der Prinz das schöne Mädchen wieder und rief, das ist die Rechte Braut, als sie Hochzeit hielten, kamen die Tauben und pickten den bösen Schwestern zur Strafe die Augen aus das. Und so lebte Aschenputtel in Glück und Freude bis an ihr Ende.

Das Rätsel es war einmal ein Königssohn, dem kam es in den Sinn, in der Welt umherzureisen, und er nahm niemanden mit als seinen treuen Diener. Eines Tages gerieten sie in einen großen Wald und wußten nicht, wo sie die Nacht zubringen sollten. Da sahen sie ein Mädchen, das zu einem kleinen Haus ging und als der Königssohn es ansprach, sagte, es geht nicht hinein, meine Stiefmutter treibt böse Künste, sie meint es nicht gut mit Fremden, der Prinz aber fürchtete sich nicht und trat ein.

Die Alte saß am Feuer und ihre Augen glühten wie Kohlen. Sie tat freundlich, aber sie hatte einen Gifttrank bereitet. Am nächsten Morgen, als sie weiterziehen wollten, reichte sie dem Diener einen Abschiedstrank für seinen Herrn, doch der Becher zerbrach und das Gift spritzte auf das Pferd des Prinzen, das Tier fiel sofort tot um.

Der Diener lief dem Herrn nach und erzählte ihm, was geschehen war, weil er den Sattel nicht im Wald lassen wollte, ging er zurück, um ihn zu holen, da sah er, dass ein Rabe an dem toten Pferd fraß, wer weiß, ob wir heute noch etwas zu beißen finden, dachte er tötete den Raben und nahm ihn mit. Sie kamen zu einem Wirtshaus, wo 3 Mörder saßen.

Die Mörder nahmen ihnen den Raben weg, kochten ihn und aßen ihn auf, aber weil der Rabe von dem Giftfleisch des Pferdes gefressen hatte, fielen alle 3 Mörder tot um, da sprach der Diener, einer schlug keinen er. Und schlug doch Zwölfe denn durch den einen Becher waren das Pferd, der Rabe und die Mörder gestorben. Sie kamen in eine Stadt, wo eine stolze Königstochter lebte. Sie hatte bekannt machen lassen, wer ihr ein Rätsel aufgäbe, das sie nicht lösen könne, der solle ihr Gemahl werden. Fände sie es aber heraus, so müsse er sterben. 9 hatten schon ihr Leben verloren, aber der Königssohn trat mutig vor sie hin und sprach, was ist das?

Einer schlug keinen und schlug doch Zwölfe die Königstochter grübelte und suchte in allen ihren Büchern, aber sie fand nichts. In der Nacht schlich sie sich zu dem Prinzen, um ihn im Schlaf auszuhorchen. Aber der treue Diener lag im Bett und verstellte sich. Sie entlockte ihm die Lösung, doch der Prinz merkte den Betrug am nächsten Tag, als sie triumphierend das Rätsel löste, bewies der Prinz vor dem ganzen Rat, dass sie ihn in der Nacht heimlich besucht hatte, da wurde sie beschämt.

Der Königssohn gewann die Wette und sie wurde seine Gemahlin. Von dem Mäuschen, Vögelchen und der Bratwurst. Es war einmal ein Mäuschen, ein Vögelchen und eine Bratwurst. Die waren in Gesellschaft geraten, hatten einen Haushalt aufgemacht und lange Zeit wohl und in Frieden zusammengelebt. Es war herrlich eingerichtet, jeder hatte seine feste Aufgabe.

Dem Vögelchen oblag es, in den Wald zu fliegen und Holz herbeizuschaffen, das Mäuschen sollte Wasser tragen, Feuer anmachen und den Tisch decken. Die Bratwurst aber sollte kochen, wer am besten kochen kann. Die Bratwurst natürlich, wenn das Gemüse fast fertig war, schlüpfte sie nur einmal durch den Brei oder das Gemüs und schon war es geschmelzt gesalzen und fertig geschmeckt, wenn das Vögelchen heimkam und sein Holz abgelegt hatte, setzten sie sich zu Tisch und nach der Mahlzeit schliefen sie sich satt bis zum nächsten Morgen. Das war ein kostbares Leben, aber wie es so geht, eines Tages traf das Vögelchen im Wald einen anderen Vogel, der lachte es aus.

Du bist ein armer Tropf, sagte er, du musst die schwere Arbeit tun, während die anderen beiden zu Hause im Fett sitzen. Die Maus macht nur ein bisschen Feuer und. Und die Wurst wartet nur, bis das Essen kocht. Dann rührt sie einmal um. Das Vögelchen wurde nachdenklich, kam heim und verlangte, dass sie die Rollen tauschen müssten. Maus und Wurst wehrten sich, aber das Vögelchen war der Herr und setzte es durch, die Lose wurden gezogen. Die Bratwurst musste nun Holz holen, das Mäuschen wurde Koch und der Vogel sollte das Wasser tragen. Was geschah, die Bratwurst zog in den Wald, aber sie blieb zu lange aus, das Vögelchen flog ihr nach und fand, o Schreck, einen Hund am Weg.

Der die Arme Wurst für freies Wildbret gehalten und verschlungen hatte. Das Vögelchen klagte, brachte das Holz heim und erzählte es der Maus. Das Mäuschen wollte nun kochen und wie es die Wurst immer getan hatte, wollte es durch das Gemüse schlüpfen, um es zu fetten, aber kaum war es im Topf. Da blieb es im heißen Brei stecken und verlor Haut, Haar und leben. Als das Vögelchen zum Essen kommen wollte, war kein Koch da in der Aufregung warf das Vögelchen das Holz hin und her, dabei fing das Haus Feuer, das Vögelchen wollte Wasser holen, aber der Eimer fiel in den Brunnen. Und das Vögelchen wurde mit Hinabgezogen und ertrank. Und so war die ganze schöne Gesellschaft auf einmal dahin. Frau Holle, eine Witwe, hatte 2

Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die Hässliche viel lieber, weil sie ihre leibliche Tochter war und die andere musste alle Arbeit tun und das Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen musste sich täglich auf die Große Straße bei einem Brunnen setzen und so viel Spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang, nun trug es sich zu, dass. Dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich über den Brunnen und wollte sie abwaschen, aber sie sprang ihm aus der Hand und fiel hinab.

Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück, sie schalt es aber so unbarmherzig und sprach hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf. Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wusste nicht, was es anfangen sollte. Und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein. Es verlor die Besinnung und als es erwachte, befand es sich auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und viel 1000 Blumen standen.

Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot, das Brot aber rief. Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich. Ich bin schon längst ausgebacken, da trat es Herzu und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus, danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voll Äpfel und rief ihm zu, ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif. Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel fielen wie Regen, bis keiner mehr oben war.

Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm Angst und es wollte Fortlaufen, die alte Frau aber rief ihm nach, was fürchtest du dich, liebes Kind, bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, dann. So soll es dir gut gehen. Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt.

Ich bin die Frau Holle, weil die alte ihm so gut zusprach, so fasste sich das Mädchen ein Herz und willigte ein, es besorgte alles zu ihrer Zufriedenheit. Und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf. Dafür hatte es auch ein gutes Leben kein böses Wort und alle Tage gesottenes und gebratenes. Nun war es eine Zeit lang bei der Frau Holle, da ward es traurig und hatte Heimweh, schließlich sagte es, ich habe den Jammer nach Hause gekriegt und wenn es mir hier unten auch noch so gut geht, dann. So kann ich doch nicht länger bleiben. Frau Holle sagte, es gefällt mir, dass du wieder nach Hause verlangst.

Und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen sie nahm es bei der Hand und führte es vor ein großes Tor, das Tor ward aufgetan und wie das Mädchen gerade darunter Stand, fiel ein gewaltiger Goldregen. Und alles Gold blieb an ihm hängen, so dass es über und über davon bedeckt war. Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist, sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die in den Brunnen gefallen war, da ward das Tor verschlossen und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus, und als es in den Hof kam, war. Saß der Hahn auf dem Brunnen und rief Kikeriki Unsere Goldene Jungfrau ist wieder hie, die

Stiefmutter. Aber als sie sah, wie das Mädchen mit Gold bedeckt war, wollte ihrer faulen Tochter das gleiche Glück verschaffen. Diese musste sich auch an den Brunnen setzen und spinnen. Und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in die Finger und stieß ihre Hand in die Dornhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein.

Sie kam wie die andere auf die schöne Wiese, aber als sie zum Backofen gelangte und das Brot rief, antwortete sie, Da hätt ich Lust, mich schmutzig zu machen und ging weiter. Auch dem Apfelbaum rief sie zu. Du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen, als sie zu Frau Holle kam, fürchtete sie sich nicht vor ihren Zähnen und trat gleich in ihren Dienst. Am ersten Tag tat sie sich noch Gewalt an und war fleißig, aber am zweiten Tag fing sie schon an zu faulenzen und am Dritten noch mehr.

Sie wollte morgens gar nicht aufstehen, das Bett der Frau Holle machte sie auch nicht recht und schüttelte es nicht, dass die Federn flogen. Das Ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf die faule Dirne war wohl zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen. Frau Holle führte sie auch vor das Tor.

Aber als sie darunter stand, Ward statt des Goldes ein großer Kessel voll Pech ausgeschüttet. Das ist zur Belohnung deiner Dienste, sagte die Frau Holle und Schloß das Tor zu. Da kam die faule Heim, ganz mit Pech bedeckt und der Hahn auf dem Brunnen rief Kikeriki. Unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie. Das Pech aber blieb fest an ihr Hängen und wollte ihr Lebtag nicht abgehen.

Die 7 Raben es war einmal ein Mann, der hatte 7 Söhne und noch immer kein Töchterchen, so sehr er es sich auch wünschte. Endlich gab ihm seine Frau wieder Hoffnung, und als das Kind zur Welt kam, war es ein Mädchen. Die Freude war groß, aber das Kind war klein und schwächlich und sollte wegen seiner Schwäche sogleich getauft werden.

Der Vater schickte einen der Knaben eilends zur Quelle, um Taufwasser zu holen, die anderen 6 liefen mit. Und weil jeder der Erste beim schöpfen sein wollte, so fiel ihnen der Krug in den Brunnen hinab. Da standen sie und wussten nicht, was sie tun sollten, und keiner getraute sich heim, als sie nicht zurückkamen, wurde der Vater ungeduldig und sprach, gewiß haben sie es über ein Spiel vergessen, die gottlosen Jungen.

Er hatte Angst, das Mädchen müsste Ungetauft sterben. Und im Zorn rief er, ich wollte, dass die Jungen alle zu Raben würden. Kaum war das Wort ausgesprochen, so hörte er ein Geschirr über seinem Haupt in der Luft und sah 7 Kohlschwarze Raben auf und Davonfliegen, die Eltern konnten die Verwünschung nicht mehr zurücknehmen.

Und so traurig sie über den Verlust ihrer 7 Söhne waren, so trösteten sie sich doch einigermaßen mit ihrem lieben Töchterchen, das bald zu Kräften kam und alle Tage schöner wurde. Es wusste lange Zeit nicht einmal, dass es Geschwister gehabt hatte, bis es eines Tages hörte, wie die Leute sprachen, das Mädchen ist wohl schön. Aber es ist doch schuld an dem Unglück seiner 7 Brüder. Da ward es ganz betrübt, ging zu Vater und Mutter und fragte, ob es denn Brüder gehabt habe.

Die Eltern konnten das Geheimnis nicht länger bewahren, sagten aber, es sei so Gottes Verhängnis gewesen und sie trage keine Schuld. Das Mädchen aber machte sich täglich Gewissen darüber und dachte, es müsse seine Brüder wieder erlösen. Es hatte keine Ruhe mehr, bis es sich heimlich aufmachte und in die weite Welt ging, um seine Brüder irgendwo aufzuspüren und zu befreien, es koste, was es wolle. Es nahm nichts mit, als ein Ringlein von seinen Eltern zum Andenken ein Laib Brot für den Hunger, ein krüglein Wasser für den Durst und ein Stühlchen für die Müdigkeit. Nun ging es immerzu weit, weit bis an das Ende der Welt, da kam es zur Sonne und.

Aber die war zu heiß und schrecklich und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und kam zum Mond, aber der war gar zu kalt und auch grausam. Und als er das Kind sah, sprach er, ich rieche, ich rieche Menschenfleisch, da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen. Die waren ihm freundlich und gut und jeder saß auf seinem besonderen Stühlchen.

Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hündchenbeinchen und sprach, wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen und im Glasberg, da sind deine Brüder. Das Mädchen nahm das Beinchen. Wickelte es wohl in ein Tüchlein und ging wieder fort, bis es an den Glasberg kam. Das Tor war verschlossen und es wollte das Beinchen hervorholen, aber als es das Tüchlein aufmachte, so war es leer. Es hatte das Geschenk der guten Sterne verloren. Was sollte es nun anfangen?

Seine Brüder wollte es retten und hatte keinen Schlüssel zum Glasberg, das gute Schwesterchen nahm ein Messer, schnitt sich sein kleines Fingerchen ab, steckte es in das Schloss und schloss glücklich auf, als es eingetreten war, kam ihm ein Zwerglein entgegen, das sagte Mein Kind. Was suchst du hier? Ich suche meine Brüder, die 7 Raben, der Zwerg sprach, die Herren Raben sind nicht zu Haus, aber wenn du warten willst, so tritt ein danach brachte der Zwerg die Speise der Raben auf 7 tellerchen und in 7 Becherlein.

Und von jedem Tellerchen aß das Schwesterchen ein Bröckchen und aus jedem Becherlein trank es ein Schlückchen in den letzten Becher aber ließ es das Ringlein fallen, das es mitgenommen hatte, auf einmal hörte es in der Luft ein Geschwirr und ein Gewehe, da sprach der Zwerg, jetzt kommen die Herren Raben heimgeflogen. Da kamen sie, wollten essen und trinken und suchten ihre Tellerchen und Becher.

Da sprach einer nach dem anderen. Wer hat von meinem Tellerchen gegessen, wer hat aus meinem Becherlein getrunken, das ist eines Menschen Mund gewesen, und als der Siebente an den Grund des Bechers kam, da rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, dass es ein Ring von Vater und Mutter war und sprach, Gott gebe unser Schwesterlein wäre da, so wären wir erlöst wie das Mädchen, das hinter der Tür stand und Horchte, den Wunsch hörte, so trat es hervor, und alsbald erhielten alle Raben ihre menschliche Gestalt wieder, und sie herzten und küßten einander. Und zogen fröhlich zusammen heim. Rotkäppchen es war einmal eine kleine, süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur

ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte, einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt. Und weil ihm das sowohl Stand und es nichts anderes mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen eines Tages sprach seine Mutter zu ihm komm. Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter hinaus, sie ist krank und schwach und wird sich damit laben, geh ordentlich und lauf nicht vom Weg ab.

Sonst fällst du und Zerbrichst das Glas und die Großmutter hat nichts. Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf, wie nun Rothkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf Rothkäppchen aber wusste nicht, was das für ein bösartiges Thier war und fürchtete sich nicht vor ihm.

Guten Tag, Rotkäppchen, sprach der Wolf schönen dank Wolf wo hinaus so früh Rotkäppchen zur Großmutter was trägst du unter der Schürze Kuchen und Wein gestern haben wir gebacken, da soll sich die kranke Großmutter etwas Gutes tun. Rotkäppchen, wo wohnt deine Großmutter noch? Eine gute Viertelstunde weiter im Wald unter den 3 großen Eichbäumen, da steht ihr Haus, der Wolf dachte bei sich das zarte junge Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die alte, er ging ein Weilchen neben Rotkäppchen her, dann sprach er. Rotkäppchen, sieh einmal die schönen Blumen, die Ringsumher stehn.

Warum guckst du dich nicht um? Ich glaube, du hörst gar nicht wie die Vöglein so lieblich singen, du gehst ja für dich hin, als wenn du zur Schule gingst. Und es ist so lustig draußen im Wald. Rotkäppchen schlug die Augen auf und. Und als es sah, wie die Sonnenstrahlen durch die Bäume hin und her tanzten und alles voll schöner Blumen stand, dachte es, wenn ich der Großmutter einen frischen Strauß mitbringe, der wird ihr auch Freude machen.

Es lief vom Wege ab in den Wald hinein und suchte Blumen, der Wolf aber ging schnurstracks zum Hause der Großmutter und klopfte an die Tür. Wer ist draußen der? Rotkäppchen ich bringe Kuchen und Wein, mach auf, drück nur auf die Klinke, rief die Großmutter. Ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.

Der Wolf drückte auf die Klinke, die Tür sprang auf und er ging, ohne ein Wort zu sprechen, geradezu an das Bett der Großmutter und verschluckte sie. Dann tat er ihre Kleider an. Setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und zog die Vorhänge vor. Rotkäppchen aber war herumgelaufen nach Blumen, und als es so viel zusammen hatte, dass es keine mehr tragen konnte, fiel ihm die Großmutter wieder ein, als es zum Hause kam, wunderte es sich, dass die Tür offen stand und wie es in die Stube trat.

Kam es ihm so seltsam darin vor? Ei, du mein Gott, dachte es, wie ängstlich wird mir s heute zumut und bin sonst so gerne bei der Großmutter, es ging zum Bett und zog die Vorhänge zurück, da lag die Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so Wunderlich aus, Ei Großmutter, was hast du für große Ohren? Dass ich dich besser hören kann, ei Großmutter, was hast du für große Augen, dass ich dich besser sehen kann, ei Großmutter, was hast du für große Hände, dass ich dich besser packen kann, aber Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul, dass ich dich besser fressen kann. Kaum hatte der Wolf das gesagt, so that er einen Satz, aus dem Bette und verschlang das arme

Rothkäppchen wie der Wolf sein Gelüsten gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing an, Überlaut zu schnarchen. Der Jäger ging gerade an dem Haus vorbei und dachte, wie die alte Frau schnarcht, du musst doch sehen, ob ihr etwas fehlt. Er trat in die Stube und wie er vor das Bett kam, so sah er, dass der Wolf darin lag.

Finde ich dich hier, du alter Sünder, sagte er, ich habe dich schon lange gesucht, nun wollte er sein Gewehr anlegen, da fiel ihm ein, der Wolf könnte die Großmutter gefressen haben und sie wäre noch zu retten. Er nahm eine Schere und fing an, dem schlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden, wie er ein paar Schnitte getan hatte. Da sah er das rote Käppchen leuchten und wie er noch ein wenig schnitt, da sprang das Mädchen heraus und rief, ach, wie war ich erschrocken, was war es so dunkel in dem Wolf seinem Leib und dann kam die alte Großmutter auch noch lebendig heraus.

Rothkäppchen aber holte geschwind große Steine. Damit füllten sie dem Wolf den Leib, und wie er aufwachte, wollte er fortspringen aber die Steine waren so schwer, dass er gleich niedersank und sich todtfiel da waren alle 3 vergnügt und rothkäppchen dachte, du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir's die Mutter verboten hat. Die Bremer Stadtmusikanten, es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward.

Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen. Aber der Esel merkte, dass kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen. Dort, dachte er, kannst du ja stadtmusikant werden, als er ein Weilchen gegangen war, fand er einen Jagdhund am Wege liegen, der Jappte wie einer, der sich müde gelaufen hat, nun, was jappst du so Pack an, fragte der Esel.

Ach, sagte der Hund, weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde. Auch auf der Jagd nicht mehr fort kann, hat mich mein Herr wollen totschlagen. Da hab ich Reißaus genommen, aber womit soll ich nun mein Brot verdienen? Weißt du was sprach der Esel ich gehe nach Bremen und werde dort stadtmusikant.

Geh mit mir und laß dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute und du schlägst die Pauken. Der Hund war's zufrieden und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so saß da eine Katze am Weg und machte ein Gesicht wie 3 Tage Regenwetter. Nun, was ist dir in die Quere gekommen, Alter Bartputzer, fragte der Esel. Wer kann da lustig sein, wenn es einem an den Kragen geht, antwortete die Katze, weil ich nun zu Jahren komme, meine Zähne stumpf werden und ich lieber hinter dem Ofen sitze und spinne als nach Mäusen herumjage, hat mich meine Frau ersäufen wollen. Ich habe mich zwar noch fortgemacht, aber guter Rat ist teuer, wo soll ich hin?

Geh mit uns nach Bremen, du verstehst dich doch auf die Nachtmusik, da kannst du ein Stadtmusikant werden. Die Katze hielt das für gut und ging mit, danach kamen die 3 Landesflüchtigen an einem Hof vorbei, da saß auf dem Tor der Haushahn und schrie aus Leibeskräften, du schreist einem durch Mark und Bein sprach der Esel, was hast du vor, da hab ich gut Wetter prophezeit, sagte der Hahn.

Und nun hat die Frau doch kein Erbarmen und hat der Köchin gesagt, sie wollte mich morgen in der Suppe essen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solang ich noch kann, ei was sagte der Esel, zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall, sie konnten aber die Stadt Bremen an einem Tag nicht erreichen.

Und kamen abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum, die Katze und der Hahn machten sich in die Äste, der Hahn aber flog bis in die Spitze, wo es am sichersten für ihn war, ehe er einschlief, sah er in der Ferne ein Lichtchen brennen und.

Und rief seinen Gesellen zu, es müsse nicht weit davon ein Haus sein, denn es scheine ein Licht. Der Esel sprach, so müssen wir uns aufmachen und noch hingehen, denn hier ist die Herberge schlecht. Sie machten sich auf den Weg nach der Stelle, wo das Licht war und sahen es bald heller schimmern. Bis sie vor ein hell erleuchtetes Räuberhaus kamen. Der Esel als der Größte schaute zum Fenster hinein. Was siehst du, Grauschimmel, fragte der Hahn, was ich sehe, antwortete der Esel einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken und Räuber sitzen daran. Und lassen sich's wohl sein.

Da beratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müssten, um die Räuber hinauszujagen, und endlich fanden sie ein Mittel. Der Esel musste sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels Rücken springen, die Katze auf den Hund klettern. Und endlich flog der Hahn hinauf und setzte sich der Katze auf den Kopf.

Wie das Geschehen war, fing sie auf ein Zeichen insgesamt an, ihre Musik zu machen, der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze Miaute und der Hahn krähte, dann stürzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, dass die Scheiben klirrten. Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe, meinten nicht anders als ein Gespenst käme herein und flohen in größter Furcht in den Wald hinaus.

Nun setzten sich die 4 Gesellen an den Tisch und aßen, was übrig geblieben war, als wenn sie 4 Wochen hungern sollten. Als sie fertig waren, löschten sie das Licht aus und suchten sich jeder eine Schlafstätte nach seiner Natur. Der Esel legte sich auf den Mist, der rund hinter die Tür, die Katze auf den Herd bei die warme Asche und der Hahn setzte sich auf den Balken und weil sie müde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie auch bald ein. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von Weitem sahen, dass kein Licht mehr im Hause brannte, sprach der Hauptmann, wir hätten uns doch nicht sollen ins Bockshorn jagen lassen. Er schickte einen herbei, um das Haus zu untersuchen. Der Abgesandte fand alles still,

ging in die Küche und wollte ein Licht anzünden. Und weil er die glühenden, feurigen Augen der Katze für lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze verstand keinen Spaß, sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak er gewaltig und wollte zur Hintertür hinauslaufen, aber der Hund, der da lag, sprang auf und biss ihn ins Bein und. Und als er über den Hof an dem Misthaufen vorbeirennen wollte, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Schlag mit dem Hinterfuß.

Der Hahn aber, der vom Lärm munter geworden war, rief vom Balken herab Kikeriki, da lief der Räuber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und sprach, ach, in dem Hause sitzt eine greuliche Hexe. Die hat mich angehaucht und mir mit ihren langen Fingern das Gesicht zerkratzt und vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungetüm.

Das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen und oben auf dem Dache, da sitzt der Richter, der rief bringt mir den Schelm her, da machte ich, dass ich fortkam. Von nun an Getrauten sich die Räuber nicht mehr in das Haus. Den 4. Bremer Stadtmusikanten gefiel S. Aber sowohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten und der das zuletzt erzählt hat. Dem ist der Mund noch warm, der singende Knochen es war einmal ein Land, darin klagte man über ein gewaltiges Wildschwein und. Das den Bauern die Äcker Umwühlte, das Vieh tötete und den Menschen den Leib aufriss.

Der König versprach jedem, der das Land von dieser Plage befreien würde, eine große Belohnung, ja, er sagte sogar, wer das Tier töte, solle seine einzige Tochter zur Frau haben. Nun gab es 2 Brüder, Söhne eines armen Mannes. Die meldeten sich zu dem Wagnis. Der älteste war listig und gescheit, tat es aber aus Hochmut, der Jüngste war unschuldig und dumm, tat es aber aus gutem Herzen.

Der König sagte, damit sie das Tier sicherer fänden, sollten sie von 2 entgegengesetzten Seiten in den Wald gehen. Wie nun der Jüngste ein Stück Wegs gegangen war, trat ein kleines Männlein zu ihm. Das hielt einen schwarzen Spieß in der Hand und sprach, diesen Spieß gebe ich dir, weil dein Herz unschuldig und gut ist. Damit kannst du getrost auf das wilde Schwein losgehen, es wird dir kein Leid antun.

Das geschah auch so, als. Als das Tier auf den Jüngling Losrannte, hielt er den Spieß entgegen und das Schwein rannte in seinem blinden Zorn so gewaltig hinein, dass ihm das Herz entzweigeschnitten wurde. Er nahm das Ungetüm auf die Schulter und machte sich auf den Heimweg, um dem König seinen Fang zu bringen. Als er auf der anderen Seite des Waldes ankam, stand da ein Haus, worin sich die Leute mit Wein und Tanz lustig machten. Sein älterer Bruder war dort eingekehrt und meinte, das Schwein liefe ihm wohl nicht weg, als er nun den Jüngeren sah, wie er mit der Beute aus dem Wald kam, da überfiel ihn der Neid und die Bosheit seines Herzens ließ ihm keine Ruhe. Er rief ihm zu.

Komm herein, lieber Bruder, Ruh dich aus und stärke dich mit einem Becher Wein. Der Jüngere, der nichts Böses dachte, ging hinein und erzählte von dem guten Männlein und dem Spieß. Abends gingen sie zusammen fort und als sie in der Dunkelheit an eine Brücke über einen Bach kamen. Ließ der Ältere den Jüngeren vorangehen und als er mitten auf der Brücke war, gab er ihm von hinten einen Schlag, dass er tot niedersank er grub ihn unter der Brücke in den Sand ein, nahm das Schwein und brachte es dem König, wobei er vorgab, er hätte es getötet.

Darauf erhielt er die Königstochter zur Frau. Als der jüngere Bruder nicht wiederkam, sagte man, das Wildschwein wird ihn wohl zerrissen haben und jeder glaubte es. Aber vor Gott ist nichts verborgen. Nach vielen Jahren trieb ein Schäfer einmal seine Herde über die Brücke und sah unten im Sande ein Knöchelchen liegen, das war so schneeweiß, dass er dachte, es gäbe ein gutes Mundstück für sein Horn.

Er stieg hinab, hob es auf und schnitzte sich ein Mundstück daraus. Als er es aber zum erstenmal an den Mund setzte und blasen wollte, da fing das Knöchelchen zu seinem großen Erstaunen von selbst an zu singen, ach du liebes schäferlein, du bläst auf meinem Knöchelein, mein Bruder hat mich erschlagen. Unter der Brücke begraben um das wilde Schwein für des Königs Töchterlein.

Was für ein wunderliches Horn, sagte der Schäfer. Das von selber singt, das muß ich dem Herrn König bringen, als er damit vor den König trat, fing das Horn wieder sein Liedchen an, der König verstand es wohl. Er ließ den Boden unter der Brücke aufgraben und da kam das ganze Gerippe des Erschlagenen zum Vorschein.

Der böse Bruder konnte die Tat nicht leugnen, er wurde in einen Sack genäht und lebendig ersäuft, die Gebeine des Gemordeten aber wurden auf den Kirchhof in ein schönes Grab gelegt. Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine glückshaut Umhatte, so ward ihm geweissagt, es werde im 14. Jahr die Tochter des Königs zur Ehe haben. Es trug sich zu, dass der König bald darauf in das Dorf kam, und als er hörte, dass ein Glückskind geboren sei und. Wurde er neidisch und kaufte den Eltern das Kind für viel Gold ab?

Er legte es in eine Schachtel und warf es in einen tiefen Fluss, denn er dachte, von diesem unebenen Freier habe ich meine Tochter erlöst. Aber die Schachtel versank nicht, sondern schwamm wie ein Schiffchen bis zu einer Mühle, wo ein müllerknabe sie aus dem Wasser fischte. Der Müller und seine Frau hatten keine Kinder und erzogen den Knaben als ihren eigenen Sohn. Nach 14 Jahren kam der König zufällig wieder zur Mühle und erkannte das Glückskind, er schrieb einen Brief an die Königin und gab ihn dem Jüngling mit, sobald der Knabe mit diesem Schreiben ankommt, soll er getötet und begraben werden. Und das alles soll geschehen sein, ehe ich zurückkomme? Der Jüngling verirrte sich aber

im Wald und kam nachts zu einem Räuberhaus die Räuber fanden den Brief, bekamen Mitleid mit dem schönen Knaben und schrieben einen neuen Brief, der Jüngling solle sogleich mit der Königstochter vermählt werden. Als der Jüngling am Hof ankam, wurde er so prächtig empfangen, dass die Hochzeit sofort gefeiert wurde, der König aber, als er heimkam, Gerieth außer sich vor Zorn und sprach, wer meine Tochter haben will, der muss mir erst aus der Hölle 3 goldene Haare vom Haupte des Teufels holen. Das Glückskind fürchtete sich nicht und machte sich auf den Weg.

Unterwegs kam er an eine Stadt, da fragte ihn der Wächter, warum ist unser Brunnen, aus dem sonst Wein floß, vertrocknet? Das sollt ihr erfahren, sagte er. Wenn ich zurückkomme, dann kam er an eine andere Stadt. Dort stand ein Baum, der früher goldene Äpfel trug und jetzt nicht einmal mehr Blätter hatte, das.

Auch dort versprach er die Antwort. Zuletzt kam er an ein großes Wasser, wo ihn der Fährmann überfahren musste. Dieser fragte, Warum muss ich immerzu überfahren und werde niemals erlöst, wart bis zu meiner Rückkunft, sagte der Jüngling. In der Hölle angekommen, fand er den Teufel nicht zu Hause.

Aber seine Ellermutter saß da in einem großen Sorgenstuhl. Sie hatte Mitleid mit dem Jüngling, verwandelte ihn in eine Ameise und versteckte ihn in ihren Rockfalten. Als der Teufel heimkam, legte er seinen Kopf in den Schoß der Ellermutter und schlief ein, da riß sie ihnen das erste goldene Haar aus au. Schrie der Teufel, was hast du?

Ich habe schlecht geträumt, sagte sie mir träumte ein Marktbrunnen, aus dem Wein floß sei vertrocknet, haha, lachte der Teufel, wenn sie die Kröte unter dem Stein im Brunnen töten, dann fließt der Wein wieder, so riß sie ihm auch das zweite und dritte Haar aus und entlockte ihm die Antworten für den Baum und. Und den Fährmann am Morgen, als der Teufel wieder fort war, nahm der Jüngling die 3 goldenen Haare und machte sich auf den Heimweg.

Dem Baum sagte er, eine Maus nage an der Wurzel, dem Brunnen nannte er die Kröte und dem Fährmann sagte, er gib dem nächsten, der herüber will, die Stange in die Hand, dann bist du frei und er muß fahren. Mit viel Gold beladen kam er zum König zurück. Der König nun gierig nach den Schätzen, wollte auch in die Hölle, um Gold zu holen.

Er kam zum Wasser, der Fährmann reichte ihm die Stange, und da musste der König zur Strafe für alle Ewigkeit hin und her fahren. Das Glückskind aber lebte mit der Königstochter in lauter Herrlichkeit und Freude. Läuschen und Flöhchen, Läuschen und Flöhchen, die wohnten zusammen in einem Hause und Bräuten Bier in einer Eierschale. Da fiel das Läuschen hinein und verbrannte sich. Darüber fing das Flöhchen an, laut zu schreien, da sprach die Haustür.

Flöhchen was schreist du so Läuschen hat sich verbrannt, da fing die Tür an zu Knarren, ein Besen in der Ecke hörte das und fragte Tür, warum knarrst du so, soll ich nicht Knarren läuschen hat sich verbrannt Flöhchen weint, da fing der Besen an, entsetzlich zu kehren. Da kam ein Wägelchen vorbei und sprach Besen. Warum kehrst du so soll ich nicht kehren läuschen hat sich verbrannt, Flöhchen weint, die Tür knarrt, da sprach das Wägelchen, dann will ich rennen und fing an zu rennen, was es konnte, da sprach der Mistpfuhl, an dem es vorbeirannte. Wägelchen, warum rennst du so soll ich nicht rennen läuschen hat sich verbrannt Flöhchen weint die Tür knarrt, der Besen kehrt, da sprach der Mistpfuhl,

dann will ich brennen und fing an, in hellem Feuer zu rauchen, da stand ein Baum daneben, der sprach Mistpfuhl. Warum brennst du so? Soll ich nicht brennen? Läuschen hat sich verbrannt, Flöhchen weint, die Tür Knarrt, der Besen kehrt, das Wägelchen rennt, da sprach der Baum, dann will ich mich schütteln und schüttelte sich, dass alle seine Blätter abfielen, da sah ein Mädchen mit seinem Wasserkrücklein herankommen und sprach Baum.

Warum schüttelst du dich? So soll ich nicht schütteln. Läuschen hat sich verbrannt, Flöhchen weint, die Tür Knarrt, der Besen kehrt, das Wägelchen rennt, der Mistpfuhl brennt, da sprach das Mädchen, dann will ich mein Krüglein zerbrechen und zerbrach sein Krüglein. Da sprach das Brünnlein, aus dem das Wasser floß. Mädchen, warum zerbrichst du dein Krüglein soll ich nicht zerbrechen Läuschen hat sich verbrannt Flöhchen weint, die Tür Knarrt, der Besen kehrt, das Wägelchen rennt, der Mistpfuhl brennt, der Baum schüttelt sich.

Oho, sagte das Brünnlein, dann will ich fließen und es fing so gewaltig an zufließen, dass alles im Wasser ertrank. Das Mädchen, der Baum, der Mistpfuhl, das Wägelchen, der Besen, die Haustür, das Flöhchen und das Läuschen miteinander, der gescheite Hans. Die Mutter spricht Hans, wo gehst du hin? Hans antwortet zu Gretel, Mach's ordentlich, Hans wird's schon machen Ade, Mutter Ade Hans Hans kommt zu Gretel Guten Tag Gretel guten Tag Hans, Was bringst du Gutes bringe nichts, will was haben.

Gretel schenkt dem Hans eine Nadel, Hans spricht Ade, Gretel Ade, Hans Hans nimmt die Nadel, steckt sie in einen Heuwagen und geht hinterher nach Haus. Guten Abend, Mutter, guten Abend Hans, wo bist du gewesen bei der Gretel, was hast du ihr gebracht? Nichts gebracht habe was gekriegt. Was hat dir die Gretel gegeben eine Nadel gegeben, wo hast du die Nadel Hans in den Heuwagen gesteckt, das hast du dumm gemacht, Hans, Du hättest die Nadel in den Ärmel stecken sollen, wird's besser machen beim nächsten Mal gibt Gretel dem Hans ein Messer, Hans nimmt das Messer. Steckt es in den Ärmel und geht nach Haus? Wo hast du das Messer Hans in den Ärmel gesteckt? Das hast du dumm gemacht, Hans,

du hättest das Messer in die Tasche stecken sollen, wird's besser machen, das nächste Mal schenkt Gretel dem Hans ein junges Zicklein Hans nimmt das Zicklein, zwängt es in die Tasche und als er zu Haus ankommt, ist das Tierchen erstickt. Das hast du dumm gemacht, Hans, du hättest das Zicklein an einen Strick binden sollen, wird's besser machen, beim nächsten Mal gibt Gretel dem Hans ein Stück Speck, Hans nimmt den Speck, bindet ihn an einen Strick und zieht ihn hinter sich her, die Hunde kommen und fressen den Speck auf. Das hast du dumm gemacht, Hans, du hättest den Speck auf den Kopf tragen sollen, wird's besser machen. Das nächste Mal schenkt Gretel dem Hans ein Kalb, Hans nimmt das Kalb, setzt es sich auf den

Kopf, aber das Kalb tritt ihm ins Gesicht und läuft weg, das hast du dumm gemacht, Hans. Du hättest das Kalb in den Stall führen und an die Krippe binden sollen. Wird's besser machen. Zuletzt geht Hans zu Gretel Ade, Gretel Ade, Hans, Was bringst du Gutes, bringe nichts, will was haben, Gretel spricht, ich will mit dir gehen.

Hans nimmt die Gretel, führt sie heim, bindet sie im Stall an die Krippe und wirft ihr Gras vor. Dann geht er zur Mutter. Guten Abend, Mutter, guten Abend, Hans, wo bist du gewesen bei der Gretel, was hast du ihr gebracht, nichts gebracht, sie ist mitgegangen, wo hast du die Gretel gelassen? Hab sie an den Strick gebunden, in den Stall geführt und Gras vorgeworfen. Das hast du dumm gemacht, Hans, du hättest ihr mit freundlichen Augen zusehen sollen, wird's besser machen. Hans geht in den Stall, sticht allen Kälbern und Schafen die Augen aus und wirft sie der Gretel ins Gesicht, da wird die Gretel böse, reißt sich los und läuft davon. Und die Braut ist Hans wieder los. Die 3 Sprachen in der Schweiz

lebte einmal ein alter Graf, der hatte nur einen einzigen Sohn, aber der war dumm und konnte nichts lernen, da sprach der Vater, höre mein Sohn, ich bringe nichts in deinen Kopf, ich mag es anfangen, wie ich will. Du musst fort von hier. Ich will dich einem berühmten Meister übergeben, der soll es mit dir versuchen.

Der Jüngling wurde in eine fremde Stadt geschickt und blieb ein ganzes Jahr bei dem Meister, als er wieder heim kam, fragte der Vater nun mein Sohn, was hast du gelernt, Vater? Ich habe gelernt, was die Hunde bellen, wenn sie sich unterhalten, dass Gott erbarm, rief der Vater. Ist das alles, ich schicke dich zu einem zweiten Meister.

Dort lernte der Junge ein Jahr lang, was die Vögel sprechen. Der Vater tobte, schickte ihn aber ein drittes Mal fort. Und nach einem weiteren Jahr kam der Sohn zurück und sagte, Lieber Vater, ich habe gelernt, was die Frösche quaken. Da geriet der Vater in den höchsten Zorn, rief seine Leute und sprach, dieser Mensch ist mein Sohn nicht mehr, ich verstoße ihn und gebiete euch, dass ihr ihn hinaus in den Wald führt und ihm das Leben nehmt. Die Leute führten ihn hinaus, aber als es soweit war, hatten sie Mitleid und ließen ihn laufen. Der Jüngling wanderte fort und kam an eine Burg, wo er um Nacht Herberge bat.

Der Burgherr sagte Ja, wenn du unten im alten Turm schlafen willst, so geh hin, aber ich warne dich, es ist lebensgefährlich. Denn es sind wilde Hunde darin, die unaufhörlich bellen und heulen und zu gewissen Stunden müssen sie einen Menschen ausgeliefert haben, den sie sofort verzehren. Der Jüngling aber fürchtete sich nicht und ging hinunter, als er zu den Hunden kam.

Bissen sie ihn nicht, sondern wedelten mit den Schwänzen und sprachen zu ihm. Am nächsten Morgen kam er unversehrt wieder hervor und sagte dem Burgherrn, die Hunde haben mir alles erzählt, sie sind durch einen Fluch gebunden, einen großen Schatz zu bewachen, der unten im Turm liegt und sie kommen erst zur Ruhe, wenn er gehoben ist.

Er tat, was die Hunde ihm gesagt hatten, hob den Schatz. Und von da an war die Gegend von der Plage befreit. Nach einiger Zeit kam es ihm in den Sinn, nach Rom zu reisen, auf dem Weg kam er an einem Sumpf vorbei, in dem Frösche saßen und quakten er Horchte auf, und als er hörte, was sie sagten, wurde er ganz nachdenklich und traurig.

Zu eben dieser Zeit war in Rom der Papst gestorben und man wusste nicht, wen man zum Nachfolger wählen sollte. Da beschlossen die Kardinäle, dass derjenige Papst werden sollte, an dem sich ein göttliches Wunder offenbare, als der Jüngling gerade in die Kirche trat, flogen plötzlich 2 schneeweiße Tauben auf seine Schultern und blieben dort sitzen. Das Volk sah darin das Zeichen Gottes und fragte ihn, ob er Papst werden wolle.

Er zauberte erst, doch die Tauben redeten ihm zu, und so sagte er, endlich ja, da wurde er geweiht und gesalbt, und damit war genau das eingetroffen, was er unterwegs von den Fröschen gehört und was ihn so bestürzt hatte er. Dass er der Heilige Vater werden sollte. Und weil er die Messe singen mußte und kein Wort davon wußte, saßen die 2 Tauben stets auf seinen Schultern und sagten ihm alles ins Ohr. Die kluge Elsa, es war ein Mann, der hatte eine Tochter, die hieß die kluge Elsa.

Als sie erwachsen war, sprach der Vater. Wir wollen sie verheiraten. Ja, sagte die Mutter, wenn nur einer käme, der sie haben wollte. Endlich kam einer von weit her, der hieß Hans, er wollte sie aber nur heiraten, wenn sie auch wirklich so klug wäre, wie alle sagten, O. Sprach der Vater, die hat den Verstand im Kopf und. Als sie nun alle beim Essen saßen, sagte die Mutter, Elsa Geh in den Keller und hol Bier.

Die kluge Elsa nahm die Kanne von der Wand, ging in den Keller und klapperte mit dem Deckel, damit ihr die Zeit nicht lang würde. Unten angekommen, setzte sie sich vor das Fass und ließ das Bier laufen, während sie so wartete, sahen ihre Augen an der Wand hin und her und. Und da erblickte sie über sich eine Kreuzhacke, die die Maurer dort hängen gelassen hatten. Da fing die kluge Elsa an zu weinen und sprach, wenn ich den Hans heirate, und wir kriegen ein Kind und das Kind wird groß und wir schicken es in den Keller, um Bier zu zapfen, so fällt ihm die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt es tot. Da saß sie und weinte aus Leibeskräften über das künftige Unglück.

Oben warteten sie auf das Bier, aber die Elsa kam nicht, da schickte die Mutter die Magd hinunter, die Magd fand Elsa weinend vor dem Fass und fragte Elsa, warum weinst du? Ach, sagte sie. Soll ich nicht weinen, wenn ich den Hans heirate und wir kriegen ein Kind und das Kind geht bierzapfen, so fällt ihm die Hacke auf den Kopf.

Da sagte die Magd, Was haben wir für eine kluge Elsa setzte sich daneben und fing auch an zu weinen, dann kam der Knecht, dann die Mutter. Dann der Vater einer nach dem anderen, hörten sie die Geschichte von der Hacke und alle setzten sich hin und schrien mit. Was haben wir für eine kluge Elsa, der Hans blieb oben allein sitzen, und als niemand wiederkam, ging er selbst hinunter, als er sie alle im Chor heulen sah und den Grund erfuhr, sprach er. Mehr Verstand ist für meinen Haushalt nicht nötig, weil du so eine kluge Elsa bist.

So will ich dich haben. Er nahm sie bei der Hand, führte sie hinauf und feierte Hochzeit. Nach einer Zeit sagte Hans Frau, ich gehe arbeiten und verdiene Geld, geh du auf das Feld und schneide das Korn, damit wir Brot haben. Elsa ging hinaus, kochte sich aber erst einen Brei und nahm ihn mit. Auf dem Feld angekommen, aß sie erst den Brei und dachte, dann soll ich erst schneiden oder erst schlafen, ich will erst schlafen, da legte sie sich ins Korn und schlief fest. Ein Hans kam nach Hause, aber Elsa war nicht da. Er ging zum Feld und sah sie dort liegen und schlafen, während das Korn ungeschnitten stand. Da lief er heim, holte ein Vogelgarn mit kleinen Schellen und hängte es ihr um, während

sie weiter schlief, dann ging er heim, schloss die Haustür zu und setzte sich an seine Arbeit. Endlich, als es schon ganz dunkel war, wachte die kluge Elsa auf, wie sie Aufstand, fingen die Schellen an zu klingeln. Bim bam, bim bam. Da erschrak sie und wurde irre an sich selbst. Sie wusste nicht, ob sie wirklich die kluge Elsa wäre oder nicht, sie sprach, bin ich's oder bin ich's nicht? Sie wusste es nicht zu beantworten und stand eine Zeitlang ganz zweifelhaft.

Endlich dachte sie, ich will nach Hause gehen und fragen, ob ich's bin, sie kam vor die Haustür, aber die war verschlossen, da klopfte sie an das Fenster und rief Hans ist die Elsa drinnen. Ja, antwortete Hans, Sie ist drinnen und. Da erschrak sie und sprach. Ach Gott, dann bin ich's nicht. Sie lief vor eine andere Tür, aber die Leute, die das Geklingel der Schellen hörten, machten nicht auf. So lief sie aus dem Dorf hinaus und man hat sie niemals wiedergesehen, der Schneider im Himmel. Es trug sich zu, dass der Liebe Gott an einem schönen Tag in dem Himmlischen Garten spazieren gehen wollte und alle Apostel und Heiligen mitnahm, so dass niemand mehr im Himmel zurückblieb als der Heilige

Petrus. Da klopfte es an das himmelstor, Petrus fragte, Wer ist da und was willst du? Ich bin ein armer, ehrlicher Schneider, antwortete eine feine Stimme, der um Einlass bittet. Ehrlich sagte Petrus, wie der Dieb am Galgen, du hast wohl lange Finger gemacht und den Leuten das Tuch abgestohlen du kommst nicht in den Himmel, der Herr hat mir verboten, jemanden einzulassen, solange er draußen ist. Der Schneider aber bat so inständig und sagte, er sei doch nur ein kleiner armer Kerl und wolle sich in einen Winkel setzen, wo ihn niemand sehe.

Dass Petrus endlich weich wurde und ihn einließ. Als der Schneider nun im Himmel war, fing er an Herumzuspazieren und sah sich alles genau an, schließlich kam er an den Ort, wo der Liebe Gott saß, wenn er über die Welt regierte. Da stand ein prächtiger goldener Sessel, und wer darin saß, konnte alles sehen, was auf der Erde geschah.

Der Schneider konnte der Versuchung nicht widerstehen, er setzte sich in den Sessel und schaute hinab, er sah eine alte Frau an einem Bach stehen, die Wusch Wäsche und stahl heimlich 2 Schleier für sich selbst. Da überlief den Schneider ein heiliger Zorn. Er packte einen goldenen Fußschemel, der vor dem Sessel stand, und warf ihn mit aller Gewalt aus dem Himmel hinab auf die alte Diebin.

Da hast du's, du Langfinger. Bald darauf kam der Liebe Gott mit seinem Gefolge zurück, er bemerkte sofort, dass der Schemel fehlte und fragte Petrus, wo er geblieben sei. Der Schneider musste vortreten und gestehen, was er getan hatte. Da sprach der liebe Gott, du Narr, wenn ich so richten wollte wie du, wie meinst du, dass es dir ergangen wäre? Ich hätte schon lange keine Stühle, Bänke und nicht einmal den Schürhaken mehr hier oben, sondern alles nach den Sündern hinabgeworfen du kannst nicht im Himmel bleiben, du. Geh wieder hinaus vor das Tor und sieh zu, wo du bleibst. Hier regiere ich allein, der Schneider musste wieder fort und weil er seine Schuhe zerrissen hatte, nahm er Nadel und Faden und nähte sich neue, bis er an

sein Ende kam. Tischchen, Deck dich Goldesel und Knüppel aus dem Sack. Vor Zeiten war ein Schneider, der 3 Söhne hatte und nur eine einzige Ziege, weil die Ziege sie alle mit ihrer Milch ernährte, musste sie jeden Tag auf die Weide geführt werden, aber die Ziege war ein boshaftes Tier, wenn der älteste Sohn sie den ganzen Tag auf den besten Wiesen geweidet hatte und sie abends fragte Zieglein bist du satt? So antwortete sie Wovon sollt ich satt sein? Ich sprang nur über Gräbelein und fand kein einzig blättelein mä mä.

Der Vater glaubte der Ziege, wurde zornig und jagte alle 3 Söhne nacheinander aus dem Haus, der älteste Sohn ging zu einem Schreiner in die Lehre. Als seine Zeit um war, schenkte ihm der Meister ein kleines, unscheinbares Holztischchen. Er sagte, Wenn du zu ihm sagst, Tischchen, Deck dich, so stehen augenblicklich die herrlichsten Speisen darauf.

Der Jüngling war froh und wollte nach Hause, kehrte aber unterwegs in einem Wirtshaus ein. Der neugierige Wirt sah das Wunder. Und als der Geselle nachts schlief, vertauschte er das Zaubertischchen gegen ein gewöhnliches. Zu Hause wollte der Sohn sein Kunststück zeigen, aber das Tischchen blieb leer, der Vater lachte ihn aus und der Sohn merkte erst jetzt, dass er betrogen worden war.

Der zweite Sohn war bei einem Müller in die Lehre gegangen und erhielt zum Abschied einen Esel. Es ist kein gewöhnlicher Esel, sagte der Meister. Wenn du ihn auf ein Tuch stellst und Bricklebrit sagst, so speit er vorne und hinten lauter Goldstücke aus. Auch dieser Sohn kehrte bei demselben Wirt ein, der Wirt schlich ihm nach, sah den Goldregen und vertauschte in der Nacht den Esel gegen ein gewöhnliches Grautier. Als der Sohn zu Hause dem Vater sein Gold zeigen wollte, passierte natürlich gar nichts.

Außerdem, was Esel sonst so fallen lassen. Wieder wurde der Schneider zornig über seine unnützen Söhne, der dritte Sohn aber war bei einem Drechsler in die Lehre gegangen, seine Brüder hatten ihm geschrieben, wie der Wirt sie betrogen hatte. Als seine Lehrzeit um war, schenkte ihm der Meister einen Sack und sagte, in dem Sack liegt ein Knüppel. Wenn dir jemand zu nahe tritt, sagst du nur Knüppel aus dem Sack, dann springt er heraus und tanzt den Leuten so lange auf dem Rücken herum, bis du sagst, Knüppel in den Sack und der Sohn kam zum selben Wirtshaus und Tat so, als hätte er riesige Schätze im Sack.

Der gierige Wirt schlich sich nachts in sein Zimmer, um den Sack zu stehlen, aber der Jüngling war wach und rief Knüppel aus dem Sack, da fuhr der Knüppel heraus und klopfte dem Wirt das Fell, dass er schrie und um Gnade bat er. Ich gebe alles zurück, schrie er nur, laß den Teufel wieder in den Sack. Der Sohn nahm das Tischchen und den Goldesel an sich und zog heim zu seinem Vater.

Da wurde ein großes Fest gefeiert, das Tischchen deckte sich, der Esel spie Gold und der Vater brauchte nie wieder zu arbeiten. Und die Ziege? Der Vater hatte ihr vor Zorn den Kopf kahl geschoren, da schämte sie sich und verkroch sich in ein Fuchsloch, bis sie schließlich von einer Biene in den Kopf gestochen wurde und auf und davon rannte. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch daumenstick.

Ein armer Bauersmann saß abends am Herd und schürte das Feuer, während seine Frau neben ihm spann. Da sprach er. Wie traurig ist es, dass wir keine Kinder haben, es ist so still bei uns. Ja, antwortete die Frau, und wenn es nur ein einziges wäre und wenn es auch nur so groß wäre wie ein Daumen.

So wollte ich schon zufrieden sein. Nun geschah es, dass die Frau nach 7 Monaten ein Kind gebar, das war vollkommen an allen Gliedern, aber nicht länger als ein Daumen, sie nannten es daumesdick, er war ein kluges und flinkes Ding, dem alles gelang, was er anfing. Eines Tages wollte der Bauer in den Wald gehen, um Holz, Zufällen und klagte, dass niemand da sei, der ihm den Wagen, Nachfahre o. Vater rief.

Daumes dick, das will ich schon tun, laß mich nur machen. Der Vater lachte, aber als die Zeit kam, setzte sich der Kleine dem Pferd ins Ohr und rief ihm zu, wo es hingehen sollte, Jü und hott. 2 fremde Männer sahen den Wagen ohne Kutscher fahren und folgten ihm erstaunt, als sie den winzigen Kerl sahen, dachten sie an das große Geld, das man mit ihm verdienen könne und wollten ihn dem Vater abkaufen.

Daumes Dick flüsterte seinem Vater ins Ohr, Verkauf mich nur, ich will schon wieder kommen so verkaufte ihn der Vater für ein schönes Stück Gold. Daumestick wanderte mit den Männern aber bei der ersten Gelegenheit schlüpfte er in ein Mauseloch. Guten Abend, meine Herren, geht nur ohne mich heim, rief er ihnen zu und lachte sie aus, er fand eine leere Schneckenhöhle als Nachtquartier, wurde aber bald von 2 Dieben geweckt, die in das Haus des Pfarrers einbrechen wollten. Daumestick bot sich als Helfer an. Ich will ins Haus kriechen und euch die Sachen durchs Fenster hinausreichen.

Im Haus aber machte er einen solchen Lärm und schrie so laut wollt ihr alles haben, was hier ist, dass die Magd aufwachte und die Diebe die Flucht ergriffen. Doch das Unglück schlief nicht daunus dick legte sich ins Heu. Wurde aber am Morgen mit Samt dem Heu von einer Kuh gefressen. In ihrem Magen war es eng und dunkel, als der Pfarrer die Kuh schlachten ließ, kam der Magen auf den Misthaufen und ein hungriger Wolf verschlang ihn mit samt Daumesdick, aber Daumesdick verlor den Mut nicht, er rief aus dem Bauch des Wolfes.

Lieber Wolf, ich weiß einen Ort, wo du dich satt essen kannst. Er lockte den gierigen Wolf direkt in die Vorratskammer seines Vaters. Dort fraß sich der Wolf so dick, dass er nicht mehr durch das Loch hinaus konnte, durch das er hineingekommen war. Nun fing Daums dick an, im Bauch des Wolfes einen gewaltigen Lärm zu machen.

Der Vater kam mit der Axt herbei, hieb dem Wolf den Leib auf und da sprang Daumesdick gesund und munter heraus. Ach, lieber Sohn, wo bist du gewesen, Vater, ich war im Mauseloch im Bauch einer Kuh und im Wanst eines Wolfes, nun bleibe ich bei euch. Da gaben sie ihm zu essen und zu trinken und ließen ihn nie wieder fort.

Die Hochzeit der Frau Füchsin erstes Stück es war einmal ein alter Fuchs mit 9 Schwänzen, der glaubte, seine Frau wäre ihm nicht treu, er wollte sie auf die Probe stellen, streckte sich unter die Bank. Rührte kein Glied und tat, als wäre er mausetot. Frau Füchsin ging in ihre Kammer und ihre Magd, die Jungfer Katze, saß auf dem Herd und kochte, da klopfte es an die Tür, Jungfer, Katze, seid ihr da, kocht ihr Schüssel, kocht ihr Schale, ich koche fleischbrocken in Wasser. Wollt ihr Gast sein?

Nein, sagte der Freier, wieviel Schwänze hat der Herr Fuchs? 9 antwortete Die Katze, hat er nur einen, so will ich ihn nicht so kamen viele Füchse vorbei, einer mit 2, einer mit 3. Aber Frau Füchsin wollte keinen der nicht 9 Schwänze hatte wie der alte Herr. Endlich kam einer, der hatte auch 9. Nun mach die Tür auf, rief Frau Füchsen und jagt den alten Herrn hinaus.

Aber gerade als sie Hochzeit halten wollten, regte sich der alte Herr unter der Bank, prügelte das ganze Gesindel mitsamt der Frau Füchsen aus dem Hause und jagte sie fort. Zweites Stück. Als der alte Herr Fuchs nun wirklich gestorben war, kam ein Wolf als Freier herbei und klopfte an. Guten Tag, Frau Katzen, wie kommt es, dass ihr so alleine sitzt?

Ich sitze und drehe einen goldenen Zwirn, wollt ihr Frau Füchsin freien der Wolf sagte ja, aber als Frau Füchsin fragte. Hat er auch so schöne rote Höschen an und ein so spitzes Mäulchen wie der Selige Herr Fuchs? Da hieß es, nein, dann kann er wieder gehen. Nach dem Wolf kamen ein Hund, ein Hirsch, ein Bär und ein Löwe, aber keiner war ihr Recht.

Endlich kam ein junger Herr Fuchs. Hat er rote Höschen an und ein spitzes Mäulchen? Ja, das hat er, dann lasst ihn herein, da wurde die Hochzeit ausgerichtet und man tanzte und sang und wenn sie nicht aufgehört haben, dann tanzen sie noch heute die Wichtelmänner es war ein Schuster. Der war ohne seine Schuld so arm geworden, dass ihm zuletzt nichts mehr übrig blieb, als Leder zu einem einzigen Paar Schuhe.

Am Abend schnitt er die Schuhe zu, die wollte er am nächsten Morgen in Arbeit nehmen, er legte sich ruhig zu Bett und befahl sich dem lieben Gott an, als er am Morgen aufstand und sich an die Arbeit setzen wollte, ging. Da standen die Schuhe schon ganz fertig auf seinem Tisch. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte.

Die Schuhe waren so sauber gearbeitet, dass kein Stich daran falsch war. Bald darauf kam ein Käufer, dem die Schuhe so gut gefielen, dass er mehr als gewöhnlich dafür bezahlte, und der Schuster konnte nun Leder zu 2 Paaren kaufen. Das ging sofort. Was er abends Zuschnitt, war morgen fertig, eines Abends kurz vor Weihnachten sprach der Mann zu seiner Frau.

Wie wär's, wenn wir heute Nacht wach blieben, um zu sehen, wer uns solche Hilfe leistet? Sie steckten sich in eine Ecke hinter die Kleider und warteten, als es Mitternacht war, gab. Kamen 2 kleine, niedliche nackte Männlein setzten sich auf den Tisch und fingen an, mit ihren Fingerchen so flink zu stechen und zu hämmern, dass der Schuster vor staunen die Augen nicht abwenden konnte. Als alles fertig war, sprangen sie schnell davon, am nächsten Morgen sprach die Frau.

Die kleinen Männer haben uns reich gemacht, wir müssten ihnen doch auch eine Freude machen. Sie laufen so nackig herum und müssen frieren, sie nähte ihnen kleine Hemdchen, Röcklein und Höschen und der Schuster machte 2 paar winzige Schülein dazu. Am Abend legten sie die Geschenke statt des Leders auf den Tisch, um Mitternacht kamen die Wichtelmänner und.

Und als Sie die schönen Kleider sahen, freuten sie sich unbändig. Sie zogen sie an, tanzten auf den Stühlen und sangen sind wir nicht knabenglatt und fein, was sollen wir länger Schuster sein, dann tanzten sie zur Tür hinaus und kamen niemals wieder. Dem Schuster aber ging es gut, solange er lebte, Herr Korbes. Es waren einmal ein Hähnchen und ein Hühnchen, die wollten zusammen eine Reise machen, da baute das Hähnchen einen schönen Wagen, der hatte 4 rote Räder und spannte 4 Mäuschen davor. Das Hühnchen setzte sich mit dem Hähnchen auf den Wagen und sie fuhren miteinander fort.

Nicht lange. So begegnete ihnen eine Katze und fragte, wo wollt ihr hin? Hähnchen antwortete, Wir fahren zu dem Herrn Korbes seinem Haus, nehmt mich mit gerne, setz dich hinten auf, damit du vorne nicht herabfällst dann kam noch ein Mühlstein, ein Ei, eine Ente. Eine Stecknadel und zuletzt eine Nähnadel. Die setzten sich alle auf den Wagen und fuhren mit. Als sie aber zu dem Haus des Herrn Korbes kamen, war der Herr Korbes nicht zu Haus, da suchten sie sich alle ein Plätzchen, die Mäuschen schoben den Wagen in die Scheune, das Hühnchen flog mit dem Hähnchen auf eine Stange. Die Katze setzte sich in den Kamin, die Ente in den Wasserzuber, das Ei wickelte sich in das Handtuch, die Stecknadel steckte sich in das

Sesselkissen, die Nähnadel sprang mitten in das Kopfkissen und der Mühlstein legte sich über die Tür. Da kam der Herr Korbes nach Haus. Er ging an den Kamin und wollte Feuer anmachen. Da warf ihm die Katze die Asche in die Augen, er lief geschwind in die Küche, um sich zu waschen, da spritzte ihm die Ente das Wasser ins Gesicht, er wollte sich am Handtuch abtrocknen, aber das Ei rollte ihm entgegen, zerbrach und verklebte ihm die Augen. Er wollte sich ausruhen und setzte sich in seinen Sessel. Da stach ihn die Stecknadel, da wurde er ganz bös, warf sich auf sein Bett, aber wie er den Kopf aufs Kissen legte, stach ihn die Nähnadel, da schrie er auf und wollte ganz verzweifelt aus dem Haus rennen, aber wie er an die

Haustür kam, sprang der Mühlstein herunter und schlug ihn tot. Der Herr Korbes muss ein sehr böser Mann gewesen sein, der Herr Gevatter, ein armer Mann, hatte so viel Kinder, dass er schon alle Welt zu Gevatter gebeten hatte und als er noch 1 bekam, so war niemand mehr übrig, den er bitten konnte. Er wusste nicht, was er anfangen sollte. Legte sich in seiner Betrübnis nieder und schlief ein. Da träumte ihm, er sollte vor das Tor gehen und den ersten, der ihm begegnete, zu Gevatter bitten, als er aufgewacht war, beschloss er, dem Traume zu folgen, ging hinaus vor das Tor und den ersten, der ihm begegnete, bat er zu Gevatter, der Fremde schenkte ihm ein Gläschen mit Wasser und sagte. Das ist ein wunderbares Wasser.

Damit kannst du die Kranken gesund machen. Du musst nur sehen, wo der Tod steht. Steht er beim Kopf, so gib dem Kranken von dem Wasser und er wird gesund werden. Steht er aber bei den Füßen, so ist alle Mühe vergebens, er muss sterben. Der Mann konnte von nun an immer sagen, ob ein Kranker zu retten war oder nicht. Ward, berühmt durch seine Kunst und verdiente viel Geld. Einmal ward er zu dem Kind des Königs gerufen, und als er eintrat, sah er den Tod bei dem Kopfe stehn und heilte es mit dem Wasser und so war es auch bei dem zweiten Mal. Aber das dritte Mal stand der Tod bei den Füßen, da musste das Kind sterben.

Der Mann wollte doch einmal seinen Gevatter besuchen und ihm erzählen, wie es mit dem Wasser gegangen war. Als er aber ins Haus kam, war eine so wunderliche Wirtschaft darin auf der ersten Treppe zankten sich Schippe und Besen und schmissen gewaltig aufeinander los, er fragte sie, wo wohnt der Herr Gevatter, der Besen antwortete eine Treppe höher. Als er auf die zweite Treppe kam, sah er eine Menge toter Finger liegen.

Er fragte, Wo wohnt der Herr Gevatter, einer aus den Fingern antwortete, eine Treppe höher auf der dritten Treppe lag ein Haufen toter Köpfe, die Wiesen ihn wieder eine Treppe höher auf der vierten Treppe sah er Fische über dem Feuer stehn da. Die Britzelten in der Pfanne und backten sich selber. Sie sprachen auch eine Treppe höher und als er die fünfte Hinaufgestiegen war, so kam er vor eine Stube und guckte durch das Schlüsselloch, da sah er den Gevatter, der ein paar lange Hörner hatte, als er die Türe aufmachte und Hineinging, legte sich der Gevatter geschwind aufs Bett.

Und deckte sich zu. Da sprach der Mann, Herr Gevatter, was ist für eine wunderliche Wirtschaft in eurem Hause? Als ich auf eure erste Treppe kam, so zankten sich Schippe und Besen miteinander und schlugen gewaltig aufeinander los. Wie seid ihr so einfältig, sagte der Gevatter, das war der Knecht und die Magd, die Sprachen miteinander. Aber auf der zweiten Treppe sah ich tote Finger liegen. Ei, wie seid ihr albern, das waren Skorzen Erwurzeln auf der dritten Treppe lag ein Haufen Totenköpfe, dummer Mann, das waren Krautköpfe, auf der vierten sah ich Fische in der Pfanne, die Britzelten und backten sich selber. Wie er das gesagt hatte, kamen die Fische und trugen sich selber auf.

Und als ich die fünfte Treppe heraufgekommen war, guckte ich durch das Schlüsselloch einer Tür und da sah ich euch Gevatter und ihr hattet lange Hörner, ei, das ist nicht wahr. Dem Mann wurde Angst und er lief fort und wer weiß, was ihm der Herr Gevatter sonst angetan hätte das. Frau Trude, Es war einmal ein kleines Mädchen, das war eigensinnig und vorwitzig, und wenn ihm seine Eltern etwas sagten, so gehorchte es nicht. Eines Tages sagte es, ich habe schon so viel von der Frau Trude gehört, ich will einmal zu ihr gehen, die Eltern verboten es ihm streng und sagten.

Die Frau Trude ist eine böse Frau, die gottlose Dinge treibt. Aber das Mädchen achteten nicht darauf und ging doch hin, als es bei Frau Trude ankam, fragte diese, warum bist du so bleich? Ach, antwortete das Mädchen und zitterte am ganzen Leib. Ich habe mich so erschrocken über das, was ich gesehen habe.

Was hast du denn gesehen? Ich sah auf eurer Treppe einen schwarzen Mann, das war ein Köhler, sagte die Frau Trude. Dann sah ich einen grünen Mann, das war ein Jäger. Dann sah ich einen blutroten Mann, das war ein Metzger. Ach, Frau Trude, mir grauste es. Ich sah durch das Fenster und sah nicht euch, sondern den Teufel mit feurigem Kopf.

Oho, sagte sie, dann hast du die Hexe in ihrem rechten Schmuck gesehen, ich habe schon lange auf dich gewartet, du sollst mir jetzt leuchten, da verwandelte sie das Mädchen in einen Holzblock und warf ihn ins Feuer, und als er in voller Glut war, setzte sie sich davor. Wärmte sich und sprach. Das leuchtet einmal hell, der Gevatter tot.

Ein armer Mann hatte 12 Kinder und musste Tag und Nacht arbeiten, um ihnen nur Brot zu geben. Als nun das 13. Zur Welt kam, wusste er sich in seiner Not nicht zu helfen und lief hinaus auf die große Landstraße. Er wollte den ersten, der ihm begegnete, zum Gevatter bitten. Der erste, der ihm begegnete, war der Liebe Gott. Gott sprach armer Mann, ich will dein Kind aus der Taufe heben und für sein Glück auf Erden sorgen. Der Mann fragte, Wer bist du, ich bin der liebe Gott, so begehr ich dich nicht zum Gevatter. Sagte der Mann.

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