
BAYRAKTAR + BAYRAKTAR - True Crime and Law· Staffel 1· Folge 27
Ihr Sohn wurde zum Mörder: Müssen jetzt die Eltern ins Gefängnis?
Samstag, 15. August 2026 · 32 min
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Shownotes
# 27: 🎙️ Ein 15-Jähriger bringt eine Pistole mit in die Schule und erschießt einen gleichaltrigen Mitschüler. Der Jugendliche ist inzwischen rechtskräftig wegen Mordes verurteilt.
Doch damit ist der Fall nicht beendet.
Denn die Tatwaffe stammt aus dem Schlafzimmer seiner Eltern.
Jetzt stehen Mutter und Vater selbst vor dem Landgericht Offenburg. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet" "fahrlässige Tötung und Verstöße gegen das Waffengesetz".
Aber wie weit reicht die strafrechtliche Verantwortung von Eltern?
Reicht es aus, dass eine Waffe nicht ordnungsgemäß gesichert war? Oder muss den Eltern konkret nachgewiesen werden, dass sie damit rechnen konnten, dass ihr eigener Sohn die Waffe an sich nimmt und einen Menschen tötet?
Genau an dieser Frage scheiden sich auch bei uns die juristischen Geister.
Rechtsanwältin Nurcan Bayraktar und Rechtsanwalt sowie Strafverteidiger Sayil Bayraktar analysieren den Fall.
Wir sprechen über den Prozess gegen die Eltern, die entscheidende Frage der Vorhersehbarkeit, den Vergleich zum Amoklauf von Winnenden und eine aktuelle Entscheidung des Bundesgerichtshofs.
Und dann nimmt das Verfahren eine überraschende Wendung:
Der wegen Mordes verurteilte Sohn will gegen – oder für – seine eigenen Eltern aussagen.
Was wusste er über die Waffe? Wie kam er an den Schlüssel? Und vor allem: Was wussten seine Eltern wirklich?
Ein Fall über eine der schwierigsten Grenzen des Strafrechts:
Wo endet tragische Mitverantwortung – und wo beginnt strafbare Schuld?
🎧 BAYRAKTAR & BAYRAKTAR – True Crime & Law
Rechtsanwältin Nurcan Bayraktar.
Rechtsanwalt& Strafverteidiger Sayil Bayraktar.
Zwei Perspektiven. Ein echter Fall.
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🎙️ True Crime. Strafrecht. Realität. Ohne Beschönigung.
Hinweis: Gegen die Eltern liegt bislang kein rechtskräftiges Urteil vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Ein Tresor in einem Kleiderschrank, ein Schlüssel, dessen Versteck angeblich nur ein Mensch kannte, und eine einzige Frage, an der sich im Jahr 2026 alles entscheidet, konnten 2 Eltern ahnen, dass ihr eigenes Kind mit ihrer Waffe einen anderen Menschen töten würde. Achtung, nicht, hätten Sie es verhindern können, sondern.
Mussten sie damit rechnen, der Junge, der geschossen hat, ist längst verurteilt, rechtskräftig bestätigt vom höchsten deutschen Strafgericht. Doch auf der Anklagebank sitzt jetzt nicht er, sondern seine Mutter und sein Vater, nicht weil sie abgedrückt haben, sondern weil die Pistole aus ihrem Schlafzimmer kam. By Dop tad Und somit herzlich Willkommen zu einer neuen Podcast Folge von Bairactar and bairactar True Crime and Law.
Ich bin Rechtsanwalt und Strafverteidiger Soul Bairactar und zu meiner Rechten ist wie immer. Rechtsanwältin Nojan Directors Wir führen gemeinsam eine Kanzlei. Zudem sind wir Partner in True Crime und Partner in Love, denn wir sind verheiratet und ja, wir. Führen. Gemeinsam eine Kanzlei. Das. Habe ich schon gesagt. Ach so.
Okay sorry, ich war kurz gedanklich weg, weil die Woche war wirklich anstrengend. Ich hatte bundesweit 7 Gerichtsverhandlungen verteilt, gefühlt in allen Bundesländern. Aber sonst hätte ich nur 16 gehabt. Deswegen waren es nicht in allen Bundesländern, es war nur in 4 Bundesländern und heute. Geht es?
Um die vielleicht schwerste Grenze im Strafrecht. Denn heute reden wir über Verantwortung und Schuld. Du hast den Fall vorbereitet, leg mal los. Ja, ich habe in der Tat heute einen sehr außergewöhnlichen Fall mitgebracht und. Beginnen wir zunächst damit, was passiert ist. Es ist der 9. November 2023 ein gewöhnlicher Schulalltag an der Waldbachschule in Offenburg. Das ist eine sonderpädagogische Schule. Am Vormittag fallen in einem Klassenraum Schüsse, ein damals fünfzehnjähriger Schüler hat eine Pistole mitgebracht und. Und damit tötet er einen gleichaltrigen Mitschüler mit Schüssen in den Kopf.
Das Kind stirbt leider kurz darauf im Krankenhaus und der Schütze versucht anschließend, einen selbst gebauten Brandsatz zu zünden. Das misslingt ihm ein zufällig in der Schule anwesender Vater schafft es, den Jugendlichen zu entwaffnen und dann kommen auch schon. Polizeibeamten vorbei und nehmen ihn fest.
Und dieser Mann, also der Vater, wurde später mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet. Ein Motiv ist bis heute nie wirklich klar geworden, denn die Frage hier lautet, wenn schon das Motiv des Schützen im Dunkeln bleibt, wie sollen dann die Eltern es vorhergesehen haben und. Zudem ist der juristische.
Weg dieses Falles ungewöhnlich lang im Juli 2024 verurteilt das Landgericht Offenburg den Jugendlichen nach 12 Verhandlungstagen wegen Mordes und wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu 8 Jahren, 9 Monaten Jugendstrafe. Das Mordmerkmal war die Heimtücke und das Gericht. Sah das Opfer als. Arg und wehrlos an die Verteidigung legte dagegen Revision ein, aber ohne Erfolg, denn im März 2025 bestätigt der Bundesgerichtshof das Urteil.
Damit ist die Verurteilung des Sohnes rechtskräftig. Über ihn ist entscheiden endgültig. Es gab dann noch sogar ein drittes Verfahren, denn im August 2024 verurteilte das Amtsgericht Offenburg einen Sechzehnjährigen, weil er von der geplanten Tat gewusst, sie aber nicht angezeigt haben soll. Die Auflage waren Erziehungsgespräch und weitere jugendpsychiatrische Behandlung, beide Jugendverfahren liefen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil beide Jugendliche waren und jetzt 2026. Haben wir das Vierte?
Kapitel, und das ist sozusagen. Juristisch das heikelste, nämlich der Prozess gegen die Eltern von dem damaligen Fünfzehnjährigen. Genau, denn seit dem 14. April 2026 behandelt die zweite Große Strafkammer des Landgerichts Offenburg der Vorwurf gegen die Eltern lautet fahrlässige Tötung und Verstöße gegen das Waffengesetz.
Im Falle einer Verurteilung drohen den Eltern 6 Monate bis 5 Jahre Haft. Aber an dieser Stelle würde ich kurz einschieben, was fahrlässige Tötung juristisch überhaupt heißt, damit wir alle vom gleichen Reden. Machen wir das ist in 222 Strafgesetzbuch. Geregelt. Wenn jemand den Tod eines Menschen verursacht, ohne ihn zu wollen, und er dabei in eine Sorgfalt verletzt, die ihn getroffen hätte, ist er bei einer fahrlässigen Tötung und der Strafrahmen?
Geht wie du es. Gesagt hast bis zu 5 Jahren. Ja, und das prüft man in ein paar Schritten. Gab es eine Sorgfaltspflichtverletzung, war sie ursächlich? Für den Tod und. Das ist hier der entscheidende Schritt. War dieser Tod vorhersehbar, und zwar objektiv? Und genau diese Frage wird für die Eltern gestellt.
Bei uns kommt die Pflicht aus dem Waffengesetz, wer eine Schusswaffe hat, muss sie so sichern, dass Unbefugte nicht rankommen, also sprich verschlossen, getrennt von der Munition, einfach sicher aufbewahrt, aber die Pflichtverletzung reicht eben halt nie aus, dass. Es muss auch vorhersehbar gewesen sein, dass genau dieser Verstoß zu genau diesem Tod führt.
Und das bemisst sich nach dem, was diese Eltern wussten. Das ist auch hier. Genau der Knackpunkt der Story. Ja, und was wirft denn die Anklage nun den Eltern konkret vor? Warum sollen die hier verurteilt werden, eventuell? Die Anklage wirft den Eltern vor, in einem Tresor in einem Kleiderschrank ihres Schlafzimmers ohne hinreichende Zugriffssicherung für Dritte eine Pistole samt Munition sowie ein unzulässig unzulässig verändertes Luftdruckgewehr aufbewahrt zu haben, und zwar ohne. Jetzt kommt die erforderliche Erlaubnis, denn der. Waffenbesitz in Deutschland?
Bedarf ja einer gesonderten Erlaubnis und diese hatten die Eltern nicht. Also der Waffenbesitz war von vornherein illegal und. Genau mit dieser Pistole soll dann der Sohn den Mitschüler erschossen haben, nachdem er sie samt Munition aus dem Safe entnommen hat. Und dieser Junge soll. Sich am Tatmorgen krank?
Gemeldet haben, als die Mutter das Haus verlassen hat, soll er dann zum. Tresor. Gegangen sein, den Tresorschlüssel an sich genommen haben und ich betone das. Wörtchen soll, weil das ist. Nicht amtlich bestätigt, sondern lediglich eine Behauptung. Ja, und wenn wir schon dabei sind, wie immer für die Eltern, gilt die Unschuldsvermutung. Es gibt bis heute kein Urteil gegen sie. Genau am ersten Verhandlungstag.
Äußerte sich der Vater und er zeigte sich erschüttert und sagte sinngemäß, er könne bis heute einfach nicht glauben, dass er nun ein Kind habe, das getötet hat und die Welt werde nie wieder in Ordnung für ihn sein. Und ich finde, das ist irgendwie keine Verteidigungsrede und auch nichts abgesprochenes mit den Verteidigern.
Das ist einfach. Ein gebrochener Mann. Ja, verständlich. Die Mutter schwieg zunächst zu dem ganzen, ihr Verteidiger kündigte jedoch an, dass sie sich im Laufe der Verhandlungen noch äußern werde. Damit blieb offen, wie sie zu den Waffen im Haus stand, und das ist eben der Hauptpunkt dieser. Juristischen Frage. Ja, vor allem hier.
Kommt ein Satz, der die Verteidigung am meisten Schmerzen dürfte? Eine Zeugenaussage legte nahe. Dass die Waffen im Haushalt. Schon in der Vergangenheit für Unfrieden sorgten und eventuell doch kein Geheimnis waren. Genau. Und wenn das alles stimmt, bröckelt natürlich die Linie. Niemand wusste vom Versteck.
Und die Mutter des getöteten Jungen sitzt als Nebenklägerin im Saal und hört sich all das mit an. Das ist natürlich alles auch noch mal für sie sehr emotional gewesen. Ich möchte hier kurz eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erwähnen, die brandaktuell durch die Fachwelt geht. Beschluss vom 3. Dezember 2025 und für alle interessierende sage ich auch das Aktenzeichen, das ist 4 STR 331 aus 25. Der Fall dahinter ein Büchsenmacher also, sprich ein Waffenhändler, überließ einem Kunden eine erlaubnispflichtige Pistole, obwohl der noch gar keine Waffenbesitzgrade hatte. Beide dachten, die Erlaubnis komme bald und Monate später erschoss genau dieser Kunde mit der Waffe seine Lebensgefährtin und das Landgericht verurteilte
den Händler wegen fahrlässiger Tötung. Und der BGH hob das auf, denn die Kernaussage war, und das ist. Für Offenburg. Auch entscheidend der illegale oder sorgfaltswidrige Umgang mit einer Waffe genügt für sich allein nicht. Vorhersehbar ist nur, was der Handelnde nach seinen persönlichen Kenntnissen in der konkreten Lage erkennen konnte, nicht die abstrakte Gefahr macht strafbar, sondern die konkrete erkennbare. Und jetzt?
Ein Unterschied, den man nicht verwischen darf. Der BGH Fall war ein Fall des Überlassens jemand gibt eine Waffe aktiv in fremde Hand. Unsere Offenburger Fall ist ein Fall der Aufbewahrung, der Sohn hat sich die Waffe selbst genommen. Genau, und das ist juristisch nicht dasselbe. Die waffenrechtliche Pflicht ist eine andere, aber der Maßstab für die fahrlässige Tötung, also sprich die Frage der individuellen Vorhersehbarkeit, der ist wiederum übertragbar. Und genau dieser Maßstab könnte den Eltern entweder nützen oder Schaden.
Ja, aber wenn wir schon dabei sind zu vergleichen, es gibt noch einen anderen Fall. Und wer in Deutschland über elterliche Waffenverantwortung spricht, kommt an diesem Fall nicht vorbei. Winnenden im Jahr 2009 ein Siebzehnjähriger tötete mit der Pistole seines Vaters 15 Menschen und dann sich selbst. Der Vater war Sportschütze, er hatte die Tatwaffe anders als seine übrigen Waffen, unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt.
Das Landgericht Stuttgart verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung in 15 Fällen, und jetzt hört genau hin, warum das für Offenburg so lehrreich ist. Denn im zweiten Durchgang 2013 blieb es bei einem Jahr und 6 Monaten auf Bewährung. Die Kammer Milderte unter anderem deshalb, weil sich nicht erwiesen ließ, dass der Vater tatsächlich Kenntnis von den Tötungsfantasien seines Sohnes hatte, die dieser in Behandlung geäußert hatte.
Und genau das ist ja der Punkt, denn die unsichere Aufbewahrung stand fest. Verurteilt wurde er trotzdem milder, weil die individuelle Kenntnis von der Gefährlichkeit des eigenen Kindes nicht bewiesen war. Und genau diese Frage stellt sich jetzt in Offenburg noch einmal. Und ich lege noch einen Fall drauf, denn in den USA wurden 2024 beide Eltern eines 15 jährigen Schulschützen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, jeweils zu langen Haftstrafen, aber da muss man vorsichtig sein, dieser Fall taugt eher als Kontrast, nicht als Vorbild und ist auch nicht jetzt wirklich heranzuziehen, weil es ja in den USA stattgefunden hat, aber ich möchte das mein Mann uns darstellen. Die Eltern hatten ihrem Sohn die
Tatwaffe dort selbst gekauft und kurz vor der Tat, also praktisch als Geschenk. Und sie hatten aber deutliche dokumentierte Warnsignale ignoriert, sogar noch am Tattag und bei dem Fall war das so, dass das Aktive Kaufen und das Aushändigen plus das Ignorieren von Warnsignalen eine ganz andere Ausgangslage darstellt. Als eine illegal im Tresor verwahrte Waffe, die sich ein Kind heimlich nimmt.
Und das ist natürlich auch n ganz anderes Rechtssystem, wie ich schon gesagt habe, man kann das amerikanische Urteil nicht einfach auf Paragraph 222 STGB übertragen. Ja, aber ich finde, der Vergleich zeigt vor allem 1. Es kommt nicht auf die Empörung an, sondern auf den Grad der individuellen Kenntnis und des eigenen Beitrags.
Und damit kommen wir auch schon zu der Frage der Zurechnung. Ja, dann lass uns doch einfach mal argumentieren. Du bist dagegen, ich bin dafür, lass uns mal einen Schlagabtausch machen. Ja, dann sage ich, ich neige zur Zurechnung und. Denn der Schutzweg der Aufbewahrungsvorschriften ist doch genau dieser, und zwar zu verhindern, dass eine Waffe in unbefugte Hände gerät und Menschen zu Schaden kommen. Und wenn die Sicherung illegal und mangelhaft war und sich exakt diese Gefahr verwirklicht, dann realisiert sich der Schutzzweck der verletzten Normen und das ist der Kern der fahrlässigen Tötung.
Und ich halte dagegen als Verteidiger und aus Überzeugung muss ich es an dieser Stelle sagen, denn ich finde, der Schutzzweck begründet ja genau die Pflicht okay, da bin ich bei dir, aber er ersetzt nicht die Vorhersehbarkeit der konkreten Tat. Ein Kind, das einen Mord plant und heimlich einen Schlüssel entwendet, trifft eine eigene und eine vorsätzliche Entscheidung.
Die Frage ist nicht, ob die Waffe schlecht gesichert war, denn die Frage ist, finde ich, ob diese Eltern oder. Mit einem Tötungsdelikt rechnen mussten oder nicht. Aber willst du damit sagen, dass die vorsätzliche Entscheidung des Sohnes die Zurechnung einfach durchschneidet? Das würde jeden Waffenbesitzer entlasten, dessen Kind eine Tat plant. Nein, nein, nein.
Ich sage, es kommt auf die Warnsignale an und auf die Beweisbarkeit von diesen Warnsignalen. Ein zurückgezogener Jugendlicher, ein Messer, bestimmte Computerspiele, das klingt im Nachhinein immer bedrohlich, aber im Vornhinein. Also das haben ja 10 Tausende Familien täglich, vielleicht sogar werden zum Beispiel neutrale Umstände hier nachträglich dramatisiert, weil wir das Ende kennen. Ja, und selbst wenn, reicht dir das denn für einen Freispruch oder nur für eine Milderung wie in Winnenden? Also ich würde natürlich alles dafür geben, um einen Freispruch rauszuholen, weil es kann ja wohl nicht sein, dass die Tat eines individuellen einfach anderen zugerechnet wird, weil. Die sage ich mal, jetzt die
Waffe nicht gesichert haben oder ein Küchenmesser nicht richtig verstaut haben. Dann ging es ja so weiter, dann dann müsste doch jeder Elternteil, der davon ausgeht, dass bei dem Kind vielleicht irgendwas nicht stimmt und der vielleicht solche Fantasien hat oder sowas, dann müsste man ja alles verstecken im Haus und. Das Kind vielleicht so eine Gummizelle. Stehen ja eben.
Das kann doch nicht sein. Das kann doch niemals zurechenbar sein. Da bin ich überzeugt. Hab ich dich überzeugt? Auf jeden Fall. Ich bin da ganz bei dir jetzt, du hast vollkommen recht. Ja, weil. Also das ist jetzt eine Waffe, eine Schusswaffe. Aber nehmen wir mal an, es war ein Messer. Ja, muss ja keine Waffe in dem Sinne sein. Eben darum kommt es ja nicht drauf an. Es kommt ja auf die vorsätzliche Tragische. Dass die Waffe an sich illegal erworben wurde, das spielt schon mal gar keine Rolle.
Eben. Ja, das. Für eine fahrlässige Tötung meine ich jetzt ja vielleicht, natürlich greifen da andere Straftatbestände, aber dann eine fahrlässige Tötung daraus zu machen, das wäre schon das. Ist doch zu weit. Viel zu weit, ja. Eben dann müsste man doch jeden irgendwie auch verurteilen, der zu einem Küchenmesser zugänglich macht.
Also die Kausalkette ist dann einfach zu weit. Ja, definitiv. Super Leute, ihr. Seht du nicht mehr überzeugen? Danke und vielen Dank an dieser Stelle. Ich fühle mich geschmeichelt. Wir sind uns nicht immer einig, muss ich sagen. Ich hätte. Nicht gedacht, dass ich dich überzeugen werde, um ehrlich zu sein, weil du warst ja am Anfang ja so. Ja, aber jetzt ja.
Ich kann den Punkten wirklich gut folgen und da bin ich wie gesagt ganz bei dir. Aber machen wir mal weiter. Kommen wir mal zum Wendepunkt des Falles. Der Sohn will auch sagen, diese überraschende Wendung kam Anfang Juli 2026 der inhaftierte Sohn will nun doch gegen seine Eltern aussagen und das Landgericht setzte den Prozess daraufhin vorläufig aus, voraussichtlich bis September, und ich habe am.
Am Anfang der Folge noch gedacht das kann alles verändern, denn seine Aussage könnte 3 Dinge klären. Wie woher wusste er vom Versteck des Schlüssels hatte er schon früher Zugriff auf die Waffe und die entscheidende Frage war am Anfang dieser Folge für mich gewesen, welche Warnzeichen kannten die Eltern wirklich? Und ja, und jetzt nach dem was du gesagt hast und nach meiner jetzigen Überzeugung.
Denke ich. Das wird letztlich vielleicht alles doch keine Rolle spielen. Ja, eben. Denn ich muss auch als Verteidiger warnen. Wir haben hier die Aussage oder es steht eine Aussage eines bereits rechtskräftigen verurteilten Menschen über seine eigenen Eltern, also sprich wir haben hier einen Zeugen im Strafprozess, dann mit eigenen Motiven, eigene Belastung, eigene Geschichte mit diesen Eltern und.
Eine solche Aussage ist natürlich goldwert und Dynamit zugleich. Sie müsste dann mit äußerster Vorsicht gewürdigt werden und deswegen wird das im September so spannend. Ja, es könnte natürlich so kommen, dass da andere Details hier eine Rolle gespielt haben. Ja, und ich finde, wir sind. Noch bei der Frage letztendlich, was lässt sich denn hier beweisen, was nicht?
Das ist auch wichtig im Prozess, also sprich. Ja, beweisbar ist ja, dass der Waffenbesitzer auch. Egal war. Ja genau, dass die Sicherung mangelhaft war auch. Und dass der Tod eines Kindes die Folge war, ja, das ist steht alles außer Frage. Und ich finde. Nicht so leicht zu. Beweisen ist genau das Entscheidende, nämlich dass.
Die individuelle Vorhersehbarkeit wussten diese beiden Menschen und jeder für sich genug, um mit einer Tötung rechnen zu müssen und lässt sich das für die Mutter genauso belegen wie für den Vater oder trifft es beide unterschiedlich und genau da trennt sich, wie ich im Einleitungssatz gesagt habe, ja die schwerste Frage Strafrecht von Moral und Moral.
Ich mag vieles natürlich nicht. Empfunden werden aber strafbare Fahrlässigkeit beginnt erst dort, wo die Vorhersehbarkeit konkret nachweisbar ist, nicht schon dort, wo wir rückblickend einfach klüger sind. Und diese Grenze zwischen tragischer Mitverantwortung und strafbarer Schuld, die zu ziehen, ist die eigentliche Aufgabe der Kammer in Offenburg.
Ja, und im September 26 wird der Sohn dann von einem besonderen Shuttle Service des Landes. Von seinem Aufenthalts Aufenthaltsort in den Saal gebracht, in den Saal, in dem seine Eltern dann auf der Anklagebank sitzen für etwas, was er letztendlich getan hat. Und ich finde, mit den ersten Sätzen wird sich dann entscheiden, ob sich aus einer Vermutung ein Beweis darstellen wird.
Ja. Und ich bin wirklich mega gespannt, wie das letztlich ausgehen wird und ob die Kammer das Ganze so sehen wird. Letztlich wie du und ich heute. Also ich habe mich hier schon mit deiner Ansicht hier angefreundet, ich denke das ist wirklich das Logischste überhaupt, aber. Man muss dazu. Aber nicht umsonst wisst ihr ja auch mein Lieblingsstrafrechtler. Vielen Dank.
Aber man muss eines noch dazu sagen. Natürlich ist ein laufender Prozess, ja, wir geben unseren Senf dazu ab, der Prozess an sich, es sind ja einige Verhandlungstage, und es sind noch ganz andere Zeugen geladen, und das klingt ja natürlich, wenn wir da einfach so darüber berichten, so einfach, aber es ist halt ein sehr dynamischer Prozess, mal schauen, was die Staatsanwaltschaft noch für Beweise. In die Verhandlung mit einbringen wird, wie sich das Ganze noch sich entwickeln wird.
Vielleicht gibt es dann noch ja noch andere Zeugen und wir haben ja auch noch den einen Zeugen, der gesagt hat, na ja, es gab ja schon Streit zwischen den Eltern wegen dieser Waffe und die Mutter schweigt ja noch, aber sie wird ja auch schon, also ist ja angekündigt von der Verteidigung, dass eine Einlassung folgen wird, und da wissen wir natürlich nicht, was die Mutter sagen wird, wenn die Mutter dann wiederum vielleicht den Vater belastet, kann sich das natürlich wieder komplett kippen und. Deswegen ist.
Fragen über Fragen und. Aber der Sohn müsste ja auch gar nicht auch sagen, denn er hätte ja hier ein Zeugnisverweigerungsrecht. Er muss ja seine Eltern nicht belasten. Ja, stimmt. Ja, sowohl ja. Die Mutter müsste auch nicht den Vater jetzt belasten, wenn da irgendwas wäre oder andersrum, die sind ja besonders geschützt. Ja, die Familie ist in Deutschland grundrechtlich geschützt und das ist auch gut so. Und zurück zu deinen.
Handlungstagen diese Woche, das war ja eine anstrengende Woche, also für mich auch, aber für dich deutlich anstrengender, weil du hattest so ein brisantes Verfahren am Laufen und da hattest du ja auch ein Erfolgserlebnis, wo ich gedacht hätte, no way, aber. Das war genauso wie heute. Also da habe ich die Richterbank doch dann vom Gegenteil überzeugt. Ja, also ja.
Und es war. Da haben sich deine Verteidigungskünste mal wieder so durchblicken lassen. Also ich muss gestehen, am Anfang hatte ich auch so meine Zweifel, aber der Prozess hat sich dann doch sehr gut für uns gewendet. Es war um das jetzt möglichst natürlich der anwaltlichen Verschwiegenheit gerecht und neutral zu erzählen, der Vorwurf war Steuerhinterziehung in.
Einem sage ich mal größeren Umfang und mein Mandant, der Geschäftsführer einer GmbH. War, wurde wegen Steuerhinterziehung und wegen vorsätzlicher Insolvenzverschleppung angeklagt. Vor einem Landgericht und insgesamt waren es 22 Verhandlungstage und die letzten 4. Waren es die Woche und in der Tat kam ein Freispruch raus, denn man konnte meine Mandanten nicht nachweisen, dass er a vorsätzlich gehandelt hat, B seine Tätigkeiten als Geschäftsführer vernachlässigt und das ist jetzt auch genau der Knackpunkt. Eigentlich auch so ein bisschen das Bindegewebe. Mitglied zu diesem Fall.
Für ihn hätte ja auch vorhersehbar sein müssen, dass die Zahlen sozusagen den Berg runter gehen und er hätte hier Insolvenz anmelden müssen, denn als Geschäftsführer einer GmbH muss man, sobald man merkt okay dem Betrieb geht es schlecht, die GmbH geht den Bach runter innerhalb von 3 Wochen die Insolvenz anmelden bei. Bei Zahlungsunfähigkeit muss man ganz schnell sagen. Ja, da würde ich noch hinzufügen, dass die Frist 6 Wochen bei Überschuldung.
So sieht's aus. Genau. Lange Rede kurzer Sinn, das konnte man ihm nicht zweifelsfrei nachweisen und eine Fahrlässigkeit ließ sich auch nicht beweisen, weshalb ich dann ein Erfolgserlebnis hatte und Freispruch rausgeholt habe. Aber. Die Freude ist in Grenzen, denn die Staatsanwaltschaft hat ja schon Revision angekündigt. Deswegen geht das Leid des Mandanten weiter und meine Arbeit auch.
Es bleibt erst mal abzuwarten, wie sich das Ganze entwickeln wird, aber ich bin froh, endlich mal diesen Prozess hinter mir zu haben. Vorerst. Vorerst zumindest. Ja genau. Aber in der Kanzlei war ja auch einiges los und da habe ich auch schon ein paar lustige Stories gehört. Ja, durchaus. Ich meine inzwischen ist.
Ist es schon keine Seltenheit, dass manchmal mandatsanbahnungen telefonisch erfolgen, die sich dann recht kurios weiterentwickeln? Dazu könnten wir auch einen gesonderten Podcast machen, aber das musst du jetzt unbedingt mal erzählen, damit das alle mal hören. Ja, also stark anonymisiert war es im Groben, so die Mutter.
Eines fünfundzwanzigjährigen Mannes hat bei uns angerufen, wollte unbedingt einen Termin. Sie hat buchstäblich Telefonterror gestartet bei uns, sie hatte ungefähr 8 mal angerufen, soweit ich mich erinnere. Ja, ich weiß. Und dann hat ja die Assistenz mich nach Terminen gefragt, weil mein Terminkalender einfach so voll ist. Und ich hab dann ihr 34 terminvorschläge. Genannt diese bitte weitergeben soll und genau, aber der Termin wurde niemals bestätigt von diesen 3 terminvorschlägen. Und was ist heute passiert?
Er kam einfach vorbei, unvermittelt. Ja, es gab keinen Termin und ja, und dann wurde er aufgehalten von der Assistenz. Sie hat dann ihm gesagt, ja, ich muss noch mal Rücksprache halten, ob man sie jetzt noch mal dran nehmen kann. Ja, ich meine, wir haben halt andere Leute aufs Haus und andere Termine, genau ja, aber er hat sich einfach umgedreht. War beleidigt.
Ein Wort zu sagen und ist gegangen. Und war beleidigt, weil die Mutter den Termin nicht bestätigen lassen hat. Und dann hat die Mutter angerufen. Wie es denn sein kann, dass wir den Sohn wegschicken. Was das für eine Respektlosigkeit ist und was wir uns denn hier rausnehmen und ja, vollgelabert wo ich mir denke, warum ruft nicht dein Sohn an, dein Sohn schafft es ja hier für mehrere 10000€ ein Auto zu kaufen, aber nicht sich einen Termin irgendwie zu machen.
Ja, und ich kam dann raus und dachte mir, was ist jetzt denn hier los? Und danach hat sie noch mal angerufen. Die hat danach dreimal angerufen, weil sie sich, glaube ich, nicht abreagieren konnte. Dann habe ich sie auch mal kurz ausreden lassen. Ich sag's dir, da kommt wieder so eine Google Rezension wie keine Ahnung ich. Schlechte Beratung und hier so und so. Der Empfangsbereich sagt mir nicht zu, hat mir auch mal. Das Interio hat nicht mir gefallen, das ist nicht so einladend.
Haben wir auch als Bewertung Leute, also langer Rede kurzer Sinn, es ist halt wirklich, wir haben mit allen möglichen Menschen zu tun, es gibt natürlich. Auch ganz andere Mannheim das Pflaster. Mannheim. Aber ich fand auch interessant, warum eigentlich der Sohn zu uns kommen wollte. Weißt du das? Ja, bei 10.
Die Mutter hat es der Assistenz erzählt, als sie einen Termin haben wollte. Der Sohn hätte sich einen Luxuswagen gekauft, mehrere 1000€ circa um die 100 und er sei mit diesem Wagen dann kurz nach dem Erwerb in eine Waschstraße gefahren, um das Waschen zu lassen und. Und es sei dann Wasser eingedrungen, weshalb sie denn vermute, dass der Wagen mangelbehaftet ist.
Und nach dem, was ich heute alles miterlebt habe, kann ich mir jetzt nicht so unbedingt vorstellen, dass. Wahrscheinlich hat der. Fehler am Wagen lag, sondern. Okay es ist an der Zeit, dass wir jetzt aufführen, das. Leute. Ich wollte schon noch andere Stories gerade ausgeben. Nein, nein, wir machen.
Jetzt. Wir machen jetzt Schluss. Also vielen Dank, dass ihr bis hierher gehört habt und wenn euch die Folge gefallen hat, dann bitte liken, kommentieren, teilen. Und macht das bitte nicht einfach nur hören also. Also da sind wir auch natürlich auch hören. Natürlich diese Folge. Natürlich hört diese Folge. Wir sind auch froh, aber ein bisschen Interaktion wird uns natürlich auch sehr glücklich machen. Danke auch von meiner Seite aus und. Ich sag schon mal Tschüss und verabschiede mich. Wie immer passt auf euch auf, bleibt vorsichtig und achtsam.