Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 1· Folge 5

#005 Warum Strafen nicht helfen - und was wirklich wirkt

Dienstag, 26. August 2025 · 35 min

MP3

Shownotes

Strafen sollen Kinder dazu bringen, ihr Verhalten zu ändern – doch in Wahrheit erreichen sie oft nur Angst, Widerstand und Machtkämpfe. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Strafen nicht das bewirken, was Eltern sich wünschen, und was stattdessen hilft: natürliche und logische Konsequenzen.
Du erfährst:
• Warum Strafen meist keine echten Lernprozesse auslösen
• Wie du dein Kind liebevoll in die Verantwortung führst, statt es zu kontrollieren
• Wie du typische Alltagssituationen – z. B. beim Arbeiten im Homeoffice oder dem Streit um die Jacke – mit klaren Grenzen und echter Führung lösen kannst
• Warum weniger Erklären und mehr Handeln oft der bessere Weg ist
• Weshalb es nicht streng ist, wenn du dein Kind Konsequenzen spüren lässt – sondern eine wichtige Vorbereitung auf echte Selbstverantwortung

Und: Warum du nicht die Verantwortung für jede Entscheidung deines Kindes tragen musst – und das eine gute Nachricht ist.
Am Ende der Folge laden wir dich ein, uns deine eigenen Beispiele oder Fragen zu schicken – für kommende Folgen von Beruhigt euch.
Mehr Informationen zu Calmi und weitere Hilfen für Eltern findet ihr auf unserer Internetseite calmi.com

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo und herzlich Willkommen zu. Beruhigt euch, dem Podcast für Eltern, die sich jeden Tag bemühen, gute Entscheidungen zu treffen, auch dann, wenn sie müde, genervt oder einfach nur überfordert sind. Ich bin Thorsten, Vater, Coach und Mitgründer von Kimi und ich freue mich, dass du heute wieder dabei bist.

In dieser Folge geht es um ein Thema, das fast jede Familie kennt und das doch so viele Fragen offen lässt. Warum strafen nicht helfen und was du stattdessen tun kannst. Vielleicht kennst du das. Dein Kind hört nicht, provoziert, unterbricht dich beim Arbeiten oder Macht zum 100. Mal genau das, was du ihm gerade verboten hast. Und irgendwann rutscht es dann raus. Jetzt gibt's kein Fernsehen oder dann geh in dein Zimmer und natürlich ist das menschlich, du willst ja, dass dein Kind etwas lernt, du willst, dass es versteht, dass sein Verhalten Konsequenzen hat, aber.

Strafen führen selten dazu, dass Kinder wirklich verstehen, was ihr Verhalten mit anderen macht. Stattdessen fühlen sie sich häufig unfair behandelt, schämen sich oder werden trotzig. In dieser Folge schauen wir deshalb ganz genau hin, was ist eigentlich der Unterschied zwischen Strafen und Konsequenzen, wie kannst du dein Kind liebevoll denn die Verantwortung begleiten, ohne Machtkampf, ohne Schuldgefühle?

Und wie schaffst du es, Grenzen zu setzen, die wirklich etwas bewirken für euch beide? Wenn du also das Gefühl hast, dass Strafen zwar kurzfristig funktionieren, aber langfristig nicht weiterhelfen, dann bleib unbedingt dran, wir zeigen dir heute, wie es anders geht, klarer, wirksamer und liebevoller los geht's, warum Strafen nicht helfen und was du stattdessen tun solltest. Marie, Was ist denn zum Beispiel eine Strafe, was kennzeichnet die?

Eine Strafe ist auf jeden Fall sehr willkürlich und steht normalerweise nicht im Zusammenhang mit dem, was vorher passiert ist und wofür man sie anwendet. Eltern wollen bestrafen aus einem bestimmten Zweck heraus, und zwar weil sie Einfluss auf das Verhalten ihrer Kinder nehmen wollen und haben eben diese Annahme, wenn ich mein Kind Strafe, weil es etwas falsch gemacht hat oder Fehlverhalten gezeigt hat. Dass ich mein Kind damit lehre, dass es das gleiche nicht wieder tun wird.

Aber was wir damit eigentlich erreichen, ist, dass unser Kind Angst vor der Strafe hat, aber nicht Verantwortung für sein eigenes Verhalten übernimmt oder den Zusammenhang darin erkennt. Strafen sind etwas sehr willkürliches. Also zum Beispiel mein Kind verhält sich respektlos mir gegenüber und ich sage, du gehst jetzt für eine Stunde in dein Zimmer. Zum Beispiel?

Ja, was, was auch immer du jetzt als respektlos bezeichnest, an der Stelle würdest du jetzt zum Beispiel dasselbe Thema einbringen, wo du gerade in Ruhe arbeiten möchtest und dein Kind nervt dich und lässt dich in dem Raum nicht in Ruhe, dann wäre das ja zum Beispiel auch eine logische Konsequenz. Aber lass uns doch genau da mal einsteigen und Thema, Strafe und logische Konsequenz auseinandernehmen oder auch natürliche Konsequenz. Was Eltern damit erreichen wollen, ist ja im Grunde das Fehlverhalten ihres Kindes stoppen. Aber wir haben ja eben schon gesagt, wenn wir das auf so willkürliche und aus dem Zusammenhang gerissene Art und Weise tun, dann lernen unsere Kinder eigentlich nur Angst vor der Strafe zu entwickeln und

nicht den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten zu erkennen und dem, was dann folgt. So, und da kommen wir eben auch zu dem Unterschied, Strafe und Konsequenz, unsere Kinder bringen uns ja tagtäglich in zig Situationen. Wo wir im Grunde einschreiten müssen. Also wir hatten eben schon das Beispiel im Homeoffice arbeiten, das ist ja n Klassiker, den sicher viele Eltern kennen, und jeder, der kleinere Kinder zu Hause hat, der weiß auch, wie anstrengend das mitunter sein kann, sich da die Ruhe zu verschaffen, die wir eben brauchen, um zu arbeiten, und dass ja unsere Kinder sich da manchmal schwer tun, sich selbst zu beschäftigen und Aufmerksamkeit wollen, weil sie eben. Ja, natürlich auch das Bedürfnis

nach Aufmerksamkeit haben und gesehen werden wollen. Aber es ist ja unsere Aufgabe als Eltern, ihnen beizubringen, dass sie sie eben nicht jederzeit rund um die Uhr einfordern können, so, und wenn wir jetzt das Mal als Beispiel nehmen, du möchtest in Ruhe arbeiten und dein Kind stört die ganze Zeit und du würdest ihm jetzt sagen, dafür darfst du heute nicht mehr Fernsehen gucken, das wäre eine Strafe, denn es steht in keinem Zusammenhang, du möchtest eigentlich nur abschrecken. Es steht in keinem Zusammenhang damit, dass du gerade für dich Ruhe brauchst oder arbeiten möchtest. So, deswegen lass uns doch dieses Beispiel mal nehmen und anhand von verschiedenen Situationen durchspielen. Würdest du jetzt zum Beispiel

eine logische Konsequenz einleiten wollen, dann wäre es wichtig, dein Kind eben vorab auch die Wahl zu geben, sich richtig oder falsch entscheiden zu können. Okay, dann lass uns doch mal einen Schritt zurückgehen und schauen, wie kommt es denn überhaupt zu solchen Situationen. Was viele Eltern übrigens in dem Moment machen, wenn sie ihre Ruhe haben wollen zum Arbeiten, ist ihren Kindern das Tablet in die Hand zu drücken.

Das ist aber mal etwas für die nächste Folgen oder eine der nächsten Folgen, also wie, wie sollten Eltern denn sowas vorbereiten, wenn sie jetzt mal ein 2 Stunden in Ruhe arbeiten müssen? Und ihre Kinder keine Medien haben. Ja, und vor allem du hast da was ganz Wichtiges angesprochen. Wenn ich meinem Kind jedes Mal ein Tablet in die Hand drücke, wenn ich meine Ruhe haben möchte, um zu arbeiten, dann lernt mein Kind ja eigentlich, wenn ich störe, nerve, dann kriege ich das Tablet so, deswegen ist das ein super Punkt, den du gerade ansprichst.

So kann man seinen Kindern natürlich auch beibringen, dass sie das Ziel Tablet erreichen, wenn sie uns beim Arbeiten nur genug stören. Deswegen danke dafür für dieses tolle Beispiel. Ist ja auch ein Beispiel, wo die Kinder etwas lernen durch ihre Eltern, was eigentlich sogar nicht gewollt ist. Und was vielen Eltern gar nicht bewusst ist, denn sie erreichen ja zumindest damit, dass sie ihre Ruhe haben. Genau und zahlen dafür dann natürlich auch den Preis, ihre Kinder vor den Medien zu parken.

Aber das ist ein Thema, das sollten wir an anderer Stelle noch mal aufgreifen und darüber sollten wir definitiv auch noch eine Folge machen in der Zukunft, weil das ja einfach ein wichtiges Thema ist für unsere Zeit. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, was sollten Eltern dann tun? Eben das entsprechend vorbereiten, also eine Möglichkeit in diesem Fall ist zum Beispiel den das Kind vorher wissen zu lassen, dass du jetzt arbeitest, also es vorher abzusprechen und ihm auch zu sagen wie lange du könntest auch n Timer stellen.

Zum Beispiel, um dem Kind zu sagen, bis dieser Timer klingelt, muss ich jetzt in Ruhe arbeiten und ich möchte in dieser Zeit nicht gestört werden. So, das können wir alles zur Vorbereitung machen, um unser Kind möglichst abzuholen und auch diese Grenze zu ziehen, zu sagen, ich brauche jetzt für mich diesen Raum zum Arbeiten, so was machen wir jetzt, aber wenn das Kind trotzdem stört, ne, das ist ja jetzt unser Beispiel und in diesem Fall ist es natürlich wichtig. Da entsprechend zu reagieren und dem Kind zu sagen, wenn du mich störst oder unterbrichst, kann ich mich nicht auf meine Arbeit konzentrieren.

Ich fühle mich dann gestresst, weil ich nicht dazu komme, das zu erledigen, was ich mir vorgenommen habe, also sprich du teilst dich einmal mit, anstatt dem Kind halt Vorträge zu halten. Mann, warum nervst du schon wieder und so weiter teilst eben einmal einmal mit, wozu du das machst und wie du dich dabei fühlst.

Ganz wichtig, dass du von dir sprichst und nicht mit der du Botschaftskeule um die Ecke kommst. Sondern eben sagst, wenn du mich unterbrichst, ja, dann fühle ich mich gestresst, weil XYZ und dann dem Kind eben auch klar was, was im nächsten Schritt passieren wird. Und dann ziehst du die Grenze, indem du halt sagst.

Du hast die Möglichkeit hier zu bleiben, zum Beispiel jetzt in dem Fall. Ja, das Kind will in deiner Nähe sein und fängt dann an, neben dir zu spielen oder was weiß ich, dann könntest du sagen, du hast die Möglichkeit hier zu bleiben, dann musst du aber so ruhig spielen, dass du mich nicht bei der Arbeit störst. Alternativ gehst du in dein Zimmer zum Beispiel ja so. Also da ist die Möglichkeit hier zu bleiben, wenn du mich nicht unterbrichst.

Wenn du mich laufend unterbrichst, wirst du leider den Raum verlassen müssen, dann musst du in dein Zimmer gehen, so und dann machst du eben genau das was du sagst. So, das nennt sich logische Konsequenz und der Unterschied zu der Strafe ist eben, dass es direkt im Zusammenhang zu der Situation steht und. Und nicht einfach aus der Luft gegriffen ist, sondern sich eben genau auf diese Situation bezieht und das Kind eben lernt. OK, ich muss Mama arbeiten lassen, wenn ich das nicht tue, dann muss ich leider raus oder in mein Zimmer oder wie auch immer so und wir lassen diese logische Konsequenz folgen. Einer der wichtigsten Unterschiede, wenn wir über das Thema Strafe oder Konsequenzen reden. Ist eben auch, wie wir es

verpacken. Also viele Eltern bieten ihren Kindern zum Beispiel Wahlmöglichkeiten und dann kommt es aber ganz klar auch auf den Ton an, mit dem sie das Verpacken, wenn das Kind sich eben mal für die falsche Lösung entscheidet, also sprich zum Beispiel in diesem Fall, unser Kind würde jetzt weiter anfangen zu Mama und zu Papa und ständig zu unterbrechen beim Arbeiten. Ja, wenn wir dann sagen, Ach Mann, ich wusste doch, dass du nicht leise sein kannst, jetzt geh endlich in dein Zimmer, so was macht das mit dir, wenn du das so hörst. Also wenn ich sage, Mann, ich hab doch gewusst, dass du das nicht hinkriegst.

So, jetzt geh mal sofort hoch, das nervt echt, so was macht das mit dir, wenn du das hörst? Na, das verletzt mich schon. Gelernt habe ich daraus nichts, außer dass ich jetzt was falsch gemacht habe. Und hast du das Gefühl, dass ich auf deiner Seite bin oder dass ich gegen dich bin? Nein, du bist gegen mich. Woran machst du das fest?

Na, einmal da dran, dass du mich gar nicht unterstützt, mir gar nicht klar ist, dass ich eine falsche Entscheidung getroffen habe und auch dein Ton macht den Unterschied. Genau, und das ist ein ganz wichtiger Punkt, den viele Eltern sich bewusst machen müssen. Man kann aus einer logischen Konsequenz auch eine Strafe machen, indem man sich zum Beispiel dann mit Schadenfreude darüber freut, dass das Kind das jetzt nicht hinbekommen hat oder eben ja Sachen sozusagen, die auch in der Würde verletzen.

Wie war mir doch klar, dass du es nicht hinkriegst oder man jetzt nervst du schon wieder, immer nervst du, also man hört ja schon an dieser Art, man denkt gar nicht, wie oft unsere Kinder das eigentlich hören über den Tag, dass wir so mit ihnen sprechen. Ja, da kommen keine guten Gefühle auf. Ne und das ist kein Miteinander und wie können wir von unserem Kind erwarten, uns zu respektieren oder mit uns respektvoll umzugehen, wenn wir den Respekt gegenüber dem Kind nicht waren?

Also im Grunde kann man sich das glaube ich, gut vorstellen, wenn man sagt, ich rede mit meinem Kind so wie ich mit meiner guten Freundin auch reden würde, selbst dann, wenn ich eine Grenze ziehe, so indem ich halt zum Beispiel. Sage es ist schade, dass du dich dafür entschieden hast, jetzt weiter Lärm zu machen. Deswegen musst du jetzt leider in dein Zimmer gehen. Das ist ein guter Vergleich, den habe ich übrigens schon mal gehört.

Da ging es allerdings in dem Kontext um Arbeit, dass viele Eltern mit ihren Kunden netter umgehen, auch in schwierigen Situationen, als mit ihren Kindern. Warum ist das so ein Unterschied? Naja, ich glaube wir leben halt nicht mit unseren Kunden zusammen. Die sind nicht 24 Stunden am Tag um uns und erzählen uns, wie langweilig alles ist und wie igitt das Essen ist und sagen, Nö, ich ziehe jetzt meine Schuhe nicht an. Also Kinder verhalten sich ja da grundsätzlich erstmal anders und wir können uns dem ja auch nicht entziehen, wir sind ja in der Verantwortung als Eltern und sind eben in der Situation uns drum zu kümmern, das ist ja genau das Thema, wie auch Machtkämpfe dann am Ende entstehen, ja, dass die Eltern denken, ich bin jetzt.

In dieser Situation, und ich muss das jetzt auf Biegen und brechen, lösen und fühlen sich da in der Verantwortung und tun sich da auch schwer, vielleicht manchmal die Verantwortung dann auch an das Kind abzugeben und dann eben es auch entsprechende Konsequenzen ereilen zu lassen. Ich drück es mal so aus, ja.

Das Leben ist ja voller natürlicher Konsequenzen, also wie zum Beispiel, wenn wir nicht pünktlich an der Bushaltestelle sind, verpassen wir den Bus, der ist dann weg, ja, oder wenn wir nicht pünktlich am Flughafen sind, dann ist fliegt der Flieger halt ohne uns so, das sind natürliche Konsequenzen und wir als Eltern sollten in der Erziehung unserer Kinder auf entweder logische oder natürliche Konsequenzen zurückgreifen, denn im Gegensatz zur Strafe.

Wo es hier rein um Willkür geht, darum, jemanden jetzt zu zeigen. Jetzt hast du einen Fehler gemacht, jetzt sollst du das spüren und so weiter mir geht es bei Konsequenzen eher darum, dass unsere Kinder merken, aha, wenn ich etwas tue und eine Entscheidung treffe mich so und so zu verhalten, dann hat das Folgen so, und das ist eine der wichtigsten Aufgaben, die wir als Eltern unseren Kindern nur beibringen können.

So, das heißt sie dann eben auch vor natürlichen Konsequenzen stets uns ständig zu schützen, weil man ja als Eltern vielleicht auch manchmal einfach schwer aushält, sein Kind da reinlaufen zu lassen in die Situation, wo es von Konsequenzen getroffen wird, hilft unseren Kindern am Ende nicht so, das heißt, mit Strafe kreieren wir eine negative Atmosphäre zu Hause, eine Atmosphäre der Angst, eine Atmosphäre des. Unwohlseins des Gegeneinanders mit Konsequenzen lehren wir unsere Kinder, dass jede Entscheidung im Leben folgen hat und das, was immer sie tun, auch ihre Entscheidung ist und dass ihre Entscheidung dazu beitragen, was als nächstes passieren wird.

Kommen wir wieder zurück zu diesem Fall, Home Office ja, unser Kind weiß vorher genau, was passieren wird, es weiß was passiert, wenn es ruhig spielt, es weiß was passiert, wenn es nicht ruhig neben uns spielen wird und uns weiter unterbricht wir. Die Folgen sind ihm in jedem Fall klar. Und dann hat es die Möglichkeit, selbst zu entscheiden und wir als Eltern müssen dann auch die Entscheidung unseres Kindes akzeptieren, sprich wenn das Kind dann eben weiter stört, hat es sich dafür entschieden, den Raum zu verlassen. Du hast eben von logischen und natürlichen Konsequenzen gesprochen.

Wie unterscheiden die beiden sich voneinander und. Logische Konsequenzen sind etwas, was ich als Eltern schon auch ein Stück weit kreiere, also wie zum Beispiel in unserem Homeoffice. Beispiel, Es ist ja nicht die natürliche Folge, dass ein Kind den Raum in jedem Fall verlassen muss, wenn es neben einer Mutter, einem Vater, die gerade arbeiten, irgendwelche Geräusche macht, sondern das ist ja etwas, was wir als Eltern entscheiden. So, das ist also eine logische Konsequenz, eine natürliche Konsequenz, die entsteht ohne das Zutun von irgendjemandem, also sprich zum Beispiel, wenn ich im Winter mit einer dünnen Jacke rausgehe, dann werde ich frieren, weil es draußen kalt ist.

Die Kälte wird ja nicht durch die Eltern kreiert, sondern die ist ja eben draußen einfach da. Und wenn das Kind dann eben entscheidet, nur im Pulli rauszugehen oder im dünnen t Shirt, dann ist die natürliche Konsequenz, dass es im Winter draußen frieren wird. Da müssen die Eltern jetzt nichts zu beitragen, dass es friert.

Da müssen die Eltern natürlich immer abwägen, inwieweit sie Kinder in diese natürlichen Konsequenzen reinlaufen lassen wollen. Denn irgendwann wird es ja auch gefährlich. Irgendwann wird es gefährlich genau. Und diese, das ist eigentlich ein guter Punkt, den du gerade ansprichst. Natürlich müssen wir als Eltern entscheiden, was können wir einfach so laufen lassen und natürliche Konsequenzen folgen lassen und wo können wir es nicht und.

Und da gibt es ja im Grunde ein ganz einfaches Muster. Die erste Frage ist, ist die Sicherheit von dem Kind gefährdet oder von einer anderen Person gefährdet, also es kann ja auch durch das Verhalten unseres Kindes die Sicherheit von einer anderen Person gefährdet sein, auch in diesem Fall müssen wir natürlich einschreiten, da spielt das Alter unserer Kinder auch noch eine Rolle, sind unsere Kinder alt genug, um die Folgen ihres Handelns zu überblicken, und das ist was, was wir definitiv auf dem.

Schirm haben müssen. Da können wir von einem fünfjährigen Kind natürlich nicht das Gleiche erwarten wie von einem zehnjährigen Kind. So, dann ist eben auch die Frage, läuft das Kind Gefahr, irgendwelches Eigentum zu zerstören, wofür wir dann wieder mit in die Haftung genommen werden oder auch unabhängig von Haftungsfragen müssen wir darüber darauf aufpassen, dass nicht nur Menschen nicht zu schade kommen, sondern auch Dinge oder Sachen nicht zu schaden, Schaden kommen, also können jetzt nicht einfach.

Den Gartenschlauch in den Keller legen und das Wasser andrehen und einfach mal gucken, was passiert. Das könnte auch teuer werden. Ja und dann letzten Endes auch die Frage wird durch das Verhalten meines Kindes werden da irgendwelche Rechte eingeschränkt oder verletzt, also von mir oder auch von jemand anderem oder die des Kindes selber, das kann ja auch passieren, also ein Beispiel dafür wäre jetzt zum Beispiel Mobbing, es ist verletzend gegenüber anderen, da geht zwar nichts zu Bruch.

Und auch das Haus steht nicht in Flammen. Trotz alledem hat jeder das Recht, aufzuwachsen oder zu leben, ohne von jemand anderem gemobbt zu werden. Und natürlich, wenn mein Kind das verletzt, dann muss ich da als Mutter oder Vater einschreiten, definitiv. Wir können ja mal bei dem Beispiel mit der Jacke und der Kälte bleiben. Das ist auf jeden Fall was, was wir beide kennen und was viele andere Eltern auch kennen.

Es ist ja nun so durch Kälte erkältet man sich zwar nicht. Sondern durch Bakterien. Aber es hat ja schon folgen, wenn ein Kind friert und wir als Eltern wissen, das wird nicht funktionieren, wenn ich meinem Kind jetzt vorher die Entscheidung überlassen habe oder erklärt habe, was sind die natürlichen Konsequenzen und das Kind sagt trotzdem, nein, ich will keine Jacke, ich bin mir aber sicher, es ist viel zu kalt und das wird nichts, wie kann ich dann handeln, also verantwortungsvoll handeln, weil ich mein Kind kann, ja, also ich weiß ja jetzt schon, dass das Kind eine falsche Entscheidung.

Getroffen hat aber, wie schütze ich es davor, auf die richtige Art und Weise. Also es gibt Situationen, da können wir unsere Kinder entscheiden lassen und es gibt Situationen, da können wir sie nicht entscheiden lassen. Also zum Beispiel, wenn unser Kind jetzt entscheidet, auf der Autobahn mit Kreide zu mahlen, dann wissen wir ganz eindeutig, da gibt es keine Wahlmöglichkeiten, da sind wir als Eltern in der Pflicht, da geht es um Sicherheit, es ist gefährlich, da gibt es. Also da lassen wir überhaupt nichts laufen, sondern da machen wir unserem Kind klar, dass wir die Entscheidung treffen, am Ende.

Diese Situation gibt es in dem Beispiel mit der Jacke, ist es natürlich nicht ganz so dramatisch, also keiner wird Erfrierungen erleiden, ich gehe jetzt mal davon aus, dass wir jetzt nicht von -30 Grad draußen reden, ja, sondern von einem normalen Winter hier mit weiß ich nicht 345 Grad, da wird wahrscheinlich kein Kind Erfrierungen erleiden, wenn es sich 23 Minuten draußen ohne Jacke aufhält, um festzustellen, dass es kalt ist. In so einem Fall würde ich mit meinem Kind gar nicht in die Diskussion gehen, sondern würde die Jacke einfach mit einpacken und es die Erfahrungen einmal sammeln lassen, dass es draußen kalt ist und spätestens dann, wenn es friert, ihm eben die Jacke wieder zurückgeben, sodass

es eben weiß, OK ist es kalt, da muss man sich ja eh die Frage stellen, lohnt sich das da jedes Mal in in die Diskussion zu gehen? Wir haben ja zu Hause auch den Grundsatz ja weniger reden, mehr handeln. Also letzten Endes reicht es, wenn ich meinem Kind, wenn ich meinem Kind einmal sage, draußen ist es kalt, du wirst es, du wirst frieren und wenn es dann eben immer noch darauf besteht, die Jacke nicht anzuziehen, ja dann lass es doch rausgehen und einmal fühlen, dass es kalt ist. Ja, in dem Fall kann man es ja machen, weil es durch 23 Minuten in der Kälte einfach merken wird, dass es kalt, aber keinen körperlichen Schaden nehmen wird. Was anderes wäre es jetzt mit der heißen Herdplatte, da können wir jetzt nun mal nicht sagen,

ja, fass einmal drauf, um zu gucken, dass es heiß ist. Und mach deine Erfahrungen. Ne, das müssen wir also immer von der Situation abhängig machen, aber die Jacke mitzunehmen und einfach ins Auto zu werfen oder in den Rucksack zu packen des Kindes, wenn es um die Schule geht oder so. Ja also ich finde da können wir Eltern uns auch einfach viele Diskussionen sparen und die Klamotten einfach in die Schultasche packen und das Kind selber Erfahrung sammeln lassen.

Ja, das ist ein guter Punkt, denn solche Situationen treten ja meistens dann auf, wenn man es eh eilig hat. Also morgens los möchte zur Schule, damit man damit die Kinder pünktlich da sind und jetzt wäre ja zum Beispiel eine mögliche Lösung zu sagen okay, du kannst jetzt gerne ohne Jacke losfahren, ich weiß aber, dass es zu kalt ist für dich, deshalb packe ich sie dir mit ein, das entscheide ich jetzt und dann hast du sie, wenn du merkst, es ist tatsächlich zu kalt.

Ja genau, richtig. Das wäre der richtige Weg. Also. Kinder lernen halt durch Erfahrung und nicht durch Vorträge. Und jeder, der kleine Kinder hat, also wird diese Diskussion mit der Jacke wahrscheinlich schon mal gehabt haben, wenn es die Jacke nicht war, dann waren es die Schuhe oder dass sie gerne im Sommer ihren Winterpulli, weil es der Lieblingspulli es tragen wollte oder was weiß ich.

Also ich gehe davon aus, dass die meisten Eltern zumindest diese Beispiele kennen. Und natürlich meinen wir es gut am Ende. Und natürlich haben wir oft, ich will jetzt nicht sagen, immer ja, aber meistens auch Recht mit dem, was wir da einschätzen, ob es zu warm oder zu kalt ist oder mit dem, was wir sagen, aber dadurch wird unser Kind nicht lernen. Kinder lernen durch nachahmen, Kinder lernen durch Erfahrungen, durch die Folgen ihres Handelns und genau deswegen ist dieser Punkt eben auch so wichtig.

Dass wir als Eltern diese Möglichkeiten geben, unser Kind auch Entscheidungen treffen zu lassen und selbstwirksam zu handeln, also sprich sich zum Beispiel zu entscheiden, ziehe ich die Jacke an oder nicht und mache dann eben die Erfahrung, dass ich friere oder nicht oder aber auch, sich zu entscheiden, wie in dem Fall mit dem Home Office, kann ich hier bei Mama Papa sitzen bleiben, ja oder muss ich dann eben in mein Zimmer gehen und. Wir sollten Ihnen die Möglichkeit geben, sich entscheiden zu können, damit Sie überhaupt sehen können, dass ihre Entscheidungen eben auch folgen haben. Wenn wir immer für sie entscheiden. Aus den besten Absichten heraus, ja, weil wir eben diese Erfahrungen schon haben, nehmen

wir unseren Kindern die Möglichkeit, diese Erfahrungen eben selber zu sammeln. Ja, wir hatten ja schon in unserer 2. Folge das Thema, warum es nichts bringt, seinen Kindern laufend Vorträge zu halten, sondern dass man mehr handeln muss. Damit sich was verändert, das trifft ja hier auch zu. Ja, das trifft absolut zu und vor allem müssen wir uns als Eltern auch klar machen, dass wir am Ende in der Rolle des Verantwortlichen sind.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung und auch aus Gesprächen mit vielen Eltern, das ist so ein Trend unserer Zeit heute. Das wäre so auf Konsens mit unseren Kindern hoffmund das ist zu einer Generation geworden, die sehr viel erklärt, also die mit Kindern immer sehr viel spricht und erklärt und zum 100. Mal erklärt, in der Hoffnung, da n Konsens herzustellen, also sprich wenn mein Kind das endlich versteht, was das mit mir macht, wenn ich da nicht in Ruhe arbeiten kann und so weiter, dann wird es bestimmt Rücksicht nehmen. Auf einen Teenager ab einem gewissen Alter trifft das wahrscheinlich auch zu.

Aber die wir reden ja jetzt über jüngere Kinder und die sind noch gar nicht in der Lage, das so zu greifen und zu erfassen und was dann häufig halt passiert ist, die Eltern erklären zum 100. Mal zum tausendsten Mal erreichen diesen Konsens natürlich nicht, weil ein Kind noch gar nicht in der Lage ist, für sowas Verantwortung zu übernehmen in dem Alter, und das führt dann am Ende dazu, dass wir genervt sind von unseren Kindern und ihnen vielleicht unterschwellig sogar die Schuld geben, Mann, warum? Kann es mich nicht einmal in Ruhe arbeiten lassen? Es weiß doch jetzt, dass das wichtig ist. Und was ist denn jetzt schon wieder und so weiter und da kommt dann halt auch diese Gereiztheit hoch oder vielleicht auch selbst wenn man es nicht

ausspricht, auch eine unterschwellige Schuldzuweisung. Ja, und dann drücken wir unser Kind für etwas in die Verantwortung, wofür es vom Alter her wahrscheinlich noch gar nicht in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen, weil wir unsere eigenen Grenzen nicht ziehen. Das heißt Konsens erklären? Ja, ist in Ordnung, also macht auf jeden Fall Sinn, sich mitzuteilen.

Ich hatte ja vorhin auch dieses Beispiel, mit den ich Botschaften genannt, ja, dass man über seine Gefühle spricht und schon sagt, was macht das mit mir auf eine respektvolle, nicht vorwurfsvolle Art und Weise, sondern eben das Sprechen über die eigenen Gefühle, was macht das mit mir, wenn ich jetzt zum Beispiel nicht in Ruhe arbeiten kann, ja, in was für einer Situation bringt mich das, aber dann eben.

Nicht noch mal erklären und noch mal in der Hoffnung, damit Konsens herzustellen. Ja, dass das Kind das dann irgendwann versteht und ganz rücksichtsvoll wird, sondern eben dann ins Handeln kommen, einmal sagen, einmal mitteilen und dann ins Handeln kommen, weil damit übernehmen wir Eltern eben auch die Führung und übernehmen die Verantwortung für das, was passiert und auch für die Stimmung bei uns zu Hause.

Diese Verantwortung ist viel zu groß für ein 567 jähriges Kind. Am Ende Rücksicht auf die Eltern zu nehmen und dann die alleinige Verantwortung für die Stimmung zu Hause zu tragen, wenn alle gereizt oder wütend werden, das ist Verantwortung, die können Kinder noch nicht tragen und das ist letzten Endes auch nicht gerecht gegenüber unserem Kind, das heißt, so wohlwollend wir auch sind, damit diesen Konsens herstellen zu wollen zwischen unseren Kindern und uns, am Ende führt es ja doch dazu, dass wir ihnen ja auch die Verantwortung für das geben, was bei uns zu Hause passiert, und das ist definitiv eine Aufgabe der Eltern. Da in die Führung zu gehen und die Verantwortung für die Stimmung und für das Handeln

eben zu Hause auch zu übernehmen. So ein bisschen muss ich gerade an die Rolle eines Mannschaftskapitäns beim Fußball denken und stell mir vor, der Kapitän, der ist ja jetzt kein Schiedsrichter, der verhängt keine Strafen, er ist auch nicht der Trainer und hat da den Hut auf, aber er muss ja dafür sorgen, dass die Mannschaft läuft und zusammenhält und. Und kann jetzt auch nicht die Bedürfnisse seiner 10 Mannschaftskollegen immer ausloten und berücksichtigen und mit denen diskutieren.

Vor allem, wenn sie jeden Tag ne neue Position haben wollen, auf der sie spielen zum Beispiel. Aber das ist doch das perfekte Beispiel, genauso ist es, es braucht da den Kapitän, der sich den Hut aufsetzt, ja, der die. Stärken und Schwächen sieht jeden in die Rolle bringt, wo er bestmöglich seine Leistungen erzielen kann und am Ende eben auch verantwortlich ist und sagt in welche Richtung alle laufen und wer auf welcher Position spielt. Genau, und das ist genau diese Form von Führung, die unsere Kinder eben genauso brauchen und das bringt sie vor allem auch raus aus dieser Verantwortung für unser Wohlbefinden als Eltern, ja, weil das ist eine Last, die sollte kein Kind tragen und.

Und bringt sie vor allem auch in einen Rahmen, in dem sie wahnsinnig viel Orientierung finden. Denn wenn alles vorhersehbar ist, also sprich ich kann mich für A entscheiden, ich kann mich für B entscheiden, in jedem Fall weiß ich, was passieren wird, und ich weiß auch, dass meine Eltern in jedem Fall gelassen reagieren werden und mich nicht beschuldigen, Herabwürdigen. Mit ihrem Ton vielleicht eine Atmosphäre schaffen, indem ich mich, indem ich mich herabgewürdigt fühle oder ungesehen fühle oder als allein Schuldiger für die Situation fühle, sondern eben auch, wenn ich einen Fehler mache. Es erlaubt es, einen Fehler zu machen, aber ich eben auch die Konsequenzen dann für mein Handeln tragen muss. Auf der anderen Seite mir aber

trotzdem der Unterstützung meiner Eltern gewiss bin. Weil sie mich nicht in meinem Respekt, also weil sie mich nicht respektlos behandeln oder in meiner Würde verletzen. Ja, dann lasst uns doch noch mal zusammenfassen, wie funktioniert es jetzt richtig, also nicht strafen, willkürliche Strafen verhängen, sondern wichtig ist, dass die Eltern eine Führungsrolle übernehmen, die Verantwortung übernehmen, weniger reden, also erklären ist ja okay, aber nicht mit der Hoffnung, dass sich dadurch was ändert.

Richtig. Das hast du es wunderbar auf den Punkt gebracht. Ja, mitteilen ja, aber nicht in der Hoffnung, dass sich dadurch irgendwas ändert, ja. Okay wie weiter? Wie weiter also eben nicht mit Vorwürfen um die Ecke kommen, sondern eben sich selber mitteilen über die eigenen Gefühle sprechen, dann eben den entsprechenden Rahmen abstecken. Und sagen, Du hast die Wahlmöglichkeit zwischen dem und du hast die Wahlmöglichkeit zwischen dem und in jedem Fall wird dann XYZ passieren.

Ja, also wenn du dich für A entscheidest passiert das und das wenn du dich für B entscheidest passiert das und das und dann als Eltern es wirklich auch aushalten das Kind entscheiden zu lassen, das hatten wir auch schon mal. Das Thema in einem unserer Folgen, aber ich kann es nicht oft genug sagen. Erinnert eure Kinder nicht noch mal dran, was bei A oder B passieren wird.

Sie haben es beim ersten Mal schon verstanden, wenn ihr auf Augenhöhe mit ihnen gesprochen habt, dann lasst sie wirklich auch die Entscheidung treffen. Ja, und aus den Folgen ihres Handelns lernen und so werden sie vielleicht natürlich 23 mal die falsche Entscheidung treffen, das mag sein, aber irgendwann verstehen sie eben auch, dass genau das passiert, was vorher besprochen wurde. Das gibt den Kindern Orientierung. Es gibt ihnen einen Rahmen, wo sie genau wissen, was passiert und eben auch ganz viel Vertrauen zu euch. Wesentlich mehr Vertrauen, als wenn wir sie genervt aus dem Raum schicken und ihnen sagen, wie schrecklich schon wieder alles ist.

Ja, und ein wichtiger Punkt, den möchte ich noch mal wiederholen. Und dabei hilft, glaube ich, diese andere Perspektive, dass man ja, also man möchte ja als. Mutter oder Vater? Dieses Problem lösen. Keiner hat ja Spaß daran, sich mit seinen Kindern zu streiten und sie niederzumachen, sondern man möchte ja dieses Problem lösen und wie man das Macht, haben wir jetzt besprochen, aber wenn man das im Kopf behält, was soll mein Kind jetzt lernen, dann kommt man automatisch weg von Strafen. Ich habe in dem Zusammenhang übrigens auch mit vielen Eltern gesprochen, die das als regelrechte Erleichterung empfunden haben.

Denn Eltern, die dieses Prinzip noch nicht verinnerlicht haben, die fühlen sich oft auch in so einer inneren Not oder einem inneren Druck, das jetzt so mit ihrem Kind klären zu lassen und in der Verantwortung dafür, dass ihr Kind die richtige Entscheidung trifft, na, das daraus entstehen dann am Ende auch negative Gefühle auf Seiten der Eltern oder eben auch diese klassischen Machtkämpfe. Ja, wo wir sagen ich.

Macht da jetzt so lange weiter, sozusagen, und es schaukelt sich hoch, auch auf negative Art und Weise, bis da mein Kind am Ende macht, was ich sage oder was weiß ich. Also es ist für Eltern auch mental sehr entlastend, auch zu wissen, sie sind dafür nicht verantwortlich. Also noch mal, wenn die Sicherheit gefährdet ist und so weiter ne diese Beispiele hatten wir vorhin, dann sind sie natürlich immer verantwortlich, da gibt es keine Frage und keine Ausnahme. Aber für alles andere, was eben im Rahmen der Verantwortung der Kinder liegt, ist es für viele Eltern auch ein befreiendes Gefühl zu wissen, lass dein Kind die Konsequenzen ereilen. Ja, du hattest mal in einer Folge das Beispiel mit dem Turnbeutel, ah nee, die

Sportschuhe waren es genannt, ja, also es ist ja für Eltern auch befreiend und entlastend, mal nicht mehr für alles verantwortlich zu sein, was eben gar nicht ihre eigene Verantwortung ist, sondern eigentlich die der Kinder und. Zu wissen oder für viele Eltern, mit denen ich spreche, ist es auch sehr entlastend zu wissen, Sie machen damit nichts falsch, sondern einiges richtig. Also viele Eltern denken immer, wenn ich mein Kind da nicht schütze vor der Konsequenz, dann bin ich eine schlechte Mutter, bin ein schlechter Vater, habe mich nicht darum gekümmert, wer will schon, dass das eigene Kind traurig ist und so weiter ja, das sind alles.

Total nachvollziehbare Gedanken und Motive, gerade bei sehr modernen Eltern natürlich auch. Ja ein Thema, also wir möchten ja heute alle, dass unsere Kinder glücklich sind und möglichst glücklich aufwachsen, wer will das nicht für sein eigenes Kind. Trotz alledem führt es ja irgendwann auch zur eigenen Überforderung, sich ständig Verantwortung anzuziehen, die eigentlich nicht die eigene ist, sondern in den Verantwortungsbereich der Kinder gehört und. Für viele Eltern ist es eben sehr entlastend zu wissen, dass es nicht nur Verantwortung der Kinder ist, sondern dass es total wichtig ist, sie selber diese Erfahrung sammeln zu lassen und dass es sie überhaupt nicht zu schlechten Eltern macht.

Ja, wenn das, wenn man dem Kind jetzt nicht die Turnschuhe hinterher trägt, wenn es die am Turntag zu Hause vergessen hat, sondern ganz im Gegenteil, also man ist eigentlich die beste Mutter, der beste Vater, der man sein kann, sie nicht hinterher zu tragen, weil man seinen Kindern was Wichtiges beibringt.

Was Ihnen im gesamten Leben weiterhilft, und das ist Selbstverantwortung. Ja, das war unsere Ausgabe für heute. Und sicherlich gibt es Eltern, die jetzt noch einige Fragen haben oder vielleicht mit den Beispielen, die wir gebracht haben, das nicht unbedingt auf ihre Probleme im Alltag umsetzen können.

Ihr könnt gerne, wenn ihr auf Spotify hört, die Folge kommentieren und Vorschläge machen oder auch Fragen stellen. Wir werden die nicht alle einzeln beantworten, aber in unseren nächsten Folgen sicherlich berücksichtigen. Alternativ, wenn ihr woanders hört oder es euch besser passt, könnt ihr auch uns eine E Mail schreiben an beruhigteuch@kimi.com. Vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Mal. Bye Bye.

Du das Lied du das Leben, dann reiß die Arme hoch. Was zeigt der ganzen Welt, ich fühle mich scheiße.

0:00 / 0:00