Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 1· Folge 6

#006 Geschwisterstreit - nervig oder notwendig?

Dienstag, 2. September 2025 · 29 min

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Shownotes

Geschwister, die friedlich spielen – und plötzlich kracht es: Türen knallen, Stimmen werden laut, und du fragst dich als Elternteil, ob du eingreifen sollst oder nicht.
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Streit unter Geschwistern nicht nur unvermeidlich, sondern auch wichtig für ihre Entwicklung ist. Wir erklären:
• wann du konsequent eingreifen musst,

• welche typischen Fehler Eltern (unbewusst) machen,

• warum Vergleiche zwischen Kindern Gift sind,

• und wie du deine Kinder stärkst, Konflikte selbst zu lösen.

Außerdem erfährst du, wie Kinder mit ADHS besonders von klaren Regeln und positiver Bestärkung profitieren – und warum dein Vorbild als Elternteil eine Schlüsselrolle spielt.
Am Ende könnte Geschwisterstreit für dich eine neue Bedeutung bekommen: weniger nervig, mehr als wertvolles Trainingslager fürs Leben.
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Vielen Dank an Krawuttke für den fantastischen Show-Jingle. Folgt ihm gern hier auf Spotify, eure Kinder werden ihn lieben!

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Hallo und herzlich Willkommen zu. Beruhigt euch dem Podcast von kimi.com Wir sind Marie und Thorsten, Coach, Erziehungsberater und selbst Eltern von insgesamt 4 Kindern in einer Patchwork Familie. Jeden Dienstag erscheint eine neue Folge für euch, abonniert uns gern auf Spotify oder Apple Podcast und folgt uns auch auf Instagram unter Kimi Official. Damit ihr nichts von uns verpasst. Dort sind wir persönlich für euch da, freuen uns über euer Feedback, Lob oder auch mal Kritik und teilen mehrmals pro Woche wertvolle Inhalte rund um das Thema Erziehung und Familie. Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge. Ihr kennt das vielleicht alle.

Die Kinder spielen schön in ihrem Zimmer und. Plötzlich hörst du aus. Einiger Entfernung. Ey. Ich hatte das zuerst. Aber das ist meins. Ist es gar nicht. Und dann Türen knallen. Und schon geht der. Blutdruck hoch und was tust du jetzt? Darüber reden wir heute, das Thema heißt Geschwisterstreit, nervig oder notwendig, Marie, was sagst du dazu?

Auf jeden Fall notwendig, das kann ich schon mal vorwegnehmen. Kinder klären ja in Streitigkeiten zum einen ihre Position innerhalb der Familie. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist aber auch, dass Streitereien unserer Kinder sie aufs Leben vorbereiten, das heißt, sie üben da im Kleinen mit Situationen umzugehen, sich durchzusetzen, vielleicht auch mal eine führende Rolle einzunehmen und vieles auszuprobieren, was sie auch im Leben später noch brauchen werden. Das bedeutet für mich jetzt als Vater, für mich ist das Streiten ein Problem, aber für die Kinder nicht. Das kommt ein bisschen auf den Streit an, würde ich sagen, weil Streit an sich ist erstmal nichts schlechtes, Streit bedeutet ja, wir haben etwas zu

klären und gehen damit um und klären eben unsere Punkte. Die Frage ist ja nur, auf welche Art und Weise das geschieht. Wir können konstruktiv streiten, wir können destruktiv streiten, wir können respektvoll streiten oder wir können gewalttätig werden darin und je nachdem, wie wir streiten, kann man dann sagen, ist Streit ja entweder gut oder schlecht, wenn man so will. Wenn wir etwas zu klären haben innerhalb der Familie und unsere Kinder greifen dabei zum Beispiel auf Handgreiflichkeiten oder auch Mobbing eines Geschwisters zurück, dann müssen wir da definitiv einschreiten und das Unterbinden. Also es ist nicht Streit immer automatisch ein Problem, sondern abhängig davon.

Wie? Gestritten wird wie bei. Erwachsenen eigentlich auch, wie bei Erwachsenen auch sowieso, kann man eigentlich fast alles von dem, worüber wir sprechen, auch auf Erwachsene ummünzen. Da wir aber da aufpassen müssen, dass bestimmte Grenzen nicht. Nicht überschritten werden. Verstehe ich, müssen wir zwar präsent sein, aber nicht überkontrollierend zumindest und nicht gleich.

Einschreiten. Ich denke, dann ist ein. Häufiger Fehler von Eltern auch zu sagen, streitet euch nicht oder hört auf zu streiten. Ja, das und viele Eltern haben ja auch schon Herausforderungen damit, überhaupt ja zu wissen, wann schreite ich denn eigentlich ein und wann lasse ich eigentlich laufen. Und viele Eltern befeuern auch die Streitigkeiten der Geschwister, ohne dass sie das überhaupt ahnen. Das ist sowieso auch ein ganz wichtiger Punkt, den ich gerne herausstellen möchte, denn es gibt ganz typische Fehler, die viele von uns machen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, womit wir eigentlich Streitereien unter Geschwistern sogar noch mehr anheizen, was du gerade gesagt hast. Hört auf zu streiten, Konflikte

grundsätzlich zu unterbinden, halte ich für keine gute Idee. Weil wir ja letzten Endes auch streiten, weil wir Punkte haben, die wir klären müssen. Also jeder Streit resultiert ja erstmal aus einem Gefühl, Gedanken, die wir haben, die sich in uns erstmal Regen, und die müssen ja nach außen, wenn wir uns etwas traurig macht, wenn uns etwas ärgert, wenn wir uns irgendwo ungerecht behandelt fühlen, wollen wir diese Gefühle nicht unterdrücken, sondern sie sollen nach außen, wir wollen das klären. Aber eben, wie wir schon angesprochen haben, die Frage ist ja, wie machen wir das, auf welche Art und Weise. Und da sind wir Erwachsenen häufig auch ja entweder gute oder auch schlechte Vorbilder

für unsere Kinder. Das ist richtig, wenn wir uns als Eltern immer gegenseitig eine Reinsemmeln, ist das vielleicht kein gutes Vorbild, aber es ist trotzdem wichtig, habe ich verstanden, mit den Kindern klare Grenzen abzusprechen. Aber wo ist die Grenze tatsächlich, muss ich also Gewalt? Ist eine klare Grenzüberschreitung.

Was ist, wenn sie meine Tür nicht respektieren? Die Tür wird geknallt, ich habe Angst, dass sie kaputt geht, die Wände wackeln, muss ich das aushalten? Das musst du nicht unbedingt aushalten. Also ich glaube, ein guter Leitfaden für Eltern ist immer, sich Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn ich es jetzt laufen lasse. Also kommt jemand zu schaden, dann muss ich natürlich ganz klar eingreifen.

Kommt die Tür zu Schaden, wie du gerade gesagt hast. Dann sollte ich natürlich auch eingreifen. Also ich muss es als Mutter oder Vater nicht akzeptieren, dass mein Eigentum zerstört wird und mein Haus in Schutt und Asche gelegt wird, selbstverständlich nicht. Genauso ist es, wenn ja körperliche oder auch psychische Gewalt angewendet wird, ja, es muss ja auch nicht immer der Schubser oder der Schlag mit der Faust sein, es kann ja auch ja einfach auch Beleidigungen sein oder jemanden herabzuwürdigen, oder? Jemanden vielleicht auch zu etwas zu zwingen oder zu unterdrücken, so in solchen Fällen müssen wir natürlich immer einschreiten.

Genauso sollten wir auch ein Auge auf das Alter unserer Kinder haben, Kinder in verschiedenem Alter sind in der Lage, verschiedene Situationen zu klären, also ein Dreijähriger wird nicht dasselbe. Dieselben Möglichkeiten haben wie ein 6 oder zehnjähriger sich auszudrücken und mit anderen auf konstruktive Art und Weise einen Konflikt zu lösen.

Also da müssen wir als Eltern natürlich auch auf das Alter unserer Kinder gucken und dann eben dementsprechend auch einschreiten, wenn unser Kind einfach zu jung ist, diese Situation aufzuklären. So aber, wenn das alles nicht der Fall ist, also sprich es nimmt niemand schaden und mit Schaden meine ich jetzt auch nicht nur körperlichen Schaden, sondern eben auch zum Beispiel, wenn du nicht deine Ruhe bekommst durch den Streit deiner Kinder, ja dann ist eben auch deine Ruhe gestört in solchen Fällen, wo deine eigenen Rechte auch und dein eigener Raum verletzt wird oder der von jemand anderem, solltest du natürlich auch einschreiten.

So, und ich denke diese Punkte, die ich gerade genannt hab, die sind n guter Maßstab um festzustellen, wann gehe ich denn dazwischen oder nicht so. Das heißt, wenn die Tür jetzt nicht geknallt wird, sondern man streitet sich eben oben darüber, weiß ich nicht, wer das Springseil jetzt zuerst hatte und wer dran ist, dann darf man seinen Kindern auch ruhig zutrauen das alleine zu lösen, denn ich hab es eben schon angesprochen, klassischer Eltern Fehler.

Wenn wir immer dazwischen gehen, bringt uns das zwangsläufig in die Rolle des Richters. Es sei denn, ich gehe nur dazwischen, jetzt um zu sagen, jetzt geht ihr mal auseinander und kühlt euch beide 5 Minuten ab, aber sobald ich in die Diskussion gehe mit den Kindern über einen Streit, den ich vielleicht vorher auch gar nicht mitbekommen habe und gar nicht weiß, was ist denn von Anfang an passiert, dann komme ich eben auch schnell in die Rolle, ja den Schiedsrichter zu spielen, den Richter zu spielen, Partei zu ergreifen, ohne dass ich das überhaupt will. Indem ich dann ja in die Verantwortung gehe, was eigentlich gar nicht meine Verantwortung ist. Und zwar diesen Streit um den zu klären und da dann eben den Kindern erzähle, was richtig

oder falsches oder wer sich wie verhalten hat. Es wird mir immer mindestens einen geben unter den Kindern, der uns dann eher ja als seinen Gegner empfindet, sich vielleicht ungerecht behandelt und nicht gesehen fühlt, das ist natürlich nicht besonders konstruktiv, wenn das im Grunde die Konkurrenz zwischen unseren Kindern schürt und die dadurch eben noch mehr. In Streitereien unter Umständen verfallen durch dieses Angefeuerte Konkurrenzgefühl.

Solche Streitereien entstehen ja auch ganz oft aus dem subjektiven Empfinden, dass irgendwas ungerecht ist. Und wenn man da einschreitet und den Schiedsrichter spielt, wie du so schön sagst, dann kann das das Ganze natürlich noch verstärken, weil dann wird es oft ja erst recht ungerecht. Also Partei ergreifen, großer Fehler.

Partei ergreifen. Großer Fehler. Oder auch diese. Ja, nennen wir es klassischen Zuschreibungen, dass du deinem Kind also oder deinen Kindern einzeln von vornherein da eben auch bestimmte Rollen zuschreibst, indem du halt generalisierst. Also ein Beispiel ist. Warum musst du immer so rücksichtslos sein oder aber auch so n Klassiker?

Vergleiche zu ziehen. Vergleiche zu ziehen ja, aber auch pauschalisieren, indem wir sagen, du bist immer aggressiv, du bist immer der, der meistens anfängt oder was weiß ich ne und auf so eine Art und Weise eben auch in den Konflikt gehen. Aber du hast gerade noch n wunderbaren weiteren Fehler angesprochen, den Eltern gerne machen Vergleiche.

Das ist sowieso das Gift für jede Geschwisterbeziehung. Also ich kann jedem, der mehr als ein Kind hat, nur raten oder auch jemanden, der ein Einzelkind hat. Egal. Vergleicht eure Kinder nicht mit anderen, wir sagen immer zu unseren Kindern zu Hause, der einzige, mit dem du dich vergleichen solltest, bist du selbst. Und ich denke genauso sollte man es auch halten. Ja wie ging es mir vielleicht mit etwas vor 3 Monaten, wie geht es mir heute oder auch vor 3 Jahren, was habe ich dazu gelernt?

Wie habe ich mich entwickelt? Das ist etwas, wo wir als Eltern ruhig vergleichen dürfen, um unserem Kind seine positive Entwicklung aufzuzeigen und eben auch seine Fortschritte zu benennen und stärken, es darin aber mit anderen Vergleichen, mehr bringt ja eben immer einen Verlierer mit sich und wir haben ja schon angesprochen, Konkurrenz ist halt etwas, was geschwisterstreit einfach maßgeblich befeuert und umso mehr wir vergleichen, desto mehr bringen wir unsere Kinder ja in Konkurrenz zueinander. Was sind denn eigentlich so die?

Also was gibt es noch für typische Auslöser für Geschwister, Streitereien, die Ungerechtigkeit, der Gleiche. Ja, Streit ist aber auch manchmal Selbstzweck. Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt, den wir hier noch einbringen sollten, denn bei Streit geht es auch nicht immer unbedingt um die Sache an sich, was häufig auch bei Geschwistern vorkommt, ist das. Streit eingesetzt wird, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erlangen.

Da gibt es die Möglichkeit, dass ein Kind negative Aufmerksamkeit dadurch auf sich ziehen möchte, also sprich es möchte dich, indem es sein Geschwister drangsaliert, dazu bringen, dass du ihm Beachtung schenkst. Das ist eine Möglichkeit, es gibt aber auch die Möglichkeit, dass Kinder Streit anfangen, um eine Reaktion von ihrem Geschwisterkind zu erzielen, um darüber dann in die eigene Opferrolle zu gehen und dann den Trost und die Aufmerksamkeit der Eltern.

Auf sich ziehen und wir sollten als Eltern schon ganz genau hingucken, zum Beispiel wie häufig streiten unsere Kinder und wo also spielt sich dieser Streit komischerweise immer in unserer Nähe ab oder passiert das, wenn wir irgendwo ganz weit weg sind? Wie schnell legt sich das zum Beispiel, wenn wir da nicht reinspringen und Schiedsrichter spielen, also wir können da auch viel ausprobieren, um herauszufinden, ist dieser Streit denn Mittel zum Zweck, um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen, und wenn das so ist.

Dann ist das Beste wirklich die Kinder das alleine klären zu lassen. Ich hab das ja eben auch schon angesprochen, sie sollten sowieso alles selber klären, wozu sie selber in der Lage sind, also sprich wo keiner oder niemand schaden nimmt, wofür sie alt genug sind, wo kein ja Eigentum zerlegt wird, wie die Tür zu Hause, die zum 10.

Mal geknallt wird oder so, alles andere sollten wir sie auch selber klären lassen, weil dann kommen wir erst gar nicht in die Situation zu viel Aufmerksamkeit. Für dieses Verhalten zu schenken. Also die Eltern sollten sich nach Möglichkeit nicht zu viel einmischen, weil Kinder ja auch so lernen, dass nur die Erwachsenen die Konflikte lösen können und entwickeln sogar keine eigene Kompetenz. Aber die Grenzen müssen natürlich klar sein und auch beachtet werden und da müssen die Eltern. Nah dran sein, manchmal.

Absolut. Und da ist es als Familie auch wichtig, dass man da gemeinsame Werte definiert. Ne, also zum Beispiel in unserer Familie wird niemand geschlagen, in unserer Familie wird niemand beleidigt, in unserer Familie wird niemand gemobbt und so weiter, dass man das eben auch als Eltern untereinander festlegt, ja was, welche Werte haben wir in unserer Familie und Mutter und Vater sich beide gleichermaßen dran halten, also wenn.

Einer Mobbing zulässt und der andere nicht, dann verlieren die Kinder eben auch die Orientierung. Deswegen ist es ganz wichtig, dass sich auch die Eltern da zusammensetzen und sagen, wie wollen wir unsere Familie gestalten, was wollen wir unseren Kindern vermitteln, was wollen wir ihnen an Werten mitgeben und danach dann eben auch leben und werden diese Werte verletzt, also zum Beispiel, wir sagen, in unserer Familie wird niemand beleidigt und es fällt eben eine, dann müssen Eltern reagieren, das ist ganz wichtig, um den Kindern eben auch die Orientierung zu geben. Und zu sagen, wir akzeptieren das nicht. Noch mal ein praktisches Beispiel, dass vermutlich viele Eltern kennen.

Wir kennen es auf jeden Fall, ist, wenn die Kinder sich untereinander vergleichen dürfen, Kinder sich untereinander messen, indem sie sagen, wie toll sie sind und was sie besser können als der andere oder also bleiben Eltern da in der Beobachterrolle, solange diese Grenzen gewahrt werden, niemand wird Runtergemacht oder beleidigt.

Ja, da kommt es drauf an, nämlich auf genau das wird hier die Grenze von jemandem verletzt, also leidet jemand unter den Vergleichen oder nicht, weil ich kann dir. Ganz klar sagen, ich leide Sie, wenn ich das beobachten muss. Also meine Knöpfe werden da auf jeden Fall gedrückt. Ich find's unerträglich, aber ich mache genau das, ich beobachte und achte darauf, dass keine Grenze überschritten wird, aber ich find's schlimm. Es ist ja oft das Dilemma der Jüngeren, dass sie natürlich in vielen Sachen noch nicht so viele Jahre Zeit hatten zu üben, wie er ihre älteren Geschwister, sondern wenn der Ältere jetzt ständig dasteht oder die ältere und sagt, ha, ich kann das sowieso besser als du und guck

mal, du kannst das ja noch gar nicht und so weiter, dann ist das natürlich schon auch ne Atmosphäre, die nicht gut ist. Ja, also was macht das mit einem, wenn man jeden Tag hört, du bist sowieso schlechter als ich, du bist sowieso schlechter, du kannst das am schlechtesten von allen. Ich glaube, das ist selbstredend, dass wir da mit unseren Kindern ins Gespräch gehen sollten und auch das als Eltern einfach gar nicht akzeptieren sollten.

Da müssen jüngere Geschwister ganz klar geschützt werden, aber natürlich auch ältere, wenn es andersrum läuft. Ja, es gibt ja manchmal auch die jüngeren Geschwister, die da mehr aufdrehen oder auch in Streitigkeiten vielleicht eher mal körperlich werden, das höre ich auch öfter. Ja, es gibt also beide Varianten und da müssen auch die Älteren mitunter vor den Jüngeren geschützt werden, wenn es solche Situationen gibt. Das ist gar keine Frage, wie.

Kann ich denn Kinder dazu ermutigen, dass sie eigene Lösung finden? Ja, zum einen Leben Kinder ja schon mal sehr von uns als Eltern, als Vorbild. Das heißt? Wenn ich meinem Kind da die passenden Skills mitgeben will, wie man konstruktiv Konflikte löst, dann lebe ich das am besten vor. Ich werde auch oft von Eltern gefragt, soll ich vor meinen Kindern streiten, also dürfen wir als Erwachsene unsere Streitigkeiten vor den Kindern ausleben und dann sage ich ganz klar, immer kommt drauf an wie, weil wenn wir das auf eine konstruktive Art und Weise tun, dann können wir ja nichts fantastischeres haben als unseren Kindern das Vorbild zu geben. Wie wir mit diesem Streit konstruktiv umgegangen sind, respektvoll Grenzen Wahrend, die

Grenzen des anderen Wahrend, das klären. Ohne dass wir emotional werden, unter die Gürtellinie gehen, schreien oder beleidigen und so weiter ja oder unseren Wutanfall ausleben. Also besser geht es ja eigentlich gar nicht, als wenn Kinder 2 Erwachsene erleben, die sagen, gut, ich habe diese Seite, du hast diese Seite, sie nicht streiten darüber, aber eben auch nicht nachgeben, sondern jeder seinen Punkt vertritt und man eine gemeinsame Lösung findet. Besseres Beispiel können wir unseren Kindern nicht geben. Ich möchte noch mal auf eine Besonderheit zu sprechen kommen. Wir haben ja auch ein Kind.

Mit einer AD. S Diagnose was naturgemäß öfter in Konflikte verwickelt ist als andere durch hohen Bewegungsdrang, schnelle Frustrationen. Und auch. Impulsives Verhalten wie kann man solche Kinder unterstützen? Das ist toll, dass du das noch mal zur Sprache bringst, weil es n ganz, ganz wichtiges Thema ist. Gerade Kinder, die so oft anecken dadurch, dass sie einfach ja andere Filter haben, sage ich mal. Die kriegen ja besonders häufig diese negative, dieses negative Feedback und ganz viel Kritik zu hören. Und ich hab es ja eben schon auch in anderem Kontext angesprochen, was passiert, wenn man das immer wieder hört, ne, wenn man immer wieder hört, haben wir ja auch neulich mit unserem Gast, der Marie drüber

gesprochen, wenn man immer wieder hört, du bist falsch, du bist faul, du bist dies, du bist das, das sind Zuschreibungen, die machen was mit einem und im schlimmsten Fall hört man das immer, immer wieder und. Verinnerlicht das irgendwann und macht es zu seinem eigenen Glaubenssatz und wächst dann damit auf. Ich bin so, wie andere es mir zuschreiben, so, deswegen finde ich es toll, dass du das noch mal ansprichst. Im Grunde funktioniert Erziehung bei Kindern mit ADHS nicht viel anders, als wir es hier besprechen in diesem Podcast. Deswegen kann man das auch, also alle Eltern, die Kinder mit ADHS haben, sind herzlich eingeladen, unseren Podcast zu hören, die können da sicherlich ganz, ganz

viel daraus mitnehmen. Ganz besonders ist aber wichtig hervorzuheben, dass gerade bei Kindern mit ADHS alles, was wir hier benennen, besonders wichtig ist. Also, dass man das klar und strukturiert macht, dass man es besonders einhält und ja ihnen ganz viel Orientierung und Struktur gibt und da eben auch nicht abweicht oder mal locker wird. Also wenn n Kind ADHS hat.

Kannst du das im Grunde genauso anwenden, wie wir es hier im Allgemeinen über Erziehung besprechen? Aber du musst eben noch mehr hinterher sein, dass du es ganz konsequent umsetzt und nicht schleifen lässt. Aber zurück zu deiner Frage, Thorsten, letzten Endes, wenn Kinder mit ADHS immer wieder dieses Feedback erhalten, ist es wichtig, dass wir sie auch immer wieder ermutigen und die positiven Aspekte hervorheben, weil diese Kinder erfahren ganz viel Kritik und. Und sollten natürlich im Gegensatz dazu von uns auch aufgebaut werden.

Es passiert ihnen halt häufig, dass jeder nur sieht, was machen sie falsch, aber eben nicht ihre Bemühungen anerkennt. So, und da sollten wir als Eltern unsere Kinder, gerade wenn sie ADHS haben, ermutigen, wie machen wir das nicht, indem wir jede Kleinigkeit absurd loben, sondern indem wir ihre Bemühungen anerkennen, indem wir aussprechen, was Sie für Fortschritte gemacht haben, einfach sehen und wahrnehmen.

Wo sie sich bemüht haben und was sie vielleicht mal hingekriegt haben, was wir bei anderen Kindern als normal voraussetzen würden, da auch einfach mal anzusprechen, also zum Beispiel, wenn sie geärgert werden und kochen jetzt mal nicht vor Wut über, sondern versuchen, es mit Worten zu lösen, dann sollten wir das benennen und sagen, toll, dass du es heute geschafft hast, dich zurückzuhalten und es als allererstes versucht hast, mit Worten zu klären und. Damit diese Kinder auch die Erfahrung machen. Ich bin auf dem richtigen Weg und das ist genau das, was ich tun sollte und womit ich eben dann auch positive Erfahrungen sammeln kann.

Diese Kinder haben vielleicht auch gerade dadurch bedingt, was du gerade erklärt hast. In der Regel ja auch einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Das heißt, es ist da besonders wichtig, keine willkürlichen Strafen zu verhängen. Ja, da hast du absolut recht. Es ist wichtig, keine willkürlichen Strafen zu verhängen, sondern ihnen Orientierung zu bieten. Und eine gewisse Verlässlichkeit, also gerade bei ADHS ist es auch besonders wichtig, dass Kinder die Konsequenzen vorher kennen, dass du also nicht eine willkürliche Strafe verhängst.

Da haben wir in unserer letzten Folge schon viel drüber gesprochen, sondern dass du eben sagst, wenn du dieses Verhalten weitermachst, dann passiert das und dich dann eben auch genau daran hältst. Und das macht dich als Eltern berechenbar. Dass du, dass die Kinder eben wissen, was passiert, wenn sie sich jetzt so verhalten oder so verhalten. Ja, sie können sich ja selber entscheiden am Ende, ob sie sich jetzt positiv oder negativ zu etwas verhalten. Ihnen sollten in beiden Fällen einfach die Konsequenzen klar sein und du musst dann aber als Vater oder Mutter auch wirklich genau das Stumpf umsetzen, was du vorher besprochen hast und eben nicht nur ankündigen.

Denn darin liegt dann die Orientierung und Sicherheit für deine Kinder und im Übrigen auch dann, wenn sie mal eine falsche Entscheidung treffen und eben auch mal die negative Konsequenz in Kauf nehmen. Das müssen wir als Eltern dann aber auch aushalten. Ja, wichtig ist dann auch, um noch mal auf die Gerechtigkeit zurückzukommen, dass dann nicht nur das. Vermeintlich stärkere Kind gebremst wird, wenn man als Eltern einschreitet, sondern auch beide Kinder ernst genommen werden und so nicht vielleicht in ne unausgesprochene Schuldzuweisung zu kommen.

Ja, ernst nehmen auf jeden Fall, das ist ganz wichtig auf beiden Seiten immer zuzuhören. Ohne den Richter zu spielen, einfach zuzuhören, ohne zu bewerten, definitiv. Es heißt ja auch nicht, dass wir als Eltern unsere Kinder nicht unterstützen sollen in diesem Konflikt, also sich rauszuhalten heißt ja auch nicht, es zu ignorieren.

Natürlich können wir mit unseren Kindern darüber sprechen und sagen, wie hast du dich gefühlt, was wäre eine Idee, wie du das lösen kannst, wie könntest du nächstes mal damit umgehen, vielleicht solltest du noch mal deine Gefühle dem anderen auch mitteilen darüber. Und ihnen helfen die passenden Worte dafür zu finden. Aber wir sollten es eben nicht für sie lösen oder da rein springen und den Richter spielen. Es spricht nichts dagegen, unsere Kinder in diesem Prozess zu unterstützen, mit ihnen über Alternativen zu sprechen, wie sie mit der Situation umgehen könnten oder auch sie zu ermutigen, noch mal auf den anderen zuzugehen, um. Die Situation zu klären oder auch einen Kompromiss zu finden, einen gemeinsamen, da können wir

unterstützen, aber eben nicht einmischen im Sinne von, wir klären es für sie. Also Geschwisterstreit ist nicht per se schlecht. Es ist für Eltern teilweise schwer zu ertragen und oft rational nicht nachvollziehbar, worüber da gestritten wird, aber wichtig für die Kinder, für ihre Entwicklung, und es stecken ja auch noch mehr Chancen da drin.

Absolut. Und ja, ich kann verstehen, dass viele dann auch genervt sind, wenn zu Hause dann rumgeschrien wird und die Fetzen fliegen. Aber ich glaube, da kann man sich als Eltern auch ein Stück weit dann entspannen, wenn man das eben beherzigt, worüber wir in dem Podcast gesprochen haben. Viele sind ja auch gestresst und geraten unter Druck, weil sie denken, sie müssten es klären, weil sie selber in die Verantwortung gehen für diesen Streit, der eigentlich nicht ihrer ist, aber die. Die meisten Streitigkeiten sind ja außerhalb dieses Rahmens, den wir vorhin besprochen haben, wo Eltern einschreiten sollten. So, das heißt, da können wir auch als Eltern einfach n bisschen gelassener werden und

entspannter und uns ne schöne Tasse Tee kochen oder Kaffee und uns zurücklehnen und sagen, OK, es ist der Streit meiner Kinder, es ist nicht mein Bier, und wenn mich das. Geschrei zu Hause nervt. Dann gehe ich halt eine Runde um den Block oder in den Garten und lasse meine Kinder das mal in Ruhe selber klären, vorausgesetzt natürlich, sie sind alt genug. Das ist doch eine sehr, sehr gute Nachricht für alle Eltern. Hilft auch, entspannter zu werden. Insgesamt.

Im Grunde genommen kann ich mich nicht nur zurücklehnen mit der Tasse Tee, sondern ich stelle mir einfach vor, jeder Streit unter den Kindern ist wie eine Art Trainingslager. Lässt das Kind wachsen? Genau. Sehr schön. Was wächst denn da eigentlich genau? Problemlösungskompetenzen klar. Ja genau, problemlösungskompetenzen und Kinder sammeln ja auch einfach ihre Erfahrung.

Was ist meine Rolle hier kann ich mich durchsetzen, wie kann ich mich durchsetzen, also auf welche Art und Weise sie probieren ja eben aus, so wie wir später im Leben als Erwachsene ja auch in anderen Situationen wir. Entwickeln ja auch unsere sozialen Skills, indem wir Dinge ausprobieren und da merken, Oh OK, das funktionierte, das funktionierte nicht und genauso muss man das eben auch bei unseren Kindern sehen und solange eben dieser Rahmen eingehalten wird, wo jemand ernsthaft Schaden nehmen würde, ja solange das nicht der Fall ist, kann man es ja wirklich auch als etwas Positives sehen. Und sich wie gesagt, da einfach zurücklehnen. Eine Chance, die die Kinder.

Vielleicht nicht alleine ergreifen können ist ja auch. Empathie zu lernen, also etwas über die Wahrnehmung und Gefühle der anderen zu lernen. Wie kann man das den Kindern beibringen, dass sie das, also sie müssen das vermutlich mit den Eltern gemeinsam reflektieren? Das ist auch noch mal ein schöner Punkt, dass du das ansprichst, weil letzten Endes, wenn wir mit Eltern sprechen, die sagen, mein Kind. Zeigt wenig Empathie mit anderen, ja oder auch wenig Rücksicht oder was weiß ich so, dann sind das ja oft auch Themen des gesamten Familiensystems.

Also häufig hängt das ja nicht an dem einzelnen Kind, und weil das Kind eben ohne Empathie geboren ist, sondern weil es sich vielleicht nicht genug zugehörig in dieser Gemeinschaft fühlt, und da ist es ja auch eine Frage, wie gehe ich in dieser Gemeinschaft mit Konflikten um, deswegen ist das eigentlich ein sehr passendes Beispiel jetzt auch für dieses Thema. Umso destruktiver wir insgesamt in der Familie umgehen oder zum Beispiel auch Partei ergreifen, immer wieder für das einzelne Kind, ja, weil es das Lieblingskind ist oder immer das Bravere und Angepasstere oder was weiß ich, so was kann ja auch sehr aufs Gemeinschaftsgefühl in der Familie drücken, das heißt Voraussetzungen. Für Mitgefühl und Empathie ist

auch erstmal, sich in diesem Konstrukt Familie angenommen zu fühlen und gleichwertig zu fühlen und darin auch seinen Platz zu haben. Und dann spielt es natürlich auch viel eine Rolle, wie wir das als Eltern vorleben, also sind wir empathisch, zum einen mit dem Kind selbst, um das es vielleicht jetzt geht. Aber eben auch mit anderen.

Also wenn unser Kind selber von uns zwar Empathie erlebt, das aber immer wieder erlebt, dass wir mit anderen Unempathisch umgehen um uns herum, übernimmt es dieses Verhalten ja auch und lernt es als etwas ganz Normales, deswegen ist das Vorleben in alle Richtungen auch ein ganz wesentlicher. Teil. Ich versuche das ganze Mal zusammenzufassen, also Streit ist etwas Normales, aber auch etwas Wertvolles und entwicklungsförderndes.

Zieht die Grenzen klar, besprecht sie mit euren Kindern, greift nur ein, wenn sie überschritten werden, spielt kein Schiedsrichter, vergleicht eure Kinder nicht, habe ich es vergessen. Schreibt ihnen keine Rollen zu. Trinkt die Tasse Tee, setzt euch Kopfhörer auf, hört die vorherigen Folgen des Podcasts gern noch mal durch und entspannt euch. Richtig und beruhigt euch.

Und beruhigt euch. Danke, dass ihr uns bis hierhin. Zugehört habt ich hoffe. Ihr konntet was mitnehmen. Folgt uns auch gern auf Apple Podcast und Spotify, wenn es euch gefallen hat und wir würden uns freuen, euch auf unserem Instagram Account unter calmy Dot Official begrüßen zu dürfen und mit euch zu kommunizieren. Wir nehmen gerne eure Anregungen, auch wenn ihr Themenvorschläge habt, entgegen.

Das finden wir ganz besonders interessant, denn wir wollen ja Themen besprechen, die euch auch weiterhelfen. Bis dahin alles gute und bye Bye, Bye Bye.

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