Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 1· Folge 8

#008 Ermutigung statt Applaus - so stärkst Du dein Kind wirklich

Dienstag, 16. September 2025 · 31 min

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Shownotes

„Super gemacht!“ – klingt liebevoll, schwächt aber auf Dauer das Selbstwertgefühl deines Kindes. Denn ständiges Lob macht abhängig von deiner Bewertung. In dieser Folge erfährst du, warum Ermutigung so viel stärker wirkt, wie Kritik ohne Verletzung Grenzen setzt und wie du dein Kind dabei unterstützt, innere Stärke und echtes Selbstvertrauen aufzubauen.
Eine Folge für Eltern, die aufhören wollen, nur Cheerleader zu sein, und stattdessen ihre Kinder wirklich stark machen.
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Vielen Dank an Krawuttke für den fantastischen Titelsong, ihr findet ihn bei Spotify.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Eltern sind manchmal wie Cheerleader, super, toll, fantastisch, nur ohne die Pompons und Uniformen. Es klingt nett, hilft dem Kind aber selten, ein echtes Selbstwertgefühl aufzubauen. Heute schauen wir uns an, warum Lob nicht der große Game Changer ist, wie Ermutigung mit etwas Übung besser wirkt und warum auch Kritik nicht verteufelt werden muss, wenn wir sie klug formulieren.

Kaimi, das sind Marie und Thorsten, Coach, Erziehungsberater und Eltern von 4 Kindern mit und ohne ADS. Und jetzt geht es los. Viel Spaß beim Hören. Neulich, als das Wetter noch gut war, waren wir mit unseren Kindern auf einem großen Spielplatz, wo genauso viele Eltern wie Kinder waren. Das ist aber n anderes Thema und wo ganz viele Eltern zu ihren Kindern Dinge gesagt haben wie Oh toll kannst du da hochklettern, toll kannst du schaukeln oder Oh wie toll du gerutscht bist.

Warum machen denn Eltern so was und was ist ungünstig da dran? Das scheint ja so n Generationen Ding zu sein, ne? Findest du ja total, weil ich das noch ein paar Generationen früher quasi noch anders erlebt habe. Wie war das denn früher? Damals, ich glaube heute waren uns bewusst einfach viele anders da.

Waren die Eltern gar nicht auf einem Spielplatz? Ja, das genau, die waren gar nicht auf einem Spielplatz und haben vor allem nicht jeden Schritt und jeden Tritt begleitet. Da sprechen wir ja selber öfter drüber. Ne, wenn wir das so mit unserer Kindheit vergleichen. Und denken Mensch, wie viele Freiheiten wir eigentlich damals hatten und wieviel heutzutage anders läuft. Aber gut, das ist ein Thema für sich, ich glaube, viele sind noch so in dieser alten Generation und ich spreche jetzt sicherlich nicht für alle, ja, ich sage bewusst viele und nicht die meisten sind noch so mit dieser Generation, ich nehme kein Blatt vor den Mund aufgewachsen und viele von uns haben sicherlich auch einiges an

Kritik erfahren von ihren Eltern, das. Deswegen starten wir mal mit dem Thema Kritik rein. Viele haben das ja erlebt oder viele Eltern noch vor ein 2. Generationen haben das ja angewendet, im Grunde aus einer guten Absicht heraus um ihre Kinder zu motivieren. So ich sag dir was du falsch machst, damit du es besser machen kannst. Ne ich ohne den Hinweis auf den Fehler wüsstest du ja gar nicht was du korrigieren sollst.

So das war so die Logik dahinter und. Gut, da können sich jetzt mal alle Eltern fragen, wie sehr sie das motiviert hat, wenn sie kritisiert wurden. Genau das ist aber heute auch nichts anderes, ne, also das ist ja auch glaube ich das, was viele Eltern zum Umdenken gebracht hat, woraufhin sie dann gesagt haben, das mache ich anders, ich habe selber vielleicht jahrelang mit meinem Selbstwert zu kämpfen gehabt und musste da erstmal meinen Weg finden, vielleicht erstmal viele Erfolgserlebnisse sammeln, auch bevor ich. Dann eben mich selber mehr gefestigt fühle und viele wollen das Ihren Kindern ersparen und sagen dann halt gut, ich möchte meinem Kind ganz viel Selbstbewusstsein n hohes Selbstwertgefühl mitgeben, damit

das irgendwann nicht so hadern muss, wie ich vielleicht hadern musste. Ja erinnern sich vielleicht auch an die Unsicherheit in der Jugendphase und denken dann eben umso mehr Lob ich da rein gebe, desto mehr Selbstbewusstsein kommt dann hinten raus. Und entspricht das der Wahrheit? Ist das das Ergebnis? Da kann ich jetzt schon sagen, Jein. Jein.

Jein. Genau. Da bin ich gespannt auf eine differenzierte Antwort. Was macht das denn konkret? Genau so einfach ist es nämlich meistens gar nicht und man liest ja heutzutage viel. Jetzt liest man auch, man darf Kinder nicht mehr loben, weil zu viel Lob schadet oder grundsätzlich schadet Lob, man soll Kinder nur ermutigen. Vielen fällt es erstmal schwer, das auseinander zu halten und kann Lob überhaupt Schaden.

Ja, und vielleicht starten wir mal so rein den Unterschied zwischen Lob und Ermutigung erstmal festhalten, jetzt wollte ich schon Kritik sagen, vielleicht starten wir erstmal so den Unterschied zwischen Lob und Ermutigung zu besprechen. Denn Lob ist ja so etwas. Hast du ne Idee was Lob ist? Na Lob ist, wenn ich mich freue, dass irgendwas gut funktioniert hat oder n Kind was gut gemacht hat und ich denke das freut sich jetzt, wenn ich Ihnen das mitteile.

Und wie drückst du das? Also das ist ja, na ja, indem ich das mich über das Ergebnis freue. Und also toll, toll, toll hast du das gemacht? Super Mega super Spitzenklasse du. Bist ein ganz tolles Kind. Ganz tolles Kind. Genau, genau das ist Lob, das ist gut auf den Punkt gebracht und Ermutigung ist ja noch einen Schritt davor sozusagen.

Es ist nicht unbedingt auf das Ergebnis abgezielt, sondern Ermutigung ist ja jemanden. Den Mut, da steckt er, das Wort Mut drin. Ja mitgeben, gewisse Dinge zu tun oder auch weiter zu versuchen oder dran zu bleiben oder es eben auch einfach anzuerkennen so, das heißt Ermutigung, ist selten so einfach wie ein einfaches super, toll mega, sondern es ist eher etwas was.

Den Weg dorthin begleitet zu diesem Ergebnis, über das wir uns dann super toll megamäßig freuen können. Also vielleicht erklären wir das lieber anhand von einem praktischen Beispiel, weil es sicher einfacher ist, das dann auseinanderzuhalten, wenn ein Kind ein Bild malt, das ist so ne Situation, die wir alle kennen, unser Kind hat ein Bild gemalt und viele neigen dazu zu sagen, super schön, ein super schönes Bild. Aber was passiert denn mit unserem Kind, wenn wir das das nächste Mal nicht sagen?

Wenn wir dann nicht sagen, das ist ein super schönes Bild, unser Kind kommt wieder an und sagt, Papa, Ich habe ein Bild für dich gemalt und du sagst jetzt nicht, es ist super toll und schön und mega klasse, was denkst du, was dein Kind dann empfindet? Was sage ich denn? Na ja, das Letzte hat mir besser gefallen.

Das das wäre natürlich der Worst Case. So viel zum Thema Selbstwertgefühl aufbauen sag ich, das war es dann mit dem Selbstwertgefühl ich. Genau da sieht man schon, wie Lob eigentlich wirkt. Ne, es kommt von außen, es gibt uns ein gutes Gefühl, deswegen ist deine Reaktion gerade ein fantastisches Beispiel, so und wenn es nicht kommt, dann gerätst du schon ins Stocken und sagst OK was, was macht das jetzt?

Was hab ich jetzt falsch? Gemacht, genau was hab ich jetzt falsch gemacht und das einfach nur weil was weg bleibt, womit wir rechnen, was sonst normalerweise standardmäßig kommen würden. So du siehst schon. Wie sich das Kind fühlt, ist sehr abhängig von dir, von deiner Antwort, von deinen Gefühlen.

Über dieses Bild, von deinem Empfinden, deiner persönlichen Meinung über dieses Bild. Das heißt, es ist sehr, sehr nach außen gerichtet, was dein Kind dann wahrnimmt, es hängt quasi davon ab, dass du es lobst und bestätigst, weil es ansonsten die Leistung, also das Bild, was es in dem Fall gemalt hat, gar nicht selber honorieren kann das.

So nehmen wir jetzt das Beispiel Ermutigung, dann hört sich das Ganze ein bisschen anders an, zum Beispiel, da gibt es jetzt mehrere Varianten, es gibt da kein richtig oder falsch, aber Ermutigung zielt er darauf ab, das anzuerkennen beziehungsweise zu sehen, wahrzunehmen, was das Kind gerade tut oder erreicht, zum Beispiel könntest du, wenn dein Kind gerade das Bild malt und gar nicht erst warten, bis es damit fertig ist, schon sagen. Du hast sehr viel Spaß beim Malen. Ich sehe, dass du dir sehr viel Mühe gegeben hast, als Du die Wolken oder die Giraffe gemalt hast. Ne, das anzuerkennen.

Der erste Unterschied ist, dass wir da nicht nur das Ergebnis bewerten, sondern den Prozess, genau, dass das Kind sich Mühe gibt, etwas zu tun. Vielleicht auch sehr detailliert. Schon versucht, da was auszumalen und das kann man ja anerkennen. Ich sehe, dass du dir Mühe gibst, das sehr ordentlich zu malen, so, da passieren 2 Dinge, das eine ist, es geht nicht nur um Ergebnisse, sondern allein die Bemühungen und die Anstrengung wird mit etwas positivem verknüpft, das ist das erste wichtige, es muss also gar nichts abliefern um von dir Aufmerksamkeit zu kriegen und gesehen zu werden.

Und es ist vor allem wirklich wertfrei und in dieser Wertfreiheit entstehen ja eigentlich die schönsten Sachen, weil wir uns dann vielleicht auch mal mehr aus unserem Schneckenhaus raustrauen, weil wir keine Angst davor haben, Fehler zu machen oder vielleicht dann auch falsch bewertet zu werden oder schlecht bewertet zu werden.

Hoffentlich gefällt das jetzt jemandem, was ich gemalt habe, so und noch was ganz anderes, Wichtiges spielt dabei eine Rolle, und zwar das Thema gesehen werden. Das findet man in ganz vielen Büchern. Ich glaube so n Klassiker, wo das immer wieder vorkommt, ist jetzt bei Jubel, viele kennen ihn ja, der immer sagt Kinder wollen gesehen werden. Als ich das damals gelesen hab dachte ich aber was heißt das denn, was heißt denn sehen vor mir stehen sehen ja was genau ist damit gemeint, aber genau das ist damit gemeint sehen. Ist jetzt nicht immer nur ermutigend, ja, man kann auch jemanden in seiner Wut sehen, in seinem Zorn sehen. Bitte nicht falsch verstehen, dass ein Kind sehen immer was mit Ermutigung zu tun hat, aber

das wahrnehmen, ich sehe, was du gerade tust. Ich sehe, dass du dich bemühst. Ich sehe vielleicht auch deine Fortschritte, kann ja auch was sehr ermutigendes sein und dann geht es eben darum, nicht nur von außen etwas reinzugeben, was das Kind mitnimmt. Sondern es geht eben auch darum, das Kind darauf aufmerksam zu machen, selber darüber nachzudenken. Ah ja, früher war es so, heute kann ich es schon so, heute kann ich es viel besser.

Ja, ich habe mich bemüht, stimmt, vielleicht hat das Kind bis dahin noch nicht drüber nachgedacht, dass es also Mühe geben, so fühlt es sich an oder auch den Ball an mein Kind zurückzuspielen und zu fragen, wie fühlt es sich denn an, jetzt wo du dir so viel Mühe gegeben hast. Also sprich die Bewertung gar nicht von außen zu geben von uns. Wir sagen jetzt mit unserem Lob oder unserer Kritik, es hat sich für dich gut oder schlecht anzufühlen, sondern wie fühlt es sich für dich an?

Hör mal in dich rein, spür einfach mal richtig in dich rein, wie fühlt es sich für dich an, jetzt wo du dein fertiges Bild siehst? Bin ich stolz drauf? Ja genau, bin ich stolz drauf, gefällt mir das, was ich sehe, was genau gefällt mir denn gut? Was möchte ich vielleicht nächstes mal anders machen? Na, da können wir mit ganz kleinen Kindern eigentlich schon mit Achtsamkeit in Bezug auf sich selbst beginnen und auch eigene Gefühle zu verstehen, aber das allerwichtigste ist ja, wenn das Kind am Ende in sich reinfühlt und selber sagt, ob es mit seinem Bild zufrieden ist oder nicht, ist es auch unabhängig von der Bewertung anderer, sondern es lernt sich auf sein eigenes Urteil zu verlassen und das ist der Moment.

Wo Selbstwertgefühl Selbstbewusstsein entsteht, das heißt, das Lob bringt unser Kind eigentlich immer nur in die Situation, nach Bewertung von außen zu suchen. Und die Ermutigung ist das, was dann wirklich das erreicht, worauf eigentlich viele Eltern mit ihrem Lob abzielen, ne, nämlich den den Selbstwert und das eigene Empfinden ihres Kindes zu stärken. Nun gehört ja das Beispiel, dass Du genannt hast mit, ich sehe, dass du dir viel Mühe gegeben hast. Nicht unbedingt zum täglichen Sprachgebrauch. Ich glaube, für viele Eltern hört sich das etwas umständlich an und ungewohnt und ich kann mir vorstellen, das ist auch das größte Hindernis, es geh doch mal bitte n bisschen auf den Unterschied ein, also das

Ergebnis loben, hast du erklärt warum oder was es bewirkt, wenn ich den Prozess lobe und wenn ich n Kind ermutige, wo ist der Unterschied, was wirkt? Wie und in welcher Situation ist es vielleicht OK, den Prozess zu loben? Und wann ist es besser, n Kind zu ermutigen? Vielleicht hole ich noch mal n bisschen aus, weil wegen dem, was du gerade gesagt hast, wo du sagtest, das gehört jetzt vielleicht nicht unbedingt zum typischen Sprachgebrauch, das stimmt, und das fühlt sich für viele erstmal befremdlich an.

Deswegen fragen auch viele, OK, was genau soll ich denn jetzt sagen, um zu ermutigen oder tun sich da schwer die passenden Worte zu finden und da. Habe ich einen kleinen Hack, sag einfach das was du siehst und was dein Kind gerade macht, also benenne einfach das, was du gerade selber wahrnimmst.

So also überleg dir nicht extra ermutigende Worte und versuche es wieder auszuschmücken, weil dann sind wir ganz schnell wieder beim Lob. Ne wo du da vielleicht nur dein Kind ermutigt noch. Mal ein Beispiel also du hast ja eben schon 1 genannt, aber vielleicht noch 1. Ja, genau. Also ich hatte ja schon Beispiele genannt, wie ich sehe, wieviel Mühe du dir dabei gibst, jetzt die Wolken auszumalen und. Oder weiß ich nicht.

Es kann ja auch ne Alltagssituation sein, wo wir unser Kind bestärken sollen, zum Beispiel, es schüttet sich selber die Milch ein in den Becher und es läuft halt nicht über oder es hat den Becher schön gerade festgehalten, dann lass uns das doch einfach sagen, du hast die Milch nur bis zum Rand gekippt, sodass nichts übergelaufen ist.

Einfach das aussprechen, was du gerade siehst, sodass dein Kind sieht, aha. Mama Papa hat das mitgekriegt. Das ist übrigens auch was, womit wir unseren Kindern Aufmerksamkeit schenken. Auf ganz positive Art und Weise, um mal kurz ja n kleinen Exkurs zu unseren anderen Folgen zu machen, wo viele sagen, ha Fehlverhalten und mein Kind sucht ständig nach Aufmerksamkeit, wenn wir unser Kind auf diese Art und Weise wahrnehmen, indem wir das benennen, die positiven Sachen, die ihnen gerade geglückt sind und das einfach sehen. In solchen Situationen, wo unser Kind ja wirklich was Positives vollbracht hat und kein Fehlverhalten zeigt, dann bekommt es über diesen Weg auch noch jede Menge Aufmerksamkeit auf positive Art und Weise, was

auch wiederum Fehlverhalten reduzieren kann. Das greift also auch ineinander, ja, und wenn du mich jetzt fragst, wann setze ich Lob ein, wann setze ich Ermutigung ein? Natürlich, wenn du beim Fußballspiel deines Sohnes bist. Und der schießt jetzt n Tor und die ganze Mannschaft jubelt, dann stellst du dich da nicht an den Rand und sagst, ich sehe, dass du ein Tor geschossen hast, ne?

Das ist jetzt n sehr lustiges Beispiel, OK. Das muss ja nicht sein. Das muss nicht sein, sondern dann springst du von der Bank auf Jubelst, feuerst ihn an und sagst, wie mega krass cool das gerade war, dass er dieses Tor geschossen hat. Ne, also man übt es am besten zu Hause, wenn kein anderer zuhört. Also das ist etwas, was weißt du, was ja wirklich dann auch aus dem Herzen kommt und was ne besondere Leistung ist von deinem Kind und dann natürlich feuerfrei. Lob bis die Wände wackeln ne natürlich digga, richtig. Darf dann auch mal sein.

Darf dann auch mal sein, immer raus damit. So, wir sind ja auch noch Menschen, ja und dürfen ja auch mal euphorisch sein, wenn unser Kind was ganz besonders geniales hinkriegt. So aber wenn wir unser Kind von Lob von also mit Lob von Früh bis spät überhäufen, dann passieren ja 2 Dinge. Das eine ist das, was ich gerade angesprochen hab, das alles von außen kommt.

Das andere ist der Rest der Welt wird wahrscheinlich nicht so auf unser Kind reagieren, wenn es ein bisschen älter ist. Ja, also wenn es seine. Wahrscheinlich nicht. Seine erste Ausbildung macht oder noch viel früher, wenn es in die Schule kommt und dort mit anderen vielleicht auch ein Stück weit verglichen wird, an seinen Leistungen gemessen wird, dann wird da wahrscheinlich nicht jeder stehen und sagen, super, toll so, und jetzt haben wir ja vorhin dieses Beispiel schon angesprochen, haben gesagt, wie fühlt sich unser Kind, wenn das plötzlich fehlt. Dann hatte haben die Eltern eine Welt geschaffen, in der so viel Lob und so viel Bestätigung von außen kommt. Und dann kommst du in eine Welt,

wenn du n bisschen älter bist als kleiner Mensch und da wird ist das eben gar nicht mehr so, im Gegenteil, da wirst du vielleicht nicht mal beachtet oder nicht mal wahrgenommen. Also Kinder lernen das so und nehmen es als normal hin genau und können nicht unterscheiden, dass das jetzt ganz andere Personen sind, die andere Dinge sagen, ja.

Das kommt dann vielleicht wieder, wenn sie älter sind, ne, wenn sie das reflektieren können und das dann eben auch richtig einordnen können und ergründen können. OK, warum war das jetzt zu Hause so und woanders so, aber diese Leistung, die können wir ja nicht von einem 678 19 jährigen Kind erwarten. So, das heißt, dann passiert ja genau das, was wir eigentlich nicht wollten, weder das Selbstwertgefühl singt, weil das Kind die Erfahrung macht, ja so gefeiert, wie ich zu Hause immer bin, bin ich hier draußen nicht, und eigentlich krieg ich ja jetzt gar keine Anerkennung mehr, und das nimmt dann vielleicht auch Züge an.

Dass dieses Kind aber unbedingt Anerkennung haben will und damit sich gar nicht wohlfühlt, jetzt eben in so einer vielleicht schon. Ja, eher nicht gesehen in Rolle zu stecken, wenn es 1 von vielen ist, wie in so einer Schulklasse, wo dann auf einmal 20 Kinder sitzen. Und kann es dann auch passieren, dass Kinder sich dann, wenn sie das nicht bekommen, die Anerkennung auf andere Art und Weise holen? Ja, natürlich, natürlich zum.

Beispiel? Ja, zum Beispiel durch Fehlverhalten, durch Auffälligkeiten, durch ja, besonders ich. Gerichtetes Verhalten auch ne. Also dass sich alles eben wieder auf sie zentrieren soll, wie sie es ja auch gewohnt sind. Dieses Maß an Aufmerksamkeit eben auch zu erhalten, ja, weil sie eben nicht anders gelernt haben, das oder weil sie es eben nicht gelernt haben, das aus sich und aus dem innen herauszuholen, aus sich selbst heraus, sondern eben das nur kennen, dass das eben nur auf dem Weg von außen funktioniert. Das sind dann oft auch Menschen, die auch noch im Erwachsenenalter wir ständig auf die Anerkennung der anderen achten, was sie natürlich auch anfällig macht für ja dafür, von anderen vielleicht auch

manipuliert zu werden. Später, um diese Anerkennung zu haben, ne, wenn man sie mit viel Aufmerksamkeit überhäuft, das wollen wir ja für unsere Kinder nicht, wir wollen ja, dass sie gefestigt sind, dass sie sich mit Menschen umgeben, die ihnen gut tun und. Und nicht mit welchen, die sie vielleicht manipulieren, weil sie sie mit Aufmerksamkeit überhäufen und es sich endlich wieder anfühlt wie zu Hause.

Gut, jetzt hat man mit Kindern ja leider nicht nur Situationen, wo man sie loben und ermutigen muss, sondern ab und zu gibt es ja auch mal Dinge, die nicht so laufen. Wir hatten ja schon die Folge über Fehlverhalten jetzt kritisieren. Eltern aber auch mal ihre Kinder einfach oder häufig in Stresssituationen, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden und fangen dann an zu schimpfen, vielleicht noch vor allen anderen.

Ist das ne gute Idee. Ja, wie wir uns gefühlt haben, wenn wir Kritik ausgesetzt sind, das haben wir ja eingangs schon besprochen. Das nagt natürlich immer an einem. So, jetzt gibt es da aber nicht nur schwarz oder weiß, also es gibt ja nicht nur ich kritisiere dich oder ich stelle mich komplett zurück und sage gar nichts dazu, egal wie du dich verhältst.

Nein, weil gehen wir. Bleiben wir mal bei dem Spielplatzbeispiel, das können ja jetzt ja auch schon etwas ältere Kinder sein, Teenager wahrscheinlich nicht mehr, aber so der Klassiker, Mein Kind nimmt ne Schaufel mit Sand und kippt es gibt den Sand n anderen Kind über den Kopf, ich sehe das. Regt mich gerade auf.

Warum musst du immer andere mit der Schaufel mit Sand beschmeißen? Das habe ich dir doch schon 1000 mal gesagt, dass du das nicht machen sollst. So meinst du. Ja, ja, genau, wo es mit einem durchgeht, das passiert glaube ich jedem mal. Ja, natürlich. Wir sind alles nur Menschen und ich finde, da muss man auch mal ein bisschen Nachsicht mit den Eltern haben. Ja, also.

Es gibt ja Menschen, die sind nach außen immer sehr korrekt und sehr perfekt. Und natürlich tun wir alle unser Bestes und die meisten Eltern erst recht die, die sich die Mühe machen nen Podcast über Erziehung zu hören, wollen ja das Beste für ihr Kind, ne, also allein schon derjenige, der das gerade hört was ich sage, beschäftigt sich ja mit der Erziehung seines Kindes, gehe ich mal davon aus, dass einem das sehr wichtig ist. Und man da alles richtig machen möchte. Wir machen ja auch den Podcast hier für Eltern, die nicht alles perfekt machen wollen.

Das geht ja auch gar nicht. Nein, den. Ausspruch darf niemand an sich haben. Genau jetzt. Sehen wir mal, das Beispiel ist passiert es es geht. Es geht mit uns durch, ich sag genau das zu meinem Kind, was du gerade gesagt hast, das. Ist ja nur menschlich ne, dass das mal rausrutscht. Also wenn es uns schon rausgerutscht ist, also wenn ja die Karre schon vor die Wand gefahren ist sozusagen.

Dann sollten wir Verantwortung für das übernehmen, was uns da rausgerutscht ist. Also wie? Tun wir das? Es kann ja mal passieren, dass alle Pferde mit uns durchgehen, aber das dann sollten wir das hinterher auch benennen, indem wir zum Beispiel ganz klar sagen, ich bin eben sehr barsch zu dir gewesen, wie in dem Fall jetzt ja, mit der, mit dem, was wir gerade als Beispiel genommen haben. Das war nicht in Ordnung von mir. Ich hab mich total darüber geärgert, dass du die den Sand auf das andere Kind geworfen hast. Trotz alledem hätte ich anders mit dir sprechen sollen. Also damit sag ich, drück ich ja meine Gefühle aus. Ich hab mich geärgert, das was du gesagt hast oder das was du gemacht hast.

Das hat etwas mit mir gemacht, ja es hat mich verärgert, ich wollte das nicht. So, aber ich nehme die Verantwortung auf mich, indem ich dann eben sage, das ist aber was, womit ich hätte zurechtkommen müssen, und es war nicht in Ordnung, dich dann zu kritisieren oder anzubrüllen oder was auch immer dann gerade passiert ist so, sondern das ist im Grunde Verantwortung übernehmen für das eigene Handeln, was ja. Andere mit Sand beschmeißen nicht automatisch korrekt. Macht.

Ja, und das ist eben auch wichtig, dass wir sagen, ich möchte das nicht, ich möchte nicht, dass andere mit Sand beschmissen werden, deswegen hab ich mich geärgert, ist es unangenehm für andere oder die können sich dabei verletzen, ich will das nicht und das zieht ja ne ganz klare Grenze, aber auf eine nicht verletzende Art und Weise und das ist eben auch wichtig, wenn wir jetzt dazu übergehen wollen, wie mach ich das denn stattdessen, weil alles über sich agieren zu lassen und sich alles gefallen zu lassen. Ist ja auch nicht die Lösung.

Nein, es geht ja nicht darum, die Kinder davonkommen zu lassen. Ja, alles machen zu lassen, was sie wollen, erlebt man ja auch oft heutzutage. Ja, und da kann ich nur sagen, Kinder brauchen diese Grenzen, sie brauchen diese Orientierung, das kommt nicht über Nacht mit einem Fingerschnippen von alleine so, und dass das Kindern häufig nicht gut tut, wenn sie also völlig grenzenlos die Grenzen von anderen, Nein, es weckt sich nicht zurecht, wenn man. Gelernt hat, dass man völlig ohne Konsequenzen permanent die Grenzen von anderen Menschen überschreiten darf. Ne und das die eigene Freiheit hört eben da auf, wo es eben die Rechte von anderen auch verletzt und das ist n ganzwichtiger.in dieser Gesellschaft um gut

miteinander auszukommen in jeglicher Hinsicht, das kannst du ja auf alles Münzen, nicht nur auf Kindererziehung so. Aber zurück zum Thema, das Wichtige ist eben, wir benennen das natürlich und ziehen eine klare Grenze. Aber eben auf eine nicht verletzende Art und Weise. Und das kann man zum Beispiel sehr schön machen mit ich Botschaften sollen wir jetzt wieder das Sandschippenbeispiel nehmen? Ja, gerne, ja, dann kann ich sagen, so was wie ich habe gerade gesehen, dass du das Kind mit Sand beworfen hast, wenn du das tust, hab ich Angst, dass das andere Kind verletzt wird deswegen.

Und jetzt ist wichtig, das war die ich Botschaft, ja, bis hierhin und jetzt ziehen wir die Grenze und geben dem Kind halt den Rahmen vor und stecken die Konsequenzen ab, die passieren, wenn es diese Grenze noch mal übertritt. Deswegen werde ich die Schaufel einpacken und nach Hause gehen, wenn das noch einmal passiert. Du hast also die Möglichkeit, jetzt hier in Ruhe weiter noch im Sand zu spielen, wenn du gerne bleiben möchtest und aber sehe ich noch mal, dass jemand anderes gefährdet wird, indem du Sand wirfst, dann müssen wir leider gehen, weil ich es nicht zulassen kann, dass andere Kindersand abbekommen. Was kann man Eltern sagen?

Wie lange müssen Sie dafür? Üben Sie das drauf haben? Naja, eigentlich brauchen sie nur 2 Komponenten. So das eine ist die ich Botschaft und das ist ja etwas, was auch das Kind dazu einlädt mal zuzuhören. Also wer hört gerne zu wenn du hörst? Was weiß ich was Willi ich hab dir schon tausendmal gesagt Du sollst jetzt nicht mit der Schippe Sand und so weiter also da machst du ja schon allein durch den Tonfall komplett du hast überhaupt keine Lust mehr dir das anzuhören deswegen ist es halt wichtig da einfach bei sich selber zu bleiben so der erste Grundsatz ist Rede von dir selbst Rede nicht von deinem Kind so ich mache mir sorgen wenn du andere mit Sand beschmeißt weil ich Angst davor hab dass jemand verletzt werden

könnte da Rede ich nur von mir und? Ne, ich benenne zwar, dass das Kind mit der Schaufel Sand schmeißen könnte, es hat aber überhaupt keinen negativen Touch zu sagen, du machst irgendwas falsch oder sowas ne, sondern ich rede nur von mir, indem ich sage, ich mache mir sorgen, ich hab Angst und das zweite ist die Grenze ziehen ne das deswegen kann ich das nicht akzeptieren, dass wir mit Sand schmeißen und dann eben die Alternativen besprechen, wenn du es noch mal machst, passiert das. Wenn du es nicht noch mal machst, dann passiert das. Also wir in dem Fall, dann können wir hier bleiben und du kannst weiterspielen, solange du möchtest. So und dann überlass dem Kind die Entscheidung. Jetzt sind wir wieder beim Punkt

Selbstwirksamkeit ne dann überlass dem Kind die Entscheidung und lass es die Konsequenzen seines Handelns tragen, also sprich nimmt das noch mal die Schippe nur in die Hand und schaufelt Sand auf und zielt nur in die Richtung. Dann sollten wir Eltern natürlich auch konsequent sein und genau das machen, was wir vorher gesagt haben.

So, das bringt unser Kind in die Eigenverantwortung für sein eigenes Handeln Verantwortung zu übernehmen. Auch n wichtiger Punkt auch in die Selbstwirksamkeit auch n wichtiger Punkt, gerade wenn wir über Selbstwert Selbstbewusstsein sprechen ja, aber es macht eben auch ne ganz klare Grenze von uns Eltern klar, ohne dass wir.

Das Selbstwertgefühl unseres Kindes angreifen, ohne dass wir schimpfen, Meckern, drohen. Ja, wir geben den Rahmen vor und wir machen, was wir sagen. Ja, da war ja noch ein wichtiger Punkt. Drohen nie Konsequenzen, an die du nicht bereit bist durchzuziehen? Ja, das ist aber auch darüber können wir noch mal eine extra Folge machen. Auch nicht, wenn du dich in Rage geredet hast. Darüber können wir noch mal eine extra Folge machen, weil das erlebe ich jeden Tag wirklich 20 mal ne, also wenn du das jetzt noch mal machst, dann gehen wir aber. Halbes Jahr Tabletverbot.

Dann macht das Kind genau das wieder und dann ja, aber jetzt wirklich, was soll das jetzt noch mal machst? Deswegen ist das also. Die sollen die Kinder, da ihre Eltern ernst nehmen. Ja, eben können Sie nicht mehr. Und die Eltern wollen immer ihre Kinder vor der eigenen Konsequenz, die sie selber angekündigt haben, beschützen.

Aber traut euren Kindern doch bitte zu, diese Verantwortung für für sich selbst zu übernehmen, wie sollen sie das lernen, wenn sie von uns gar nicht die Gelegenheit dazu kriegen, weil ja wir sie schon vor den Konsequenzen schützen wollen, die wir selbst gesetzt haben. Also wenn ich meinem Kind statt Kritik mitgeteilt habe.

Wo ich das Problem sehe und die Grenzen gesetzt habe, wäre dann ein guter Zeitpunkt, es noch mal zu ermutigen, also sinngemäß zu sagen, ich bin sicher, dass du das schaffst. Absolut und vor allem kannst du es auch später noch einmal benennen, wenn es das geschafft hat. Und zwar muss auch nicht mit super toll sein, aber du könntest zum Beispiel sagen, ich freue mich darüber, dass wir noch so lange auf dem Spielplatz friedlich zusammen spielen konnten, das hat mir wirklich Spaß gemacht.

Anstelle von toll, dass du niemanden mehr mit Sand beworfen hast. Also zusammenfassend lässt sich sagen, Eltern wollen ihren Kindern Selbstvertrauen geben. Doch ständiges Lob macht abhängig von äußerer Bestätigung. Ermutigung dagegen stärkt das innere Gefühl. Ich habe mich angestrengt, ich kann etwas bewirken und wir haben darüber gesprochen, dass.

Es mag für euch ungewohnt sein, sowas zu formulieren, aber es lohnt sich. Kritik gehört auch dazu, wenn sie respektvoll bleibt und in ich Botschaften formuliert ist und klare Grenzen setzt. So lernen Kinder Verantwortung, ohne dass ihr Selbstwert angegriffen wird. Letztendlich geht es nicht darum, perfekt zu reagieren, sondern darum, bewusst hinzuschauen, Lob darf es geben, Ermutigung braucht es noch mehr und Kritik sollte leiten, nicht verletzen. Kleine Schritte im Alltag machen den Unterschied. Wo willst du heute dein Kind nicht einfach nur loben, sondern ermutigen?

Wir freuen uns darüber, uns mit euch auszutauschen. Auf Instagram sind wir sehr aktiv unter Kimi Official. Da nehmen wir Lob, Anerkennung und auch Kritik in ich Botschaften hin. Und ja, bis zum nächsten Dienstag mit der neuen Folge von beruhigt euch. Teilt unseren Podcast noch gern mit anderen Eltern, wo ihr denkt, die könnten es gut gebrauchen, denn alles hilft uns, mehr Reichweite zu bekommen, mehr Eltern zu erreichen und das hilft letzten Endes auch den Kindern bis nächste Woche. Bye Bye.

Bye Bye.

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