Biz & Beyond· Folge 104

Trump auf Zerstörungskurs

Sonntag, 25. Oktober 2026 · 26 min

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Shownotes

Biz & Beyond: Trump auf Zerstörungskurs – zahlt Deutschland die Rechnung?
Am 3. November wählt Amerika. Die Midterms werden zum Machtkampf um Donald Trump – und zur Abstimmung über die wirtschaftliche Bilanz seiner Politik.
Steigende Mieten, teure Lebensmittel und Energie, wachsende Schulden: Für immer mehr Amerikaner wird das normale Leben unbezahlbar. Trumps Zollpolitik treibt die Kosten, während der Boom der Künstlichen Intelligenz und der Bau riesiger Rechenzentren neue Konflikte auslösen. Selbst in den eigenen Reihen wächst der Widerstand.
Sandra Navidi berichtet aus New York über die Stimmung in den USA. Ulrich Reitz ordnet die wirtschaftlichen Folgen ein: Was bedeutet Trumps Politik für die Finanzmärkte, deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze? Warum zieht es deutsche Start-ups zum Wachsen in die USA? Und wie kann Europa wirtschaftlich souveräner werden, wenn es auf amerikanische Kapitalmärkte angewiesen bleibt?
Es geht um Macht, Geld und die Zukunft der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen.

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Donald Trump gegen Amerika, die Midterms werden zum Machtkampf und zur Abrechnung mit seiner Politik. Was steht da alles auf dem Spiel und was sind die Folgen für Deutschland und für Europa? Darüber sprechen wir jetzt. Auf geht's! Sandra, servus, grüß dich, wie geht's denn dir? Hi Uli, ja ich bin immer noch krank, aber ich habe mich eben mit letzter Kraft zum Wahllokal geschleppt.

Heute ist der erste Tag Early Voting in New York und ja, war für mich eine besondere und auch irgendwie eine feierliche Erfahrung. So und jetzt bin ich wieder zu Hause. Wie war denn deine Woche? Du, ich komme gerade vom Sport. Es ist ja jetzt Samstagabend deutscher Zeit, war die Woche viel unterwegs, also war am Montag in Stuttgart bei der Atlantikbrücke.

Da haben wir darüber diskutiert, wie Europas Zukunft finanziert und wie Europa finanziell souveräner werden kann. Und am Mittwoch und Donnerstag waren wir beim Finance Future Summit in Frankfurt. Da ging es auch um Europas Souveränität und natürlich um die wirtschaftliche Zukunft in Deutschland. Da gibt es ja schon Fragezeichen, wie das ganze Wirtschaftswachstum sich in nächster Zeit entwickelt. Aber Gespräche waren spannend und insofern habe ich da auch viel mitgenommen. Wie geht es dir in New York? Wie war das bei der Wahl?

Also ich bin eine der ersten gewesen, die da war. Ich hatte mir sogar Proviant eingepackt, weil ich aus Social Media diese ellenlangen Schlangen gesehen habe, auch in anderen Staaten. Aber hier in New York, das sind sowieso, also man mag überrascht sein, das sind eigentlich eher Langschläfer. Auch während der Woche fängt die Arbeit hier, sagen wir mal, wenn man siebenmal, acht in die Stadt reinkommt, ist es noch relativ ruhig, auch weil viele Leute von außen natürlich reinkommen.

Aber ich war die Dritte in der Schlange, habe mich dann noch eine halbe Stunde nett unterhalten und dann muss ich sagen, dieser ganze Prozess war vorbildlich arrangiert. Es hat alles super geklappt, alle waren total nett und lustig. Die Amerikaner, wenn ich was gefragt habe, ich habe auch immer direkt zum Besten gegeben, jetzt my first time, dann waren die direkt so total aufgeregt und haben gratuliert.

Also es war eine sehr, sehr nette Erfahrung. Jetzt sind die Amerikaner ja häufig lockerer, auch sehr offen. Sagen die denn offen, was die wählen oder ist da so ein bisschen trotzdem vertraulich und jeder hält dahinter den Berg? Hier in New York kannst du relativ sicher davon ausgehen, wer was wo wählt.

Ich bin auf der Upper East Side. Und übrigens waren auch keine Eisbeamten oder irgendwie andere Polizei am Ort. Im Wahllokal selbst stand eine Polizistin, aber wie gesagt, niemand, der jetzt irgendwie auf Einwanderer geguckt hätte. Und man tastet sich dann im Dialog vorsichtig so ein bisschen vor, aber man kann oft direkt am Anfang schon ungefähr wissen, wohin es geht.

Und mit dieser Politik, also ich kenne ja auch einige alteingesessene Republikaner, aber mit dieser Politik, die Amerika vor die Wand fährt, gehen auch viele Republikaner nicht mehr konform. Was ich interessant finde, Trump hat ja die Wahl selbst sehr stark auf seine Person zugeschnitten. Damit macht er sich ja auch selbst zum Maßstab. Das kann mobilisieren, sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner, aber es bedeutet natürlich auch, dass die wirtschaftliche Bilanz seiner Regierung unmittelbar auf ihn zurückfällt.

Das wird ja spannend. Nimmt man das auch so wahr, Sandra? Ja, Donald Trump wird immer enthemmter. Ärzte und andere Experten führen das aus seiner Demenz zurück. Er redet immer häufiger oder regelmäßig eigentlich jeden Abend von den Körpern von Männern, die er bewundert und was da so toll dran ist. Und er hat ja auch öfter gesagt, Inflation ist mir egal, die Leute, die die Preise nicht bezahlen können, das sind alles Loser.

Auch wenn Leute sich keine Unterkünfte mehr leisten können, auch egal. Und ich habe jetzt schon in einigen Interviews gesehen, wo Trump-Anhänger interviewt werden, insbesondere jüngere Leute, dass denen das nicht entgangen ist. Also nicht nur, dass sie weniger in der Tasche haben, sondern dass Donald Trump das anscheinend nicht nur billigend in Kauf nimmt, sondern dass ihm das auch völlig egal ist.

Aber wie immer, Donald Trump, wenn die Wahl zum Nachteil der Republikaner ausgehen wird, wonach es stark aussieht, dann wird er natürlich sagen, er hat damit nichts am Hut. Das liegt nur an den Kandidaten. Die Wirtschaft ist ja laut einer Umfrage des Pew Research Center für 84 Prozent der registrierten Wähler ein sehr wichtiges Thema bei dieser bevorstehenden Wahl.

Das gilt ja für Anhänger beider Parteien. Und gleichzeitig machen sich viele Amerikaner Sorgen um die Preise oder über die Preise für Lebensmittel, Wohnen, Energie, Gesundheitsversorgung. Das ist doch politisch brisant. Wie ernst wird das denn jetzt für den Trump? Es wird für Trump sehr ernst. Es wird aber auch insgesamt für die Gesellschaft sehr ernst, weil es wird ja überall gekürzt.

Die Löhne haben überhaupt nicht Schritt gehalten und man will jetzt auch Social Security kürzen. Das ist die gesetzliche Rentenversicherung, die sowieso hinten und vorne nicht mehr reicht. Also ich glaube, einfacher Arbeiter wird ja vielleicht 1.000 Dollar am Ende dabei rausbekommen an Rente. Und wenn man sich hier anschaut, wie die Mieten sind, ist es kein Wunder, dass immer mehr Leute in ihren PKWs leben oder obdachlos werden.

Und wenn man jetzt auch schaut, wie viele Menschen zunehmend leben. Die essentiellen Dinge des täglichen Lebens mit Kreditkarten kaufen müssen, also auch Lebensmittel und wie immer mehr in Verzug geraten mit ihren Kreditkartenzinsen, Hypothekenzinsen und vor allen Dingen auch Autozinsen. Das ist so der Indikator, dass den Leuten die Fälle wegschwemmen, weil sie Autokredite, weil sie das Auto auch für die Arbeit brauchen.

Das zahlen sie immer noch mit dem letzten Pfennig. Also ich frage mich, worauf das langfristig hinausläuft, insbesondere auch für den Hintergrund der Tech-Titanen. Die meiner Meinung nach eine riesengroße Bubble fahren, wo sie im Endeffekt darauf spekulieren, dass sie, wenn die platzt, dass der Staat einschreitet.

Aber ich bin mir gar nicht sicher, anders als beim Bankensystem, ich bin mir gar nicht sicher, ob der Staat das überhaupt auffangen kann. Das heißt, das ist jetzt das schlimmstmögliche Szenario, aber ich halte das für ein realistisches Risiko. Also wenn hier immer weiter gekürzt wird, immer weniger Leute sich das normale leben, wir reden gar nicht mehr vom amerikanischen Traum, leisten können und vor allen Dingen auch die jungen Leute überhaupt gar keine Perspektive mehr sehen.

Das heißt ja auch, die können nicht von ihren Eltern ausziehen, die können nicht heiraten, die finden keine Jobs. Das ist ja dystopisch und nur vor dem Bildschirm zu sitzen oder sein Leben vor dem Handy zu verbringen, also langsam nähert sich so auch das Bewusstsein, wieso lassen wir uns eigentlich vorschreiben von den Tech-Titanen, wie unsere Zukunft auszusehen hat und dass wir alle Roboter haben müssen und nur noch im Internet leben sollen.

Also ich glaube, da ist viel in der Pipeline, was mir Sorge bereitet, über die Wahl noch hinaus. Aber zumindest könnte Trump ja auf Steuersenkungen, Investitionen oder gute Börsenkurse verweisen. Trifft natürlich nur eine Minderheit, aber die Argumente wird er ziehen. Er kann auf Steuersenkungen verweisen, aber davon hat im Endeffekt nur das eine Prozent profitiert. Unterm Strich hat auch gerade eine Studie ergeben, weil alle anderen, die auch moderate Zuwächse gesehen haben.

Das Gehalt hat ja nicht mitgehalten mit den Preiserhöhungen, Benzin, Diesel, Kerosin, all diese Dinge. Das heißt, trotz der Steuervorteile bleiben sie hinten zurück. Die Märkte, ja, das ist aber meiner Meinung nach eine Blase. Ich glaube, viele Leute fühlen sich auch sehr unsicher, weil sie damit ihre Altersvorsorge finanzieren, also damit ansparen.

Und wir hatten das ja schon mal 2008, da haben wir gesehen, was passiert, wenn diese Blase platzt und die Leute Anfang 60 sind und dann ist da nicht mehr viel. Da sind auch ganz viele arbeitslos geworden. Und im Hinblick auf Industrieansiedlungen und Investitionen, da lügt Donald Trump sich einen vom, wie sagt man, vom Leder.

Total übertriebene Zahlen, die stimmen überhaupt nicht. Die Industrieproduktion war schon rückläufig unter Biden, aber sie hat unter Donald Trump, ist sie nochmal 30 Prozent gesunken und ist jetzt auf einem historischen Tiefstand. Also all das, was seine erklärten Ziele waren mit der Zollpolitik, mit der Einwanderungspolitik.

Hat alles nicht gezogen und der Krieg kommt jetzt nach oben drauf. Und da sagen eben auch viele junge Leute, was habe ich damit zu tun? Ich will hier mein Leben bezahlen können. Ja, in Deutschland ähnliches Thema. Ich habe ja erzählt, ich war in Stuttgart Anfang der Woche. Gibt es rein weiße Menschen, die arbeiten bei Bosch oder waren bei Mercedes, haben Führungsaufgaben da übernommen und die sind jetzt einfach arbeitslos und haben auch ziemlich die Hoffnung verloren.

Also auch in Deutschland spitzt sich die Lage langsam immer mehr zu. Wenn du nach Amerika guckst, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist ja das eine, Wachstum, Beschäftigung, Investition, Produktivität. Aber es gibt ja auch noch die Frage, wie sich diese Entwicklungen auf die einzelnen Haushalte verteilt.

Und das ist dann der Unterschied. Eine geringere Inflationsrate bedeutet ja nicht automatisch, dass das Leben wieder bezahlbar wird, sondern dass die Preise einfach nur weniger stark steigen. Aber billiger wird ja selten etwas. Wie sehr unterschätzen denn die Politiker deiner Meinung nach diesen Unterschied und wie stark entscheidet am Ende das Gefühl der persönlichen wirtschaftlichen Sicherheit darüber, ob eine Regierung als erfolgreich wahrgenommen wird?

Die Umfragen zeigen ganz deutlich, dass die Trump-Regierung nicht als erfolgreich wahrgenommen wird. Die Demokraten sehen die Probleme, die haben ja sowieso eine viel sozialere Politik. Die setzen sich ja ein für eine allgemeine Krankenversicherung, für ein Sozialnetz und all diese Dinge. Aber die Republikaner jetzt im Kongress, die Donald Trump umgeben, folgen ihm in allem, was er tut.

Auch wenn sie im Einzelnen zum Beispiel gesagt haben, sie sind gegen den Iran-Krieg, dann kriegen sie einen auf den Wegtal und dann spuren sie auch öffentlich und unterstützen den Kurs wieder. Das heißt, ich glaube, ihnen ist das egal. Sie merken es natürlich in ihren Wahlkreisen. Da gibt es ja auch immer mehr dokumentierte Fälle über Handys von Bürgern.

Über Ausschreitungen, gerade auch in New Jersey, wo ein wild gewordener Bürgermeister auf einen Journalisten losgehen wollte, den die anderen Leute da nur mit Mühe und Not und aller Kraft zurückhalten konnten. Also man sieht, da ist wahnsinnig viel Druck im Kessel. Aber es bringt ja alles nichts, wenn die Republikaner nicht spuren.

Und der größte Streitpunkt sind gerade auch Datenzentren, weil da alle, auch Republikaner zum Beispiel gerade in Florida sagen, wir wollen die auch nicht in unserem Hintergarten haben. Wir wollen die überhaupt nicht haben. Und da haben zum Beispiel auch zumindest ein Politiker, mir fällt gerade der Name nicht ein, nicht auf seine Bürger gehört, sondern sich da irgendwie beeinflussen lassen.

Und da kriegen sie dann natürlich im Endeffekt die Quittung dafür. Die Frage ist nur, ab wann ist es zu spät, wie viel Schaden ist schon angerichtet worden und wird Donald Trump, wird diese Wahl mit rechten Dingen zugehen? Ich würde sagen, wir können jetzt schon sagen, ganz klar nein. Es ist einfach schon viel zu viel manipuliert.

Jetzt ist die Frage eigentlich nur noch, wird diese Manipulation ausreichen, um das Wahlergebnis in ihre Richtung zu knicken. Aber selbst wenn, dann wird Donald Trump wahrscheinlich immer noch das Wahlergebnis anfechten. Das heißt, es folgt wieder Unruhe, es kommt nichts richtig durch. Ich meine, die Republikaner machen keine ordentliche Politik für die Bürger.

Man kann den Demokraten viel unterstellen. Die sind auch zum Teil von der Industrie gekauft. Wirklich auch keine perfekten Politiker, aber zumindest haben die ein humanistisches, liberales Weltbild und tun was für die Bürger. Wenn wir schauen, was unter Obama alles passiert worden ist, das war zum Vorteil der Bürger.

Aber dann kam die große Finanzkrise, den Populismus ausgelöst hat und das hat dann wieder mehr die Empfindungen nach rechts gedreht. Warum haben denn die Menschen bei euch was gegen diese Rechenzentren? Die werden ja auch in Deutschland, werden einige gebaut, auch hier in der Nähe von Köln, Rheinisches Revier, baut Microsoft ein großes Rechenzentrum.

Da habe ich jetzt nicht so wirklich Widerstand gespürt. Warum haben die bei euch was dagegen? Weil die bei uns wahrscheinlich auch über Nacht so aus dem Boden gesprießt sind. Es gibt ja diese Umweltrechtlerin Erin Brockovich, da gab es auch mal einen Kinofilm zu, sie wird gespielt von Julia Roberts, da ging es damals um eine Umweltverschmutzung in Kalifornien.

Und die Bürger in ihrer Not haben sich jetzt an sie gewandt, haben gesagt, bei mir wird eins gebaut, bei mir wird eins gebaut und die hat eine zentrale Karte sozusagen errichtet, wo erstmals überhaupt festgehalten wird, wo welche Zentren gebaut werden. Und seitdem ist überhaupt mal klar, was das für eine Dichte ist und wie schnell und wie viel da gebaut wird.

Und die Erin Brockovich kriegt mittlerweile übrigens auch Post aus anderen Ländern, wo das jetzt auch anfängt und die Leute auch wollen, dass das mal irgendwo dokumentiert wird, damit man sich irgendwo orientieren kann. So und diese, wir wissen, dass diese Rechenzentren zu Wasserknappheit führen, die zum Teil schon dazu geführt hat, dass die Priorität bekommen haben vor Bauern mit Wasserversorgung, dass sie die Stromkosten enorm in die Höhe treiben, dass diese Stromkosten zum Teil auch auf die, also nicht nur erhöht, dass die Kosten für alle, weil der Bedarf, die Nachfrage viel größer ist.

Nein, die Mehrkosten für das Zentrum werden auch noch mit zum Teil umgelegt auf die Bürger. Dann haben wir die Lärmverschmutzung und die Lichtverschmutzung. Plus natürlich auch die sinkenden Grundstückswerte. Also da wird den Leuten dann enteignet in so eine Ecke vom Garten und dann haben die das direkt irgendwie vier Meter vom Swimmingpool auf einmal stehen.

In Amerika ist es auch so, dass für viele Leute ist der Hauptwert ihres Vermögens die Immobilie. Und wenn die dann auf einmal nicht nur dramatisch im Wert fällt, sondern die kriegst du auch nie mal wieder verkauft, weil niemand direkt daneben wohnen wird, ist das ein Problem. Und ich glaube, das ist so übel aufgestoßen, weil die Politiker die Kritik gar nicht zur Kenntnis genommen haben und ignoriert haben und die Leute mit einer Dampfwalze überrollt werden.

Es gab zwar ein paar Fälle, wo die Tech-Firmen gesagt haben, wenn wir hier reinkommen und ein Datenzentrum bauen, dann bauen wir eine Schule und ein paar Straßen und ein bisschen Infrastruktur. Aber es sieht jetzt immer häufiger so aus, dass die Deals machen mit der Stadtverwaltung und Riesensteuervorteile bekommen.

Also die Gemeinde gibt noch was dafür, dass vorübergehend ein paar Arbeitsplätze in der Bauindustrie geschaffen werden, bis die Dinger hochgezogen sind. Weil in den Datenzentren selbst werden ja kaum Arbeitskräfte gebraucht und das wissen auch die Bürger. Aber Sandra, Amerika ist so groß, wenn du durch Florida fährst.

Das sind so viele freie Flächen. Warum regen sich die Leute auf? Es gibt doch genug Platz. Das kann ich dir nicht erklären, aber ich kann dir sagen, dass in vielen Städten, wo es auch besonders heiß ist, zum Beispiel in Arizona und in Utah, werden diese Zentren gebraucht, wo es auch nicht besonders viel Wasser gibt.

Das kommt überwiegend vom Colorado River. Also im Grunde genommen ist es eigentlich unverantwortlich, aber den Tech-Typen ist es natürlich völlig egal, wenn sie damit durchkommen. Unglaublich viel Geld fließt da rein und das Geld wird angelegt werden. Und dann baut man halt diese Datenzentren für den noch nicht mal jetzt feststehenden zukünftigen Gebrauch.

Die sind ja in erster Linie für KI. Wir haben natürlich immer schon Datenzentren gaben für Clouds und alles Mögliche. Aber dieser übertriebene Anbau, der gilt ja jetzt der KI. Und ob die überhaupt so gebraucht werden wird, ob die Geschäftsmodelle überhaupt fliegen, das steht ja noch gar nicht fest. Nochmal zurück zum normalen Leben in den USA. Ja.

Du sagst, das ist alles deutlich teurer geworden. Aber muss eine Regierung nicht gerade vor einer Wahl vor allen Dingen zeigen, dass die Menschen tatsächlich eine Verbesserung spüren? Ist das kein Reflex? Fällt dir dieses Mal aus? Ja, normalerweise schon. Aber wir sehen republikanische Politiker im Fernsehen, die einfach lügen. Wir sehen Donald Trump, der lügt.

Der sagt, ich liebe Inflation. Inflation war noch nie besser als jetzt. Die Preise waren noch nie geringer. Benzin ist viel billiger als unter beiden. Erzählt er den Leuten wieder besseren Wissens, die Leute wissen das auch. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Es ist beunruhigend, weil anscheinend denken ja die Republikaner, dass sie damit durchkommen, dass die Realität irrelevant ist, weil sie bestimmen die Realität.

Das kann ja eigentlich nur heißen, dass sie sich ihrer Sache im Hinblick auf Wahlmanipulation und Machterhalt ziemlich sicher sind, weil ansonsten macht das Ganze keinen Sinn. Ein weiterer Punkt ist Herr Trumps Handelspolitik. Zölle werden politisch gern als Mittel dargestellt, um heimische Unternehmen zu schützen, Arbeitsplätze zurückzuholen, Handelspartner zu Zugeständnissen zu bewegen.

Aber ökonomisch ist die Sache komplizierter. Zölle werden ja an der Grenze von den Importeuren gezahlt. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt davon ab, wie viele Unternehmen, Lieferanten, Händler, also wie die reagieren. Und ein Teil kann ja bei den Verbrauchern landen, ein Teil bei den Unternehmen, ein Teil auch bei den ausländischen Produzenten oder Lieferanten.

Wie wird denn diese Handelspolitik in den USA aktuell wahrgenommen? Sehen die Menschen darin eine notwendige Verteidigung amerikanischer Interessen oder wächst da die Sorge, dass sie selbst die Rechnung nicht mehr bezahlen können? Letzteres. Donald Trump hat ja die längste Zeit versucht, und das macht er zum Teil immer noch, zu erzählen, dass China, Europa, die zahlen die Zölle.

Aber mittlerweile haben die Leute verstanden. Nein, das wird uns obendrauf auf den Preis gelegt. Und wir hatten gerade auch nochmal die Zahlen für China. Unternehmensinflation, also wo die Unternehmen gesagt haben, wir sehen jetzt eine deutliche Erhöhung der Preise, das heißt, dass wir mit Verzögerung, werden die natürlich das auch nochmal auf die Preise drauflegen.

Das heißt, es ist noch mehr Inflation in der Pipeline. Es sind keine Arbeitsplätze geschaffen worden. Der Arbeitsmarkt ist jetzt zwar auch noch nicht katastrophal, aber stark an Dynamik verloren. Die tollen Arbeitsmarktzahlen von 2025 sind um 90 Prozent runter korrigiert worden. 90 Prozent, die werden ja immer korrigiert, weil man zum Zeitpunkt der Messung nie die exakten Zahlen alle vorliegen hat.

Das heißt, es kann immer eine Anpassung nach oben oder nach unten geben, das ist normal. Aber 90 Prozent, da kommt eben nochmal die Tatsache rein, dass auch hier die Leute, die Analysten an der Wall Street, die CEOs, sich fragen, inwieweit die Zahlen von der Regierung überhaupt noch verlässlich sind.

Und dann hast du natürlich ganz breite Regionen an der kanadischen Grenze, an der mexikanischen Grenze, wo Industrien wie Tourismus und andere von dem Grenz. Übergang, Grenzwirtschaft leben und da fällt jetzt eben auch ganz viel flach. Kannst mal in Kanada, an der kanadischen Grenze, die amerikanische Staaten schauen, da bleiben alle Turisten.

Das ist okay, das ist jetzt übertrieben, aber ein großer Teil der Touristen weg oder auch Leute, die über die Grenze kommen, um einzukaufen. Die USA sind das einzige Land, wo der Tourismus in diesem Jahr rückläufig ist. Könnte ja bedeuten, dass die Exporteure, die von Deutschland aus in die USA liefern, dass die ein bisschen Entspannung mitbekommen.

Auf der anderen Seite haben zum Beispiel Autohersteller, ich denke da gerade an Mercedes, massive Sorgenfalten im Gesicht, weil. Wenn die einen Teil oder ich glaube es sind 20 Prozent chinesische Anteilseigner haben und bei Mercedes ist das wohl der Fall, dann dürfen die in Amerika künftig nur noch mit hohen Strafzahlungen Autos verkaufen.

Dann würde das ja auch auf die Preise umgeschlagen werden. Das heißt, so ein Auto wäre dann für den Amerikaner nochmal teurer. Das kann der Trump ja eigentlich nicht im Schilde führen, oder? Eigentlich nicht. Aber einmal muss man sagen, das sind ja im Wesentlichen Luxusautos, Luxusartikel. Ich habe gerade gehört, dass das Durchschnittsalter von PKWs auf amerikanischen Straßen 13 Jahre ist, Weil die Leute sich immer weniger neue Autos leisten können.

Und dann haben wir ja diese Riesenungleichheit, wo die Reichen immer reicher werden. Das heißt, ein großer Teil der Kundschaft von Mercedes und deutschen Marken wird wahrscheinlich den Aufpreis sich leisten können. Aber klar, unterm Strich ist es natürlich negativ. Kommen wir zur Machtfrage. Wenn die Demokraten in einer oder beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit gewinnen, dann könnte sich Trumps politischer Handlungsspielraum deutlich verändern.

Weil der Kongress entscheidet über Gesetze und den Haushalt, kontrolliert die Regierung, kann Untersuchungen einleiten. Also ein Präsident mit einer oppositionellen Mehrheit muss deshalb ja mit mehr Widerstand rechnen. Auch Trump. Ja, auf jeden Fall. Und darauf kann nur gehofft werden, insbesondere auch im Hinblick auf Untersuchungen, weil die Epstein-Files sind jetzt mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden.

Es sind auch konkrete Dokumente, die Donald Trump im Hinblick auf die Vergewaltigung einer 13-Jährigen belasten, speziell. Das sind FBI-Protokolle, die sind jetzt wohl auch verschwunden. Damit noch gerettet wird, was gerettet werden kann, halte ich das für extrem wichtig, weil ich glaube, es gibt einfach wahnsinnig viele Politiker, die erpresst werden und da wäre es mal sehr interessant zu wissen, wer da noch in diesen Fals mit drin steht.

Weil ansonsten, je mehr Macht die Demokraten im Kongress haben, ist wahrscheinlich der erste Einwirkungsbereich noch die Haushaltspolitik, dass sie da versuchen, Dinge noch rauszuhandeln oder eben auch Schlimmstes zu verhindern. Also der Verteidigungsetat soll ja auch astronomisch erhöht werden, damit Elon Musk weiter versorgt ist und Konsorten, sag ich jetzt mal so.

Also ja, das und dann natürlich aber im Hinblick auf Gesetze. Donald Trump hat die Macht, sie zu blockieren mit seinem Vetorecht. Also wenn er das Gesetz nicht unterschreibt, dann kommt das nicht durch. Da mache ich mir nicht so viele Sorgen. Und dann ist natürlich noch die Frage, was wird er einfach weiter per Dekret beschließen?

Und worüber setzt er sich einfach hinweg? Er hat jetzt gerade auch schon wieder über seine dritte Amtszeit gesprochen. Und es gibt ja so viele, die sagen, dass das durchaus möglich wäre. Das Einzige ist, er hat jetzt einen Tweet oder einen Social-Media-Post losgelassen, der etwas merkwürdig klang, nämlich sozusagen eine, ich gebe mal sinnmäßig.

Den Wortlaut wieder, also eine gesunde Person hat tausend Wünsche, aber eine kranke Person hat nur einen. Und da fragen sich natürlich alle, vor allen Dingen, weil der in letzter Zeit mit immer mehr blauen Flecken rumläuft, immer schlechter gehen kann. Er anscheinend, so sieht es aus, ein Exosklett trägt, damit er besser gehen kann, aber auch mental immer mehr Ausfälle hat, stellt sich halt die Frage, ist da irgendwas im Busch? Aber das wissen wir nicht.

Erinnert so ein bisschen an Biden in seinen letzten Tagen als Präsident. Überhaupt kein Vergleich. Ja, Biden hatte auch ein paar Aussetzer und war mental langsamer, wie man in dem Alter so ist. Aber der hatte ein extrem kompetentes Team im Hintergrund, die seit Jahrzehnten zusammengearbeitet haben. Das heißt, wir hätten eine stabile Regierung mit einer stabilen Politik gesehen, wo auch die Wirtschaft weiter auf Autopilot gelaufen wäre.

Und deswegen hätte ich auch, wenn ich damals schon hätte wählen können, Biden gewählt. Mit Donald Trump haben wir nicht nur jemanden, der Amerika und die Wirtschaft vor die Wand fährt, sondern der die Demokratie zerstört, also die gesamte Grundlage für alles Leben hier. In dem Punkt sind wir uns wieder mal einig. Aber weißt du, ich habe diese Woche viel mit Kapitalmarktbankern, Investmentbankern, Unternehmensberatern diskutiert.

Über europäische Souveränität und wie Unternehmen hierzulande wachsen. Und alle sagten, wir kommen am amerikanischen Kapitalmarkt, an dieser großen Börse nicht vorbei, weil es einfach eine ganz andere Dimension ist. Wir sehen es auch bei Startups, die gründen sich mitunter in Deutschland und wenn sie dann wirklich vor dem nächsten Schritt stehen zu wachsen, dann gehen sie in die USA.

Wie wird denn in den USA eigentlich der europäische Wunsch nach größerer wirtschaftlicher und strategischer Eigenständigkeit bewertet? Wie schaut man da drauf? Investoren schauen natürlich auch auf Europa, weil ja, der amerikanische Kapitalmarkt ist noch der wichtigste und der performt ja auch weiter und der wird weiterhin immer Nischen bieten, die weiterhin gut laufen werden.

Aber wir sehen ja auch verstärkt Investitionen in Europa. Es gibt auch immer mal wieder einen netten Zuspruch für Europa, weil die sich auch diversifizieren wollen und müssen. Vielen Dank, Sandra. Kommen wir zum Ende. Wie sieht denn deine nächste Woche aus? Also jetzt erstmal werde ich das Wochenende das Haus hüten, was auch immer ich für einen Effekt hatte, um den auszukurieren, weil ich, am Mittwoch nach Deutschland fliege und da viele Besprechungen und Engagements habe und hoffen, dass ich das gut durchstehen werde.

Was hast du für Pläne? Ich bin Anfang der Woche kurz in Hamburg und dann wieder in Köln, hier Sachen regeln. Und ja, dann bin ich gespannt, wie es weitergeht bis zum 3. November. Wir sprechen auf jeden Fall nochmal vor den Midterms. Jetzt wünsche ich dir erstmal einen schönen Sonntag und ganz viel gute Besserung.

Dankeschön, lieber Uli, dir auch. Tschüss. Bis bald. Bis bald. Das war Bis & Beyond. Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast abonnieren. Feedback gern an host.bizandbeyond.de oder auf LinkedIn. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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