
Biz & Beyond· Folge 103
Trump, Chaos, KI-Crash: Europa zwischen Krieg und Krise
Montag, 19. Oktober 2026 · 37 min
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Shownotes
KI-Blase wie 2008? Trump, Kriegsgefahr und Europas Krise
Milliarden fließen in künstliche Intelligenz, die Börsen werden nervös, Donald Trump sorgt für neue Unsicherheit. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation internationaler Konflikte. Steht der Westen vor einer gefährlichen Mischung aus geopolitischen Krisen, wirtschaftlicher Schwäche und überzogenen Börsenerwartungen?
In BIZ & BEYOND sprechen Sandra Navidi aus New York und Ulrich Reitz über Trumps Machtkampf vor den Midterms, die Risiken für Europa und die Frage, ob der KI-Boom zur nächsten großen Finanzblase werden könnte. Sandra Navidi erkennt Parallelen zur Finanzkrise von 2008: gigantische Investitionen, komplexe Finanzierungsstrukturen und Erwartungen, die sich erst noch erfüllen müssen.
Auch Deutschland steht unter Druck. Hohe Energiekosten, chinesische Konkurrenz, schwacher Konsum und ausbleibende Reformen bremsen die Wirtschaft. Gleichzeitig verändert KI die Arbeitswelt – mit Chancen für die Industrie, aber auch Risiken für Beschäftigte und Berufseinsteiger.
Die Themen dieser Folge:
• US-Midterms: Was passiert, wenn Trump im Kongress an Rückhalt verliert?
• Europa und die Kriegsgefahr: Wie gefährlich wird die geopolitische Lage?
• KI-Boom oder Finanzblase: Wiederholen sich die Mechanismen von 2008?
• Arbeitsplätze im Wandel: Welche Folgen hat künstliche Intelligenz?
• Deutschland im Reformstau: Wo bleibt der wirtschaftliche Aufschwung?
Wie viel Unsicherheit hält der Westen aus – und welche Risiken werden an den Märkten und in der Politik noch unterschätzt?
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KI-Boom, nervöse Börsen, Musk sorgt wieder für Schlagzeilen, in den USA steht eine wichtige Wahl bevor und Deutschland, da wartet man weiter auf den Aufschwung und darauf, da sich der Reformstau löst. Wie ist die Stimmung auf beiden Seiten des Atlantiks, was treibt die Menschen um und was kommt wirtschaftlich auf uns zu? Wir sprechen darüber jetzt.
Hier ist Biz & Beyond, der Podcast von und mit Sandra Navidi und Ulrich Reitz. Hallo Sandra, wie geht's dir? Wie war dein Wochenende? Hi Uli, ja, mir geht es wieder ein bisschen besser. Ich war ja total aus dem Rennen letzte Woche zum ersten Mal seit Jahren. Ich war vorher für einen Tag in Deutschland und irgendwie da habe ich mir was eingefangen mit Fieber und Antibiotika und allem Möglichen. Aber jetzt so langsam, wird es wieder besser. Man hört es wahrscheinlich noch ein bisschen.
Ja, und jetzt gerade beschäftige ich mich mit meiner Wahlregistration und dem Wahlzettel hier, weil ich zum ersten Mal wählen gehe. Wie war denn dein Wochenende? Das war ganz nett. Also ich war mit Freunden unterwegs, habe am Sonntag Tennis gespielt, intensiv das letzte Mal draußen, dann wird der Platz geschlossen.
Das war eine gute Ablenkung. Aber lass uns auf die Wahlen schauen. Ihr habt in gut zwei Wochen eine wichtige Wahl. Wie nimmst du das wahr? Merkt man schon die Nervosität, die da in der Luft liegt? Man merkt es in den Medien. Ich merke es jetzt in der Stadt so nicht direkt. Ich finde aber insgesamt, ich habe auch mal so ein bisschen rumgefragt, ich finde, man merkt irgendwie, dass sich die Stimmung insgesamt ein bisschen verschlechtert hat, dass die Leute besorgter sind, dass die Einschläge näher kommen.
Das, finde ich, spürt man schon. Und natürlich in den Medien spiegelt sich dieses ganze politische Chaos wieder, was hier jeden Tag neu stattfindet, wo man die Schlagzeilen auch nicht glauben kann. Und vor allen Dingen auch die Äußerungen von Donald Trump, die jetzt vor der Wahl macht. Ich liebe Inflation und die ist super, die war noch nie besser und ist mir egal, ob Häuserpreise steigen und sich die Leute keine Häuser mehr leisten können.
Das finde ich gut, denn dann haben die, die Preise haben, ein höheres Vermögen. Also lauter solche Sachen. Er beleidigt seine Zuschauer auch bei seinen Rallys und stößt sie vor den Kopf. Ach guck mal, hier sind meine Ärzte, die habe ich mitgebracht, aber wenn euch was passiert, dann machen die nichts.
Die kümmern sich nur um mich. Also ganz komisches Verhalten. Am 3. November sind Midtermwahlen. Gewählt wird der Kongress. Für Trump ist das mehr als eine Zwischenbilanz, weil wenn die Republikaner ja ihre Mehrheit verlieren, dann wird es für ihn deutlich schwieriger, seine Politik auch durchzusetzen.
Dann könnten im Endeffekt die Demokraten seine Regierung stärker kontrollieren und Untersuchungsausschüsse vorantreiben. Wie nimmst du das wahr? Spaltet dieses Pro-Trump oder gegen ihn, spaltet das auch, ja weiß ich nicht, Beziehungen, Familien oder sind die sich da irgendwie, sind die jetzt weitgehend abgestumpft, dass die sagen, meine Güte, so richtig nahe lassen wir es gar nicht an uns ran?
Doch, das spaltet, aber das geht ja jetzt schon zehn Jahre lang. Ich glaube, da sind die Gräben gezogen. Aber ich zum Beispiel werde früh wählen gehen. Nächstes Wochenende fangen die hier in New York an. Ich rechne mit langen Schlangen. Ich in meinem Umkreis nehme wahr, dass allen klar ist, dass hier die Zukunft der Demokratie auf dem Spiel steht.
Also nicht nur der Preis von Benzin und der Preis von Waren und der Dritte Weltkrieg, sondern für uns auch hier ganz einfach fundamental die Grundlage der Vereinigten Staaten. Und deswegen glaube ich schon, dass jeder, der irgendwie kann, der vielleicht sonst zu faul gewesen wäre, sich zur Wahlurne bemühen wird.
Es gibt auch schon Staaten, wo die Frühwahl angefangen hat, wo die Schlangen enorm lang waren, wo auch wirklich Ältere und Gebrechliche. Sich das angetan haben und wirklich da persönliche Opfer bringen, um ihren Wahlzettel abzugeben. Du siehst umgekehrt aber auch bei den Republikanern, dass die, also mal abgesehen von diesen 25% Sektenanhängern, die ihm ja sowieso in allem folgen, dass da immer mehr Wähler ihm abhanden kommen, weil sie unter seiner Politik so leiden, dass sie das nicht mehr verleugnen können und weil er sie zusätzlich noch vor den Kopf stößt.
Und bei diesen Menschen wird es viele geben, die sich auch nicht dazu aufraffen können, demokratisch zu wählen, aber die eben zu Hause bleiben wählen und nicht werden wählen gehen. Und dann kommt ja noch hinzu, dass die Republikaner versucht haben, an allen Ecken und Enden das Wählen zu erschweren, indem sie Wahllokale geschlossen haben, Wahlbriefkästen haben entfernen lassen, Briefwahl erschweren lassen.
Dass viele auch republikanische Wähler darunter leiden werden. Also insgesamt, glaube ich, ist es ziemlich ausgemacht, dass diese Wahl, wenn es mit rechten Dingen zugehen sollte, zugunsten der Demokraten ausgehen wird. Wie muss man sich das vorstellen? Die Wahl ist am 3. November. Du sagst, du stellst dich nächste Woche schon an. Wie läuft denn das ab?
Ja, das fand ich jetzt auch alles sehr interessant, wie das läuft. Vor allen Dingen, weil auch immer viele Vorurteile kursieren. Ach, man kann da einfach hingehen ohne Ausweis und irgendwie einen Wahlzettel abgeben. Also so ist es nun auch nicht. Entweder, also du musst dich vorher, du musst registriert sein, um zu wählen.
Um dich zu registrieren, musst du natürlich, also es sind online die Vorschriften sehr streng und du musst Identifikationspapiere beibringen. Und das ist, wie gesagt, alles ganz gut kontrolliert. Mehrere Sicherheitsschichten. Und wenn du registriert bist, da steht, wenn ich jetzt wählen gehe, in meinem Distrikt, ein paar Blöcke weiter in der Highschool, dann steht mein Name auf einer Liste, dann muss ich tatsächlich keinen weiteren Identifikationsnachweis beibringen.
Also theoretisch ist möglich, dass jemand anders dahin geht unter meinem Namen und wählen geht, würde ich jetzt mal so vermuten. Oder du bist, allerdings weiß ich nicht, wenn du nicht registriert bist, ob du dann, ach doch, es gibt, ich weiß jetzt nicht mehr, wie die heißt, irgendwas Something Ballot.
Wenn du dahin gehen kannst und du bist nicht registriert, dann kannst du trotzdem Wahlzettel ausfüllen, ich glaube mit Identifikationsnachweis und dann wird das nachher geprüft. Also es ist schon so, dass es Sicherheitsprotokolle gibt und vor allen Dingen gibt es natürlich auch enorm hohe Strafen auf Wahlbetrug und nachdem die Republikaner mehr als 60 Verfahren angestrebt haben, Gerichtsverfahren, Klagen.
Wegen Wahlbetrugs, hat sich herausgestellt, dass ein verschwindend kleiner Nullkommateil, tatsächlich gefuscht war und das waren überwiegend auch noch Republikaner, also das ist ein zu vernachlässigendes Problem. Aber warum stellst du dich nächste Woche schon an, wenn die Wahl erst am 3. November ist? Erklär mir das mal.
Ja, weil ich nach zwei Wochen in New York, wie sagt man, übernächste Woche, muss ich schon wieder nach Deutschland fliegen, weil ich da vier Reden halten muss und auf Talkshows eingeladen bin, viele Medienauftritte habe. Ja, und dann bliebe mir die Wahl, einen Briefwahlzettel anzufordern. Das geht auch.
Aber das ist mir jetzt zu kurzfristig, weil wenn der jetzt nicht kommen würde, könnte ich nicht einen Tag vor dem Abflug dahin gehen und wählen. In Klammern könnte ich doch mit diesem Default-Wahlzettel. Das geht schon, aber es ist halt schwieriger und komplizierter. Deswegen ist es sicherer für mich, wenn ich sage, weißt du was, ich mache das jetzt gar nicht mit dem Wahlzeit, wäre gegangen Briefwahl.
Aber das mit Donald Trumps Problemen hier, wir sind ja hier demokratisch, nachher verschwindet mein Wahlzettel in einer Box, die beschlagnahmt wird oder die Post hier bei uns wird künstlich verlangsamt, dass die nicht mehr vor dem Dritten eingereicht werden, die Wahlzettel. Also stelle ich mich selbst in die Reihe.
Aber ich muss sagen, wie man sich registriert, wie dieser Prozess abläuft, wenn man das auch noch nie gemacht hat, ist sehr, sehr einfach gemacht. Also es gibt ganz viele verschiedene Wege, wenn du nur googelst oder so, wie du auf den richtigen Pfad gelangst, dass du dich registrieren kannst, dass deine Fragen einfach beantwortet werden und auch dieser Wahlzettel, der hat viele Seiten, da steht es auch in Spanisch und ich glaube, das ist Chinesisch, auch die Namen sogar der Kandidaten drunter, da sind ganz viele auch Richter, die man wählen muss und so.
Aber es ist auch wieder relativ übersichtlich gestaltet, dass es Spalten gibt, A, B, C, D, alles hier sind die demokratischen, hier sind die republikanischen. Weil da sind auch viele Namen, die ich nicht kenne. Aber da ich um den Erhalt der Demokratie besorgt bin, werde ich also relativ einheitlich wählen.
Also mit anderen Worten, es ist für die Bevölkerung vom demokratischen Gesichtspunkt her relativ übersichtlich gestaltet. Auch wenn ich nicht so informiert bin, wenn ich nicht so gut Englisch kann. Die Schwelle zum Wählen ist relativ niedrig, würde ich sagen. Wie viele Kreuze macht man denn da? Ich habe es nicht gezählt, aber es ist hier im kleinen Druck, sind es vier Seiten, aber es sind ganz viele Kästen und ich müsste die Namen mal zählen.
Das sind also definitiv über ein Dutzend. Und wie gesagt, eben auch Richter und Sachen. Also es ist anders als bei uns. Es steht natürlich nicht Donald Trump obendrauf, weil es sind ja die Midtermwahlen. Wie sind denn die aktuellen Umfragen? Die Umfragen werden immer schlechter für Donald Trump. Aber das Interessante ist eigentlich, dass eine Fox-Umfrage, also der Hauspropagandasender der Republikaner, dass die eine Umfrage gemacht haben und die größte Besorgnis der Bevölkerung, überparteilich, 90 Prozent der Bevölkerung der Befragten, sind besorgt um Korruption.
Das gab es noch nie. Und das kommt vor Inflation. Das heißt, die Leute kriegen es schon mit und auch die Republikaner. Das fand ich sehr bemerkenswert, erst mal das Ergebnis an sich. Und dass es von Fox kommt, das sagt viel aus und spricht eben auch noch mal gegen die Republikaner. Ja gut, dass sich die Stimmung gegen Trump dreht, ist ja verständlich.
Wenn man vom Ausland drauf guckt, wenn das eben teurer wird, dann helfen ja große Versprechen irgendwann nicht mehr weiter. Ja und sein Verhalten auch und du siehst auch immer wieder, dass die Arenen, in denen Donald Trump auftritt, kleiner werden. Und dass die immer weniger voll sind. Das war auch bei der Präsidentschaftswahl so.
Und dass Donald Trumps Verhalten kurz vor der Wahl immer merkwürdiger wird. Auch vor der Präsidentschaftswahl hat er immer crazier Sachen gesagt. Er hat ja zum Beispiel ein Sex-Act performt an einem Mikrofon. Er hat das Geschlechtsorgan eines Golfers vorteilhaft beschrieben. Das kenne man ja aus der Umkleidekabine. Das wäre so toll und beeindruckend.
Und jetzt in letzter Zeit vor dieser Wahl werden auch seine Veranstaltungen immer leerer und sein Verhalten immer kurioser. Er spricht immer mehr, da gibt es heute einen Artikel in der New York Times dazu, über die Attraktivität von Männern. Oh, das mache ich ja nicht normalerweise, aber wow, diesen Typen habe ich mir angeguckt, der hat so einen tollen Arsch. Und ich habe den, es tut mir leid, dass ich das so sagen muss, er hat das angeguckt.
Ars gesagt auf Englisch oder ass und das ist auch auf Englisch ein Wort, das man nicht sagt. Also manchmal ist es in der Übersetzung ja nicht so ganz klar, vielleicht sagt man das auf Englisch so wie das F-Wort, aber nein, das ist absolut schockierend und er sagt solche Sachen jetzt immer öfter über andere Männer und.
Völlig unnötig, tut nichts zur Sache und ist einfach irgendwie auch befremdlich. Was vermutest du dahinter? Naja, das geht alles so in Richtung von Demenz, dass jetzt die Hemmschwelle, Dinge zu sagen, immer geringer wird, dass er immer eher sagt, was er denkt. Und es gab ja auch zum Beispiel diesen unglücklichen Zwischenfall von dem Mann, der geistig krank war in England, der sich in ein Löwengehege begeben hat und dort von einem Löwen getötet worden ist.
Und da haben ja alle Menschen diesen Mann verpixelt. Und die Angehörigen haben gebeten, bitte nicht das mehr zu veröffentlichen. Und dann hat Donald Trump das unverpixelte Foto, wie dieser Löwe diesen Mann angreift und zerfleischt, auf seinen Account gestellt. Aber nicht nur das, dann hat er auch ganz viele andere Bilder von Raubtieren, die sich auf Menschen stürzen und die zerfleischen, gepostet, unverpixelt.
Und zur Krönung sich selbst, also eine KI-Darstellung von sich als demjenigen, also die Szene nachgestellt, wo sich dieser junge Mann ins Gehege begeben hat, was ja jetzt jeder gesehen hat, aber er als Präsident, wie er dann mit diesem Löwen ringt und den bezwingt. Also sich praktisch über diesen Mann noch lustig gemacht hat.
Also auch, würde man sagen, bei jedem anderen Menschen, geschweige denn einem Präsidenten, ein absolut verstörendes Verhalten. Das noch vor dem Hintergrund, dass ja ursprünglich geplant war, den zum Tode verurteilten Attentäter von Fort Hood, der im Rollstuhl sitzt, den nicht nur. Also was neu eingeführt ist von Donald Trump bei der Todesstrafe, ist ein Erschießungskommando, was schon schockierend genug war.
Aber das sollte jetzt, hatte Pete Hexler angekündigt, live übertragen werden und zwar nicht nur im Fernsehen, sondern im Internet, überall auf allen Plattformen, dass auch jedes Kleinkind das sehen kann. Und nachdem sich hier auch selbst unter Republikanern und Religiösen dann extremer Widerstand geregt hat, hat Donald Trump dann Rückzieher gemacht.
Aber das geht alles so in eine Richtung von, das ist ja auch ein Merkmal des Faschismus ist, von ungezügelter Gewalt. Gewalt verherrlichend, Gewalt als politisches Machtmittel. Was passiert denn, wenn der Trump die Mehrheit im Kongress verliert? Dann wird theoretisch alles ein bisschen schwieriger für ihn. Dann wird es wahrscheinlich zu einer Paralyse kommen.
Es wird sich wahrscheinlich vieles nicht umdrehen, weil dafür die Mehrheiten dann auch wieder nicht hoch genug sind für die Demokraten, selbst wenn sie das Haus und den Senat bekommen. Meine Sorge ist aber erstens, dass die Wahl manipuliert sein wird und zweitens, dass selbst wenn die Demokraten gewinnen, also meiner Meinung nach wird Donald Trump dann das Ergebnis anfechten.
Aber lassen wir das mal stehen. Selbst dann besteht die Gefahr, dass er sich trotzdem mit Dekreten über alles hinweg setzt, wie zum Beispiel. Über die Sanktionen, die gegen Russland erlassen waren, Per Kongress, per Gesetz, Donald Trump hat sich einfach darüber hinweggesetzt, jetzt per Dekret und jetzt werden die ersten Republikaner dazu interviewt, die ja dafür gestimmt hatten, für die Sanktionen, vor allen Dingen unter Leitung des jetzt verstorbenen Senators Lindsey Graham und die sagen jetzt schon, ja, Donald Trump entscheidet sich dafür, was das Beste für Amerika ist.
Du siehst auch hier wieder die Checks and Balances, seine republikanischen Mitpolitiker, alle einer nach dem anderen streichen die Segel und folgen Donald Trump. Und für uns in Deutschland, in Europa wird es auch interessant, ob Trump nach einer Niederlage, die ja nicht auszuschließen ist, innenpolitisch vorsichtiger wird oder außenpolitisch erst recht auftritt.
Denn eines darf man nicht vergessen, ein Präsident, der innenpolitisch unter Druck gerät, der wird ja nicht automatisch berechenbarer. Also der könnte mit seinen Strafzöllen und so weiter noch weiter aufdrehen, oder? Ja, also Zölle weiter aufdrehen wird schwieriger, wenn er mehr eingehegt wird vom Kongress.
Aber er hat ja auch, ich meine mit Notfallmaßnahmen, auch schon Zölle begründet. Also das könnte ich jetzt auf Anhieb gar nicht so sagen. Aber sicherlich wird er weiter versuchen, auch vor allem im Hinblick auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen, wo nicht ausgeschlossen ist, dass er sich zur Kandidatur stellen wird. Man muss es einfach mal so sagen.
Man muss mal abwarten, ob er überhaupt jemand anderen neben sich hochkommen lässt, wie J.D. Benz, dem ich ehrlich gesagt keine großen Chancen einräume. Aber man fragt sich, wie viel Chaos, wie viel schlimmer ist das Chaos, was er außenpolitisch auch anrichten kann? Wie groß ist das noch? Jetzt hat gerade, haben Republikaner Kanada gedroht mit einem militärischen.
Einschreiten über die Grenze, mit dem Iran, der Krieg sitzt fest, ist ja immer noch auf Eskalation gedreht, mit Russland oder beziehungsweise mit der Ukraine hilft Donald Trump jetzt mit Elon Musk gemeinsam Russland, wovor ich schon in der ersten Amtszeit gewarnt habe, beide Donald Trump und Elon Musk hatten schon in der ersten Amtszeit unabhängige Kontakte mit Wladimir Putin, haben mit ihm telefoniert.
Elon Musk auch letztes Jahr noch, das war alles bekannt, wie weit sich das noch zuspitzen kann. Also jetzt warnt auch Großbritannien die Bevölkerung vor einer bevorstehenden Kriegsgefahr. Also ich glaube für Europa, ich glaube die Bevölkerung hat noch nicht realisiert, wie extrem dramatisch groß die Gefahr ist Und das vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden, Unruhen in Frankreich, Italien, was ja zu einem Flächenbrand auch führen könnte, was natürlich auch noch angespitzt ist, von Russland, wie damals mit den Gelbwesten ja auch.
Also wenn es zu Ausschreitungen kommt im europäischen Inland, dann wird das von Russland natürlich noch so richtig, wird Öl auf die Flammen gegossen und von Elon Musk mit, per Internet auch, per X. Also die potenziellen Risiken sind sehr, sehr groß. Und gleichzeitig schwächelt die Wirtschaft. Das ist wirklich ein chaotisches Ungemach, was da aufzieht. Mit welchen CEOs hast du denn letzte Woche gesprochen und was sagen die dazu?
Das waren mehrere Hintergrundgespräche, da berichtet man ja nicht drüber, aber die Stimmung ist wirklich nicht gut. Die haben alle Sorge, dass die Wirtschaft nicht in Tritt kommt. Man wartet ja drauf, dass sich dieser Reformknoten löst. Und für mich sehe ich keine Industrie gerade, die wirklich euphorisch nach vorne guckt. Die Chemiebranche leidet an teurer Energie. Die Autobauer an ihren eigenen Problemen und der chinesischen Konkurrenz.
Technologieunternehmen, bei denen macht die KI natürlich, ja, sorgt für viel Unruhe. Und Konsumgüterhersteller, die leiden unter dieser Wirtschaftsschwäche und dass sich die Menschen halt beim Konsum auch zurückhalten. Also mir fällt gerade keine Branche ein, die da wirklich optimistisch in die Zukunft blickt.
Wie lässt sich das überhaupt journalistisch abdecken, diese Themendichte? Also wenn ich auf Social Media gucke oder in die Zeitung morgens und die Artikel sehe, ich weiß gar nicht, was ich posten soll, weil es ist so viel Dramatisches. Wenn du jetzt als Wirtschaftsjournalist insbesondere auch mit der C-Ebene viel zu tun hast, wenn du berichtest und.
Wie oder wie werden da auch die Ereignisse der USA mit eingeflochten, wenn überhaupt, weil das ist ja so wahnsinnig viel, wie was passiert. Wie wählst du da aus, über was wie berichtet wird? Die USA ist ja nur ein Unsicherheitsfaktor von ganz vielen und als Journalist bist du natürlich immer bemüht, dass du nicht Panik schürst, sondern mir ist es wichtig, dass man es einordnet.
Und dass man es erklärt und dass man jetzt nicht irgendwie so ein komplettes Panikgefühl hinterlässt. Aber es ist natürlich schon so, das ist ein Stück weit Professionalität. Du lernst das irgendwann, weil sonst kannst du abends nach Hause gehen und kannst nur noch vor dich hin jammern. Das hilft ja auch keinem weiter.
Und es gibt ja immer noch die Hoffnung, dass sich vieles klärt. Also auch politisch ist ja die Hoffnung stirbt zuletzt, würde ich sagen. Aber die Gemengelage ist momentan schon sehr anspruchsvoll. Da muss man wirklich aufpassen, dass man nicht die gute Laune verliert. Und aber die Hände in den Schoß zu legen und sich Tränen zu verdrücken, das hilft halt auch nicht wirklich. Also optimistisch sollte man schon bleiben.
Ich weiß nicht, wie gehst du denn damit um? Also für mich ist es was anderes, weil ich bin keine Journalistin. Ich bin vor allen Dingen Risikoanalystin. Deswegen habe ich schon die ganzen negativen Sachen auch auf dem Tableau und bin das jetzt auch gewohnt, seit vielen, vielen Jahren ja schon. Aber selbst ich muss sagen, mir wird das langsam ein bisschen viel.
Aber dadurch, dass ich nicht journalistisch tätig bin, sondern bei mir klar ist, ich bewerte Sachen. Ich analysiere die und ich bewerte die, ich ordne die ein und ich gebe auch einen Outlook, Ausblick darauf, was ich denke, was passieren wird. Und ich glaube, da habe ich auch einen sehr ordentlichen Track Record über die letzten zehn Jahre.
Aber wie machst du das als Journalist? Weil das ist ja schwierig, gerade auch in die wirtschaftlichen Sachen sind ja über die letzten Jahre die politischen Einflüsse auch immer wichtiger geworden. Und du musst ja schauen, dass du neutral berichtest. Und das ist ja so ein bisschen auch die Kritik, die von außen gerne geäußert wird, so gegen die Mainstream-Medien.
Das ist nicht neutral, das ist tendenziös. Wie macht man das, dass man sagt, das ist journalistisch korrekt? Ich habe das... Ordnungsgemäß neutral wiedergegeben. Wie handhabt man das? Wichtig ist die Recherche, dass man erstmal wirklich valide recherchiert, dass man mehrere Quellen hat und dass du persönliche Meinung als Kommentar deklarierst.
Und das mache ich ja auch, wenn ich kommentiere, dann sage ich, das ist jetzt ein Kommentar, der wird dann auch so dargestellt und das ist dann meine persönliche Meinung mit dem Blick auf die Dinge. Aber wenn jetzt irgendwas passiert, beispielsweise in Amerika, Trump haut einen raus oder diese Woche Musk präsentiert sein neues Auto mit Raketenantrieb, ja dann transportiert man das.
Man kann es dann hinterher einordnen als Kommentar, aber das ist wichtig, dass man den Menschen, den Medienkonsumenten immer irgendwie vermittelt, was ist jetzt persönliche Meinung und was ist jetzt irgendwie Nachricht. Also das lernst du ja quasi schon auf der Journalistenschule, aber am Ende des Tages ist das halt zunehmend wichtig und du hast recht, Analysen mache ich auch, aber wenn man sich jetzt zum Beispiel den ganzen Tag mit irgendeinem Megaproblem beschäftigt, dann wird das natürlich gefühlt auch immer größer.
Man muss schon gucken, dass man so ein bisschen die Relation wahrt, weil es gibt halt auch noch andere Themen. Und das ist vielleicht der Vorteil im Journalismus, dass man sich auch noch auf andere Themen konzentrieren kann und nicht das eine große Problem irgendwie Tage, Wochen lang wälzt, weil sonst, ja, es ist wirklich schwierig.
Aber sag mal, apropos Problem. Wir haben diese Woche... Die Börsen gesehen, die haben gezittert in Sachen künstlicher Intelligenz. Da wird ja investiert, als gäbe es kein Morgen. Rechenzentren, Chips, Energieversorgung, überall werden Milliarden bewegt. Und jetzt werden die Anleger nervös. Was ist denn da los? Ja, also mich erinnert ja da ganz viel an die Finanzkrise von 2008 mit der Subprime-Krise.
Das ist ja natürlich was ganz anderes vom Prinzip her, aber viele der Mechanismen sind sehr, sehr ähnlich. Und ich habe das Gefühl, also dass einige Unternehmen, sehr große, praktisch quasi Monopolisten, Geld unter sich bewegen. In einer immer größer werdenden Spirale und dass es sehr viel Hype ist und dass die Erwartungen...
Überhöht sind. Und natürlich werden jetzt die Investoren nervös, weil vielen ist es auch bewusst, wie damals bei der Subprime-Krise, aber solange die Musik spielt, macht man mit. Und dann gibt es Leute wie Elon Musk, die es ja meisterhaft verstehen, dieses Begeisterungsfeuer immer weiter anzufeuern und dann diese Autofinte dazu zu zünden.
Die natürlich heiße Luft war im Grunde genommen. Aber die das Ganze dann immer ein bisschen weiter am Laufen halten. Aber das darf, selbst wenn diese KI-Blase jetzt erstmal weiter noch vor sich hin blubbern sollte, darf man natürlich nicht vergessen, was unten drunter passiert. Und da ist ja ganz viel Rotation gewesen in Aktien.
Also insgesamt sehe ich die Entwicklung auch mit Sorge und dass Unternehmen wie Anthropic zum Beispiel jetzt dann auf Geldsuche gehen. Angeblich wollen die ja bald an die Börse gehen, aber dafür müssten sie ihre Finanzen geordnet, prüft veröffentlichen oder beziehungsweise Investoren veröffentlichen und das wollen sie offensichtlich nicht.
Also ich glaube, da ist noch ganz viel im Busch, was implodieren könnte. Und natürlich Donald Trump und die Regierung und die Tech-Titanen, die die Schattenregierung bilden, haben ein großes Interesse, dieses Feuer am Laufen zu halten. Erstmal um ihren persönlichen Reichtum weiterzumehren und um den Aktienmarkt überhaupt am Laufen zu halten.
Weil wenn die KI-Blase platzt als großes Stützrad, dann pufft auch alles andere zusammen. Also das ist ein Riesenproblem. Die Technologie kann ja trotzdem großartig sein und trotzdem können einzelne Unternehmen, an der Börse überbewertet sein. Das wird sich irgendwann regulieren und das wird spannend zu sehen, wenn diese Blase wirklich platzen sollte.
Aber die Frage ist ja auch, wann verdienen Unternehmen mit diesen gigantischen Investitionen auch wirklich tatsächlich Geld? Weil bislang sehen wir ja vor allen Dingen nur Ausgaben. Rechenzentren müssen gebaut werden, Chips müssen gekauft werden, Strom muss bezahlt werden, muss verfügbar sein. Das kostet ja alles viel. Ja, ich glaube es ist wichtig zu unterscheiden, wenn man von Blase spricht.
Sprechen wir von einer Blase in der Technologie oder von einer Blase in den Finanzen dahinter. Und ich spreche nicht von einer Blase in der Technologie, da wird sich vieles regulieren. LLMs werden wahrscheinlich weniger weit den Fortschritt oder die Innovation beflügeln als andere Dinge, zum Beispiel die Übersetzung in Robotik von Daten durch KI. Das wird sicherlich ein sinnvolleres Zukunftsfeld sein.
Also die Technik, da steckt schon einiges dahinter, aber die Finanzen, die sind total aufgeblasen und zum Teil auch künstlich und bewusst und auch da, wie in der Finanzkrise von 2008, spielen eine ganz große Rolle die außerbilanziellen Vehikel, also Schulden, die aufgenommen werden in unglaublicher Höhe, die auf den Bilanzen so gar nicht auftauchen, die erst nach und nach überhaupt bekannt werden und mit einkalkuliert werden und wenn man das dann macht, dann macht die Rechnung überhaupt keinen Sinn mehr.
Die ist im Grunde genommen fußt die auf ganz vielen Hypotheticals, also ganz vielen Szenarien, die positiv eintreten müssen, damit sich das dann irgendwann mal in der Zukunft rechnet. Und ich glaube, das ist in der gegenwärtigen Lage nicht aufrechterhaltbar. Und das Ganze sehe ich dann natürlich noch als hier lebende Bürgerin vor dem Hintergrund, dass Dinge, die dafür notwendig sind, wie die Datenzentren, dass das unheimlicher Sprengstoff hier in der Bevölkerung ist und auch übrigens Trump-Wähler von den Republikanern abbringt, die sehen.
Die Datenzentren, die vor ihrem Haus gebaut werden, die Wasser wegnehmen, die Elektrizität wegnehmen, Aber vor allem auch bei der Bevölkerung, das, was ihnen vorher verkauft wurde, wo ja auch viele junge Männer gefolgt sind, Elon Musk zum Beispiel von seinen Fanboys, ah, KI wird alle Jobs vernichten, super, super, kommt jetzt der Moment mal, Moment, wo sie sagen, Moment mal, da fällt ja vielleicht auch mein Job weg.
Also das wird den Leuten, glaube ich, jetzt erst mal hier bewusst. Warum sollen wir für KI sein und hier so ein bisschen künstliche Katzenbilder machen und glorifiziertes Googeln dafür, dass unsere Lebensgrundlagen wegfallen? Wasser, saubere Luft, Umwelt, Immobilienpreise, Jobs. Und die jungen Leute merken das ja schon ganz klar, das war ja auch meine Voraussage aus meinem zweiten Buch über KI, dass nicht auf einmal Jobs wegfallen werden so sehr, sondern dass einfach in den Jobs weniger gebraucht werden.
Also du brauchst nicht mehr so viel Ärzte, du brauchst nicht mehr so viel Rechtsanwälte, weil die einfacheren Arbeiten, die können maschinisiert werden. Und das sieht man jetzt hier bei den College-Abgängern, die Riesenschulden haben, was nicht ein Problem war, weil die vorher alle gut bezahlte Jobs gefunden haben und die fallen alle weg. Und wenn du jetzt arbeitslos bist mit 100.000 oder 200.000 Dollar Schulden.
Und bei den hohen Lebenshaltungskosten, da kommst du nie mehr raus. Das finde ich erstaunlich reflektiert, weil sonst wirkt es ja immer so platt, pro Trump, gegen Trump und so. Aber es ist ja eigentlich ein gutes Zeichen. In Deutschland reden wir ja immer darüber oder häufig ist es zu lesen, dass KI in Deutschland, dass wir dahinter herhinken.
Gleichzeitig haben wir aber starke Industrieunternehmen, Ingenieurswissen, einen riesigen Bedarf an Automatisierung. Du hast es ja gerade angesprochen mit der Übersetzung in Robotics. Glaubst du, dass es in den USA einen anderen Umgang mit KI gibt, also mehr Aufbruch oder mehr Angst, mal unabhängig dieser Sorge vor Rechenzentren?
Ja, das ist natürlich dieses typisch amerikanische, dieses zukunftsgläubige, dieses reiche Verehrender, also jemand wie Elon Musk oder Peter Thiel, das sind direkt Halbgötter, einfach nur weil die reich sind, weil die mal ein paar gute Geschäftsentscheidungen, schlaue, früh richtige Zeit am richtigen Ort getroffen haben und ihr Vermögen gezielt vermehrt haben, vor allen Dingen durch staatliche Subventionen und Steuervorteile und jetzt Billionäre sind, werden die verherrlicht und vergöttert bisher. Und man ist ihnen nachgelaufen.
Und die haben sich jetzt in die Politik eingekauft und kaufen Politik. Also mit anderen Worten, die machen jetzt Politik. Und wenn sich Europa das jetzt anguckt, ist das das abschreckende Zeichen, weil das zerstört die Demokratie. Das schwächt die nicht, das zersetzt die nicht. Das zerstört die. Wenn man die jetzt weitermachen lässt, und das sagen sie auch ganz offen, Peter Thiel ist gegen Demokratie, Elon Musk ist gegen Demokratie, werden die die Politik hier ganz komplett kaufen und umwandeln in ihr Modell und dann ist es hier vorbei mit den Freiheiten.
Und so langsam dämmert das auch den Trumpisten, also jedenfalls die, die nicht zu den 25% Sektenanhängern gehören. Ich glaube, es muss ein gesundes Mittelmaß geben, wo man sagt, wir sind der Innovation aufgeschlossen, wir sind bereit, auch Scheitern hinzunehmen und auch mal Geld zu verballern, muss man halt.
Es ist halt Wissenschaftsversuch und Scheitern, um dann auf den richtigen Zweig zu kommen. Das ist hier übertrieben in eine Richtung gegangen. Die Kosten sind zu hoch geworden. Und das ist hier, was falsch läuft. Die Gewinne streichen die Tech-Titanen ein, die Kosten trägt die Gesellschaft. Ganz stark und übrigens auch genau wie in der Finanzkrise von 2008, damals durch die Finanzinstitute, war das ja genau das Gleiche.
Und das findet aber jetzt schon vor dem Eintreten der Krise hier statt. Und das ist etwas, was Europa verhindern sollte. Weil jetzt sehen wir auch die Ungleichheit in Europa, die ja viel geringer ist als hier, führt jetzt zu den Unruhen in Europa, wo auch die jungen Leute sagen, Moment mal, ihr habt über eure Verhältnisse gelebt, ihr Babyboomer und wir kriegen jetzt die Folgen zu spüren, wir haben keine Zukunftsaussichten, uns frisst die KI die Zukunft vom Kopf.
Und das ist halt alles, was Europa hat, eigentlich den Luxus, dass sie das hier, dieses abschreckende Beispiel, vorgelebt bekommen. Natürlich müssen die auch KI machen und Zukunft machen und Technologie, aber die müssen es nicht genauso machen wie wir. Die können sich hier gut angucken, was funktioniert und was sollte man anders machen, aber das schnell machen und vor allem unabhängig von den USA, Da insbesondere angesichts, was jetzt letzte Woche passiert ist mit Starlink und Elon Musk, wir sehen, die schlagen sich auf die Seite Russlands.
Die hatten keine Probleme, auch Microsoft, dem europäischen Strafgerichtshof, abzuschalten. Und das könnten sie ja auch mit einzelnen Unternehmen machen oder mit der Bundeswehr, die zum Teil auch diese Technologie nutzt. Also sich vor allen Dingen unabhängig machen, den eigenen Kurs beschreiten und bitte aber auch schnell. Ja, da muss man wirklich, ja, kann man nur Daumen drücken, dass Europa das hinbekommt, weil das wäre schon sehr wichtig.
Jetzt hast du Thiel, Musk angesprochen, da sind ja diese amerikanischen Ausnahmeunternehmer. Bewundert man die noch als erfolgreiche Unternehmer oder überwiegt da inzwischen das Misstrauen in der breiten Bevölkerung? Es ist schwierig zu beantworten. Also Thiel ist ja extrem wichtig. Er ist geschickt und schlau der Stratege, der sich im Hintergrund hält.
Also viele werden den Namen schon mal gehört haben, aber würden wahrscheinlich gar nicht das Bild erkennen. Der ist relativ unsichtbar und handelt über J.D. Vance und über seine Einflussagenten. Da sind ja ganz viele Tech-Titanen-Abgeordnete, die mit in der Regierung sitzen an verschiedenen Stellen. Das sind ja jetzt nicht nur diese beiden, die Einfluss haben.
Elon Musk ist immer noch der, wie sagt man, Clown im Vordergrund, der Theater macht, jetzt mit seinem neuen fliegenden Autor in Anführungsstrichen. Ich denke, der ist zu einem großen Teil auch entzaubert. Viele sehen ihn mittlerweile kritisch. Doge war ja eine Totalpleite, die gar nichts gebracht hat.
Im Gegenteil, viele staatliche Dienstleistungen sind verringert oder abgeschafft. Das spüren die Leute natürlich insbesondere auch in entlegenen Gebieten von Amerika, die auf Krankenhäuser und Social Security Offices, also für ihre Rente- oder Sozialleistungen angewiesen waren. Die sind alle gestrichen und die Telefondienste sind alle nur noch KI, da kommst du nicht mehr durch.
Also das spüren die auch am eigenen Leib und nichts ist besser geworden. Und Elon Musk sagt halt eben auch sehr merkwürdige Dinge in der Öffentlichkeit. Die nicht bei den normalen Bürgern jetzt hier so wirklich ankommen. Du merkst halt, dass er und Donald Trump und andere, die leben halt nur in ihrem Vakuum und haben gar keinen Kontakt mehr zu richtigen normalen Bürgern, sondern nur noch Ja-Sager um sich rum.
Und diese Entfremdung, die nimmt so langsam ihren Lauf, aber leider zu spät, weil die haben einfach schon zu viel Einfluss gekauft. Das ist ein bisschen meine Sorge, dass wir diese Richtung, diese Entwicklung, die Dynamik nicht mehr umgedreht bekommen, weil die schon so viel Macht haben und auch über Palantir schon so viele Daten über uns gesammelt haben, dass wir dieser Krake gar nicht mehr entkommen können.
Ja, und insofern ist ja diese europäische Souveränität, du hast es angesprochen, besonders wichtig. Heißt aber ja nicht, alle selber zu machen, sondern eben die Wahl zu haben, mit wem wir arbeiten und zu welchen Bedingungen. Vielleicht steckt da ja die Lösung drin. Ja, aber ich würde schon sagen, ich meine, es ist ein großer Planet. Es gibt genug andere. Also Diversifikation ist auch da das richtige Wort. Und Europa ist groß, hat viele verschiedene Länder mit vielen verschiedenen Stärken.
Das Ziel sollte schon sein, möglichst Dinge nah an sich heranzuholen aus Ländern mit ähnlichen politischen Werten. Natürlich die große Gefahr ist, dass Europa politisch auseinanderbricht. Und wenn man sich die Entwicklungen der letzten Tage anschaut, dann wird die Sorge größer. Auf der anderen Seite, und ich glaube, da ist auch wirklich Zeit von öffentlichen Figuren und Politikern.
Ist es an der Zeit, den Leuten die Wahrheit zu sagen, wie ernst die Lage ist und jetzt dann auch wirklich zur Aktion zu schreiten. Weil ich meine, wenn man alles nach Europa holt, ist dem im Endeffekt auch nicht geholfen, wenn Europa auseinanderbricht. Also im Grunde genommen müssen alle in Europa näher zusammenrücken.
Und jetzt über diese Dinge wie die Ausschreitungen in Frankreich, die sicherlich sehr, sehr ernst und dramatisch waren, aber glaube ich auch in sozialen Medien überspitzt dargestellt wurden, also zum Teil schlimmer als die waren, versuchen auch immer das Maß zu halten. Und alles, was auf Social Media dargestellt wird, mit ein bisschen Skepsis zu betrachten, darüber hinweg zu sehen und versuchen, das zu heilen und nicht jetzt, wie du eben sagtest, nicht die Flinte ins Korn zu werfen, sondern zu sagen, wir müssen jetzt proaktiv, konstruktiv den Weg nach vorne angehen.
Sandra, das ist ein gutes Schlusswort. Ich sehe das ganz genauso. Komm gut in die neue Woche. Bis ganz bald. Dankeschön, Uli. Dir auch eine gute Woche und bis bald. Tschüss. Das war Bis & Beyond. Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast abonnieren. Feedback gern an host at bisandbeyond.de oder auf LinkedIn.
Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.