Blätter-Podcast

Resilienz im Katastrophenfall, Jugendproteste in Frankreich, El Niño und die Klimakrise

Freitag, 30. Oktober 2026 · 1 h 06

MP3

Shownotes

Blätter-Podcast | 30. Oktober 2026
Angriffe auf kritische Infrastruktur wie Flughäfen, Stromnetze und IT häufen sich. Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, erklärt, warum mehr Überwachung keine echte Sicherheit bringt und stattdessen widerstandsfähige Lösungen nötig sind.

Die anfangs friedlichen Schülerproteste in Frankreich werden inzwischen vor allem über Bilder von Gewalt und Plünderungen wahrgenommen. Die Frankreich-Korrespondentin Annika Joeres schildert, wie die Proteste im Blick auf die Präsidentschaftswahl polarisieren und warum sich immer mehr Menschen und Gruppen mit den Schülern solidarisieren.

Die Erwärmung der Ozeane treibt Wetterextreme an und gefährdet zentrale Klimasysteme. Der Wissenschaftsjournalist Nick Reimer erklärt, wie sich das pazifische Wetterphänomen El Niño durch den Klimawandel verstärkt und welche fatalen Folgen das weltweit hat.

Moderation: Karin Gothe, Anne Britt Arps und Ferdinand Muggenthaler

(00.00) Begrüßung und Einblicke in das Blätterfest

(10.55) Manuel Atug: Kritische Infrastruktur. Wie wir resilient werden. (blaetter.de/ausgabe/2026/november/kritische-in…) (blaetter.de/ausgabe/2026/november/kritische-in…))

(30.42) Annika Joeres: Die aufgestaute Wut: Jugendproteste in Frankreich (blaetter.de/ausgabe/2026/november/die-aufgesta…) (blaetter.de/ausgabe/2026/november/die-aufgesta…))

(48.52) Nick Reimer: El Niño: Wenn das Christkind zur Bestie wird (blaetter.de/ausgabe/2026/november/el-nino-wenn…) (blaetter.de/ausgabe/2026/november/el-nino-wenn…))

(01.05.02) Ausblick auf Heft 12/2026

Alle Texte der aktuellen Ausgabe findet Ihr hier: (blaetter.de/ausgabe/2026/november) (blaetter.de/ausgabe/2026/november))

Titelfoto: (c) IMAGO / CTK Photo

Zur großen Weihnachts-Abo-Aktion geht es hier: (blaetter.de/shop/abonnieren/das-blaetter-weihn…) (blaetter.de/shop/abonnieren/das-blaetter-weihn…))

Gerne könnt Ihr uns auch schreiben! An: podcast@blaetter.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Ja, wenn man Sicherheit Simulation statt echte Sicherheit will dann kann man überall Kameras aufstellen. Es ist ein Sicherheitsgefühl das man damit steigert. Das ist nicht echte Sicherheit denn Kameras kommen nicht runter und verhindern einen Naturereignis oder eine Vorsatzhandlung oder einen Unfall.

Also davon bin ich fest überzeugt, dass die falsche Reaktion der französischen Regierung auf jeden Fall dazu geschüttert hat. Dass Gewerkschaften in Gelbwesten und viele andere Gruppen auch noch mit eingestimmt haben. also die haben legitime Forderungen und das einzige was ihnen gegenübersteht sind hochgerüstete Polizisten.

Diesem Jahr ist ein El Nino zu erwarten, der besonders heftig ist. Das hat weltweite Auswirkung. Das beeinflusst den indischen Monsoumen, das beeinflußt den Regen in Afrika. Also der Gerät war es aus dem Takt und durch den Klimawandel wird das leider immer heftiger. Kritische Infrastruktur, die Anschläge auf Strom und Digitalnetze häufen sich.

Und wir merken – wir sind verwundbarer als wir dachten! Manuel Artuk, Informatiker und Sprecher der AG Critis erklärt wie wir die digitalen Systeme in Deutschland besser vor Angriffen schützen können. Unruhen in Frankreich. Die Frankreich-Korrespondentin Annika Jürs beschreibt was die Schülerinnen und Schüler dort seit Wochen auf die Straße treibt und wie ihre Proteste vereinnahmt werden von Randalierern, Plünderen aber auch von der Politik.

El Nino und der Klimawandel. Das Wetterphänomen El Ninho könnte in diesem Jahr so stark ausfallen wie noch nie, und im Pazifikraum Dürren- und Überschwemmung auslösen. Der Umweltjournalist Nick Reimer erklärt, wie El Nio in Kombination mit den Menschen gemachten Erderwärmungen das globale Klima verändert – und die Ozeane dauerhaft schädigt!

Ich bin Karin Gote, meine Gäste heute auf der Redaktion sind Anne-Britt Aps und Ferdinand Nugenthaler. Hallo ihr beiden! Hallo Karin! Ja hallo Karin schön dass wir heute zusammen diskutieren. Ja ich freue mich auch und Ihr habt heute auch ganz besondere Lesetipps mitgebracht ne? Wir hatten ja ein großes Fest, siebzig Jahre Blätter und da gab es zwei Diskussionen mit unseren Mitherausgebern, mit neuen Mitherausgebern Und die haben wir... Die beiden Diskussionen sind verschriftlich und redigiert im neuen Heft zu lesen.

Ja, genau. Die erste Diskussion drehte sich um die innenpolitische Lage nach den drei Landtagswahlen im Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern und Berlin und den Umgang mit der AfD. Da haben diskutiert die beiden neuen Mittarausgeber Oliver Nachtwey und Steffen Mau moderiert von Nationalistin Tamaratischen Dorf.

Und die zweite Diskussion war dann so auf der größeren Ebene – die geopolitische Situation aber auch ein Schwerpunkt zu den USA – der Historikerin Christina Morina, unsere neue Mitherausgeberin und dem Politikwissenschaftler Klaus Legge wie er schon länger herausgebar ist. Und das große Thema AfD? Das hat ja die Diskussion sehr stark geprägt.

Wie war da die Stimmung unter den Herausgebern? Naja also die Diagnose ist dramatisch und ich glaube dass haben wir auch in den Heften vorher gesehen. Das muss man sagen, dass es schon ein Epochenbruch gesehen wird, aber da können wir dann gleich auch nochmal reinhören. Ja was sagt Oliver Nacht weiter zu?

Wir hören mal rein! Also im Zweifel würde ich sagen alles was der AfD gerade schadet begrüße ich. Aber ob ein Verbotsverfahren das jetzt so juristisch geführt wird und ich sehe deine Implikation dass wir eine große Legitimationskrise der Demokratie bekommen Dass die sehr schwerwiegend sind. Ich bin vielleicht etwas dunkler in meiner Einschätzung.

Ich glaube, wir müssen uns jetzt sattelfest machen. Der griechische Marxist Nikos Palanzas hat den Blick auf die Niedergang der Weimar Republik vom Point of No Return gesprochen, wo man die NSRP nicht mehr wirklich aufhalten konnte und wir müssen jetzt Gedanken machen ob wir tatsächlich nicht an diesem point-of-no return sind.

Wir müssen einfach anerkennen da hat jetzt der Durchbruch stattgefunden. über vierzig Prozent in Sachsen-Anhalt, sieben und dreißig Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird dort an die Macht kommen und wir müssen uns jetzt resilient machen auf allen Ebenen. Und wir müssen aber auch anfangen anders zu kämpfen weil die AfD kann noch gestoppt werden, aber nicht mit diesen Mitteln.".

Also ihr müsst uns jetzt resilient machen das war der Stichwort? Ja genau! Da wurden schon viele verschiedene Wege diskutiert auch juristische Aber am Ende ging es auch nochmal um eine tiefer liegende Analyse. was hat sich eigentlich wenn der Gesellschaft verändert, dass die AfD so stark werden konnte.

Dazu haben wir auch noch ein Zitat mitgebracht. Ich habe schon das Gefühl, es gibt eine Erschöpfung des liberalen Projektes Demokratie, Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit. Dass die Bindung, die innere Bindung daran nicht mehr so stark ist. Dass Leute die Vorstellung haben, dass es etwas wie eine politische Gestaltungskraft gibt.

Die Möglichkeit vielleicht auch Richtung und Zielbestimmung der gesellschaftlichen Veränderungen zu entscheiden. und da gibt es in der breiten Gesellschaft so etwas, was wir Deklinismus nennen. Also die Forschung wird immer schlechter und es wird immer risikoreicher und wir haben die Lage nicht mehr unter Kontrolle.

Die Erschöpfung des Liberalismus, die Steffen Mao hier diagnostiziert ist auch ein bisschen eine Überleitung zur zweiten Diskussion weil auf internationaler Ebene ist das Pendant dazu dass die sogenannte regelbasierte Weltordnung zerstört wird im Wesentlichen von drei Mächten, die hier imperial-neoroyal auftreten.

Das sind China und der Chi. Das ist Putin das sind Trump. Und von diesen drei spricht dann auch Klaus Legge wie am Anfang der zweiten Diskussion wo es um die internationale, die geopolitische Lage geht. Hören wir rein! Und diese drei Boliden regieren jetzt die Welt und sie tun es in einer Weise, die mehr an eine vorwestfälische internationale Ordnung also des siebzeiten Jahrhunderts erinnert.

Die alles einkassiert – das gilt für alle drei und deswegen rede ich immer von den dreien jetzt – was sagen wir mal im zwanzigsten Jahrhunderte an Sicherungen des Völkerrechts, des Multilateralismus passiert ist bis hin zur Gründung der Vereinten Nationen Und die im Grunde genommen alles einkassiert, dass den Herrschern und sie sind alle haben eine monarchische royale Attitude auch entwickelt.

Dass diesen Herrscher erlaubt zu machen was Sie wollen Ja also doch wieder ne düstere Prognose aber das blieb nicht un widersprochen. Genau, also dieser Diskussionsrunde war nicht völlig deprimierend. Denn trotz der ganzen dramatischen Analyse gab es eben auch einen gewissen Optimismus. Das kam jetzt vor allem bei Christina Marina in der zweiten Diskussion zum Ausdruck, die eben an den USA auch noch großes Widerstandspotenzial gesehen hat.

Dazu haben wir auch ein Zitat mitgebracht und die hat er jetzt in den letzten Jahren auch gelebt und geforscht. Also sie hat auch ganz unmittelbar wirklich diese Eindrücke mitgebracht. Und sie hat gerade den Buch dazu geschrieben? Aber die Tatsache des Trumps ist heute eben nicht in allen Bereichen machen kann, was er will oder machen konnte.

Was er wollte hat damit zu tun dass es auf sehr vielen Ebenen und in sehr vielen Bereichen sehr konkreten Widerstand im Sinne eines zivilen Ungehorsams gegeben hat Gerichtsverfahren Community Engagement WhatsApp Gruppen die da vor waren wenn Eis-Trupps um die Ecke kommen Da ist sehr viel ich glaube sogar effektiverer Widerstand der nicht sichtbar ist es Waller nicht so sichtbar ist.

Genau, und das Spannende bei der zweiten Diskussion war dann eben dass auch noch sehr von der amerikanischen Situation wieder zurückbezogen wurde auf die deutsche Situation. Also was können wir von den Amerikanern lernen sozusagen? Was können wir lernen? Ja und was passiert auch hier? also auch lege wie... Das haben wir jetzt nicht.

im Zitat hat er gesagt.. Wie er aktiv ist hier um den Rechtstrend aufzuheben. aber Christina Morina hat ja auch einen ganz konkreten Appell an das Publikum gerichtet, den wir jetzt nochmal hören können. Was mich in dem amerikanischen Alltag nach dem neuen Amtsamtritt wirklich beeindruckt hat ist wie konkret und kreativ man sich gefragt hat was können wir jetzt noch tun?

Was ist noch möglich? während ich in Deutschland auf die Haltung höre was geht jetzt nicht mehr? Es bedeutet mutig zu sein, mit einer Regenbogenfahne in Greifswald auf die Straße zu gehen. In Münster oder Bielefeld ist das keine Kunst. und so konkret kennen Sie irgendjemand in Ostdeutschland? Rufen Sie sie an!

Fragen Sie was dort an Vereinsttätigkeit da ist. kann man sich irgendwie neu verknüpfen? Das meine ich auch nicht nur aus West sondern es gilt dann genauso für Gebiete in anderen Orten Deutschlands wo die AfD weil sie eben eine Partei ist Radikal nationalistisch, anti-liberal. Also auch potenziell gewaltsamen Gewalt haltig.

Politik macht ja Leute einschüchtert und wenn das einmal sich Bahn bricht und die Zivilgesellschaft, die wir alle sind jeden Tag es nicht hinbekommt da dagegen zu halten auf der unterschiedlichen Art und Weise dann ist es verloren. Ja, also aber der Abend hat insgesamt gezeigt ist verloren. Es ist nicht.

es ist sozusagen eine düstere Analyse. Aber es gibt viele Ideen wie wir resilient werden können und was man tun kann. Und in dem Sinn hat der abend Und die Diskussion gut geendet, sodass dann die Diskussionen bis um zwei Uhr nachts in dem Fest weitergingen. Das waren auch vierhundert Leute da? Da wurde diskutiert und gelacht usw.

In diesem Sinne hat uns Legge wie genau richtig in diesen Abend entlassen. und da haben wir noch mal ein letztes Zitat. Ja das Wichtigste ist dass sie aus diesem Saal rausgehen und weiter gestimmt sind. Das meine ich ernst! Wir haben die Probleme der Welt diskutiert und wir können uns in eine totale Depression hineinreden.

Dafür gibt es jede Menge Anlässe, aber wir haben auch festgestellt dass jeder, jeder einzelne was machen kann. Also ein super Zitat von Klaus Leggevi am Ende dem dienstältesten Herausgewein dieser Diskussion zumindest Ja, war ein tolles Fest. Es war ein tolles Fest und damit wir noch die nächsten siebzig Jahre weitermachen haben wir jetzt hier ein wunderbares Geschenk auch für Weihnachten nämlich zu einem unverschämt günstigen Preis neunundneinzig Euro Ein ganzes Jahr ein gehaltvolles geschenkt Nämlich zwölf Blätterhefte Und da kann man natürlich in diesem Heft das jetzt kommt.

im November Kann man natürlich die Diskussion beide auch nochmal nachlesen. Wir hören uns gleich wieder Nach den Interviews. Seit Anfang des Jahres häufen sich Angriffe auf die kritische Infrastruktur, von Stromnetzen über Flughäfen bis zu IT-Systemen. Erst vergangene Wochen haben Behörden und Unternehmen auf der ganzen Welt vorsorglich ihre Websites vom Netz nachdem eine KI Sicherheitslücken in der Sprache PHP aufgedeckt hatte.

Das war so ein Moment wo wir realisiert haben wie verletzlich unsere vernetzte Welt ist. Und wenn dann ein Auto durch den Zaunbericht am Flughafen Leipzig, dann stellt sich wieder die Frage ob und wie wir unsere kritischen Infrastrukturen eigentlich richtig schützen können. Darüber spreche ich jetzt mit Manuel Ahtuk.

Erst Informatiker berät unter anderem die Bundesregierung zur IT-Sicherheit und ist Sprecher der unabhängigen Arbeitsgruppe AG Critis. Hallo Manuel! Ist das eigentlich ein subjektiver Eindruck? nur oder häufen sich tatsächlich die Angriffe auf kritische Infrastrukturen? Na ja, Angriffen auf kritischen Infrastruktur hat es schon immer gegeben.

Wenn man vor ein paar Jahrzehnten an Kastotransporte denkt und die An griffe an die bahn. Das war immer so dieser angriff gegen den staat um zu zeigen dass der Staat verletzlich ist. insofern gab Es die schon immer die wirks auch immer geben. Wir berichten deutlich häufiger drüber und es ist eventuell auch mehr geworden, aber wir haben auch mehr Bewusstsein.

Dafür was ist eigentlich notwendig für die Daseinsvorsorge des Staates? Nämlich diese zähnkelkritischen Infrastrukturen, die wir definiert haben Und seitdem hat man die natürlich auch mehr auf dem Schirm. Sie haben auch natürlich mehr digitalisiert. insofern sind auch mehr Digitalisierungs Probleme bei denen akut geworben Ja ist es mehr Aber das ist klar, dass es mehr werden musste.

Das macht nur Sinn.". Du hast gerade gesagt, das waren zehn Sektoren. die meisten Menschen denken ja dann eher an Strom zum Beispiel da war auch dieser spektakuläre Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres und natürlich an Zeibersicherheit weil das macht den Leuten natürlich auch Angst. aber welche Bereiche gehören denn noch zu?

Also erstmal gehört dazu Transport-und Verkehr Wasser Energie wie du sagtest Ernährung Finanz- und Versicherungswesen Gesundheit Informationstechnik, Telekommunikationen, Siedlungsabfallentsorgung. Und wir haben zwei spezielle Bereiche Medien und Kultur die sind nur an Bundesland spezifisch wenn überhaupt geregelt und Staat und Verwaltung die eben auch bundesweit nur in ganz eingegrenztem Rahmen geregkelt sind.

also diese Sektoren sind eben Grundlage für das Funktionieren der Gesellschaft weil sie eben dieser Schutzkredite Infrastrukturen gewährleistet eben dass es keine Versorgungsengpässe gibt keine erheblichen Störungen weil sonst würde das auf die öffentliche Sicherheit, auf die Versorgung selbst oder auf andere dramatischen Folgen dann auswirken.

Du bist ja Sprecher der AG Critis! Ihr seid eine unabhängige Arbeitsgruppe von Fachleuten? Ihr habt euch schon im Jahr zwei Tausendundachzehn gegründet und habt damals schon gesagt Deutschland ist nicht ausreichend vorbereitet auf Großschadenslagen. Jetzt haben wir zwar ein neues Gesetz Das Critis Dachgesetz seit Anfang des Jahres aber das muss ja auch noch gefüllt werden.

Wo stehen wir denn jetzt aktuell? Was fordert ihr als AG-Kritis? Ja, wir fordern das die Resilienz. Die Widerstandsfähigkeit gegen alle Ereignisse aus diesen vier Bereichen. Naturereignisse, Vorsatzhandlung und Fälle oder Cybersicherheitsvorfälle, die physische Auswirkungen haben können. Dass man sich dagegen resilient also widerstandsfähig aufstellt.

sprich Das kann immer mal passieren dass sowas geschieht. aber sie dürfen nicht eine Krise oder Katastrophe werden sondern Maximal eine Störung oder sie verpuffen Ereignisse los, weil man die richtigen Gegenmaßnahmen getroffen hat. Und das heißt, man versucht natürlich in der Prävention zu verhindern dass solche Eregnisse durchdringen.

aber man muss ja auch Detektieren können frühzeitig und Man muss in der Reaktion die richtige Maßnahmen haben. und da kann man als Beispiel anbringen die Ukraine. Die haben Jahre vor dem Krieg schon angefangen zu sagen, wir müssen Leute ausbilden im Notfall und Entstör-Management. Und wir brauchen Materiallager die schnell erreichbar sind und die richtigen Materialien auf Lager haben.

Und damit können sie sehr viele Vorfälle in kürzester Zeit beheben und Stromwasser was auch immer innerhalb von einer Stunde zwei wieder ein Betrieb nehmen. ganz selten braucht es länger. Wir haben ja auch bei verschiedenen Anschlägen oder auch Vorfällen in Deutschland gesehen Dass immer da, wo es Resilienz gab, wo's Alternativen und ausgebildete Menschen und Fähigkeiten gab.

Dass man relativ schnell wieder zum Betrieb kommen konnte oder sogar komplett störungsfrei sich verhält. Unheimlich viele Stromausfälle beispielsweise funktionieren da sehr gut aber wir haben noch erhebliche Defizite. Das haben wir ganz konkret in Berlin erlebt. Anfang des Jahres also im Januar blieben forty-five Tausend Haushalte tagelang ohne Strom nach einem Anschlag auf eine Kabelbrücke.

Also hätte man das auch mit so extra Leitungen oder anderen Vorsichtsmaßnahmen verhindern können? Oder nach dem was du gerade gesagt hast, dass es schneller wieder aufbauen können. Es gibt zwei wesentliche Gründe warum es so lange gedauert hat. der erste Grund ist seit der Wiedervereinigung bekannt und wurde nicht adressiert denn durch die Trennung der Staaten gab's eben keine gute Vermaschung also Verbindung der Stromnetze zwischen Brandenburg und Berlin Und dadurch gibt es natürlich nicht viele Übergänge oder Ersatzleitungen.

Seit der Wiedervereinigung hat man das immer wieder auf die Agenda gepackt und wie gesagt, ja kostet teuer machen wir nicht. ist Prävention Prävention ist mich sexy da wird man nicht wieder gewählt. Schieben wir mal nach hinten Das kann man alles denn in den Protokollen ausführlichst im Abgeordneten Haus nachlesen.

Es kam immer wieder Auf die Debatte Kam immer wieder aufteuer und hat man dann einfach sein gelassen Also bewusst in Kauf genommen worden, diese Ursäfte nicht abzustellen und dann war es nur Frage der Zeit bis es eben knallt. Der andere Punkt ist jeder Bezirk ist ja lokale erstmal verantwortlich für die Notfall gefahren hat während den Bevölkerungsschutz Und Es War In der Szene sage ich mal bekannt dass dieser bezirk völlig überfordert ist und keine gute Funktionalität Hat.

Aber man darf ja den anderen nicht reinreden, man darf dann nicht laut bemängeln. Man darf ja nicht wie laut sagen dass das hier abgestellt werden muss. und so haben alle eigentlich gewartet und gesagt naja die müssen jetzt sozusagen vor die Wand semmeln wenn was passiert dann Amtshilfe fragen und dann können wir eingreifen Und vorher sind wir ja nicht zuständig und dann ist Nichtzuständigkeit halt nicht zuständig zu sein.

Also das finde ich ja echt krass, was du da erzählst. Das heißt also die Zuständigkeitsgerangel und der Föderalismus haben eine ordentliche Prävention verhindert? Ja aber so ist Deutschland! Also mich wundert das jetzt total dass es da kein Gremium gibt auf Ebene des Innenministeriums oder wo man sich das dann mal anschaut...die Anlagen in Deutschland und also wo sowas einfach mal diskutiert wird?

Naja das gibt es schon. Es gibt ja die Innenministerrunde wo alle sechzehn Bundesland-Innenminister mit dem Innenminister zusammen hocken. Es gibt ein BBK, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophen hilft. Was ja unter dem Innenministerium aufgehangen ist. Es gibt einen BSI was die Cyber-Sicherheit unterhalb des Innenministeriums macht.

also irgendwie ist der zusammenkommende Punkt ja innere Sicherheit und insofern das Innenministerium. aber das InnenMinisterium assoziiert Sicherheit ja immer mit Bundespolizei, Bundeskriminalamt Verfassungsschutz Geheimdienste Und wir müssen Täter jagen festnehmen, also allein im Digitalen die Vorstellung wenn man das zu Ende denkt.

Wir werden alle Bösewichte auf der Welt gefangen nehmen weil von jeder Tastatur aus könnte ich ja angreifen und packen in deutsche Gefängnisse. dann haben wir Weltfrieden und Deutschland ist auch ruhig. Das funktioniert ja in dem Ausmaß nicht. aber wenn das Innenministerium und Bundesland Innenministerien Sicherheit mit Resilienz sondern eher mit dieser Strafverfolgungsbehörden Geheimdienstsicherheit assoziieren dann bekommen wir eher diese Denke statt die Resilienzdenke.

Also wenn man sich anguckt, Verfassungsschutz hat mehrere Tausend Mitarbeitende auch der Bundesnachricht Niedens hat fast siebentausend Mitarbeiter und wenn man das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe anschaut, die liegen bei sechs, siebenhundert Leuten selbst jetzt noch wo wir den Angriffskrieg von Putin gegen die Ukraine haben dass Ahrteil Szenario hinter uns hatten, die Pandemie hinter uns hatte, Hybridegeferdungen im Raum stehen immer wieder Angriffe passieren Ja, die bleiben dabei.

Aber die Reform der Geheimdienste führt dazu dass die massenhaft gigantische Befugniserweiterung erhalten und das BBK geht leer aus und das BSI wurde zwar notbedingt aufgestockt aber nicht wirklich. Das ist eben das was in Deutschland die Priorität ist. man könnte es natürlich auch anders adressieren aber das ist nicht ihrem Interesse.

Vielleicht kann man das ja an einem Beispiel nochmal deutlich machen. also wenn wir uns den Flughafen Leipzig anschauen Der war in jüngster Zeit mehrfach auch Ziel von Attacken, einmal Drohnen und jetzt vor kurzem ist ein Auto einfach durch den Zaun gebrochen. Wie sähe da ein resilienter Schutz aus? Wir hatten ja letztens die Diskussion mit Leipzig.

wenn man halt einen Zaun hat und ein Fahrzeug das durchbricht oder der zerstört wird dann kann man natürlich die Frage stellen was haben wir denn da? Die haben so eine Art Maschentradzaun Das ist eine Winskbekundung. Hier ist meine Kunststücksgrenze, das ist aber keine Schutzfunktion im eigentlichen Sinne nur gegen Kleinigkeiten.

Also wenn jetzt da ne Überschwemmung Sturzflut wie Mathal oder so wäre, das geht dadurch. Ne Mauer würde Ehrstand halten oder so Wenn man sagt man möchte wirklich Vorsatzhandlungen also Leute die drüber klettern und aufs Gelände kommen verhindern Oder sogar Fahrzeuge die durchbrechen gibt es so Ruhestrom-Sensoren oder Glasfaser Die man so durch den Sound zieht Und wenn die durchtrennt oder zerstört wird, dann gibt es eben einen Alarm durch diesen Sensor im Leitstand.

Da gibts echt viele Möglichkeiten und Optionen Schutzmaßnahmen einzubringen auch Datenschutz. sparsam weil immer die Diskussion ist ja warum gab's da keine Kameras? Kameras kommen halt nicht runter und verhindern eine Vorsatzhandlung Die ist halt sinnfrei. aber beispielsweise diese Käfige oder so Netze das sieht man beispielsweise in Ukraine ganz oft.

jetzt Wir haben ja das Problem, dass Drohneingriffe da passieren gegen Umspannwerke oder Wasserwerke und die haben der große Netzanlagen drum herum gebaut. Oder so eine Art Stahlgitter käfig drumherum gebaut. Man muss den ja nicht zwingend direkt drum bauen man kann ihn aber schon mal kaufen und es aufbauen üben.

Dass wenn es akut wird man relativ schnell zu einer Lösung kommt. Und ich sage jetzt ist Action. Ich gucke jetzt mal schnell bei Timo Ob ich eins bestelle und in acht Monaten wird's geliefert und ich teste dann mal aus wie es gebaut wird. Ja, die Fragestellung wie schnell und wie gut stellt man sich eigentlich sowas auf.

Das hört sich ehrlich gesagt nach einer logistischen Mammut-Aufgabe an wenn man jetzt die ganzen zehn Sektoren da physisch auch noch absichern will. also die einfache Lösung die ja praktiziert wird nämlich einfach überall Kameras hinzustellen Die ist aber auch keine. hast du gerade gesagt? Ja, wenn man Sicherheitssimulation statt echte Sicherheit will dann kann man überall Kameras aufstellen.

Es ist ein Sicherheitsgefühl dass man damit steigert. das ist nicht echte sicherheit Denn Kameras kommen nicht runter und verhindern eine Naturereignis oder eine Vorsatzhandlung oder einen Unfall Sondern sie filmen das ganze. und dann kann ich halt zugucken im Nachhinein Was wie passiert es? Und die meisten Tätergruppierung treten dann halt maskiert aufwerte.

das gedacht insofern helfen die ja nicht wirklich. Aber es ist schön für das Sicherheitsgefühl und natürlich auch für eine Wiederwahl. Innenminister finden sowas immer ganz toll, weil sie dann auch KI dran packen können um eine Bewegungsverhaltens- und Gesichtserkennung drantun Und auch da wieder massenhaft Daten von uns vorhalten und auswerben und wir dann einfach Gläserne Bürgerinnen sind in einem Massenüberwachungsstaat und das ist keine gesunde Entwicklung.

Das hilft halt nur das Sicherheitsgefühl zu steigern, nicht die echte Sicherheit. Das ist ja dasselbe Problem was wir haben wenn es heißt... Wir halten die Informationen geheim und das Informationsfreizgesetz soll ja auch deutlich beschränkt werden. Das natürlich ein Riesenthema des Informationsfreiheitsgesetzes.

aber die Verschärfung wird ja wirklich wie du sagst begründet mit Sicherheitsfragen. also d.h. wir würden keine Informationen mehr rausgeben müssen wenn da z.B. daraus hervorgeht, wo bestimmte Leiterung langgehen oder so? Genau! Wenn man sagt wir halten jetzt geheim, wo kritische Infrastruktur ist und wo die Trassen herführen... Wir als AG-Kritis sagen immer naja wohnen umspannenwerk steht das kann man sehr einfach sehen wohnend Flughafen steht das steht manchmal sogar auf den Autobahnen auf dem Schild an.

total krass Und für gewöhnlich möchte man die Leute ja zu kritischen Infrastrukturen lotsen und wenn man eben sowas wie eine Stromtrasse Gastrasse oder so geheimhalten will. Also erstmal sind diese Informationen, also die sind schon öffentlich. Die gehen auch nicht mehr weg. Zweitens sind diese Komponenten zentral erkennbar ohne dass man Großpläne braucht.

Auch Hochspannungsmasten, Mobilfunkmasten und Umspannenwerke so Kabelbrücken wie es in Berlin jetzt war sie sieht man ja wenn man hinguckt. das ist keine Magie. aber wir bekommen sogar eine Verschlechterung der Versorgungen denn Tiefbauunternehmen brauchen einfach einen Zugang zu Leitungsplänen um versehentliche Schäden In der Versicherung nennt man das Baggerbiss zu verhindern.

Wir haben das Drutzendfach pro Tag in Deutschland. Bagger-Bisse, d.h., die Zerstören aus versehenen Leitungen weil sie nicht wissen wo die lang führen? Ja genau! Die Bullenlernen haben die Trasse nicht beachtet und wenn wir das halt online haben, dann haben wir eine höhere Chance dass doch noch jemand nachguckt uns vielleicht sieht Und ja... Der letzte Punkt ist sogar Nicht nur dass die öfter was kaputt machen zukünftig Es ist auch so, dass nach Naturereignissen Großschadenslagen etc.

die Einsatzkräfte wie Feuerwehr, Technisches Hilfswehr oder Grettungsdienste ja auch in der Lage sein müssen beschädigte Leitungen zu finden um eine Eigen- und auch Fremdgefährdung beurteilen zu können. Und wenn Einsatzkräften eben nicht wissen wo eine Beschädigke Gasleitung ist oder ein gebrochenes Hochspannungskabel herläuft dann gefährden sie ihr eigenes Leben unverzögern.

Hilfe für Betroffene Das ist nicht nur Verschlechterung der Daseinsvorsorge sogar Verschlächterung Hilfe im Falle des Falles und das ist halt dieser Unterschied zwischen diesem Sicherheitsgefühl und echter Resilienz. Wir haben ja jetzt vor allem über den physischen Schutz der Infrastruktur gesprochen, die Cyber-Sicherheit wäre jetzt nochmal ein eigenes riesiges Thema.

aber mich würde jetzt noch mal interessieren Was ist eigentlich aus eurer Forderung geworden, ein Cyber-Hilfswerk aufzusetzen? Dass du analog zum technischen Hilfswerk operieren könntest. Ja das Cyberhilfswerk ist im Endeffekt dasselbe wie das technische Hilfswerken nur nicht im physischen sondern im digitalen.

Das heißt es gibt ja das Mobile Insulin Response Team oder die Teams des BSI die ausrücken wenn Cyber Hilfe benötigt wird bei kritischen Infrastrukturen und so wie's auch Fachexperten und Expertinnen aus Feuerwehr, Wettungsdienstpolizei usw. machen, da kommt das THW ja zur Hilfe und die haben einen bestimmten Anteil an ExpertInnen, die auch fest angestellt sind und das als THWler machen.

der Rest ist ehrenamtlich. also das Verhältnis ist ungefähr fünftausend Festangestellte zu achtzig tausend Ehrenamtlern. Und wir haben eben gesagt naja dasselbe Konzept könnte man im Digitalen tun wenn die Versorgung nicht mehr sichergestellt ist, dann kommen die mit zur Hilfe und unterstützen auch mit.

Dass man eine schnelle Verfügbarkeit wieder hinbekommt so wie das technische Hilfswerk ebenso behelbsbrücken gebaut hat im Arthal würde dann das Cyber-Hilfswerk mitunterstützen die Digitalisierung wieder ins Laufen zu kriegen dass der Versorgung sicher gestellt ist. Und dann muss den Rest wieder der Kritisbetreiber selber aufsetzen So wie es sein soll.

Das war die Idee dahinter und das ist im Moment auch in der Verprobung oder Aufsetzung im THW. Das wird ein eigener Bereich da, der seit anderthalb Jahren fast zwei Jahre in der Entwicklung ist und im Idealfall wenn alles gut läuft Anfang nächstes Jahr ist es ganz langsam in die erste Festphase-Wirk echt Betrieb geht und das dann kontinuierlich aufgebaut wird.

Also ein bisschen was bewegt sich dann also doch? Aber grundsätzlich finde ich mir jetzt überlege was du eben alles so erzählt hast. Da braucht man als Bürgerinnen und Bürger ja doch einiges an. Ja, Gott vertrauen dass schon nichts schiefläuft. Gerade noch nach diesem Schock der PHP-Sicherheitslücke letzte Woche die ja immer noch viele Websites betrifft.

was würdest du uns uns allen hier zuhören raten? Wie kann man sich im digitalen auch privat ein bisschen besser schützen. also erst mal Daten die ich irgendwo eingebe und ob das ein Messengers in einer Chatgruppe ob es eine Einzelperson ist oder auf einem Portal auf eine Webseite sind diese Daten erstmal extern händen Und damit übergebe ich auch den Schutz dieser Daten an mehr Menschen als nur mich selbst.

Wenn ich also Daten online irgendwo in Portalen habe, ich mache mal jetzt ganz drastisch, ja Partnerwörse dann hab' ich da meine Vorleben Bilder sonstiges eingegeben und wenn diese öffentlich werden, dann sieht jeder alles und nicht nur bestimmte Leute die nicht das gegeben haben. Genauso ist es mit meinen Gesundheitsdaten.

Wenn ich Psychologische Unterstützung brauchte, wenn ich urologische Hilfe brauchte weißer Kuckuck und diese Daten öffentlich werden dann steht das halt öffentlich da und jeder kann das nutzen. Wenn's mein Geburtsdatum ist, dann kann ich das niemals ändern denn es bleibt ja bis ans Lebensende und meine psychischen Gutachten auch.

Insofern sollte man sich das immer bewusst machen dass diese Daten nicht nur auf dieser einen Plattform, sondern übel sein könnten wenn die das nicht ordentlich schützen und dass ich dann gegebenenfalls bis ans Ende meiner Tage mit diesen Veröffentlichungen konfrontiert bin. Das heißt die Technologiefolgenabschätzung, dass das in zwei fünf zehn zwanzig sogar fünfzig Jahren vielleicht noch relevant haben kann für meine Kinder oder so sollte man sich vielleicht auch mal nochmal bewusst machen und sagen Naja Datenschutz und Datensicherheit ist gar nicht so blöd Vielleicht hat das doch ja ein Mehrwert Und es hilft natürlich auch in der Gesamtverantwortung selber zu sagen, was muss ich denn bevorraten um handlungsfähig zu bleiben ein Problem lagen.

Also beispielsweise einen aufgeladen Powerbank damit ich länger mit einem Handy agieren kann vielleicht paar Hygienartikeln bisschen Wasser und paar Dosen. Ich muss ja nicht gleich alles nach Striche und Faden machen so wie's das BWK seiner Notfallcheckliste empfiehlt. dass ist natürlich ideal. aber Alles was getan wird hilft Das kann man auch tun Bürgerinnen einer digitalen und auch analogen souverän Demokratie handlungsfähig zu bleiben, nicht vom Staat vorgegeben zu bekommen was man wie zu tun hat.

Und zuletzt wenn man auch Dinge positiv verändern möchte geht zu euren Abgeordneten eurem Wahlkreis die bieten Sprechstunden an und sagt denen was euch am Herzen liegt und was euch wichtig ist dass ihr eben nicht mass eine Überwachung wollt sondern echte Sicherheit das ihr Datenschutz und Datensicherheit in den Vordergrund gestellt haben wollt.

Und wie er denn gedenkt, dass oder die Abgeordnete das zu tun im Wahlkreis oder in der eigenen Partei? Erst wenn viele Leute auf die Zugehen merken, das ist ein Thema, das muss sich jetzt adressieren. Das hilft eben dann auch diese Dinge langfristig zu ändern. Herzlichen Dank Manuel Artuk! Schön, dass du im Podcast warst.

Danke sehr. Die Proteste in Frankreich reisen nicht ab. Seit Wochen gehen Hunderttausende im ganzen Land auf die Straße, um für bessere Bildung und gegen die hohen Lebenshaltungskosten zu protestieren. Worüber aber diskutiert wird in Frankreich auch hier – das sind vor allem die Ausschreitungen, die Randale, die es da gegeben hat vor allem am siebzehnten Oktober.

Dabei waren vorher die Schülerinnen und Schüler ganz friedlich schon seit September auf die Strasse gegangen! Ich freue mich dass ich mit der Frankreich-Korrespondentin Annika Jöres jetzt darüber sprechen kann. Hallo Annika Ja hallo bonjour Ja, alle sprechen nur noch über die Gewalt bei den Protesten.

Spielen die Forderungen der Schülerinnen und Schüler eigentlich überhaupt eine Rolle? Die Forderung ist natürlich ein bisschen in Hintergrund gerückt angesichts dieser... krasse emotionalen Bilder, die ja um die ganze Welt gelaufen sind. Eben von Krawallen, von Ausschreitungen, von Feuern in Radhäusern – das war alles sehr beeindruckend!

Aber tatsächlich liegt dem ganzen Jahr eigentlich so eine Art Jugendruvolte zugrunde. Die haben angefangen schon Mitte September im Kriterie an Vorort von Paris. Interessanterweise waren es eigentlich zwei Lehrer, die angefangen hatten und haben sich die Schüler solidarisiert. Und das hat sich weiterentwickelt zu einem Schülaprotest der Oberstufenschüler in Frankreich.

Und jetzt wird weniger über ihre Forderung gesprochen, obwohl ja selbst Politiker sagen okay die sind eigentlich ganz legitim was die da wollen. Die Schülerinnen und Schüler also das ist absolut nicht so revolutionär wie die Bilder erscheinen lassen. Also es geht denen ja darum dass die Klassen kleiner sind.

Die haben manchmal in Oberstufen Klassen von fünf dreizig bis achtnaßig neun dreißig Schülerinnen und Schülern, das die Tage kürzer sind. Sie haben ja teilweise bis achtzehn Uhr Schule was wir uns in Deutschland ja kaum vorstellen können? Genau es gibt ein paar Dinge wo ich häufiger denke. Ich habe auch zwei schulflächsige Kinder hier wo ich denke in Deutschland haben sie Schülerinnen oder Schüler tatsächlich besser.

Das gibt sicherlich auch viele kritikwürdige Gründe in Deutschland. aber in Frankreich ist der Schulalltag wirklich sehr hart. also weil es ja nicht in allen Regionen Lisees gibt, sondern häufig sehr große zentralisierte Lisee. sozusagen sind die häufig eine Stunde, anderthalb Stunden unterwegs um überhaupt da anzukommen und wieder nach Hause zu kommen.

Also die haben manchmal Tage verlassen um sechs oder dreißig das Haus und sind um zwanzig wieder da und haben dann noch Hausaufgaben. also deswegen ist das auch ein wichtiger Grund über den weniger gesprochen wird, weil ich glaube so in den erwachsenden Köpfen redet man schneller über Vertretungslehrer besser ausgestattete Gebäude, sicherlich auch wichtige Themen.

Aber den Schülerinnen und Schülern, das liegt auch so eine große Umfrage des Bildungsministeriums jetzt nahe ist. einer der wichtigsten Gründe sind tatsächlich diese wahnsinnig langen Schultage die keinerlei Freizeit mehr zulassen. also was du da beschreibst es gibt's natürlich schon sehr sehr lange.

Ist denn da etwas aktuell passiert oder vorgefallen dass die Proteste so zum Ausbruch gebracht hat? Ja, das ist ja immer überraschend. In Frankreich habe ich mir schon einige Jahre hier noch schon viele größere Protestbewegungen begleitet und häufig ist es dann im Nachhinein gar nicht mehr so ganz zu erklären wie das eigentlich so groß werden konnte und warum andere Anliegen die vielleicht ähnlich legitim erscheinen keine größere Welle machen.

also Die Gelbwesten war auch eine große Protestbewege. über viele Monate haben die Millionen Menschen auf die Straße gebracht und da ging es um eine Beziehpreiserhöhung um drei Cent ganz am Anfang. Dann gibt's danach auch noch mehr Beteiligungen usw.. Stimmung. Aber es waren ganz kleine Auslöser und ich glaube in diesem Fall kam schon einiges zusammen, also die hatten tatsächlich stichwort Gebäude-Sanierung sehr harten Sommer hinter sich.

Frankreich hat ja durchgängige Hitzewelle im vergangenen Sommer und viele haben ihre Abschlussklausuren oder ihre Zwischenklausur bei dreißig vierzig Grad teilweise in den Klassen schreiben müssen. Also sie haben richtig richtig gelitten unter diesen neuen Klimabedingungen. Karko Syb ist ja diese Online-Plattform, die dann die Abiturienten und Abiturennten auf verschiedenen Unis zuweist.

Bringt hier wirklich die Familien teilweise zur Holt krempfen? Das habe ich hier schon beobachtet wie betroffen sie davon sind weil sie bis zur letzten Sekunde nicht wissen wo ihre Kinder hinkommen, die teilweise als Simpsons enthehlen in Frankreich wenn sie Abitura machen. Und dann kommen sie am anderer Ende von Frankreich und haben keine Wohnungen möglicherweise gar nicht das Studienfach was sie interessiert hat.

also das ist ein Riesenthema schon seit vielen Jahren aber es wird halt sozusagen besser. Und was meiner Beobachtung nach jetzt auch noch dazu kann, dass sie sich jetzt so entladen hat ist auch glaube ich die Bedrohung oder Veränderungen wenn man so will durch KI. Vorher gab es in Frankreich schon immer diesen Drill nenn ich's mal, dieses relativ harte lange Schulsystem mit sehr vielen Prüfungen, sehr viel Stress und Druck.

also ich streng mich an aber am Ende winkt die Belohnung. Ich habe dann meinen Traumjob und ich hab gute Chance. Also eigentlich ist das Zukunft versprechen Das Zukunftsverschwecken, genau. Und das wird jetzt für diese Generation nicht mehr einglöst und es ist so unsicher geworden dass die denken ja okay jetzt löst die KI alle mathematischen Probleme.

also träume ich noch davon Mathematiker, Matheartigerin zu werden. Die ganzen hoch angesehenen Jobs sind jetzt unter Druck. So diese diese Kluft zwischen dem was dann versprochen wurde was abverlangt wird. Also kennt ihr jeder auch persönlich. man ist zu viel bereit sozusagen wenn man am Ende auch belohnt wird oder wenn man irgendeine Art von Wertschätzung oder Realisierung von Wünschen dafür erfährt.

Und das steht jetzt halt in Abrede gerade und ist, glaube ich so diese persönliche Erfahrung in Schulen, riesige Klassen heißen und dann keine sicheren Zukunftsaussichten. Das hat dazu geführt, dass diese Frustration einfach so groß war, dass sie sich über viele Wochen entlädt. Du hast da ja gerade ein sehr wichtiges Stichwort genannt – Wertschätzung!

Diese Wertschetzung ist ja das was Sie eigentlich haben wollen, was Sie aber bekommen von der französischen Regierung Das ist eher so eine Art Ignoranz. Also die Regierung hat die Proteste und der Schülerinnen und Schüler ja gar nicht ernst genommen. am Anfang, sie sprach von ferngesteuerten Schülern und Faulenzern Und auch Präsident Macron hat sich erst nachdem die großen Ausschreitungen waren überhaupt mit Schülervertretern getroffen.

Ist das diese Ignorance? Ist es vielleicht der Grund dafür dass die Protesty jetzt auch in die Breite gegangen sind Dass so viele Menschen sich solidarisiert haben? Also davon bin ich fest überzeugt, dass die falsche Reaktion oder die Nichtreaktion der französischen Regierung auf jeden Fall dazu geführt hat.

Dass es erstens über so viele Wochen weiter ging und das jetzt ganz viele andere Gruppen auch noch mit eingestimmt haben also Gewerkschaften, Gelbwesten, auch häufig Eltern oder Großeltern von den professionellen Schülern, die sagen ja was ist denn da los? Die haben legitime Forderungen und das Einzige was ihnen gegenübersteht sind hochgerüstete Polizisten!

ist letztlich auch dramatisch, weil das sind Schülerinnen und Schüler die zum ersten Mal in ihrem Leben demonstrieren. Und haben da nur dieses Bild von diesen Polizisten und PolizistInnen was natürlich wahnsinnig rumgegangen sind. dann auch die Bilder der verletzten Schülerinnen durch diese Polizeireaktion, die es einfach im Frankreich traditionell auch nicht schafft irgendwas zu deeskalieren oder irgendwie menschlich zu lösen mit diesem Minderjährigen.

sondern das ging da einfach... Auf Frontalkonfrontation, die Strategie der Polizei. Du warst ja auch ein paar Demonstrationen dabei? Hast du das auch so erlebt? und was für Gruppen, was für Menschen waren da noch dabei? Also ich war bei den Schülerdemonstration, die war ja noch ein bisschen kleiner. Das waren ehrenso Familien, also wirklich die Großeltern und die Eltern und Onkel- und Tanten, die auch teilweise gekommen sind um ihre Kinder vor der Polizei zu schützen.

Also stand auch das hier auf den Plakaten drauf und deswegen glaube ich ist es nicht nur dass es nicht sonderlich menschlich ist die Polizei da so Lust zu schicken auf die Minderjährige was auch strategisch absolut unklug sozusagen diese Reaktion als Einzige zu zeigen weil dadurch haben sich dann eben sehr viel mehr Leute solidarisiert.

Also es waren eben diese Eltern, es war ja aber auch viele Lehrerinnen und Lehrer Auch Schulrektoren haben sich solidarisiert, dann kamen die Studierenden dazu. Jetzt sind ja auch immer noch sehr viele Universitäten geschlossen also entweder von einer Verwaltung geschlossen worden als so eine Vorsichtsmaßnahme oder von Studierendem blockiert dass da niemand mehr reingehen kann oder das auch keine Kurse stattfinden oder nur Onlinekurse.

Das war sozusagen die zweite große Gruppe. und dann zu diesen Großdemonstrationen die er dann auch beim ersten Mal zumindest so ausgeartet kamen dann noch, wie soll ich sagen ja tatsächlich die frustrierten der vergangenen Jahre auch noch dazu. Das fällt ja alles nicht vom Himmel. das ist mir immer sehr wichtig zu betonen dass so einem gewaltvollen Tag wie am siebzehnten Oktober nicht über Nacht kommt und an so vielen verschiedenen Orten es war ja nicht ein Mob der sich da einfach so gebildet hat sondern es war landesweit hat sich da sowas entladen, was eine lange Geschichte hat.

Die Gelbwesten gab es ja, hab ich schon gesagt, in Millionenbewegung bei den letzten achtzehn und neunzehnt die auch keine Antwort bekamen von Macron. also es gab ein Erhöhung des Ministerlohns aber sie wollten ja noch viel mehr, sie wollten noch mehr Mitbestimmung, Referenten haben beispielsweise und am Ende war er dann die Idee von Macron.

okay ihr dürft das alles in so Konsolenzbücher schreiben und da wird das politisch ausgewertet und daraus machen wir dann eine politische Aktion. Die hat nie wieder jemand angeguckt diese Bücher Gefroße, die waren dann auch gestoppt von der Corona-Pandemie. Aber das war so eine Bewegung, die nie einen politischen Ausweg gefunden hat.

Also im Grunde eine ähnliche Reaktion? Es gab einfach keine Wertschätzung! Die wurden auch nicht wertgeschätzt. Genau es ist ganz interessant was ja einer ihrer Slogans weiß. Ornela, das heißt wir sind da also gehört uns mal zu Wir werden nicht berücksichtigt. Das waren ja eine Bewegungen meistens aus Geringverdienern, Lastwagenfahrer waren viele dabei oder so Lieferanten.

Die waren eben jetzt auch wieder dabei und das ist sozusagen. deswegen ist es wichtig nochmal ganz kurz in die Geschichte zu gucken, die waren wieder dabei weil ihre Forderung nie erfüllt oder richtig diskutiert wurden im Laufe der Zeit. Situation hat sich auch verschlechtert. Es ging ja auch um Kaufkraft also es ginge auch um die hohen Preise an diesen beiden Wochenenden und dann kam noch eine dritte größere Gruppe auf wieder hinzu.

Das waren dann die frustrierten von den Rentenprotesten. Darauf gab es ja auch so eine Million Demonstrationen oder Kritikwelle, im Jahr zwanzig gegen Rentenreform von Emmanuel Macron. Er wollte die Rente von zweiundselzig auf sechstierzig Jahren erhöhen – ich weiß das klingt aus deutscher Sicht immer harmlos!

Aber er hat halt damals auch seinen Versprechen gebrochen und wollte eigentlich ein anderes Rentensystem. Und er hat auch dazu keine Antwort gefunden. Er hat das einfach durchgezogen und noch nicht mal im Parlament abstimmen lassen sondern hat das dann mit einem Sonderparagrafen neunvierzig Punkt drei.

durchgeboxt. Und das waren alles so die Bewegungen der vergangenen Jahre, die jetzt alle zusammen kamen oder immer noch zusammen kommen. tatsächlich ist es ja nicht vorbei. Wir kommen dann. Samstag sind wieder große Demonstration im ganzen Land angekündigt. aber was du gerade geschildert hast? Das ist doch dann eine unheimlich breite Bewegung!

Was steht denn da auf den Transparenten oder was sind die Hauptforderungen wo sich alle darauf einigen können? also gibt's überhaupt einen gemeinsamen Nenner? Es hat sich ein bisschen gewandelt. also am Anfang ist natürlich tatsächlich auf den Plakaten vor allem um den Schulalltag, die schlechten Gebäude, Parcours Syb.

Also diese Studienselektion, sag ich mal... Die gab's auch immer noch am vergangenen Samstag. aber jetzt kamen noch viele Sachen dazu. wie eine Frau hatte geschrieben Ich hatte Angst zu demonstrieren. deswegen bin ich heute hier. Dieses Mantra-Song habe ich auf ganz vielen Plakaten wieder gefunden weil natürlich jetzt Macrons Reaktion auf diesen ersten Krawallsamstagen war dann Demonstrationsreaktionen einzuschränken.

also in ganz vielen Städten zum Beispiel Zvaizillion durfte gar nicht demonstriert werden. Auch in anderen, was stark eingeschränkt oder die üblichen Arschrouten von der Demonstration. Die Franzosen ja sehr geübt drin, wo sie normalerweise lang laufen wurden verändert und abgesagt. Die Demonstraktion in Paris wurde in letzter Sekunde nochmal umgelegt, umso erstaunlicher das hier trotzdem so groß war.

Also das kam jetzt noch als Forderung hinzu sozusagen des Demonstrationsreichs zu stärken und deswegen auf die Straße zu gehen. Ich lass es mir nicht nehmen Kaufkraft, genau. Bleibt auch ein großes Thema. Das ist ja häufig von den Gelbwesten, dass sich das Leben nicht mehr leisten können und der Mindestlohn erhöht werden muss.

Auch was die Gewerkschaft hier fordern als erstes Zeichen, dass Macron dem Mindestlohn erhören will. Aber Macron ist jetzt nur noch sechs Monate im Amt? Was soll da politisch groß passieren? oder ist es eher so, dass es wirklich schon um den Präsidentschaftswahlkampf geht im nächsten Jahr? Es ist natürlich so, dass diese Bilder von Brandlegungen und Plünderungen.

Das war jetzt tatsächlich praktisches Futter für Marine Le Pen, die rechtsextreme. Die steht ja in den Umfragen ohnehin schon sehr hoch und hat auch nach diesen Krawallen noch mal zugelegt genauso wie der Radiker linke Jean-Luc Mélenchon. Da steht natürlich zu befürchten weil diese Bilder sind natürlich immer sehr eindrücklich wenn man selbst vor Ort ist.

das natürlich nur ein kleiner Ausschnitt. Man läuft dann ganz normal auf der Demonstration mit, alles ist friedlich. Die singen und die tanzen sind ja sehr fröhliche Veranstaltungen in Frankreich. diese Demos normalerweise Und den Seitenstraßen geht es dann sozusagen rund. Das klingen aber die meisten da gar nicht mit wenngleich auch am siebzehnten Oktober ist das ja tatsächlich komplett ausgeartet in verschiedenen Städten insbesondere auch in Marseille.

Aber ja! Die erste Nutzenießerin dürfte fürchte ich erstmal Marine Le Pen sein, die auch sofort dann ausmacht. Das wären sozusagen die Horden aus den Vorstätten, die dafür verantwortlich sind. Also da gibt es jetzt auch sofort so eine Stigmatisierung, die da abläuft. Aber ihrer Erzählung dass das die Migranten waren und die Linke, die den Mob aufgestachelt hat?

Das wird ja von vielen Menschen sehr gerne aufgegriffen. Ich kenne das ja auch von Social Media, wenn ich da so etwas pose, dann kommt der aus sofort irgendwie so. Ja aber man sieht es ja auch, dass waren irgendwie die migrantischen Zuwanderer, die dazugeschlagen haben oder so und das ist halt wirklich ein schräges Bild.

Es gibt ja schon die ersten Berichte von den Gerichtsverfahren wo die Leute im Schnellverfahren sozusagen verurteilt wurden. Da wurden ja wahnsinnig viele tausende Leute festgenommen am ersten Gradtag Und das sind halt ganz häufig Ganz unpolitische Leute, also nicht die Linksradikalen. Die machen die ganze Zeit beschwörte das Land in den Arsch legen wollen.

Das ist komplett absurd. Die meisten von denen, die geplündert haben waren sehr jung und ziemlich armen. Einige aus den Vorstellungen, aber auch nicht alle sind noch nie irgendwie auffällig geworden und rennen plötzlich mit ein paar Tonschuhen daraus. Ich bin es gar nicht verhabelosen, da gab's auch wirklich sehr gewaltige Täter darunter.

Aber wenn man diese Prozesse liest, dann denkt man ja das waren auch sehr viele was ja auch interessant ist sozusagen welchen Gruppenlinamik entsteht. Waren auch sehr viel darunter. die haben diese Glegenheit genutzt und sind dann damit eingebrochen oder mal mitgehen lassen oder so. Und waren eher apolitisch.

also im Gegensatz zu denen die auf der Demonstration waren, war das nicht unbedingt Leute die jetzt eine brische Vision verfolgt haben? Das lässt sich zumindest so aus diesen ersten Prozessen absolut nicht ablesen. Aber die Erzählung kält sich hartnäckig, dass Jean-Luc Mélenchon also der radikale Linke und seine Partei la France en Soumise hinter diesen Protesten stünden, das sie auch die Schülerproteste schon unterwandert hätten.

So derselbe Vibe kommt ja jetzt aus der Berliner CDU, die sagt, wir werden von links radikalisch unterwandert, die Protestbewegung der Schülerinnen und Schüler – und es ist einfach nicht wahr! Es stimmt schon, dass die Linke in Frankreich sich als erste solidarisch gezeigt hat und sich davor die Schulen gestellt hat.

Aber die meisten sind unbriechig. Es sind vierzehn, fünfzehn und sechzehn Irige. Die haben möglicherweise von Mélenchon noch nie was gehört sondern die erzählen von ihrem Schulalltag. Da gibt es keine Verbindung zu parteilen. also das ist wirklich so eine Art Verschwörungstheorie wenn man so will dann zu behaupten die werden jetzt alle da unterwandert.

Nee das sind Leute die unter dem Schulalltag leiden oder zumindest das kritisch sehen und sie deswegen protestieren. Du hast aber eben auch gesagt dass Jean-Luc Mélenchant von der Krise extrem profitiert hat. Er hat von diesen Schüler- und Studierenden-Protesten profitiert. Wenn man so willstrategisch genutzt, weil er war halt der erste, der auch immer zugegen war, also seine Abgeordneten.

Und Partei K da nenn ich es mal... Die waren halt vor Ort ne? Die waren an den Listeis selbst und haben sich solidarisiert mit den Studierendeinnen und den Schülerinnen und Schülern. Das ist eine Gruppe in der der wahnsinnig hohe Zustimmung wäre. Da glaube ich vierzig Prozent Marine Le Pen und halb so viele.

Er ist bei den Jüngeren, obwohl er ein relativ alter Mann ist, ganz weit vorne. Der erste Teil der Demonstration hat ihm geholfen. Der zweite Teil wird es offensichtlich in den Umfragen erlöpnen, wobei mehr oder weniger hochgeblieben ist. Und sie hat noch mal eins, zwei, drei Punkte dazu gewonnen. Das heißt beide extreme Kandidaten, die in sechs Monaten antreten werden haben profitieren von der Situation?

So kann man's auf jeden Fall ausdrücken ja! Und währenddessen gehen die Demos weiter. Die Bewegung ist ja auch schon übergeschwappt in andere Länder, also in Belgien, in Spanien und Portugal. In Italien gehen die Studierenden auf die Straße. Wie groß die Proteste hier werden in Deutschland? Ist noch völlig unklar!

Das wäre natürlich ein spannendes Thema, über das wir reden könnten, die Protestkultur zu vergleichen in den beiden Ländern. aber die Zeit ist langsam um. deswegen würde mich jetzt als letztes noch eine Prognose interessieren von dir. Die Regierung hat den Schülerinnen- und Schülern jetzt wohl Angebote gemacht.

Das reicht denen nicht. Werden die Proteste jetzt bis zu den Wahlen in sechs Monaten weitergehen? Oder siehst du da eine Chance, dass da noch ein Dialog-Engang gesetzt wird? Also das ist sozusagen ganz friedvoll wird... Das sehe ich tatsächlich absolut nicht. Also wir haben ja auch einen sehr polarisierten Wahlkampf vor uns, Leute in den Umfang sind eben der Radiker Linke und die Rechtsextreme möglicherweise im zweiten Wahlgang.

das ist natürlich eine wahnsinnige Polarisierung und Herausforderung für die ganzen französischen bürgerlichen Parteien oder die kreisonellen Parteien Wenn das zu diesem Duell kommt, und der Wahlkampf pängt ja gerade erst an. Marine Le Pen hatte erst jetzt nach dem zweiten Demonstrationssamstag ihren Wahlkampf eröffnet.

es geht eigentlich jetzt erst los Und natürlich werden diese Ereignisse eine größere Rolle spielen und die Politikvorstellungen sind so unterschiedlich und die Wut tatsächlich auch Die ist wirklich sehr groß. ich wohne selbst in einem Dorf dass mehrheitlich Le Pen wählt leider Und das spürt man einfach, wenn man hier mit den Leuten spricht.

Dass diese Wut auf dieser Regierung so wahnsinnig groß ist. Das heißt ich glaube alle diese Vertreter von Macron die jetzt noch so Kandidaten sind werden es sehr schwer haben und deswegen glaube ich dass er dieser sehr polarisierte Wahlkampf sein wird vor dem Hintergrund dieser Bilder dieses Frust der großen Schülerproteste.

Die haben diesen Wahlkanzel nochmal befeuert bevor überhaupt richtig angefangen hat. Also ich rechne eher mit sehr auffühlenden Monaten tatsächlich. Ganz herzlichen Dank, Annika Jürus! Sehr gerne! Die Ozeane sind unsere Lebensgrundlage. Sie bedecken fast drei Viertel der Erde, nehmen Wärme und CO² auf und bremsen so den Klimawandel.

Aber inzwischen leiden sie selbst – sie werden immer wärmer Mit Folgen für uns alle. Wir seh'n die Ozeanne und unser Klima zusammenhängen Zeigen zwei Beispiele El Nino in Pazifik und der sogenannte Golfstrom im Atlantik. Über beides spreche ich jetzt mit dem Wissenschaftsjournalisten Nick Reimer. Hallo, Nick Reimar!

Guten Tag! El Ninho – das bedeutet auch Christkind. So haben Fischer in Peru vor hunderten von Jahren einen Wetterphänomen genannt, dass alle drei bis sieben Jahre so im Dezember immer im pazifischen Ozean auftauchte. Das sind immer die Jahre, in denen der Wind sich drehte und ihre Netze leer blieb. In diesem Jahr Was ist das genau?

Das Wasser, was sich erwärmt vor der südamerikanischen Küste wird nicht abtransportiert. Es wird dort so stark, so warm, dass das Plankton abstirbt. D.h., die Fische, die Fischschwärme fallen aus und ziehen in andere Regionen, wo es noch Futter gibt. Wenn der Wasser- und Windkreislauf aus dem Gleichgewicht ist, dann gibt's nicht nur weniger Fische sondern im gesamten Pazifikraum extremeres Wetter.

Kann man das da jetzt schon beobachten? Also was wir jetzt schon sehen ist, dass die Regenfälle im asiatischen Raum zugenommen haben. Vor der Küste Japans hat es jetzt irgendwie vier Wochen und Unterbrochen lang geregnet. Gleichzeitig gibt's Dürre in manchen Teilen von Indonesien. Wir haben dort gerade schwere Waldbrände.

also weite Teile Südostasien sind mit einer dicken Wolkendecke eine Feuerdecke bedeckt. Die Leute vor Ort merken, hier stimmt was nicht und wir werden es wahrscheinlich im Januar Februar merken. Denn das wird Einflüsse bis nach Europa haben. Das wäre meine nächste Frage tatsächlich Wie merken wir das?

Also wird sich das auf diesen Pazifikraum beschränken oder hat das auch folgen auf uns? Das hat weltweit Folgen. Die Meteorologen können im Moment noch nicht genau vorhersagen, wie das sich auf Mitteleuropa auswirkt. Das dauert noch ein bisschen aber wir haben es beim letzten El Nino' XXIII und Vierundzwanzig gesehen, dass beispielsweise die arabische Halbinsel die Wüste dort plötzlichen Meter unter Wasser stand.

also da wo's eigentlich nie regnet hat plötzlich so viel geregnet, dass ein Meter Wasser dort stand. Es gab Dürre in den USA Überschwemmungen in Afrika Da gerät was auseinander. Also viele sind ja noch Prognosen, aber was man ja schon weiß ist dass der Pazipik sich in diesem Winter schon sehr stark erwärmt hat.

und was bedeutet das für die Ausmaße oder die Stärke des El Nino dieses Jahr? In diesem Jahr ist ein El Nio zu erwarten, der besonders heftig ist. nach Erhebung der Welt mit Orologieorganisationen ist zum Beginn des dortigen Frühlings der Ozean mittlerweile drei Grad wärmer als normal. Im Vergleich zum Höhepunkt der letzten El Nino-Saison war es insgesamt drei Grad.

Wir sind jetzt aus dem Anfang und im Prinzip ist das Musik, also wärmer werden das Wasserkant besser verdampfen. die Atmosphäre wird sozusagen mehr getränkt mit Regen, mit Feuchtigkeit und das bedeutet dass die Wetterereignisse eben extremer werden weil mehr feuchtigkeiten in der Atmosphere oder mehr Durchschlagskraft Das hat weltweite Auswirkungen.

Das beeinflusst den indischen Monzoom, das beeinflußt den Regen in Afrika. Wir haben jetzt schon eine Dürre in Somalia. Die UNU hat gerade vor einer Hungersnot mit mehreren Millionen Menschen gewarnt. Also der Gerät war es aus dem Takt und durch den Klimawandel wird es leider immer heftiger. Aber kann man das denn sehen?

Ist die Endlion wirklich immer stärker geworden im Lauf der Jahrzehnte? Es gibt immer neue Studien, die das noch mal belegen. Weil wissenschaftlicher nie sicher ist. eine gelöste Frage wirft in der Regel zwei neue Fragen auf. Aber dass El Nino sich verschärft In seiner Art, in seinem Auswirkung Das Belegen zum Beispiel Statistiken über die Schäden.

Also die Versicherer haben mittlerweile eigene Forschungsinstitute gegründet, die sich angucken wie der Klimawandel ihr Geschäftsmodell beeinflusst. und sie sehen ganz klar mit zunehmender Zeit, mit zunemten Erwärmen der Ozeane steigen die Schartensraten. Und deshalb ist das eben auch in der Wirtschaft mittlerweile zumindest in Teilen der Wirtschaft angekommen.

und selbst sind ja auch Teile der Wirtschaft klüger als die Politik und fordern etwas gegen den Klimawandeln zu tun. Also das Phänomen El Nino gibt es ja nun wirklich schon lange. Ist denn der Zusammenhang zwischen Klimawandel und El Nio auch wissenschaftlich inzwischen belegt? Es ist ein natürliches Wetterphänomen, was aber durch den Klimawandeln verstärkt wird.

Eine Studie kam gerade zu dem Schluss, dass bislang die Heftigkeit und die Amplitude des Systems sich um dreißig, fünfunddreißig Prozent verstarkt hat. In der Studie ging es um die Gegend, um Galabagos. Sowas wie die Frühwandzentrale und die Wissenschaftler haben sich dort in Kalkablagerung quasi mal angeguckt, wie sich die Wassertemperaturen, die Wasserzusammensetzung entwickelt hat – das kann man mittlerweile sehr gut!

Und diese sind eben zu dem Ergebnis gekommen dass der Klimawandel El Nino um thirty-fünf Prozent heftiger gemacht hat. Also eigentlich brauchen wir gar nicht in den Pacific zu schauen, auch hier spüren wir ja die Folgen des Klimawandels. Wir hatten jetzt gerade den heißesten September seit Beginn der Aufzeichnung und bei uns wird das Meer immer wärmer.

Mittlerweile ist es so dass unsere Nordsee, unsere Ostsee, das Mittelmeer komplett andere Gewässersinn als noch vor der Zeit des Klimewandels. also während früher im Jahr in der Nordsee gefangen wird, sind wir mittlerweile dabei, Sardellen in der Nordsee zu fangen. Einfach weil durch die Erwärmung andere Fische sich ansiedeln?

Andere Fische haben sich angesiedelt und die Herringe brauchen Minusgrade für ihre Fortpflanzungen oder zumindest sehr geringe Temperaturen. Die finden sie in der Nordsee nicht mehr, die sind weiter nach dem Runden gezogen und wärmerliebende Orten sind eben nachgekommen. Das heißt, wenn man genau hinschauen würde hätte man das schon auch viel deutlicher sehen können.

Die wenigsten Menschen sind als Fischer unterwegs oder als Experten unterwegs aber die Experten sehen das natürlich und das Bundesamt für Metrologie oder Schifffahrt führen eine Statistik über die Fangquoten. an diesen Statistiken kann man genau angucken wie sich dieses Meer verändert hat. Todwassergebiet der Welt.

Da gibt es also eine Gegend so groß wie Hessen, da gibt's kein Sauerstoff mehr in der Ostsee und das hat einerseits was mit Überdüngung zu tun aber andererseits eben auch etwas mit steigenden Temperaturen denn die Algen können sich dort sehr gut vermehren und wenn Algen sich gut vermehrten dann entziehen sie dem Wasser Sauerstoffs und wenn kein Saurostoff mehr da ist dann ist Leben für Fische oder Kappen oder Igel schlechterdings nicht mehr möglich.

Das Beispiel zeigt natürlich sehr gut, dass diese Erwärmung der Ozeane wirklich auch überall vorkommt. Also auch der Nordatlantik hat zum Beispiel in den letzten Jahren immer wieder Temperaturrekorde gebrochen und dort im Atlantik hängt unser Wetter von einem riesigen Strömungssystem ab dem Golfstrom.

Fachleute sagen Amok kann man das vergleichen also die Erwährmung des Atlantiks genau so eine Auswirkungen auf diesen Golfstrom wie im Pazifik auf den El Nino? Nein an der Stelle ist es etwas anders Sagen die Golfstrom zu dem System, also es geht um Amok aber Golfstrom ist sozusagen der gängliche Name.

Der wird angetrieben durch eine spezielle Dichte von Salzwasser. Wenn Wasser kalt und sehr salzig ist hat's eine höhere Dichte und fällt in die Tiefe und zwar bis zu viertausend Meter in die tiefe im Nordatlantik im arktischen Ozean Nordatlantik, also rings um den Nordpol etwas südlich von Grönland. Da sind die Stellen wo dieser Amok angetrieben wird und aus der Karibik zieht der Golfstrom quasi warmes Wasser Richtung Norden Und bei seinem Weg verdampft quasi warmes Wasser an der Oberfläche, wird dadurch salziger, kühlt sich ab und fällt dann nach unten.

Wenn jetzt Grönland abschmilzt – das ist ein Prozess, der eben leider bereits begonnen hat – dann verdünnt sich das Wasser! Wenn die Ozeane wärmer werden können sie nicht mehr so viel Salz speichern. Das heißt dieser Antrieb dieser Umweltspumpe verliert an Kraft. Wenn man sich die Welt gerade anguckt, überall auf der Welt ist es wärmer geworden außer an einer einzelnen Stelle nämlich südlich von Grönland.

Da ist es kälter geworden und zwar deshalb weil diese Armock dieser Goldstrom einfach mittlerweile am fünften bis zwanzig bis dreißig Prozent Kraft verloren hat und eben nicht mehr so viel Wärme in den Noten zieht wie nötig wäre um quasi dieses gesamte Goldstromsystem am Leben zu halten. Es gibt ein Teil dieses Systems, der Südpolarwirbel.

Da warnt die Wissenschaft davor das in zehn Jahren Schluss ist und wenn das passiert können wir uns hier in Deutschland gar nicht vorstellen was das für Auswirkungen auf uns hat. Okay wie sehen das aus? Also die Wissenschaft warnt davor dass es bis zu fünf Grad kälter werden könnte im Winter beispielsweise.

Das Landwirtschaft, wie wir es heute kennen, dass die dann nicht mehr möglich sein wird. Dass sämtliche Gebäude, sämtsliche Heizungen, die wir hier haben, die für mittel-europäisches Klima ausgelegt sind, dann im Prinzip im falschen Breitengrat stehen? Wenn wir uns mal die andere Seite des Atlantiks angucken... Dann kommen wir von der Höhe Hannover ungefähr auf der Höhe Neufundland raus.

Das ist sozusagen die Gegenseite, die kalte Seite der Amok. während in Norwegen beispielsweise Landwirtschaft möglich ist gibt es auf Island gerade noch so zwei Meter hohe Bäume und auf derselben Höhe auf Grönland wächst praktisch nichts mehr. Und das würde sich auch verschieben dann quasi? Das verschiebt sich dann, weil uns dieses Wärmeband eben nicht mehr ausreichend Wärmen nach Europa bringt.

Die AMOC, also der Golfstrom transportiert ungefähr so viel Wärmung nach Europa wie die Menschheit insgesamt eine Energie auf der Welt verbraucht und dieses System sind wir gerade dabei so in Gefahr zu bringen, dass da unreparabel etwas zusammenbricht. Aber letztlich ist doch die Erwärmung die Ursache dafür?

Natürlich! Grönland ist jetzt schon vier fünf Grad wärmer. Ich habe gerade mit einer Wissenschaftlerin vom Alfred Wegner-Institut über diesen grönländischen Sommer gesprochen. Die hat gesagt Da ist in so kurzer Zeit die Temperatur so stark angestiegen das dort eine Schmelze eingesetzt hat, die sie selber noch nicht erlebt hat.

Grönlands gilt auch als Skip Elements. Man kann das ganz gut mit dem Wandern in die Berge vergleichen, wer in die berge wandern geht. Der packt sich ein Pullover ein weil er weiß oben auf den Berg ist es kühler als unten im Tal. Beim gründländischen Eispanzer ist es genauso. der ist drei tausend dreihundert Meter hoch in der Spitze und wenn der oben anfängt zu schmelzen dann fällt diese spitze nach unten immer wärmer Schichten.

Das heißt wenn der Prozess einmal anfängt sie können nie wieder aufhalten. Wenn Grönland abschmilzt, steigt der Meeresspiegel um sieben Meter. Empten liegt ein Meter hoch.". Das sind natürlich jetzt wirklich düstere Aussichten. Wir haben jetzt viel über die Ozeane gesprochen, über die Erwärmung der Meere und auch der Erde.

Und ich frage mich sehr oft in letzter Zeit, warum diese Themen eigentlich nicht mehr so in unserem Bewusstsein sind? Also ich glaube schon dass sich die Fachkraft an der Supermarktkasse nicht unbedingt in ihrer Freizeit mit solchen Problemen beschäftigen möchte, zumal wir ja gerade mit Krisen unseren Alltag geplastert haben.

Was ich aber sehe ist dass wir als Gesellschaft zu wenig uns im Klaren wären wie groß das Problem ist! Wir sind gerade bei einer Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Wenn wir das Fünf-Grad-Ziel halten wollen, dürfen wir nicht mehr Emissionen in die Atmosphere blasen, sondern wir müssen Kohlendeoxid aus der Atmosphäre wieder rausholen.

Man sagt ungefähr vierhundertzwanzig, vierhundertfünfundzwanziger, das entspricht so einen Fünf Grad. Das heißt alles was wir jetzt rausblasen muss wieder eingefangen werden. Die einst Komma. fünf Grad sind eben wichtig damit Kippelement wie die Amok, wie das grönländische Eis schild. Es gibt siebzen solche Kippelemente, damit diese Kipp-Element verlässlich stabil bleiben und nicht anfangen unser System unserer Klimasystemen weltweit so durcheinander zu bringen dass es irreparabel Folgen gibt.

Das heißt wir müssen uns im klaren sein das Debatten über ein Verbrenner aus nicht im menschlichen Interesse sind, sondern einfach nur im Sinne von Lobbyisten. Wer heute Gaskraftwerke baut, der will nicht dass unser schönes Leben hier im Land irgendeine Zukunft hat? Wer heute noch gegen einen Tempolimit argumentiert?

Der hat keine Ahnung davon wie ein Leben jenseits des Klimawandels aussehen wird. Wir werden Flüchtlingsströme bekommen, die können wir uns noch gar nicht vorstellen weil eben fünfzig Grad im Schatten in Indien das ist auf Dauer nicht lebbar. Da funktioniert keine Landwirtschaft mehr da funktioniert kein Zusammenleben mehr.

das führt zum wirtschaftlichen Zusammenbruch. also es ist glaube ich an der Zeit dass sich Jeder hier im Land dafür einsetzt, dass die Politik das Klimathema nicht weiter hinten runterfallen lässt. Sondern dass sich Politik dafür stark macht, dass wir endlich den Pfad in die emissionsfreie Zeit einschlagen.

Wir kennen den Weg und wissen wie es geht. Wir haben die Technologien. Das Einzige was wir noch nicht haben ist die Deutungshoheit Die Kraft, die Lobbyisten so in die Schranken zu weisen. Das wird die Zukunft wirklich gestalten können. Herzlichen Dank Nick Reimer! Sehr gerne. Ja viel Schade, Anne-Britt und Ferdinand.

die Podcastzeit ist ja schon wieder rum. Planet ihr eigentlich schon das nächste Fest? Das nächste Fest? noch nicht aber das nächste Heft. Und im nächsten Heft haben wir aber sozusagen eine Verbindung bei Klaus Legge. wie wird über das Ergebnis der Zwischenwahlen in den USA schreiben und die Weiterungen, die es haben wird.

Genau und wir werden auch noch einen Text zur anderen wichtigen Wahlen haben, nämlich zu den in Brasilien. Und da wird es um die Perspektiven für Die Linke nach der Wahl gehen. Also freut euch alle auf das Novemberheft und auf das Dezemberheft! Und natürlich auf das super Abo. Ja dann bleibt mir nur wie immer erstmal Danke zusammen, danke an alle die zugehört haben und natürlich an euch beide an der Brett- und Ferdinand dass ihr mitgemacht habt.

Gerne. Danke dir Karin für die untervolle Moderation und bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten mal. Tschüss tschüß.

0:00 / 0:00