
Rechtsruck in Deutschland, Schutz für die Artenvielfalt, Pazifisten im Krieg
Freitag, 2. Oktober 2026 · 1 h 05
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Shownotes
Blätter-Podcast | 2. Oktober 2026
Nach den jüngsten Landtagswahlen wähnt sich die AfD als künftige Regierungspartei – nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch im Bund. Wie das mit der Schwäche der Volksparteien zusammenhängt und wie gefährdet die Demokratie tatsächlich ist, darüber spricht Albrecht von Lucke.
Wie die AfD Sachsen-Anhalt autoritär umbauen könnte, analysiert Ruth Hoffmann. Kulturpolitik dient den Rechtsextremen dabei als Mittel, ihr völkisches Weltbild zu verankern.
Die Gefährdung der Artenvielfalt wird oft unterschätzt, ist für die Menschheit aber mindestens ebenso bedrohlich wie die Klimakrise. Wie die Biodiversität geschützt werden kann, erläutert Heike Holdinghausen.
In Deutschland hadern Linke und Pazifisten mit der militärischen Unterstützung der Ukraine. Dort aber dienen selbst Antimilitaristen in der Armee. Wie das zusammengeht, erklärt Steffen Vogel.
Moderation: Karin Gothe, Albrecht von Lucke und Steffen Vogel
(00.00) Begrüßung und Lesetipps der Podcast-Redaktion
(05.49) Albrecht von Lucke: AfD vor der Hegemonie: Die Disruption der CDU (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/afd-vor-der-h…) (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/afd-vor-der-h…))
(19.43) Ruth Hoffmann: Ausgrenzung und Abwertung: Deutsche Kulturpolitik à la AfD (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/ausgrenzung-u…) (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/ausgrenzung-u…))
(34.47) Heike Holdinghausen: Schutz der Artenvielfalt: Ein ungleicher Kampf (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/schutz-der-ar…) (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/schutz-der-ar…))
(48.54) Steffen Vogel: Pazifisten im Krieg. George Orwell, Maksym Butkewytsch und die »unnormalen Allianzen« (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/pazifisten-im…) (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober/pazifisten-im…))
(01.03.00) Ausblick auf Heft 11/2026
Alle Texte der aktuellen Ausgabe findet Ihr hier: (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober) (blaetter.de/ausgabe/2026/oktober))
Titelfoto: (c) IMAGO / Chris Emil Janßen
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Der Tiefschlag ist es für die CDU. Sie hat so deutlich mit diesem Wahlsieg der AfD die Dominanz im rechten Spektrum verloren, wie es davor eigentlich nicht denkbar gewesen wäre. Und natürlich geht es der AfD in erster Linie darum, die NS-Zeit und die Erinnerung an die NS Zeit abzuräumen zu Gunsten einer aus ihrer Sicht rumreichen guten deutschen Geschichte.
Industrielle Landwirtschaft laugt Böden aus und vernichtet Artenvielfalt. Wir vernichten praktisch unsere eigenen Grundlagen, wenn wir diese Arten-Vielfalten nicht schützen." aus dem Oktoberheft. Rechtsrück mit Folgen, der Blätterredakteur Albrecht von Lückel nennt die jüngsten Wahlerfolge der AfD eine historische Zäsur.
Einenundachtzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wird möglicherweise eine rechtsradikale Partei weder einen deutschen Landtag regieren. Die Wahler folgende AfD bei den letzten drei Landtagswahlen dürzt nicht nur die alte Volkspartei CDU CSU in die tiefste Krise ihrer Existenz sondern zeigen auch wie sich unser Politikverständnis verändert Mit Kulturpolitik an die Macht.
Die Historikerin Ruth Hoffmann zeigt wie die AfD in Sachsen-Anhalt mit Bildung, Kunst und Erinnerungspolitik den Boden bereitet für ihre rechtsradikale Agenda. Artenvielfalt und Lebensqualität – die Tatsredakteurin Heike Holdinghausen erklärt warum Biodiversität auch für die Landwirtschaft überlebenswichtig ist aber die Agrarlobby trotzdem internationale Vereinbarungen ausbremst.
Pazifisten im Krieg. Der Blätterredakteur Steffen Vogel beschreibt einen Gewissenskonflikt, der aktuell viele Linke umtreibt. Sie sind zwar Pazipisten aber auch solidarisch mit der Ukraine die um ihre Existenz kämpft. Am Beispiel von George Orwell zeigte er wie man als linker Anti-Militarist diesen Widerspruch aushalten kann ohne den Krieg zu verherrlichen.
Ich bin Karin Gote und ich freue mich das Allbrecht von Lucke und Steffen Vogel Die beiden aus der Blätter redaktion heute im Podcast dabei sind. sie moderieren mit Und sie sprechen auch beide gleich über ihrer Artikel im Heft. Hallo ihr beiden. Hallo Karin! Hallo, grüß dich. Ja schön mit euch hier zu sitzen und wir sprechen gleich Albrecht aber vorher haben wir natürlich wieder Lesetipps für unsere Hörerinnen und Hörern.
Was kannst du noch als Artikel im Oktoberheft empfehlen? Naja, ich empfehle und das will der Zufall. Dass es das Heft ist bevor wir jetzt unsere siebzig Jahre Feier begehen. also einen krönen Abschluss haben in diesem Heft oder einen Text In diesem Falle von Naomi Klein. Das kam uns wie gerufen und gemeinsam diesmal oft schreibt sie alleine mit einer Kollegin Astra Taylor.
Und zwar ist es das Stück dass den Titel trägt ein Faschismus der Endzeit und zwar sich beschäftigt mit der Frage Wie wirken die große Jahrhundertkrise der Ökologie, die Zerstörung der Natur zusammen mit der Tech-Ideologie des Gigantismus. Der Verabsolutierung und das sich Absetzens von Menschen, die also absolute Macht für sich reklamieren zusammen in einer eskapistischen Ideologie eines Faschismus der Endzeit, der gewissermaßen nur noch das Einzelne Ich verteidigt und letztlich den Rest der Welt dabei draufgehen lässt.
Das ist die Idee und der Text von Naomi Kleinen großartiger Texte, der also den Aufmacher gibt in diesem Heft. Und Steffen? Ja, mein Text ist vielleicht ein bisschen voraussetzungsvoller aber er lohnt sich trotzdem. Im Oktober wäre der französische Philosoph Michel Foucault hundert Jahre alt geworden und um ihn ranken sich immer noch zwei Missverständnisse.
das eine betrifft seinen Verhältnis zur islamischen Revolution in Iran die er angeblich unterstützt habe oder die er zu unkritisch gesehen habe und das zweite betrifgt sein verhältnis zum neoliberalismus. auch da wird ihm vorgeworfen diesen zu un kritisch gesehen zu haben oder vielleicht sogar begrüßt zu haben.
Colin Lindner und Thomas Biebrichter zeigen dass die ihm nicht so ist. Sie verweisen zwar auch auf Lehrstellen in Fokus-Rezeption, zeigen unter anderem, dass er sich zu stark auf die deutschen Ordoliberalen gestützt hat und seine Analyse aber können auch zeigen das er frühzeitig auf einen Umstand hingewiesen hat der in der späteren Diskussion dann lange verloren ging nämlich die Rolle des Staates.
Dass es eben keineswegs so ist, dass der Staat dem Neodiberalismus abwesend ist sondern dass er gerade die Aufgabe hat das funktionieren freie Märkte zu organisieren. Und diese Erkenntnis hat Fokoschen früh formuliert viel früher als andere. Und sofern können Lindner und Wibricher zeigen, dass Vokó tatsächlich keineswegs ein Verhabenwasser war, sondern ein sehr früher Kritiker des Neoliberalismus.
Vielen Dank euch beiden für die Tipps! Ich habe auch noch einen Lesetipp. das ist der Artikel von Egnatz Schlachheter. Sein Weg geht nach Israel da gibt es jetzt um ganz konkrete Politik und in die Palästinensergebiete wo zwei wichtige Wahlen anstehen, an denen man sehen wird wie sehr der Terrorangriff der Hamas vom siebten Oktober die Politik und das Leben der Menschen langfristig verändert hat.
dort Bei der Knessetwalende Oktober geht es nämlich nicht nur um die Zukunft von Premier Benjamin Netanyahu, sondern auch um die Frage wie sich Israel als Gesellschaft definiert und ob die arabische Minderheit in Israel überhaupt politisch vertreten wird. Und wenn dann in den Palästinensergebieten danach vier Wochen nachgewählt wird, dann würde es darum gehen, dass die Paläste endlich eine legitime politische Vertretung bekommen.
Also mein Lese-Tipp von Ignatz Schlacheter wäre ich für die konkrete Naostpolitik interessiert! Ja, ein volles Heft und wir freuen uns jetzt in Medias Rees zu gehen. Genau, also gleich geht's los! Wir drei hören uns am Ende nochmal. Bis gleich! Der Schock vom sechsten September in Sachsen-Anhalt wirkt noch nach.
Einenundachtzig Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus hat in Deutschland wieder eine rechtsextremistische Partei, eine Landtagswahl gewonnen. Etwas das viel undenkbar schien. Was das für die politische Kultur an Sachsen anhalt bedeutet? Das frage ich gleich die Historikerin Ruth Hoffmann. Aber als erstes möchte ich jetzt mit Albrecht von Lukke sprechen Und zwar darüber wie sich der siegeszugte AfD auf die gesamtpolitische Landschaft auswirkt.
Hallo Albrechts! Hallo Karin, freu mich noch mal. Ja wir sehen ja bei den drei vergangenen Landtagswahlen eines sehr deutlich diesen existenziellen Machtkampf zwischen der Union und der AfD. Denn das erklärte Ziel der AfD ist es ja die CDU abzulösen sogar zu zerstören. Mehr hat im Gegenzug gesagt ach ich halbiere die AfD.
Das Gegenteil passiert. Wie ernst ist die Lage für die CDU wirklich? Sie ist ungemein ernst und wir dürfen ja gar nicht vergessen, dass es für die Union ein Doppelschock war. Es war der sechste September, Sachsen-Anhalt, ein ungurres Ergebnis – siebenzwanzig Prozent Abstand zwischen AfD und CDU. Das ist so ungeheuerlich viel von vierundvierzig Prozent für die AfD auf siebzehn Prozent für den CDU!
Das hätte dann doch keiner erwartet. Viele dachten am Ende vielleicht holt der CDU-Ministerpräsident das darf er auch nicht vergessen. Amts- und Titelverteidiger, vielleicht holt er doch noch ein bisschen auf Nein. Also ein maximaler Sieg der AfD, der ironischerweise auch die Konsequenz hatte, dass jetzt der Ball ganz eindeutig im Feld der AfD liegt.
Sie muss sich um einen Koalitionspartner bemühen. Es kann sein, dass das genau in dem Zeitraum, in dem wir mit dem Podcast unterwegs sein werden, mit den Annäherungen an das BSW gelingt aber... Der Tiefschlag ist es einer für die CDU. Sie hat so deutlich mit diesem Wahlsieg der AfD die Dominanz im rechten Spektrum verloren, wie es davor eigentlich nicht denkbar gewesen wäre.
und dann kann zwei Wochen später das zweite Ereignis nämlich die Tatsache dass sie in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag gefallen ist. Das ist nochmal fast unvorstellbar! Das erste Mal, dass eine CDU in der Nachrichtsgeschichte nicht einmal in den Landtag gekommen ist. Davor lag das schlechteste Ergebnis bei neun Prozent in Bremen, also ein Fünfzig.
Also du siehst, das sind historische Daten Wenn man es obendrein noch komplettiert durch die Umfragewerte im Bund, wo die Union jetzt gerade im Moment mit dem heutigen Tage das erste Mal allerdings bei einer Bildumfrage von Bild gemacht. Da muss man immer ein bisschen Bedenken tragen bei neunzehn Prozent also unter zwanzig Prozent gerutscht ist während die AfD genau die Prozente mit achtundzwanzig prozent hat, die die CDU noch bei der Bundestagsgewaltung hat.
Also es ist ein echter Marktkampf um die Dominanz, die Hegemonie im rechtskonservativen Spektrum und bei dem hat momentan die AfD ganz klar die Nase vor. Aber was kann die CDU denn machen? Die Strategie, die sie bisher gefahren hat, hat ja offenbar nicht ausgereicht. Kann sich überhaupt der AfD noch etwas entgegensetzen!
Naja, die Strategie war ja sehr umkämpft. Das ist ja ein Teil dieser drei Wahlen gewesen, dass die Union zum Teil gedrängt von Teilen aus der eigenen Partei hervon Stetten oder ein Beispiel zu nennen freier von Stetten. Der Mann der starken Mittelstandsvereinigung in der CDU, der ganz viele CDU-Mitgide angehören hat gesagt, schmeiß' die SPD raus!
Dann regieren wir als Minderheitsregierung, weil die Konsequenz war klar. Und dann Tuldung der AfD? Es gibt erhebliche Teile in der CDU, die das im Schilder führen. Die auch ein Stück weit einhergehen mit der Tendenz zu sagen, März muss weg! Also es war eine durchaus auch medial getriebene Kampagne. Ich erinnere an jemand wie Karsten Maschmeyer, der plötzlich da einen Thugenwächter schlechthin wir kennen ihn alle als großen Versicherungsagenten der Millionen mit nicht sonderlich vorzeigbaren Versicherungen gemacht hat.
Der sagte, März ist erledigt und es gab viele, die in diesen Chor eingestimmt sind. Mit der Überlegung... ...März enttäuschte v.a., das ist der Hintergrund, die mal März-Ultras waren. Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche? Die Form als besonders neoliberalen, die aber besonders enttäuscht sind von ihm und sagen eigentlich März muss weg.
Während er mehr gehalten wird von den Liberalen um Hendrik Wüst Daniel Günther, die auch natürlich eine gewisse Strategie im Schild geführt hat. das ist die Ironie. es gab ein Momentum vor dieser Wahl da hätten die Ministerpräsidenten die sich lange in Schweigen gehüllt haben sie hätten da die Chance gehabt zu sagen wir stürzen.
Aber sie haben sich genau gegenteiligt, nämlich für die Devise Stützen. Statt Stürzen entschied aus einem ganz banalen Grund Hendrik Wüst und Kovacen ganz genau Wenn wir diese Reform durchzuführen hätten würden wir genauso schnell in den Umfragen abstürzen. jetzt halten Sie März Und ich glaube für eine Übergangszeit damit er diese reform durchsetzt und danach das terror vielleicht besser aussieht und ein anderer vielleicht übernimmt.
Aber diese reine Fokussierung auf eine Personalie ist natürlich auch ein bisschen kritisch. Wir sehen das ja zum Beispiel auch in Großbritannien, hier ist damals genau so gestürzt weil die Umfragen so schlecht waren und er seine Politik da nicht gut verkaufen konnte also ähnlich eigentlich wie März. Absolut!
Und das wird der Entwicklung auch nicht gerecht? Die Kerndese meines Textes geht dahin zu sagen... Deutschland hier vielleicht wieder einmal verspätete Nation holt das nach als das Ende der Christdemokratie bzw. Der Niedergang der Christdemokratie ist übrigens sonderweise noch ein zweiter Text im Heft, der sehr stark auf Rittich Merz fokussiert.
Markus Winden einem großen Text zur CDU. und die These ist eben wir erleben den Niedergangen der CDU weil März es nicht geschafft hat die verschiedenen Wurzeln der CDU auch zu bedienen, die nicht nur neoliberal sind. Im Gegenteil dass neoliberale ist. natürlich die Märzlinie aber es wurde immer ergänzt von einer sozialen Linie konservativ-patriotisch, nennen wir es mal so.
Die in der Lage gewesen wäre alle gesellschaftliche Schichten in Anspruch zu nehmen. März hat das gerade nicht gemacht. und jetzt läuft diese CDU Gefahr den Weg nachzuvollziehen, denen die Demokratia Christiana in Italien gleich nach neunzehnundneunzig, neunundachtzig und neunzig gegangen ist, nach dem Ende der westlichen Hemisphäre mit dem Fall der Mauer.
Da kam der Skandal der demokratischen Partei. dann kam der Aufstieg Berlusconis, diese parallel Bewegung haben wir überall in Europa gehabt. Danach in Österreich wenn wir an die Reihe und Folge Heider strache Kickel denken, Kicke jetzt mit der FPÖ stärkste Partei oder denken wir an Italien Meloni und aller vor allem nicht nach in Frankreich.
genau das heißt Das ist etwas was in allen europäischen Staaten passiert ist Der Aufstiege der Rechtspopulisten bis Rechtsextremisten bei gleichzeitigem Niedergang der Christdemokraten als der eigentlich prägenden Partei auf dem konservativen Sektor in der Nachkriegszeit. Okay, aber gibt es ein Beispiel?
oder würdest du sagen, es gibt eine Strategie? Du hast das gerade so bisschen angedeutet wie die Union da herausfinden könnte. Die soziale Frage, hast du in deinem Text genannt? Ja natürlich und das ist ironischerweise ich habe den Text ja geschrieben bevor. man muss immer daran denken, den Text entstand Bevor fast oder ganz kurz nachdem die Wahlen gelaufen waren.
Und noch bevor, man merkt es jetzt ja, Friedrich Merz den großen Schwenk zur Gerechtigkeitsfrage gemacht hat. Merz hat offensichtlich erkannt, er kann ohne mehr Gerechtigkeit zu formulieren, kann er seine huntsmiserablen Werte nicht wieder aus dem Keller ziehen. und das große Problem ist nur dass er auch jetzt wieder mit dem Protest der Neoliberalen zu tun hat.
Er hat gemerkt ich habe so eine Schlagseite im Neolibereien. Das lehnen die Menschen grundweck ab, weil sie... das ist ja die Bitterness auch für ihn. Das Dilemma! Sie wollen in Teilen grundsätzlich Reformen aber wenn sie ihm zu Leiberücken die Reform dann sagen sie nein. Das heißt Merz hat erkannt ich muss ein Stück weit diese Reformen stärker abfedern.
und da, dass es meine Kernthese kommt ihm die dritte Wahl. Ein Stück weit vielleicht sogar zugute nämlich die Ironie, dass Manuela Schwesig im Wettelmoorpommern jetzt eine Mehrheit hat Aufgrund der Tatsache, dass die CDU aus dem Parlament gefallen ist. Die Ironie besteht darin wäre die CDU reingekommen hätte es für Rot-Rotgrüne Mecklenburg-Vorpommern gar nicht gereicht.
so kann Schwesig unter ziemlich normalen Voraussetzungen eine Koalition zimmern. sie kann damit ich sag mal Die zukünftige Kanzlerkandidatin ins B sein, weil sie so stark gewonnen hat und alle anderen Sozialdemokraten weit in den Schatten stellt. Und ich bin überzeugt davon dass sie jetzt ihre Strategie nur kontra gegen März und gegen den Bund nicht aufrecht erhalten wird Weil Sie auch weiß wir brauchen gewisse Reform.
also eigentlich sehe ironischerweise eine Chance darin dass wir es im Kern mit zwei maximal geschwächten Volksparteien zu tun haben, denn auch die SPD-Spitze hier in dem Falle red ich vom Bund. Nämlich Lars Klingbeil und Bärbel Bas wissen auch, die Reformen müssen jetzt kommen genauso wie Friedrich Merz.
Es könnte sich also in Beider dahin sich den beiden Parteien um Parteien des Übergangs halten, die sich jetzt im besten Sinne ergänzen Sozialdemokratie etwas sozialer CDU aber auch nicht so neoliberal wieder vor und danach überholen und übernehmen vielleicht die nächsten Generationen oder beziehungsweise die nächsten aspiranten, die Führung in diesen beiden Parteien als ganz drei Kandidaten.
Und damit haben wir zwei Manuela Schwesig auf der einen Seite und eventuell Hendrik Wüst auf der konservativen Seite. Aber du hast es ja auch gerade erwähnt, Manuela Schwesig? Das war ja auch ein reiner Personenwahl. Da ging's da gar nicht um die Partei oder mit den Inhalte. Genau! Und das wäre jetzt auch etwas was tun.
deinem Text ja auch ansprichst dass quasi die großen alten Volksparteien Du hast sie eben genannt als Beispiel. Aber die Frage ist doch, wird es sie noch geben? Oder erleben wir eigentlich einen Wandel hinzu populistischen Parteien zu ... vielleicht auch Kampagnen im getriebenen Wahlkämpfen, wo dann wirklich nur der Moment zählt und gar nicht mehr die Bindung in einen Partei.
Naja Manuela Schwesig wird man schon unterstellen dürfen. das wäre falsch zu sagen sie hat die Inhalte nicht gebracht. Die Inhalter waren da. Sie haben muss ihre eigene Partei weitgehend verleugnet. Sie tauchten ja nicht mal mit dem SPD-Logo auf den Plakaten auf. Da war nur Schwesig in rot knallrot immerhin ganz Rot.
Das war auch Ihre Identifikationsfarbe gewissermaßen. aber die SPD hat sich ein Stück weit links liegen lassen Auch übrigens die Bundesparteie. Das war jetzt decidiert nicht erwünscht permanent mit Bars und Klingenweiler aufzulaufen. Also in der Tat hochgradig personenfixiert, aber inhaltlich durchaus sehr grundiert – mit hartem Attacken gegen den Zuneo-Liberalenkurs der CDU.
Aber das Ironische ist etwas anderes! Wir haben es ja noch mit einer dritten Wahl zu tun und das ist Berlin.". Und in gewisser Weise ergänzt ihr der Wahlsieg der Linkspartei in Berlin die anderen beiden Wahlen, weil wir jetzt eine ganze neue Konstellation haben. Wir werden es in Berlin mit einer wahrscheinlich stark linksgerichteten Regierung zu tun haben.
das erste Mal und das ist völlig anders als die Regierung von Rammelow in Thüringen Das war Rammelo ist ein besserer Sozialdemokrat gewesen hat also hochgradig gemäßigt links regiert Diese Linkspartei in Berlin ist schon ein hochgradiges Experiment mit all den ungeheuren Problemen. diese gegenwärtig hat Antisemitismusvorwürfen in Neukölln Eine harte Vergesellschaftungsdebatte, die sie in dieser Gegenwehr, der aus der Stadt kommt seitens der Immobilienbranche etc., erst mal durchsetzen muss.
Aber es könnte dazu kommen dass wir auf der Linken so etwas haben wie ein linkes Experiment in Berlin Rot-Rot-Grün aber ganz stark von der Linkspartei dominiert und auf der anderen Seite jetzt mit Sachsen-Anhalt ein Rechtes eine Radikal rechtsradikales bis rechtsextremistisches Experiment. das heißt Wir werden einen neuen Wettbewerb bekommen bei dem meines Erachtens nicht ausgemacht ist dass nicht dabei doch wieder die Volksparteien an Boden gewinnen können, weil auch bei der anderen Experimente können schiefgehen.
Sowohl in Sachsen-Anhalt muss die AfD erst mal unter Beweis stellen, dass sie das reine und das war nun wahrlich reine Fundamentalopposition ohne Inhalt, dass Sie das mit Inhalten füttern kann. Da habe ich große Zweifel... Und in Berlin wird das auch sehr schwierig. Das heißt, es ist... Es sind Experimente und ich würde tatsächlich mehr Vertrauen in die Stärke unserer Demokratie.
Ich bin da weit entfernt davon zu glauben dass die Demokratie untergeht im Gegenteil. Ich finde er ist vor allem positiv und das ist das Bemerkenswerte. Dass jetzt nach diesen drei Landtagswahlen wieder auch klar ist, waren Landtagswahlen! Wir haben ja durch diese Fokussierungen auf Friedrich Merz erlebt, dass letztlich von vielen interessierten Seiten diese Landtagswahlen instrumentalisiert wurden in einer Märzmus-Weckkampagne.
Das ist gegenwärtig nicht mehr der Fall. also wir haben jetzt eine gewisse Zeitfenster bis zu den wenn es gut läuft bis zur den Wahlen im April. da müssen die Reformen kommen und die große Frage ist schaffen das CDU und SPD CDU CSU und SPD stringend über die Bühne zu bringen. Wenn man natürlich jetzt bereits wieder sieht wie im Bereich der Pflegerreform der große klarer Radatz schon wieder losgeht kann man daran Zweifel haben.
aber Ich habe den Eindruck, März hat diese Bewährungszeit bekommen. Weil die anderen wissen das strukturell sie genau die gleichen Probleme bekommen hätten. Sie warten lieber ab und in dieser Zeit wird die Reform über die Bühne gebracht werden müssen und danach im April nach den Wahlen wird wieder neu bilanziert.
Und damit die Frage dastehen haben die anderen rechtsextremisten es besser gemacht? hat sich in Berlin vielleicht eine linke Alternative herausgebildet oder ist es tatsächlich sogar so dass die Volksparteien vielleicht wieder mit einer gewissen Reformfähigkeit doch noch wieder zu Kräften kommen. Das ist jetzt mal die Perspektive, die ich nicht für völlig ausgeschlossen halte.
Wenn man jetzt so sieht dass die Parteien der Mitte doch sehr eingebüßt haben eigentlich bei all den drei Wahlen auch nicht mehr so offenbar die Glaubwürdigkeit nicht mehr zieht weil Kompromisse eingehen diese ganzen Dinge eben gar nicht so gefragt sind. was ist deine Prognose? Ich glaube jedenfalls das es auch für die anderen jetzt an der Regierung beteiligten Parteien für die Linkspartei in Berlin einmal ungemein schwierigen Umfeld mit harten Attacken aus dem wirtschaftsfreundlichen Lager.
Da werden ja zum Teil auch Wüste Bekämpfungen vorgenommen, also wenn beispielsweise die Spitzenkandidatin der Linkspartei Elif Ehralptik... potenzielle Bürgermeisterin, regierende Bürgemeisterin als das Gesicht des Bösen. Der Dämonite ist es natürlich unfassbar seitens der Springerpresse aber man merkt den harten Gegenwind.
also das muss erst mal durchgestanden werden. Das ist für die Linke eine enorme Währungsprobe zumal auch das muss man deutlich sagen sie sich klar abbrenzen muss von Antisemiten in ihrer eigenen Partei, Anti-Israel-Polition. Das wird für die linke nicht leicht und noch spannender und ich bin da wirklich sehr gespannt Im Falle von Ulrich Siegmund, wenn er tatsächlich Ministerpräsident von Sachsen anhalt werden sollte.
Dann werde ich erst mal sehen ob die AfD als dieser Verein von Glücksrittern Und Schnäppchenjägern in der Lage ist, dieses Bundesland zu regieren. Die Strategie die erfährt es jetzt schon klar. Er will natürlich alle Verantwortung dann auf den Bund schieben mit der Aussage wir können nichts mehr machen!
Der Bund bindet uns die Hände. aber ich bin da nicht so pessimistisch weil eins durfte man nicht vergessen. das größte Fund der Rechtsextremisten besteht darin dass sie bisher nie unter Beweis stellen mussten dass sie es besser können. Bisher profitieren Sie immer von der Verheißung und vom Versprechen und die.
eines haben wir gesehen... ...die Enttäuschungsfähigkeit der Wahlbevölkerung ist so groß eine Partei die erwartet enttäuscht. Kann auch ganz schnell wieder durchsausen und ich sage soll ob, ich hoffe dass das genau der AfD passiert. Tolles Schlusswort! Danke Albrecht! Danke dir Karin, war mir eine Freude.
Die AfD hat zwar keine absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt erreicht, aber sie wird wohl mithilfe des BSW oder auch einiger Unionsabgeordneter durchregieren können. Albrecht von Lucke hat gerade im Gespräch prophezeit das die AfD am Ende wahrscheinlich an der Realpolitik scheitern wird weil sie ja noch nie in Verantwortung stand und nur Populismus produziert.
Aber Schaden kann sie sehr wohl anrichten! Und das sind einige Bereichen sogar ziemlich schnell Zum Beispiel in der Kulturpolitik, die ja Länderhoheit ist. Mit der Historikerin Ruth Hoffmann spreche ich jetzt über die Pläne der AfD in Magdeburg und was sie davon umsetzen kann. Hallo Ruth! Hallo Kari!
Die Kulturpolitik nimmt im AfD-Programm eine wichtige Rolle ein. Der Vordenker und Abgeordnete Hans Thomas Tilschneider fordert einen neuen klaren Kulturbegriff für Sachsen-Anhalt. Was soll das genau sein? Ja, das bleibt leider sein Geheimnis. Also ich find's ja schon absurd überhaupt von einem klaren Kulturbegriff zu sprechen.
Ich meine es liegt ja in der Natur der Sache von Kultur dass sich Kultur eigentlich nicht definieren lässt. aber so redet die AfD die ganze Zeit als sei alles mit dem Charakteristikum Deutsch schon ausreichend definiert. also Tilschneider meint genau das letztlich eine Nationalisierung der Kunst. So hoch interessant finde ich in deinem Artikel, dass du eben auch schreibst Kultur wird oft als Neben-Schauplatz als Randthema behandelt ist aber kein Randthema sondern elementar wenn man verstehen will wie die AfD ihre Ziele durchsetzen will.
Genau, das ist alles einfach seit langem Teil einer Strategie der neuen Rechten. Das hat die AfD auch nicht erfunden ganz gezielt in der Kultur Eingriffe vorzunehmen weil man damit natürlich auch den Diskurs verändert, weil man da mit Räume beeinflusst wo sich Menschen begegnen können, wo eine Vielstimmigkeit und Vielfalt gelebt werden kann und zum Ausdruck kommen kann, die der AfD eben nicht passt.
deswegen ist es überhaupt kein Nebenschaubplatz sondern ein Ganz gezielter Angriff. Das ist so ein bisschen auch wie bei Antonio Gramsci, diese Theorie dass politische Macht leichter ausgeübt werden kann und man vorher die Köpfe der Menschen erreicht also ihre Vorstellung davon was richtig oder normal oder sechsterständig ist?
Ja! Und ich finde es ist er ja zum Teil jetzt schon gelungen. Also die AfD regiert ja überall eigentlich schon indirekt mit ohne das sie Regierungsverantwortung hat. Der Diskurs ist ja schon massiv nach rechts verschoben worden. Die Diskussion über Neutralität an Stellen, wo es überhaupt nicht um Neutralität geht finde ich zeigen das zum Beispiel auch schon wie gut es ihr gelungen ist.
Wir können vielleicht gleich noch mal ein paar Beispiele rausgreifen. Das würde mich sehr interessieren weil dein neues Buch ja auch darum geht um die Diskursverschiebung um die Besetzung dieser Begriffe. aber vielleicht können wir nochmal zurück zu Sachsen-Anhalt kommen. was sind denn da die wichtigsten Vorhaben in diesen Kulturprogrammen unter diesem neuen Kulturbegriff?
Ja, sehr deutlich zeigt es sich ja zum Beispiel an dieser geplanten Kampagne Deutschdenken. Also ursprünglich wollte eigentlich das Land Sachsen-Anhalt eben eine Kampagnenstaaten modern denken und damit auf die Vielfalt, die kulturelle und historische Vielfald dieses Bundeslandes hinweisen. Und die AfD möchte das sozusagen beantworten oder umdrehen in Deutschdenkungen als Kampagne und versteht darunter eben die Erinnerung an all das, was Sachsen-Anhalt zum Werden der deutschen Nation beigetragen hat.
Also dieses Rhein auf nationale Reduzierte sieht man hier auch wieder – also das soll nicht die ganze Vielfalt gezeigt werden sondern nur das, zeigenswert ist. Das heißt aber auch Eingriff in zum Beispiel die Lehrpläne, oder? Wenn es jetzt darum geht dass ich die Geschichte noch mal unter diesem Gesichtspunkt begreife Genau!
Geschichte ist natürlich ein ganz zentraler Angriffspunkt der AfD. Auch das ist nicht neu, auch das hat die AfD nicht erfunden. Auch das isst eine Strategie der neuen Rechten Ganz gezielt Geschichte umzudeuten und sich Geschichte zu Nutze machen. Also wenn Alice Weidel sagt, Hitler war ein Kommunist dann kann man darüber vielleicht lächeln.
Ja aber in Wirklichkeit ist das überhaupt nicht lustig sondern hier geht es um ganz gezielte Verschiebungen, Verdrehungen, Verwirrung letztlich auch von Begriffen und ja geschichtlichen historischen Tatsachen. Und natürlich geht es der AfD in erster Linie darum die NS-Zeit und die Erinnerung an die NS Zeit abzuräumen.
Und eben zugunsten einer ja rumreichen, aus ihrer Sicht rumreichen guten deutschen Geschichte Ja also die guten Seiten von tausend Jahren deutscher Geschichte. Also um solche Formulierungen geht es da immer. Kultur ist ja Länderhoheit Schule auch also Bildung. Wie sehr kann die AfD das denn umsetzen?
Also wie sehr könnte sie tatsächlich schon Gleich zu Beginn der neuen Amtszeit, wenn es dann wirklich dazu kommt sagen wir gestalten jetzt die Lehrpläne um und die Nazi Zeit findet gar nicht mehr statt. Ja, im Prinzip ist das sehr schnell möglich. Also wirklich auf schulischer Ebene je nachdem wie viel Widerstand es in den Schulen selbst gibt.
die AfD setzt ja bundesweit schon an vielen Stellen Lehrkräfte und Schulleitungen unter Druck In dieser Hinsicht dem Geschichtsunterricht eine ihrer Meinung nach nationalere Prägung zu geben Mehr Bismarck und Preußen, weniger Hitler. Das ist eigentlich so die Marschrichtung. Und in Sachsen-Anhalt könnte sie das natürlich ganz gezielt durchsetzen eben weil Schule Ländersache ist.
In der Kultur hat sich natürlich den größten Hebel über die Fördermittel und das steht ja auch im sogenannten Regierungsprogramm explizit drin. Das sind eben Fördernitte nur für Projekte geben soll, die diesen Kriterien genügen und nicht für – davon spricht sie ja – explizit anti-deutsche Kultur. Ich frage mich trotzdem eben wie das Zusammenspiel da funktioniert zwischen Bund und Ländern und Kommunen?
Also ist natürlich klar dass vieles in Länderhoheit ist. aber jetzt zum Beispiel bei der Debatte um das Bauhaus wo ja die AfD auch gesagt hat es alles gar nicht richtig deutsch. Da hat sich auch der Kulturstaatsminister eingemischt Weimar und hat gesagt, so geht das nur nicht. Und auch viele Kulturprojekte sind ja vom Bund gefördert.
Ist es wirklich so möglich, dass im Alleingang alles zugestalten? Sicher nicht und ich glaube auch Albrecht hat recht, dass die AfD da auch an ihre Grenzen stoßen wird zum Glück. Und sicher wird es auch einiges an Klagen geben. aber möglicherweise schadet ihr das weniger als es den Dingen selbst schadete.
also sie kann ja immer alles auf den Bund schieben und darauf dass wir alle in diesem Schuldkult wie Sie es nennt gefangen sind und deswegen weiter uns mit der NS-Zeit befassen möchten auch in den Schulen. Also ihr wird es möglicherweise gar nicht schaden an diese Grenzen zu stoßen, aber sie kann natürlich Schaden anrichten weil sie eben einschüchtert.
Weil dann vielleicht im voraus allen Gehorsam lieber doch das eine oder andere Projekt nicht gestartet wird. oder an den Schulen Lehrer und Lehrerin eben vielleicht bestimmte Diskussionen lieber doch nicht für ein Ausangst vor Gegenwind. Das ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt! Kann man das jetzt schon sehen, dass in Gegenden wo die AfD eben Zulauf hat.
Dass Kulturprojekte oder Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, schon vorauseilend Förderanträge anders schreiben sich quasi eine indirekte Sensor stattfindet so ne Selbstsensur? Also die Leute, die es betrifft berichten ja genau davon dass sie zögern. Ich finde es auch sehr eindrucksvoll, wenn mir Freunde aus dem Osten erzählen, dass sie bestimmte Dinge die erst mal auf den ersten Blick gar nicht politisch sind wie ein Nachbarschaftsfest zum Beispiel wo auch Menschen mit Behinderung ausdrücklich mitteingeladen sind zum Beispiel das sie damit angriffen rechnen müssen.
also das ist nicht nur sozusagen um die Demo gegen rechts oder gegen die AfD geht sondern auch so ganz ja ganz kleinteilige sozusagen nochmal alle alltägliche Kultur ganz schwer gemacht wird. Und ja, viele Lehrkräfte berichten davon auch jetzt schon. Also selbst in Hamburg wo die AfD gar nicht so stark ist.
aber es gibt ja einen Meldeportal wo eben Lehrkräften gemeldet werden können wenn sie sich kritisch der AfD gegenüber äußern. also all das baut natürlich eine Drohkulisse auf und die verfehlt ihre Wirkung nicht umso stärker selbstverständlich da, wo die AfD besonders stark ist. Merkt man das auch an Theaterplänen zum Beispiel?
Dass da bestimmte Stücke nicht gespielt werden würden oder dass man sich überlegt, man macht lieber was Gefälliges? Das müsstest du jetzt natürlich bitte die Intendanten und Dramatogen und Dlamatoren fragen! Ja aber die Frage ist ja ob sie das auch so sich bewusst machen weil das ist ja genau dieser Effekt, dieser Chilling-Effekt, dass man es sich gar nicht so klarmacht wie sehr man da schon vielleicht unterbewusst vorauseilend der AfD hingegen kommt möglicherweise.
Also deswegen ist das ja auch so wichtig, finde ich, dass es diese Initiative gab von Theater und Museen und einen möglichen Kulturinstitution in Sachsen-Anhalt die heißt Kultur ist Vielfalt und Heimat. also es gibt eine gemeinsame Initiative und ein Zusammenschluss von Theater anderen Kulturinstituten, die sich ganz explizit gegen diese Pläne der AfD wenden.
Ich glaube, wichtig ist, sich da gegenseitig zu stärken und sich das auch selber bewusstzumachen. Dass man da jetzt gerade nicht einknicken darf.". Das ist natürlich ein gutes Stichwort! Also sich bewusst machen, dass der vielleicht Beeinflussung stattfindet weil es möglicherweise auf einer Ebene läuft die man gar nicht so sieht und das trifft ja auch das was du in deinem Buch schreibst.
also kannst du da vielleicht eine oder zwei Beispiele nennen? Wo du festgestellt hast, dass Begriffe sich verschoben haben, dass sie anders gedeutet werden im AfD-Sinn. Also ein besonders starkes Symbol, an dem das sofort auffällt ist natürlich die Nationalflagge. Schwarz-Rot-Gold ist einfach rechts besetzt und wir alle mich eingeschlossen haben irgendwie Skrupe uns jetzt die schwarz-rot goldene Fahnen an den Balkon zu hängen.
Und einerseits ist es natürlich gut, dass wir in Deutschland vorsichtig sind aus guten Gründen mit Nationalsymbolen und Nationalstolz. Und andererseits ist das natürlich fatal, dass der Rechten gelungen ist ein Symbol was eigentlich überhaupt nicht rechts ist, rechts zu besetzen. also schwarz-rot gold kommt aus der gescheiterten Demokratiebewegung von achtzehn- achtenvierzig.
Es steht für Demokratie, Gerechtigkeit, Gleichheit und so weiter – ja? Und überhaupt nicht für die Werte, für die die AfD oder die Neurechte steht und kämpft! Bis Mitte der Achtzigerjahre ist die neue Rechte mit den Fahnen des Kaiserreichs aufmarschiert in den Farben schwarz-, weiß-, rot und eben NICHT mit Schwarz-, Rot-, Gold Aus gutem Grund.
Aber dann hat eben die neue Rechte, also lange Vorgründung der AfD den Nationalfarben für sich entdeckt und sie auf dieses Nationale reduziert. Und jetzt ist eben Schwarz-Rot Gold allgegenwärtig bei den Aufmärschen der Rechten und bei Pegida schon gewesen. Wir haben diese Fahne auf eine Art verloren, dieses starke Symbol.
Jürgen Klopp, der Bundestrainer hat das ja auch kürzlich gesagt. Also ich will das wieder zurückhaben! Ich will auch wieder stolz sein können. Und ich meine, so was braucht man doch auch oder? Dass Leute sich äußern dazu und sagen wir lassen uns das nicht alles von den Rechten wegnehmen. Unbedingt! Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass er das so deutlich gesagt hat.
Er hat ja irgendwie sinngemäß gesagt, ich will den Patriotismus nicht den Falschen überlassen. Das finde ich wirklich ... Es trifft es genau. Und wie du sagst geht es um eine... Bewusstmachung auch. Also durch solche Äußerungen und je prominenter der Sprecher oder die Sprecherin, desto besser ist es.
natürlich wird es uns bewusst als Gesellschaft was hier uns schon geraubt wurde. tatsächlich also Raubzug von rechts heißt mein Buch ja weil's wirklich? ich empfinde es als Raubzug. Hier werden wirklich Dinge gekapert. Besonders empörend finde ich es immer die Bezüge auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Also dass sich die AfD in die Tradition des Widerstands stellt und ja, es gab zum Beispiel diesen Post Sophie Scholl würde der AfD wählen oder sie tut so als hätte sie irgendwas gemeinen mit Stauffenberg. also ist wirklich empögend und das funktioniert. aber weil nicht genug Widerspruch da ist vielleicht auch nicht genug wissen.
okay was können wir tun? Ich finde, dass wir als Zivilgesellschaft jetzt die Brandmauer sein müssen. Weil mein Eindruck ist, dass man sich eben auf die politische Brandmauern nicht verlassen kann. also wenn man sich ansieht das die CDU schon gemeinsam mit der AfD den Antrag stellt Stolpersteine nicht weiter zu verlegen Also da können einem nur die Haare zur Berge stehen, finde ich.
Also deswegen sind wir als Zivilgesellschaft jetzt gefragt und ich glaube, dass dieser Reclaim der Begriffe und der Symbole sowie Klopp das auch deutlich gemacht hat, dass das ein guter Weg sein kann. Hier geht es jetzt darum zu zeigen, dass wir diese Demokratie verteidigen – so wie sie das Grundgesetz definiert oder nicht die AfD definiert.
Und ich finde, das müssen wir deutlich machen diesen Unterschied! Wenn wir uns jetzt am Ende noch mal vor Augen führen, wie gefährdet die Kultur in Sachsen-Anhalt durch die AfD ist. Was würdest du sagen? Was wäre wichtig? Was können wir tun, wir, die wir nicht in Sachseneinhalt leben?". Ich finde Solidarität ein ganz wichtiges Stichwort.
Ich habe so oft gehört nach der Wahl ach was kümmert uns Sachsen Anhalt und das ist so klein und ziehen wir halt die Mauer wieder hoch wenn sie im Osten alle rechts wählen. Das finde ich geht an der Sache völlig vorbei und ist außerdem unsolidarisch. Und einfach auch schlicht falsch, denn natürlich ist es nicht ein Ostphänomen oder ein Ostproblem sondern ein bundesdeutsches Phänomen und Problem was wir auch bundesdurch lösen müssen.
Es geht darum, Solidarität zu zeigen und eben auch zu zeigen ja wir stehen hinter euch! Wir stehen hinter den Leuten die da jetzt wirklich im Feuer stehen an der Front stehen. das wäre auch ein Ansatz für Kulturinstitutionen im Westen finde ich sich dieser Initiative anzuschließen und zu sagen wir stehen hier gemeinsam dagegen in Ost- und Weste und es wäre natürlich noch mal ein Zeichen auch an die Politik Dass wir uns eine lebendige Kulturlandschaft vorstellen und dass wir von der Politik auch erwarten, und zwar auf Bundesebene in den Ländern.
Dass sie das schützt und fördert. Herzlichen Dank, Ruth Hoffmann! Per Zoom zugeschaltet? Schön, dass du Zeit gefunden hast. Vielen Dank, Karin, dass ich hier sein durfte. Über dem Klimaschutz wird derzeit viel gesprochen weil er entscheidend ist wie wir künftig leben werden. Aber ein weniger beachtetes Thema ist genauso wichtig.
Der Artenschutz, denn die Artenvielfalt ist die Grundlage dafür, dass wir überhaupt leben! Die Tatsredakteurin Heike Holdinghausen hat in den Blättern über die Artevielfalte, über den Rückkrank und ihre Rettung geschrieben. Hallo Heike. Hallo. Schön, dass du gekommen bist. Ja danke. Auf der Erde gibt es acht Millionen... verschiedene Tier- und Pflanzenarten schätzt man.
Davon sind eine Million Arten inzwischen vom Aussterben bedroht, aber warum ist das überhaupt so wichtig? Brauchen wir wirklich so viele verschiedene Arten?". Ja, das ist immer die gute Frage. Warum brauchen wir Elefanten oder warum brauchen wir irgendwo Waschbären oder so? Die Sache ist dass Ökosysteme also Böden-, Wasser-, Luft nur funktionieren Wenn sie belebt sind durch Lebewesen, durch das Zusammenspiel von Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen, Pilzen.
Das alles macht die Umwelt lebendig und darum braucht man darin jedes Glied. Also natürlich können wir, es sind ja schon viele Arten ausgestorben. Wir leben ja alle noch auch ohne den Dodo oder ohne den Waldtrap obwohl der ja wiederkommen soll also ohne bestimmte Vogelarten die schon aus gestorben sind.
aber jedes Teil weniger macht dieses ganze System weniger stabil und darum ist Vielfalt wichtig. Das heißt jetzt nicht nur für die Natur selbst dass man einfach sich anschaut und sagt okay der Wald an sich soll möglichst intakt bleiben, sondern du schreibst ja auch sehr deutlich in deinem Text. Für uns Menschen ist das extrem wichtig!
da kann uns auch keine Technik retten auf gesunden Böden und sauberem Wasser und saubere Luft. Das ist schon mal ganz grundlegend, ja? Also Ernährungssicherheit hängt von Biodiversität ab aber es gibt auch viele andere Unternehmen Wirtschaftszweige die auf Biodivisität angewiesen sind. Die ganze Chemiebranche guckt oder Pharma-Branche Kosmetikbranche die sind alle auf natürliche Ressourcen angewiesen Auf irgendwelche frösche Pilze Pflanzen die sie irgendwo entdecken und aus denen sie Produkte macht können, Medikamente oder Kosmetika.
Holz brauchen wir aus gesunden Wäldern zum Bauen, zum Möbelbauen und zum Papier herstellen. also wir können so viele Branchen durchgehen die alle auf natürliche Ressourcen setzen und die entstehen eben nur in Vielfalt. Du hast ja gerade Ernährung angesprochen, das ist ein riesiges Thema. Weil da sehen wir natürlich auch sehr stark was der Rückgang der Artenvielfalt anrichtet also grade so die Landwirtschaft.
Kannst du den Zusammenhang nochmal klarmachen? Also industrielle Landwirtschaft laugt Böden aus und vernichtet Artenvielfalt. Das ist vielfach belegt, da gibt es auch keine Idee von irgendwelchen Umweltverbänden sondern jeder Wissenschaftler der sich mit Biodiversitätsforschung gefasst sagt die Industrielle Landwirtschaft ist der große Treiber.
eben durch Überdüngungen wachsen nur noch bestimmte Arten die eben mit vielen Nährstoffen klarkommen. arten die auf Pflanz bezogen die Karreböden brauchen gehen zurück. durch Pestizideinsatz gehen Insekten und Vögelarten zurück Und diese industrielle Landwirtschaft setzt auf wenige Arten, Getreidearten oder Gemüsearten und verdrängt sozusagen alles andere aus diesem Raum.
Das ist insofern ein Paradox weil wir ja gleichzeitig für eine Resiliente also für eine sichere Ernährung auf gesunde Böden die eben durch Artenvielfalt gestützt werden angewiesen sind. Also wir vernichten praktisch unsere eigenen Grundlagen, wenn wir diese Artenvielfalt nicht zur Kenntnis nehmen und schützen.
Und was eben im Grunde die ganze Umweltpolitik versucht, Umweltgesetze zu machen und dadurch Artenschutz zu betreiben ist wunderbar läuft aber ins Leere, wenn mir die Landnutzung nicht umstellen. Die Bauern, die diese Landwirtschaft betreiben? Wissen die einfach nicht darum? oder haben die solche wirtschaftlichen Zwänge, dass sie nicht anders können?
Weil ich meine gerade jemanden der sein eigenes Feld bestellt, der müsste doch sehen. Dass er da seine Grundlage zerstört. Ich glaube kein Landwirt bestellt seinen Acker mit dem Ziel ihn auf Dauer auszulaugen und kaputt zu machen. das ist ja klar. aber die sind ja in einem globalen Markt Und wie du schon sagst eben extremen Zwingen unterworfen.
Die müssen einfach möglichst viel möglichst preisgünstig zu Weltmarktpreisen produzieren und sind darauf angewiesen, dass die Politik ihnen Rahmenbedingungen setzt unter denen sie eben anders wirtschaften können. Die Rahmenbedingerung sind ja scheinbar überhaupt nicht ausreichend. Und in den Monstreal gab es eine große Konferenz, wo sich die Welt verständigt hat.
Wir müssen die Artenvielfalt erhalten bis zum Jahr zwanzig dreißig wundegroße Ziele gesteckt. Wie weit ist das denn? Also jetzt im Oktober gibt es eine Zwischenbilanzkonferenz. Was wird dabei rauskommen? Tja, das ist eine gute Frage. Es ist jetzt genau Halbzeit quasi also vor vier Jahren hat man sich diese Dreiundzwanzig Ziele gesetzt von Montreal.
Das war wirklich ein großer Erfolg. wenn man die Sie sind ganz am so holistischen Ansatz sagt man Also die Genen von Wir brauchen bessere Naturschutzgebiete bis zu wir müssen Die in die Gene Bevölkerung besser einbinden brauchen mehr Demokratie auf dem Land mehr Frauenrechte und Versucht also von ganz vielen Gesellschaftlichen Ebenen und Gruppen dieses Thema zu denken und Artenvielfalt zu schützen.
Das ist ein super Ansatz gewesen, wenn man jetzt nach vier Jahren guckt was ist denn wirklich passiert muss man sagen leider erschreckend wenig weil es diese Diskrepanz gibt über die wir eben schon kurz gesprochen haben das alles verhandeln Umwelt Politiker Umwelt NGOs usw. Die Vernichtung der Artenvielfalt findet in einem anderen Raum statt, also nämlich in der Landennutzung.
Die wird von der Landwirtschaftspolitik gestaltet und von den Unternehmen betrieben. Und wenn die nicht mitmachen, passiert gar nichts und genau dahin läuft so ein bisschen. also ein ganz sprechendes Beispiel ist der sogenannte Kali-Fonds. es gab ja in der Zwischenzeit schon mal eine weitere kleine Konferenz in Kali, in Kolumbien und da wurde was sehr Gutes beschlossen nämlich dass die Unternehmen der vor allen Dingen Kosmetik Pharma Chemieindustrie die natürliche Ressourcen nutzen einen Fonds einzahlen, der an die Länder gehen soll über diese Ressourcen verfügen.
Die sind nämlich häufig im globalen Süden. also die Hotspots der Artenvielfalt sind im globalem Süden in den Tropen im Grunde genommen, in den Regenwäldern und so. Und die sollten da Geld einzahlen und fanden das auch selber eine gute Idee haben gesagt so eine Milliarde im Jahr könnte dazu standekommen und dass Geld sollte dann nicht Projekt finanziert oder so sondern richtig weitergeschoben werden, in diese Länder einfach um gerechten Lastenausgleich zu schaffen.
Aber das sollte eine freiwillige Zahlung sein? Das sollte eine Freiwilligezahlung sein und diese freiwilligen Zahlungen hat dazu geführt dass jetzt Stand letzter Woche sechstausend Dollar in diesem Form war. Das ist natürlich ein Witz! Also das heißt die wollen einfach nicht. Die machen nicht mit. Man muss es wirklich so sagen Unternehmen machen ich mit Und die privaten Kapitalgeber machen nicht Mit und die Landnutzer machen überwiegend nicht mit.
Natürlich gibt's auch Landwirte Bio-Landbau betreiben oder die Blühstreifen anlegen und versuchen, was für die Artenvielfalt zu tun. Aber die überwältigende Mehrheit macht halt nicht mit und dann nützen einem auch die schönsten Ziele nicht. Gut aber wenn sie allgemein bleiben natürlich! Das Ziel ist ja eigentlich das auch zu implementieren und in der EU hat man versucht diese Ziele umzusetzen.
Das Nature Restoration Law, da hat die EU ja auch versucht in ein Gesetz zu gießen und am Ende muss ja auch zum Beispiel Deutschland, wenn es EU-recht ist, das wieder umsetzen. Das wäre doch der Weg. Genau! Da sieht man eine Ebene drunter. im Grunde genommen das gleiche Problem. Dieses Naturwiederherstellungsgesetz – was Nature-Restoration im Deutschen bedeutet – ist eigentlich eine wunderbare Idee.
bis zum ersten September hätte Deutschland einen sogenannten Wiederherstellungsplan an die EU-Kommission abgeben müssen. Um zu zeigen, wie man das umsetzt und wie man seine Naturschutzgebiete verbessert? Wie man Wälder umbaut, Klimaresilienten, wie Manmore wiedervernässt oder mehr Grünlandschaft? Das liegt... im Bundesumweltministerium, im Kabinett.
keine Ahnung. Sie bekommen es nicht beschlossen genau wie dieses natürliche Infrastrukturgesetz was sie machen wollten das eben auch darauf schließt. also natürliche Infrastruktur sind auch gesunde Wälder, gesunde Flüsse wiederverneßte More. Das ist dann auf Bundesebene sozusagen das Gesetz um diese Ziele umzusetzen oder ihnen zu entsprechen.
Und auch das wird nicht beschlossen, auch das hat das Bundesumweltministerium sehr schön geschrieben dieses Gesetz. aber sie kriegen es nicht beschloss und scheitern damit eben vor allen Dingen am Landwirtschafts- und auch am Verkehrsministerium die das einfach nicht wollen. denn Artenvielfalt, das unterscheidet es ein bisschen vom Klimaschutz wobei man die beiden eigentlich immer zusammen denken muss.
Denn das ist im Grunde sind Klimakrise und Artenkrise eine Symptom von der Naturkrise und hängen eng zusammen. aber Arten vielfalt braucht noch mehr Fläche. ohne Fläche bekommt man's nicht hin und Fläche kann man immer nur einmal nutzen entweder man hat darauf einen Maisacker oder man hat da drauf eine Wiese.
Entweder die Kuh steht im Stall und frisst den Mais oder sie steht auf der Wiese und grast. Und es gibt natürlich schon eine gewisse Konkurrenz, ne? Genau! Das ist ein Machtkampf und den verliert immer die Natur bis jetzt. Welche Rolle spielt die Agrar-Lobby? Die ist natürlich riesig. Vor allen Dingen haben wir einen Agrarminister, der Lobby wirklich entspricht muss man sagen.
Der Bauernverband ist einfach extrem Einflussreich. Obwohl er die Interessen Landwirte, die von ihrem Boden ja auch abhängen meiner Ansicht nach nicht gut vertritt. Aber er macht es halt trotzdem. Okay was bedeutet das eigentlich jetzt konkret? Deutschland liefert nicht! Das heißt zu der Konferenz, die jetzt im Oktober stattfindet, stehen wir dann da quasi mit blanken Händen oder... Was kann die EU überhaupt präsentieren?
Also zurzeit haben nur ein Bruchteil der EU-Mitgliedstaaten ihre Wiederherstellungspläne abgegeben. Die meisten bekommen das nicht hin. Und ja, die Frage ist tatsächlich wie wir da jetzt auftauchen. Die EU gilt immer als sehr progressiv in solchen Umweltverhandlungen muss aber zugeben dass sie ihre eigenen Hausaufgaben eigentlich nicht gemacht hat.
trotzdem ist es zu wünschen weil diese Verhandlungen auf UN-Ebene sowieso unter einem großen Druck stehen trotzdem irgendwie kursbewahrt, auch wenn es nicht ganz glaubhaft ist. Also das Plastikabkommen – es gibt ja einen UN-Plastik-Abkommen gegen Vermüllung – ist im Grunde genommen in der Schwebe. ob das überhaupt weitergeht?
Ob die Verhandlungen die letzten sind geplatzt oder ob das zu einem Abschluss gebracht werden kann? Klimaverhandlungen gerade ganz schwierig. Das entspricht einfach der Weltlage dass in ganz vielen wichtigen Ländern gibt's ein Rechtsruck. da spielt Umweltpolitik überhaupt keine Rolle mehr. Diese ganzen Kriege machen Diplomatie sowieso schwieriger.
Und da überhaupt noch einen Verhandlungsvorschritt zu bekommen, ist sowieso schon schwer und man muss da jetzt einfach retten was zu retten ist tatsächlich. Gibt es vielleicht von den drei und zwanzig Zielen ein Ziel wo du sagst, wo man echt dran bleiben muss? Da darf man nicht von abweichen. Ich glaube, man sollte da nicht über die Ziele gehen.
Weil in dem Moment wo man sagt dieses Ziel ist wichtig davon weichen wir nicht ab gibt man ja die anderen Preise. ich glaube wichtiger ist es dass sich die Staaten die zwar sagen Wir sind noch nicht so weit wie wir sein wollten aber wir wollen das trotzdem umsetzen wir bleiben bei diesen zielen wir geben die nicht auf Dass sie sich zusammen tun Ja also und dass die eine starke Allianz bilden Und vielleicht zu sehen dass Sie Nicht alle mitnehmen Die Länder, die einfach sagen wir wollen diese Umweltabkommen gar nicht mehr und diese Umweltpolitik auf UN-Ebene.
Dass man sie zurücklassen kann und dass so eine Koalition der Willigen gibt, die sagen wir halten aber trotzdem an diesen Zielen fest. das ist glaube ich das Mindeste was man im Moment versuchen muss. es ist nicht viel aber besser als nichts. Was können wir denn als einzelne tun? Also ich als einzelter Mensch oder vielleicht auch in meiner Kommune Ja, also natürlich mit begrenzter Wirkung.
Aber wenn ich weniger Fleisch esse und ein bisschen darauf achte wo die Sachen herkommen ob sie ökologisch und regional erzeugt worden sind dann mache ich ja immerhin schon etwas indem mich die Landwirtersstütze die eben gut vor meiner Haustür produzieren indem ich ein bisschen beim Einkaufen gucke. Die Entwaldungsrichtlinie der EU ist letztes Jahr total ausgehöhlt worden aber das zwingt mich ja niemand irgendwelche Tropenhölzer zu kaufen oder ich kann fair gehandelten Bio-Kakao kaufen in der Hoffnung, dass dafür kein Regenwald geroutet wurde.
Also indem ich selber ein bisschen auf die Lieferketten gucke, kann ich etwas tun. Und ansonsten, ja. Gerade zum Beispiel gibt es einen Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz. für das gibt's richtig viel Geld in der Bundesrepublik. Das hat der jetzige Umweltminister Schneider von seiner Vorgängerin übernommen und gerettet und tatsächlich auch verteidigt.
Da werden in der ganzen Republik Projekte angestoßen ganz kleine zum Teil. man renaturiert ein Bach oder so. Und dass ist der Versuch Naturschutz mit Klimaschutz zu verbinden. Und da kann man ja mitmachen! vor Ort auf lokaler Ebene und gucken, was gibt es denn da in meiner Region für Projekte? Und ich mache damit.
Ich zeige dann auch politisch hier, dass ich mich dafür interessiere, was passiert und das muss erhalten werden und vorangetrieben werden. Herzlichen Dank Heike, dass du gekommen bist über die Krise aber auch über Rettungsmöglichkeiten nachgedacht hast! Vielen Dank für die Einladung! In acht Stunden Fahrt schafft man es von Berlin zum Espresso nach Italien oder an die Blaubeeren nach Schweden... zu den Bomben in die Ukraine.
Wo sich die Menschen seit vier Jahren gegen die russische Invasion wehren, wo jeder und jede sich mit dem Krieg auseinandersetzen muss? Und wie in Deutschland? Was geht uns das ansagen manche oder auch – das ist gar nicht unser Krieg! Warum uns dieser Krieg aber doch etwas angeht, darüber spreche ich jetzt mit dem Blätter-Redakteur Steffen Vogel.
Hallo Steppen! Steffen, du warst Zivildienstleister. Du schreibst seit Jahren in den Blättern über die Ukraine und in deinem Artikel Pacifisten im Krieg greifst du eine uralte Frage der Menschheit auf – den Widerspruch zwischen Pazifismus und dem bewaffneten Kampf für eine gerechte Sache. Was war der Auslöser für dich diesen Text zu schreiben?
Die vielen Diskussionen, die ich in letzten Jahren geführt habe weil viele Leute in meinem Umfeld, die die Ukraine unterstützen fragen sich natürlich jetzt kann ich als ehemaliger Ziviliensleister, als Pazifist, als jemand, der seine Kinder gewaltfrei erzieht. Kann ich dafür eintreten, die Ukraine Waffen zu schicken?
Kann ich da vereintreten... ...die Bundeswehr zu stärken um gegen Russland abzuschrecken? Kann mich plötzlich vor Seite mit den NATO wiederfinden weil sie auch die Ukraine unterstützt? und viele Leute, die ich kenne machen das so mit Bauchschmerzen. Und dann kenn' ich wieder andere, die aus ganz ähnlichen Gründen sagen Sie können die Ukraine nicht unterstützen weil sie dann auf der Seite mit Imperialisten sind oder plötzlich eine Gewalt befürworten müssen, die doch eigentlich gegen alle Werte der Zivilisation stehen und gegen all das was man in der friedlichen Bundesrepublik so erreicht zu haben glaubt nach den Beschrecken des Zweiten Weltkrieges.
Aber das ist ja natürlich eine Diskussion, die bisher noch sehr theoretisch ist, ne? Also viele Leute machen sich ja auch darüber gar keine Gedanken weil der Krieg eben weit weg scheint. Ja aber die wird natürlich praktischer an dem Moment wo jetzt die Debatte um die Werbpflicht kommt Und sie wird dann auch praktisch wenn es darum geht soll man wirklich so viel Geld für Hochrüstung ausgeben dass man vielleicht auch lieber in die Bildung stecken würde oder in die Rente.
Das rückt ja näher! In deinem Text gehst du natürlich auf die aktuelle Debatte ein, aber um das Problem zu veranschaulichen hast Du dir George Orwell rausgegriffen an der bekanntesten englischen Schriftstelle des letzten Jahrhunderts? Warum George Orrell? Orwell schicken am Text stellvertretend für viele andere, die vor neunzig Jahren auch von einer ziemlich schwierigen Entscheidung standen.
Man denkt rückblickend immer Ah ja, in den dreißigvierziger Jahren war das klar. Da gab es die bösen Nazis und jede aufrechte Menschwort gegen die aufstehen und versuchen sie zu besiegen damit nicht die Welt hier oben. Aber die Diskussion damals waren viel schwieriger Und für viele Leute war das eben auch eine Gewissensfrage.
Kann ich als Pazifist oder als Linker für ein starkes Militär sein? Für Aufrüstung und Orwell zum Beispiel? Das wissen viele gar nicht weil Sie ihn so vor allen Dingen als antitheteritären Mahner- oder dystopischen Schriftsteller kennen. Ich stand ziemlich weit links, war ein Libertärer Sozialist der für eine Revolution in England ledierte.
Ein Antikapitalist aber während der Kriegsjahre war für ihn ganz klar wir müssen England verteidigen und die britische Demokratie gegen den Zugriff der Nazis verteidigend. damals stand ja im Raum dass das die Wehrmacht an Invasionen in England durchführen könnte. Und vor Orwell war in dem Moment klar so sehr ich diese britische Oberschicht verachte.
Und so sehr ich will, dass sich hier was grundlegend in diesem Land und so Unfall kommen die britische Gesellschaften so ungerecht sie ist. Ich muss jetzt etwas machen. er hat sich dann freiwillig zum Militär gemeldet wurde abgelehnt unter anderem wegen seiner Superkulose Ist dann aber Mitglied der Home Guard geworden.
das war eine freiwilligen Miliz Die im Ernst Fall ihre Stadtviertel gegen die Wehrmacht hätte verteidigen sollen. weißt du ob es dann Auslöser gab für diese Entscheidung? Er ausstattgeben waren zwei Sachen. Zum einen hat er klarerkannt, dass die Nazis nicht einfach irgendein gewöhnlicher Gegner waren.
Er stand zwischendurch mal auf dem Standpunkt, der Konflikt zwischen Nazi-Deutschland und den Britischen Empire so etwas wie ein innerimperialistischer Konflekt wäre und dann guter Linke habe sich daraus zu halten... Das ist doch eine Position, die man heute auch nochmal findet oder? Das hört man heute noch im Blick auf ne Ukraine rick genau!
Dass halt die NATO in Russland einfach nur imperialistische Pole sind und Linke sich da nicht auf einen Seite schlagen dürfen. Und Orwell dachte das zwischenzeitlich auch mal. Was ihn dann letzten Endes zum Umdenken bewogen hat, war als er erkannte dass das Nazi Deutschland eben keine Weltmacht unter anderem ist.
Sondern dass da ganz andere Zerstörungsmachten anwege ist eine ganz andere Ideologie der Ungleichheit, der Abwertung von Menschen im Leben und die Vorstellung einer totalitären Beherrschung der unterworfenen Gesellschaften. Führen wir klar in den Nazis Siegen müssen wir uns über alle anderen Dinge keine Gedanken mehr machen.
Dann sind wir einfach Sklaven. Alles, was wir vorerkloppten erreichen zu können in England oder weltweit ist dann weg. Und nur eine freie Gesellschaft die nicht von den Nazis unterworfen wird, die keine überhaupt Veränderungen anstreben. und das war der zweite Punkt. er hat durchaus gesehen dass die britische Gesellschaft alle haben klassen Charakter bei all ihren Ungerechtigkeiten fähig war sich zu verändern.
Dass es da Kräfte gab die in der Lage wären diese Gesellschaft wie ihr sagt jetzt so einer sozialistischen Demokratie zu machen. Es hört sich jetzt so einfach an, wie wir das beschreiben. Da hat er sich dann entschieden für eine gerechte Sache, sich die Hände schmutzig zu machen. Aber was für Gewissenskonflikte das natürlich hervorruft?
Bei den Menschen, die ursprünglich Pazifisten sind und sich trotzdem entschieden haben zur Waffe zu greifen... Also was ist das für grundlegende...? Fragen, die man sich da stellen muss. Bei Orwell war das halt so, er kannte den Krieg. Er war im Spanischen Bürgerkrieg, hatte sehr dich im Schützengraben mit dem Gewehr gegen die Faschisten gekämpft, die damals geputscht hatten gegen die spanische Demokratie und hatte keine Illusionen bei den Kriegen.
Den Krieg fand ja fürchterlich und er meinte es macht im Grunde auch keinen Unterschied ob man für eine gerechte Sache kämpft oder für einer ungerechte kriegt ist immer schrecklich. Und moralisch war ihm auch klar, dass man sich eben wie du sagst, die Hände schmutzig macht. aber Für ihn war klar, wenn man nichts tut macht man sich die Hände auch schmutzig.
Weil wenn ich zulasse dass eine brutale unterdrückerische Macht wie die Nazis gewinnen und ihr Vernichtungsprogramm in die Tat umsetzen können dann bin ich auch schuldig. Das heißt Neutralität in dem Sinne gibt es eigentlich gar nicht? Wenn man nichts macht ist man genauso schuldigt... Genau! Man ist ja ein moralischen Dilemma und muss sich für weniger schlimmes Alter entscheiden.
Er hat den Pazifisten damals vorgeworfen sie seien verantwortungslos. Er ist sogar noch weitergegangen. Die britischen Pazifisten waren in seinen Augen objektiv pro Nazi, weil er eben sagte wer bei uns jetzt gerade die Kriegsanstrengung untergräbt der hilft den Nazis zum Sieg auch wenn er das vielleicht gar nicht will.
deswegen war für ihn ganz klar in diesem Krieg darf man nicht pazifist sein außer natürlich in Deutschland. aber da war es ja doch nicht möglich. man regnet über die nazizeit die natürlich irgendwie auch so Schablone ist an der man solche Fragen ganz gut stellen kann. Aber gleichzeitig fragen sich natürlich auch viele in Deutschland, kann man das überhaupt so vergleichen?
Also wenn ich jetzt Russland gegen die Ukraine anschaue, ist die Analogie denn berechtigt? Kann man das gleichsetzen und sagen, der Kampf gegen ein murderisches Nazi-Regime oder den Widerstand dagegen ist gleichzusetzen mit dem Widerstand gegen die russische Invasion? Man kann natürlich die russische Föderation von heute nicht mit Nazi-Deutschern gleichsetzen.
Russland begeht kein Verbrechen von der Größenordnung der Shoah und Russland hat auch keinen dritten Weltkrieg angefangen, aber Russland ist eine rechtsextreme Diktatur und die Verbrechnen, die es in den setzten Gebieten der Ukraine begeht sind systematischer Natur. Da wird systematisch gefoltert da werden systematischen Menschen unterdrückt.
Auch die Kriegsverbrechen gegen die freien Teile der Ukraine, die Bombardierung des vielen Infrastruktur, das Versteppen von Kindern. Die Zerstörung der ukrainischen Kultur und das Familien von Weizenfeldern sind alles massive Kriegs- verbrechen, die ebenfalls systematisch an Natur sind. Das ist eine hochgradig zerstörerische Macht, die offen erklärt hat, dass ihr Zerstörungswerk nicht in der Ukraine enden soll sondern sich auf weite Teil Europas ausdehnen soll.
Insofern keine Gleichsetzung. aber wir haben es wieder mit einer zerstörtlichen Macht zu tun Und es stellt sich eben wieder die Frage, leistet man dieser Macht als Ukraine bewaffnet Widerstand? Was heißt das? man Dinge tun muss, die man mit dem eigenen Gewissen wahrscheinlich schwer vereinbaren kann oder dass wir diese Macht gewinnen und ist dann durch Unterlassen mitschuldig, dass sie weiter schwer verbrechen begehen können.
Also einige dieser Menschen lässt ihr zu Wort kommen in einem Artikel mit ihren ganzen Zweifeln und Überlegungen. also diese eine Geschichte zum Beispiel wo's darum geht, dass ein Ukrainer sagt Ich wollte eigentlich fliehen, als der Krieg ausbrach. Aber dann hab ich mir überlegt ... Wenn ich jetzt gehe, müssen die anderen, die nicht gehen können, unser Land verteidigen?
Dann gesehen, dass Bauern in seinem Umfeld eingezogen wurden. Eigentlich ist es auch die Machtkonstellation, die's immer schon gab. Die, die sich leisten können, hauen ab und denen nicht weggehen können, müssen kämpfen. Das hat ihn dazu bewogen zu bleiben. Arthin Chapay, der Spurs berührend. Der ist ein o-färmern Alter und auch Vater und Feminist.
Und er kümmert sich viel um seine Kinder und hat einen ganz anderen Lebensentwurf. Er wollte eben nicht Krieger werden. Keiner, der davon traut, auf der Barricade zu stehen und den Revolutionskampf anzuführen, sondern halt irgendwie ein ganz friedwärtiger Mensch. Und der hat einfach gesehen wie lebensrealität ist und das ist eigentlich seinen eigenen Idealen völlig zu widerläuft wenn er sich absetzt und die Busfahrer und Bauern den Krieg auswechten lässt.
Das beeindruckend! Mich wird jetzt doch noch einmal die Parallelin nochmal interessieren. Also gab es auch in der Ukraine so einen Moment für Menschen, der eher links-pazifistisch eingestellt sind? Also gab's da so ein Moment wie bei George Orwell – wie du das geschildert hast -, dass sie beschlossen haben ja wir kämpfen für unser Land, auch wenns nicht perfekt ist.
Viele ukrainische Linke, die sich fragen, wie können Sie es begründen, dass sie als Linker oder Anti-Militaristen in der Armee kämpfen, denen dann immer wieder butcher! Das Massaker an Zivilisten in dem Vorort von Kiev, das relativ zu Kriegsbeginn entdeckt worden ist als die ukrainischen Truppen diese Stadt befreit haben.
Und das war für viele entweder ein Auslöser oder eine Bestätigung dafür dass es eben nicht egal ist wie diesen Krieg gewinnt sondern dass sie sich da mit einem Gegner zu tun haben der keinerlei Rücksicht nimmt für den Menschenrechte völlig egal sind und dessen Soldaten Zivilistinnen Einfach so auf der Straße vom Fahrrad schießen, wenn es ihnen gerade passt.
Den ganzen Dorf in den Keller sperren mit zu wenig Wasser und Essen und die nach Wochen wieder rauslassen und denen es dann egal ist ob die alten Leute das überleben. Das ist eben die Analogie zu einem Orwell, der erkennt dass Nazi Deutschland eine viel zerstörerische Macht ist als die anderen Großmächte, die ja eigentlich auch ablehnt und die da eigentlich auch nichts erschaffen haben möchte.
Und so ähnlich stellen sie heute einen ukrainischen Linke Die Abwägung die sagen okay der ukrainische Staat Der ist grob, der ist neoliberal. Das ist nicht das was wir uns erträumen aber gegenüber so einer brutalen Diktatur die solche Massaka verantwortet verteidigen wir die Ukraine aber dann doch nicht ganz selbstverständlich Aber da müssen sie doch verteidigend.
Trotzdem fragen sich hierzulande immer noch viele Menschen Was geht uns dieser Krieg eigentlich an? Also ein Narrativ der Rechten ist ja hier immer es ist nicht unser Krieg. Viele Linke sagen das auch. Wie weit ist das unser Krieg, wie weit ist dieser achthundert Kilometer entfernte Krieg? ein Thema, das uns auch betreffen muss?
Unser Krieg ist es in dem Sinne glücklicherweise nicht als wir uns nicht im Kriegsverstand mit Russland befinden und die westlichen Regierungen ja auch alles unternehmen um das zu vermeiden. Aber durch die Waffenlieferung sagt zum Beispiel der Ministerpräsident Kretschmer sind wir schon Kriegsparteig!
Ja wir können nicht neutral sein. weder wie jetzt Einzelpersonen noch unsere Regierung dürfen das weil wie ich schon angedeutet habe Die Pläne des Kremels eben auf die gesamte Sicherheits- und Friedensordnung Europas ziehen. Das ist ein offenes Großmachtstreben, das darauf zielt eine Einflussphäre in Osteuropa herzustellen.
Das betrifft Staaten, die zur europäischen Union gehören wie die baltischen Staaten wie Polen, Rumänien, Bulgarien... Und das geht offen mit dem Wunsch anher, die europäische Union zu schwächen oder zu zerstören. Wir müssen uns positionieren in irgendeiner Form? Also das Ausweichen und sagen der Krieg ist weit weg!
ist eigentlich keine Position, genau wie George Orwell das damals schon formuliert hat. Würdest du diese Analogie treffen? Die würde ich ohne Weiteres treffen! Die Ukraine ist in den Plänen Moskau nur der erste Schritt für weitere Eroberungen und weitere Angriffe. Wir sind ja jetzt schon, wie sich die Drohenangriffe ausgeweitet haben und polnisches und rumänisches Territorium erreichen.
wir haben den glücklicherweise klümpflich ausgegangen im Zwischenfall am Leipziger Flughafen gesehen. Wir wissen auch durch Satellitenaufnahmen, dass Russland an der Grenze zu Finnland massiv in militärische Anlagen investiert. Dass dort Platz geschaffen wird für ein militärisches Gerät und Kaserne. Wir wissen das es Drohnenabschussrampen an der Grenze zu Polen und Symbaltikum gibt die nicht dafür gedacht sind die Ukraine anzugreifen sondern die ganz offensichtlich dazu gedacht sind NATO-Gebiete anzuggreifen.
Man kann hoffen, dass sie defensiv gemeint sind. Aber solange sie offensiv gemeinsam können und so lange wir wissen wie der Kreml seinen Krieg begründet mit welchen imperialistischen Zielen er sie begründete, solange müssen wir uns darauf einstellen das wir auch ins Fadenkreuz geraten könnten. Das ist kein Regionalkonflikt zwischen der Ukraine und Russland sondern das ist ein Konflikt bei dem es um die Zukunft des europäischen Kontinents geht und damit betrifft das jeden von uns ganz existenziell in der Frage ob wir sicher unfriedlich erleben können in den nächsten Jahren.
Du bist ein Linker, du bist ein Intellektueller. Wie würdest du jetzt deine eigene Bubble dann auch selbstkritisch vielleicht darauf hin nochmal bewerten? Wird da genug geschaut und wird da genug diskutiert? Mich erschreckt wie wenig Leute sich wirklich emotional intellektuell davon berühren lassen, was in der Ukraine geschieht von den Verwüstungen vom Leben der Zivilisten... von Leuten, die so sind wie wir.
Die auch ihre linken interaktuellen Leben gelebt haben in Kiev oder Kharkov oder Odessa und jetzt plötzlich alles hinter sich lassen müssen um an die Front zu gehen und sich das verteidigen weil sie für sich keine andere Lösung sehen oder für die Freiheit, die Sie erforderlich halten wollen. Das wird ja oft noch beiseite getränkt und gerne abgewert.
mit Diskussionen aus der Feldherrenperspektive über Staaten und ihren Interessen über Geopolitik Und in diesen abstrakten Debatten geht viel von den Erfahrungen, die da gemacht werden verloren und es tritt so eine eigentümliche Distanz zum Geschehen ein. Zu einem Geschehn, das uns eigentlich betreffen sollte.
Herzlichen Dank, Steffen! Gerne Die Zeit ist rum. Diesmal gab sogar vier Gespräche im Podcast. Lieber Steffen, lieber Albrecht... Ihr habt das vorhin ja schon erwähnt? Es steht ne Menge im Oktober an. Was können wir in November helfen? Ja, das Lustige ist dieses Heft macht sich zwar nicht von selbst aber wir haben das große Glück dass wir mit unserem großen fest zu siebzig jahren blätter zwei tolle podien haben und wir werden sie und ich gehe davon aus die werden inhalt schwanger sein da werden wer sie abdrucken redigiert natürlich und den anfang macht das podium zur innenpolitik mit unseren beiden neuen sociologen als mitt herausgebern Und zwar steffen mau und oliver nacht bei die sich nach den drei landtagswahlen und ein blick voraus auch auf der frage tragen was passiert mit der deutschen politik im inneren.
Ja, und das zweite Podium wirft einen Blick auf die globale Lage. Nämlich mit Blick auf Die Mithörmste in den USA im November. Und Nicole Deitelhoff und Christina Marina werden einordnen was die Wahlen angesichts einer zunehmend chaotischen Weltlage angesichts des Ukraine-Krieges, des Krieges in der Ost-, aber auch mit Blick Auf die USA selbst bedeuten können.
Genau! Damit stellen wir vier unserer acht neuen Herausgeber vor, die uns gewissermaßen jetzt neu komplettieren. Das wird ein spannendes Event glaube ich... Wir hoffen es drauf. Und wir empfehlen allen schon das nächste Heft, da könnt ihr's nachlesen. Dann bleibt mir nur zu sagen vielen Dank fürs Zuhören und vielen Dank für's Mitmachen!
Ich freue mich schon sehr aufs nächste Hefft und den Podcast. Bis zum nächsten Mal!