CactusPodcast· Folge 43

CactusPodcast 043 – Im Gewächshaus und drumherum

Freitag, 18. Juli 2025 · 40 min

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Shownotes

CactusPodcast 043 – Im Gewächshaus und drumherum

18. Juli 2025 · CactusPodcast

Eine Sammelfolge aus dem Gewächshaus: neue Kakteen-Podcasts, Pflanzenethik, Dornenhilfe, Doppelfolie, Welwitschia – und sieben gestohlene Schildkröten, die wieder nach Hause fanden.

Nach einer längeren Pause hat sich einiges angestaut. Deshalb geht diese Episode nicht nur ins Gewächshaus, sondern auch ein gutes Stück drumherum: Ulrich entdeckt einen zweiten deutschsprachigen Kakteen-Podcast, denkt über Ethik und Artenschutz nach und erzählt von einem Screenshot, der überraschend teuer wurde.

Dazu kommen praktische Fragen aus der Gärtnerei: Wie bekommt man feine Dornen aus dem Finger? Warum liegen auf manchen Gewächshausdächern zwei Folien? Was macht Welwitschia mirabilis so außergewöhnlich? Und wie endete die Geschichte der sieben verschwundenen Schildkröten?

Im Gewächshaus und drumherum

von Ulrich Haage | CactusPodcast

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Kapitel

Geschichten

Frag den Kaktusgärtner

Transkript

Shownotes

Host und erwähnte Stimmen

Die Menschen in dieser Folge

Host

Ulrich Haage

Kaktusgärtner, Blogger und Podcaster bei Kakteen-Haage in Erfurt. In dieser Sammelfolge verbindet Ulrich Beobachtungen aus der Podcastwelt mit Technik, Pflanzenwissen und einer ziemlich persönlichen Geschichte aus der Gärtnerei.

Podcastkollegen

Lucas und Tobias

Die Stimmen hinter Im Gewächshaus (lucas-greenhouse.de/pages/podcast), einem deutschsprachigen Podcast über Kakteen und andere Sukkulenten. Themen wie Pflanzenethik, Artenschutz und verantwortungsvoller Handel geben Ulrich den Anstoß für diese Folge.

Kapitel der Episode

Die Zeitmarken der Audiofassung.

• Da isser wieder – eine Sammelfolge

• „Im Gewächshaus“ – der neue Kakteen-Podcast

• Podcast-Umschau

• Ethik bei Pflanzen

• Verbotene Gewächshausfotos und Abmahnung

• Frag den Kaktusgärtner: Dorn im Finger

• Frage an die Schwarmintelligenz: Pitahaya

• Doppelfolie auf dem Gewächshausdach

• Welwitschia mirabilis

• Die gestohlenen Schildkröten

• Nachtrag: Alle sieben sind wieder da

• Der wilde Ritt im Rückblick

• Ausblick auf Folge 044

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Kakteengeschichten · Begleitartikel

Vom Podcastteich bis zum Gewächshausdach

Nach längerer Pause ist aus einer einzelnen Idee eine Sammelfolge geworden. Das verbindende Motiv ist das Gewächshaus: als Podcastname, als Ort für Pflanzen und Technik, als Bildmotiv – und als Schauplatz einer Geschichte, die weit über Kakteen hinausführt.

Ein zweiter deutschsprachiger Kakteen-Podcast

Mit Im Gewächshaus bekommt der CactusPodcast Gesellschaft. Lucas und Tobias sprechen über Kakteenerde, Bestäubung, Aloe-Hybriden, Baumarktpflanzen und illegale Wildentnahmen. Besonders hängen bleibt ihr Blick auf Nachhaltigkeit, Pflanzenethik und verantwortungsvollen Handel.

„Mit zwei Podcasts haben wir immerhin eine Verdoppelung geschafft.“
— Ulrich Haage

Das ist keine bezahlte Empfehlung. Es ist Freude darüber, dass ein Thema größer wird, sobald mehrere Stimmen darüber sprechen.

Artenschutz und Pflanzenethik sind nicht dasselbe

Artenschutz hat klare Regeln und internationale Abkommen. Pflanzenethik beginnt oft früher: bei der Frage, woher eine Pflanze stammt, wie sie vermehrt wurde, warum Seltenheit Preise treibt und welche Folgen das eigene Sammeln haben kann.

Die jüngere Perspektive von Lucas und Tobias bringt Ulrich dazu, die eigene Haltung neu zu prüfen. Das Ergebnis ist keine fertige Lehrmeinung, sondern eine offene Frage an die Community: Wo beginnt für uns ein fairer Umgang mit Pflanzen?

„Artenschutz ist nicht gleich Ethik.“
— Ulrich Haage

Verbotene Gewächshausfotos

Ein Screenshot aus dem eigenen Pinterest-Account enthielt ein fremdes Foto eines alten viktorianischen Gewächshauses. Der Screenshot war selbst angefertigt – das darin sichtbare Bild aber nicht. Daraus wurde eine Abmahnung über knapp 400 Euro und eine auf ein Jahr begrenzte Nutzungslizenz.

Das ursprünglich verwendete Foto kann nach Ablauf dieser Lizenz nicht mehr gezeigt werden. An seiner Stelle steht nun eine eigens für diese Folge geschaffene Gewächshausszene. Die Geschichte bleibt – als ziemlich teure Erinnerung daran, dass auch ein selbst angefertigter Screenshot fremde Bildrechte nicht aushebelt.

Warum zwei Folien auf dem Gewächshausdach?

Bei einem Foliengewächshaus liegen die beiden Häute nicht einfach lose übereinander. Ein kleines Gebläse hält zwischen ihnen ein Luftpolster. Diese ruhende Luftschicht verbessert die Wärmedämmung und stabilisiert die Folie gegen Wind.

Entscheidend sind saubere Befestigung, ein gleichmäßiger niedriger Druck und möglichst dichte Übergänge. Zu wenig Luft lässt die Folien aufeinanderliegen; zu viel Druck belastet Material und Konstruktion. Kondenswasser, Lichtverlust und die spätere Reparierbarkeit gehören ebenfalls zur Planung.

Das Prinzip ist einfach, die Details sind es nicht: Dachform, Folienqualität, Windlage und vorhandene Lüftungen bestimmen, wie gut die Lösung funktioniert.

Welwitschia mirabilis – zwei Blätter für ein langes Leben

Welwitschia mirabilis gehört zu einer sehr alten Entwicklungslinie der Nacktsamer und ist heute die einzige lebende Art ihrer Familie. Nach dem Jugendstadium bildet sie nur zwei dauerhafte Laubblätter. Diese wachsen an ihrer Basis kontinuierlich weiter, während Wind, Sand und Alter die Enden in lange Streifen zerfasern.

Ihre Heimat ist die Namib. Feuchte Küstenluft und Nebel spielen dort eine wichtige Rolle: Wasser kondensiert an Pflanze und Boden und kann so den Wurzelraum erreichen. Die häufig erzählte Vorstellung, die Pflanze nehme den Nebel hauptsächlich direkt über ihre Blätter auf, gilt dagegen nicht als gut belegt.

In Kultur ist Welwitschia keine klassische Sukkulente und braucht während des Wachstums regelmäßig Wasser. Gleichzeitig verträgt ihr empfindliches Wurzelsystem grobe Eingriffe schlecht. Das macht sie weniger zu einer Anfängerpflanze als zu einem langfristigen Kulturprojekt.

Sieben gestohlene Schildkröten

Anfang Juni 2025 verschwanden sieben Griechische Landschildkröten aus dem Gelände bei Kakteen-Haage. Für ihren über 90-jährigen Halter und früheren Gärtnermeister waren sie langjährige Weggefährten. Die Anteilnahme war entsprechend groß: Menschen aus der Nachbarschaft, Social Media, Polizei und Medien halfen bei der Suche.

Vier Tiere wurden zunächst kurz vor Mitternacht in einer Einkaufstüte vor dem Tor abgestellt. Drei blieben verschwunden – bis die Polizei auch sie zurückbrachte. Nach dem bekannten Stand waren die Tiere online zum Verkauf angeboten und anhand ihrer markanten Zeichnungen identifiziert worden.

Nachtrag: Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren zunächst vier Schildkröten zurück. Wenig später kamen auch die drei übrigen Tiere wohlbehalten nach Hause. Alle sieben sind wieder vereint.

Was von dieser Sammelfolge bleibt

• Gute Podcastnachbarschaft macht ein Nischenthema größer.

• Artenschutz und Pflanzenethik gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.

• Ein Screenshot beseitigt keine fremden …

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