
CactusPodcast· Staffel 1· Folge 44
CactusPodcast 044 – Philipp inside DKG: Deutsche Kakteengesellschaft
Sonntag, 10. August 2025 · 52 min
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Shownotes
CactusPodcast 044 – Philipp inside DKG – Deutsche Kakteengesellschaft
10. August 2025 · CactusPodcast
Ich bin Ulrich Haage und ich bin heute auf Podcast-Exkursion. Genau gesagt melde ich mich aus Hamburg, Hauptbahnhof, auf Gleis 11. Und ich bin auf dem Weg zu meinem heutigen Gast. Wir treffen uns heute in einer Gärtnerei, und ich rechne damit, dass mir heute mindestens so viele Stacheln begegnen wie zu Hause in den Gewächshäusern.
Rosen?
Ich treffe heute Philipp bei seiner Arbeit – und ich dachte zunächst: in einer Rosengärtnerei. Warte! Es geht heute trotzdem um Kakteen!
Philipp ist Mitte 20 und ich mutmaße, dass er seit etwa 15 Jahren vernarrt in Kakteen ist. Mit zwölf hat er den Umweltpreis der Stadt Chemnitz bekommen. Er hat einen Brief an seine Oberbürgermeisterin geschrieben und sich für den Erhalt des Botanischen Gartens eingesetzt. Er ist Künstler, malt in seiner Freizeit und ist seit 2025 Master of Science (M.Sc.) im Produktionsgartenbau der HTW Dresden.
In seiner Bachelorarbeit hat er sich tief in ein ziemlich spannendes Thema eingearbeitet. Ganz grob: Es geht um Pflanzenlicht bei der Kultur von Lophophora.
Last but not least engagiert sich Philipp bei der Deutschen Kakteen-Gesellschaft und kümmert sich dort um die Social-Media-Belange.
Und ich bin echt neugierig, was er uns darüber erzählt.
Ich habe jetzt eine Verabredung.
Philipp inside DKG – Deutsche Kakteengesellschaft
von Ulrich Haage und Philipp Heidel-Weizel | CactusPodcast
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Podcast-Exkursion · Bilsen bei Hamburg
Ein Gespräch zwischen 5.000 jungen Araukarien
Wir sind im Gewächshaus und wir gucken heute auf Araukarien – weil ich mit meiner Erwartung völlig falsch lag!
Wir sind heute nicht bei Rosen Kordes, sondern bei Kordes Jungpflanzen. Hier werden keine Rosen angebaut, sondern Jungpflanzen für Baumschulen in ganz Europa produziert. Vorhin hatten wir noch einen kurzen Schnack mit Christian Kordes, dem Chef. Philipp ist hier in der Gärtnerei in der Züchtung tätig.
Vor uns auf den Tischen stehen etwa 5.000 Araukarien-Sämlinge. Ich habe so etwas vorher noch nicht gesehen. Man kann die Araukarien schon erkennen. Manche tragen wie ein kleines Hütchen noch die Reste der Samenhülle oben am Austrieb – und die wachsen hier vor sich hin.
Es ist richtig schön warm, die Sonne scheint, und wenn ihr zwischendurch ein lautes Quietschen und Getöse hört, dann ist das die automatische Schattierung, damit es uns nicht unangenehm warm wird. Manchmal gibt es auch Flugzeuge oder anderes Geflügel über uns.
Jetzt die erste Frage: Wie bist du zu den Kakteen gekommen?
„Dann bin ich dieses Rabbit Hole immer tiefer hinabgestiegen.“
— Philipp Heidel-Weizel
Mehr über die Menschen im CactusPodcast (cactusblog.de/menschen-im-cactuspodcast)
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Kapitel der Episode
Die Zeitmarken passen zur veröffentlichten Audiofassung.
• Podcast-Exkursion ab Hamburg Hauptbahnhof
• Zwischen 5.000 Araukarien bei Kordes Jungpflanzen
• Philipps Weg zu den Kakteen
• Botanischer Garten, Umweltpreis und frühes Engagement
• Überlebensstrategien, Klimawandel und Faszination
• Eine dynamische Sammlung statt Vollständigkeit
• Kakteen als Weg zu anderen Menschen
• Wer begegnet sich in der DKG?
• Generationenwissen und der erste Ortsgruppenabend
• Instagram: junge Mitglieder sprechen junge Menschen an
• KuaS, Bibliothek, Publikationen und Archive
• Schwestergesellschaften und Arbeitsgruppen
• Ein Platz für Fensterbrettsammler und Profis
• Ehrenamt, Lebensphasen und Entschleunigung
• Ein pflanzliches Mitbringsel und ein extremer Kaktus
• Zurück auf Gleis 5
Kakteen für die Ohren
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Transkript · redaktionell gekürzt
Philipps Weg zu den Kakteen
Philipp: Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau. Ich interessiere mich schon mein Leben lang für Pflanzen. Schon in der Schule war ich in einer Botanik-AG im Botanischen Garten in Chemnitz – da komme ich her. Pflanzen waren immer irgendwie interessant für mich.
Das mit den Kakteen kam ungefähr zu Beginn meines Studiums. Ich habe Gartenbau in Dresden studiert, und im Zierpflanzenbau ging es los. Dann bin ich dieses Rabbit Hole immer tiefer hinabgestiegen.
Also: Es sind keine 15 Jahre, wie du es vorhin erzählt hast.
Ulrich: Weißt du, was dich angefixt hat? Hast du den Stich erlebt, als der Kakteen-Virus bei dir injiziert wurde?
Philipp: Auch das weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich habe mir irgendwann einmal einen Kaktus auf die Fensterbank gestellt – eine Mammillaria geminispina. Dazu kam irgendwann ein zweiter und ein dritter und ein vierter, und dann war die Fensterbank voll. Danach war die nächste Fensterbank dran.
Ulrich: Du bist zwischendurch sogar umgezogen, weil die Fensterbretter voll waren?
Philipp: Nein, nein, das nicht. Aber ich hatte in der nächsten Wohnung tatsächlich ein paar Fensterbretter mehr.
Ulrich: Deine Eltern haben dich dabei unterstützt?
Philipp: Oh ja, doch, das kann man so sagen. Meine Mutter hat mir zum Geburtstag einmal einen Gutschein für das CactusWorkCamp geschenkt. Das war unsere erste Begegnung.
Mentoren und die Faszination für Kakteen
Ulrich: Gab es jemanden, der dich bei deinen ersten Kakteen begleitet hat? Einen Mentor, der dir bei den ersten Sammlungen und Pflanzen geholfen und erklärt hat, wie das geht? Oder hast du dir alles selbst erobern dürfen?
Philipp: So richtig an die Hand genommen wurde ich nicht. Ich habe mich viel in Büchern und Foren belesen. Wahrscheinlich gab es eine ganze Menge Leute, die mich inspiriert haben. Aber wenn ich jetzt anfangen würde, Namen aufzuzählen, würde ich vermutlich irgendjemanden vergessen.
Ich blättere gern durch die „Kakteen und andere Sukkulenten“, kurz KuaS, und bleibe an verschiedenen Artikeln hängen – vor allem an Reiseberichten. Aber auch dort gibt es keinen einzelnen Autor, der mich ganz besonders beeinflusst hätte.
Wenn es in der Pflanzenwelt etwas gibt, das bei mir ganz am Anfang das Interesse geweckt hat, dann war es die Zeit im Botanischen Garten in Chemnitz. Dort gab es einen Lehrer im Schulbiologiezentrum, der diese AG betreut hat. Er hat mich in das ganze Thema Pflanzen hineingebracht – nicht speziell in die Kakteen. Aber ich bin ja vielseitig interessiert, sonst würde man als Kakteenliebhaber wahrscheinlich auch nicht in einer Baumschule landen.
Das kann man als den Anfang …