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CL074 Sternbilder aus aller Welt: Wie verschiedene Kulturen den Himmel lesen

Donnerstag, 11. Dezember 2025 · 35 min

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Shownotes

Die Episode über Sternkarten und Himmelsmythen rund um den Globus
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Wie blicken unterschiedlichen Kulturen in den Himmel?

In dieser Folge reisen Eva und Elka zu den faszinierendsten Sternbildern der Welt: von den chinesischen Mondhäusern über das „Emu im Himmel“ der Aboriginal Peoples bis hin zu arabischen Sternnamen und den Himmelsgeschichten indigener Gruppen Nordamerikas.
Wie lesen unterschiedlich Kulturen den Himmel? Welche Geschichten, Kalender und kosmologischen Systeme haben sie daraus entwickelt?

Reise über den Nachthimmel

Moderne Sternenkarten mit den offiziellen 88 Sternbildern wurden von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) 1928 normiert und basieren fast ausschließlich auf westlichen und griechischen Sternbildern wie zum Beispiel Orion, der Cassiopeia oder den Tierkreiszeichen.

Weltweit existieren faszinierende und vielfältige Himmelstraditionen: von der hochentwickelten chinesischen Astronomie über die Sternbilder der Aboriginal Peoples Australiens bis hin zu arabischen und nordamerikanischen indigenen Himmelskarten.

Chinesische Himmelstradition:

Über 280 Sternbilder und ein komplexes kosmologisches System

Die chinesische Astronomie zählt zu den ältesten und präzisesten der Welt. Bereits in der Tang-Dynastie (7.–10. Jahrhundert) entstanden detaillierte chinesische Sternkarten. Der Himmel ist in 31 Regionen eingeteilt, darunter drei zentrale Bereiche (San Yuán), die den nördlichen Himmelspol umschließen. Entlang der Ekliptik liegen die 28 „Wohnsitze“ (Èrshíbā Xiù), die als Mondstationen dienen und eine wichtige Rolle im chinesischen Kalender spielen. Viele chinesische Sternbilder bestehen nur aus wenigen Sternen, manchmal sogar aus einem einzigen, und unterscheiden sich damit stark von westlichen Sternbildertraditionen.

Die 28 Mondhäuser sind mythologisch den Vier Wundertieren zugeordnet: dem Blauen Drachen, dem Roten Vogel, dem Weißen Tiger und der Schwarzen Schildkröte. Besonders lebendig bleibt die berühmte Legende von Altair und Wega, dem Kuhhirten und der Weberin, die durch die Milchstraße getrennt sind und sich nur einmal im Jahr am „Tag der Liebenden“ (Qixi-Fest) begegnen dürfen. Diese Geschichte zeigt, wie eng chinesische Astronomie, Mythologie und Kalenderkultur miteinander verwoben sind.

Australische Aboriginal Astronomy:

Sternbilder aus Sternen und Dunkelheit

Die Sternbilder der Aboriginal Peoples Australiens gehören zu den weltweit ältesten astronomischen Traditionen. Sie basieren auf mündlichen Überlieferungen, Kunst und Kultur und verbinden Naturbeobachtung mit spirituellem Wissen. Ein einzigartiges Beispiel ist das „Emu im Himmel“ – ein Dunkelsternbild, das nicht aus Sternen, sondern aus den dunklen Staubwolken der Milchstraße besteht. Der Coalsack-Nebel bildet den Kopf des Emus, während sein Körper bis zum Sternbild Skorpion reicht.
Für viele indigene Gruppen dient der Sternenhimmel als Kalender und Orientierungssystem. Der Aufgang bestimmter Sterne zeigt Erntezeiten, Tierwanderungen oder Zeremonien an. Gleichzeitig fungiert der Himmel als kultureller Speicher: Geschichten wie jene vom Fischerhelden Tagai bei den Torres-Strait-Islanders verbinden kosmische Ordnung, soziale Regeln und Navigation über Land und Meer.

Arabische Astronomie:

Sternnamen und Himmelskarten, die die Welt prägten

Zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert war die arabische Astronomie die führende wissenschaftliche Tradition der Welt. Astronom*innen übersetzten, erweiterten und verbesserten das Wissen der Antike. Al-Sufis Buch der Fixsterne (10. Jahrhundert) zählt zu den bedeutendsten Werken: Es enthält präzise Himmelskarten, Sternpositionen und Beschreibungen vieler Sternbilder. Zahlreiche Sternnamen, die wir heute international verwenden, stammen aus dem Arabischen – darunter Altair („der Fliegende“), Aldebaran („der Nachfolgende“), Rigel („der Fuß“), Wega („die Fallende“) oder Deneb („der Schwanz“). Sie zeigen, wie stark die moderne Astronomie auf arabische Wurzeln baut.

Indigene Sternbilder Nordamerikas:

Der Himmel als Spiegel der Erde

Auch die Sternkarten indigener Völker Nordamerikas bilden komplexe Systeme, die eng mit Landschaft, Spiritualität und sozialer Ordnung verbunden sind. Für die Navajo symbolisiert der Himmel ein geordnetes Netzwerk, in dem Sternbilder wie der Revolving Male und die Revolving Female moralische Balance darstellen. Die Lakota sehen in der Milchstraße den Weg der Seelen und ordnen heilige Orte auf der Erde entsprechenden Sternmustern zu. Die Inuit wiederum nutzen Sternbilder zur Orientierung in den extremen Bedingungen des arktischen Winters. Beliebt ist die Geschichte vom Bären am Himmel: Jäger verfolgen den Bären bis an den Firmament, wo sie heute als Gürtelsterne des Orion zu sehen sind – eine Erzählung, die bis heute viele Sternführungen begleitet.

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Evi Hallo und herzlich willkommen wieder zu einer neuen Folge von Cosme Glatte. Mit mir Eva und diesmal dabei Elka. Hallo Elka.

Elka Hallo.

Evi Hallo.

Elka Jetzt war ich ein bisschen zu voreilig. Hallo.

Evi Hallo. Es geht schon, du fährst dich schon so, oder? Weil du ein spannendes Thema mitgebracht hast.

Elka Genau. Es ist ja immer schon länger her dann, dass ich das letzte Mal da war, weil ich ja in größeren Intervallen jetzt dabei bin. Da freut man sich dann besonders.

Evi Ich habe das Gefühl, du bist jetzt in den normalen Intervallen wieder dabei, oder?

Elka Ja, aber früher war es ja noch öfter.

Evi Ja, das stimmt. Umso mehr oder umso größer offensichtlich jetzt deine Freude, dass du wieder hier bist. Du hast auch ein ganz spannendes Thema mitgenommen, was ein bisschen, glaube ich, sogar anknüpft an das Thema von Jana, das sie das letzte Mal mithatte. Da hatten wir über die Plejaden gesprochen. Du hast ja ein ähnliches Thema.

Elka Genau. Also es ist auch ein bisschen passend zur Adventszeit, weil ich mag die Adventszeit sehr gerne. Ich mache ja auch immer jedes Jahr den Science-If-Feminist-Advent-Kalender, wo man jeden Tag eine Frau aus der Technik und eine Erfindung von einer Frau entdecken kann. Also es ist so voll meine Zeit.

Evi Hast du den heuer auch wieder?

Elka Nein, nur den gleichen. Also noch keine Weiterentwicklung. Nächstes Jahr möchte ich ihn weiterentwickeln. Dieses Jahr hatte ich ein anderes Projekt, wie du vielleicht weißt, unser Buch.

Evi Lass mich raten.

Elka Und die Idee für das Thema ist mir auch, gekommen, als ich das im Buch was geschrieben habe über die Sternbilder. Ja, da habe ich natürlich festgestellt, Sternbilder sind sehr eurozentristisch, die Sternbilder, die wir so kennen. Ich möchte ein bisschen über Sternbilder reden, die wir nicht kennen. Das heißt, das ist eine besinnliche Folge.

Evi Verbindest du so Sternbilder mit Weihnachten oder wieso ist das besinnlich für dich, Sternbilder zu betrachten?

Elka Naja, man schaut in den Himmel, es ist so diese Romantik, die ich gerne mag. Ah, da kommt es her.

Evi Okay. Eine romantische Vorstellung vom Himmel beobachten.

Elka Ja, aber ich muss zugeben, es kommt auch ein bisschen brutale Geschichte. Also es ist nicht nur besinnlich.

Evi Okay, das heißt, wir gehen auch ein bisschen in die Welt der Mythen. Habe ich das jetzt richtig erraten?

Elka Genau, ganz genau.

Evi Ich bin schon geschult nach der Folge mit der Jana, kenne ich mich jetzt aus.

Elka Ja, voll. Da hat sie mir ein paar Sachen vorweggenommen. Aber ich hoffe, ich kann euch da ein paar neue Sachen auch erzählen. Aber ich wollte beginnen mit, Eva, hast du ein Lieblingssternbild?

Evi Nein, gar nicht. Also deswegen, ich lasse mich da jetzt sehr gut von dir und dem von der Jana da jetzt dem Ganzen ein bisschen näher bringen, weil ich bin ja keine beobachtende Astronomin. Ich muss mich da jetzt mal outen, dass ich ja eben meine Nächte nicht hinter dem Teleskop da verbringe. Ja, ich glaube, deswegen habe ich wahrscheinlich auch nicht so einen Lieblingsstern.

Evi Weil ich glaube, ich habe auch überlegt, weil ich ja wusste, dass du so über so Sternbilder, Sternkarten sprechen wirst, dass ich jetzt nicht so wirklich auch eine Verbindung in dem Sinne habe, eher wenn dann so Sterne. Also ich habe zum Beispiel schon, was ich ab und zu ganz gerne mache, ist, ich habe diese App am Handy, also Stellarium verwende ich und das zeigt dir ja dann die ganzen Sternbilder, aber eben auch, welche Sterne dort sind oder was du da halt eben siehst, auch die ganzen Planeten natürlich.

Evi Und das mag ich dann schon sehr und es hat dann eher, dass ich zwar mir kurz denke, ah, okay, gut, jetzt sehe ich gerade das Sternbild, aber es ist dann oft eher die Sterne dann drinnen in den Bildern, die mich dann interessieren.

Elka Ja, kann ich auch verstehen. Ich habe nämlich schon ein, ja, nicht mal ein ganzes Sternbild, sondern ein Teil davon, nämlich der Gürtel des Orion, weil es ist einfach... Es schaut einfach so cool aus. Es ist so eine perfekte Linie. Das wird so den inneren Monk in einem sehr befriedigen.

Evi Okay, jetzt habe ich das noch nie betrachtet.

Elka Ja, es ist schon sehr schön, sehr perfekt. Und es gibt auch sehr viele unterschiedliche Namen für diesen Teil des Sternbilds, für den Asterismus. In Argentinien nennen es den Las Dres Marias und ich glaube auch im restlichen Lateinamerika die drei Marien. Und da sieht man das halt so besonders schön in Argentinien, in meinem Auslandssemester. Deshalb mag ich das eigentlich sehr gerne.

Elka Aber es gibt ja, wie wahrscheinlich die meisten von euch wissen, 88 offizielle Sternbilder. Es hat da ganz viele Unterschiede gegeben. Und damit man das mal vereinheitlicht, hat 1928 eigentlich erst die Internationale Astronomische Union beschlossen, was jetzt die exakten Grenzen und die Namen von diesen Sternbildern sind.

Elka Weil das ist ja nicht so einfach, wo ist jetzt die Grenze? Also das ist ja ein Gebiet eigentlich. Es geht nicht nur um diese Verbindungen zwischen einem Punktchen und dem anderen Punktchen, sondern es sind ja Gebiete, die wichtig sind, um etwas zu beschreiben, eine Lage. Und von diesen 88 sind 48 antike Sternbilder, wie die allzeit geliebte Cassiopeia oder die Tierkreiszeichen sind auch antike Sternbilder.

Elka Und die anderen 40 sind aus der Neuzeit. Die haben ja diese sehr, auch sehr coolen Namen wie Luftpumpe oder Mikroskop.

Evi Da gibt es ja ein paar tolle, ja.

Elka Genau, das ist immer, wenn man so nur den Nordhimmel gewohnt ist und diese, ja, die sind sehr... antiken und sehr mystischen Namen, dann ist man ein bisschen geschockt, wenn man zum Beispiel im Planetarium eine Show über den Südhimmel anschaut und dann so absurde Sachen hört wie Mikroskop oder Teleskop.

Elka Aber das war halt damals einfach, um die neuen wissenschaftlichen Errungenschaften zu ehren. Aber trotzdem, sie orientieren sich an europäischen Himmelskarten und man hat eben asiatische, indigene oder arabische Sternbildtraditionen völlig außen vor gelassen.

Evi Liegt wahrscheinlich daran, weil es halt die Astronomische Union war oder die IAU und da werden wahrscheinlich die nicht so vertreten gewesen sein damals, nehme ich an, oder?

Elka Ja, genau. Ich meine, das ist halt auch ein bisschen Eurozentrismus generell in Geschichtsschreibung und überall. Wir lernen halt das Europäische, Nordamerikanische. Das ist halt, wie so unser Weltbild ist, dass auch diese indigene Bevölkerung zum Beispiel nicht so ernst genommen wurde, wurde das primitive Kultur gesehen.

Elka und oft hat man sich da gar nicht so damit beschäftigt, dass die eigentlich teilweise schon sehr fortgeschrittene und hochentwickelte Wissenschaft auch gehabt haben. Oder auch einfach spannende Sternbilder, wie die halt den Himmel interpretiert haben, weil es muss nicht, also nur weil wir da jetzt einen Wagen sehen, heißt das nicht, dass andere Leute da auch einen großen Wagen sehen.

Elka Und besonders die chinesische Astronomie, die war sehr hochentwickelt und die hat ein ganz eigenes System von über 280 Sternbildern.

Evi Okay, spannend.

Elka Und die haben überhaupt keine Ähnlichkeiten mit unseren westlichen Sternbildern.

Evi Ah, okay, also so ganz anders?

Elka Ja, ganz anders, ja.

Evi Okay, sehr, sehr spannend. Gut, dann würde ich aber vorschlagen, bevor wir da tiefer eintauchen in die chinesischen Himmelskarten, machen wir eine ganz kurze Pause und sind gleich wieder da. So, da sind wir wieder und machen jetzt gleich einen Ausflug nach China. Also bin ich ganz gespannt. Ist es eine der ältesten Traditionen vielleicht dort?

Elka Also von denen, die uns bekannt sind, die älteste chinesische Sternkarte ist 7. bis 10. Jahrhundert. Also das ist aus der Tang-Dynastie. Das ist wirklich sehr, sehr alt und auch recht genau eigentlich für diese Zeit. Das ist auch sehr beeindruckend. Und ich möchte eben so einen kleinen Trip durch die Welt machen heute. Wir werden uns drei, dreieinhalb Kulturen eben anschauen.

Elka Und eben der erste Stopp ist jetzt einmal in China. Da könnte man natürlich eine ganze eigene Folge machen. Und ich mache jetzt nur einen Überblick, ist eh klar. Aber mal um so ein Gefühl zu bekommen, wie das funktioniert, die Einteilung des Himmels. Den Himmel haben sie in 31 Regionen unterteilt. Da hat es gegeben die drei großen Bereiche.

Elka Und das hat wirklich geheißen große Bereiche, also nur auf Chinesisch, die im nördlichen Himmelspol sind. Und dann hat es noch gegeben 28 Wohnsitze. Ich habe auch gegoogelt, wie man das ausspricht auf Chinesisch. Schuhe, also es gibt 28 Schuhe und das sind Bereiche entlang der Ekliptik. Das heißt, diese Bereiche haben die Bahn des Mondes und sind so grob mit den Mondphasen und den Mondmonaten verknüpft.

Elka Und übrigens auch ein wichtiger Hinweis, manche kennen ja die chinesischen Sternzeichen. Weißt du dein Sternzeichen? Ja, das, keine Ahnung, Pferd.

Evi Ich vergesse es jedes Mal wieder.

Elka Ich habe es auch wieder vergessen, ja.

Evi Beziehungsweise früher, ich weiß nicht, ob das heute noch ist. Früher hat man ja im chinesischen Restaurant dann oft, auch wenn das ein Neujahr war, das Chinesische ja diesen Kalender bekommen. Und da standen ja dann auch immer die chinesischen Sternzeichen drauf. Aber ich habe jedes Mal was Neues vergessen. Aber ich weiß nicht, wo ich ein Hahn bin oder sowas. Ich habe keine Ahnung. Ich vergesse es immer wieder.

Elka Ich glaube, ich bin Pferd 1990, weil ich mir gedacht habe, ich mag keine Pferde. Warum bin ich ein Pferd?

Evi Ja, ich habe meins, glaube ich, auch nicht gemerkt, weil ich auch nicht so begeistert war von meinem.

Elka Ja, genau. Aber wie soll ich das erwähnen, ist, diese Sternzeichen unter Anfangszeichen haben eigentlich gar nichts mit dem Himmel zu tun. Also es gibt jetzt nicht, wie bei uns mit den Tierkreiszeichen, dass man sagt, ja, die Sonne ist da gestanden und im Himmel ist dieser Bereich, sondern das hat nichts, das hat mehr was mit der Philosophie und der Kultur zu tun, diese Einteilung und hat eigentlich jetzt mit wie sie sich den Himmel eingeteilt haben, gar nichts zu tun.

Elka Da gibt es kein Äquivalent am Himmel. Aber wie man schon gemerkt hat, weil ich gesagt habe, über 280 Sternbilder, die Sternbilder in der chinesischen Astronomie sind viel kleiner und viel feiner gruppiert und manchmal haben die sogar nur ganz wenig Sterne oder sogar nur einen Stern, also es ist dann wirklich ein Sternbild mit nur einem Stern.

Elka Spannend ist aber, dass sie die Namensgebung, die war eigentlich sehr ähnlich, wie wir es jetzt machen, das heißt jeder Stern hat einen Namen bekommen und die Namensgebung Das Muster, wie man das benannt hat, war Sternbild plus die Nummer. Das heißt, in welchem Sternbild ist dieser Stern und ist er der erste, der zweite, der dritte?

Elka Was ja doch bei uns auch recht ähnlich ist. Und diese 28 Wohnsitze, diese Schuhe, die sind auch nach vier großen mythologischen Symboltieren geordnet, nach den vier Himmels, wie sagt man, Nord, Ost, West.

Evi Himmelsrichtungen oder wie?

Elka Ja, genau.

Evi Okay, gern geschieht.

Elka Ja, ich bin so, in der Astronomie kann schon gar keine normalen Himmelsrichtung. Also der Himmel ist schon so mytheologisch. Also die 28 Schuhs, die 28 Wohnsitze, die sind nach den vier Himmelsrichtungen, die aber gleichzeitig mytheologische Symboltiere sind, geordnet. Die vier Wundertiere. Wir haben da den blauen Drachen des Ostens, den roten Vogel des Südens, weißer Tiger des Westens und schwarze Schildkröte des Nordens.

Evi Ach, das finde ich aber süß, dass da eine Schildkröte auch vorkommt.

Elka Ja, also siehst du jetzt, warum ich romantische Inhalte finde? Das ist ja schon sehr, sehr schön.

Evi Ja, cool. Da sind Drachen und den Tiger und dann kommt die Schildkröte im Norden. Cool.

Elka Genau.

Evi Gefällt mir. Gut.

Elka Genau, das ist also nach diesen mystischen Tieren benannt. Diese drei Gebiete, die ich am Anfang benannt habe, ich habe das nicht auf Chinesisch gesagt, weil ich glaube San Yuan, weiß ich nicht genau. Also diese drei Gebiete, die sich um den Himmelsnordpol drehen, die sind aber nicht nach Tieren benannt, sondern nach Gebäuden eher.

Elka Nämlich es gibt das Gebiet des Kaiserpalasts, das Gebiet des Höchstenpalasts und das Gebiet des himmlischen Markts. Und ich finde, da merkt man so, also auch im Vergleich dann, wenn wir zu den indigenen Völkern gehen, man hat halt die Sachen nach dem benannt, was man halt vor sich gehabt hat. Und die hatten halt Kaiserpalast und so weiter.

Elka Die indigenen Völker haben das eher dann nach irgendwelchen Natursachen benannt, weil das halt das war, was sie in ihrem täglichen Leben gehabt haben.

Evi Das finde ich ganz naheliegend. Okay, das heißt aber ganz kurz nochmal für mich zum Zusammenfassen. Das heißt, wir haben diese drei großen Bereiche, die du am Anfang genannt hast, das sind aber extra Bereiche, die, wo hast du gesagt, die sind am Himmelspol.

Elka Himmelsnordpol, ja.

Evi Dann diese Wohnsitze, die sind dann quasi darunter, oder?

Elka Ja, genau.

Evi Okay, okay.

Elka Aber eben die chinesische Völker haben sehr lange nur den Nordhimmel gekannt. Und nicht den Südhimmel. Deswegen haben sie logischerweise diese drei Gebiete und 28 Wohnsitze nur im Nordhimmel gehabt. Und erst später, also am Ende der Ming-Dynastie, so 16. Jahrhundert, hat man dann neue Sternbilder einfügen müssen für den Südhimmel, die man halt bis dahin nicht wirklich gekannt hat.

Evi Okay, cool.

Elka Entwickelt sich natürlich auch weiter. Und am Ende, also das ist schon mal mein Einleitung zu chinesischen Himmelskarten und Sternbildern, am Ende möchte ich dann immer noch eine Geschichte erzählen.

Evi Okay.

Elka Vielleicht kennst du die Geschichte von Kuhhirte und Webermädchen.

Evi Ich glaube, das ist die einzige Geschichte, die ich kenne.

Elka Ja, das ist auch die berühmteste, aber ich finde sie trotzdem nett. Wir erzählen das immer im Planetarium zum Valentinstag, weil nämlich diese Geschichte auch den chinesischen Valentinstag begründet. Also diese Geschichte, die jetzt ein Sternbild eben darstellt, da geht es um Altair. Im chinesischen hat er zwar diesen offiziellen Namen mit Sternbild plus die Nummer, aber es gibt auch traditionelle Namen, die halt gebräuchlicher sind.

Elka Und Altair heißt im Chinesischen der Stern des Kuhhirtens. Also es gibt einen anderen Namen, nämlich Nyo Lang. Und Nyo Lang bedeutet der Stern des Kuhhirtens. Und dieser Hirte, Nyo Lang, hat sich in ein Webermädchen verliebt, nämlich in Jinnu. Und Jinnu ist nichts anderes als der Stern Vega, also der Hauptstern in der Leie. Also die Vega, also eigentlich Chinu, ist eine Weberin und sie ist die Enkeling des himmlischen Herrschers.

Elka Und sie stellt Tag ein und Tag aus die schönsten Stoffe für die Göttinnen und Götter her. Aber eines Tages verliebt sie sich eben in diesen Kuhhirten. Nämlich in den Stern Altair. Die beiden heiraten, die beiden gründen eine Familie. Und wie das so ist, wenn man verliebt ist, das sagen wir zumindest im Planetarium so, vernachlässigt man dann seine Arbeit.

Elka Und die Weberin, kennst du denn nicht dieses Phänomen? Also so war das halt in China anscheinend. Man hat dann seine Arbeit vernachlässigt und die Weberin hat eigentlich kaum noch Gewänder hergestellt für die Götter und für die göttlichen Herrscherinnen. Der Herrscher, der Opa von ihr, war dann außer sich verzorgen und hat die Enkelin brutal von ihrem Mann und den beiden Kindern getrennt.

Elka Und sie hat die beiden so getrennt, dass zwischen ihnen ein unüberwindlicher Silberfluss, Nämlich das schimmernde Band der Milchstraße liegt. Auf der einen Seite haben wir Vega, die Weberin, die für die Götter weiterschuften musste. Am anderen Ufer Altair, der Kuhhirte, der jetzt alleine seine zwei Söhne großziehen muss.

Evi Ganz selten eigentlich, oder? Das heißt, das ist ein alleinerziehender Papa jetzt dann.

Elka Genau, das ist ein alleinerziehender Papa, aber Mutter war halt wichtiger in dem Fall. Die hat halt Gewänder machen müssen.

Evi Die hat auch ein bisschen voll umgedreht, ja.

Elka Aber es ist eine sehr tragische Geschichte, eine traurige Geschichte von zwei Liebenden, die nicht zueinander können, aber einmal im Jahr kommt ein Schwarm Elstern und mit den Flügeln bilden die eine Brücke, sodass die Liebenden zusammenkommen. Und das ist immer am siebten Tag des siebten Mondmonats, wo eben diese Elstern die Milchstraße überspannen und Wege und Altair mit den beiden Kindersternen, also die zwei Pünktchen daneben sind die Kinder, kommen zusammen.

Elka Und in China ist das eben der Tag der Liebenden. Nicht der 14. Februar, sondern bei denen ist das eben am 7. Das ist die Geschichte von Kuhhirte und Weber-Mädchen. Das finde ich eine nette Geschichte, weil die Leute sehen halt da so ein Band und denken sich, das ist ein Fluss. Das ist eine sehr typische Assoziation mit der Milchstraße.

Evi Ich finde die auch sehr nette Geschichte.

Elka Ja, voll. Sehr romantisch. Als zweites möchte ich, euch ein bisschen was über indigene, australische Sternkarten erzählen.

Evi Okay, das heißt, wir reisen weiter nach Australien.

Elka Wir reisen weiter nach Süden. Also wir sind ja schon nach Osten. Und jetzt fliegen wir weiter nach Süden, nach Australien. Die Aboriginal People in Australien, also da, weil du mich gefragt hast, ob das die Ältesten sind in China, sagt man halt, dass die so die ersten Astronominnen sind. Ich glaube, es ist ein bisschen schwierig zu beweisen. Wahrscheinlich, ja. Ja, das ist nur auf mündlichen Traditionen beruht.

Elka Also das beruht auf mündlichen Traditionen, die Himmelsinterpretationen von den Aboriginisten. Deswegen weiß man es nicht ganz genau. Und natürlich gibt es sehr viele Völker, die auch sehr unterschiedlich sind, aber trotzdem gibt es doch einige Muster oder einige Prinzipien, die man immer wieder sieht in Australien.

Elka Nämlich eine Besonderheit ist, dass die nicht nur die Sterne interpretiert haben als Sternbilder, sondern sie haben auch die dunklen Staubwolken der Milchstraße interpretiert als Objekte oder als Tiere.

Evi Ach cool, das findet jetzt spannend.

Elka Ja voll, das ist ungewöhnlich. Das ist sozusagen das Negativ gemacht davon, das Negativbild. Und das bekannteste ist Emu im Himmel. Also das findet man wirklich in sehr vielen Kulturen und sehr vielen Völkern von denen. Riesiges dunkle Sternbild und der Kopf des Emo ist nämlich der dunkle Kohlsacknebel neben dem Kreuz des Südens und der Körper und die Beine sind dunkle Bereiche von der Milchstraße, die bis zum Skorpion runtergehen.

Elka Und man findet das in zahlreichen Felsgravuren, wenn man in Australien schaut, findet man diesen Emu, der aber dann auch wirklich genauso in dem Winkel dasteht oder da liegt, wie er in der Milchstraße liegt. Also das ist etwas, was sich in sehr vielen Völkern und Kulturen in Australien wiederfinden lässt.

Elka Und natürlich, so wie in den meisten indigenen Völkern oder allgemeinen Kulturen, war der Himmel eine Art Kalender. Man hat geschaut, wann ist Erntezeit, wann ist Jagdzeit, welches Sternbild ist gerade am Himmel, was für eine Jahreszeit ist jetzt. Aber natürlich hat man die Jahreszeiten anders als jetzt bei uns gemacht.

Elka Das waren einige Gruppen, die hatten sogar sechs oder mehr Jahreszeiten. Und die haben sich dann immer wieder daran ausgemacht und orientieren können, was gerade für Sternbilder am Himmel sind. Und sie haben auch, wenn sie gereist sind, ich meine, in Australien kannst du sicher ewig reisen, Sicher auch anstrengend. Da haben sie sich am Himmel natürlich orientiert und haben auch Zeremonien nach dem.

Elka Es war einfach ein Teil ihres alltäglichen Lebens. Es war jetzt nicht ein eigenständiges Fachgebiet, Leute, die sich jetzt nur mit Astronomie beschäftigen oder mit dem Himmel, sondern es war einfach eingebettet in deren Kultur, in deren Bräuche und als Kalender natürlich.

Evi Ich finde das immer sehr schön. Das ist ja etwas, was uns ja ein bisschen verloren gegangen ist, diese Verbundenheit. Ja, ich glaube, dass das da einfach ganz natürlich war, den Blick zum Himmel zu richten, weil das halt so ein bisschen etwas Fixes ist, an dem man sich eben orientieren kann. Ich finde das eigentlich sehr, sehr schön.

Elka Ja, also ich könnte mich wahrscheinlich jetzt nicht so, ja, in Ordnung würde ich vielleicht finden, aber...

Evi Ja, eben, weil wir das halt total verloren haben, weil wir ja nicht darauf angewiesen sind oder sonst irgendwie. Wir müssen da jetzt nicht irgendwelche ernten oder in unsere Felder nach dem bestellen. Aber wenn wir da anders kulturell aufgewachsen werden, dann wird man es wahrscheinlich auch anders sehen.

Elka Ja, das ist spannend, dass das halt schon so lange her ist. Aber ja, wir wissen halt auch nicht ganz genau, nachdem das nur mündliche Überlieferung war, was sie genau geredet haben. Aber ein Mythos, den Diana letztes Mal schon gesagt hat, den ich jetzt gerne gesagt hatte, sind die sieben Schwestern.

Evi Ah, ja.

Elka Kommt dir wahrscheinlich bekannt vor.

Evi Die Plejaden.

Elka Und es war eben auch bei den Aboriginal People, war das auch ein großes Thema. Ich habe mir so lange gedacht, boah, es ist spannend, weil... Frauen hatten schon immer das Problem, dass Männer aufträglich sind und sie verfolgen. Es ist irgendwie so, okay, never ending story, dass Frauen da flüchten müssen an den Himmel, damit sie irgendein Ahnenwesen oder irgendein Verliebter oder Zeus oder wer auch immer in Ruhe lässt.

Evi Irgendwer steigt ihnen da immer nach.

Elka Genau.

Evi Bei den sieben Schwestern, bei den Plejaden war ja das Spannendeste, dass er diese Geschichte von diesen verfolgten Frauen sich ja durch mehrere Kulturen zieht, die ja jetzt so nichts miteinander zu tun hatten, wo er die ganz eigene Theorie aufgestellt hat.

Elka Voll, aber deswegen habe ich eine andere Geschichte rausgesucht, die aber noch schlimmer ist, glaube ich. Es geht nämlich um...

Evi Ich dachte, das wird jetzt beschaulich, besinnlich.

Elka Ja, nein, das ist jetzt kurz die Ausnahme. Jetzt Trigger Warning. Wer Besinnlichkeit will, kurz weghören. Nein, es geht um Tagai, der Fischer am Himmel. Der Tagai war ein großer Fischer und er war mit seiner zwölfköpfigen Crew unterwegs. Um zu fischen, logischerweise. Aber sie haben nichts gefangen an diesem Tag.

Elka Deswegen hat der Tagay das Kanu verlassen und ist zum Rift gegangen, um dort nach Fischen zu suchen. Es wurde immer heißer, die Crew wurde immer ungeduldiger. Die Crew waren übrigens nicht einfach nur irgendwelche Menschen, sondern das waren sogenannte Zugubals, Wesen, die in menschlicher Gestalt auf die Erde kommen.

Elka Und die wurden immer durstiger. Sie warten auf den Tagay, der kommt nicht zurück. Und dann hat es ihnen gereicht und sie haben das ganze Trinkwasser, was an Bord war, ausgetrunken. Und das Trinkwasser war eigentlich für einen Tage. Tage kommt zurück, sieht, die Crew hat das gesamte Wasser ausgetrunken.

Elka Er wird sehr zornig. Und ja, toxische Männlichkeit hat es damals auch schon gegeben. In seiner Wut tötete er alle zwölf Männer.

Evi Okay, gut. Leichte Überreaktion, ja.

Elka Leicht. Ja, ich meine, blöd, wenn es das einzige Trinkwasser ist.

Evi Ja.

Elka Aber gut. Und dann hat er diese zwölf Männer an den Himmel gebracht und hat sie in zwei Gruppen angeordnet. Sechs von ihnen wurden Sternhaufen der Plejaden und die anderen sechs wurden die Sterne des Orions. Der Tagay-Panis. hat ihn jetzt befohlen, im nördlichen Himmel zu bleiben und sich von ihm fernzuhalten.

Elka Weil der Targai selbst ist nämlich an den südlichen Himmel gewandert.

Evi Okay.

Elka Er steht nämlich mit einem Kanu in der Milchstraße. Seine linke Hand ist das Kreuz des Südens, in dem er einen Speer hält. Und seine rechte Hand ist das Sternbild Corvus, in der er eine Frucht namens Eugina trägt. Und sein Kanu sieht man auch. Das sind nämlich die Sterne des Skorpions.

Evi Okay.

Elka Da sind sie weit voneinander getrennt, die Streithanseln.

Evi Okay, gut, da hat er sich verbannt auf die andere Seite von mir.

Elka Ja, das ist ein bisschen eine tragische Geschichte, aber die Plejaden mit den Schwestern war auch nicht weniger blutrünstig.

Evi Aber merkst du so Parallelen, da sind immer so zornige Typen, die dann irgendwie immer ausflippen.

Elka Es hat sich nicht viel verändert leider in der Gesellschaft. Naja, ein bisschen besser ist es schon geworden. Ja, jetzt möchte ich einen kurzen Zwischenstopp, aber nur kurz, Weil das ist sowas, davon wissen wir eigentlich eh gar nicht so wenig, nämlich die arabische Himmelskunde. Also wir fliegen wieder nach Norden rauf, aber bleiben noch so in derselben Gegend.

Elka Weil nämlich eigentlich in der Astronomie gibt es ja eigentlich schon noch einige arabische Sterne und Wörter. Kennst du da ein paar?

Evi Naja, Peter Kreuzer geht ja auf einen arabischen Namen zum Beispiel zurück.

Elka Ja. Weißt du, was das bedeutet?

Evi Das ist die Hand der Riesin. Genau.

Elka Habe ich gestanden? Nein, ich weiß nicht. Man muss so tun, dass man es eh weiß.

Evi So überdachte ich heute.

Elka Das mache ich zum Unterricht auch. Frag ich was? So, als ob es ein Test wäre, wirklich kein, weiß ich nicht.

Evi Ja, also ist es ein Übersetzungsfehler und dann ist eben aus, ich weiß jetzt eben den arabischen Namen nicht mehr. Und so ist dann das Bitte-Geilze entstanden. Aber es hat auch den Ursprung im Arabischen.

Elka Okay, ich habe ein paar andere noch rausgesucht, aber vorher noch ein paar Worte zur arabischen Himmelskunde. Arabisch Astronomik hat vor allem im Mittelalter eine große Rolle gespielt. Mittelalter, sagt man bei uns, ist ja so das dunkle Mittelalter. Und in dem Raum haben sie das Wissen von der Antike bewahrt und eigentlich erweitert.

Elka Und dann später wieder nach Europa gebracht. Also zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert war in der islamischen Welt wirklich so der Hotspot für Sternenkataloge, Himmelskarten und wirklich ganz tolle Wissenschaft, die da passiert ist. Eines der berühmtesten Werke ist das Buch der Fixsterne vom Al-Sufi aus dem 10.

Elka Jahrhundert, wo eben ganz viele Sternbilder mit ganz genauen Positionen und Helligkeiten darstellt und... Aber eben, es ist nicht ganz so weggewischt worden oder nicht ganz missachtet worden, sondern einige arabische oder eigentlich viele arabische Sternennamen sind uns noch geblieben und die heute auch in der internationalen Astronomie weiterleben.

Elka Ich habe mir da ein paar aufgeschrieben. Altaïr, weißt du, was heißt? Du musst das nicht wissen, aber vielleicht weißt du.

Evi Wo sich passen.

Elka Das ist der Fliegende oder der Adler. Aldebaran ist der Nachfolgende, weil er den Plejaden am Himmel folgt.

Evi Bei Aldebaran muss ich immer an Star Wars denken. Aber er hat nicht so, weißt du zufällig, wir hatten der Heimatplanet von Leia geheißen. Das ist doch auch irgendwie so, der hat doch auch irgendwie so ähnlich geheißen, oder?

Elka Ah, echt?

Evi Ja.

Elka Na, weiß ich gar nicht.

Evi Du bist Star Trek, oder?

Elka Nein, nein, ich bin eh Star Wars, aber ich bin jemand, der sich keine Sachen merkt. Keine Namen auswendig merkt. Aber wenn ich es lese, dann weiß ich sicher.

Evi Aldebaran ist es, genau.

Elka Ah, Aldebaran. Ja, stimmt.

Evi Und das ist ähnlich.

Elka Aldebaran und Aldebaran.

Evi Genau, da muss ich immer daran denken, wenn ich in meiner App dann Aldebaran sehe. Den sieht man nämlich oft. Ja klar, weil er den Plejaden ja offensichtlich folgt.

Elka Dann der Riegel ist der Fuß, der Fuß von Orion. Vega bedeutet die fallende oder die herabgleitende. Und Deneb ist der Schwanz, häufig der Schwanz vom Schwan zum Beispiel. Es gibt schon noch viele arabische Sternennamen, die uns noch begleiten. Das ist natürlich eine gute Sache, dass das nicht so ganz ignoriert worden ist.

Evi Ja, ich glaube, dass da der Einfluss recht groß war.

Elka Genau, ich glaube, das war auch sehr wichtig, so global eben, dass da das Wissen konserviert wurde, weiterentwickelt wurde, nach Europa wieder gekommen ist. Und das wird oft leider ja sehr vergessen, wenn man über die islamische Welt redet, dass da wirklich eine Zeit gegeben hat, wo die die Führenden in der Wissenschaft waren und wir da auch viel zu verdanken haben.

Evi Auf das wahre Mal.

Elka Ja, aber unser nächster Stopp wird auch ganz spannend, nämlich wir fliegen über den großen Ozean nach Nordamerika. Da geht es wieder um die indigenen Völker. Das ist auch wieder sehr vielfältig. Das ist auch ein großer Kontinent, aber es gibt trotzdem einige typische Muster und ein paar von den Völkern habe ich mir jetzt rausgesucht.

Elka Was immer wieder kommt, ist so, dass der Himmel der Spiegel der Erde ist. Zum Beispiel die Lakota, die haben wirklich so wortwörtlich den Himmel als Abbild der Erde gesehen. Das heißt, die heiligen Orte, die sie an Land gehabt haben, haben sie dann verbunden mit Sternenmustern, die sie am Himmel gesehen haben.

Elka Und sie haben auch die Milchstraße als Weg der Seelen verstanden, wo dann die Verstorbenen in die spirituelle Welt gelangen. Auch viele Zeremonien haben sich an bestimmten Sternenständen natürlich orientiert, an Plejaden oder am Sternbild der Bärin. Das war, wie wir eh vorher auch gesagt haben, so in den Alltag einfach einintegriert und das war die Orientierung, wo sich jeder orientieren konnte und wusste, was ist jetzt für eine Jahreszeit. Kanntest du die Lakota?

Evi Ja, ja, habe ich schon gehört.

Elka Dann gibt es noch die Navajo, die kennt man ja auch eher so vom Hörensagen, eine Bekannterin. Die haben den Himmel so als ein strukturiertes Netz aus Sternen gesehen und haben dort die moralische und soziale Ordnung symbolisiert gesehen. Und sie haben da auch bekannte Figuren gehabt wie Revolving Male und Revolving Female gesehen.

Elka die man etwa vergleichen kann mit großer Wagen und kleiner Wagen. Genau dasselbe, dass es viele Heilrituale und Jahreszeiten mit dem verbunden waren. Und sie haben sich auch sehr viel beschäftigt mit Sonnenfinsternissen. Das war so ein ganz, ich meine, ich glaube, das ist eh für jeden Menschen oder für jedes Indigenenvolk sicher sehr erschreckend oder einfach sehr beeindruckend, wenn da eine Sonnenfinsternis, Mondfinsternis passiert.

Elka Das war was, was sie sich sehr beschäftigt haben. Und als letztes, von denen möchte ich auch dann auch eine kurze Geschichte noch erzählen, sind die Inuit. Die sind natürlich in der aktischen Region und die haben den Himmel vor allem gebraucht als Orientierung im Schnee, weil lange Winternächte und alles ist weiß.

Elka Man kann sich ja nicht in welchen Landmarkierungen orientieren. Und logischerweise haben die auch viele ihrer Figuren mit der Jagd verbunden oder dem Meer oder den Gefahren des Lebens. Und deswegen haben sie auch Sternbilder wie Jäger oder die Lampe der alten Frau. Navigation war einfach deren Hauptaugenwerk für die Einteilung des Himmels.

Elka Und da gibt es eine Geschichte, wo du dann erraten kannst, was das für ein Sternbild ist.

Evi Ui.

Elka Ich lese vor, weil das ist ganz kurz. Vier Männer jagten einen Bären. Der Bär entkam, indem er in den Himmel hinaufkletterte und die Jäger beschlossen ihm zu folgen. Während sie immer höher stiegen, verlor einer der Inuit einen Handschuh und kehrte zur Erde zurück, um ihn zu holen. Die anderen setzten die Jagd im Himmel fort und bis heute sieht man sie dort, wie sie in einer Linie dem Bären hinterhersteigen. Der Legende nach war es der Jäger, der zur Erde zurückkehrte, um seinen Handschuh zu suchen, der später die Geschichte erzählte.

Evi Ach, das ist aber eine nette Geschichte, aber ich habe keine Ahnung. Irgendwelche Typen, die auf einer Leiter hochklettern?

Elka Wo sie in einer Linie drei Jäger...

Evi Okay, das heißt, wir sind beim Gürtel von Morion, oder?

Elka Ja, genau.

Evi Oh, ich habe jetzt was gewonnen.

Elka Ja, meine Bewunderung.

Evi Ach, danke, danke, danke.

Elka Genau, so schließt sich ja wieder der Kreis, weil ich habe begonnen mit, was mein Lieblingssternbild ist. Jetzt enden wir auch wieder mit meinem Lieblingssternbild.

Evi Ach, so ein Zufall.

Elka Ja, aber der Bär, ich meine, der Bär ist ja eh entkommen. Das ist auch ein Happy End ein bisschen, dass der nicht erwischt wurde von den Jägern. Das heißt, wir haben da doch ein besinnliches und positives Ende, glaube ich, gefunden für unsere Geschichten.

Evi Na, sehr schön. Es ist auf jeden Fall ganz so schlimm wie das mit dem Fischer. Ich bin jetzt ganz überrascht, dass du da jetzt gar nicht so Maya und Inka und so Zentralamerikanische, Südamerikanische noch mitgenommen hast.

Elka Muss man vielleicht Teil 2 machen.

Evi Achso, okay.

Elka Ich habe mich für 3, 3,5 entschieden, weil sonst kann man nicht so viel erzählen.

Evi Ja, verstehe ich total. Nur weil ich ja deine Affinität oder deine Nähe kenne.

Elka Südamerika.

Evi Genau, dachte ich eben, dass das mitkommt. Und ich glaube, das ist wahrscheinlich auch sehr spannend. Ich meine, da hätten wir ja, da müsste man wirklich eine eigene Folge machen, weil da haben wir ja diesen Maya-Kalender, der 2012 für Furore gesorgt hat.

Elka Genau.

Evi Das heißt, ja, vielleicht kann man sich das wirklich einmal gesondert noch ansehen, was dort so alles Gang und Gebe war oder wie die sich den Himmel eingeteilt haben, wie sie ihn betrachtet haben, welche Geschichten sie dazu ausgedacht haben. und erzählt haben, aber auf jeden Fall sehr spannend. Also ich finde das auch immer wieder faszinierend, dass jetzt nicht nur die Sterne zu Sternbildern interpretiert werden oder zusammengefasst werden, sondern dass es dann auch immer Geschichten dazu gibt. Das finde ich immer sehr interessant.

Evi Ich danke dir, dass du uns das heute mitgebracht hast. Das war ein sehr interessanter und spannender Ausflug, quasi rund um den Globus. Bevor wir noch weitergehen zum Dank, noch ganz kurz eine kleine Pause. Und bevor wir da jetzt noch ganz kurz dann natürlich noch zu unserem Dank und zu unserer Unterstützung kommen, möchte ich noch erwähnen, dass wir eine Post bekommen haben, ganz, ganz, ganz nett. Und zwar von Cordula.

Evi Die hat uns ein kleines Kuvert geschickt mit einer ganz coolen Karte, wovon der Albert Einstein drauf ist, mit seiner berühmten Formel. Da schreibt sie uns eben auch, dass sie sich sehr freut, dass es Kosmoglatte gibt und sie hofft, dass das auch noch lange so bleibt und dass wir weiter so machen wollen. Also wir bemühen uns, wir geben unser Bestes.

Evi Und sie hat uns dann eben auch ganz passend Mondsticker geschickt, Pluto-Sticker und Merkur. Vielen lieben Dank, Cordula. Wir freuen uns natürlich immer, wenn wir auch solche Aufmerksamkeiten bekommen, wenn wir sehen, dass ihr an uns denkt. Also wir stehen natürlich auch auf solche Sachen. Also so Sticker und so Astro-Sachen sind.

Evi Ja, da bin ich ja auch immer gleich ein ziemlicher Fan davon. Auch wenn die Astro-Sachen manchmal anders interpretiert sind. Ich habe jetzt nämlich letztens, ich glaube von Katja sind die, oder? Da gibt es ja auch diese Astro-Gumm-Dinger zum Essen. Aber ich glaube, die meinen da eher so die astrologischen Sternzeichen.

Elka Ich habe ja auch diese Tasse, wo dann, wenn man heißes Wasser reinfüllt... Sieht man die Sternbilder und ja, es sind zufällig nur die Tierkreiszeichen, aber es ist ja wurscht. Es ist ja egal, ich kann es interpretieren, wie ich will.

Evi Ja, darüber habe ich mir dann auch gedacht, wie ich das Gummizeug vernascht habe. Na gut, also dann, ja, danke auf jeden Fall. Wie gesagt, ihr könnt uns natürlich gerne auch schreiben oder uns Stickers zuschicken oder ihr könnt eben auch eine kleine Spende natürlich, ihr könnt uns eine Spende in unserer Kaffeekasse geben und das könnt ihr gerne über PayPal machen, einmalig.

Evi oder natürlich auch gerne regelmäßig in Form eines Abos. Also wir sind auf Steady und auf Patreon vertreten. Und ja, und ansonsten, wenn ihr uns nur eine Nachricht zukommen lassen wollt, wenn ihr Fragen habt, Anregungen, Feedback, dann schreibt uns gerne auf kontakt.kosmoglatt.at oder hinterlasst ein Kommentar auf unserer Seite, das ist kosmoglatt.at.

Evi Ihr könnt auch auf Spotify kommentieren, da hinterlasst dann am besten auch gleich fünf Sterne. Und ja, generell empfehlt den Podcast, wenn er euch gefällt natürlich Ja, habe ich was vergessen? Ich glaube nicht, oder? Auf Instagram kann man uns natürlich auch noch kontaktieren und folgen. Da könnt ihr auch Elka folgen. Sie ist ja auch als The Science of Feminist auf Instagram erreichbar.

Elka Sonst schöne Adventszeit noch.

Evi Genau.

Elka Und wir sehen uns, wir hören uns noch einmal das Jahr.

Evi Ja, genau. Wir hören uns dann noch einmal zu Weihnachten. Da wird es dann ganz besinnlich.

Elka Ja, stimmt.

Evi Also bis dahin noch eine gute Zeit. Kommt gut durch den Advent und auf bald. Tschüss.

Elka Tschüss. Und war es kurz? Es war nicht lang.

Evi Kann man sagen. Wir sind bei 40 Minuten, also ich glaube...

Elka Ja, aber du schneidest noch was weg, aber wir sind unter 40. Irgendwas mit drei...

Evi Ja, das war ja schon. Also wenn wir da kürzer aufgenommen hätten, wäre ich auch nicht böse gewesen. Jetzt sind wir schon kurz vor fünf, muss ich mich sputen.

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