Cosmic Latte

CL076 Sci-Fi-Special: Atombomben im Film - Welt am Abgrund oder Rettung der Menschheit?

Donnerstag, 8. Januar 2026 · 58 min

MP3

Shownotes

Die Episode über den Fallout, gespaltene Bieratome und Riesenameisen
Unterstützt den Podcast gerne bei Steady (steadyhq.com/de/cosmiclatte), Patreon (patreon.com/CosmiclattePodcast) oder Paypal (paypal.me/cosmiclattepod) unterstützen!

Das neue Jahr beginnt mit einem Science-Fiction Special. Peter ist wieder zu Gast und es geht um die Bombe. Die Bedrohung durch Atomwaffen ist heute fast aus unserem Bewusstsein verschwunden - früher war sie sehr viel präsenter; in der echten Welt genau so wie im Kino. Von Filmen aus der Zeit des Kalten Kriegs bis zu "Oppenheimer" haben wir uns angesehen, wie sich die Darstellung von Atomwaffen im Laufe der Zeit verändert hat.

Atombomben in der Science-Fiction

In der ersten Folge des neuen Jahres widmen sich Eva und Peter einem Thema, das historisch, politisch und filmisch ist: der Atombombe in der Science-Fiction. Klimawandel, Asteroiden, Pandemien, künstliche Intelligenz oder außerirdische Invasionen sind heute vertraute Motive. Doch kaum eine Entdeckung hat das 20. Jahrhundert und die kollektive Vorstellung von Selbstzerstörung so geprägt wie die Kernspaltung. Mit ihr hat die Menschheit erstmals die Möglichkeit geschaffen, sich vollständig selbst auszulöschen - und trotzdem ist die Zeit der Atombomben im Film scheinbar vorbei.

Die Entdeckung der Kernspaltung markiert einen tiefen Einschnitt, nicht nur wissenschaftlich, sondern auch kulturell. Ende 1938 entdecken Otto Hahn und Fritz Straßmann bei Experimenten mit Uran ein unerwartetes Spaltprodukt. Die physikalische Erklärung liefert Lise Meitner im Exil. Mit Einsteins Formel E = mc² wird klar, welches zerstörerische Potenzial in diesem Prozess steckt. Was zunächst eine bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnis ist, wird im Kontext des Zweiten Weltkriegs rasch zu einer militärischen Option. Die Angst, Nazi-Deutschland könnte eine solche Waffe entwickeln, treibt die USA zur Gründung des Manhattan-Projekts. Innerhalb weniger Jahre entsteht in Los Alamos eine ganze Stadt, in der tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter militärischer Aufsicht an der Entwicklung der Atombombe arbeiten.

Oppenheimer & Co

Die Diskussion über Christopher Nolans Film "Oppenheimer" dient als Einstieg in diese historische Phase. Wir sprechen darüber, dass der Film vielen Menschen die Figur J. Robert Oppenheimer und das Manhattan-Projekt erst wieder ins Bewusstsein gerufen hat, kritisieren aber zugleich den starken Fokus auf das Biografische. Die wissenschaftlichen und moralischen Dimensionen der Bombe selbst bleiben zu sehr im Hintergrund. Der Film zeigt kaum, was diese Waffe tatsächlich anrichtet und wie radikal neu sie war. Auch die Rolle europäischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Lise Meitner oder die tatsächlichen technischen Herausforderungen beim Bau der Bombe werden nur am Rand erwähnt. Stattdessen dominiere eine sehr amerikanische Perspektive.

Wir sprechen über die beiden Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945, über die unmittelbare Zerstörung, die zehntausenden Toten und die bis heute umstrittene Rechtfertigung, der Einsatz habe den Krieg verkürzt und Leben gerettet. Und die Folgen waren langfristig! Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt das atomare Wettrüsten des Kalten Krieges. In seiner Hochphase existieren weltweit bis zu 60.000 Atomsprengköpfe. Auch wenn diese Zahl heute deutlich gesunken ist, bleibt das grundlegende Problem bestehen: Die Gefahr ist nicht verschwunden, sie ist nur nicht mehr Teil des Alltagsbewusstseins.

Diese Unsichtbarkeit der Bedrohung ähnelt der aktuellen Debatte rund um künstliche Intelligenz. Wie bei der Atombombe stehen auch hier Fragen der Verantwortung im Raum. Eine Generation trifft Entscheidungen unter dem Druck eines Wettrennens, während die Konsequenzen über Jahrzehnte oder Jahrhunderte weiterwirken.

Die Folgen der Bombe und die Bombe als Rettung

Im zweiten Teil der Folge wenden wir uns der Science-Fiction zu und zeigen, wie die Atombombe dort verarbeitet wird. Einerseits gibt es satirische oder absurde Zugänge wie "Einstein Junior", in dem die Spaltung eines Bieratoms zur Komödie wird, oder "Dr. Strangelove", der den nuklearen Weltuntergang als bitterböse Farce inszeniert. Auf der anderen Seite stehen Filme, die den Atomkrieg ernst und schonungslos darstellen. Klassiker wie "On the Beach" schildern eine Welt nach der Bombe, in der das Ende unausweichlich ist, während der Alltag noch weitergeht. Besonders eindringlich sind Werke wie "Threads", die in den 1980er-Jahren die Folgen eines Atomkriegs drastisch vor Augen führen und ganze Generationen geprägt haben.

Darüber hinaus sprechen wir über das Subgenre der radioaktiven Monster, das besonders in den 1950er Jahren aufkam. Atomtests führten in der Sci-Fi zu Mutationen und gigantischen Kreaturen wie Godzilla als Sinnbild des japanischen Traumas. Diese Filme verarbeiten die damals sehr reale Angst vor den Folgen von Atomtests, die in der Atmosphäre durchgeführt wurden und deren Auswirkungen auf Umwelt und Menschen kaum verstanden waren. Radioaktivität wird dabei zum erzählerischen Werkzeug, um eine diffuse Bedrohung greifbar zu machen, indem sie Körper verändert und die Natur selbst zur Gefahr werden lässt.

Vor allem in Japan wurde die traumatische Erfahrung der Atombombenabwürfe in vielfältiger filmischer Form verarbeitet. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist der Animationsfilm "Die letzten Glühwürmchen" aus dem Jahr 1988. Der Film wird als einer der deprimierendsten Filme überhaupt bezeichnet und taucht regelmäßig in entsprechenden Ranglisten auf. Anders als viele westliche Produktionen zeigt er keinen abstrakten Atomkrieg und keine spektakulären Explosionen, sondern konzentriert sich auf das Leid der Zivilbevölkerung, insbesondere von Kindern, im zerstörten Japan.

Am Schluss geht es um die vermeintlich positive Nutzung nuklearer Waffen im Kino. In vielen Science-Fiction-Filmen wird die Atombombe als Lösung Probleme aller Art behandelt. Wir hinterfragen das, weil es die reale Problematik der Waffen ausblendet und sie auf ein dramaturgisches Werkzeug reduziert.

Zwischendurch erklären wir natürlich auch die Wissenschaft hinter der Bombe, die Kernfusion und den Unterschied zwischen Atombomben und Wasserstoffbomben.

Weiterführende Informationen

Die böse radioaktive Kugel, die mehrere Menschen umgebracht hat, heißt passenderweise Demon Core (de.wikipedia.org/wiki/Demon_Core).

Eva empfielt "Die Nacht der Physiker" (reinlesen.de/9783911327015/die-nacht-der-physi…) von Richard von Schirach.

In der Folge erwähnte Filme und Serien

• "Young Einstein" (imdb.com/title/tt0096486) (auf deutsch: "Einstein Junior" (imdb.com/de/title/tt0096486))

• "WarGames" (imdb.com/title/tt0086567) (auf deutsch: "WarGames: Kriegsspiele" (imdb.com/de/title/tt0086567))

• "Oppenheimer" (imdb.com/title/tt15398776) (auf deutsch: "Oppenheimer" (imdb.com/de/title/tt15398776))

• "On the Beach" (imdb.com/title/tt0053137) (auf deutsch: "Das letzte Ufer" (imdb.com/de/title/tt0053137))

• "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" (imdb.com/title/tt0057012) (auf deutsch: "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (imdb.com/de/title/tt0057012))

• "Broken Arrow" (imdb.com/title/tt0115759) (auf deutsch: "Operation: Broken Arrow" (imdb.com/de/title/tt0115759))

• "The Peacemaker" (imdb.com/title/tt0119874) (auf deutsch: "Projekt: Peacemaker" (imdb.com/de/title/tt0119874))

• "Formicula" (Them!) (imdb.com/title/tt0047573) (auf deutsch: "Formicula" (imdb.com/de/title/tt0047573))

• "Die letzten Glühwürmchen" (Hotaru no Haka) (imdb.com/title/tt0095327) (auf deutsch: "Die letzten Glühwürmchen" (imdb.com/de/title/tt0095327))

• "Deep Impact" …

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Evi Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Cosmic Latte mit mir Eva und diesmal dabei wieder einmal Peter. Hallo Peter.

Peter Ich bin zurück. Hallihallo.

Evi Hallo. Es freut mich, dass ich die erste Folge im neuen Jahr mit dir machen kann. Wir starten noch fulminant ins neue Jahr, würde ich mal sagen. Geradezu bombastisch, weil wir ein ganz tolles Thema mitgebracht haben.

Peter Darf ich das Thema ankündigen?

Evi Wenn du möchtest.

Peter Wenn wir uns Nuckel zurückerinnern, haben wir letztes Mal ja mit dem Untergang der Menschheit im Rahmen von KI gesprochen. Diesmal knöpfen wir uns den nuklearen Holocaust vor.

Evi Okay, du preschst gleich hervor mit dem Thema. Es ist die erste Folge im neuen Jahr.

Peter Happy New Year.

Evi Ja, genau. Das heißt, viele Leute sind noch so ein bisschen in Feiertagsstimmung, haben Urlaub, wollen entspannen. Und da kannst du nicht gleich da so mit der Tür reinfallen ins Haus und da gleich da so besprechen über die Vernichtung der Menschheit. Wir müssen noch so ein bisschen entspannen. Und ja, ein bisschen kriegen ja die Leute gleich Angst, die drücken ja dann gleich wieder auf Stopp und horchen nicht weiter.

Peter Na, jetzt wollen sie schon weiterhören, nachdem du die Warnung ausgesprochen hast. Wie machen wir da eine schöne Einleitung? Wie soll ich die Atombombe schön einleiten?

Evi Wir machen das so. Im Film gibt es ja viele Wege, wie die Erde vernichtet wird oder die gesamte Menschheit bedroht wird. Sei es jetzt Klimawandel, Asteroiden, Kometen, sogar die Sonne. Kann auch die Erde vernichten. In Nolin zum Beispiel war das. Dann gibt es ja vagabondierende Planeten. Das war Melancholia. Es gibt Aliens, die uns vernichten können.

Evi Pandemien. Am letzten Mal haben wir über die künstliche Intelligenz, über AI gesprochen. Dabei können wir das ganz von selbst auch erledigen. Und zwar können wir mittlerweile durch den Einsatz von nuklearen Waffen ja auch die Welt zerstören, die Erde zerstören. Ich glaube, es gibt immer wieder Ereignisse in der Geschichte oder Entdeckungen, wo es ein Vorhauen nachher gibt. Also so wie wir jetzt auch immer so vor und nach der Pandemie so ein bisschen die Zeitrechnung haben.

Evi Ich glaube, es gibt es wirklich mit der Entdeckung der Kernspaltung, besonders dann wahrscheinlich mit diesem Einsatz auch der Atombomben, vielleicht so ein Vorher und ein Nachher. Und ich glaube, dass sich das auch im Film gezeigt hat und vielleicht so ein eigenes Genre auch entwickelt hat. Und ich würde mich freuen, wenn wir uns das heute jetzt ein bisschen genauer anschauen, was das genau heißt und vor allem, was es in der Science Fiction heißt.

Evi Ich wollte jetzt nicht Kernwerfen sagen, ob die Atombombe, die Macht der Kernspaltung, die wir da gefunden haben, ob das wirklich nur böse ist. oder vielleicht gibt es auch gute Möglichkeiten, eine Atombombe einzusetzen.

Peter Dann lass mich doch gleich ein positives Filmbeispiel nennen für den Eingang ins neue Jahr, dass wir da nicht gleich mit dem Ende der Menschheit anfangen. Es gibt da diesen berühmten Film Einstein Jr. mit Yahoo Serious aus den tiefsten 90ern oder späten 80ern war das das, wo der junge Einstein in Australien, weil er von dort herkommt, das wissen wir ja alle, versucht in so einer Gartenhütte das Bieratom zu spalten und weil seine Gartenhütte in die Luft sprengt.

Peter Aber das ist, glaube ich, so die einzige Komödie neben Dr. Strangelove, die mir jetzt gerade zu der Bombe einfällt.

Evi Ja, wobei Einstein, Juno ist ein super Film, finde ich. Also er hat zwar wissenschaftliche Ungenauigkeiten, was so die Herkunft bestimmter Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen betrifft, die in dem Film vorkommen. Tatsächlich ist er ja, glaube ich, sogar auf Tasmanien und lebt dort mit seinen Eltern auf dieser Apfelplantage, was sie da haben.

Evi Und er reist dann nach Australien, also nach Sydney oder sowas, weil er eben ja seine Erfindung zeigen möchte und kommt dann auch mit Marie Curie zusammen. Aber ich glaube trotzdem, dass dieser Film eine Hommage an die Wissenschaft ist. Und es kommen halt auch wieder so viele coole Wissenschaftler auch vor in dem Film, dass ich doch finde, obwohl er eben gewisse Ungenauigkeiten hat, sagen wir es mal so, finde ich ihn sehr unterhaltsam.

Peter Nennst du auch künstlerische Freiheiten.

Evi Naja, vor allem, ich meine, am Ende wird die Atombombe aufgehalten durch Rockmusik.

Peter Das spielt wahrscheinlich im selben Universum wie Bill & Ted.

Evi Ja, so ungefähr.

Peter So kann man sich das vorstellen. So furchtbar ist dieser Film. Also man kann sich den ganz gern wieder mal anschauen.

Evi Ja, ich wollte gerade sagen, wer Bill & Ted seine Freude gehabt hat, wird den, glaube ich, bei Einstein Junior auch haben.

Peter Ja, aber ich versuche mal ein bisschen ernster zu sein.

Evi Und bevor wir das machen, machen wir eine kurze Pause.

Peter Wir müssen uns langsam, langsam der Kernspaltung und was man damit so für Schabernack anstellen kann, nähern. Und wir sind ja quasi Kinder des Kalten Krieges. Ich war, keine Ahnung, was, acht, neun, zehn Jahre alt, wie Wargames ins Fernsehen gekommen ist bei uns. Der Film mit dem Matthew Broderick. Nur Kurzfassung, also ein junger Teenager, der ein Computerhacker ist, in einer Zeit, wo die Modems noch gepippt und gequietscht haben, hackt sich in diverse Reisebüros und so weiter rein.

Evi Und er verbessert seine Schulnoten. Also ganz uneigennützig.

Peter Genau, er verbessert seine Schulnoten und will dann einen Flug mit seiner Freundin nach Paris oder so buchen. Das schaut halt alles nach Terminals und MS-DOS aus damals. Und dann hackt er sich irgendwie in NORAD, glaube ich, rein. Das nordamerikanische Abwehrsystem für Angriffe aus Russland. Und glaubt, er findet dort ein Spiel und fängt das Spiel zum Spielen an.

Peter Und das ist dann aber eine Simulation, die einen russischen Atomangriff simuliert. Und der Computer, der das Spiel dann simuliert, glaubt dann irgendwann, dass das kein Spiel ist, sondern echt ist. Und die ganzen Militärs drehen halt dann durch und kriegen die große Panik und wir gehen dann von DEFCON 4, 3, 2, 1 bis an den Rand des Atomkriegs und am Ende lernt er Matthew Broderick, der da die Hauptrolle spielt, dass er den Computer in ein Tic-Tac-Toe-Spiel verwickeln kann.

Peter und da spielt er halt tausende Runden und kommt dann drauf, die einzige Möglichkeit da nicht zu verlieren, ist das Spiel nicht zu spielen und so lernt der Computer dann auch einen Atombrick kannst du nicht gewinnen. Sondern man muss ihn bleiben lassen, damit da nichts passiert, weil keiner gewinnen kann, weil sich beide gegenseitig auslöschen.

Peter Der Film war für mich damals so, okay, ich will dann in die HTL gehen, weil ich will Informatik machen. Das war so das erste Mal, wo man so etwas Hacken-mäßiges begegnet, dieses kleines Kind. Und das war, glaube ich, so das erste Mal, dass ich so Kontakt mit dem kalten Krieg und der Atombombe gehabt habe.

Peter Weil vorher war das, keine Ahnung, das war in den Nachrichten, weil als kleines Kind schaust keine Nachrichten und du kriegst das halt dann so einen Spielfilm mit. Und dann, das Lustige war, ich habe die Filme dann eigentlich erst viel später zum Schauen angefangen. Ich habe aber in Trailer, wenn du dich noch an die alte Fernsehserie mit Frank Hoffmann erinnern kannst.

Evi In welchen?

Peter Nein, Trailer.

Evi Ach so, Trailer, die Sendung.

Peter Die Sendung, die halt diese Filme präsentiert haben, die jede Woche ins Kino kommen sind. Und da habe ich die Vorschau zu The Day After gesehen zum Beispiel. Und da haben sie auch mal die Atomexplosion gezeigt, also wo der Angriff stattfindet. Das war halt damals ziemlich arg. Die Filme habe ich dann viel später gesehen.

Peter Und dann, naja, die Sowjetunion ist auseinandergefallen, die Mauer ist gefallen. Wir hatten dann unseren Lichtblick und momentan ist sie wieder ein bisschen anders. Aber es gab dann diese Rüstungs-Abrüstungsverträge. Zum Höhepunkt des Kalten Krieges waren wir ja auf ca. 60.000, 70.000 Atomwaffen, die auf der Welt existiert haben. Und jetzt sind wir auf ein Zehntel ungefähr runter.

Evi Immer noch sehr viel.

Peter Ja, und... Das Thema ist eigentlich komplett verschwunden. Also niemand von uns hat jetzt Angst vor Atombomben, weil wir haben den Klimawandel, wir haben Corona gehabt und alles Mögliche, aber die Atombomben spielen eigentlich überhaupt keine Rolle in unserem Leben.

Evi Das stimmt, also die atomare Bedrohung spüre ich jetzt auch nicht.

Peter Genau, ja, aber wir sitzen halt noch immer auf mehreren tausend Atombomben und wenn du das so rechnest, wir haben ungefähr 199 oder 200 Länder auf der Welt. Jedes von denen hat eine Hauptstadt. Geht sich auch, wenn du noch die nächsten zwei, drei größten Städte in jedem Land triffst, Sind wir auf 600 Atombomben und wir haben das Zehnfache noch übrig.

Peter Also das ist noch immer mehr als genug, um so ziemlich alles kaputt zu machen, was wir heute haben. Und wir spüren es nicht. Es ist ein Thema, das nicht existiert. Und darum habe ich mir gedacht, machen wir doch heute mal was über Atombomben und die vielen Filme, die dazu gemacht worden sind, dass wir uns wieder ins Gedächtnis rufen.

Peter Die sind noch da, die Bomben.

Evi Also ich bin da ganz bei dir, dass jetzt so die atomare Bedrohung jetzt nicht wirklich da ist. Ich glaube, dass du auch Oppenheimer, den Film jetzt, der ja letztes Jahr, war es schon vor zwei Jahren, in den Kinos kam, dass das halt schon so ein bisschen, aber eben im Rückblick, eben alles mit dieser Atombombe und was du weißt, ist halt schon auch immer noch dieser Jahrestag, halt immer noch Hiroshima und Nagasaki.

Evi Und deswegen glaube ich, dass das ganze Thema sehr in einem historischen Kontext momentan auch gesehen wird. Also eben auch so, wie du gesagt hast, du holst dieses alte Thema jetzt wieder raus und willst darüber sprechen. Und ich glaube, genau so wird es heute auch gesehen, dass das halt etwas ist, was früher war.

Evi Vielleicht haben wir da auch, da können wir dann schauen, ob das vielleicht unser Fazit aus dieser Folge wird, ob wir auch das Gefühl haben oder vielleicht das auch so ist, dass wir jetzt über dem schon erhaben sind. Ich will jetzt nicht vorweggreifen, aber es war dann mit der Atombombe, was ja den Zweiten Weltkrieg dann beendet hat. Dann kam der Kalte Krieg, jetzt kann man aber dann eben das abrüsten, nachdem das Aufrüsten kam.

Evi Und dass das halt so ein bisschen ja Atomkriege, dass das mittlerweile, kann man sagen, ins letzte Jahrtausend gehört. Und es ist halt die Frage, ob das jetzt noch immer stimmt. Ist das wirklich ein Relikt, das wir noch haben? Aber ja, schauen wir mal, wo uns das alles hinführt.

Peter Ja, genau. Wir sprechen jetzt einfach mal mit offenem Ende und gucken, wo wir dann landen werden.

Evi Also wie gesagt, durch den Film Oppenheimer, glaube ich, ist es vielen auch, was das Geschichtliche betrifft, wieder in Erinnerung gerufen worden. Ich glaube nicht, dass der vorher großartig bekannt war, oder? Meinst du, dass der Nolan etwas zur Geschichtsbildung beigetragen hat?

Peter Also bei dem ja, denke ich auf jeden Fall, weil klar, ich kenne den Oppenheimer. Ja, mein Gott, wenn du Sachen liest und dich für Physik und das interessierst und dann auch noch solche Filme schaust. Es hat ja vorher auch schon zwei, drei Oppenheimer-Biografien als Filme gegeben. Also man kennt den. die Allgemeinheit, weiß ich nicht, ob denn heutzutage, ob er noch so ein Begriff war, wenn ich jetzt rausgeheft die Straße und denke, welche Teenager fragt, wer ist Oppenheimer?

Peter Ja, heute, klar, nach dem Film schon, vorher eher nicht. Also was das angeht, hat er sicherlich was gebracht. Was jetzt den Film an sich angeht, ich war nicht so ein Fan von dem Film. Es war mir zu biografisch, also es war mir zu sehr so dieses Biopic, wo halt viel geredet wird und die Bombe an sich, beziehungsweise was die Bombe anrichtet, halt sehr in den Hintergrund grübt.

Evi Wollen wir vielleicht kurz vom Inhaltlichen oder von der Thematik kurz sprechen? Also wo man Oppenheimer reinsetzt in das Setting? Also ich glaube, das sind die meisten Hörer und Hörerinnen wahrscheinlich schon gesehen haben. Aber vielleicht, ja, um einen Kontext zu liefern. Oppenheimer war ja der Leiter von dem Manhattan-Projekt. Was ist das Manhattan-Projekt?

Evi Da kann man jetzt dann auch wieder zurückgehen. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges haben wir die Deutschen die Kernspaltung entdeckt. Otto-Hanfried Strassmann waren Chemiker, die haben bei Versuchen ins Neutronen auf Uranatome geschossen und haben eigentlich gehofft, dass sie schwerere Elemente dann finden.

Evi Also sie wollten eigentlich Transurane finden, aber es ist dann Barium rausgekommen, was leichter ist und konnten sich das nicht erklären. Also sie haben nicht gewusst, was da los war und haben mir dann Lise Meitner hinzugezogen, die ja flüchten musste aus Deutschland, weil ja dann schon die Nazis am Zug waren.

Evi Und die hat das dann durchgerechnet und hat sich das auf einer physikalischen Ebene angeschaut und hat dann das quasi nochmal erklären können, was da wirklich passiert ist, dass es wirklich eine Kernspaltung ist und dass da halt wirklich enorm viel Energie freigesetzt wird. Und dann ist ja der Zweite Weltkrieg ausgebrochen und dann kam halt natürlich dann bald einmal die Idee.

Evi Kann das jetzt dieses Neugewonnene, diese Entdeckung, diese Erkenntnis, ja kann das zum Bau einer Bombe genutzt werden, kam dann ziemlich schnell der Gedanke bei den Amerikanern, glaube ich, auch die Deutschen könnten das machen. Ja, und ich glaube, durch das irgendwie motiviert, ist dann dieses Manhattan-Projekt ins Leben gerufen worden.

Evi Es gibt ja dann auch noch, dass ja Albert Einstein überredet worden ist, ich glaube, von Leo Sillard, oder? Dass sie ja dann auch den Brief schreiben an den Präsidenten, dass ja die Gefahr durchaus gegeben ist, dass die Deutschen eine Atombombe bauen könnten und dann würden sie ja den Krieg gewinnen.

Evi Und was da ja dann passiert ist, das ist ja eigentlich von Geld her betrachtet. Von der Geschwindigkeit, von der Infrastruktur her ein Wahnsinn, weil die haben ja dann ja mitten in der Wüste mehr oder weniger, der Los Alamos, eine komplette Kleinstadt hingebaut. Also da waren ja 3.000, 4.000 Leute angestellt, beschäftigt und die dann in dieser Entwicklung der Atombombe mitgewirkt haben.

Evi Wir haben natürlich auch sehr viele Physiker hier an Bord geholt, sehr viele europäische Physiker. Und Oppenheimer ist dann als Leiter von dem Projekt hinzugezogen worden. Das Ganze ist natürlich auch alles unter Militär gelaufen. Eigentlich ist es ein Wahnsinn von der Entdeckung der Kernspaltung. Also das war Ende 1938, 1939 war dann die Veröffentlichung. Und 1945 ist ja dann die erste Atombombe auf Hiroshima geworfen.

Evi Dieser Abwurf der Atombombe ist etwas, was ich bis heute, ich meine, es ist auch umstritten. Also ob das wirklich notwendig war, vor allem dann ein paar Tage später ja dann noch auf Nagasaki, wo ja wirklich in der Sekunde tausende Menschen gestorben sind, die sind verdampft. Es hat zwar natürlich sonst auch durch Bombenangriffe viele Tote gegeben, aber da war halt das Neue oder das wirklich Arge an der Sache, dass halt wirklich ein Flugzeug, eine Bombe und du hast zehntausende Tote.

Evi Also dieser Impact, diese Wuchtigkeit vor dem Ganzen. Die Rechtfertigung war ja dann immer wieder die, dass sie ja dadurch ja viele andere Tote verhindert haben. Hauptsächlich halt den Eilenmarsch der US-Amerikaner in Japan. Aber ja, also ich glaube, das ist etwas, was nach wie vor sehr diskussionswürdig ist.

Peter Ja, ich war letzten Herbst auf einer KI-Konferenz in Istanbul, als Zuhörer, nicht als Koryphäe. Da ist es im Rahmen der KI, da gab es so diese zwei Pro- und Contra-Parteien, die einen sagen, ja, das möglichst unreguliert weiterlaufen lassen, weil man kann es eh nicht regulieren. Weil wenn es wir regulieren, werden es jetzt die Amerikaner, die Chinesen oder die Russen nicht regulieren.

Peter Also dürfen wir es auch nicht regulieren, weil irgendeiner gewinnt das Rennen. Und es ist jetzt kein freundliches Space Race, sondern es ist ein Wettrüsten im Endeffekt zwischen den Nationen. Darum sagt die eine Fraktion, nee, nichts regulieren, das bringt uns nichts. Und die andere, die warnende Partei sagt, man muss es trotzdem regulieren, weil man nicht weiß, was es anrichten kann.

Peter Das geht Richtung Hausnummer, Superintelligenz und das ist so schlau und wir sind Ameisen und das ist der Intelligenz egal und die macht uns alle kaputt. So um es jetzt mal ganz plakativ zu sagen. Die sind halt der Meinung, den Fehler kannst du nur einmal machen, weil du kannst nachher nicht mehr zurück, wenn diese Pantore quasi aus der Büchse raus ist.

Peter Dass wir da quasi auch die Verantwortung für die Generation nach uns haben. weil die dann mit dem Dilemma dastehen und das nicht mehr zurückstopfen können.

Evi Natürlich, ja.

Peter Das hat mich dann auf den Gedanken gebracht, dass das ja damals mit der Atombombe genauso war. Die haben die Atombombe entwickelt für ihre Generation in diesem Kriegszustand, um, wie sie sagen, den Krieg zu beenden in Japan, damit nicht so viele Amerikaner bei einer Invasion von Japan ums Leben kommen.

Peter Und sie sagen, damit haben wir viele Menschenleben gerettet. Was die damals aber auch mit ausgelöst haben, ist natürlich, dass wir jetzt drei, vier Generationen später, heute sind acht Milliarden Leute auf der Welt und diese acht Milliarden Leute sind noch immer einer atomaren Vernichtung ausgeliefert, einer potenziellen, an das damals keiner gedacht hat.

Evi Ja.

Peter Das ist so, okay, wir lösen ein Problem für unsere Generation, aber versuch verursachen damit gleichzeitig ein Riesenproblem für die Nachfolgegenerationen. Das ist eher so das, was uns jetzt noch im Nachfolgegenerationen, man kann da jetzt ewig lang darüber diskutieren, hat das den Krieg verkürzt oder nicht und war die zweite Bombe notwendig oder nicht oder war die erste überhaupt notwendig.

Peter Das ist für die Historiker was, aber für uns heute ist eigentlich interessant, dass das Problem, die Lösung des damaligen Problems hat uns heute, also stellt uns seit 60 Jahren vor ein Problem, das wir noch immer nicht gelöst haben und auch nicht gelöst werden bekommen in den nächsten Jahren. Das ist so, was mir da letztens eingefallen ist mit KI. Ja, wir haben ja die Bombe auch noch.

Evi Ja, da gibt es ein paar Sachen. Ich glaube auch, dass da so an kommende Generationen oder auch auf die Auswirkungen ja gar nicht gedacht wurde. Also gerade danach kam es ja dann im Zuge vom Kalten Krieg, diese ganzen Atomtests und da ist ja überhaupt nicht drüber nachgedacht und dass das irgendwelche Auswirkungen hat auf das Meer, auf die umliegenden Menschen oder irgendwas oder sogar auf die Beteiligten, also die Soldaten oder sowas, die ja dann zum Teil in der Nähe waren oder gerade bei Japan weiß man, dass ja sehr viele Fische ja dann betroffen waren von dem Ganzen.

Evi Ich weiß auch nicht, wie das ist, wenn du in einem Krieg bist und denkst vielleicht wirklich nur gerade einmal an morgen, dass du halt morgen noch da bist.

Peter Ja, wahrscheinlich.

Evi Ich weiß es nicht.

Peter Ich weiß es nicht, da waren wir nie drinnen. aber wir baden es gerade aus.

Evi Ja, wir baten einiges aus. Zurück zum Film, zu Oppenheimer. Ich fand ihn eigentlich ganz gelungen, also trotz der Länge, das ist ja immer sowas, was mich ein bisschen gestört hat und das ist glaube ich ähnlich, was du auch gesagt hast, dass es ja mehr ein Biopic ist. Ich hätte mir auch mehr gewünscht, dass es die Geschichte ist, die da beim Manhattan-Projekt war.

Evi Und weniger vielleicht um ihn und mit diesen ganzen Switches, mit diesen Zeitebenen, wo er dann diese Anhörung hat, weil er ja dann als Kommunistisch da irgendwie verdächtig wurde später. Tatsächlich gab es ja zwei Sowjetspione in Los Alamos, von denen man heute weiß. Und er ist ja dann auch verdächtig geworden. Und das hat mich dann immer so ein bisschen rausgerissen.

Peter Ja, für mich war es halt dann so, aus Reine als Film betrachtet...

Evi Hätte man den Film kürzer machen können und das wäre klar so.

Peter Ja, auf jeden Fall, ja. Ja, ja. Für mich war es halt so, im Endeffekt geht es in dem Film ja darum, ob der Personalausweis vom Oppenheimer verlängert wird oder nicht. In dieser kleinen Bürokammer, wo sie ihre private Gerichtsverhandlung haben, mehr oder weniger. Und es war so, ja, okay. Und das ist jetzt aber nicht gegangen damals, ja. Also es war eine ganz andere Hausnummer und ich habe halt nach dem Film das Gefühl gehabt, ja, jetzt habe ich da und dort Details darüber gelernt, wie das halt politisch zwischen Oppenheimer und Manhattan-Projekt und Washington war.

Peter Aber das eigentliche Ding, das das Spannendste gewesen wäre, Die Bombe an sich, der habe ich nachher nicht mehr oder weniger Angst gehabt als vorher, weil die spielt ja gar nicht kaum eine Rolle da drin. Es gibt diese eine kurze Sequenz, wo er in dieser Scheune, wo es das feiern, die Explosion, glaube ich, und er ein bisschen so mitgenommen ist und fast bewusstlos wird, wo er da so herumtaumelt.

Peter Aber ich hätte es ganz gut gefunden, wenn da hinten dran am Ende vom Film noch so historische Aufnahmen von Hiroshima und Nagasaki kommen, mit Schatten von Leuten an den Wänden und die zerstörte Stadt, dass man sieht, was da eigentlich entwickelt worden ist.

Evi Ja, ich bin mir nicht sicher, ob das ein amerikanischer Film hergibt. Weil am Ende ist es ja doch natürlich eine sehr amerikanische Sicht der Dinge, nach wie vor. Also ich finde es erstaunlich, es ist ja oft die Kritik, dass Elise Meitner nicht erwähnt wird im Film. Und ich habe mir dann ein zweites Mal noch angeschaut, wirklich auch darauf konzentriert, okay, gut, Lise Meitner wird wirklich nicht erwähnt, stimmt das?

Evi Otto Hahn und Strassmann werden auch nur einmal in einem Satz kurz erwähnt, dass das die Deutschen entdeckt haben, das wird so enorm runtergespielt, obwohl es natürlich dann die Motivation ist, selber die Atombombe zu bauen. Aber ich habe auch gedacht, ja, das ist halt wirklich voller Fokus auf die amerikanische Entwicklung, was das betrifft.

Peter Nein, das war bei mir auch. Ich glaube, der Richard Feynman kommt auch nochmal ganz in einer Szene dazu.

Evi Ja, er stimmt.

Peter Einen Satz oder zwei. Du kennst sicher diese Bücher von ihm. Weil da gibt es eine Handvoll Bücher, die er geschrieben hat, die so ein bisschen autobiografisch und voll mit Anekdoten sind. Und da kommt immer wieder mal das ganze Manhattan-Projekt drin vor. Und da habe ich jetzt, ist lange her, dass ich die gelesen habe, aber man hat immer so das Gefühl, die sind eher so von Pfadfinder-Camp, weil er halt das immer recht lustig und unterhaltsam erzählen kann, was da so ist und er seine Späße immer treibt mit den anderen Physikern.

Peter da kommt das gar nicht so rüber, dass es um die Welt gegangen ist. Es kommt auch so rüber, dass er viel mehr involviert war in das Ganze, als dass er dann in so einem Film mit ein, zwei Sätzen mal kurz durch eine Szene durchläuft. Aber da wird es einige Physiker geben haben, die da halt aufgrund des Drehbuchs und der Länge des Films halt einfach durch einen Raster gefallen sind.

Evi Ja, ich glaube, das kannst du wahrscheinlich auch gar nicht machen aus dramaturgischen. Aber glaubst du oft, das ist nämlich mein Eindruck, oft bei so Filmen, weil sie da bei Oppenheimer, diese ganze politische Situation, Background, das alles da mit reingenommen haben, ist dann natürlich auch immer Love Interest und das Ganze mögliche, dass, wenn man sich wirklich darauf konzentriert hätte, das wissenschaftlich darzustellen oder wirklich diesen Bau der Atombommer, es gab ja wirklich sehr viele Herausforderungen, es ist wirklich nicht so einfach da jetzt eine Bombe daraus zu bauen.

Evi Also die mussten da ja auch mal herausfinden, okay, was eignet sich überhaupt dieses Uran, dass es eben 2.35 ist, 2.38 geht ja nicht, weil eigentlich spaltbar das Plutonium und so und dann auch diese unterschiedlichen Ansätze, dass das nicht spannend genug wäre.

Peter Das wäre viel spannender gewesen, glaube ich.

Evi Ja, aber glaubst du, dass der Hollywood und Nolan und so sich da dachte haben, nee, das können wir den Leuten nicht tun, das ist voll langweilig, da pennen die uns weg. Weil das habe ich nämlich auch das Gefühl, wenn ich denke, da sind so spannende wissenschaftliche Geschichten dahinter, ja, und ich habe noch keinen einen Film gesehen, der mir da wirklich sagt.

Peter Okay... Ich sag jetzt mal was sehr gemeint. Ich bin kein Fan von den Filmern, die der Nolan macht.

Evi Ja, das weiß ich schon. Jetzt kommt's wieder.

Peter Und ich glaube, es hat ihn einfach nicht interessiert. Weil ich glaube schon, dass der in einer Position ist, dass er im Großen und Ganzen die Filme machen kann, die er machen will und da sind da keiner dazwischen, funkt. Großteils. Dumm. ist das schon so, wie er es machen wollte. Also vielleicht ist er so ein Amerikaner, dass er diese amerikanische Sicht so darstellen will.

Peter Vielleicht hat er ein vermeintliches Publikum im Kopf, das er bedienen möchte. Vielleicht hat er sich selbst, keine Ahnung, was da im Kopf vorgeht. Aber ich finde, du hast da schon total recht. Also der ganze Film ist ja eine Ticking Clock. Das läuft hin bis zu, entweder ist die Teste-Explosion, die große Explosion, aber ist es nicht wirklich, das ist vielleicht das Ding, das in der Mitte vom Film passiert, die Uhr hört auf zu ticken, wenn die Bombe auf Hiroshima runterfallen.

Peter Das ist das Ende vom Film, wenn man das anders machen würde. Gleichzeitig, und das wird in dem Film ja auch kaum bedient, könnte man ja ein Wettrennen gegen die Nazis inszenieren. Weil wir vermuten ja, dass die Nazis auch die Bombe bauen. Und dadurch hast du schon ein Wettrennen, dass die Kicking-Clock noch mehr verschärft.

Peter Weil du weißt nicht, sind die zuerst fertig? Und das kann man ja dann auch spannend erzählen. Das ist jetzt historisch, weiß ich nicht, wie weit die Nazis waren, ob die dran waren. Jetzt kenne ich mich überhaupt nicht aus.

Evi Okay, da kann ich da noch was sagen.

Peter Aber da gibt es sicherlich irgendwas, das man dazu nutzen hätte können.

Evi Auf jeden Fall, vor allem weil das jetzt auch kein Allgemeinwissen ist. Ich glaube schon, dass die meisten, die ins Kino gegangen sind, gewusst haben, es gibt die Atombomben Hiroshima und auf Nagasaki und dass das die USA war. Also wenn man sich auch Oppenheim anschaut, glaube ich, hat man gewusst, dass das so enden wird.

Evi Aber ich finde das eine gute Idee. Also ich hätte das, denke ich mir, hätte man gut inszenieren können.

Peter Das ist auch das, was du mit dem Wissenschaftlichen meinst. Die hantieren da ja mit was, das gefährlicher ist als Nitroglyzerin. Allein das mit diesen Substanzen, die von A nach B tragen oder mal was rausholen und wieder reintun und nicht schütteln. All diese kleinen Sachen sind ja Sachen, die man spannend inszenieren kann.

Peter Es hat ja auch diesen einen Unfall gegeben. Das war irgendwo im Rahmen vom Manhattan-Projekt, wo die, ach Gott, jetzt fehlt mir das Physikwissen, das du hast. Die haben da diese, ich glaube, es war eine Urankugel, das war eine Halbkugel, also die war in der Mitte durchgeschnitten. Und in der Kugel war die zweite Kugel drinnen.

Evi Ihr sagt, was ist denn passiert?

Peter Die haben die zwei Halbkugeln. Also es war ein Ball, so groß wie ein Tennisball, schätze ich mal. Und um den herum war noch eine weitere Kugel, die halt so groß wie ein Fußball war ungefähr. Und diese große Kugel hat den verpackt, die war in der Mitte halbiert. Die hat man drauflegen können als Deckel.

Peter Man hat es aber nicht zumachen dürfen, weil wenn man das zugemacht hat, hat es die kritische Masse überschritten und hat halt ganz furchtbar zum Strahlen angefangen. In einem der Labore beim Manhattan-Projekt haben die mit dem da rumhantiert, rumhantiert, weil sie ihre Tyrrhen ausprobieren wollten, was weiß ich.

Peter Wie weit sie das zugemacht haben, haben die anscheinend mit einem Bleistift gemacht. Also der hat dann einen Bleistift zwischen die zwei Kugelhälften reintan und die Kugelhälfte halt mal mehr, mal weniger offen gehabt. Und dann haben sie Strahlung gemessen, die dabei rausgekommen ist. Und da ist mit dem Kugelschreiber, also mit dem Bleistift abgerutscht.

Peter Und da war sofort diese blaue Strahlung im Raum, wie nennt man die, die man auch in Atomreaktoren im Wasser sieht.

Evi Ach so, das ist aber die Cherenkov-Strahlung.

Peter Ja, genau das. Also das ganze Jetzt sind wir irgendwie kurz blau. Die haben das in 0,0x das Ding wieder runtergenommen und dann war das auch wieder weg. Aber die haben sich noch in dem Raum ausgerechnet, wie viel Strahlung der Fall geworden ist gerade. Und der Physiker, dem das passiert ist, der ist gestorben zwei Wochen später.

Peter Der ist ganz furchtbar verstrahlt worden. Da gibt es in US-Armee-Archivaufnahmen auch noch ganz Orgeaufnahmen, weil die das dokumentiert haben, wie der Körper zerfallen ist und wie die Zellen alle kaputt gegangen sind. Und dann zwei, drei andere haben das, glaube ich, überlebt, aber auch mit schweren Schäden.

Peter Das war ja nur ein Vorfall. Und solche Szenen in einem Film sind halt um einiges spannender als irgendwelche Kongressanhörungen.

Evi Finde ich auch. Ich glaube, zwei Physiker sind tatsächlich gestorben.

Peter Okay.

Evi Aber ich weiß nichts Näheres dazu. Ja, natürlich, man muss sich überlegen, dass das komplett neu ist. Ja, es war ein relativ neues Gebiet auch in der Forschung.

Peter Ich finde es auch schade, Sie sprechen zu einem Film auch kurz an, dass irgendeiner von denen ausgerechnet hat, wenn wir die Bombe zünden, wenn wir die Atmosphäre in Brand versetzen und dann verbrennt das alles. Und dann war es ja so, nee, das Risiko ist nur 0,001 Prozent, das geben wir ein. Allein das ist ja eigentlich spannend.

Peter Klar, es ist so wie bei der Titanic, wir wissen alle, es ist nicht passiert, weil es ist nichts verbrannt. Aber die Titanic war auch spannend, obwohl das Schiff untergeht, und wir wissen es vorher, hätten wir auch so einen Moment als total spannende Sequenz machen können, weil alle am Nägel beißen sind, ob das jetzt schief geht oder nicht.

Peter Und ich habe das Gefühl, das Nägel beißen, das da war, war nur, oh, funktioniert die Bombe oder funktioniert es nicht beim Test. Das war so mein, das war das Spannungselement. Aber spannender ist, okay, zerstören wir jetzt die Welt oder funktioniert die Bombe?

Evi Ja genau, und vor allem inwieweit die Wissenschaftler, die da beteiligt waren, natürlich auch vielleicht moralische Bedenken oder Konflikte hatten.

Peter Ja genau, das war alles viel zu, so viel ausgelassen worden, finde ich, in dem Film.

Evi Ja, weil es halt nicht nur darum ging. Ja, vielleicht, weil der Film ja auch Oppenheimer hieß und nicht Manhattan Project.

Peter Ja.

Evi Du wirkst da enttäuscht.

Peter Ja, natürlich bin ich enttäuscht. Ich hätte gerne einen besseren Film gesehen.

Evi Aber es gibt eine nette Serie, die heißt auch Manhattan Project. Die ist von 2014, 2015. Kennst du die zufällig? Ich weiß jetzt nicht, wie viele Staffeln es gibt.

Peter Ich kenne sie, aber ich habe sie nicht gesehen.

Evi Ich habe sie nicht ganz fertig gesehen. Ich habe die erste auf jeden Fall gesehen und ich glaube, die zweite habe ich dann angefangen. Dann glaube ich, ist es verschwunden auf Amazon oder so, wie ich mir die angeguckt habe. Aber die fand ich ganz interessant, weil es da halt auch so wirklich um dieses Leben der Menschen dort gegangen ist.

Evi ist und wie die natürlich dann auch damit umgehen, dass du da plötzlich, auch unter diesen Verhältnissen da leben musst und wie sich da jeder ja auch versucht einzubringen, manche besser oder schlechter damit umgehen können und da wird auch ein bisschen mehr darauf eingegangen, was die für Probleme da haben, also jetzt auch von wissenschaftlicher Sicht, wie sie da halt herangehen, was sie dann für Probleme lösen müssen, damit sie weiterkommen und das fand ich ganz interessant, also das gibt einen ganz netten Einblick heutzutage, ich weiß nicht, ob das möglich wäre, so viel Geld und, Ressourcen, da wirklich ein Ding da reinzustecken.

Peter Das sind halt die Kriegszeiten. Ist ja auch das gleiche nachher dann im kalten Krieg mit dem wir fliegen zum Mond.

Evi Ja, stimmt.

Peter Da haben wir ja auch, eben drum, kalter Krieg, wird nicht geschossen, aber beide Seiten haben halt wahnsinnig viel Geld in ein Projekt hineingebuttert und das sieht man eh heute, in Friedenszeiten ein Bruchteil davon reinsteigt wird.

Evi Ja, das stimmt, ja. Zu deiner Frage vorhin, wie weit denn die Deutschen waren eigentlich? Also Nazi-Deutschland war mit der Atombombe, die hatten ja auch ein Projekt, das Uran-Projekt und diesen Uran-Verein. Da gibt es ja das Buch von Richard von Schierich, Die Nacht der Physiker. Hast du das gelesen zufällig? Kennst du das?

Evi Ich lese es nämlich gerade, deswegen kann ich dir noch nicht ganz viel dazu, sagen, aber ich finde es sehr, sehr spannend, weil es da darum geht. Also genau, das wollte ich auch noch sagen, bevor ich jetzt auf Die Nacht der Physiker eingehe. Man musste sich ja auch überlegen, wo man die Atombomben abwirfte.

Evi Und es stand durchaus auch Deutschland zur Diskussion. Also da ist halt auch so ein bisschen die Frage, hätte Deutschland nicht, weil die haben ja schon kapituliert.

Peter Eigentlich naheliegender, weil das war der Bossgegner.

Evi Genau, es ging ja auch darum eigentlich, die Deutschen zu besiegen. Und da denke ich mir dann halt oft, und da kriege ich echt Gänsehaut, also wenn Deutschland nicht schon kapituliert hätte, ob die dann halt die Atombombe auf Berlin oder so geworfen hätten.

Peter Ja, es ist sehr möglich, das wäre ein Stoff für eine Alternativwelt.

Evi Ja, da weiß ich nicht, ob wir dann da sitzen würden.

Peter Nein, würde man nicht. Da würden andere Leute da sitzen statt uns. Vielleicht wird man eingeschrieben.

Evi Ja, kann das. Also deswegen denke ich mal, Hufmei, also vielleicht ganz gut, dass Deutschland da eben zu dem Zeitpunkt dann schon kapituliert hat. Deshalb habe ich erst vor kurzem erfahren, dass Nagasaki auch nicht die erste Wahl war, sondern sie hätte eigentlich eine andere Stadt, hätten sie es abwerfen sollen an dem Tag.

Peter Ich glaube, Tokio ist ja auch mal auf der Liste gestanden.

Evi Nein, es war eine andere. Ich kannte die Stadt nämlich nicht und da war es aber bewölkt und dann sind die woanders hingefahren, wo es quasi schönes Wetter war.

Peter Ja, da fragst du dich im Nachhinein auch, das Wetter hat entschieden Genau.

Evi Die sind dann halt verschont worden. Dafür hat es dann Nagasaki getroffen, also ganz heftig. Bei den Nacht der Physiker geht es nämlich darum, weil ja dann eben nach der Kapitulation Deutschlands, die Engländer, haben dann quasi die führenden Physiker, also jetzt nicht Gendern, die das Uran-Projekt in Deutschland betrieben haben, festgenommen und Wobei es waren keine Gefangenen, laut Definition irgendwie, weil sie wurden halt abtransportiert, über Wessai dann nach England gebracht und waren dann in einem Gebäude, also in einem Haus, ich glaube Farmhall heißt das, ich vergesse das immer, wo dann zehn führenden Physiker, also Heisenberg natürlich, Werner Heisenberg, Otto Hahn, Weizsäcker und noch mehrere waren da eben da dabei

Evi und die haben sich dann in dieses Haus gesperrt, wo sie halt gesagt haben, sie sind keine Gefangenen, aber sie dürften natürlich auch nicht gehen. und haben die aber dort abgehört. Also die haben dort alles verwandt gehabt und haben da wirklich jedes Gespräch aufgenommen. Das waren dann auch von den Engländern, welche die Deutsch als Muttersprache irgendwie hatten, eingesetzt.

Evi Die haben das alles belauscht, übersetzt und dann transkribiert, damit die herausfinden, wie weit die Deutschen wirklich waren.

Peter Das ist ja urspannend für einen Film. Da wirst du entführt und eingesperrt und du hast ein Abhörsszenario. Das ist ja super.

Evi Ja, und es gab da irgendwie so eine alte Klausel, dass Engländer erlaubten, dass sie so Kriegsgegner bis zum halben Jahr quasi ohne Verhandlung festhalten durften, weil das finde ich halt auch, die haben die da einfach abtransportiert, abgeholt und nach England in irgendein Farmhaus gebracht und abgeholt, um herauszufinden, wie weit die wirklich nah dran waren.

Evi Und ja, ich glaube, es hat sich da gezeigt, dass natürlich die bei Weitem nicht so nah dran waren, wie halt die Amerikaner. Als dann die deutschen Physiker Heisenberg und Co. die Information, die Nachricht bekommen haben, dass eben die Atombomben auf Hiroshima abgeworfen wurden, Da war auch ihr das erste Erstaunen, dass die fähig waren, das zu tun, dass die es geschafft haben, eine Atombombe zu bauen, die Amerikaner.

Peter Ja, es war auch am Anfang vom Kalten Krieg, weil das Wettbewerbsrücken ja dann irgendwann angefangen hat. Da hat es ja am Anfang auch Bestrebungen gegeben, dass man sagt, wir sollten das lassen, weil das führt nirgendwo hin. Dann war es aber, glaube ich, so ähnlich wie das, was ich mit der KI vorhin gesagt habe.

Peter Wenn es wenig machen, machen es die anderen und dann haben wir verloren. Und dass dann bei Russland später dann, das ist ja historisch auch immer alles so schwer festzustellen, was dann stimmt, was ist in Geheimarchiven noch drinnen.

Evi Was ist noch nicht veröffentlicht worden.

Peter Das ist immer nur so Stand der Dinge, den man irgendwie heute hat. Wer weiß, auf was man dann in 50 Jahren draufkommt. Aber die Russen schienen kaum ein Atomprogramm gehabt zu haben. Das war ein Potimkensches Atomprogramm. Das war viel Gerede und nichts dahinter. Und die Amerikaner haben basierend auf diesen fiktiven Zahlen von den Russen angefangen aufzurüsten.

Peter Und irgendwann ist es, dass es angeblich auch durch Spionage passiert. Also, dass die Russen viel Know-how von Amerika nach Russland geholt haben und damit dann angefangen haben, tatsächlich aufzuholen. Und dann das Wettrennen halt ein echtes Wettrennen war plötzlich.

Evi Ja, gut, ich meine, die Russen hatten ja die Spione im Manhattan-Projekt, von denen wussten die ja schon, was funktioniert, was nicht funktioniert. Also das ist ja auch so Lernen vom Fehler der anderen. Also die sind dann, glaube ich, aber schon ziemlich eingestiegen. Also dann danach bei diesen ganzen Atomtests und so. Diese Zar-Bombe, die ist ja… Ja.

Peter Die größte?

Evi Genau, eben.

Peter Das war ja eine Wasserstoffbombe. Da kennst du dich jetzt besser aus. Also das, was in Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden ist, das waren Atombomben. Begrifflich einfach nur. Das andere waren dann Wasserstoffbomben.

Evi Genau, also eine Atombombe und eine Wasserstoffbombe sind unterschiedliche Sachen. Weil bei der Atombombe hast du eben dieses spaltbare Material. Das heißt, da hast du dann eben diese überkritische Masse. Du hast dann diese Kernspaltungsreaktion. Das wird ja dadurch freigesetzt, dass eine Neutrung quasi dann immer freigesetzt wird. und das dann halt wieder die nächsten Atome spaltet. Das wird ein Dominoeffekt sein.

Peter Genau, das geht aber in...

Evi Natürlich, genau.

Peter Komma nichts passiert das, ja.

Evi Richtig, ja. Und die Wasserstoffbombe ist auch noch für sich eine Fusionsbombe, wo du davor eine Kernspaltung hast und die setzt dann aber eine Fusion in Gang.

Peter Ja, ich glaube, soweit ich weiß, haben sie die ZAR-Bombe dann nie serienmäßig hergestellt, weil sie nach dem einen Versuch, den sie gemacht haben, auch logistisch festgestellt haben, die können die nicht transportieren mit Flugzeugen, weil die so groß und schwer und klobig ist, dass das nicht einsetzbar ist.

Evi So unhandlich oder wie?

Peter Genau, so unhandlich einfach. Ich weiß nicht, wie es heute wäre, aber damals haben sie das, glaube ich, oder vielleicht, weil sie kein Geld mehr gehabt haben, was weiß ich. Aber es ist interessant, dass man da jetzt, weil du das jetzt gerade erklärt hast, die eine Bombe geht mit Kernspaltung und die andere geht mit Kernfusion.

Peter Also es sind ja genau dieselben Anwendungen im friedlichen Fall zur Energieerzeugung, weil wir arbeiten ja heute, unsere Kernkraftwerke arbeiten ja heute mit Kernspaltung, und ITER und all das, was wir gerade so entwickeln und wo immer alle sagen, das ist noch 30 Jahre weit weg, ist ja keine Infusion.

Evi Es ist immer 30 Jahre weg. Es war vor 30 Jahren auch 30 Jahre weg.

Peter Genau, das ist der übliche Schmäh. Sind wir noch 30 Jahre weg? Ich habe keine Ahnung. Es tut sich relativ viel, was ich so mitkriege, weil die Chinesen sind dran, die Deutschen sind dran, das ITER ist ein globales Projekt.

Evi Das gibt es ja immer noch, genau, ja.

Peter Und die Amerikaner sind dran. Also ich glaube, der Eindruck aus den Medien ist schon so, dass es ein bisschen mehr wird.

Evi Also ich glaube, dass das länger als 30 Jahre ist. Ich kann mir das nicht vorstellen, weil halt einfach der Aufwand so enorm ist. Bei der Kernspaltung, glaube ich, ist es vielleicht einfach, etwas kaputt zu machen. Kernflussung ist ja das, was in den Sternen passiert. Und da brauchst du halt einfach auch die Bedingungen, die du in Sternen hast.

Evi Und das ist das Problem, dass wir das halt noch nicht so dauerhaft schaffen. Diesen enorm hohen Druck und diese Temperatur und das alles. Und das ist halt das Problem. Und deswegen, glaube ich, sind wir da halt von einer kommerziellen Nutzung oder dass das unsere Energieprobleme lösen wird, glaube ich, sind wir da echt noch weit weg.

Peter Ja, es ist jetzt nichts, das in fünf Jahren irgendwo am Netz hängen wird.

Evi Ja, es gab ja dann auch immer wieder diese kalte Fusion, das ist ja auch so ewig lang herumgegeistert, wo du das quasi dann unter Zimmertemperatur, unter Anführungszeichen, machen kannst. Und das, glaube ich, das geht halt gar nicht, weil das haben wir in der Natur auch nirgends.

Peter Ich glaube, jede Generation entdeckt dann neu, dass es das mal gegeben hat, dass es da eine Handvoll oder vielleicht auch nur ein Experiment gegeben hat, dass es dann nie wäre produzieren hat können.

Evi Es wäre halt cool, wenn wir das schaffen könnten. Ja, natürlich wäre es super.

Peter Das wäre halt ein Raumschiff für Enterprise.

Evi Ja, weil du dann halt wirklich reine Energie auch hättest. Du hast ja das Problem auch nicht mit dem, was wir bei den AKWs haben, bei der Kernspaltung, dass du irgendwas entlagern musst, wo halt dann auch, Stichwort, dass du vorhin schon gesagt kommende Generationen sich damit beschäftigen müssen, was da passiert.

Evi Sicher wäre es super, aber ich glaube halt wirklich vom Technischen her ist es halt schon noch eine große Herausforderung.

Peter Ja, die KI wird das schon machen.

Evi Ja, genau. Die soll das machen. Wobei ich glaube, so selber etwas erschaffen ist das vielleicht nicht ganz so gut. Meiner Meinung nach ist das ja immer noch etwas, was ja Sachen wieder gibt, die es schon gibt.

Peter Ich bin da hin und her gerissen, weil im Endeffekt, wie soll ich sagen, ich glaube, das haben wir eh letztes Mal in der KI-Folge auch schon teilweise gehabt. Ich denke, dass die KI nicht so weit weg ist von dem, wie wir sind. Also wir sind im Großen und Ganzen ja eh auch Automaten, die auf die Umwelt reagieren. Wir schweifen ab.

Evi Ich lasse dich da jetzt gar nicht referieren über das Thema, weil ich kenne dich schon und ich weiß, dass du da dann...

Peter Ja, genau.

Evi Reden wir lieber noch über weitere Filme. Ich habe schon lange keine Filme mehr besprochen. Ich habe jetzt übrigens im Zuge der Recherchen... Die Recherche ist gut. Ich bin drauf gekommen, dass ich total viele Filme nicht gesehen habe, die das Thema behandeln. Einen möchte ich aber wirklich sehen. Also da habe ich jetzt beim Lesen voll Lust drauf bekommen. Und zwar hast du den gesehen, den On the Beach von 1959?

Peter Ja, den habe ich gesehen, ja.

Evi Mit Gregory Peck und, ich kann mir das nicht vorstellen, der Hauptphysiker spielt nämlich Fred Astaire. Das klingt jetzt zwar total lustig, aber tatsächlich ist der Film ziemlich dramatisch. Also der spielt nach dem nuklearen Holocaust eigentlich. Also da sind mir die Bomben schon gefallen. Das ist irgendwie so alles verstrahlt.

Evi Und es gibt, also die sind, glaube ich, die einzigen Überlebenden, weil sie in einem U-Boot waren.

Peter Nein, der spielt in Australien. Und Australien an sich ist noch da, weil es eben so abseits liegt. Und es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Strahlung auch Australien erreichen wird. Also auch Australien wird sterben. Der Rest der Welt ist schon kaputt. Und dann so eine Art Geschichte, die letzten Tage der Menschheit.

Peter Die leben da noch ganz normal. In den Filmen sind Szenen drinnen von Autorennern, also auf Rennstrecken und so, oder wir sind am Strand. Also die leben halt alle einfach noch.

Evi Und das ist halt sehr so Yolo, oder?

Peter Ja, genau. Weil das Ende ist nah. Ende 50er Jahre mit Freda Steyr, so musst du dir das schon vorstellen. Das ist ein bisschen so wie ein Vorvorläufer von Melancholia. Also die wissen, es ist alles zu Ende, aber was soll man denn machen, außer unser Leben weiterleben, bis es zu Ende ist? wir machen halt das, was wir immer machen, weil wir können nichts dagegen machen, was uns bald passieren wird.

Peter Es ist ein interessanter Film, weil er ist total, wenn du jetzt einen Atom-Holocaust-Film sehen willst und den Film anmachst, denkst du so, was schaue ich denn da? Also wenn du den zufällig jetzt beim Senderwechseln erwischt und bist mittendrin, denkst du, das ist irgendein Drama, weil halt nichts, das irgendwie mit Atomkrieg zu tun hat, da drin passiert.

Peter Es sind einfach nur Menschen, die ihr Leben versuchen weiterzuleben, das in ein paar Wochen aufhören wird.

Evi Okay, aber das heißt, er ist dann nicht sehr deprimierend, weil das Thema.

Peter Er hat auch kein furchtbares Ende, sodass jetzt alle sterben. Es endet vor dem. Aber es ist so, du weißt, okay, nach dem Ende des Films ist alles aus. Also es ist kein Feel-Gut-Film.

Evi Nicht, okay.

Peter Nein, das überhaupt nicht. Nein, das ist schon ein guter, sehenswerter Film.

Evi Sehenswert. Ich glaube, das ist jetzt nämlich mein liebster filmischer Weltuntergang. Und zwar ist das der bei Dr. Strange Love, wie ich lernte, die Bombe zu lieben oder sowas. Und das finde ich echt, also wieder dann diesen harten Katast. Ich spoilere jetzt einmal, aber ich glaube, ich darf das.

Peter Er ist alt genug.

Evi Genau, ja. Und da hast du dann auch die Bomben, die ja dann quasi als unausweichliche Lösung da irgendwie dann gezündet werden. Und dann hast du aber diese Musik, die da dazu läuft. Und das hat mir gut gefallen. Die drei Rollen von Peter Sellers habe ich irritierend gefunden.

Peter Das finde ich großartig. Dimitri.

Evi Aber warum spielt er drei Rollen?

Peter Ja, weil es niemand anderen gibt, der das so gut kann wie er. Damals in dieser Ära. Der war halt einfach der Komiker, zu dem er damals gegangen ist.

Evi Wobei ich fand es halt lustig, dass er da bei diesem deutschen Wissenschaftler spielt, der ihm immer der Arm hoch ging.

Peter Ja, finde ich großartig. Ich finde auch ein Josh C. Scott super, der da nur am Durchdrehen ist die ganze Zeit. Eine böse Satire, auch so viele Jahre später. Aber, wenn du den gerade erwähnst, so handlungsmäßig geht es in dem Film ja darum, was alles schief gehen kann, das in einem Atomkrieg resultiert.

Peter Weil vorher einfach eine ganze Kette von Sachen komplett daneben geht. Und das spielt der Film halt so weit es nur geht irgendwie aus. Und ich glaube, bei den Atomkriegsfilmen, da gibt es großteils genau diese zwei Kategorien. Es gibt einerseits diese ganzen Filme, wo eine Kette von Ereignissen dann dazu führt, dass am Ende was schief geht oder gerade nicht schief geht.

Peter Und dann gibt es diese andere Gruppe von Filmen, die halt quasi mit dem Atomschlag mehr oder weniger anfangen im ersten Akt und dann mit den Auswirkungen von dem umgehen muss. Das sind so diese zwei Hauptkategorien, die auch so in den 50er, 60ern langsam angefangen haben rauszukommen. Die sind dann in den 80ern ungefähr wieder verschwunden.

Peter Also Wargames und da war Wargames, da war The Day After und ich glaube, dann gibt es noch The Wargame. Nein, Freds war das, ein britischer Film. Die zwei, drei Filme waren das. Und danach ist das, ja mein Gott, der Kalli Grieb war vorbei und dann waren die Filme auch weit vorbei. Und dann kam später so dieser Hollywood-Schlag.

Evi Das passte dann auch jetzt wieder zur zeitlichen, also zur historischen Entwicklung.

Peter Ja, genau. Und dann später kamen dann noch hin und wieder diese 0815-Action-Dinger, das Broken Arrow von John Woo, wo eine Bombe gestohlen worden ist vom John Travolta und der Christian Slater muss ihn stoppen. Dann gab es dieses Peacemaker mit George Clooney und der Nicole Kidman und dann noch mit dem Ben Affleck hat es noch was gegeben, wo so ein Fußballstadion glaube ich, oder eine Stadt zerstört werden soll mit einer Bombe, die dorthin geschmuggelt worden ist.

Peter Aber das sind so Filme, wo die Bomben einfach nur Vehikel sind, um einen Friller zu erzählen. Also da ging es jetzt nicht um, oh mein Gott, die Bombe ist so furchtbar, sondern das war halt einfach x-beliebige Megawaffe. ja, so viele Bombenfilme hat es dann nachher nicht mehr gegeben. Die Catherine Bigelow ist jetzt, das ist jetzt seit ein paar Wochen auf Netflix mit A House of Full of Dynamite.

Evi Glaube ich. Den wir beide nicht gesehen haben und deswegen haben wir noch immer nicht gesehen.

Peter Ja, es ärgert mich eh.

Evi Darum können wir nicht darüber sprechen.

Peter Was ich ganz interessant finde, der James Cameron, bei dem spielt die Bombe immer wieder eine größere Rolle. Das ganze Setup von Terminator, du hast den nuklearen Holocaust, der von Skynet ausgelöst wird.

Evi Genau, das wäre mir jetzt auch eingefallen.

Peter Das ist also die Backstory, also die komplette Backstory halt quasi. Dann hast du im zweiten Terminator die ganze Eröffnungssequenz. Los Angeles ist gegrillt worden und in der Mitte ist dann die meiner Meinung nach immer noch beste Darstellung von einer Atomexplosion, wo Los Angeles von der Bombe betroffen wird und wo du halt auch siehst, wo dieses Aragona da verbrannt wird und das Gelät sich komplett zerlegt.

Evi Das sind ihre Albträume quasi.

Peter Genau. Und dann taucht in Abyss auf, da geht das U-Boot mit dem Atomspannkopf verloren.

Evi Ja, das vergesse ich immer wieder, dass das bei Abyss auch Thema ist.

Peter Die Aliens wollen uns vernichten, damit wir keinen Atomgräb machen, weil sie der Meinung sind, wir lernen es eh nicht mehr. In True Lies hast du die Terroristen, die die Atombombe klauen und wo dann der Schwarzenegger die Jamie Lee Curtis küsst und im Hintergrund die Hand vor die Atomexplosion halten muss, dass er nicht geblendet wird.

Peter Ich glaube, das war es, Aber das sind schon eine ganze Handvoll Filme, dass man merkt, den Typen beschäftigt das ein bisschen. Also der ist auch so ein kaltes Kriegkind.

Evi Das natürlich nimmst du dann natürlich auf die eine oder andere Weise mit. Wobei es ja doch ein bisschen eher implizit fast mitnimmt. Also außer beim Terminator.

Peter Ja, sonst ist es, es kommt vor.

Evi Genau, sondern eher so ein bisschen Mittel zum Zweck, wie du vorhin schon gesagt hast. Also um einen Thriller zu erzählen oder irgendwie. Aber es ist jetzt nicht so dieser Hauptprotagonist, würde ich jetzt sagen. Außer wirklich beim Terminator.

Peter Ich glaube, ein bisschen Terminator. Ja, Trulais würde ich jetzt nicht wirklich einrechnen, weil der ja doch eher so mit Augenzwinkern daherkommt.

Evi Das stimmt, ja.

Peter Und in Avatar haben wir auch noch keine Atombomben gehabt.

Evi Ja, ich meine, Ketten oder Bomben als Mittel zum Zweck, aber es gibt ja auch, vielleicht mit Augenzwinkern, weiß ich nicht, aber auch noch andere Auswirkungen, die ja dann die Atombombe hat und was das genau ist, das besprechen wir nach einer kurzen Pause. Also wir haben jetzt schon auch über die Welt nach der Bombe gesprochen.

Evi Wir hatten das ja bei On the Beach, dass es ja darum ging, dass ja da noch Menschen da sind. Aber oft geht es ja auch darum, was ja noch für Auswirkungen sind nach einer Bombe, Stichwort Strahlung und Mutationen. Und wenn du ja vorher schon ein bisschen Augenzwinkern gesagt hast, da gibt es ja aus heutiger Sicht zumindestens bei uns ja auch ein paar eher Filme, die sich damit beschäftigt haben, die wir jetzt eher lustig finden.

Evi Ja, damals war es ja nicht, war es vielleicht gar nicht so lustig oder hat es mir jetzt vielleicht ernster gemeint. Also mir fällt als erstes Famicula ein von 1954. Da geht es ja darum, dass ja auch aufgrund der Atomtests, ich glaube in New Mexico, dann Ameisen mutieren, weil die so einen schnellen Zyklus haben, dass diese Mutationen so weit oder so schnell voranschreiten, dass dann halt riesige Ameisen plötzlich da sind.

Evi Godzilla natürlich, was den meisten jetzt auch einfallen wird, wenn es darum geht, weil Godzilla erwacht ja durch die Tests. Aber ich weiß jetzt gar nicht, Ist Godzilla auch irgendwie aufgrund der Strahlung so, wie er ist? Sind das auch Mutationen?

Peter Oh Gott, ja, da müsste ich jetzt lügen. Es ist so lange her, seit ich den erst gesehen habe. Aber jedenfalls ist Godzilla, was man vielleicht auch filmhistorisch mitdenken muss, oder überhaupt, was jetzt Populärkultur angeht in Japan. Japan ist das einzige Land, das Atompombenabwürfe erlebt hat.

Evi Überlebt hat auch, ja.

Peter Und überlebt hat. Und das zieht sich halt auch durch die komplette Populärkultur von Japan durch. Also Godzilla ist ein Produkt von dem, weil Godzilla ja letztendlich ein Verbündeter ist, der das Böse in Form von irgendwelchen Bomben und dann später von anderen Gamera-artigen, wie auch immer die Monster alle, oh Gott, ich bin furchtbar, wie heißen sie, Kaijus, ablenkt.

Peter so, uff, soll ich das Wort suchen müssen? Und das zieht sich ja durch Mangas und Animationsfilme durch, wenn es jetzt dann Akira zum Beispiel, Neo Tokyo nach dem Atomkrieg oder der regelmäßig die, den Listen von den deprimierendsten Filmen aller Zeiten anführenden Grave of the Fireflies. Sind das die letzten Glühwürmchen? Ja, genau, der ist das.

Evi Aber ist das da auch der Atombomber?

Peter Siroshima.

Evi Ah, okay, gut, weil ich weiß, dass es Zweiter Weltkrieg ist, aber ich habe es jetzt gar nicht so mit den Atombomben in Erinnerung.

Peter Nein, das ist ein Studio Ghibli Film.

Evi Ja.

Peter Das ist nicht von Hayao Miyazaki, das ist ein anderer Regisseur.

Evi Ich habe den Film einmal gesehen.

Peter Das ist ziemlich uplifting, oder?

Evi Und ich schaue ihn kein weiteres Mal an.

Peter Ja, ja, das ist genau so ein Film.

Evi Den schaut man sich noch einmal an. Obwohl er wahnsinnig, wahnsinnig gut ist. Aber ich war fertig dann.

Peter Naja, und das ist halt so, wo ich sage, okay, hat Oppenheimer so einen Effekt erzielt? Nein. Und das ist der Effekt, den so ein Film erzielen müsste, dass man alle verstehen, das ist nicht gut, was da noch herumliegt.

Evi So, ganz kurz zu den letzten Ghibli-Memchen, weil ich glaube, wenn man jetzt nicht die Anime-Filme schaut oder die Hayao Miyazaki oder Ghibli-Filme kennt, da geht es darum, ich glaube, es ist ja die letzten Tage oder kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges und da sind zwei Brüder, glaube ich, sind sie.

Peter Eine Bruder und eine Schwester. Zwei kleine Kinder.

Evi Genau, zwei kleine Kinder auf jeden Fall.

Peter Sechs, sieben Jahre höchstens.

Evi Genau, sie ist ja dann auch relativ klein und er kümmert sich um sie, weil die Eltern ja gestorben sind und die haben ja irgendwie wirklich niemanden und er bekommt auch keine Hilfe. Und die leben ja dann in so einer Höhle und kämpfen ums Überleben. Also es ist sehr eindringlich und ich glaube, es gibt keinen Film, der halt wirklich so diesen Irrsinn des Krieges und wie nutzlos ein Krieg es besser zeigt.

Evi Also wie dieser Film, also wirklich sehr eindringlich. Ich finde, man müsste ihn wirklich, es sollte ihn wirklich jeder gesehen haben, aber...

Peter Naja, also wenn es heute eine Filmempfehlung gibt, die letzten Hügelwürmchen.

Evi Aber Taschentücher auf jeden Fall und es ist wirklich...

Peter Es ist definitiv kein Disney-Film, auch wenn es so aussieht.

Evi Und nicht mit Kindern. Also wie gesagt, es ist zwar ein Zeichentrick-Film, aber es ist kein Kinderfilm.

Peter Ja, aber jedes Kind sollte den Film sehen.

Evi Ab einem gewissen Alter.

Peter Also wenn ich und den König der Löwen anschauen kann, dann darf ich den auch sehen.

Evi Sehr guter Film, aber es gibt.

Peter Sogar quasi das Gegenteil, weil es da um zwei kleine Kinder geht, die, mit den unmittelbaren Folgen einer Atombombe zu tun haben, gibt es auch einen britischen Film, der ungefähr aus der gleichen Zeit ist, Wenn der Wind weht.

Evi Den habe ich nicht gesehen, ja.

Peter Das ist auch Mitte 80er Jahre. Da geht es um, es spielt in England, das ist auch ein britischer Film, auch ein Animationsfilm, wo es um ein altes Ehepaar geht, die irgendwo am Land leben und die kriegen halt die Atomschläge auch nur mit, also die überleben das. Aber natürlich ist das ganze Land verseucht und es gibt einen nuklearen Winter, und du hast da halt dieses ältere Ehepaar, wo dann einer krank wird und der den pflegen muss und dann selber krank wird und wie es endet, können wir uns alle denken.

Peter Aber er ist auch ein sehr aufmunterner Film.

Evi Ist das aufmunternd jetzt mit Gänsefüßchen?

Peter Mit viel Augenzwinkern. Es ist kein Feelgood-Movie.

Evi Okay, wir brauchen jetzt ein paar Feelgood-Filme, auch noch irgendwas zum Abschluss, vielleicht ein bisschen was Aufbauendes. Und deswegen haue ich jetzt in den Topf Filme, wo Atombomben die Welt retten oder die Menschheit retten. Denn auch die Idee hatte man im Film. Es gibt auch Filme, wo es wirklich darum ging, eine andere Gefahr abzuwenden mit Atombomben. Und ich bin mir sicher, du weißt, an was ich jetzt gerade denke, oder?

Peter Ganz genau, ja. Das sind diese hochakkuraten Wissenschaftsfilme.

Evi Ich würde mal sagen, das ist Popcorn-Kino, Deluxe oder in Reihenform eigentlich. Inwie fällt das aber meistens den Amerikanern ein, oder? Das sind eigentlich sehr viele amerikanische Filme.

Peter Eigentlich alle, gell?

Evi Ja, ich überlege jetzt gerade. Aber mir fallen jetzt eigentlich nur amerikanische Filme ein, wo wir ein Problem haben.

Peter Die kommen alle aus einer Ära, wo alle und die Amerikaner selbst noch dachten, sie könnten die Welt retten.

Evi Ja, das auch. Ja, vielleicht auch. Wir haben die Atombombe. Von was reden wir? Ich glaube, es ist auch erklärt, dass ich zumindest mal als erstes an Armageddon gedacht habe, wo wir einfach mal so mit ein paar Bomben oder mit einer Bombe zwei, ich weiß gar nicht, wie viele sie zünden wollen, bloß Willis uns alle rettet am Ende vor der drohenden Katastrophe in Form eines Asteroiden.

Evi Ich glaube, bei Deep Impact machen sie es ja auch mit einer Bombe.

Peter Da geht es aber schief.

Evi Die haben Bruce Willis nicht gehabt. Ja, genau. Das ist das Problem. Ja, aber da ist ihnen auch nichts Presses eingefallen, als Bomben wir einfach mal. New Kid und dann geht das schon.

Peter Jetzt sagst du, New Kid from Orbit, in Aliens, wieder James Cameron. Was machen wir am Schluss? Wir hauen Atombomben drauf.

Evi Ja, das funktioniert immer.

Peter Ja, es ist immer so die letzte Lösung.

Evi Ja, es ist auch so, Aliens greifen uns an, was machen wir auch Atombomben? Das hatten wir schon bei War of the Worlds, 1953 beim Ersten. und auch bei Independence, die machen sie das ja auch.

Peter Ist der Randy Quaid dann mit einer Atompombe am Weg in das Mutterschiff?

Evi Randy Quaid?

Peter Der ist doch der Pilot, der am Schluss dann... Ah nein, der opfert sich, der stirbt und dann muss der Bill...

Evi Der Jeff Goldblum, der fliegt mit und den zweiten ist jetzt gar nicht.

Peter Das ist lang höher.

Evi Ich muss das jetzt nicht googeln, oder?

Peter Der Randy Quaid ist der angsoffene Ex-Pilot, der sich freiwillig meldet und der verkackt es dann und der Bill Pullman, der der Präsident ist.

Evi Ja, genau.

Peter Der regelt das dann, glaube ich. Der fliegt mit Chef Wolf Blum dann. Genau, der fliegt dann da. Okay. Und der Will Smith war noch irgendwie involviert, bevor er...

Evi Ach ja, stimmt. Der ist ja auch genau.

Peter Bevor er Feigen ausgeteilt hat.

Evi Der fliegt mit. Wer fliegt denn da jetzt dann mit zum Schluss? In dem Raumschiff, dann in das Mutterschiff? Nein, nein, das ist der Will Smith. Mit wem? Ach Gott, das ist jetzt peinlich. Das müssen wir rausschneiden. Wir schauen uns jetzt gleich in die Pendants.

Peter Der Film ist wahrscheinlich 30 Jahre alt.

Evi Fast, ja. Wir haben uns wieder einmal ausgezeichnet, vorbereitet für diese Folge. Keine Kosten und Mühen geschaut.

Peter Aber alle wissen, wovon wir reden.

Evi Wahrscheinlich, ja. Das nennt man Einbindung der Hörerschaft, weil wir jetzt wahrscheinlich ganz viele E-Mails bekommen werden, die uns sagen, wer genau in welchem Raumschiff geflogen ist.

Peter Du meinst, das war jetzt kalkuliertes Clickbait?

Evi Natürlich, ja. Film ist übrigens 1996 Independence Day. Das heißt, wir haben ein Jubiläum nächstes Jahr.

Peter Wir sind im Jahr 2026. Es ist das Jubiläum.

Evi Stimmt, ja genau. Das heißt, wir machen ein Hörertreffen und buchen irgendwann einen Kinosaal und schauen uns Independence Day an. Das würde ich doch total gut finden, als Wiedergutmachung für diese Peinlichkeit, dass wir da jetzt überhaupt nicht Bescheid wissen, wer da wann wohin fliegt.

Peter Definitiv unwürdig, über diese Dinge zu sprechen.

Evi Ja, genau. Wir sollten ganz schnell aufhören und gar nicht mehr weiterreden. Obwohl, ich wollte noch Sunshine anbringen und Dekor haben wir auch noch.

Peter Das ist ein großartiger Film, Dekor.

Evi Ich finde den ja so schlecht.

Peter Gut, dieses Gestein immer ausgeleuchtet ist im Finsteren der Erde und wie hell es da ist.

Evi Der Florian genießt dann ja total den Film, obwohl er ja so wissenschaftlich ungenau ist, aber aus irgendeinem Grund, keine Ahnung, hat er ein Faible für diesen Film. Ich finde den ja ganz schlimm.

Peter Ich habe den damals auch nur einmal im Kino gesehen, aber das ist halt einer von diesen typischen Armageddon-artigen Filmen, wo nur Blödsinn drin passiert, aber dieser Blödsinn geht halt so schnell wie eine Achterbahnfahrt dahin. Das ist eigentlich vollkommen wurscht. Und es macht Spaß zum Anschauen.

Evi Genau, du rauschtest durch den Film und dann mit der Bombe schaffen sie es, dann wieder den Erdkern in Rotation zu bringen. Genau, ja. Ähnlich ist es ja auch bei Sunshine, da heultet die Sonne auf und da müssen die ja dann auch mit der Hilfe einer Bomber ja dann wieder die Sonne in Gang bringen.

Peter Obwohl ich den eigentlich mag. Ich war damals ein bisschen unglücklich über dieses Serienmörderfinale.

Evi Genau, das mag ich nämlich nicht an im Film. Also, dass das dann nachher so abdriftet.

Peter Ja, ich weiß nicht genau, was der Grund dann war, aber ich habe den dann vor ein paar Jahren noch mal gesehen und da habe ich dann total meinen Frieden gemacht mit diesem N-Drag. Nee, ist okay.

Evi Echt, den habe ich noch nicht.

Peter Und der Danny Boyle macht ja Meistens ziemlich gute Filme.

Evi Ja, mir wird das am Ende halt nicht gefallen, dass der dann halt so durchdreht irgendwie. Aber ja, vielleicht passiert das halt immer angesichts der Verantwortung, die man da hat. Also dieses Team ja da quasi aufbricht, um die Welt zu retten.

Peter Das passiert eher so im Sinne, wir brauchen einen starken dritten Akt und da muss was Orges passieren.

Evi Ja, und warum ist das so? Das ist, weil die Leute nicht vertrauen, dass die Wissenschaft genug spannend ist. Da müssen sie immer dann noch irgendein Blödsinn da irgendwie reindrehen, damit sie meinen, sie haben eine gute Dramaturgie, oder?

Peter Wir müssten einmal eine Folge machen über echte Wissenschaftsfilme.

Evi Na schau, da haben wir doch gleich ein Thema fürs nächste Mal.

Peter Boah, das wird schwierig. Da gibt es nicht viele, gell?

Evi Naja, wahrscheinlich landen wir dann bei Dokumentationen und Schulfilmen, oder?

Peter Na, auf gar keinen Fall. Wir müssen schon echte Filme nehmen.

Evi Okay. Und das Wissenschaftsthema ist egal?

Peter Achso, du meinst, weil es Science-Fictions-Filme sein sollten?

Evi Naja, schon, oder?

Peter Ja, Primer.

Evi Naja.

Peter Zeitreisefilme?

Evi Ja, aber wir haben schon über Zeitreisen gesprochen. Du erinnerst dich?

Peter Ja, ja, eh, aber mit Fokus auf, da sind... Das sind jetzt auch keine Wissenschaftler, aber die versuchen ja mit Kopf und Verstand ihre Probleme irgendwie da zu lösen.

Evi Ich weiß, was wir machen.

Peter Das machen der Doc Brown und der Marty auch.

Evi Es ist nur völlig anders.

Peter Es ist schwierig. Also diese ernsten Wissenschaftsfilme gibt es eigentlich kaum, das sind so Biografiefilme. Beautiful Mind ist sowas gewesen, aber das ist auch eher sehr persönlichkeitslastig und weniger mathematiklastig.

Evi Genau. Und wenn, dann sind solche Filme, glaube ich, wirklich auf den Personen dann, also dass das eben dann so Biopics sind.

Peter Genau, ja. Möbius war vielleicht noch was, den du da vor Monaten mal gesehen hast, dieser argentinische U-Bahn-Film.

Evi Ja, der hat mir sehr gut gefallen.

Peter Aber das ist halt echt eine Ausnahme, so viel wie Möbius.

Evi Aber schau, wir bekommen jetzt eh total viele Mails, weil wir das in einem Independence Day gerade nicht hinbekommen haben. Das heißt, ihr seid jetzt auch gleich alle aufgefordert, uns Filme zu schicken oder Vorschläge zumindest zu machen, welche Wissenschaftsfilme wir dann das nächste Mal besprechen können.

Evi Also falls ihr da Vorschläge habt für einen Film, der wirklich die Wissenschaft in den Fokus rückt, als Protagonist hat, dann erschreibt uns das doch gerne. Das bringt mich jetzt auch gleich zum Ende, würde ich mal sagen. Oder hast du noch etwas? Möchtest du noch etwas?

Peter Nein, ich hätte jetzt nur vorgeschlagen, wenn wir jetzt zehn Filme kriegen, reden wir über die zehn Filme. Und wenn wir einen kriegen, dann machen wir doch mal so eine Folge, wo wir einen Film zerlegen.

Evi Ja, dann schauen wir mal.

Peter Was kommt. Ja, da muss uns schon Quallen erfüllen.

Evi Natürlich.

Peter Also schickt uns kein Blödsinn.

Evi Es wird alles geprüft natürlich von uns.

Peter Ja, natürlich das Gremium.

Evi Ja, jetzt bin ich gespannt. Ich bin schon sehr neugierig.

Peter Ja, aber weil wir gerade bei Filmempfehlungen sind, ich weiß ja, dass dann immer wieder, wenn die Folge dann online ist, dass dann immer so subtile Hinweise kommen, dass wir diesen oder jenen Film vergessen hätten.

Evi Ja, wenn wir da ganz viele vergessen. Vor allem haben wir eine Serie vergessen, die ich auch noch eigentlich sprechen wollte.

Peter Welche denn?

Evi Fallout.

Peter Ah.

Evi Ja. Ja.

Peter Mag ich nicht.

Evi Ach, ich finde das so schön, dass wir jetzt zum Schluss wieder mal nicht einig sind. Hast du das Spiel gespielt?

Peter Ein bisschen.

Evi Ich mag nämlich das, ich mag das Spiel schon, ich mag den Stil von dem Ganzen. und ich habe die Serie eigentlich auch ganz genossen.

Peter Nein, das gefällt mir nicht. Ich mag eher die niederschmetternden Sachen. Shreds aus England. wo alles dem Bach untergeht und alle sterben.

Evi Ist der Fallout so optimistisch oder wie?

Peter Ja.

Evi Ach so, okay.

Peter Das ist so bunt, so ein Zuckerl.

Evi Naja, aber das ist ja genau dieses, was ich halt mag, diesen Mix halt, also so ein bisschen. Ich mochte das beim Spiel zum Beispiel total, dass du diesen Radio einschalten kannst, und dann hast du die ganze Zeit so 50er-Jahre-Musik, während du da kämpfst und schießt und so.

Peter Ja, ich habe dann auch beim Spiel schon immer das Gefühl gehabt, ah, das Hauptzeug ist jetzt gedacht, weil es cool ist. Und es wirkt halt so designt. Das muss man mögen. Ich mag dieses Bioshock. Das mag ich. Aber das hat auch so einen ähnlichen Stil. In einer anderen Welt und spielt halt unter Wasser.

Peter Aber das ist Geschmackssache. Mein Gott.

Evi Okay, gut. Also ich glaube, wir werden uns heute nicht mehr einig. Vielleicht sind unsere Hörerinnen mit uns einig. Also schreibt uns gerne eure Vorschläge. Und zwar sind wir wie immer erreichbar per E-Mail. Kontaktet kosmoglatter.at Ihr könnt uns natürlich auch gerne einen Kommentar auf unserer Seite hinterlassen.

Evi Das ist kosmoglatter.at Ja, auf Spotify könnt ihr auch kommentieren. Da hinterlasst am besten auch gleich noch fünf Sternchen für uns und wenn euch die Folge gefallen hat und ihr uns gerne unterstützen wollt im neuen Jahr, was Gutes tun wollt, dann könnt ihr uns natürlich gerne auch eine kleine Spende zukommen lassen.

Evi und so könnt ihr das über PayPal machen oder könnt euch vielleicht einen Neujahresvorsatz gleich machen und sagen, ja, ich unterstütze Cosmoglater regelmäßig. Dann könnt ihr ein Abo abschließen auf Patreon oder auf Steady. Da kann man schon mit einer kleinen monatlichen Gebühr von drei oder vier Euro dabei sein und wir würden uns sehr darüber freuen.

Evi Dann sage ich jetzt nochmal Danke, Peter, dass du auch wieder mal hier warst. Das hat mir mal sehr viel Spaß gemacht.

Peter Ja, mir genauso.

Evi Wir sind wieder mal ganz gut abgedriftet, Aber wir haben immer wieder noch die Spur gefunden. Ja, und wir schauen uns ins Independence Day an, würde ich sagen, oder?

Peter Das müssen wir zur Staffel jetzt wohl machen.

Evi Ja, okay. Also ich mache das Popcorn, okay?

Peter Okay, ich esse es.

Evi Du holst Bier. Okay, dann bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Peter Was hast du gerade gesagt?

Evi Das Bomben auch die Weltwerten.

Peter Du meinst jetzt Amageddon und so Sachen?

Evi Genau, dass das ja oft dann die Lösung ist, dass wir mal so alles bomben, damit wir... Und das ist dann schon so.

Peter Warte mal, das kann man noch machen.

0:00 / 0:00