
CL087 Die Reise zum Mond II: von Sputnik bis Artemis
Donnerstag, 11. Juni 2026 · 59 min
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Shownotes
Die Episode über Raketen, Rivalen, den Wettlauf ins All und das Mondauto
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Nach den Raketenpionieren und den Anfängen der Raumfahrtgeschichte geht es in dieser Folge weiter mit dem eigentlichen Wettlauf ins All.
Eva und Jana verfolgen die Ereignisse vom Start des ersten Satelliten Sputnik 1 über Juri Gagarins historischen Flug bis zu John F. Kennedys berühmtem Versprechen, noch vor Ende der 1960er Jahre Menschen auf den Mond zu bringen.
Wie reagierten die USA auf die frühen Erfolge der Sowjetunion? Und welche technischen Schritte waren notwendig, um aus einer Vision Realität werden zu lassen?
Die beiden sprechen über die Programme Mercury, Gemini und Apollo, die Tragödie von Apollo 1, die legendäre Earthrise-Aufnahme von Apollo 8 und die erste Mondlandung von Apollo 11.
Doch die Geschichte endet nicht mit Neil Armstrongs berühmtem ersten Schritt. Auch die späteren Apollo-Missionen und die Frage, warum nach Apollo 17 niemand mehr den Mond betreten hat, stehen im Mittelpunkt dieser Folge.
Außerdem werfen Eva und Jana einen Blick auf die sowjetischen Mondpläne und stellen die spannende Frage, ob die UdSSR jemals Chancen auf eine eigene Mondlandung hatte.
Schließlich geht es zurück in die Gegenwart: Warum interessiert sich die Menschheit heute wieder für den Mond? Welche Ziele verfolgt das Artemis-Programm? Und weshalb könnte der Mond diesmal nicht nur ein Reiseziel, sondern ein dauerhafter Außenposten der Menschheit werden?
Von Sputnik bis Artemis
Im zweiten Teil unserer Reise zum Mond verlassen wir die Welt der Raketenpioniere und steigen direkt in das Space Race ein.
Nachdem wir in der letzten Folge die Geschichten von Jules Verne, Konstantin Ziolkowski, Robert Goddard, Hermann Oberth und Wernher von Braun kennengelernt haben, beginnt diesmal die Phase, in der die Raumfahrt von einer Vision zu einem globalen (politischen) Wettlauf wird.
Der Wettlauf ins All beginnt
Den Auftakt macht das Jahr 1957. Mit dem Start von Sputnik 1 gelingt der Sowjetunion ein historischer Erfolg: Zum ersten Mal umkreist ein künstlicher Satellit die Erde. Für die USA ist das ein Schock, denn plötzlich scheint die Sowjetunion im Wettlauf der Systeme die Nase vorn zu haben. Dieser Eindruck verstärkt sich wenige Jahre später noch weiter, als Juri Gagarin als erster Mensch ins All fliegt und die sowjetische Raumfahrt einen Erfolg nach dem anderen erzielt.
Diese Ereignisse beeinflussten die amerikanische Politik wesentlich, weshalb John F. Kennedy 1961 sein berühmtes Ziel formulierte: Noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen und sicher zur Erde zurückbringen. Was damals wie eine beinahe unmögliche Ankündigung klang, wurde zum Ausgangspunkt eines der größten Technologieprojekte der Menschheitsgeschichte.
Die Entwicklung der NASA-Programme Mercury und Gemini schufen die Grundlagen für die spätere Mondlandung. Dabei geht es um die Herausforderungen des Lebens im All, das Andocken von Raumfahrzeugen, Weltraumausstiege und die vielen technischen Probleme, die gelöst werden mussten, bevor überhaupt an eine Reise zum Mond zu denken war.
Die Apollo-Missionen bauen auf die Erkenntnisse der vorangegangenen Programme auf. Mit ihnen beginnt die bemannte Raumfahrt. Die Tragödie von Apollo 1 im Jahr 1967, bei der die Astronauten Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee sterben, zeigt, dass es nicht ein geradliniger Erfolgsweg ist und wie riskant die Mondfahrt ist.
Nach technischen und organisatorischen Änderungen erfolgt schließlich mit Apollo 8 die erste bemannte Umrundung des Mondes, mit Apollo 10 die Generalprobe für die historische Landung von Apollo 11: Am 20. Juli 1969 setzte das Landemodul Eagle im Mare Tranquillitatis auf, und Neil Armstrong und Buzz Aldrin betreten als erste Menschen den Mond, während Michael Collins im Kommandomodul im Orbit blieb.
Armstrongs erster Schritt auf dem Mond wurde zu einem der bekanntesten Momente der Geschichte. Doch Apollo 11 war nicht das Ende, sondern der Anfang der bemannten Monderkundung.
Die späteren Missionen Apollo 12 bis Apollo 17 machten aus dem politischen Prestigeprojekt zunehmend eine wissenschaftliche Expedition. Mit dem Mondauto konnten größere Strecken zurückgelegt werden, Geologen wurden Teil der Besatzungen und immer umfangreichere Experimente durchgeführt.
Mit Apollo 17 erfolgte 1972 die bislang letzte bemannte Mondlandung. Eugene Cernan ist seitdem der letzte Mensch, der den Mond betreten hat.
Obwohl die Technik vorhanden war und weitere Missionen geplant waren, wurde das Apollo-Programm danach beendet. Eva und Jana sprechen über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründe dafür sowie darüber, warum das Interesse am Mond nach dem Ende des Wettlaufs ins All überraschend schnell nachließ.
Hätte die Sowjetunion das Space Race gewinnen können?
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die sowjetische Seite der Geschichte. Welche Chancen hatte die Sowjetunion tatsächlich, Menschen auf dem Mond landen zu lassen?
Denn obwohl sie über eine eigene Mondrakete, die N1, verfügten, ist Russland bis heute nicht am Mond gelandet. Der für die Entwicklungen von Sputnik 1, Gagarins Flug und der Sojus-Raketen verantwortliche Chefkonstrukteur Sergej Koroljow (de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Pawlowitsch_Korol…) starb bereits 1966.
Historiker gehen heute davon aus, dass die UdSSR Anfang der 1970er Jahre vermutlich in der Lage gewesen wäre, am Mond zu landen – wenn Koroljow nicht gestorben wäre und die Finanzierung gesichert gewesen wäre.
Die Gegenwart
Zum Abschluss werfen Eva und Jana einen Blick in die Gegenwart. Nach mehr als fünfzig Jahren Pause steht der Mond erneut im Mittelpunkt der Raumfahrt. Das Artemis-Programm der NASA verfolgt diesmal andere Ziele als Apollo: Statt eines kurzen Besuchs sollen langfristige Aufenthalte, wissenschaftliche Forschung, die Nutzung von Ressourcen vor Ort und die Vorbereitung zukünftiger Marsmissionen ermöglicht werden.
Tipp:
In Folge 42 (cosmiclatte.podigee.io/42-cl042-die-besiedlung…) von Cosmic Latte reden Eva und Elka über die Besiedlung des Mondes: Mond Basis 2030: Werden wir bald auf dem Mond leben? Die Episode über die realen Möglichkeiten der Mondbesiedlung und wie eine zukünftige Mondbasis aussehen könnte.
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Evi Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Kost mit Latte. Mit mir Eva und diesmal dabei Jana. Hi.
Jana Hi, grüß dich.
Evi Hallo, freut mich, dass wir wieder eine Folge gemeinsam haben. Vor allem, weil ich glaube, wir werden diesmal ziemlich anknüpfen an unsere letzte Geschichte.
Jana Genau, wir sind ja nicht ganz fertig geworden beim letzten Mal. Es ist auch schon wieder eine Weile her, aber ich erinnere mich noch grob. Es ging ja irgendwie los. Es geht ja allgemein um diesen Traum, Menschen auf den Mond zu setzen. Und ich erinnere mich, dass du angefangen hast mit Jules Verne, war das, oder?
Jana Diese tollen Ideen. Das war beeindruckend.
Evi Meine Absicht beim letzten Mal war ja eigentlich, eine kurze Geschichte der Reise zum Mond zu geben und einmal so einen kurzen Abriss zu geben. Und ja, dieser kurze Abriss hat sich dann eigentlich als erstaunlich lange erwiesen, weil es da einfach wirklich viel zu erzählen gab. Es ist einfach wirklich viel passiert und ich glaube auch gerade in den Anfängen, das ist auch wichtig, dass man da diese Geschichten auch erzählt.
Evi Wie es da wirklich entstand von dieser ersten Idee, diesen Gedanken, wir könnten doch zum Mond fliegen. Wie du richtig gesagt hast, Jules Verne, also die Science Fiction, war da eigentlich in dem Sinne, wie heißt das, federführend oder zumindest der Ideengeber. Weil Jules Verne ja dann tatsächlich die Raketenpioniere der damaligen Zeit inspiriert hat.
Evi Das fand ich ganz spannend, dass die alle offensichtlich die gleichen Bücher gelesen haben und sich dann überlegt haben, okay gut, geht das, was der Wernit da schreibt in den Büchern und sich das dann mal durchgerechnet haben, überlegt haben. Über den russischen Erfinder Konstantin Tsiolkovsky sind wir dann ja bis zu den deutschen Raketenpionieren weiter gestoßen und Robert Goddard für die USA haben wir auch noch kurz besprochen.
Evi Und ich glaube, wir sind dann über Hermann Obert, der ja eben in Deutschland federführend war, der da ja auch für Fritz Lang im Film Frau im Mond den Countdown und ganz viel Wissenschaftsinput geliefert hat. Und dann ja auch Werner von Braun. Ich glaube, das war ein Vorbild von ihm. Also der Obert war ein Vorbild für den Werner von Braun.
Evi Der ja dann direkt in Pinnemünde wurde und das Raketentestgelände war das ja, und der ja an der V2 gearbeitet hat. Ja, und ich glaube, das war dann ungefähr, da haben wir dann aufgehört beim letzten Mal.
Jana Da haben wir, glaube ich, aufgehört, ja. Wir hatten noch ein bisschen ein Gespräch über die, finde ich nämlich auch immer sehr, sehr spannend. Also gerade diese Zeit, diese Geschichte auch um Werner von Braun, aber ist ja nicht der einzige, dass halt die Technik, um den Mond zu erkunden oder das All zu erkunden, sehr nah auch an Kriegstechnik ist.
Jana Und dann natürlich die V2 keine, sag ich jetzt mal, wissenschaftlichen Ziele hatte, sondern eher menschliche, militärische, Infrastruktur, militärische. Ich glaube, das ist eben ein Teil der Geschichte und wir haben uns ja auch einige Zeit genommen letztes Mal und das bin ich eigentlich auch ganz froh drum, die man nicht auslassen kann, weil, soweit ich weiß, das wirst du uns sicher gleich erzählen, geht es ja auch erstmal so weiter.
Jana Die Entwicklung im All war ja dann doch immer relativ nah gekoppelt an zumindestens, wenn man so schön, Säbelrasseln. Also es ging dann eben doch immer irgendwo noch um was anderes, als nur das hehre Ziel, den Mond zu erkunden.
Evi Das war jetzt nicht so ein humanistisches Ziel in dem Sinne, sondern natürlich, es war sehr stark politisch geprägt und natürlich dann auch militärisch geprägt. Ich finde es eben auch ganz spannend, weil du jetzt eben auch gesagt hast, dass das wichtig ist, da auch so die Geschichte zu erzählen, eben gerade auch von Werner von Braun.
Evi Ich habe gestern ein Buch bei mir im Bücherregal wiederentdeckt, und zwar von Werner von Braun, als er in den 50er Jahren geschrieben hat. Da ging es ihm auch die Eroberung des Weltalls. Des Mondes. Also ich nehme an, er hat es im Amerikanischen, im Englischen geschrieben, weil er damals ja dann schon in Amerika war, das ist eine deutsche Übersetzung.
Evi Und ich habe dann diesen Klappentext gelesen und ich fand das ganz spannend. Ich meine, erstens ist das Buch veröffentlicht worden, noch bevor wir überhaupt beim Mond waren und es ist ihm auch aus Mitte der 50er Jahre, sprich Zweiter Weltkrieg ist gerade mal so zehn Jahre her.
Jana Gerade erst vorbei.
Evi Also gerade mal zehn Jahre her. Und die Beschreibung am Klappentext von wie Werner von Braun auch präsentiert worden ist, fand ich ganz interessant, weil das war so, ja, der hat Und da hat er die Raketen gebaut und der ist jetzt in den USA und nö. Also so total.
Jana Da wollte keiner drüber sprechen.
Evi Das habe ich irgendwie erstaunlich gefunden, wie nüchtern, neutral man das dann erzählen kann.
Jana Ich glaube, das ist für uns ein bisschen fremd. Ich habe da mal tatsächlich mit meinen Eltern drüber gesprochen. Also vor allem mein Papa ist eine richtige, Nachkriegsgeneration. Der ist aufgewachsen im Nachkriegsdeutschland. Und der hat gesagt, für ihn war das zumindest. Ich meine, er war da natürlich noch klein, aber in der Zeit, gerade so die 50er Jahre, egal wo, also ob jetzt in Deutschland, aber auch in den USA, die Leute wollten das alles nicht mehr hören.
Jana Also es ist, glaube ich, alles ganz weit weggeschoben worden. Und dann waren sich alle Seiten irgendwie einig, wir wollen jetzt nicht darüber sprechen, dass Werner von Braun auch die V2 gebaut hat. Und das kam dann immer erst später, dass die Stimmen irgendwie lauter wurden, die gesagt haben, naja, vielleicht sollten wir es nicht ganz unkommentiert alles lassen. Ja, das ist aber spannend, dass man auch in den USA, war man ja dann auch sehr schnell so, ja, ja, mei, also aber jetzt baut er für uns Raketen.
Evi Reicht dann schon. Genau, das klingt mir halt schon gut. Dank seines Wissens. Ja, finde ich ganz spannend, ja. Ich meine, Ist ja in Österreich nicht anders gewesen. Das ist, bei uns hat es auch ganz, ganz lange eine andere Geschichtsschreibung in dem Sinne gegeben, dass ja Österreich das erste Opfer war. Das Opfer war, ja.
Jana Genau.
Evi Der Anschluss war ein bisschen anders, aber okay, gut, soll jetzt nicht Thema sein. Wir beginnen jetzt mit dem eigentlich Wettlauf ins All, wie du es ja gesagt hast. Also dieses bekannte Space Race oder Race to the Moon. Das hat ja dann eigentlich begonnen 1957 mit dem sowjetischen Satelliten Sputnik 1.
Jana Ging es dann richtig rund. Also da steigen wir gleich in die große Action ein. Ich würde sagen, bevor wir anfangen, machen wir eine ganz kurze Werbepause und dann legen wir los. Und da sind wir auch schon wieder und wir rennen los. Es geht nämlich in Space Race.
Evi Genau. Also wir starten direkt mit dem Schock für die USA im Wettlauf der Systeme. Also dann hatten wir da Sputnik 1. Das war schon einmal so etwas, wo sich, glaube ich, dann die Amerikaner gedacht haben, so huch, wir müssen da ein bisschen Gas geben. Was ist da los?
Jana War das wirklich, das haben sie nicht erwartet, oder? Also das wird ja oft erzählt, so dieser Schock für die Amerikaner. Die dachten nicht, dass die Russen soweit sind, oder?
Evi Naja, es ist ein bisschen dieser Wettlauf auch ausgerufen worden. Also ich glaube, es war ja damals Truman, der da irgendwie schon relativ bald, nach dem Krieg da irgendwie auch gesagt hat, ja, sie wollen da jetzt eben anfangen, mit so diversesten Programmensachen eben ins Weltall da auch schicken. Und die Sowjetunion ist ja dann gleich darauf angesprungen, hat gesagt, ja, wir auch und so.
Jana Wir machen das auch.
Evi Ja, und ich glaube, es war dann halt nie so wirklich klar, wie weit ist die andere Seite. Also ich stelle mir das vielleicht so ein bisschen ähnlich vor wie beim Manhattan Project, wo wir ja auch da über die Entwicklung der Atombombe gesprochen haben, wo man halt nie so wirklich genau weiß, okay... Was haben die anderen jetzt drauf und was nicht? Und ich glaube, der wirkliche Schock oder spätestens, wo es dann halt wirklich für die USA, was ja dann auch wirklich zu Konsequenzen geführt hat, war ja dann mit Yuri Gagarin, im April 1961, erster Mensch im All.
Jana Bis dahin mit Sputnik und dann Gagarin sah es ja wirklich komplett nach einem Sieg auf voller Bandbreite für die Sowjetunion aus. Also da waren die Amerikaner ja komplett hinten dran.
Evi Ja, dann hast du ja auch noch diese Luna-Missionen gehabt. Das heißt, das ist ja dann schon so okay, man kann den Mond erreichen, sodass es technisch möglich ist. Das ist dann natürlich schon etwas, wo das alles in eine ganz andere Dimension rückt. Und ich glaube, das da zu dem Zeitpunkt, wo wirklich die, ich weiß jetzt halt nicht, wie groß da jetzt wirklich die Bemühungen waren, der USA, aber spätestens mit Yuri Gagarin war das halt dann schon so ein großes Aufwachen.
Evi Und es hat ja dann damals, also das hat ja schon so ein bisschen bei Sputnik angefangen. Also sie haben dann auch diese ganzen Ingenieurskurse und das alles in den Schulen ist ja auch alles forciert worden. Also es ist ja dann auch wirklich Bildungskälecht und alles. Dass es jetzt richtig angekurbelt wurde. Ja, ja, also wirklich, wir brauchen auch so Ingenieure in der Zukunft dann und so. Das finde ich ganz spannend. Das finde ich ein ganz netter Nebeneffekt, dass da auch so wirklich das Bildungswesen verstärkt wurde.
Evi Aber es gab ja dann natürlich von John F. Kennedy die berühmte Rede. Es war so eineinhalb Monate später, nachdem eben Jureka Garen als erster Mensch ins All geflogen ist, dass er da dann John F. Kennedy ihm erklärt hat, noch vor Ende des Jahrzehnts wollen sie eine Menschen auf dem Mond landen und sicher zur Erde wieder zurückbringen.
Jana Was für eine Aussage damals. Also ich meine, das ist wirklich, ich meine, es hat ja dann, das ist ja eine Spoiler-Alarm, aber 1969, also wirklich kurz vor Ende des Jahrzehnts, hat das ja wirklich geklappt. Aber ich finde das immer noch so wild, dass er das damals gesagt hat. Also weil das war ja, die waren ja so weit weg von allem.
Evi Eigentlich schon, ja.
Jana Unglaublich. Also entweder hat er da gewusst, er braucht jetzt einen großen Paukenschlag. Kennedy war ja irgendwie, glaube ich, charismatisch gut drauf und wusste, wie man Leute begeistert. Aber was für eine Aussage damals. Also ich hätte ihm damals nicht geglaubt, muss ich ganz ehrlich sagen.
Evi Ja, nach Mutig. Also ich habe mir das auch überlegt, inwieweit hat er geglaubt, dass es schneller und einfacher ist. Also ich weiß jetzt auch nicht, wie realistisch seine Einschätzung damals war.
Jana Weiß ich auch nicht.
Evi Ob das dann jetzt nur so quasi ein bisschen populistisch war. So, wir sagen das jetzt mal und dann schauen wir. In der Rede hat er auch gesagt, not because it's easy, because it's hard.
Jana Was ich ganz gerne mag. Also mir gefällt diese Idee ganz gut. Ja, der Pathos, der da mitschwingt. Aber ja, ist eine mutige Aussage auf jeden Fall, das damals zu sagen. Und es ist unglaublich, dass es funktioniert hat. Also da merkt man wirklich, was da für Kräfte in Bewegung gesetzt wurden. Wie du jetzt schon sagst, das ist ja total spannend, dass sie auch wirklich auf dieser Ebene mit in Schulen und so, und wir brauchen Ingenieure für die Zukunft, eigentlich ja sehr schön.
Jana Also das wäre ja eigentlich das, was man sich wünscht, Dass man sagt, wir investieren in die Bildung unserer Kinder, damit in der Zukunft dann aber natürlich alles ein bisschen motiviert durch den Kalten Krieg.
Evi Also es ist dann ein technologisches, industrielles, politisches und ein symbolisches Großprojekt vor allem auch geworden. Und es ist ja da auch dementsprechend viel Geld und Manpower dann ja auch hineingeflossen. Ist jetzt nicht unkritisch da jetzt wahrgenommen worden. Es hat natürlich auch Stimmen gegeben, die gemeint haben, ja, was soll das da jetzt, dass wir da jetzt so viel Geld da reinpulvern.
Evi Und das ist wirklich ein Wahnsinn, was da auch reingesteckt wurde. Ich habe da auch wieder daran denken müssen, an das Manhattan Project, wo ja da auch die USA ja wahnsinnig Summen reingesteckt haben, monetär und auch wie viele Menschen dann auch immer daran gearbeitet haben.
Jana Die ganze Stadt gebaut dafür.
Evi Ja eben, ja. Also das ist so mit diesem riesigen Effort, der da getan wird. Entsprechende Programme wurden dann eben auch ins Leben gerufen, weiterentwickelt. Das hat dann ja begonnen mit dem Mercury-Programm, das ja schon Ende der 50er Jahre, 58er schon gestartet hat. Und da war dann eben schon einmal, also das erste Mal, wir müssen mal diesen Orbitalflug beherrschen, auch den Wiedereintritt, also die Menschen sich ins All bringen, dann auch wieder zurück.
Jana Wir müssen dann wieder zurückkommen.
Evi Das finde ich auch eines der spannenden Sachen, dass wenn du dir jetzt den Flug zum Mond, den Raumflug, dir überlegst, also wie viele unterschiedliche Aspekte es da gibt, die du jetzt technisch und von der Ingenieursleistung her mal beherrschen musst. Also da geht es darum, dass du da eben, wir haben ja schon über die Saturn V gesprochen, dass du da halt jetzt mal eine Rakete hast, die stark genug ist, die nicht explodiert, die das schafft, mal ins Weltall überhaupt zu fliegen, die diesen Schub hat.
Evi Und dann geht es ja aber noch weiter. Dann musst du dann dort dann auch steuern, fliegen. Dann hast du verschiedene Manöver, die du machen musst. Es ist nicht so, ja, es ist Rocket Science.
Jana Genau, es ist Rocket Science und du musst, ich glaube, diese Leute zurückbringen. Das ist ja, ich bin ja, ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren, weil ich habe mich da nicht intensiv damit beschäftigt, aber es ist, Wenn es eine Verschwörungstheorie gibt, an die ich, wo ich mir vorstellen kann, dran zu glauben, ist dieses, Jürgen Gagarin war vielleicht nicht der erste Mensch im All, er war nur der erste, der zurückgekommen ist.
Jana Die Sowjetunion war damals schon teilweise sehr so, ja, probieren es halt einfach aus. Also es lief ja auch nicht alles irgendwie rund, gerade bei seiner Rückkehr. Es gab ja dann auch Flüge mit der Soyuz später, wo Leute, also kann man gar nicht anders sagen, ungespitzt in den Boden geschossen wurden aus Versehen, weil dieser Wiedereintritt eben schwierig ist.
Jana Das ist doch auch das große Thema in Hidden Figures, oder? In dem Film, dass sie an dem Gemini-Projekt arbeitet und der Wiedereintritt so ein Thema ist. Also das ist eben diese Mischung aus, du darfst nicht zu flach eintreten, dann bouncest du weg, aber auch nicht zu steil, dann verbrennst du. Also wahnsinnige wissenschaftlich-technische Herausforderung.
Evi Ich glaube, deswegen gefällt mir der Film auch so gut Hidden Figures, weil einerseits bist du in einem Detail, das eben zeigt. Es ist ein Detail, es ist nur eines von vielen Punkten, die du eigentlich beherrschen und können musst. Und da kiefeln sie ja schon lang dran herum und überlegen sich, wie können wir das angehen. Dann hast du ja auch mit den Hitzekacheln, wo sie sich das ja auch da dann wieder ansehen müssen. Also es ist ganz viel.
Jana Was ja bis heute ein Thema ist. Das war jetzt bei Atem das Riesenthema. Hitzeschild.
Evi Genau, wie das dann aussagt. Ja, wo du sagst, wer weiß, wie viele Menschen da vielleicht schon vorher da dran waren. Ich meine, man weiß ja, dass es mit Tieren, sie sind ja schon vorher ins All.
Jana Ja, genau. Da haben sie Experimente gemacht. Und ich meine, es war ja auch absolut im Interesse bei den Amerikanern rund der Sowjetunion natürlich, dass sie ihre Misserfolge nicht an die große Glocke hängen. Und wahrscheinlich ist das Quatsch. Ich kann mir schon vorstellen, dass die jetzt nicht einfach irgendwie Leute hochgeschickt haben und gesagt haben, schauen wir mal, ob sie wieder runterkommen.
Jana Aber die hatten ja den wirklich wahnsinnigen Druck. Und man merkt es ja auch, vielleicht redest du auch da gleich noch drüber, aber die Amerikaner hatten ja auch Menschenlebenverluste bei diesen ersten Apollo 1.
Evi Glaube ich. Ja, da kommen wir dann eh auch noch dazu.
Jana Kommen wir dazu. Also ich glaube, das hat man schon in Kauf genommen, dass sowas passieren kann.
Evi Natürlich, ja. Also ich glaube, das war allen klar, allen Beteiligten. Das wird jetzt keine Kaffeefahrt werden, sondern dass es natürlich gefährlich ist, dass da immer wieder was passieren kann. Ja, das werden wir dann eh auch noch in den späteren, auch bei den Apollo-Programmen ja dann noch sehen. Vielleicht deswegen am Anfang natürlich auch.
Evi 1947 übrigens, Fruchtfliegen sind die ersten Lebewesen.
Jana Tiere. Man denkt immer, Laika, der Hund, aber es war die Fruchtfliege.
Evi Ich finde es ja so schade, Laika ist ja gestorben, also wenige Stunden nach dem Start, wahrscheinlich aufgrund der Hitze und dem Stress. Das finde ich eigentlich eine ganz traurige Geschichte.
Jana Das ist sehr traurig.
Evi Dafür ist ja die Geschichte von Helm, dem Schimpansen, den ja die Amerikaner, ins All geschickt haben. Die ist ja gut ausgegangen.
Jana Der ist zurückgekommen, ne?
Evi Ja, der ist zurückgekommen. Da habe ich mal eine Dokumentation gesehen, wo du dann auch wirklich siehst. Eigentlich ist es total süß, weil halt natürlich die Träne von Helm, also das siehst du, wir sind halt quasi begleitet haben und ja vorbereitet haben auch und das alles. Und wir sind dann aber auch wieder zurückholen und ja, das ist wirklich...
Evi Ja, sehr rührend. Und das habe ich sehr schön gefunden. Ich habe gedacht, ach ja, gut, auch mal schöne Geschichten.
Jana Kommt auch mal einer zurück.
Evi Ja, was Tiere im Weltall betrifft. Wobei es gab dann, glaube ich, bei Sputnik V, da waren auch zwei Hunde an Bord. Und die sind wieder gut gelandet. Die haben das überlebt. Und die waren auch ganz wichtig dann für Gargarins Flug.
Jana Dass man sozusagen zurückkommen kann und dass du das überlebst.
Evi Wie das dann auch ist mit der weichen Landung. Aber eben nicht trivial. Und das war halt eins von wenigen Dingen. Also wie gesagt, wir waren jetzt noch bei dem Mercury-Programm. Das ist bis 1963 gelaufen. Da gab es wichtige Erfolge auch, also mit Alan Shepard, den Suborbitalflug 1961 und John Glenn. Der kommt ja auch bei Hidden Figures vor, 1962. Das war dann der erste US-Amerikaner im Orbit.
Evi Dann starten dann eben schon die Gemini-Programme 1961 bis 1966. Das war jetzt das eigentliche Trainingsprogramm für Apollo, wo da jetzt eben schon wirklich diese spätere Mondlandung, die Techniken erprobt wurden. Also eben Außenbordeinsätze, dieses Rendezvous-Manöver, Andock-Vorgänge, also all diese Sachen.
Evi Parallel dazu haben wir dann natürlich auch die Raumschiffe, die entwickelt wurden, die Saturn-5-Rakete, starke Trägerrakete, dass wir die auch haben, um die Menschen eben aus dem Erdorbit hinaus zum Mond zu schicken. Und nebenbei musst du dann natürlich auch untersuchen, wo wollen wir landen, wie schaut die Mondoberfläche aus.
Evi Das heißt, da gab es natürlich auch Sonden, wo die mögliche Landeplätze fotografiert wurden, untersucht wurden.
Jana War das nicht auch so, dass sie nicht wussten, da denkt man immer gar nicht dran, wie das beschaffen ist auf der Oberfläche, also dass das die Möglichkeit bestand, dass sie gesagt haben, ja, vielleicht sinkt man da irgendwie ein, also wenn das irgendwie ganz locker ist oder so.
Evi Genau, dass es nur zu Staub ist, dass man da ganz einsinkt oder wie fest das eben auch ist.
Jana Das wussten sie ja alles nicht, ja.
Evi Und dann gingen dann schon die bemannten Raumflüge los. Also du hast ja eh schon kurz an... Angedeutet, dass er mit Apollo 1 1967, dass das eben kein geradliniger Volksweg war, sondern weil ja da die Astronauten Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee, die sind noch am Boden, sofort im Start gestorben, weil es zu einer Explosion kam. Also ich glaube, da war irgendwie so reiner Sauerstoff irgendwo und dann, hat das ganz schnell Funken geschlagen und ist dann explodiert.
Evi Und dann hat es tatsächlich eine fast zweijährige Pause gegeben, was die bemannten Raumflüge betrifft. Also ich glaube, das war schon ein Rückschlag und hat Ihnen vielleicht auch diese Verletzlichkeit von dem Ganzen ein bisschen vor Augen geführt.
Jana Ja, und ich glaube, es ist ja dann auch die Frage, trägt die Öffentlichkeit das noch mit? Also du kannst ja ganz viel Kennedy-Reden machen und so weiter, aber wenn drei Menschen, wirklich sterben und eben am Boden, das war ja nicht mal irgendwie so, wir sind jetzt irgendwo hingeflogen und leider haben wir es nicht geschafft, Das merkt man auch heute noch bei der NASA, dass Unglücke, bedeuten, dass man sich mal kurz zurück, also ich stelle mir das wirklich mal so vor, dieses metaphorische, einmal kurz durchatmen und wirklich sagen, okay, was ist es uns wert?
Jana Und ich glaube, bei den Amerikanern war es trotz allem schon die Einigkeit, das darf eigentlich so nicht passieren. Das war schon schlimm. Und ich finde es auch gut, dass man sich dann die Zeit nimmt und zu sagen, jetzt mal kurz Stopp, wir schauen, dass wir jetzt daran arbeiten, dass sowas nicht mehr vorkommen kann.
Jana Also das merkt man heute, finde ich auch ganz krass, wenn man jetzt Artemis angeguckt hat und so, die Sicherheitsstufen für die Crew, also Launch-A-Board und, alles mögliche, diese ganzen Emergency-Procedures, also das sind ja tausende gefühlt, dass für jedes einzelne Szenario haben die da dann Abläufe, die sie durchgehen müssen, um natürlich in allererster Priorität selbst, die Leben der Crew zu sichern.
Jana Ja, anders geht's ja nicht, also ich glaube, das trägt halt eine Öffentlichkeit irgendwann nicht mehr mit, wenn da jedes Jahr irgendwas passiert. Das geht nicht.
Evi Nein, auf keinen Fall. Ich finde es dann aber trotzdem ganz interessant zu beobachten, wie das dann aber oft dann so schwankt zwischen, es ist jetzt schon fast normal, wenn wir Raketenstarts haben. Also es ist jetzt gerade mit diesen ganzen SpaceX-Sachen zum Beispiel, ist es ja heute auch irgendwie so, ja, okay, gut.
Evi Und dann aber, wo du sagst, okay, gut, aber wir müssen trotzdem aufpassen, wir müssen trotzdem für Sicherheit sorgen, wir dürfen da jetzt eben nicht hudeln oder irgendwelche Sachen überstürzen. Oder es ist halt schon so, finde ich, es ist ein ganz, ja, irgendwie so ein Gleichgewicht, so eine Balance, die sich da halten muss, weil sonst eben, ja, kommt es dann doch immer wieder auch zu Unfällen. Das ist einfach gefährlich.
Evi Und sind dann die Katastrophen dann aber auch, ja, gleich einmal dementsprechend.
Jana Ja, weil du arbeitest halt auch mit eben sowas wie reinem Sauerstoff. Also das sind halt alles so Dinge, ich glaube, man darf immer nicht vergessen, wir brauchen sehr viel Energie, um Menschen von der Erde weg zu befördern. Und wenn du sehr viel Energie hast, dann kann diese Energie sich halt auch irgendwie, wenn es schief läuft, so ausbreiten, dass sie den Falschen trifft.
Jana Das ist enorm gefährlich und da muss man halt, genau wie du sagst, diese Balance finden.
Evi Wir wissen, dass ja, Spoilerwarnung, glaube ich, muss ich hier nicht geben, dass es ja dann doch erfolgreich weiterging. Aber es war jetzt auf jeden Fall, schon ein Rückschlag, eine Krise auch. Ich glaube, dass das auch mit den Astronauten, die ja gewusst haben dann schon, dass sie ja auch fliegen werden, haben sich ja auch alle untereinander gekannt und so.
Evi Also ich glaube, dass das für die, ich glaube, ist das auch etwas gewesen, was man natürlich auch irgendwie verarbeiten muss. Und 1968 mit Apollo 8 ist dann ein entscheidender Durchbruch auch gelungen. Also da sind dann Menschen wirklich das erste Mal zum Mond geflogen, haben also diesen Erdorbit verlassen, haben ihn umrundet und sicher zurückgekehrt.
Evi Also sie sind auch wieder sicher zurückgekehrt. Und das war wichtig, ja, einfach auch um technisch zu sehen, wie die Abläufe sind. Ich glaube, das muss man einfach mal durchspielen auch alles, ja. Und natürlich symbolisch, also enorme Bedeutung, dass da jetzt, also wirklich die Amerikaner jetzt mal den Mond umrundet haben.
Evi Es war dann auch die berühmte Earthrise-Aufnahme, wo wir eben sehen.
Jana Ich wollte gerade sagen, also das ist meine absolute Lieblingsaufnahme.
Evi Würde ich mir immer noch sagen.
Jana Ja, ich finde den so schön, also ich meine, es gibt tolle Aufnahmen dann auch von Apollo 11 und so weiter. Und natürlich die Menschen, die auf dem Mond stehen und so. Aber diese Earthrise-Aufnahme von Apollo 8, weil man halt auch weiß, das ist das erste Mal, dass wir das gesehen haben, das ist mega, das ist wunderschön. Das rame ich mir irgendwann ein und hängst mir über den Schreibtisch.
Evi Glaube ich. Ja, stimmt. Es hat schon was Erhebendes. Das stimmt, das ist toll. Ich finde, dann ging es ja eigentlich so ein bisschen Schlag auf Schlag, oder? Sie haben ja dann natürlich das Mondlandemodul noch getestet und dann Apollo 10 1969 dann schon, das war ja die Generalprobe, die dann da schon wirklich ganz knapp, also ich glaube, sie haben sich bis 14 Kilometer oder sowas der Oberfläche, auch der Mondoberfläche, genähert, durften aber eben nicht landen.
Evi Also die haben da wirklich so eine Trockenübung gemacht.
Jana Wie meinst du, ging das den Astronauten von Apollo 10 so nah sein und dann nicht landen dürfen?
Evi Ich denke mir, dass wirklich jedes Mal, wenn ich mir diese ganzen Apollo-Missionen ansehe und das bei Apollo 10, Ja, also dir tut mir fast ein bisschen leid, oder? Das muss doch total...
Jana Ja, scheiße.
Evi Ja, das muss wirklich hart sein. Nein, er ist jetzt im Greifen nah. Du fliegst über der Mondoberfläche, also wirklich ganz nah. Du siehst ihn vor dir, du schaust da. Die haben sich da in die Landeplätze und alles angeschaut. Und dann darfst du nicht landen, sondern musst wieder zurückfliegen. Das ist schon hart, oder? Du bist schon dort.
Jana Astronauten haben ja auch immer so ein psychisches Profil. Ich meine, damals waren das natürlich auch ganz viele so diese Kampfpiloten-Typen, so irgendwelche Draufgänger. Aber das musst du, glaube ich, das klingt so doof, aber ich glaube, damit musst du auch klarkommen, dass du irgendwo eingeteilt wirst, wo es dann heißt, ja, letzte Generalprobe, du darfst aber nicht landen.
Jana Und dann darfst du da nicht lang, glaube ich, bitter sein.
Evi Muss man das Ego überwinden, ja. Ich wäre dann wahrscheinlich so die Kandidatin, die dann sagt so, ich kann es ja nicht hören, wir fahren gerade durch einen Tunnel. und dann landen wir das Ding.
Jana Aber wir mussten jetzt aus Notfall leider doch landen.
Evi Wir mussten da bei der Tanke stehen bleiben.
Jana Ja, da muss man natürlich gefestigt sein dafür.
Evi Also Apollo 10 durfte nur schauen, nicht anfassen. Anfassen durfte dann eben Apollo 11, 20. Juli 1969. Also wirklich ein historischer Moment gewesen. Igl ist gelandet. Mit Neil Armstrong, Buzz Aldrin waren dann eben die ersten Menschen auf dem Mond. Der Michael Collins im Kommandomodul, der ist im Orbit geblieben.
Jana Den darf man nicht vergessen.
Evi Ja, den erwähne ich auch immer extra. Den finde ich auch ganz wichtig. Da weiß ich immer auch nicht, ob er gerne dabei gewesen wäre, ob er okay war mit seiner Rolle. Ich meine, er galt dann damals als der einsamste Mensch.
Jana Der einsamste Mensch, genau. Ich finde dieses Bild, was er gemacht hat, sehr schön, wo er den Mond und die Erde fotografiert. Und die Aussage, ja, Michael Collins ist der einzige Mensch auf der Welt, der nicht in diesem Foto ist. Und er ist natürlich ganz besonders wichtig. Also die Rückkehr der beiden von der Mondunterfläche geht ja nur, indem er da zurückbleibt.
Evi Natürlich. Ich meine, klar.
Jana Muss man vielleicht auch der Typ dafür sein. Ich glaube, Buzz Aldrin zum Beispiel hätte ein Problem damit gehabt, nicht landen zu dürfen. Also wenn ich mir den angucke, so vom Persönlichkeitsprofil her, deswegen ist er wahrscheinlich auch gelandet. Und Collins, du meinst.
Evi Die haben die Jobs schon entsprechend vergeben?
Jana Ich glaube schon. Also vor allem, Buzz Aldrin, der wirkt mir ja so wie dieser Draufgänger-Typ. Der hat ja dann auch irgendwie per Hand gesteuert am Schluss und sowas. Neil Armstrong, der ja irgendwie so eine Ruhe ausstrahlt, ist, glaube ich, auch absichtlich gewählt worden, als jemand unaufgeregt ist.
Jana Ja, und dann Malte Collins halt als jemand, der das, glaube ich, nicht so stört, dass er da ein bisschen in den Hintergrund rückt.
Evi Ich meine, es hat ja auch was für sich. Ich meine, er war ja dann auch wo, wo andere jetzt nicht zu waren. Also ist ja jetzt auch nicht nichts.
Jana Nee, überhaupt nicht.
Evi Absolut nicht. Die Landung war eben auch nicht ganz so wie geplant, weil er dann auf Felsen war, weil du ja vorhin auch schon die Oberfläche angesprochen hast. Das war ja dann auch nicht ganz so. Es musste ja dann manuell korrigiert und gelandet werden. Das ist auch nochmal so eine Action.
Jana Total. Da gibt es ja diese Mitschnitte auch. Die haben ja auch nur dieses gewisse Landefenster gehabt. Und da hatten sie dann, glaube ich, wenige Sekunden noch, bevor sie wirklich aufgesetzt haben, bevor sie es hätten abbrechen müssen.
Evi Ja, und so viel Spielraum hatten sie ja auch nicht, wegen dem Treibstoff und dem Ganzen. Also das war schon eine Leistung natürlich.
Jana Wie werde ich jetzt noch ganz aufgeregt, wenn ich da denke. Das war schon echt ein Actionfilm.
Evi Das ist schon etwas, das ich gerne live miterlebt hätte. Also die erste Mondlandung, das ist schon so ein Moment in der Geschichte, wo, weißt du, wenn du da so die Möglichkeit hast, eine Zeitreise zu machen, wo möchtest du hin, hatten wir ja schon mal die Frage um die Mondlandung, also das irgendwie...
Evi Da dabei gewesen zu sein, das stelle ich mir schon spannend vor. Auf jeden Fall. Also ich muss jetzt nicht in der Igel gesessen sein. Ja, genau. Eine erfolgreiche Landung für die Amerikaner. Und ja, wenige Monate später ist dann eben schon Apollo 12 gelandet. Ganz präzise, alles gut gelaufen. Apollo 13, das ist ja auch eine Mission, die ja sehr berühmt ist, die sehr vielen ein Begriff ist, weil es ja auch verfilmt wurde mit Tom Hanks.
Jana Man kann sagen, Tom Hanks ist ja zum Mond geflogen.
Evi Ja, eben nicht. Also Richtung Mond, aber eben nicht gelandet. Richtung Mond. Ja, also das war ja 1970 die Mission. Da gab es dann eben eine Explosion an Bord und die Mission musste abgebrochen werden. Es ist dann eigentlich so eine dramatische Rettungsmission geworden. Ich finde es ganz spannend, dass die Mission verfilmt wurde.
Evi Nämlich sogar früher, als zum Beispiel an den Filmtengst mit Ryan Gosling, wo der Neil Armstrong, also die Mondlandung, verfilmt wurde. Und eigentlich ist ja der Fehlschlag ein größerer Blockbuster, ein früherer Blockbuster, das ist ja aus den 90ern der Filme, finde ich ganz spannend.
Jana Was mir an Apollo 13 an der Geschichte so gut gefällt, ist natürlich, dass sie gut ausgegangen ist. Ich glaube, dass das halt fast am Ende die filmreifere Geschichte ist und es ist ein winziges Detail, aber da kriege ich den Glauben an die Menschheit wieder zurück. Die Sowjetunion hat, als sie gehört haben, dass es Probleme gab, Die haben Schiffe geschickt, um zu helfen, die Astronauten zu bergen. Und, ich meine, klar kann das symbolisch sein oder irgendwie Propaganda, aber das ist am Ende, wenn es dann wirklich so hart auf hart gegangen ist.
Jana Diese Kooperation plötzlich da war, das ist einfach eine gute Geschichte und dann geht es ja auch noch gut aus.
Evi Ja, das auch eben. Ich glaube, es ist halt eben so klassisch auch dieses, wir müssen als Team auch zusammenarbeiten. NASA-Menschen, die Leute dort mussten ja dann auch ziemlich schnell Lösungen finden und schauen, okay, was haben die alles an Bord, weil es gab ja dann noch andere Schäden, die es da zu reparieren galt.
Evi Also, dass die ja auch nicht erfrieren, dass die genug Sauerstoff noch haben.
Jana Dass CO2 irgendwie abgebaut wird.
Evi Ja, richtig. Also es musste dann so ein Filter umgebaut werden. Also das war schon eine ziemliche Action. Da ging es ihm auch darum, diesen Zusammenhalt auch. Und was mir eben gut gefällt, ist natürlich auch so dieses, du magst das immer, wenn da so Wissenschaft vorkommt oder eben Ingenieursleistung in einem Film auch. Das hat mir im Film auch so gut gefallen.
Evi Da sie dann halt wirklich sagen, okay, es muss dann halt jeder auch dann so seine Stärken, Fähigkeiten mit einbringen. Ich weiß nicht, wo du das weißt, die Crew wurde ja kurzfristig ausgetauscht.
Jana Wegen den Masern.
Evi Ja, genau. Also es waren eigentlich die Röteln, aber im Film sind es die Masern.
Jana Ach, Röteln. Stimmt. Sehr gut.
Evi Und der Astronaut, der quasi auf der Erde bleiben musste.
Jana Ken Mattingly ist das, ja.
Evi Weil er es ja noch nicht hatte, der aber gesund geblieben ist. Und der ist ja dann auch gleich hin und hat dann gesagt, weil er hat ja so viel auch geübt und war darauf vorbereitet. Der hat da ganz viel auch dann beitragen können, dass sie dann wieder sicher zurückkommen.
Jana Das ist einfach eine tolle Geschichte, auch eben, dass es geklappt hat, dass diese, Kooperation funktioniert hat, dass es ganz klar war, es gibt Menschen, die haben die Expertise für das und das, wie du gesagt hast und denen müssen wir jetzt zuhören und dass wir am Ende zu sowas auch fähig sind. Und mein Gott, ich habe mal, im Film wird es ja schon so ein bisschen gezeigt und ich habe da nochmal, ich glaube, das waren Skizzen, wie dieses Modul nach der Explosion aussah. Da glaubst du ja wirklich nicht, dass die in irgendeiner Weise noch überleben. Also das war ja komplett zerfetzt. Das ist gruselig.
Jana Nee, aber es ist natürlich eine große Geschichte, auch wenn sie den Mond nicht erreicht haben, also nicht drauf gelandet sind.
Evi Also sie konnten ja nicht einfach umkehren, sondern sie mussten ja so ein Swing-Buy-Manöver machen. Und im Zuge von diesem Swing-Buy-Manöver um den Mond waren sie dann am weitesten von der Erde entfernt, 400.000 Kilometer. Und der Rekord wurde erst jetzt von Artemis II gebrochen. Also das finde ich ganz spannend.
Evi Sie waren beim Mond, sie haben ihn sogar umrundet, aber die waren ja, glaube ich, eher froh, dass sie nicht landen mussten oder so. Obwohl, ja, ich glaube, für den Captain, den Jim Lowell, für den war es ja sehr tragisch, weil er war ja bei Apollo auch schon unterwegs zum Mond und er ist aber nie gelandet. Und wenn es dann mal so weit hätte sein müssen, dann kommt es genau zu dem.
Evi Und da war es eben auch so bei Apollo 13, das ist in dem Film nämlich auch ganz gut dargestellt. Da hat sich ja fast keiner mehr auch dafür interessiert. Da war das ja schon fast normal. Also okay, da fliegt die jetzt wieder zum Mond und sie zeigen das ja dann auch, dass sie da gar nicht mehr irgendwie live berichtet wurde im Fernsehen und so weiter.
Jana Keine große Sache mehr.
Evi Ja, die Mutter von dem einen Astronauten, die wartet ja da in diesem, weiß nicht wo sie da sitzt, die ganze Zeit, dass das im Fernsehen kommt und es kommt aber nicht, ja, weil sich da eben auch die Öffentlichkeit nicht mehr dafür interessiert hat, weil das schon so normal ist, ja, und dann eben erst, wie dann die Katastrophe passiert, ja, ist dann die Aufmerksamkeit wieder da.
Evi Aber da merkt man eben schon, wie schnell so Sachen normal werden können.
Jana Genau. Und wie schnell man dann aber zurück in die Realität geholt wird, das ist ganz schön riskant, was wir hier haben. Also das ist schon ein heftiges Unterfangen. Das hat ja auch dann eigentlich nochmal einen Boost gebracht, oder? Also für die nachfolgenden Missionen. War das dann nochmal interessanter für die Leute, nachdem Apollo 13 schiefgegangen ist?
Evi Ja, es ist dann halt, es gab ja dann noch 14, 15, 16 und 17. Die waren aber dann schon wissenschaftlich ausgelegt.
Jana Uhu! Genau.
Evi Genau. Also das war ja nicht nur Besucher, sondern da waren ja dann wirklich Expeditionen. Es ist ja dann auch ziemlich viel so Mondgesteine auch mitgebracht worden. Ganz cool finde ich, dass ja dann das Mondauto entwickelt wurde, das Lunar Roving Vehicle, mit dem wir dann die Astronauten nach größeren Resistenzen zurücklegen konnten.
Evi Und da habe ich mir überlegt, ob ich an dich denken müssen, wenn ich darüber gelesen habe, weil wir ja da so oft gefragt werden, ob wir da auf die ISS fliegen würden. Und ich hadere dann immer so, weil auf die ISS, ja, weiß ich nicht, das finde ich jetzt dann irgendwie nicht so spannend. Aber dann habe ich mir überlegt, wenn du mich jetzt fragst, okay, magst du zum Mond fliegen und dann mit diesem Mondauto herumfahren?
Jana Das Golfauto da rumfahren?
Evi Ja, das stelle ich mir wieder total cool vor. Da wäre ich, glaube ich.
Jana Da voll dabei. Ich glaube, das ist sehr witzig. Also es sieht auch immer, ich muss immer daran denken, wenn ich diese Aufnahmen sehe von den Astronauten, wenn sie da rumhopsen oder eben mit diesem Mondauto durchgegenfahren, das sieht dann sehr viel Spaß aus. Also ich glaube, das ist... Und du weißt ja auch, niemand kann dir irgendwas hier verbieten. Ja, genau.
Evi Du kannst einfach mal machen, was du willst.
Jana Wer soll nicht abhalten? Und da irgendwie mit dem Auto da rum zu flitzen und ein bisschen Steine zu sammeln, ja, ja, da wäre ich auch das gleich. Da vergisst du auch, dass es gefährlich ist oder so. Ich glaube, das ist einfach sehr lustig.
Evi Ja, ich sehe uns beide da auch schon drin sitzen.
Jana Ja, ich auch.
Evi Also ich finde, das ist eine ganz andere Motivation als da in dieser enge ISS.
Jana Ja, ja, aussteigen. Es ist ja auch, dass man den Artemis Astronauten, wenn die gezeigt haben, jetzt wie eng das ist, dieses Modul, wenn du aussteigst und wirklich, Das ist ja auch eine andere Erfahrung des Alls, nicht irgendwie in deiner, Konservenbüchse da zu sitzen, sondern wirklich Touchgrass im übertragenen Sinne.
Jana Und dann auch noch rumflitzen in so einem umgebauten Golfkart. Voll dabei. Gar keine Frage mehr.
Evi Mehr braucht man dann gar nicht mehr. Bewerbungen angenommen.
Jana Eva und ich würden uns breit erklären.
Evi Aber nur, wenn es das Auto gibt. Obwohl, ich glaube, da steht das nicht oben noch herum. Das weiß ich ja gar nicht.
Jana Es steht da noch.
Evi Glaube ich. Ja, stimmt. Passt, ja. Okay, schauen wir mal. Ich weiß ja gar nicht, wie das ist, wenn das da so lang da steht.
Jana Ob das noch angeht.
Evi Springt das noch an, ja. Wahrscheinlich. Oder den ADAC rufen, oder? Ja. Auf jeden Fall ging es dann eben noch weiter bis zu Apollo 17, 1972 im Dezember. Und das war dann auch die letzte Mission, beziehungsweise die letzte bemannte Mondlandung mit Eugene Sernan, Harrison Schmitt und Ronald Evans. Da war übrigens auch ein Geologe dann mit an Bord, der Harrison Schmidt.
Evi Die haben noch eine Menge Proben mitgebracht. Aber mit Eugene Cernan, der eben dann als letzter in die, in die Fähre in die Kapsel dann eingestiegen ist. Der hat als Letztes seine Fußspuren auf der Oberfläche hinterlassen. Und ja, und das war es dann eigentlich. Dann kam jetzt eine ziemlich lange Pause, bis wir dann eben jetzt das Revival mit Artemis erleben gerade.
Evi Also der Mond jetzt wieder ins Interesse gerückt ist. Und interessant finde ich da in diesem Zusammenhang dann auch noch die Frage, ob Russland in der Lage gewesen wäre, am Mond zu landen, beziehungsweise wie lange es gedauert hätte. Also dass sie dann eben auch dort mal ihren Fuß auf den Boden gesetzt hätten, auf Mondboden.
Evi Ich finde es so spannend, ich sehe da so viele Parallelen zu diesem Atombombenbau, mit den Deutschen. Und was ja so die eigentliche Motivation war beim Manhattan Project. Und da haben wir ja schon darüber gesprochen, dass das in dem Bierkeller ja, das war ja nicht ganz so...
Jana Nicht so professionell.
Evi Die große Bedrohung eigentlich für die USA. Ja, aber bei dem Mondprojekt mit der Sowjetunion, da hat es ein bisschen anders ausgesehen. Also die waren da eigentlich ganz gut unterwegs. Sie hatten auch eine Mondrakete, die N1, das ist so... Das Gegenstück eigentlich zu Saturn V. Wobei man sagen muss, die Saturn V, die ist 13 Mal geflogen und nie gescheitert.
Evi Die N1 ist vier Mal gestartet und immer gescheitert.
Jana Oh, okay.
Evi Ja, zum Teil recht spektakulär. Also sie haben 1969 das zweimal probiert und ist dann immer explodiert. Oft dann schon irgendwie auf die Rampe zurückgefallen und dann wirklich auch mit einer ziemlich großen Explosion dann einmal in die Raumfahrtsgeschichte in der Hinsicht eingegangen.
Jana Aber immer unbemannt, oder? Also da waren keine Leute an Bord?
Evi Genau, also das waren jetzt dann eben so, wo man einfach die Rakete starten wollte und eben die ist ja immer explodiert. 1972 war dann der letzte Versuch, war auch ein Fehlschlag und sie hat auch nie den Orbit erreicht. Eine Ursache ist, dass sie keine Bodentests machen konnten. Also es hat dann auch Werner von Braun später mal gesagt, dass wir haben unsere Fehler am Boden gemacht, die Sowjets immer beim Start. Also in den USA konnten sie da offensichtlich mehr Versuche, mehr Tests machen, bevor es dann wirklich an dieses große Ding ging.
Jana Das wollten die Sowjets nicht oder da war kein Geld?
Evi Ja, genau. Das Programm bei ihnen war auch ganz anders aufgebaut. Während du in den USA ja eben die verschiedenen Aufbauprogramme hattest, also eben mit Mercury, Gemini, Apollo, die ja zum Teil dann eh auch ineinander übergegangen sind, ist in der Sowjetunion vieles parallel passiert. Sie haben natürlich auch weniger finanzielle Unterstützung gehabt.
Evi Bei Ihnen ist dann auch passiert, dass 1966 wohl Ihr Head of Raketenkonstrukteur, der Chef Raketenkonstrukteur gestorben ist, der Sergei Koroljow. Der gilt so ein bisschen als der sowjetische Werner von Braun, obwohl ganz unterschiedlich. Also du hast es ja schon gesagt, Werner von Braun hat sich ja mit Disney zusammengetan und der war ja sehr charismatisch und in der Öffentlichkeit und sehr präsent auch.
Evi Und Koroliov, die kannten viele ja gar nicht, man kannte seinen Namen damals nicht in der Öffentlichkeit. Da hieß es immer nur der Chefkonstrukteur und der ist dann eigentlich erst posthum nach seinem Tod zu Ehren gekommen. War aber eben wirklich der Kopf in diesem Programm in der Sowjetunion, hat eben die Soyuz-Rakete das Raumschiff hauptsächlich entwickelt, was ja heute noch in verbesserter Form natürlich noch zum Einsatz kommt.
Evi Und der hat eigentlich ein ziemlich dramatisches Leben gehabt. Also ich habe mir das ganz kurz angesehen, weil nachdem die USA jetzt das Wettrennen gewonnen hat, in dem Sinne, finde ich, weiß man relativ wenig jetzt, was bei der Sowjetunion passiert ist.
Jana Das war dann irgendwie alles vorbei. Also dann war irgendwie Ende Gelände.
Evi Der Zweite ist der Erste von den Verlierern, sagt man ja so irgendwie. Und ich glaube, da stimmt das auch. Und das habe ich mir jetzt ein bisschen angeschaut, weil ich eben von Korolev auch jetzt noch nicht so viel wusste. Und der war im Gulag, also der wurde da irgendwie so bei diesen stalinistischen Säuberungen 1938 irgendwie verhaftet. Das ist dann irgendwie auch so ein, ja unter Folter, ein Geständnis aus ihm herausgepresst worden.
Jana Als gegen Konterrevolutionär?
Evi Ja, ja, ja, so genau. Also er dürfte da denunziert worden sein und ist dann in so ein Lager gebracht worden, also in so einem Gulag zur Zwangsarbeit und ganz schlimm, also war dann auch sehr krank, hat dann an Skorbut gelitten. Also wirklich heftig, das kann man sich heute zum Glück gar nicht mehr vorstellen.
Evi Und ist dann aber dann später eben dann zu dem Chefkonstruktor geworden, also dann auch nach dem Zweiten Weltkrieg.
Jana Das ist ja auch wild, dass sie da jemand aus dem Gulag holen.
Evi Ja, aber da waren einige. Die erste Interkontinentalrakete, die R-7, das gehört zu einem von seinen größten Erfolgen. Dann natürlich eben Sputnik 1, was wir schon gesprochen haben, mit Yuri Gagarin, der erste Weltraumflug eines Menschen. Eines Menschen und dann eben auch die ganzen weiteren, also mit Vostok 3 und 4. Also da war er wirklich federführend, also das ist wirklich so zu seinen größten Erfolgen zu rechnen.
Evi Aber wie gesagt, also seine Identität ist ein Staatsgeheimnis geblieben. Und spannend finde ich auch, wir haben ja in der letzten Folge schon kurz darüber gesprochen, dass ja nach dem Zweiten Weltkrieg die USA ja sehr interessiert daran waren, mit diesen zwei Aktionen Overcast und dem Projekt Paperclip.
Evi Die deutschen Wissenschaftler in die USA zu holen, sich das Wissen auf diese Art und Weise anzueignen, haben ja auch die Rakete, also die V2er mitgenommen und haben die dann aber auch eben eingebürgert. Und Koroljow ist nach Berlin gereist, hat dort dann, also die Ingenieure, die noch dort waren, Zum Teil versucht hier an das Wissen zu kommen.
Evi Ein paar wurden dann auch tatsächlich verschleppt. Also ich glaube ein paar hundert oder ich weiß jetzt nicht, wie weit die freiwillig mitgekommen sind. Aber es gab dann auch einige von den Deutschen, die eben in der Sowjetunion dann gearbeitet haben, an dem Programm und so mitgearbeitet haben. Aber es hat dann eben nicht ganz funktioniert. Also hauptsächlich eben, weil die N1 nicht funktioniert hat. Aber sie haben schon auch Fortschritte gemacht.
Evi Also sie waren eigentlich recht weit. Also sie hatten schon das Kommandomodul und das Landemodul, das sie auch schon getestet hatten. Und ja, und Historiker gehen jetzt davon aus heute, dass sie wahrscheinlich so Anfang der 70er Jahre erfolgreich gewesen wären, wenn Korolev länger gelebt hätte und die Finanzierung stabil gewesen wäre. Also das sind dann schon so Faktoren, die das wahrscheinlich verzögert haben.
Jana Die russische oder die sowjetische Bevölkerung wusste auch nichts von ihm. Also er war, das haben sie geheim gehalten, wer das war.
Evi Es hieß immer nur der Chefkonstrukte und das ist dann alles erst später veröffentlicht worden. Und ganz tragisch finde ich es eigentlich, weil er ist relativ jung gestorben, der Karol Jollow, ich meine, 66 Jahre bereits. Er ist da auch eigentlich mitunter an den Folgen davon gestorben, weil er damals eben im Gulag war. Im Gulag war, ja.
Evi Also er hatte da schon so Herzrhythmusstörungen und dann eben Probleme und ist dann irgendwie auch, eigentlich hätte er dann eben 1966 operiert werden sollen, eine Routineoperation eigentlich wegen Hämorrhoiden. Aber dann sind sie draufgekommen, dass er einen Tumor im Dickdarm hat und den haben sie in Narkose, in Vollnarkose versetzt. Und dann hat er aber eine Kreislaufschwäche gehabt, dann haben sie versucht ihn zu intubieren, weil er ja Skorbut hatte.
Evi Also Skorbut bedingt hat er damals dann so eine Kieferanomalie gehabt, hat er da Probleme gehabt. Und aufgrund von dem hat es dann Komplikationen gegeben und dann ist er gestorben, also weil er damals in Haft war. Und da denke ich mal wieder auch, da hast du so ein bisschen.
Jana Ja, das ist halt diese, ja, das ist halt das, wenn du halt, das ist ja das Gleiche wie, was war das, Kolumbien, diese intellektuelle Revolution und so weiter. Wenn du dir halt deine, ganzen Leute zusammenfängst und die in irgendwelche Lager steckst und dann fällt dir auf, dass du die halt irgendwie doch brauchst, und dann sind die halt alle krank und traumatisiert und weiß ich nicht was, das ist halt einfach ach, das ist eine schlimme Geschichte das ist tragisch.
Evi Man hat dann danach schon von ihm erfahren aber wahrscheinlich zu Lebzeiten hat er das nicht mitbekommen er ist jetzt auch sehr berühmt natürlich, also er hat da jetzt natürlich schon die Ehrung auch bekommen aber eben erst Posthum.
Jana Ja, toll.
Evi Finde ich auch. Da hat er viel davon. Ich habe dann auch noch ein paar Zitate von ihm, wobei eines finde ich total gut, das möchte ich ganz kurz noch sagen. Und zwar ein Zitat von ihm ist, finden wir eine Kompromisslösung, machen wir es so, wie ich es sage. Das könnte fast von mir sein.
Jana Das finde ich gut. Ja, aber das sind diese Leute, das hat Wender von Braun sich ja auch so gedingt. Wenn du wusstest, nee, ich weiß, wie das funktioniert, dann macht die jetzt einfach alle das, was ich sage und dann funktioniert das auch. Ja, cool. Ja, interessant. Den Namen hatte ich davor auch noch nie gehört.
Jana Muss man sich eigentlich merken, um diesen Menschen zumindest im Nachhinein irgendwie eine Erinnerung zumindest zu geben.
Evi Ja, wenn man sich diese Geschichten ansieht, gehört der Vollständigkeit halber auf jeden Fall. Das ist jetzt eine Person, die jetzt nicht ganz so in der Öffentlichkeit stand. Das ist dann oft auch so die Gefahr, wenn du dann halt so eine glänzende, Gegenseite hast, die da so in der Öffentlichkeit sehr präsent ist.
Jana Es zeigt, glaube ich, schon diese unterschiedliche Herangehensweise von von den Sovjets sehr stark, dass es eben nicht so kommerzialisiert personenkultmäßig gemacht wurde, politisch. Ergibt das ja Sinn, wenn man sich das anschaut. Sie haben ja so nicht gearbeitet. Es war ja immer die Leistung des Volkes. Also im Gegensatz zu den Amerikanern, die da, glaube ich, sehr viel mehr auf Individuen gesetzt haben, hast du natürlich in so einer kommunistischen Gesellschaft, willst du das eigentlich gar nicht.
Evi Ja, das wurde auch spannend, was du gesagt hast. Das ist natürlich auch eine Leistung des Volkes. Der Bevölkerung, der Arbeiter.
Jana Ich glaube, wir steigen dann in die letzte Episode ein, oder? Nach 72. Da machen wir auch noch mal ganz kurz eine Werbepause. Und dann hören wir uns noch das Ende an oder den neuen Anfang vielleicht, so muss man es ja vielleicht sagen. So, also. Die Amerikaner waren auf dem Mond, die Russen sind gescheitert.
Jana Der russische Chefkonstrukteur Korolev, der ist verstorben. Eugene Sernon hat den Mond verlassen. Wie geht es dann weiter?
Evi Ja, also es war jetzt eben seit 1972 niemand mehr auf dem Mond. Es wären tatsächlich noch weitere Apollo-Missionen sogar geplant gewesen. Also es wäre noch 18, 1920, wäre noch auf dem Plan gewesen. Die wurden dann aber gestrichen. Also da gab es dann einfach kein Geld mehr, obwohl sogar, das finde ich so ein bisschen die Ironie an der Sache, die Raketen waren bereits da. Also es war sogar die Hardware.
Evi Hardware wäre sogar zum Teil vorhanden gewesen. Aber es war der politische Wille weg. Und ich glaube, dass da einfach...
Jana Und was haben die dann gemacht mit den Raketen?
Evi Also nicht eingemottet. Oh Gott. Also ich glaube, es war einfach die Luft draußen irgendwie. Also Apollo war ein Produkt des Kalten Krieges, muss man so sagen.
Jana Ja, dann war es vorbei.
Evi Es war teuer. Also es hat ja, glaube ich, nach heutigem Marsch so 160 Milliarden Dollar oder sowas gekostet. Und das Ziel war erreicht, die Mondlandung. Kennedy hat ja nicht gesagt, wir bleiben auf dem Mond, sondern wir landen auf dem Mond und kommen sicher wieder zurück. Die Russen haben auch aufgegeben, das öffentliche Interesse war weg.
Evi Dann kamen neue Probleme auch. Also man muss ja daran denken, wir sind jetzt in den 70ern, das heißt dann ist ja schon Vietnamkrieg, Bürgerrechtsbewegung, Energiekrise, ich glaube, da kannst du das alles dann auch nicht mehr so rechtfertigen. Und ja, es hat sich dann auch die Strategie verlagert bei der NASA.
Evi Es waren dann die Raumstationen, also Skylab 1973, das ist dann schon 1973 eben schon gewesen und das Space Shuttle Programm, also es ging dann eher so diese wiederverwendbaren Raumfahrzeuge an. Wie du dann eben häufiger Satelliten starten kannst, Raumstationen versorgen kannst und das offensichtlich schien es irgendwie nützlicher und sinnvoller als Mondlandungen zu planen.
Jana Es normalisiert sich halt so ein bisschen. Du hast nicht mehr diesen öffentlichen Hype und dann musst du plötzlich sehr ökonomisch werden. Das Space Shuttle war ja, das ist jetzt nur so ein dahergesagt, aber das war schon noch immer Prestigeprojekt von den USA, aber es fühlte sich viel mehr an nach Routine.
Jana Also die Apollo-Missionen waren ja wirklich so eine Pionierleistung und die Space Shuttle, das war dann so der, das ist natürlich zu überspitzt, der Bus in den Weltraum. Also es war dann irgendwie nicht mehr so.
Evi Ja, aber da auch wieder, ja. Und dann kam es dann auch wieder bei den Space Shuttles.
Jana Dann kam es zum Desaster.
Evi Genau, da gab es dann auch wieder die große Katastrophe. Also eben, das ist dann immer so, wenn etwas scheinbar Routine, Normalise wird, wird man dann schnell wieder erinnert, dass es dann doch nicht ganz so ist. Ja, auf jeden Fall ist halt der Mond auch dann etwas aus dem Interesse gerückt. Also jetzt nicht nur öffentlich, sondern ich glaube auch wissenschaftlich ein bisschen, weil man ja auch dachte, das ist irgendwie so eine trockene, leblose Gesteinsding. So ein Fels. Ja, genau.
Evi In den 1990er Jahren hat man ja dann das Wassereis entdeckt, das ist ja dann wieder spannend geworden. Und ja, das hat sich so ein bisschen die Sichtweise geändert, also als Zwischenstopp eben für weitere Missionen, Rohstoffstandort natürlich. Ja, und jetzt, glaube ich, brechen wir gerade eben auf in eine neue Ära, die jetzt hoffentlich dann nicht so wieder das Space Race im Kalten Krieg, also von so politischen Machtkonstellationen gejagt wird, sondern vielleicht eben mal anders als internationales Projekt.
Evi Ich finde es ganz interessant zu beobachten, jetzt auch bei dem Flug, den wir ja jetzt hatten mit Artemis 2, diese Umrundung, dass ja da schon noch ein bisschen so dieser Zwiespalt zum Teil war. So dieses Werbefliegen ja eh die ganze Zeit ins Weltall, zur ISS. Jetzt fliegen wir halt wieder zum Mond, haben wir eh schon geschafft und vor allem vor 50 Jahren da irgendwie, 60 Jahren.
Jana Aber da machen sich die Leute keinen Begriff, was der Unterschied ist zwischen ISS und Mond. Also das ist so, ja wir fliegen doch eh ständig ins Weltall. Das ist was ganz anderes zum Mond zu fliegen. Ich versuche das immer dann wirklich maßstabsgetreu, die Entfernung zum Mond von der Erde. Das ist den Leuten, glaube ich, auch ganz selten wirklich bewusst, wie weit das Ding weg ist. Das ist nicht um die Ecke.
Evi Ja, eben und vor allem, wie nah die ISS ist. Also, dass die ja gar nicht jetzt wirklich in dem Sinne fast im Weltall ist, sondern die ist ja noch wirklich, eigentlich, ja, sie ist ja noch im Erdorbit und sie hat ja auch noch den, Die Magnetosphäre hat den schützenden Einflussbereich der Erde und beim Mond verlassen wir das alles.
Evi Die ISS ist eigentlich, also wenn jetzt die Entfernung, das ist ja knapp 400 Kilometer, wenn du das jetzt von der Höhe in die Horizontale legst, dann ist das ja so eine Entfernung. Ich glaube, Wien-München sind 450 Kilometer, also es ist ein bisschen mehr als Wien-Salzburg. Und das ist ja jetzt nicht so weit.
Evi Und der Mond ist ja dann trotzdem noch einmal 384.000 Kilometer.
Jana Ja, das fährt man normalerweise nicht auf einer Arschbacke durch. Das ist schon eine andere Kategorie.
Evi Ja, und das ist der Aufwand, also auch vom technischen, auch vom Energieaufwand natürlich ein ganz anderer. Ich habe es vorhin auch schon erwähnt, dass du ja auch ganz andere Abfolgenschritte hast. Also die Beschleunigung zum Abbremsen, Landung, Rückstart, Rückflug, wieder Eintritt, also all diese ganzen Sachen. Und du hast ja dann auch bei der ISS nämlich diese kleineren Trägerraketen, also wie die Falcon 9, Soyuz eben.
Evi Und beim Mondflug brauchst du aber eben diese riesigen, diese Schwerlastraketen wie eben so eine Saturn V, die ich ja total gerne mal in echt sehen würde.
Jana Ja, das ist auch mein Traum.
Evi Ich kann mir die nicht vorstellen, wie gigantisch die ist.
Jana Die ist riesig, glaube ich. Und die steht ja da in diesem, oder sie liegt, ne? Ich glaube, sie liegt, ich weiß gar nicht, in dem Museum. Wo man sich das hier anschauen kann. Also eines Tages in meinem Leben, wenn die USA nicht mehr ganz so durchgeknallt ist.
Evi Warten wir noch ein bisschen.
Jana Genau. Aber dann würde ich da gerne hin, weil dieses Ding, vor allem, ich weiß nicht, ob das stimmt, aber es ist so ein Urban Legend, weil auch die ganzen Ingenieure nicht mehr leben. Das ist eigentlich unmöglich, die nachzubauen. Also das ist so kompliziert.
Evi Das ist tatsächlich ein Problem. Das ist auch so etwas, warum es schwieriger ist, jetzt zum Mond zu fliegen, weil wir die Technik nicht mehr so haben. Also eben, weil die sind schon tot und haben. Also dieses Know-how uns ein bisschen auch abhandengekommen ist und das eben nicht so einfach ist. Also wir bauen jetzt mal so eine große Rakete.
Jana Ja, machst ein bisschen mehr Treibstoff rein und dann passt es schon.
Evi Genau, das ist es nicht. Und dass das halt wirklich, wir uns da dieses Know-how auch ein Stück weit neu aneignen müssen. Und da gibt es ja auch Probleme. Also das ist ja jetzt auch jetzt...
Jana Ja, aber wie tragisch. Das finde ich das Schlimmste. Also das finde ich wirklich das Allerschrecklichste, dass wir Menschen... Ich meine, diese Idee so, ja, wir waren damals auf dem Mond und, Wir hatten halt nur die Möglichkeiten zu besuchen und jetzt machen wir eine neue Ära, wo wir die Möglichkeit haben zu bleiben. Aber dass es so lange gedauert hat dazwischen und so wenig Interesse gab, dass wirklich Wissen verloren gegangen ist, das finde ich immer ganz, ganz furchtbar.
Jana Das ist wie so die niedergebremte Bibliothek von Alexandria.
Evi Stimmt, ja.
Jana Ah, Know-how, was von morgen geht.
Evi Ich glaube, es ist auch ein bisschen verführerisch, der Gedanke. Das war 1969, das ist ja total lang her. Und die sind ja mit einer Technik raufgeflogen, wo ja jetzt heute jedes Smartphone mehr hat. Und dann, glaube ich, verfällst du sehr schnell in die Gedanken. Dann kann es ja jetzt heute nicht so schwer sein.
Jana Ja, das war ja alles primitiv. Und mein Gott, das können wir dann schon nachbauen.
Evi Ja, aber das ist nicht ganz so. Und es kommt dann auch noch dazu, dass uns da so auch die Erfahrung einfach fehlt, die Routine. Mit der ISS, da haben wir einfach die Erfahrung. Auch dieses Andockmanöver bei der ISS ist natürlich kompliziert, aber es ist kontrolliert. Aber so eine Landung und auch dieser Rückstand am Mond, das ist wesentlich schwieriger und das ist komplexer und da sind wir nicht so routiniert darin.
Evi Es ist schon nochmal ein anderes Stück.
Jana Ja, aber ich finde es gut, dass es wieder angegangen wird. Man hofft immer, dass es vielleicht weniger nur aus der politischen Motivation rausgemacht wird. Man muss schon dazu sagen, dass es in diesem Fall nicht mehr Russland oder die Sowjetunion ist, aber China, wo man jetzt sagt, die Amerikaner müssen da vorher dran sein.
Jana Aber wir haben natürlich jetzt nicht so eine Situation wie im Kalten Krieg, wo wir irgendwie kurz vorm Atomkrieg stehen. Also lock on wood, aber ja. Genau, und dass man wirklich auch sagt, die haben ja gelernt, auch mit der ISS, das muss man ja auch dazu sagen, dass, auch wenn es jetzt momentan wieder alles bröckelt, aber dass diese internationale Zusammenarbeit, im All sehr sinnvoll ist.
Jana Also, dass man Know-how zusammenlegen kann, dass die Russen mit der Soyuz-Kapsel ein, ja, muss man sagen, ein beständiges System hatten, Menschen ins All zu bringen oder haben. Dass es eigentlich ingenieurstechnisch und wissenschaftlich am sinnvollsten ist, wenn nicht jeder seine eigene Suppe kocht.
Evi Ja, eben. Ich finde es eben auch schön, dass Artemis ja auch nicht rein NASA ist, sondern dass ja ESA da auch dabei ist und eben auch die kanadische Unfallorganisation ja auch dabei ist. Und ja, ich mag das eh so, genauso wie du auch, dieses internationale Zusammenarbeiten an einem Ziel arbeiten. Es gab dann übrigens auch 1975, muss man ganz kurz zurückschweifen, den Apollo-Soyos-Test, das Testprojekt. Und das finde ich auch ganz schön.
Evi Es ist auch so eine Symbolik für diese friedliche Zusammenarbeit im Weltraum. Das war eine US-amerikanische, sowjetische Kooperation, wo sie eben ein Apollo- und ein Soyos-Raumschiff in der Erdumlaufbahn aneinander gekoppelt haben. Und dass die Raumfahrer dann eben von einem Raumschiff ins andere umsteigen konnten.
Evi Und das finde ich halt ganz schön. Also das sind halt dann die Sachen, wo ich dann immer so Gänsehaut bekomme. Und da habe ich mir gedacht, ja, mehr davon.
Jana Ja, ja, ja. Sagt die Astronauten, die den Overview-Effekt im All bekommen, dass du halt merkst, das ist alles relativ irrelevant, was wir für Grenzen haben. Und dass das gut funktioniert. Was auch für mich eben immer sehr ausschlaggebend ist, wenn man über diese, haben wir jetzt gar nicht besprochen, weil es ein ganz eigenes Thema ist, eine Mondverschwörung, wir waren gar nicht auf dem Mond.
Jana Die Sowjets haben ja bestätigt, dass die Mondgesteinsproben von den Amerikanern, dass das echt ist. Und da denke ich mir immer so, also wirklich, wenn es einen Kornzweifel gegeben hätte, wären die ja die allerersten gewesen, die gesagt hätten, die war der nicht. Und dass man da dann auch, es klingt so blöd, es ist nur eine niedrige Messlatte, aber, Die hätten ja auch schlicht sagen können, die glauben wir nicht.
Jana Und das haben sie nicht getan. Also sie haben das ja auch komplett akzeptiert. Die Wissenschaft und ich meine, ich glaube, die haben auch Steinsproben bekommen von den Amerikanern, um sie untersuchen zu dürfen. Und die haben gesagt, ja, ganz klar, das kommt vom Mond. So soll es halt eigentlich sein. Also auch wenn du politisch irgendwie unterliegst oder verlierst oder, weiß ich nicht, symbolisch vielleicht nur, dass du am Ende die Fakten anerkennst.
Jana Das ist nicht selbstverständlich, zumindest heute nicht.
Evi Also meine Hoffnung ist eben auch dadurch, dass ja Artemis eben nicht so wie Apollo ist. Es ist nicht das Ziel, die Landung, sondern der Mond ist ja jetzt der Ausgangspunkt, dass es halt dann jetzt auch nicht der kalte Krieg, sondern die internationale Kooperation ist, die das vorantreibt, weil wir da jetzt eben wirklich eine Infrastruktur aufbauen und langfristig da bleiben wollen.
Evi Und deswegen hoffe ich, dass das eben eh so ähnlich wie die ISS dann vielleicht eher so was wird. Das ist mein bescheidener Traum.
Jana Das kann ich gut nachvollziehen. Das hoffe ich auch, dass wir hier in ein neues Ding. Und wir hatten ja, glaube ich, letztes Mal auch schon darüber gesprochen, dass das Gefühl, was Artemis auch online einfach verbreitet hat, dass sich das so anders anfühlt. Dass plötzlich die Leute wieder begeistert waren, dass es sich nicht anfühlt wie die hundertste SpaceX-Rakete, die startet, sondern wir machen wieder was, wir sind unterwegs, wir haben eine Frau dabei, dass dieses Gefühl so ein bisschen bleibt. Das hoffe ich in jedem Fall auch.
Evi Unser Wunsch ist jetzt natürlich auch nicht ganz uneigennützig, weil wir wollen ja das Mondauto fahren.
Jana Richtig, genau. Und dann muss das ja weitergehen.
Evi Genau, das will ich. Also mit Artemis 3 ist ja jetzt dann auch die nächste bemannte Mondlandung geplant. Dann können wir doch noch live eine Mondlandung sehen. Das freue ich mich schon. Ich bin gespannt. Ich weiß jetzt gar nicht, wie da der aktuelle Zeitplan aussieht.
Jana Ich glaube, haben Sie es nicht verschoben?
Evi Ja, es muss verschoben sein, weil ursprünglich wäre es ja 25, 26 gewesen. also jetzt, aber wir haben ja jetzt gerade mal Artemis 2 geschafft, also ich weiß es jetzt ehrlich gesagt nicht.
Jana Ich glaube, dass sie, ehrlich gesagt, dass Artemis 4 erst, dass sie es so verschoben haben, dass Artemis 3 noch mal ein Test sein muss, nächstes Jahr auch erst und ich glaube, müsste ich jetzt nochmal nachschauen, ich glaube, dass 28 erst geplant ist, Artemis 4 und dass das dann erst die Landung ist.
Evi Ah, okay, gut.
Jana Dass sie die ganzen Missionen nach hinten geschoben haben.
Evi Dann müssen wir da noch mal eine eigene Folge dazu machen.
Jana Ja, auf jeden Fall.
Evi Über die Besiedlung des Mohnes haben wir ja schon gesprochen, also habe ich schon mal gesprochen, Kosmoglärte 42. Das war im Anschluss an deine Folge zur Entstehung des Mondes. Und da bin ich natürlich gleich einmal einen Schritt weitergegangen und habe dann noch über die Mondkolonisation gesprochen. Obwohl man, Mondbesiedlung ist ja schöner. Also Kolonien mag ich ja nicht so das Wort.
Jana Kolonien finde ich so gut.
Evi Eben von der Mondbesiedlung. Besiedlung. Genau, also Cosmogleter 42, da haben wir darüber gesprochen, da sind auch noch die alten Pläne von Artemis besprochen. Also ist ja doch schon ein bisschen her. Ich meine, wir sind jetzt schon bei Folge 86, irgend sowas. Also es ist ein Wahnsinn, wie schnell das vergeht, oder?
Jana Das geht schnell vorbei, ja. Wahnsinn. Ja, Eva, vielen, vielen Dank für diesen längeren Kurzabriss der Geschichte der Eroberung des Mons.
Evi Also mein Ziel ist gescheitert. Ich wollte eigentlich nur eine kurze Geschichte, der Raumfahrt erzählen. Also es ist ein Zweiteiler dazu geworden, der noch dazu lang geworden ist.
Jana Das ist völlig in Ordnung. Wir sind angekommen in der Gegenwart. Wir sind wieder unterwegs Richtung Mond. Ich glaube, genau wie du, Eva, ist es unter einem Strich was Positives. Es bedeutet ein bisschen mehr Zusammenarbeit. Und das ist auf jeden Fall von Jules Verne, der sich da tolle Sachen ausgedacht hat bis zur Eroberung des Monds.
Jana Es ist unglaublich, eigentlich auch in welcher kurzen Zeit das passiert ist.
Evi Ja, wobei eigentlich dann wieder lang. Also wenn du dir anschaust, den Spirit von damals, zu Zeiten der Mondlandung, da hätte man sich ja gedacht, dass wir so um das Jahr 2000 ja dann schon Mondstätte oder sowas haben.
Jana Dass wir da längst da sind.
Evi Ja, ja, also wir hatten ja eine lange Pause.
Jana Also insofern stimmt natürlich. Auf der anderen Seite muss man natürlich sagen, was mich immer total fasziniert, ist diese Zeitspanne zwischen erster Flug und Mondlandung. Das sind ja keine 100 Jahre, glaube ich. Also wir sind da schon schnell unterwegs. Aber klar, wir könnten ein bisschen weiter sein. Wir haben eine ziemlich lange Pause eingelegt, aber jetzt gehen wir es ja wieder an.
Jana Und ja, sehr gespannt, was da in Zukunft, was für Folgen wir noch machen können zu diesem Thema. Da wird auf jeden Fall noch einiges passieren, nehme ich an.
Evi Ja, da gibt es genug Material für uns.
Jana Genau. Also auch danke an euch, dass ihr hier durchgehalten habt mit uns und dieses spannende Thema gelauscht habt. Schreibt uns gerne in die Kommentare oder per Mail, was euch vielleicht noch sonst noch so interessiert. Oder vielleicht habt ihr die Mondlandung ja auch selber miterlebt. Da bin ich immer ein ganz großer Fan davon, wenn die Leute das erzählen, wie das damals war.
Jana Sagt gern Bescheid. Ihr findet uns entweder bei kosmiklatte.at im Internet oder auf Instagram kosmiklatte.pod oder ihr könnt auch direkt in der Mail schreiben bei kontakt.kosmiklatte.at. Wenn ihr uns eine kleine Spende zukommen lassen wollt, das freut uns natürlich ganz besonders. Es geht entweder über Paypal, da haben sich diesen Monat der Benedikt und die Julia beteiligt und auch der Wolfram, den kennen wir schon, der spendet nämlich regelmäßig.
Jana Vielen, vielen Dank dafür. Ihr könnt aber natürlich auch ein Abo abschließen. Patreon oder Steady. Zum Beispiel, wie das der Norbert gemacht hat jetzt gerade. Der hat seine Unterstützung verlängert. Vielen, vielen Dank dafür. Und ihr kriegt natürlich, wenn ihr ein Abo abschließt, die werbefreie Version vom Podcast. Also werdet ihr nicht mehr gestört, wenn es um spannende Themen wie die Geschichte der Raumfahrt geht.
Jana Genau, ansonsten empfehlt uns gerne weiter. Gebt uns gerne fünf Sterne. Das freut uns natürlich auch immer. Und ich würde sagen, jetzt haben wir alles besprochen, was zum Mondgitter zugehört. Habe ich noch was vergessen?
Evi Ach, es gibt sicher noch ganz viel zu besprechen, aber wir hören jetzt mal auf.
Jana Genau, das machen wir dann beim nächsten Mal. Bis dann.
Evi Bis dann. Tschüss. So, eine schöne, kurze, knackige Folge.
Jana Nur eine Stunde.
Evi Gut, dass ich Atemis noch nicht mit reingenommen habe im Detail.
Jana Aber die Leute bestrafen das ja auch nicht so sehr, oder? Oder tun sich längere Folgen schwerer?
Evi Nein, gar nicht. Ich glaube auch nicht, dass längere Folgen das Problem sind. Das Problem ist dann eher, wenn wir wieder kürzer werden.