
CL090 Urlaub auf dem Ozeanplaneten (mit Aussicht auf Monster)
Donnerstag, 23. Juli 2026 · 22 min
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Shownotes
Die Episode über tiefe Meere, hohe Wellen und dem Geruch nach Algen
Cosmic Latte macht Sommerurlaub. Wir suchen uns die besten Orte im Universum, um unsere Ferien zu verbringen. Den ersten Stop machen wir mit Jana auf dem Planeten K2-18b. Dort gibt es (vielleicht) einen gigantischen Ozean und (noch vielleichter) das eine oder andere Meeresmonster.
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Urlaub auf dem Ozeanplaneten
Der Planet de.wikipedia.org/wiki/K2-18b umkreist einen, von der Erde 124 Lichtjahre entfernten Stern. Wir gehen davon aus, dass es dort flüssiges Wasser gibt und vielleicht sogar einen Ozean, der den gesamten Planeten umspannt. Das James-Webb-Weltraumteleskop hat Hinweise auf die Existenz von Dimethylsulfid entdeckt, ein Molekül, das auf der Erde von Mikroorganismen erzeugt wird und für den typischen Algengeruch des Meeres verantwortlich ist. Dort könnte es also alles geben, was man für einen Urlaub am (bzw. im) Meer braucht. Aber Vorsicht: Vielleicht gibt es dort auch anderes Leben und vielleicht ist der Planet statt mit Meer auch mit heißer Lava bedeckt. Wir übernehmen keine Verantwortung, wenn der Urlaub nicht so läuft, wie ihr euch das vorgestellt habt ;)
Das Cosmic-Latte-Buch
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Evi Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Cosmic Latte. Einer ganz besonderen Folge, also es werden jetzt ein paar besondere Folgen kommen, denn auch wir gehen in den Sommer und haben Sommerfolgen für euch vorbereitet. Und diesmal bei mir ist Jana. Hallo Jana.
Jana Hallo.
Evi Hi. Wir haben ja dieses Mal beschlossen, dass wir im Sommer auf Reisen gehen. Und zwar, dass wir auch fremde Welten, ferne Welten besuchen und uns ja ansehen, ob es den Urlaubsdestinationen außerhalb der Erde gibt, da freue ich mich schon ganz besonders.
Jana Ich bin schon ganz gespannt, weil wir hatten es ja letztes Jahr mit den irdischen Reisezielen. Und genau, diese Erweiterung ist natürlich cool, wenn man sich überlegt, Urlaub außerirdisch, da gibt es natürlich sehr viele Möglichkeiten. Und ich bin schon auch sehr gespannt auf eure Urlaubsziele, weil es ist natürlich so, dass man einiges bisschen, ich sage mal, spekulativ unterfüttern muss.
Jana Weil man nicht alles weiß. Aber dafür sind dann der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das ist natürlich auch schön.
Evi Ja gut, wir können ja sowieso nur ein bisschen in unserer Imagination dorthin reisen. Weil tatsächlich wird das wahrscheinlich eh nicht gehen, oder?
Jana Ja, es ist natürlich die große Frage, die man immer gestellt bekommt, gerade was so außerhalb des Sonnensystems angeht. Also ich bin immer irgendwie ein Verfechter der Theorie, dass man sagt, naja, wir werden schon irgendwann wahrscheinlich anfangen, in unserem eigenen Sonnensystem uns ein bisschen auszubreiten, vielleicht auch mal Menschen zu anderen Planeten tatsächlich zu schicken.
Jana Da haben wir schon oft über die Mars-Mission gesprochen. Vielleicht kriegen wir das ja auch noch mit. Das wäre sehr schön.
Evi Ja, stimmt. Würde mich auch freuen.
Jana Genau. Und so, ja, Jupiter, Monde und so. Das ist natürlich auch cool. Aber außerhalb des Sonnensystems mit Menschen, ich weiß nicht, wie du das siehst, aber das halte ich für wahnsinnig schwierig.
Evi Ja, da wird es schon schwierig. Ich glaube, dass wir mit dir ja heute auch ein paar Lichtjahre unterwegs sind, oder?
Jana Genau. Also für mein allererstes Urlaubsziel für den Sommer 2026, da kann ich einfach mal gleich direkt einsteigen. Genau so ist es. Leider haben wir eine Reise von 124 Lichtjahren vor uns.
Evi Ach ja.
Jana Das ist natürlich weit. Es ist jetzt nicht, also ich würde mal behaupten, wenn man jetzt in stellaren Distanzen denkt, ist es gar nicht so weit. Das stimmt, ja.
Evi Aber wenn man den Menschenjahren rechnet, dann wird es schwierig.
Jana Ein bisschen kompliziert. Also ich habe das jetzt mal versucht so zu formulieren, dass ich sage, naja, man kann also natürlich dem Alltag wirklich entfliehen. Also man kann sich wirklich buchstäblich distanzieren. Aber die Reisezeit ist natürlich heftig. Das Problem ist ja so ein bisschen, ich mag diesen Fakt sehr gerne.
Jana Ich glaube, ich habe Ihnen hier auch schon mal erzählt in der einen oder anderen Folge, dass wenn man ein Raumschiff bauen könnte, was dauernd beschleunigt wird, also sagen wir mal eine konstante 1G-Beschleunigung hat, dann kommt man ja irgendwann schon der Lichtgeschwindigkeit sein. Ah, das Problem ist eben, diese Beschleunigung auf euch zu halten, da braucht man sehr viel Treibstoff oder einen besonderen Treibstoff, den wir noch nicht haben.
Jana Aber wenn ich der Lichtgeschwindigkeit also so nahe komme, dann zieht ja die Länge in Kontraktion. Das heißt, die Distanz vor mir schrumpft. Das heißt, dann könnte man 124 Lichtjahre schon in einer menschlich absehbaren Zeit zurücklegen. Das Problem ist halt nur dann das Zurückkommen, weil wenn ich 124 Lichtjahre reise und dann sagen wir mal ein Jahr dort bin, Dann habe ich also 125 Lichtjahre und 124, das sind dann 249.
Jana So ist es, glaube ich, oder?
Evi Ja.
Jana 249 müsste es sein. Genau, also wenn ich zurück zur Erde komme, sind 249 Jahre vergangen. Das ist natürlich das Problem, was man eingeht bei dieser Reise.
Evi Das tut dem sozialen Leben nicht so gut, oder?
Jana Nicht so gut, nein. Aber wenn man das auf sich nehmen möchte, mein Reiseziel ist der Exoplanet K218b. Und ich habe das jetzt mal als Dein Urlaub am Meer betitelt. Ich weiß nicht, ob du mehr so ein Berg- oder Meermensch bist. Da scheiden sich ja so ein bisschen die Geister.
Evi Wasser möchte ich schon, aber es kann dann auch ein See sein. Also wenn es dann irgendwie so Berg, Wald, See ist, dann bin ich auch total fan damit.
Jana Okay, also das ist vielleicht ein bisschen ein Problem. Also der K2-18b dürfte relativ einseitig sein von der Umgebung her. Was wir definitiv über diesen Planeten wissen. Ich versuche das hier auch so ein bisschen zu trennen. Was wissen wir wirklich? Was ist Spekulation? Also er hat 8,6 Erdmassen, 2,6 Erdradien.
Jana Das klingt viel, bedeutet aber im Gravitationsgesetz, du hast nur ein bisschen höhere Gravitation als auf der Erde, dadurch, dass er doppelt so großen Radius hat. Das heißt, das wäre gar nicht so schlimm. Es ist keine Crushing-Anziehungskraft, die dich nicht mehr davon wegkommen lässt. Er ist, und jetzt kommt die, ja, so ein bisschen Spekulation, aber auch da steckt natürlich das Urlaubsziel drinnen.
Jana Das ist der Planet, der vielleicht ist. Ein einziger Super-Ozean ist. Ein Welten-Ozean, der den ganzen Planeten bedeckt. Kein Festland, also keine Kontinente, keine Inseln. Nichts, was da aus dem Wasser rausschaut. Ich habe mir mal so überlegt, das ist vielleicht für einen Urlaubsziel auch ganz passend. Es gibt keine Staus.
Jana Die Strände können nicht überfüllt sein.
Evi Ja, aber für ein Hotel gibt es dann aber auch nicht wirklich, oder? Da muss ich dann auf einem Schiff-Hotel sein.
Jana Nein, das muss dann auf dem Wasser sein. Genau, da muss man schon zu Wasser unterwegs sein. Also es ist Wasser... Was den ganzen Planeten bedecken dürfte. Wäre Schwimmen, Segeln, Stand-Up-Paddling kann ich da natürlich auch empfehlen. Wie man möchte, ist es ja nicht nur wirklich überall mehr, sondern es ist auch noch größer als die Erde. Also selbst wenn dann der Tourismus dort boomt, verteilt sich das wahrscheinlich sehr schön.
Evi Ich finde eine Ozeanwelt oder ein Ozeanplanet, ich finde das klingt schon so ein richtig cooler Science-Fiction, oder?
Jana Ja, eigentlich schon. Mich fasziniert es auch deswegen so, weil es ja, ich glaube so eine Idee, die ist ja eher naheliegend, Und wenn man sagt, naja gut, die Erde ist so stark, also zu über 70 Prozent der Oberfläche mit Ozeanern bedeckt, könnte man sich ja vorstellen, dass es reine Ozeanwelten gibt. Und die Forschung zeigt uns heute, wir stehen ja da noch am Anfang, dass das wahrscheinlich schon ein Planetentyp ist, der da draußen existiert, der eine reine Ozeanwelt ist.
Jana Das Problem ist eher, ich weiß nicht, heißt das Thalassophobie, die Furcht vor der Tiefe des Wassers.
Evi Oh, ich kriege keine Ahnung.
Jana Das gibt es ja bei manchen Menschen. Ich weiß nicht, wie das bei dir ist. Ich habe da schon manchmal so ein Thema mit. Also wenn man im Meer schwimmt und weiß, der Grund ist jetzt schon bestimmt sehr weit weg, keine Ahnung, ein paar hundert Meter allein schon. Das fühle mich nicht ganz wohl. Ich weiß nicht, ob du da resistent bist gegen sowas.
Evi Ich glaube, da geht es ja eher um dieses, dass da halt so ein dunkler, tiefer Abgrund ist, oder?
Jana Genau, du nicht weißt, was da unten auf einen wartet. Das ist tatsächlich bei K2 18b ein Problem. Also wenn dieser Planet so ist, wie man ihn sich da in den neuesten Forschungsergebnissen vorstellt, oder zumindest in einem, die sehr viel Schlagzeilen gemacht hat, dann ist es eine Ozeanwelt, bedeckt von einer Wasserstoffatmosphäre.
Jana Also man muss natürlich den Wasserstoff atmen können. Das ist natürlich die Voraussetzung für den Urlaub auf K2 18b. Oder man muss halt sein Atemgerät mitbringen. Und das Problem ist, dieser Ozean, das kann man festmachen anhand der Dichte, die man von dem Planeten so sich herleiten kann. Dieser Ozean dürfte mehrere hunderte Kilometer tief sein.
Jana Das ist schon ordentlich. Also ich glaube, der Marianengraben auf der Erde, das hat der keine zehn Kilometer, nicht ganz. Ich versuche das immer so zu merken, dass der Mount Everest passt in den Marianengraben rein und der hat fast neun Kilometer.
Evi Ja, locker sogar. Ja, so ein bisschen mehr sogar. Stimmt, ich merke es mir auch immer so mit dem Umgekehr.
Jana Das ist eine gute Eselsbrücke, ja. Also zehn Kilometer Tiefe maximal bei uns und auf K2-18b mehrere hundert Kilometer Tiefe. Das bedeutet auch, wenn es da einen Grund gibt, was man irgendwie schon annehmen müsste, dann ist das aber kein Meeresgrund wie bei uns, der irgendwie Gestein und Schlamm ist und sowas, sondern sogenanntes Eis 7 oder Eis 10.
Jana Also dieses Hot-Eis, was gar nicht unbedingt so furchtbar heiß sein muss, nur es ist nicht deswegen fest, weil es so kalt ist, sondern es ist deswegen fest, weil der Druck da unten natürlich enorm ist. Also wenn man ein hundert Kilometer tiefer Ozean über einem lastet, Vielen Dank. Dann wird Wasser irgendwann so stark zusammengepresst, dass es fest wird.
Evi Okay, ist das das? Jetzt muss ich dich nämlich wirklich ganz blöd fragen. Wenn du sagst I7 und I10, ich dachte, das heißt das mit 7 von, ist das 7, 7. Aber das ist ja 7, die Zahlen und I10, I6. Was ist das genau? Ist das dann aufgrund von dem Druck irgendwie oder wie ist das definiert? Weißt du das?
Jana Also ich bin mir nicht ganz sicher, was die Details der Definition sind. Das müsste ich nochmal nachschauen. Ich weiß aber, man kann, wenn man Temperatur-Druck-Diagramm macht. Da gibt es ja einen Bereich, wo Wasser gasförmig ist, wo Wasser flüssig ist. Und dann gibt es eben den Bereich, wo Wasser fest wird. Und das ist dann eben alles Eis.
Jana Und da gibt es eben diese verschiedenen Stadien, wo Eis, so wie bei uns auf der Erde, einfach aufgrund von einem Atmosphärendruck und 0 Grad Celsius. Aber eben dann gibt es diese exotischen Eisformen, die halt hauptsächlich deswegen entstehen, weil der Druck dann so absurd hoch wird. Ich weiß nicht ganz genau, müsste ich nochmal nachschauen, was dann der Unterschied ist zwischen den einzelnen exotischen Eisformen, diesen Hot-Eis-Formen, da kriegt dann Eis auch komische Eigenschaften.
Jana Also ich weiß, dass sie teilweise versuchen, das auch im Labor herzustellen, aber du musst halt enormen Druck aufbauen. Das ist auf der Erde gar nicht so einfach. Es gibt auch andere Exoplaneten, wo sie, glaube ich, gar nicht dem Grund von irgendeinem Ozean davon ausgehen, sondern einfach aufgrund des Atmosphärendrucks, der über dem Planeten lastet, dass dort auch das Wasser einfach aufgrund des Drucks fest wird.
Jana Und dann kann man auch 200, 300 Grad Celsius haben und es bleibt trotzdem Eis. Versuchen wir das mal vorzustellen.
Evi Das ist total mind-blowing, oder? Wenn da explodiert, dann wird das Gehirn, weil man sich das gar nicht mehr vorstellen kann. Weil das ist ja gegen unsere Intuition, was wir ja quasi hier erleben, gelernt haben auch. Ich finde das immer so unvorstellbar.
Jana Für uns halt, Eis ist kalt, ist ganz klar. Und das muss natürlich nicht so sein. Ich muss natürlich auch daran denken, ich weiß nicht, ob du hier, ich glaube, wir haben schon mal drüber gesprochen, oder? Project Hail Mary, den Astronauten gesehen hast. Ja, natürlich. Klar, da ist ja auch die Heimatwelt von Rocky. und ich weiß nicht, ob er es im Film erwähnt, aber im Buch erwähnt, dass er auf seinem Planeten herrschen um die 200 Grad Celsius.
Jana Aber aufgrund des hohen Atmosphärendrucks haben sie Ozeane. Also ihr Wasser ist 200 Grad heiß, aber flüssig. Und das finde ich auch in die andere Richtung eine ganz komische Vorstellung. Also so kochend heißes Wasser, was einfach flüssig bleibt, weil der Druck ist halt hoch genug. Und da muss man jetzt auch dazu sagen, wir wissen von K2 18b sehr genau, wie groß er ist. Wir wissen, welche Masse er hat. Wir wissen, dass er existiert. Das ist auch schon mal wichtig.
Jana Aber diese Frage, aus was der besteht. Das war jetzt eben ein Paper, was, glaube ich, dieses Jahr kam das letzte dazu raus von Medusadan und Co., die diese Hyacian-Welt, so nennen die das. Also es ist ein Mischwort aus Hydrogen und Ocean, weil Wasserstoffatmosphäre, Ocean Planet, sehr nach vorne getrieben haben.
Jana Warum haben sie das getan? Also diese ganze Idee, dass da eben dieser Ozean unter dieser Wasserstoffatmosphäre ist, das ist eine Möglichkeit für diesen Planeten, die konsistent wäre mit den Daten, die wir davon haben. Aber es ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit. Der Grund, glaube ich, warum das so gehypt wurde und auch warum ich diesen Planeten mir so gerne als Urlaubsziel raussuche, ist, das hast du wahrscheinlich auch mitbekommen, dass sie da dieses ominöse, DMS eventuell nachgewiesen haben.
Evi Wieder mal.
Jana Wieder mal. Also DMS ist Dimethylsulfid, das gilt generell als Biomarker und das bedeutet halt eigentlich Leben. Muss man ganz vorsichtig sein, weil nur weil etwas auf der Erde hauptsächlich von Leben hergestellt wird, heißt es nicht, dass es ausschließlich von Leben hergestellt werden kann. Aber es ist ganz interessant, auch als Pitch für den Urlaub, Dimethylsulfid ist das, was dem Meer seinen Geruch verleiht.
Jana Also wenn man ein Fan des Meeres ist und Meeresgeruch liebt, dann ist K2-8-ZB vielleicht der richtige Planet. Denn dort gibt es, wenn diese Messungen stimmen, was auch noch nicht ganz klar ist, deutlich mehr Dymethylsulfid als auf der Erde. Das heißt, es dürfte da überall sehr mehrig riechen.
Evi Oh, der Ocean oder so, oder?
Jana Genau, genau. Da gibt es bestimmt Parfums. Das Problem ist nur ein bisschen, auf der Erde wird Dymethylsulfid vor allem von Algen hergestellt. Deswegen ist das ein Biomarker, weil es von dem hergestellt wird. Dann kann es aber natürlich auch sein, dass wenn das wirklich alles so ist und es wirklich von Leben hergestellt wird.
Jana Dass man sich ein bisschen mit vielen Algen rumschlagen muss auf K2-18b. Es gibt ja auch Leute, die das ein bisschen eklig finden, wenn es da so rumalkt. Das kann ich jetzt natürlich leider nicht garantieren, dass da keine Algen sind. Aber es riecht immerhin schön nach mehr, wenn das wirklich da ist, dass die Methylsüte.
Jana Da muss man auch dazu sagen, für mich der größte Dämpfer auf der ganzen Geschichte ist, dass sie DMS auf, ich glaube es war sogar Churi, also auf einem Kometen nachgewiesen haben. Wo man sagt, na gut, da gibt es ja sicher keine Algen. Und dann gibt es wohl irgendeinen Mechanismus, der das ohne Leben herstellt.
Jana Ja, also es gibt eben diese Biomarker. Molekularer Sauerstoff ist eigentlich der berühmteste. Wo man sagt, das entsteht eigentlich nur durch Photosynthese. Und der Sauerstoff ist so instabil, dass wenn er nicht ständig nachgeliefert wird, dann verschwindet der aus einer Atmosphäre. Die Methylsulfid ist auch so ein Biomarker, aber es ist sehr, sehr unklar. Ich habe auch mir das damals das Paper sehr genau angeguckt. Ich weiß nicht, ob du die Messungen gesehen hast.
Jana Ja, also da sind halt enorme Fehlerbalken dran. Okay, ja, das ist schwierig. Es ist schwierig, aber es ist trotzdem interessant. Und ich finde eben diese. Ozeanwelt ganz besonders spannend, weil ich mir denke, das macht auch irgendwo Sinn. Wasser ist kein seltener Stoff im Universum. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Wasser flüssig zu halten, entweder durch Temperatur oder eben durch Druck.
Jana Und warum nicht ein ganzer Planet, der größtenteils oder der komplett von Wasser bedeckt ist? Also Urlaub auf K280b, wenn er so ist, wie man sich den vorstellt. Es riecht schön nach Meer. Man kann alle möglichen Ökonomien, Schwimm- und Segel- und Bootsaktivitäten dort machen. Sehr zu empfehlen. Ja, wie gesagt, vielleicht hat man ein bisschen mit Algen zu rechnen. Und wenn da Algen sind und der Ozean viele hunderte Kilometer tief sind, dann können natürlich vielleicht auch andere Dinge leben.
Jana Das würde ich auch ins Kleingedruckte schreiben.
Evi Ja, ich würde gerne sagen.
Jana Keine Garantie für irgendwelche Monster, die da aus der Tiefe kommen könnten.
Evi Oder auch in der anderen Richtung, dann nicht enttäuscht zu sein, wenn es keine Monster gibt.
Jana Das stimmt natürlich auch. Das ist vielleicht noch enttäuschender. Aber ich habe mir dann gedacht, als ich da recherchiert habe, eigentlich ist das die perfekte, Prämisse für so einen Horrorfilm. Also wenn ich Filmemacher wäre, würde ich mir das nehmen. Genau, fremder Planet, unendlich tiefer Ozean, Alien-Monster.
Jana Das ist doch eigentlich perfekt, oder? Was möchte man mehr?
Evi Ich weiß nicht, ich glaube, ich kann mir da schon ein bisschen Besseres vorstellen.
Jana Ich finde, bist du nicht begeistert von meinem Film?
Evi Nein, total.
Jana Da muss ich noch ein bisschen schleifen.
Evi Als Film kann ich mir das total gut vorstellen, aber ich glaube, im Urlaub werde ich da doch nicht dort machen.
Jana Ach so, im Urlaub. Ja, genau, das stimmt natürlich. Das steht auch nur im Kleingedruckten natürlich, dass es da vielleicht sein könnte. Riesige Monsterwellen, wie man sie vielleicht von Interstellar kennt, sind eher nicht so wahrscheinlich auf K2-18b, auch wenn es ein großer Ozeanplanet ist. Die großen Wellen bei Interstellar kommen ja vom Schwarzen Loch.
Evi Ja, das wollte ich dich nämlich eh noch fragen, ob es da so Gezeiten und so dann gibt, wie das da ist.
Jana Also wir wissen natürlich nicht, ob K2-18b Monde hat. Und theoretisch sind wir grundsätzlich in der Lage, sowas nachzuweisen, aber nicht 100 Prozent. Also es kann sein, dass wir ein Signal von einem Exo-Mond empfangen. Ich glaube, bisher haben wir es noch nicht geschafft. Wir haben nur ein paar Kandidaten bei anderen Exoplaneten, dass die eventuell Monde haben.
Jana Es geht dann auch über die Transitmethode, dass man eben so einen zweiten Mini-Dip sieht, sozusagen, wo dann der Mond am Stern vorbeigeht. Da fangen wir gerade an, in die richtige Sensitivität zu kommen. Also wenn K2-18b einen großen Mond hat, so wie wir, kann er natürlich vielleicht schon Gezeiten haben, Aber eben diese Monsterwellen, also ich habe sofort eben an Interstellaren, diese Wasserwelt denken müssen.
Evi Das war auch mehr ein erster Gedanke.
Jana Ja, genau. Also man kommt da sehr schnell drauf. Das ist aber ein, die sind ja, die laufen da ja rum. Ich weiß nicht, ob sie das dann damit erklären, dass dann eben diese Welle kommt, dass sich das Wasser so zurückgezogen hat. Und ob die Wasserschicht da nicht so tief ist, das weiß ich nicht ganz genau. Ob der so seicht war.
Evi Ja, das weiß ich jetzt auch nicht genau. Ja, ich glaube schon, dass er relativ seicht war.
Jana Weil sie laufen ja, also sie landen ja dann und dann gehen sie da in der Gegend rum.
Evi Ja, und dann warten sie da ja so.
Jana Die Physik dieser Monsterwelle ist auch ganz, ganz spannend. Da muss man vielleicht mal eine eigene Folge dazu machen, wie Sie das genau erklären. Ich weiß nicht, haben wir mal darüber gesprochen? Ich glaube schon, dieses schwarze Loch aus Interstellar, das ist ja mit, ich glaube sogar, Cap Thorne, also einem Physiker, zusammen entwickelt worden.
Jana Aber es ist schon von seinen Eigenschaften sehr grenzwertig, damit das alles so funktioniert für den Film.
Evi Das hat er aber auch gesagt. Also teilweise hat er sich natürlich stretchen müssen, damit der Dramaturgie entspricht und den Vorstellungen auch von Christopher Nolan. Prinzipiell ist in dem Film schon recht viel Physik da natürlich drinnen. Aber ich würde sagen, genau, da sprechen wir dann ein eigenes Mal.
Jana Da müssen wir mal anders drüber sprechen. Das ist ein ganz eigenes Thema. Ja, also K2-18b, vielleicht eine Ozeanwelt. Ich muss auch ins Kleingedruckte eben schreiben. Ist nur eine Möglichkeit. Es könnte auch sein, man kommt da an und stellt fest, oh, ist ein kleiner Neptun, also Gasplanet, auf dem man nicht so gut Urlaub machen kann.
Jana Oder leider die andere Möglichkeit, die wir haben, ist auch nicht so prickelnd. Und es könnte auch statt einem Ozean eine geschmolzene Magmaschicht unter der Atmosphäre auf einen warten. Also hier auch keine Garantie, natürlich.
Evi Ein ziemlich großer Disclaimer, oder?
Jana Ja. Aber zu was muss man leider rechnen, wenn man interstellar reist. Gibt es gewisse Ungewissheiten. Dafür kleiner Vorteil, den ich noch anbringen kann. K2-18b kreist um einen K-Zwerg. Ich bin sowieso großer K-Zwerg-Fan. Ich glaube, dass das die besten Sterne sind. Das muss ich vielleicht auch mal in einer anderen Folge erläutern.
Jana Katzwerge sind zwischen M-Zwergen, den kleinsten Sternen, und G-Sternen, die so sind wie die Sonne, so groß und heiß wie die Sonne. Und er ist in der habitablen Zone. Der Planet um K2-18b braucht 33 Tage für einen Umlauf. Da der Sterne K2-Katzwerk ist, ist die Strahlung nicht so intensiv. Also Sonnenbrand muss man sich jetzt nicht so die Riesensorgen machen.
Jana Besser zumindest als auf der Erde.
Evi Also man könnte Sonnencreme einpacken?
Jana Muss man nicht dringend. Das ist natürlich wahrscheinlich nicht schlecht, aber es ist für die Haut sehr gesund. Das Vorteil oder Nachteil darf man dann sehen, wie man will. Man geht davon aus, dass K2-18b höchstwahrscheinlich gravitativ gebunden ist. Das heißt, er zeigt seinem Planeten immer die gleiche Seite.
Jana Das heißt, wir haben eine Seite, wo ständig Tag ist und eine, wo ständig Nacht ist. Das könnte eventuell bei den Temperaturen ein paar Probleme hervorrufen.
Evi Beziehungsweise, wenn ich dann schlafen gehen will, muss ich auf die andere Seite des Planeten?
Jana Hinzugehen.
Evi Schon ein bisschen ein weiterer Weg dann immer so.
Jana Ja, oder man bleibt halt in der Zwielichtzone, in diesem Bereich, wo die Sonne ständig am Horizont steht.
Evi Das könnte eine romantische Stimmung sein, oder?
Jana Das könnte die durchgehend romantische Stimmung sein. Allerdings muss ich dann natürlich auch dazu sagen, im Kleingedruckten steht es dann wieder, wir haben natürlich Probleme mit eventuell großen Stürmen in dieser Zwielichtzone, weil es von sehr heiß zu sehr kalt geht. Aber romantische Stimmung, Candlelight Dinner, inklusive auf jeden Fall.
Evi Ja, da wenn die Candles dann aber eher ausgehen, wenn es so stürmisch ist. Also ich weiß nicht, an der Werbung für dein Urlaubsziel musst du noch ein bisschen arbeiten, glaube ich.
Jana Das stimmt, ja. Ich schaue es mir mal an, wenn wir jetzt gleich einen kleinen Werbeblock schalten, wie die das machen. Vielleicht lerne ich dann noch was dabei. Dann hören wir uns auch gleich wieder.
Evi Da sind wir wieder. Das heißt, wenn ich jetzt an einem Urlaubsplaneten eine Postkarte schicken möchte, dann tue ich mir wahrscheinlich eher schwer, oder?
Jana Ja, es wird schwierig. Also es braucht 124 Jahre, bis das auf der Erde wieder ankommt. Aber vielleicht ist es das Paradies auf Erden. Also vielleicht haben wir ja Hörerinnen, die nichts lieber machen, als in einem unendlichen Ozean, weit weg vom Alltag, sich aufzuhalten. Und man muss halt einfach ein bisschen Abenteuerlust mitbringen.
Jana So würde ich das bezeichnen.
Evi Ja, ich glaube, das ist die Voraussetzung für interstellares Reisen, oder?
Jana So ist es. Also das wäre mein Pitch. Ihr könnt ja mal uns schreiben, wer gerne Urlaub macht auf K218b. Machen wir eine kleine Reisegruppe und schauen mal, was uns erwartet.
Evi Also wer Jana begleiten möchte zu K218b, der kann sich gerne bei ihr melden. Oder ja, ihr könnt euch natürlich gerne generell bei uns melden. Wir freuen uns natürlich immer, wenn wir Post von euch bekommen mit allen möglichen Feedback oder Kommentaren. Dann könnt ihr uns gerne eine Mail schreiben, contactedkosmeklatte.at.
Evi Ihr könnt natürlich auch Kommentare hinterlassen auf kosmeklatte.at oder auf Spotify. Wenn ihr euch so bei uns bedanken wollt, ihr wisst, wir freuen uns immer sehr, wenn wir von euch kleine Spenden erhalten. Ich finde, das ist auch immer eine sehr schöne Form des Feedbacks. Vor allem, wenn sie etwas spenden, auch ein paar Grußworte hinterlassen und das freut uns immer sehr.
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Jana So ist es. Ansonsten bleibt nur zu sagen, schönen Sommer. Schmilzt nicht, passt auf euch auf. Und ich bin sehr gespannt, welche Reiseziele du, Eva und die Elke noch mitbringen.
Evi Wir werden sehen. Ich bin gespannt, was du zu meinem Reiseziel sagen wirst. Das hören wir dann beim nächsten Mal. Bis dann. Tschüss.
Jana Dann kopiere ich mal meine Notizen über deine, oder? wenn ich anfangen.
Evi Ja genau.
Jana Okay.
Evi Du bist das anonyme Lama bei mir.
Jana Ah ja, sehr gut.