Das Klima· Folge 150

DK150: Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich: Österreich und die Klimakrise

Montag, 11. August 2025 · 52 min

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Shownotes

Und: Wie ist es so, einen Klimabericht zu schreiben?
DK150: Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich: Österreich und die Klimakrise

Und: Wie ist es so, einen Klimabericht zu schreiben?

"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel.

In Folge 150 schließen wir die Reihe zum Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel ab. Wir reden mit Margreth Keiler und Daniel Huppmann, die als Co-Vorsitzende an der Verfassung des Berichts beteiligt waren und diskutieren die Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung. Und dann haben wir noch ein paar Fragen zum Abschluss.

Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: steadyhq.com/de/dasklima und paypal.me/florianfreistetter.

Hier ist der Link zur Zusammenfassung für politische Entscheidungsfindung (aar2.ccca.ac.at/zusammenfassung).

Abschlussgespräch zum Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel

Daniel Huppmann (iiasa.ac.at/staff/daniel-huppmann) war schon zweimal zu Gast bei uns und bei seinem dritten Besuch hat er Margreth Keiler (uibk.ac.at/de/geographie/personal/keiler) von der Uni Innsbruck mitgebracht. Die beiden sind, zwei der vier Co-Vorsitzenden des Zweiten Österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel (AAR2). Gemeinsam ziehen wir ein Resümee, schauen uns die Zusammenfassung für politische Entscheidungsfindung (aar2.ccca.ac.at/zusammenfassung) an und geben Einblicke in die Entstehung, den Inhalt und die Zielsetzung des Berichts.

Noch viel ausführlicher haben die beiden über ihre wissenschaftliche Karriere und den Bericht in Folge 107 des Science Buster Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io/109-wie-beanr…) gesprochen.

Fünf Leitfragen als Struktur

Die Zusammenfassung ist in fünf Abschnitte gegliedert, die jeweils eine zentrale Frage beantworten:

A – Ist Österreich auf Kurs zur Klimaneutralität?

Der aktuelle Trend zeigt sinkende Emissionen um rund sieben Prozent pro Jahr, doch diese Entwicklung reicht nicht aus, um die Ziele für 2030 und 2040 zu erreichen. Vor allem für das Ziel der Klimaneutralität 2040 ist Österreich laut Projektionen derzeit nicht auf Kurs.

B – Wie wirkt sich die Erderhitzung in Österreich aus?

Die Zusammenfassung zeigt sowohl bereits beobachtete Veränderungen als auch Zukunftsprojektionen. Zentrale Themen sind Hitze, Dürren, Hochwasser, Vegetationsveränderungen, Biodiversitätsverluste und Kaskadeneffekte. Schäden könnten sich in Zukunft auf bis zu 10 Milliarden Euro jährlich summieren. Besonders betont wird der Gesundheitssektor als ein oft unterschätztes Schlüsselrisiko.

C – Welche Optionen gibt es zur Emissionsvermeidung?

Windkraft und Photovoltaik bieten das größte Potenzial, fossile Energieträger zu ersetzen. Wo Elektrifizierung nicht möglich ist, sollen klimaneutrale Kraftstoffe wie E-Fuels oder grüner Wasserstoff eingesetzt werden. Diese müssen jedoch überwiegend importiert werden, da der Ausbau erneuerbarer Energie in Österreich begrenzt ist.

D – Wie kann Österreich die Emissionsreduktionsziele erreichen?

Ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen ist nötig: Ausbau erneuerbarer Energien, Stärkung der Energieeffizienz und gezielter Einsatz klimaneutraler Kraftstoffe. Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich, um langfristige Infrastruktur- und Systemänderungen rechtzeitig umzusetzen.

E – Welche Politikmaßnahmen unterstützen eine gerechte Klimagovernance?

Strukturelle Hürden müssen abgebaut und klare rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend – Maßnahmen müssen sozial gerecht sein und besonders einkommensschwache Haushalte berücksichtigen. Der Bericht zeigt zudem auf, dass Klimaschutz viele positive Nebeneffekte wie bessere Gesundheit und höhere Lebensqualität bringt.

Reaktionen und Wirkung

Aus Politik und Öffentlichkeit kommt überwiegend positives Feedback. Es gibt Anfragen für Vorträge und Beteiligungen an Steuerungsgruppen, auch über Österreich hinaus. Wie viel davon tatsächlich in konkrete Maßnahmen einfließt, bleibt jedoch abzuwarten.

Persönliche Bilanz der Co-Vorsitzenden

Trotz der intensiven und teils stressigen Arbeit würden Daniel und Margreth das Projekt wieder angehen. Positiv war auch der wissenschaftliche Nebeneffekt: eine engere Vernetzung innerhalb der Community und neue gemeinsame Projekte.

Wichtigste Botschaften

Welche Aussage finden Margreth und Daniel am wichtigsten? Diese hier:

Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich – und wir wissen, welche es sind. Richtig umgesetzt, bringen sie zahlreiche Vorteile für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.

Schlüsseldiagramme
Wir haben die beiden zum Abschluss noch gefragt, welche Abbildungen sie am wichtigsten finden:
Daniel empfiehlt Abbildung 1 (aar2.ccca.ac.at/chapter/SPM/de/AAR2_fig-spm-1-…) aus der Zusammenfassung, die die Entwicklung der Emissionen seit 70 Jahren sowie mögliche Zukunftsszenarien zeigt.

Margreth verweist auf das Burning-Ember-Diagramm (aar2.ccca.ac.at/chapter/SPM/de/AAR2_fig-spm-5-…), das verdeutlicht, wie Schlüsselrisiken mit steigender globaler Temperatur zunehmen.

Transparenz-Hinweis
Die Podcastfolgen zum Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel sind in Zusammenarbeit mit dem Koordinationsteam des AAR2 entstanden und wurde vom Klima- und Energiefonds finanziell unterstützt.
Live Shows
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Werbung und Unterstützung

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Kontakt und weitere Projekte

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Florian Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen österreichischen Sachstandsbegriff zum Klimawandel jeden Montag. Und diesmal nicht mit Claudia Frick, denn Claudia ist krank. Auch das kommt ab und zu vor. Aber dafür bin ich nicht alleine, sondern mit zwei Gästen, mit Daniel Huppmann und mit Margret Keiler.

Florian Und wer das ist, werden wir gleich erfahren, beziehungsweise ihr wisst das ja eh schon, weil wir es in der letzten Folge erzählt haben. Zuvor sage ich noch ganz kurz, was wir in der letzten Folge gemacht haben. Das letzte Kapitel des zweiten österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel haben wir besprochen.

Florian Da ging es darum, wie man Österreich klimaneutral transformieren kann. Es ging um Transformationspfade und wir haben festgestellt, es ist nicht einfach. Es ist viel Arbeit, aber es ist möglich. Österreich könnte klimaneutral werden, wenn man sich richtig anstrengt. Und wenn ihr wissen wollt, wie man sich anstrengen muss, dann hört euch letzte Folge an, beziehungsweise diese Folge, weil da werden wir auch ein bisschen über das reden. Wir haben jetzt eine Art Abschlussfolge.

Florian Wir haben jetzt acht Kapitel durchbesprochen des Berichts. Wir haben alle acht Kapitel des Berichts durchbesprochen, aber wir haben gesagt, zum Abschluss reden wir nochmal mit zwei der vielen, vielen Leuten, die diesen Bericht verfasst haben. Wir reden mit zwei der vier Co-Vorsitzenden des zweiten österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel.

Florian Wir reden mit Daniel Huppmann, den kennt ihr schon aus der Einleitungsfolge bzw. Aus der allerersten Folge dieses Podcasts. Und wir reden mit Margret Keiler, die ebenfalls einer der Co-Vorsitzenden des Sachstandsberichts ist. Und die beiden, die werden jetzt ein bisschen diese Podcast-Folgenserie beenden.

Florian Und wer mehr wissen will über den Werdegang von Margret und Daniel und ihre wissenschaftliche Arbeit, kann gerne in die Sciencebuster-Podcast-Folge hineinhören, wo die beiden gemeinsam mit Martin Puntigam sehr ausführlich nicht nur über den Sachstandsbericht, sondern auch über ihre wissenschaftliche Arbeit gesprochen haben.

Florian Und weil die beiden da in diesem Podcast schon so ausführlich darüber gesprochen haben, machen wir das jetzt hier nicht. Und ich beschränke mich darauf, die beiden zu begrüßen. Hallo Margret, hallo Daniel.

Margreth Hallo, grüß dich.

Daniel Hallo.

Florian Ihr zwei habt maßgeblich dafür gesorgt, dass dieser Bericht, den wir jetzt acht Folgen lang durchbesprochen haben, existiert. Da sage ich mal danke dafür. Das war sicher viel Arbeit. Und wir haben in diesem Bericht alles durchbesprochen, was in den acht Kapiteln steht, aber es gibt ja noch mehr als die acht Kapiteln.

Florian Was gab es denn noch außer den acht Kapiteln des Berichts selbst, was ihr an Text quasi produziert habt?

Margreth Wir haben eine Zusammenfassung für Entscheidungstrangende geschrieben, für die Entscheidungsfindung, wo wir diese Inhalte aus diesen acht Kapiteln aus der Perspektive oder aus unserer Perspektive, was wir glauben, Informationen für die Entscheidungsfindung, damit erfüllen. Dieses Wissen, eine gute Basis für die Umsetzung, dann ist zusammengefasst und wo wir aktuell gerade noch bei den letzten Schritten sind, das haben wir noch nicht ganz fertig, ist eine wissenschaftliche Zusammenfassung, wo nachher noch mehr Details drinnen sind für jene, die bestimmte Aspekte genauer anschauen wollen und die basiert auf die acht Kapitel.

Florian Okay, also es gibt dann quasi die leichte Version und die ein bisschen schwierige Version und dann die Hardcore-Version des gesamten Berichts, wenn man so will. Also da kann man sich langsam heranthast. Diese Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung, wie es offiziell heißt, das ist das, wo ihr gesagt habt, das hätten wir gern, dass die politischen Entscheidungsfinder und Finderinnen das lesen und idealerweise auch berücksichtigen.

Florian Oder habt ihr denn eine andere Zielgruppe auch noch im Sinn gehabt?

Margreth Also es sind unterschiedliche Zielgruppen dabei. Es ist jetzt nicht für die allgemeine Öffentlichkeit, sondern man braucht schon etwas Wissen, damit man das einordnen kann. Aber wir haben das strukturiert nach Themen, damit man sich besser orientieren kann. Versucht das zusammenzufassen. Firmen, Organisationen wie bei uns die Arbeiterkammer oder die Wirtschaftskammer, die Landesregierungen können das verwenden und damit sie eine Basis haben und nicht jedes Mal jede Studie suchen müssen, sondern einen guten Überblick haben und eine Bewertung, wie die Wissenslage ist.

Florian Ich habe das ja auch gelesen, diese Zusammenfassung. Und man kann das schon auch sich anschauen, wenn man weder eine Firma noch eine Landesregierung noch eine Kammer ist. Also man kann auch als normalsterblicher Mensch da reinschauen. Das ist ja auch möglich. Ich habe das ja alles natürlich veröffentlicht, frei zugänglich für alle, die wollen.

Florian Und es ist jetzt nicht so schwierig, das zu verstehen, wenn man sich auf die fettmarkierten Überschriftenteile konzentriert. Ich habe das ja wirklich sehr schön aufgearbeitet, diese Zusammenfassung da und es ist alles in Abschnitte eingeteilt und die Hauptaussage aus jedem Abschnitt ist fett markiert und wenn man nur diese Sätze liest, dann sind die eigentlich halbwegs verständlich und man bekommt einen guten Abschnitt.

Florian Eindruck davon, was denn der Sachstandsbericht will und was er tatsächlich auch aussagt. Also das kann ich allen, die den Podcast hören, weil das sind ja vermutlich Leute, die sich interessieren dafür, empfehlen, wenn ihr den ganzen Bericht nicht lesen wollt, was ich verstehen kann, dann lest zumindest das, das lohnt sich.

Daniel Oder zumindest einen Teil davon. Es ist ja strukturiert in verschiedene Abschnitte, die verschiedene Fragen beantworten und man kann ja mal sich überlegen, welche von diesen fünf Fragen ist die, die mich am meisten interessiert und dort fängt man mal an zu lesen und schaut, wie weit man dann kommt.

Florian Ganz genau. Das ist nämlich auch etwas, was ich sehr schön fand. Ihr habt diese fünf Abschnitte der Zusammenfassung in Form von Fragen strukturiert. Es gibt fünf Kapitel dieser Zusammenfassung, wenn man so will, die unter der Überschrift von fünf Fragen stehen. Und ich habe gedacht, naja, dann machen wir doch diese fünf Fragen durch und ich frage euch, was ihr für Antworten in diesem Bericht auf diese fünf Fragen habt.

Florian Und wir fangen an mit Abschnitt A und die Frage da lautet, ist Österreich auf Kurs zur Klimaneutralität? Sind wir auf Kurs zur Klimaneutralität? Das kommt darauf an.

Daniel Welchen Zeitraum man betrachtet und wir haben darüber ja sehr viel auch intern bei der Entwicklung dieser Zusammenfassung diskutiert. Wenn man sich jetzt allein die Emissionen der letzten Jahre anschaut, sieht man, dass die Emissionen jedes Jahr gesunken sind, um etwa sieben Prozentpunkte pro Jahr und würde das einfach so weiter extrapoliert werden, dann wären wir wunderbar auf Kurs zur Klimaneutralität.

Daniel Das Problem ist, dass wir halt nicht genau in derselben Ambition weitermachen werden. Und wenn man sich dann 2030 anschaut, da gibt es die EU-Ziele, wo wir uns verpflichtet haben, die zu erreichen. Minus 48 Prozent der Nicht-ETS-Emissionen in Österreich. Da fehlen uns etwa 10 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bis 2030.

Daniel Da fehlt ein gutes Stück. Und wenn man dann weiter hinaus schaut bis 2040, da fehlt uns dann noch einmal um einiges mehr. Also dieses Ziel, das sich die Bundesregierung gesetzt hat, Klimaneutralität 2040, sind wir nach den derzeitigen Projektionen des Umweltbundesamts nicht auf Zielkurs.

Florian Aber wir können auf Kurs zur Klimaneutralität noch kommen.

Daniel Das geht dann in den späteren Abschnitten der Zusammenfassung hinein. Der erste Abschnitt soll einmal klarstellen, wo stehen wir jetzt? Wo sind die Emissionsreduktionen der letzten Jahre? Woher kommen die? Und wie würde es ausschauen, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher? Und wo sind die großen Emissionstreiber in den verschiedenen Sektoren?

Florian Dann machen wir am besten gleich weiter mit der nächsten Frage. Der Bericht beschäftigt sich ja nicht nur mit der reinen Frage Klimaneutralität, Politik und so weiter, sondern es geht auch um das, an was man meistens denkt als erstes, wenn man über Klimakrise und so weiter redet. Da geht es um das, was mit der Welt, mit dem Wetter und so weiter passiert, was mit uns passiert und deswegen steht Abschnitt 2 unter der Frage, wie wirkt sich die Erderhitzung in Österreich aus?

Florian Weil egal, ob wir jetzt auf dem Weg zur Klimaneutralität sind oder nicht, wir haben aktuell schon eine entsprechende höhere Temperatur in Österreich, als es normalerweise gewesen wäre, wenn wir nicht so viele Treibhausgase in die Atmosphäre geschickt hätten und das hat Auswirkungen und diese Auswirkungen, die sind das Thema des Abschnitts. B.

Florian Und wie würde man jetzt die Auswirkungen der Erderhitzung auf Österreich kurz zusammenfassen, außer es ist nicht so toll?

Margreth Das ist schon mein erster wichtiger Punkt. Es zeigt einerseits die Veränderung, was wir schon beobachten können, dass Klimawandel stattfindet und welche Schäden dadurch oder Folgen, Klimafolgen dadurch entstehen, wird aufgezeigt und dann auch die Perspektive in die Zukunft. Also wenn wir ein globales Erwärmungsniveau von 3 Grad, 4 Grad erreichen, was bedeutet das einerseits Hitze, Dürren, was wir angeschaut haben, aber auch bei den Niederschlägen, wie verändern sie dich und was bedeutet das dann hinsichtlich der Risiken.

Margreth Das ist ein Schwerpunkt, wo wir übergreifend über die Kapitel erarbeitet haben, welche Schlüsselrisiken sind, das heißt Schlüsselrisiken in dem Kontext, wo gibt es sehr gravierende Veränderungen und wo haben wir auch Herausforderungen bei der Anpassung und da haben wir halt. Dürren angeschaut, Hochwasserüberschwemmungen sind da dargestellt.

Margreth Was sind die Folgen in dem Bereich? Wie verändert sich jetzt die Vegetation? Was heißt das für die Biodiversität? Was heißt das für unsere Seen, die Seentemperaturen? Und auch diese Kaskadeneffekte, welche folgen, wenn sich ein Bereich verändert, bedeutet das für andere? Das heißt, es ist herausgearbeitet worden, wo sind kritische Punkte?

Margreth Wo haben wir jetzt schon Schäden? Das sind jetzt schon sehr große Schäden und wenn wir dann das weiterentwickeln, dann sind das 10 Milliarden Euro pro Jahr, was wir als Schaden erwarten müssen. Und das ist aufgezeigt in dem Kapitel, das ist ein Punkt, also Klimafolgen, dann was sind die Risiken und der dritte ist dann, welche Anpassungsmöglichkeiten haben wir?

Margreth Wo sind wir gut, wo kann man schon was machen? Was brauchen wir dazu, dass wir uns wirklich anpassen können? Welche Ressourcen? Was heißt das für die Gemeinden? Was heißt das für die unterschiedlichen Sektoren? Aber wo stößen wir vielleicht auch an die Grenzen der Anlassungen?

Florian Das Konzept der Schlüsselrisiken, das haben wir auch schon im IPCC-Bericht des Weltklimarates gesehen. Ich weiß, es ist eine nicht ganz wissenschaftliche Frage vielleicht, weil in der Wissenschaft geht es ja darum, dass man gerade beim Klima mit Wahrscheinlichkeiten und Modellierungen arbeitet. Aber gibt es ein Risiko, wo man sagen kann, das ist das Risiko für Österreich, das ist das größte Risiko, oh, das ist das Risiko Nummer eins.

Florian Oder wollte ich sowas gar nicht beantworten, weil ich sage, wir haben extra die Schlüsselrisiken rausgesucht, um zu sagen, das sind die Bereiche, die man sich anschauen muss und das sind die Wahrscheinlichkeiten. Oder kann man sagen, das ist das Ding für Österreich, das macht uns am meisten Sorgen?

Margreth Also ich würde das Gesundheitssektor herausnehmen, weil das am wenigsten bewusst ist. Mein Fachbereich ist ja Naturgefahren und wir haben gerade nach der veröffentlichten, Nurgangereignisse gehabt, wo es zu Sachschäden und nicht zu Personenschäden kommen ist, zum Glück. Aber wir haben gleichzeitig auch eine Hitzewelle gehabt.

Margreth Und bei der Hitzewelle können wir nicht wirklich die Toten zuordnen. Oder was sind die Auswirkungen? Und durch das ist meiner Ansicht nach hier das Bewusstsein nicht so vorhanden, wie jetzt bei anderen Bereichen, wenn wir jetzt eine Überschwemmung haben, ein Murgangsturzbereich kommt oder wenn durch das die Infrastruktur, also zum Beispiel die Brennautobahn unterbrochen ist.

Margreth Das hat gravierende Auswirkungen. Wir haben auch Biodiversitätsverlust, wenn wir die Pflanzen jetzt im hochalpinen Bereich, die kälteliebend sind und es wird immer wärmer. Die werden auch von jenen, die besser mit der Wärme umgehen, von den Pflanzen verdrängt. Das ist ein Verlust, weil das sind hier idemische Pflanzen und die kommen nichts woanders vor. Also, Da haben wir sehr unterschiedliche Wahrnehmungen. Deswegen würde ich nicht sagen, das ist das hauptsächlich. Wir können sagen, okay, da haben wir größere Schäden.

Margreth Das würde uns sozial ein großes Problem sein. Und da haben wir sehr viele Folgewirkungen. Es ist extrem vielfältig. Es ist in allen Bereichen eigentlich vorhanden. Und es kann sehr gravierend werden, wenn wir uns zum Beispiel auch mit Dürre, Wasserknappheit, Trinkwasser, aber auch für die Landwirtschaft sehen.

Margreth Das hat sehr weitreichende Ausrechnung. Also du siehst an meinen Antworten. Ich möchte mich nicht auf eins reduzieren, aber ich glaube, der Gesundheitssektor, das ist ein Riesenproblem und hier ist das Bewusstsein am geringsten.

Florian Ja, das habe ich auch damals, wie ich den IPCC-Bericht mit Claudia durchbesprochen habe, festgestellt, dass da erstaunlich viel Gesundheit drin war in den Themen und auch im österreichischen Bericht gab es ja auch viele Abschnitte, die sich mit dem Thema beschäftigen und das ist etwas, was man tatsächlich nicht so auf dem Schirm hat, dass da jetzt nicht nur die Gefahr besteht, dass man vielleicht im Hochwasser ertränkt oder eben anderen so klischeehaften Gefahren, sondern dass allein die Tatsache, dass es wärmer wird, wirklich ein Problem für die Gesundheit ist in vielerlei Hinsicht, psychische Auswirkungen und so weiter.

Florian Also das hat mich damals, als ich das erste Mal erfahren habe von der Verbindung, sehr beeindruckt im negativen Sinn. Und da wundert es mich, dass die Klimakommunikation noch nicht diesen Hebel so sehr benutzt, wie man ihn vielleicht benutzen könnte, über die Gesundheit zu gehen. Weil da werden alle Menschen direkt aufmerksam, weil für Gesundheit interessieren wir uns.

Daniel Aber es sind eben nicht direkt wahrnehmbare und zuordnbare Gesundheitsrisiken. Wenn man vom Steinschlag oder bei einer Mure verschüttet wird, dann weiß man, okay, das war die Mure im schlimmsten Fall. Wenn es einem halt schlecht geht, weil es gerade eine Hitzewelle über dem Land liegt, dann kann man das halt nicht so direkt im Klimawandel zuordnen.

Daniel Und damit ist es halt viel schwieriger, kommunikativ diesen Connex herzustellen.

Florian Es ist auf jeden Fall ein interessantes Thema. Da müssen wir vielleicht nochmal eine eigene Sendung später darüber machen. Deswegen gehen wir am besten zu einer anderen Frage über, welche Optionen stehen zur Vermeidung von Emissionen zur Verfügung? Was tun wir denn? Ich kann mich erinnern aus dem Sachstandsbericht, dass da eine Grafik drin war, die im Wesentlichen sagt, Windenergie ist super.

Florian Mit Windenergie geht enorm viel weiter, aber vermutlich gibt es noch mehr darüber zu sagen.

Daniel Es ist tatsächlich dieselbe Grafik, über die Claudia und du letzte Woche sehr ausführlich geredet haben. Die Zusammenfassung fasst sich ja zusammen aus den Grafiken und Inhalten der einzelnen Kapitel und diese Grafik und auch Abschnitt C der Zusammenfassung kommt zu einem sehr großen Teil aus Kapitel 8.

Daniel Also welche Technologien stehen uns zur Verfügung, um unsere Emissionen zu reduzieren? Und das ist zu einem sehr großen Teil Windenergie und die Photovoltaik. Würden wir das einfach so schnell wie möglich ausbauen, dann könnten wir sehr viele fossile Energieträger im Verkehr, in der Raumwärme ersetzen.

Daniel Und das würde mal einen massiven Hebel bringen, um unsere CO2-Emissionen zu reduzieren. Wichtig ist dann auch nicht die Nachfrageseite zu vergessen, also auch direkt in der Industrie, im Mobilitätssektor gibt es dann einzelne Optionen, wie man die Emissionen reduzieren kann und das ist in dieser einen Grafik zusammengefasst.

Florian Also wir müssen elektrifizieren und das reicht aber allein vermutlich noch nicht.

Daniel Das reicht alleine nicht. Man muss überall, wo es geht, elektrifizieren und da, wo es nicht möglich ist, auf andere klimaneutrale Kraftstoffe ausweichen. Wichtig ist, raus aus den fossilen. Die große Frage ist, wo werden diese Kraftstoffe, also E-Fuels, dann tatsächlich herkommen? Wo wird der grüne Wasserstoff herkommen? Und das ist etwas, was unser österreichischer Klimasachstandsbericht nicht wirklich beantworten kann, weil die österreichischen Energiesystemmodelle ja nur sagen, wir importieren das.

Daniel Aber ob sich die globalen Lieferketten für grünen Wasserstoff, für E-Fuels dann tatsächlich in den nächsten zehn Jahren aufbauen werden, sodass wir das importieren können, das werden wir sehen. Und das ist halt auch die Verantwortung der Politik, national, international, sicherzustellen, dass diese Optionen zur Verfügung stehen.

Florian Also wir müssen das fix importieren. Wir können ja nicht sagen, wir machen das selber.

Daniel Dann bräuchten wir halt noch viel mehr Windräder, um grünen Wasserstoff oder E-Fuels herzustellen. Und wenn man sich anschaut, was es jetzt schon an Widerstand gegen Windenergieausbau gibt, wenn man sich anschaut, was notwendig wäre, um alleine die zum Beispiel E-Mobilität-Elektrifizierung zu ermöglichen, was man da an Wind braucht, ist es einfach sehr unrealistisch, dass wir dann noch viel mehr Windenergie ausbauen werden, um so viel erneuerbaren Strom zu haben, um dann nebenbei auch noch E-Fuels produzieren zu können.

Florian Okay, dann hoffen wir, dass die anderen das machen. Ich hoffe, dass das auf EU-Ebene irgendwie koordiniert wird.

Daniel Ja, der Green New Deal der EU, der jetzt umbenannt wurde in den Clean Industrial Deal, der hat schon sehr viel in diese Richtung getan. Und das Interessante ist ja, dass auch in den USA, wo derzeit Klimapolitik kurz und klein geschlagen wird, diese Aspekte verfolgen, bis jetzt noch verschont wurden. Also grüner Wasserstoff, diese Förderprogramme laufen derzeit noch weiter. Die wurden noch nicht eingestampft.

Florian Aber dafür bauen sie einen Atomkraftwerk auf dem Mond, habe ich heute gelesen.

Daniel Ja, was soll man noch sagen? Es tut halt weh, wenn man die Nachrichten aufmacht und sich denkt, wir versuchen hier sinnvolle Sachen zu schreiben und wir werden einfach konterkariert von irgendwas.

Margreth Aber wichtig ist halt, dass man auch die Infrastruktur braucht, um diesen Strom, wo immer auch produziert wird. Du hast ja in Folge 4 gut dargestellt im Westen von Österreich und ich komme aus dem Westen, haben wir noch keine Windräder. Es ist diskutiert. Ich bin gespannt, ob wir das jetzt in Zukunft hinbekommen, zu sagen, wir wollen keine Wasserkraftwerke, wir wollen keine Windräder, wir wollen die Natur schützen und wir müssen da gleich einen Nutzungskonflikt finden, eine Lösung, wo ist das Beste, weil wir sehen aktuell auch nicht den Trend, dass wir weniger Strom verbrauchen.

Margreth Weil das wäre das andere, was wir brauchen würden.

Florian Ja, ich glaube eher, wir werden mehr Strom brauchen in Zukunft für alles Mögliche.

Margreth Und dafür brauchen wir auch die Infrastruktur. Und wenn wir uns dann in der Abhängigkeit jetzt geben von E-Fulls zu importieren, ist die Frage, wie gut ist diese Abhängigkeit? Wir wollen ja von den fossilen Brennstoffen weg. Also wir müssen überlegen, wo können wir selbst viel bestimmen? Und das sollte mit ein Entscheidungsgrund sein, in welche Richtung wir dann unsere Klimapolitik machen wollen.

Florian Genau, und das ist dann auch schon wieder Abschnitt D der Zusammenfassung. Das ist sehr verwandt mit Abschnitt C vermutlich thematisch, denn da lautet die Frage, wie kann Österreich die Emissionsreduktionsziele erreichen?

Daniel Genau, und ich gehe jetzt mal kurz auf die Meta-Ebene und versuche den Spannungsbogen zu erklären, den wir uns für diese Zusammenfassung überdeckt haben. Wir fangen sehr groß an. Was ist der Status Quo? Sind wir derzeit auf Kurs? Dann geht es mehr und mehr ins Detail, wie die Margret gerade erklärt hat, die einzelnen Risiken.

Daniel Und dann sehr ins Detail, das sind die einzelnen Optionen in Abschnitt C. So viel kann Wind leisten, so viel kann PV leisten, so viel kann E-Mobilität leisten. Da sind wir jetzt quasi ganz drinnen in den Details. Und jetzt gehen wir wieder nach oben und kommen wieder zurück zur Gesamtperspektive. Und das ist in Abschnitt D, wo wir uns anschauen, wie können diese einzelnen Optionen aus Abschnitt C zusammengefasst werden zu Transformationspfaden hin zur Klimaneutralität.

Daniel Also wieder ähnlich wie das, was ihr in Kapitel 8 letzte Woche besprochen habt. Wie können Wind und PV und Stärkung der Energieeffiziente und Importe von grünen erneuerbaren Treibstoffen zusammenspielen sodass es bis 2040 keine CO2-Emissionen netto in Österreich mehr gibt.

Florian Genau, und ich habe mir einen Satz aus Abschnitt D rausgeschrieben, der lautet, sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich. Also das war jetzt ein bisschen verkürztes Zitat, da stand noch mehr drin. Sofortige Maßnahmen, die über die derzeitigen politischen Maßnahmen hinausgehen, sind dringend erforderlich, um die Drehkeit in Schlüsselsektoren wie Energie, Industrie, Wohnen und Mobilität zu überwinden.

Florian Aber sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich, ist glaube ich eine zulässige Verkürzung.

Daniel Das ist absolut zulässig, weil was Abschnitt D ja auch zeigt, ist, dass es hier um Infrastrukturen geht, um Anpassung von Lieferketten, um eine Änderung unseres Energiesystems. Und das passiert halt nicht von heute auf morgen. Und wenn ich mir denke, ich habe eh noch 10, 15 Jahre Zeit, ich warte jetzt nochmal 10 Jahre, dann ist das halt die Pechvogelstrategie, weil dann wird man in 10 Jahren draufkommen, dass man halt jetzt immer noch 15 Jahre braucht.

Daniel Und deswegen ist es ganz wichtig, jetzt schon die Weichen zu stellen, damit dann die Unternehmen in den nächsten Jahren in grüne Technologien investieren können, dass wir unsere Städte klimaneutral umbauen, dass wir aktive, nachhaltige Mobilität ermöglichen. Das passiert ja alles nicht von heute auf morgen, sondern es braucht Vorlaufzeit.

Daniel Und deswegen ist es wichtig, dass wir jetzt sofort die Maßnahmen setzen, damit wir dann in fünf bis zehn Jahren auf dem Kurs zur Klimaneutralität sein können.

Florian Apropos aktive, nachhaltige Mobilität. Ich bin aus meiner Heimatstadt Baden hierher gekommen. Das ist gar nicht so weit weg. Das sind keine Ahnung 20 Kilometer. Aber trotzdem, wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen hätte wollen, dann hätte ich zuerst einmal nach Wien rein und dann wieder von Wien zurück in die Gegenrichtung, weil das ansonsten nicht funktioniert.

Florian Und deswegen bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Das war schneller als mit dem Zug. Da wäre noch Verbesserungspotenzial für die nachhaltige, sinnvolle Mobilität, weil ich habe kein Auto, aber wenn ich mir den Fahrplan angeschaut hätte, dann hätte ich gesagt, ja, fahre ich mit dem Auto hin, die 20 Kilometer, aber ich habe kein Auto, also bin ich mit dem Fahrrad gefahren.

Florian Aber die Entscheidung sollte eigentlich gar nicht fallen, weil es sollte immer simpler und einfacher sein, mit den Öffis irgendwo hinzukommen. Da sind wir schon wieder beim nächsten Thema, weil ich kann jetzt hier keine Zuglinie bauen. Also ich könnte schon, da müsste ich sehr, sehr viel Geld haben, aber normalerweise ist fürs Bauen von Bahnstrecken und sowas der Staat zuständig und das ist der letzte Abschnitt in der Zusammenfassung für politische Entscheidungsfindung.

Florian Das ist ja auch politische Entscheidungsfindung, deswegen muss es irgendwo auch in Politik gehen und da lautet die Frage, welche Politikmaßnahmen können effektive und gerechte, sozial ausgewegene Klimagovernance unterstützen? Das ist quasi das, wo ich mir denke, das ist jetzt das, wo ihr reingeschrieben habt, was ihr von der politischen Entscheidungsfindung erwartet.

Margreth Ja, wir haben einerseits in diesem Abschnitt aufgezeigt, was der Abbau struktureller Hürden für eine klimawirksame Politik ist. Das heißt, was müssen wir zur Verfügung stellen, dass wir das überhaupt umsetzen können. Und das sind einmal, dass wir den rechtlichen und organisatorischen Rahmen setzen, dass der vorhanden ist. wie Daniel gerade vorher gesagt hat, die Unternehmen brauchen, wohin gehen wir.

Margreth Der Unsicherheit, geht jetzt Österreich in diese Richtung oder wird die Klimapolitik so anschauen, da sind wir schon sehr lange, ist sehr schlecht. Weil wenn sie wissen, das ist das Ziel, dann können sie sich orientieren. Wenn nicht, dann wissen sie nicht, wohin sie investieren sollen und investieren gar nicht, wenn wir jetzt die Politik anschauen.

Margreth Aber das Gleiche ist auch der Vergleich zu den Ländern und Gemeinden. Also wir haben aktuell eine Situation, wo der Bund, was vorgibt, das wird nach Detail in die Länder umgesetzt. Wenn die das aber nicht erreichen, also wenn wir unsere Ziele nicht erreichen in der Emissionsreduktion, dann muss der Bund wieder zahlen.

Margreth Und da wäre eine Forderung, eine klarere und transparente Richtlinie zu machen und dass auch jene, die die Entscheidung treffen, die Verantwortung tragen. Also da gibt es sehr viele Bereiche, wo man hier arbeiten kann. Also einmal rechtlich, was haben wir, welche Richtung wollen wir gehen. Aber wichtig ist, wenn wir jetzt die Klimapolitik machen, dass wir die Gesellschaft mitnehmen.

Margreth Und der Bericht hat ja gezeigt, dass jene, die ein geringeres Haushaltseinkommen haben, weniger Emissionen produzieren als jene, die im oberen Bereich der Einkommenbereich sind. Aber die Auswirkungen treffen jene, die muss eigentlich wenig Emissionen produzieren. Die sind viel stärker davon betroffen, können dann sich auch nicht leisten, die Anpassungsmaßnahmen zu machen und so weiter. Und das heißt, wenn die nur negative Wirkung haben, dann wird die Gesellschaft nicht mitgehen, ein Großteil.

Margreth Und da sind aufgezeigt, was brauchen wir als Gesellschaft, was brauchen wir für die Organisationen, um das umzusetzen, wo sind klimaschädliche Förderungen, wie müssen wir das machen, dass wir eine sozial gerechte Klimapolitik machen und der Großteil der Bevölkerung das eigentlich mitträgt. Und da haben wir auch versucht herauszuarbeiten, wenn wir Emissionen reduzieren, hat das sehr viele positive Effekte für die Gesellschaft hier lokal, nicht nur global, dass wir weniger Emissionen haben, sondern hier für die Gesundheit, für die Lebensqualität, dass das eigentlich eine Win-Win-Situation sein kann und wir brauchen aber den Mut, diese Veränderungen zu machen. Und das zeigt dieses Kapitel auf.

Florian Ja, ich habe heute auch einen Satz markiert, was du im Wesentlichen gerade erklärt hast. Der Satz aus dem Teil E lautet, die gesellschaftliche Akzeptanz von Maßnahmen trägt wesentlich zu deren wirksamer Umsetzung bei. Das ist natürlich logisch, aber es ist auch der Knackpunkt, weil klar ist es eine Win-Win-Situation.

Florian Das haben wir auch in den letzten Folgen schon besprochen, dass es aus vielen, vielen Gründen gut ist für alle möglichen Menschen, aus allen möglichen Gründen, wenn wir das tun, was für die Klimaneutralität notwendig ist. Aber andererseits, selbst wenn man das macht, ist es immer noch etwas, was ein bisschen dauert.

Florian Also Beispiel, wenn ich jetzt sage, wir begrünen den Platz, wir machen die Straße verkehrsarm und so weiter, dann ist das, was die Bevölkerung sofort merkt, ich kann dann nicht mehr durchfahren. Da ist jetzt eine Baustelle und die macht Lärm. Und was dann erst vielleicht in einem halben Jahr oder später kommt, ist der Gedanke, eigentlich ist es jetzt viel cooler, als es früher war.

Florian Aber irgendwie muss man den Menschen erklären, dass diese Win-Win-Situation wirklich kommt. Und das ist, glaube ich, das Problem, weil sobald man irgendwas macht, verändert man was. Und dann ist es anders als vorher. Und anders als vorher finden wird, generell blöd. Ich bin auch kein Fan von. Ich hätte auch gedacht, dass alles so bleibt bis ist.

Florian Aber am Ende freue ich mich dann oft meistens doch, wenn die Veränderung stattgefunden hat und ich in einer Situation bin, die besser ist als vorher. Aber da als Gesellschaft hinkommen, das weiß ich nicht, wie man das hinkriegt. Da kenne ich mich nicht aus. Aber ich probiere mich zu erinnern, was ich im Bericht gelesen habe, das ist schon eine Zeit lang her, habt ihr das im Detail auch untersucht oder habt ihr das eher offen gelassen, diesen Teil?

Daniel Es gibt schon einerseits auf der Psychologie in Kapitel 5 einige Aspekte, die in die Richtung gehen mit Aversion gegen Verluste und, gibt auch in Kapitel 8 die Narrative. Es gibt verschiedene Arten, wie wir klimaneutral werden können. Wir können einfach jedes Verbrennerauto durch ein E-Auto ersetzen und alles bleibt so, wie es ist.

Daniel Oder wenn nicht genügend Strom, dann eben mit E-Fuels. Oder wir fahren alle mit dem Fahrrad. Das sind unterschiedliche Narrative, unterschiedliche Transformationspfade. Und aus einer Kombination von diesen verschiedenen Optionen müssen wir uns halt gesellschaftlich darauf einigen, wie wir uns unseren konkreten Transformationspfad jetzt zusammenstöpseln.

Daniel Und was auch im Bericht steht, ist, dass eben unterschiedliche Aspekte unterschiedliche Milieus in der Gesellschaft ansprechen. Also eher technologieaffine Menschen, einkommensstärkere Haushalte tendenziell finden, neue Technologien super. Menschen, die einen starken Perspektive auf die soziale Dimension haben, Wir wollen verständlicherweise, dass die einkommensschwächeren Haushalte nicht übermäßig belastet werden.

Daniel Da gibt es unterschiedliche Prioritäten und die kann man durchaus so kombinieren, dass am Ende etwas rauskommt, das es für uns alle insgesamt besser macht.

Florian Ja, jetzt wo du es zusammengefasst hast, erinnere ich mich auch, dass wir das besprochen haben, vor allem diese unterschiedlichen Narrative. Das war ein sehr interessanter Teil. Ja, ich habe mir gerade überlegt, ob man es viel einfacher machen könnte. Wahrscheinlich nicht, weil nichts ist einfach bei dem Thema, aber vielleicht ist das eine Geldfrage.

Florian Vielleicht kann man einfach sagen, so Leute, ihr kriegt alle am Jahresanfang jeder 1000 Euro, dafür machen wir jetzt Klimaschutz. Kann man die Bevölkerung nicht einfach bestechen?

Daniel Das hat ja die türkis-grüne Bundesregierung bis zu einem gewissen Grad gemacht, jetzt sehr stark vereinfacht. Aber die haben halt sehr viele Subventionen ausgezahlt, um Heizungstausch, um Klimaticket zu finanzieren. Man sieht auch das Ergebnis, dass die Emissionen in den letzten Jahren stark reduziert wurden.

Daniel Jetzt hat die neue Bundesregierung sehr viele der Subventionen eingestampft oder stark gekürzt, hat klimaschädliche Subventionen eher erhöht als reduziert, also eher kontraproduktiv agiert. Und die Frage ist, wie geht es jetzt weiter? Es ist jetzt in der österreichischen Politik ein Klimagesetz angekündigt.

Florian Das ist nichts Neues. Also das ist angekündigt.

Daniel Das ist nichts Neues. Das stimmt, das ist schon länger angekündigt. Aber man kann es halt, so wie du gesagt hast, über viel Geld lösen. Vielen Dank. Aber jetzt haben wir halt ein großes Budgetdefizit, jetzt können wir es nicht über Geld lösen, jetzt müssen wir halt über andere Maßnahmen eingreifen. Und da sind eben das, was wir als ordnungspolitische Maßnahmen bezeichnen.

Daniel Also Tempo 100 auf der Autobahn wäre eine Maßnahme, die aus Bundessicht nichts kostet, aber doch einige Prozentpunkte an Emissionen einsparen könnte. Wenn man das Geld nicht hat und wenn man es trotzdem als Ziel erreichen will, muss man halt andere Sachen machen. Und das, was unser Bericht macht, und da gibt es auch eine schöne Tabelle in Abschnitt E von der Zusammenfassung, wo einfach ganz viele Maßnahmen aufgelistet sind.

Daniel Und dann sieht man, das ist grün, das ist gut, das ist nicht so viel in der Tabelle. Dann gibt es viele Sachen, die sind gelb, dann gibt es viele Sachen, die sind rot und einige, die sind grau. Grau ist überhaupt kontraproduktiv. Also was man jetzt mal machen könnte, ist sich einfach mal besonders die grauen und die roten Kasteln in der Tabelle anschauen und sagen, okay, was könnte man hier eigentlich machen, um einen möglichst großen Hebel an Emissionsreduktion und auch an Anpassungen an die Risiken zu erreichen?

Florian Ja, ich erinnere mich auch an die Tabelle bzw. an eine ähnliche Tabelle. Ich weiß nicht, ob es die identische Tabelle ist mit den diversen Maßnahmen, die entweder gut sind und da sind und funktionieren oder nicht da sind oder noch nicht so da sind, wie sie da sein sollen. Da standen sehr viele tolle Sachen drin und da können wir jetzt gleich ein paar Fragen beantworten, Weil Claudia und ich haben auch Fragen gesammelt und eine passt hier wunderbar.

Florian Welche Reaktionen habt ihr aus der Öffentlichkeit, aus der Politik bis jetzt bekommen? Daniel, welche Reaktion hast du bekommen, wenn du mit Vertretern der Politik darüber sprichst, dass sie doch bitte Tempo 100 einführen sollen?

Daniel Das ist eine bisschen fiese Frage, weil das so natürlich nicht im Bericht drin entsteht. Aber wir haben insgesamt sehr positives Feedback bekommen von den politischen EntscheidungsträgerInnen, mit denen wir gesprochen haben, mit den Stakeholdern, mit denen wir im Prozess zu tun hatten. Eigentlich sehr viele Menschen haben gesagt, so das ist gut, dass es diesen Bericht jetzt gibt und auch schön, dass es drumherum Kommunikationsaktivitäten und eine Website gibt.

Daniel Mit der man arbeiten kann. Also Feedback war jetzt mal in erster Linie, würde ich sagen, sehr positiv.

Margreth Wir treten jetzt erst ein. Wir sehen, dass das jetzt gelesen wird, dass wir Anfragen kriegen, um Vorträge zu machen, um Erläuterungen zu machen, um mitzudiskutieren, weil irgendwo Steuerungsgruppen für Klimaschutz und Anpassung eingeführt werden oder gemacht werden und das nicht nur in Österreich, interessanterweise.

Margreth Also wir haben auch aus den Nachbarländern Anfragen bekommen, ob wir mit unserem Wissen teilen können und was wir gemacht haben und was da wesentlich ist. Also ich habe schon das Gefühl, dass es ankommt. Was noch schwierig einzuschätzen ist, wie wird es denn wirklich umgesetzt? Also im Moment habe ich den Eindruck, das Interesse ist da.

Margreth Man versucht, mehr Informationen einzuholen, auch von unseren Expertinnen und Experten, die mitgearbeitet haben. Und wir sind ja nicht in allen Bereichen die Experten und wir versuchen das auch zu verteilen, dass die richtige Person entsprechend der Anfrage kommt. Was meiner Ansicht nach interessant ist, ich habe schon ganz viele Anfragen gekriegt, da sage ich, ja, aber was interessiert Sie denn genau?

Margreth Ja, alles. Und da sage ich, ja, das ist aber viel. Das sind sehr viele Bereiche. Aber ich glaube, das wird jetzt im Herbst so richtig anfangen, dass es gelesen wurde, dass vielleicht mehr Anfragen kommen und ich hoffe, dass wir dann alle gemeinsam unterstützen können hier, diese Informationen, die hier zusammengetragen wurden und bewertet wurden, unseren Entscheidungsträgerinnen noch näher zu bringen.

Florian Das Feedback, die Reaktionen waren tendenziell positiv. Also es ist nicht so, dass irgendwer gesagt hat, nein, das ist irgendwie Quatsch.

Margreth Also bei Radiosendungen wird das schon von irgendwelchen Allgemeinheiten gesagt, was soll denn das? Aber nein, von Entscheidungsträgerinnen habe ich jetzt das noch nicht gehört, sondern sind am Lesen.

Florian Das ist mal positiv. Und was auch positiv ist, vermutlich aus eurer Sicht, ist, dass ihr diesen Bericht geschrieben habt und jetzt nicht mehr schreiben müsst. Weil wenn man sich die eingangs erwähnte Folge aus dem Science, was der Podcast mit Martin Puntigam anhört, da kann man nachvollziehen, was für ein doch relevanter Aufwand es war, dieses ganze Ding nicht nur zu schreiben, sondern im Fall von euch beiden auch zu koordinieren.

Florian Ihr seid ja zwei der vier Co-Vorsitzenden und wart dafür verantwortlich, nicht nur, dass der Bericht existiert, sondern dass er auch geschrieben wird. Und das war sehr viel Arbeit und deswegen frage ich euch jetzt, wie geht es euch jetzt, nachdem ihr das alles mit ein bisschen Abstand betrachten könnt, denn es ist jetzt schon ein paar Monate her, seit der Bericht veröffentlicht worden ist.

Florian Wie geht es euch jetzt mit dieser Situation? Seid ihr froh, dass ihr es gemacht habt? War es der Aufwand wert, das alles zu machen und diese doch sehr, sehr stressige Zeit durchzuleben?

Daniel Wir haben das lustigerweise direkt am Tag der Pressekonferenz diskutiert und sind dort innerhalb der Coaches oder einiger Coaches, die da dabei waren und der Technical Support Unit, alle zu dem Entschluss gekommen oder zu der Analyse, ja, wir würden es nochmal machen. Es war ungefähr genauso aufwendig und zerrüttend teilweise, wie wir es uns erwartet haben.

Daniel Aber ich glaube, unterm Strich war es schon ein guter Prozess und ein sehr gutes Produkt, das da herausgekommen ist. Und was auch nicht so unterschätzend ist, dass wir auch innerhalb des Teams bis zum Ende eine gute Stimmung aufrechterhalten haben.

Margreth Also es hat natürlich Auf und Abs gegeben, besonders wenn wir mit Deadlines gekommen sind und die auch eingefordert haben, dass da geliefert wird. Aber bei uns auch mit dem Team, also das Autorinnen-Team in Innsbruck haben wir einen Workshop gehabt im April. Das war sehr positiv in die Richtung, wir haben jetzt Feedback bekommen, weil unsere Autorinnen nicht immer alle Teile gelesen haben.

Margreth Du setzt Claudia und du jetzt mit in einer kleinen Gruppe von Personen, die das, glaube ich, rauf und runter gelesen haben. Alle Kapitel und die Zusammenfassungen und andere kennen Teilaspekte und die lernen das jetzt auch kennen. Und was, glaube ich, auch sehr positiv für uns als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist, dass wir als Community zusammengewachsen sind.

Margreth Wir waren alle Kapitel sehr interdisziplinär aufgestellt und es haben sich viele Personen neu kennengelernt, die sich nicht kannten. Es wurden bereits neue Projekte eingereicht und genehmigt. Das heißt, es ist ja auch neben dem, dass wir sehr viel Wissen gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven aufbereitet haben und hoffentlich so, dass es für jene, die Entscheidungen treffen müssen, Auch hilfreich ist, dass es für uns auch viele Vorteile gegeben hat.

Margreth Und das ist auch ein sehr positiver Nebeneffekt.

Florian Ich habe auch ab und zu mal im wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Bereich in größeren Gruppen größere Dokumente erstellen müssen. Und meistens war das am Ende so, dass ich mir gedacht habe, ich möchte es jetzt nicht mehr machen. Vielen Dank.

Daniel Ja, gedacht haben wir uns das, glaube ich, alle ein oder zweimal in den letzten Jahren. Aber dadurch, dass wir eben vier Co-Vorsitzende waren, die von den administrativen Aufgaben und auch von den inhaltlichen Aspekten gut aufgeteilt waren. Wir hatten eine Technical Support Unit, wir hatten die Chapter Scientists, die die einzelnen Kapitel unterstützt haben.

Daniel Und dadurch war halt eine Struktur da, die das gut bis zum Ende durchgetragen hat. Und ohne dem wäre es auch nicht möglich gewesen.

Florian Jetzt gibt es diesen Bericht und wir haben ja schon gehört, dass die Reaktionen positiv waren, die da gekommen sind. Gibt es etwas, das habe ich dich Daniel, glaube ich, oder Claudia hat es nicht gefragt, wie du das erste Mal da warst. Gibt es etwas, was ihr euch wünscht, was jetzt passieren soll? Gibt es etwas, wo ihr sagt oder wo ihr schon vorher gesagt habt, wenn dieser Bericht erscheint, dann wünschen wir uns, dass das passiert, irgendwas Konkretes.

Florian Außer, dass irgendwie die Leute ihn lesen, klar, dafür schreibt man ja, aber gibt es irgendwas Konkretes, wo er sich so öffentlich oder insgeheim gedacht hat, das wäre cool, wenn das passiert, wenn der Bericht veröffentlicht ist.

Daniel Ich habe die Frage ja schon einmal beantwortet, deswegen muss Margret jetzt zuerst was sagen.

Margreth Also aus meiner Sicht spontan fällt mir ein, es wird ja jetzt dieses Klimagesetz neu gemacht und das Klimaschutz und Anpassung und ich würde mir echt wünschen, dass diese wissenschaftlichen Grundlagen, die hier erarbeitet wurden, berücksichtigt werden. Dass man in Austausch und Diskussion tritt, wenn es unklar ist oder wenn man unterschiedliche Optionen sieht, was das bedeutet und dass das eine wesentliche Grundlage ist, um dieses Gesetz zu machen und dann auch in die Umsetzung zu gehen.

Margreth Also mit dem sind wir angetreten. Viele Kollegen und Kolleginnen haben zu uns gesagt, warum tust du dir das überhaupt an? Klimakommunikation gibt es schon sehr viele und auch vom ersten Assessment Report, Kolleginnen und Kollegen, die da mitgearbeitet haben, haben das gemacht und haben nicht viel erreicht und jetzt macht ihr wieder weiter.

Margreth Wir sind mit dem angetreten und deswegen auch diese Kommunikation und Stakeholder-Bereich, was wir von Anfang an mitgedacht haben, zu sagen, dass wir es weit tragen können. Wenn es jetzt die Bundesregierung nicht aufnimmt, dann haben wir noch die Länder, da haben wir viele Organisationen, NGOs, die hier beitragen können.

Margreth Und wo wir uns vielleicht gemeinsam auf eine Basis stützen können. Das wäre eigentlich ein Wunsch. Ich weiß, etwas Utopie, aber...

Florian Ja, ich wollte gerade sagen, es ist eigentlich ein absolut plausibler Wunsch, dass man sagt, in Österreich soll ein Klimaschutzgesetz gemacht werden. Wir brauchen ein Klimaschutzgesetz. Es wird schon lange, lange angekündigt, dass es ein Klimaschutzgesetz geben wird. Und wir schreiben jetzt den Bericht, wo alles Relevante über das Klima in Österreich drinsteht, dann ist es ja eigentlich absolut logisch und direkt folgend, dass diejenigen, die ein Klimaschutzgesetz für Österreich machen, sich vorher in dem Bericht informieren, der die Klimakrise für Österreich zusammenfasst.

Florian Aber ja, angesichts der österreichischen Politik ist ja nicht alles so straightforward, wie es vielleicht sein sollte. Aber man kann hoffen.

Daniel Man kann hoffen, man muss hoffen. Der Martin Puntigam war in unserer Science Busters-Folge ja noch um einiges zynischer, als du das jetzt angedeutet hast. Aber ich glaube, als Wissenschaftlerin hat man halt auch eine gewisse Verantwortung an so einem Prozess, wenn man kann, teilzunehmen, um damit die Transformation und die Verbreitung des Wissens zu unterstützen.

Florian Ja, auf jeden Fall. Bevor es jetzt noch deprimierender wird, lassen wir die Politik sein. Ich habe noch zwei Fragen zum Abschluss, die persönlich wissenschaftliche Fragen sind, insofern persönlich, als dass ich eure persönliche Meinung haben will und insofern wissenschaftlich, als dass es um den Bericht geht.

Florian Und die erste lautet, wenn ihr jetzt nur einen wirklich kurzen Satz oder vielleicht zwei, drei Sätze sagen könnt. Wenn ihr euch immer fragt, ich lese das ganze Teil jetzt nicht, aber was sind die zwei Sätze, die ich wissen muss? Was ist das Wichtigste, das man aus diesem Bericht mitnehmen soll, beziehungsweise über den Bericht wissen soll?

Florian Wenn die Leute alles vergessen, was sie gelesen haben, welchen Satz sollen sie nicht vergessen aus dem Bericht? Oder welche Aussage? Muss das kein Zitat sein?

Daniel Ich zitiere dich. Sofortige Maßnahmen sind, wie hast du es gesagt, unbedingt notwendig.

Florian Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich.

Margreth Genau, ich würde mich dem eigentlich anschließen und wenn mehr Details gewünscht sind, nachher sind wir gerne bereit, das zu erläutern in der großen Breite und Ausführung, was wir gehabt haben. Aber auch wenn ich aus dem Bereich der Anpassung komme und wir müssen hier auch einiges machen. Wir müssen zuerst den Klimaschutz machen und die Emissionen reduzieren, weil sonst werden wir an die Grenzen stoßen und Da dieses Thema in der Öffentlichkeit scheinbar, was mir Medienvertreter gesagt haben, leichter zu kommunizieren ist, wenn jetzt irgendwo eine Mure runtergeht oder die Hitze ist, weil das spüren alle, man kann das besser kommunizieren, ist es für mich wichtig, wir müssen wirklich in der Reduktion der Emotionen rasch und sofort ansetzen,

Margreth ansonsten werden wir in ein Riesenproblem laufen.

Florian Okay, sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich.

Daniel Ich möchte aber trotzdem noch einen zweiten Satz anfügen, weil natürlich sofortige Maßnahmen, aber dann weiß man ja noch nicht, welche. Und ich glaube, was man da immer dazu sagen muss, ist, wir haben alle Optionen, um Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen. Es ist nicht etwas, wir müssen halt jetzt irgendetwas tun, wir wissen aber nicht was, sondern was man dann immer dazu sagen muss, Wir wissen eigentlich auch ziemlich genau, was man tun müsste, um dieses Ziel zu erreichen.

Daniel Und wenn wir es sinnvoll umsetzen, dann hat es auch viele positive Auswirkungen auf unsere Lebensqualität, auf unseren Wohlstand. Marc hat vorhin schon Gesundheit als ein Beispiel genannt, das massiv unterschätzt wird. Also es gibt hier viele Synergien und viele Co-Benefits, die man gewinnen könnte, wenn man es sinnvoll macht.

Florian Okay, dann erweitern wir diesen Satz zu, sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich und wir wissen, welche es sind und es wird super werden. Genau.

Margreth Für alle Bereiche, auch für die Wirtschaft, was wir jetzt nicht erwähnt haben, die auch sehr große Vorteile daraus haben kann.

Florian Gut, und dann will Claudia noch wissen, sie hat mir extra gesagt, ich soll euch auch diese Frage stellen, welche Abbildung findet ihr besonders wichtig? Wie gesagt, wir sind ein Podcast, da kann man keine Bilder sehen, aber in den Show Notes kann man alle Bilder sehen und in dem freizuglichen Bericht auch. Die Abbildungen sind auch das, was man sich meistens als erstes anschaut.

Florian So liest man typischerweise wissenschaftliche Texte. Man liest den Titel, man liest die Zusammenfassung, man liest den Schluss und dann schaut man sich die Bilder an. Und deswegen machen wir das jetzt auch zum Schluss. Welches Bild, welche Abbildung ist aus eurer Sicht die, die man sich auf jeden Fall anschauen soll?

Daniel Also ich muss halt meiner Disziplin treu bleiben und über Emissionen reden. Die erste Abbildung in der Zusammenfassung, die haben wir gemeinsam genannt. Zwei Personen vom Klima-Dashboard entwickelt, wo man die historische Entwicklung der Emissionen über die letzten 70 Jahre sieht, wie unsere Emissionen gestiegen sind und jetzt fast 30 Jahre lang auf sehr hohem Niveau verblieben sind und wie dann die verschiedenen Szenarien des Umweltbundesamts zeigen, wie die Emissionen in den nächsten Jahren sinken könnten, je nachdem, welche Maßnahmen wir umsetzen.

Daniel Und was ich an dieser Grafik sehr schön finde, ist, dass sie mit dem Panel A anfängt, wo man mal die Gesamtübersicht sieht und dann in verschiedene Teilaspekte aufgedröselt wird, wo man dann die einzelnen Sektoren sieht, wo man den Vergleich Produktions- versus Konsumbasierte Emissionen sieht und dann die verschiedenen Szenarien, wie könnte es weitergehen für Gesamtemissionen und auch für die Emissionen, die nicht im EU-Emissionshandelssystem inkludiert sind.

Daniel Wo eben diese minus 48 Prozent bis 2030, dieses EU-Ziel, relevant ist.

Florian Okay, also Abbildung 1, schaut euch die an, sie kommt in die Shownotes. Und dann frage ich Margret auch noch, was Ihre Lieblingsabbildung ist oder die wichtigste, muss die Lieblingsabbildung sein.

Margreth Ja, es sind eigentlich alle wichtig, was hier in Handen ist. Aber um in meinen Bereich zu kommen, das sind die Risiken. Da würde ich das Burning-Ember-Diagramm nehmen, weil es veranschaulicht, wenn die Temperaturen weiter anstehen. Also wenn wir das nicht machen, was in den Emissionen dargestellt wird und die Optionen, was auch in der Grafik dargestellt ist, dass man das umsetzen kann, was das bedeutet.

Margreth Und es ist eine grafische Darstellung, wo umso dünkler die Farbe wird, umso höher sind diese Schlüsselrisiken und so weniger können wir uns anpassen oder die Auswirkungen sind sehr gravierend. Und es ist vielleicht ein Ansatzpunkt, Personen darauf zu stoßen, dass das sehr wichtige Themen sind, die uns alle betreffen und nicht nur wenige, wo wir sehr große Auswirkungen haben.

Margreth Und wenn man bedenkt, wenn wir jetzt Geld investieren, um die Emissionen zu reduzieren, dann sparen wir uns dann ganz viele Kosten für Schäden. Und diese Grafik zeigt das für einige Schlüsselrisiken. Wir konnten das nicht für alle machen, aber für einige zu sagen, wo wird es wirklich schwierig und wo sind wir jetzt schon schwierig, wo wir uns jetzt schon eigentlich sehr stark handeln müssten.

Margreth Was wollen wir nicht machen? Ja, aber immer mit dem Hintergedanken. Wir müssen zuerst die Emissionen reduzieren, damit wir dort nicht hinkommen, was auf dieser Grafik dann in dunkelrot oder violett dargestellt wird.

Florian Ja, auch die Grafik gibt es dann in den Show Notes und im Bericht natürlich alles verlinkt und man könnte fast meinen, ihr habt euch abgesprochen oder ich hätte euch vorher gesagt, dass ich was über die Grafiken wissen will, weil es ist eine schöne Klammer. Die eine Grafik zeigt uns die Risiken und wo es schwierig wird und die andere Grafik zeigt uns den Weg in eine Zukunft, wo es dann vielleicht besser sein würde.

Florian Also insofern ist es eine schöne Klammer für diese zehn Folgen, die wir jetzt über den zweiten österreichischen Sachstandsbericht zur Klimakrise gemacht haben. Könnt gerne nochmal bei der ersten anfangen. Es sind nur zehn Stück und euch alle anhören, weil man neigt dazu, Dinge zu vergessen. Es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen, weil am Ende haben alle was davon, auch die Wirtschaft.

Florian Lest den Bericht, schaut euch das an, hört euch gerne nochmal die Podcast-Folgen an, schaut euch die Videos an, die zu dem Bericht produziert worden sind. Und nutzt die Möglichkeit, euch mit dem Wissen zu beschäftigen, das hier geschaffen wurde, weil es ist relevantes Wissen. Man sollte darüber Bescheid wissen, wenn man in Österreich in der Zukunft leben möchte und diese Zukunft vielleicht mitgestalten möchte.

Florian Und deswegen, wenn ich jetzt schon zwei der Co-Vorsitzenden da habe, könnt ihr vielleicht nochmal kurz, ja nicht alle Menschen aufzählen, die beteiligt waren bei dem Bericht. Das wird vielleicht doch ein bisschen zu weit führen. Ich sage mal unbekannterweise vielen Dank an alle, die mitgearbeitet haben und ihr könnt es vielleicht ein bisschen ausführlicher sagen.

Margreth Ja, eigentlich unseren ganzen Autoren, die wir zu danken, aber auch insbesondere unser Technical Support Unit und die Chapter Scientist. Wir haben auch viele Reviewer und Revieweditoren kamen, die diesen ganzen Bericht darstellen. Dazu geführt haben, dass die Qualität gut ist, dass es lesbar ist, auch den Stakeholdern.

Margreth Hier haben wir sehr viel gemacht, auch unseren zwei anderen Coaches, die heute nicht da sind, Kevan Riai von IASA und Harald Rieder von Boku, dass wir hier eigentlich im Core-Team und im gesamten Team extrem super zusammengearbeitet haben, über die vier Jahre und auch die sehr anstrengende Zeit zum Schluss gut gemeistert haben.

Daniel Ja, die letzten Wochen waren dann tatsächlich sehr intensiv. Aber da möchte ich dann auch noch bei der Melanie Bartos unseren Dank aussprechen von der Uni Innsbruck, die uns, was die Kommunikation und Medienarbeit betrifft, unterstützt hat. Das Team vom Klimafonds, die uns da auch gut begleitet haben.

Daniel Und dann möchte ich mich auch bedanken bei Ines Oman, Willi Haas und Jill Jäger, die den Stakeholder-Prozess konzeptionalisiert und dann auch umgesetzt haben.

Florian Und ich auch im Namen von Claudia sage danke an euch beide, dass ihr euch hier mit uns getroffen habt und uns die Möglichkeit auch gegeben habt, diesen Bericht durchzubesprechen. Das war eine sehr interessante Erfahrung, vor allem nachdem wir ja zuerst den globalen Bericht besprochen haben und jetzt das Ganze auf österreichischer Ebene.

Florian Claudia hat auch sehr viel gelernt. Sie weiß jetzt, wo Vordelberg ist und was das Montafon ist und so. Also es ist auch gemeint, sie hat sehr, sehr viel über Österreich gelernt. Also es war von allen Seiten eine sehr interessante Erfahrung. Und wenn ihr uns auch etwas sagen wollt, mit ihr meine ich jetzt euch, die uns zuhört, wenn ihr uns etwas schreiben wollt, ihr wisst, wie das geht, an podcast.dasklima.fm.

Florian Spezifische Fragen an Daniel und Margret werde ich entsprechend weiterleiten. Und wenn ihr die Bilder sehen wollt oder weiterführende Links, dann geht auf dasklima.fm. Da gibt es die Shownotes mit allen Informationen. Und ansonsten geht es dann in zwei Wochen ab jetzt wieder weiter mit dem, was wir auch gemacht haben, bevor wir den österreichischen Bericht besprochen haben.

Florian In zwei Wochen geht es vermutlich mit Klima weiter. Das ist klar, weil der Podcast so heißt. Wir wissen noch nicht genau, was in Klimasachen, Klimaforschung passieren wird, aber es wird etwas geben. Und wenn ihr das hören wollt, dann müsst ihr euch die nächste Folge auch wieder runterladen und anhören.

Florian Und ansonsten war es das aus Sicht des österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel. Und wir verabschieden uns. Ich sage Tschüss und ihr sagt vermutlich was Ähnliches oder was anderes.

Daniel Vielen Dank.

Margreth Danke für die Einladung und Servus.

Florian Apropos aktive, nachhaltige Mobilität. Ich habe gar nicht erwähnt, dass wir hier in Luxemburg aufnehmen am IASA-Institut für, ach Gott, ich vergesse immer, Institut, sagst du.

Daniel Das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse.

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