
"Die Grüngasquote verteuert Heizen für alle - auch Bestandskunden" | Kerstin Stratmann (Fachverband Gebäudeenergie)
Donnerstag, 5. März 2026 · 37 min
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Shownotes
Der Ölpreis steigt, der Gaspreis explodiert. Der Iran-Krieg ist ein weiterer Grund, sich ernsthaft mit einer Wärmepumpe auseinanderzusetzen. Ein anderer ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) von Union und SPD. Der Entwurf enthält zwei Ansätze, die das Heizen mit Öl und Gas teurer machen würden als das bisherige Heizungsgesetz: Biotreppe und Grüngasquote. Wirtschaftsinstitute und auch die Bundesregierung selbst warnen vor Mehrkosten von bis zu 700 Euro im Jahr.
"Uns bereiten die Pläne wenig Bauchschmerzen", sagt Kerstin Stratmann vom Fachverband Gebäudeenergie selbstbewusst im Podcast. Ihr zufolge hat die Wärmepumpe Heizungsbauer, Handwerk und auch Immobilienwirtschaft bereits von sich überzeugt. "Sie ist die beste und wirtschaftlichste Lösung. Daran wird die Abschaffung des Heizungsgesetzes nichts ändern."
Gast: Kerstin Stratmann (linkedin.com/in/kerstin-stratmann-95a013155), Geschäftsführerin ZVEI-Fachverband Gebäudeenergie
Moderation: Clara Pfeffer (n-tv.de/incoming/Clara-Pfeffer-article22772720…) und Christian Herrmann (n-tv.de/autoren/Christian-Herrmann-article2158…)
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Man hat es jetzt durch den Iran-Konflikt fast wieder ein bisschen aus dem Blick verloren, aber vergangene Woche wurde eine lang erwartete Reform vorgestellt, nämlich die Reform des Heizungsgesetzes. Wir haben uns seitdem eigentlich noch gar nicht wieder gesprochen. Wie ist denn dein erster Eindruck vom Gebäudemodernisierungsgesetz?
Ja, ich konnte es kaum erwarten, auch hier und mit dir endlich wieder über das Heizungsgesetz zu sprechen und naja, also wo soll ich anfangen? Ich finde, da steckt... Da stecken ganz viele Fehler drin, die die Ampel eigentlich schon mal gemacht hatte und die jetzt die schwarz-rote Koalition jetzt nochmal verschlimmbessert sozusagen.
Also man hat wieder die Förderung für die Mieter nicht im Blick oder die Entlastung für die Mieterinnen und Mieter. aber völlig klar ist, für die ist das am Ende auf jeden Fall eine Verschlimmbesserung. Weil jetzt die Vermieter einfach weiter fröhlich Gas- und Ölheizungen einbauen können. Oder nicht austauschen können. Oder nicht austauschen können, genau. Und die Mieter nachher eben die höheren Preise, die höheren Tarife zahlen müssen.
Also ich war ziemlich erschrocken. Ich hatte ja vorher wirklich immer die ganze Zeit die Hoffnung, dass das nur so eine kleine Schönheitskorrektur wird. Von 65 auf 64 Prozent. Ja, und wir hatten ja hier auch immer darüber gesprochen, dass eigentlich die Wirtschaft, die Industrie, dass alle ganz okay jetzt waren mit dem Gesetz nach der großen Aufregung.
Und jetzt legen sie da doch wieder sowas vor. Es hat mich ehrlicherweise dann doch auch im Negativen überrascht. Ja, eins muss man schwarz-rot aber lassen. Du bist nicht die Einzige, die, glaube ich, so ein bisschen eher pessimistischen Ton anschlägt. Sie haben Deutschland gewissermaßen geeint, wenn man das so sagen möchte.
Ich habe mal geschaut, das Institut für Wirtschaft in Köln, das jetzt auch nicht unbedingt, glaube ich, so auf Mieterseite steht, sondern doch sehr arbeitgeber- und wirtschaftsfreundlich ist, das ist nicht begeistert. Im Handelsblatt ist ein Kommentar erschienen, der nicht so wahnsinnig begeistert klang. Die FAZ war nicht begeistert, viele Verbände sind nicht begeistert.
Die Wirtschaftsweisen haben das teils auch kritisiert. Also außerhalb der Gasbranche findet man wenig Lob für das Gebäudemodernisierungsgesetz. An den Namen muss man sich, glaube ich, auch noch gewöhnen. und. Man muss aber vielleicht die SPD in dem Fall ein bisschen noch in Schutz nehmen, denn das scheint ja ein reines Unionsprojekt gewesen zu sein, wenn man sich das durchliest, was da so drin steht.
Jens Spahn als CDU-Fraktionschef hat sein grünes Heizöl, von dem er schon im Wahlkampf geschwärmt hat, untergebracht. Katharina Reicher, unsere Wirtschaftsministerin, ihr grünes Gas und sozialdemokratische Farben, da tun sich viele schwer, die zu erkennen. Ich weiß nicht, ob man da die SPD dann in Schutz nehmen muss oder eher sagen muss, was haben die eigentlich gemacht die ganze Zeit. Es hieß ja, es wird hart verhandelt.
Matthias Miersch, der SPD-Fraktionsvorsitzende, stellt sich hin und sagt, das sei eine gute Einigung und sie hätten Fortschritte gemacht. Aber ich kann auch genau das nicht erkennen, dass die Sozialdemokraten da, also weder Klimaschutz noch Mieterschutz und das ist ja wirklich eine Kernklientel der SPD, dass die da jetzt groß im Vordergrund standen bei diesen Verhandlungen.
Es scheint eher, als hätte die SPD vielleicht so ein bisschen Tariftreue oder andere Sozialreformen, die ihnen wichtig sind, gegen Klimaschutz und Heizungsgesetz getauscht. Die Mieter, das waren neben dem Klimaschutz auch die großen Verlierer von Kerstin Strattmann. Mit ihr habe ich vergangene Woche schon ganz kurz über die Reform gesprochen, habe mir ihre erste Einschätzung abgeholt.
Sie ist Geschäftsführerin des Fachverbands Gebäude Energie und heute wieder bei uns zu Gast. Denn wir wollen jetzt mit ein paar Tagen Abstand noch einmal einen Blick auf die Reform werfen und gucken, ob das tatsächlich alles so schlimm ist, wie es im ersten Moment wahrgenommen wurde. Oder ob man da vielleicht doch noch ein paar positive Aspekte rausziehen kann und welche Tipps sie auch hat für Mieter, Hausbesitzer.
Vielleicht gibt es ja was, was man tun kann. Deswegen sagen wir wieder Hallo und herzlich willkommen im Klimalabor, Kerstin Strattmann. Ja, vielen Dank, dass ich diesmal auch live mit dabei sein kann. Stimmt, diesmal bei uns im Studio. Herzlich willkommen. Ich freue mich auf die spannende Replik der fast einer Woche GMG-Eckpunkte sozusagen.
Herzlich willkommen auch von mir. Ich bin selbst sehr gespannt auf die positiven Aspekte dieses Gesetzes. Aber bevor es losgeht, wie immer der Hinweis, ihr habt Fragen und Anregungen, dann schreibt Christian und mir eine E-Mail an klimalabor.ntv.de. Und falls ihr uns unterstützen möchtet, bewertet das Klimalabor sehr gerne bei Apple Podcasts oder Spotify.
Dankeschön. Frau Stattmann, wir haben es am Anfang ganz kurz angesprochen. Die große Debatte über das Heizungsgesetz-Gebäude-Modernisierungsgesetz wird inzwischen wieder überlagert von einem viel größeren Problem, nämlich dem Iran-Konflikt, dem Iran-Krieg. Was ich mir gedacht habe, als ich die Schlagzeilen dazu gelesen habe, das ist eigentlich so der letzte Beweis, den es wahrscheinlich gebraucht hat, warum Deutschland unbedingt wegkommen sollte von dieser Gasversorgung.
Dass es wirklich Zeit ist, wer kann, sollte sich eine Wärmepumpe holen. Ja, das war ehrlicherweise auch mein Gedanke oder ich glaube der Gedanke von vielen. Wir haben ja auch schon in den letzten Tagen gesehen, dass sofort die Preise für Gas und für Öl, Öl ist natürlich viel direkter, schon gestiegen sind.
Wir haben die letzten Tage eine Steigerung beim Heizöl von über 20 Prozent gesehen. Auch beim Gas gab es den größten Preissprung seit 2023. Also da sind die Märkte schon ausgeschlagen, vor allem halt, weil sie mit ihren Öl- und Gastankern, also LNG-Tankern aus Katar zum Beispiel, nicht mehr durch die Straße von Hormuz kommen können.
Und das beste Mittel dagegen ist die Nutzung von heimischen erneuerbaren Energien, würde ich sagen. Und ich hoffe, dass das jetzt auch an einigen Stellen nochmal angekommen ist. Ich glaube, das ist ja Bedarf hier oft auch so geopolitischer Schlaglichter, um vielleicht seine Strategie dann nochmal zurückzukoppeln und anzupassen und zu schauen, ob man da immer noch den richtigen Kompass hat.
Und ich glaube, das ist sowohl für das Heizungsgesetz, wir debattieren aber ja auch über den Ausbau erneuerbarer Energien, also über das EEG, das Erneuerbare-Energien-Gesetz demnächst. Also da gab es ja jetzt einige Meldungen, die alle immer eher Richtung Gas und weg von Erneuerbaren gingen. Und ich hoffe, das ist jetzt vielleicht ein Symbol, ein Signal, dass man die Erneuerbaren nutzen sollte.
Und wenn das politisch nicht der Fall ist, Dann kann das aber jeder selbst für sich in seinem Heizungskeller tun. Haben Sie über private, persönliche Kontakte oder auch über Ihren Verband oder aus der Branche mit Blick auf alles das, was gerade in Katar, in Saudi-Arabien, aber natürlich auch im Iran passiert, schon irgendwelche Stimmen gehört, oh jetzt müssen Sie aber unbedingt nochmal bei dem Gebäudemodernisierungsgesetz nachbessern, schwarz-rot?
Ich glaube, den direkten Link habe ich jetzt im privaten Gespräch nicht gehört bisher. Vielleicht ist es dafür auch noch ein bisschen zu früh. Wir haben ja bis jetzt schon ein paar Mal, und ich würde sagen, das war vielleicht so eine Schlagzeile in der dritten, vierten Reihe, schon gehört, dass die Gasspeicher nur noch zu 25 Prozent gefüllt sind.
Und wenn es jetzt noch mal kalt wird, dass es vielleicht auch ein bisschen eng wird. Ich glaube, wenn das noch mal heiß wird, also die Frage jetzt natürlich... Also noch mal ein Wintereinbruch kommt. Genau, nicht nur der Preissteckerung, aber auch der Knappheit. Dann kann ich mir vorstellen, dass das auch nochmal ein paar Privatleute wirklich zu einer privaten Verhaltensänderung einlädt.
Vielleicht ist das aber auch unmittelbarer aktuell eher an der Tankstelle. Jetzt hieß es ja immer, dass unsere Gasversorgung trotz der geringeren Füllstände eigentlich sehr gut ist, weil sie anders aufgestellt ist, weil sie jetzt eben flexibler aufgestellt ist, dass man kurzfristiger auch Gas ankaufen kann.
Gerade eben auch über LNG-Gas, was dann verschifft werden muss. Ist das jetzt wirklich bedroht durch die Krise im Iran? Also wir wissen ja, dass wir den Großteil immer noch eher aus den USA bekommen und aus Norwegen. Also wie sehen Sie da die Versorgungslage? Und da ich selbst ja für die Elektrotechnik sozusagen spreche und nicht für die Gaswirtschaft, kann ich da mich eigentlich auch nur auf das berufen, was ich gestern von Katharina Reiche im Bericht von Berlin gehört habe und zwar, dass es keine Knappheitsfrage, sondern eher eine Preisfrage ist.
Also ich vermute schon, dass wir über die Versorgung aus Pipeline Gas aus Norwegen, aus Belgien, aus den Niederlanden da gut versorgt sind. Die Frage ist wahrscheinlich so ein bisschen, in Belgien landet ja auch das LNG aus Katar an. Was hat das noch für einen Effekt? Aber ich glaube, per se haben wir da kein Knappheitsproblem.
Da bleiben die Gasheizungen, glaube ich, nicht kalt mehr in diesem Winter. Jetzt ist das ja... Eine Situation, die Parallelen hat zu der Situation, in der sich Robert Habeck wiedergefunden hat, als Russland die Ukraine angegriffen hat, vollumfänglich und dann irgendwie klar war, nee, Moment mal, Gas aus Russland, sollten wir uns nicht mehr darauf verlassen.
Er hat in dieser Situation dann das damalige Heizungsgesetz sozusagen angefangen zu entwerfen. War da etwas schneller, als das vielleicht die Gesellschaft vertragen konnte im Nachblick, aber es war ja eigentlich genau der Versuch zu sagen, Moment mal, wir nehmen jetzt auch diese allgemeine Stimmungslage, die eben uns zeigt, es müsste doch jetzt allen klar geworden sein, Gas ist keine sichere Ressource, auf die wir uns immer verlassen können.
Und hat gedacht, das gäbe ihm Rückenwind für ein solches Heizungsgesetz. Es ist in der Form nicht aufgegangen, mit Sicherheit auch, weil es große Kampagnen dagegen gab. Was würde sie jetzt optimistischer stimmen, dass das dieses Mal funktionieren könnte? Weil auch jetzt sieht man ja, dass die Gaslobby sich schon total in Stellung bringt und eigentlich weiß und sagen kann, nein, wir kriegen das schon hin und die Preise kann man dann politisch abfedern.
Also was müsste passieren, damit diesmal daraus wirklich eine Entwicklung wird, die auch gesellschaftlich dann getragen wird? Ich glaube, die Entwicklung ist gesellschaftlich schon angerollt. Ich glaube, da wird jetzt auch die Abschaffung des Heizungsgesetzes sozusagen das nicht mehr ändern. Ich glaube, gesellschaftlich ist bei den Leuten angekommen, die Wärmepumpe ist die beste, auch wirtschaftlichste Lösung.
Das heißt, da haben wir gar nicht ganz so große Bauchschmerzen mehr. Ich glaube, politisch stehen wir aber auch in einer anderen Situation. Wir haben ja auch aus dem Kanzleramt ausgerufen, auch europäisch, jetzt eine ganz andere Einschätzung der geopolitischen Lage, die nicht nur von der Ukraine-Krise oder von dem Getrieben davon ist, dass man sich von Russland unabhängig machen möchte, sondern wir sehen, dass auch verschiedene Partnerschaften in der Welt vielleicht nicht mehr so...
Die verlässlich sind, wie sie mal waren und man deswegen schon stärker auf Eigenständigkeit, auf Resilienz setzen möchte und diesen Weg können wir nur bestreiten, indem wir in Europa, in Deutschland auf eine eigene Versorgung auf der Basis von erneuerbaren Energien planen. Und das, denke ich, sollte der große Rahmen sein, den ich bei Friedrich Merz in seinen großen Reden auch höre, der aktuell aber im Wirtschaftsministerium noch nicht so richtig angekommen ist, glaube ich, das Thema Sicherheitspolitik auch zu verknüpfen mit Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Und woran machen Sie fest, dass es gesellschaftlich wirklich angekommen ist, das elektrisch zu heizen, also mit der Wärmepumpe, der bessere Weg ist? Denn wir sehen ja schon immer noch auch sehr viele, die eben nicht aktiv umstellen. Und also woran machen Sie das fest, dass es diese Entwicklung tatsächlich gibt?
Wir haben ja letztes Jahr, das erste Jahr gesehen, wo die Wärmepumpe die am stärksten nachgefragte Heizungstechnologie war. Die Wärmepumpe hat da erstmals nicht nur im Neubau, sondern generell in den Absatzzahlen die Gasheizung überholt. Wir sehen auch, dass die Handwerker, gerade die Heizungsbauer, sich jetzt immer mehr auf die Wärmepumpe einlassen.
Dort auch deutlich besser, als es dann damals zur Einführung des Gebäudeenergiegesetzes unter Robert Habeck war, immer besser an der Wärmepumpe geschult sind und auch ein Zutrauen haben, das besser zu beraten. Und auch häufiger empfehlen. Und auch häufiger empfehlen, genau. Also da hat, würde ich sagen, vielleicht die höchste Konsequenz auch dieses Umdenken im Handwerk, die ja die erste Anlaufstelle auch für die Kunden oder für die Eigentümer sind, sie beraten hin zu ihrer Heizung.
Dass dort die Wärmepumpe viel stärker empfohlen wird und auch gut eingebaut wird. Ich glaube, da hat sich der ganze Industriezweig nach der Ukraine-Krise und nach dem großen Wärmepumpengipfel, den wir dann ja auch mit Robert Habeck hatten in 2022 und 2023, haben wir uns da schon stark vereint. Die Industrie hat sehr viel Geld investiert in Produktionskapazitäten, aber das Handwerk hat auch eine wahnsinnige Schulungsoffensive gestartet und all das trägt jetzt Früchte, würde ich sagen.
Das ist ja spannend dann zu sehen. Gleichzeitig sagen wir trotzdem, dass dieses Gebäudemodernisierungsgesetz großen Schaden bedeuten könnte für diese Industrie. Oder glauben Sie, das ist dann begrenzt, weil die Leute werden trotzdem alle Wärmepumpen einbauen? Ja, also ich würde sagen, das muss man abwarten.
Wir glauben, dass der größte Schaden tatsächlich durch eine potenziell erneute Verunsicherung da ist. Dass Kunden glauben, dass sie jetzt quasi vielleicht in dem Investitionsfall des Heizungstauschs zugünstigeren Technologie, und das ist die Gasheizung, greifen, ohne wirklich die Betriebskosten über den ganzen Lebensweg sozusagen im Blick zu haben.
Und da sehen wir die Gefahr bei kurzfristigen Kaufentscheidungen sozusagen, dass die Kunden sich dann jetzt doch für eine Gasheizung entscheiden. Wir glauben aber, und ich glaube, die mediale Debatte der letzten Woche hat uns da sehr recht gegeben, dass mittlerweile ein sehr großes... Ein sehr großes Bewusstsein dafür da ist, dass das eigentlich ein Trugschluss ist und man sich mit einer Gasheizung on the long run tatsächlich die sehr viel teurere Technologie ins Haus holt.
Und wenn wir es schaffen, dass sich das auch so verankert und dann, mit Jens Spahn gesprochen, jetzt wieder die Freiheit sozusagen im Heizungskeller eintritt und jeder Kunde für sich die eigene Kaufentscheidung treffen kann. Stehen wir eigentlich recht selbstbewusst als Vertreter der Wärmepumpe und für mich dann auch von anderen strombasierten Technologien dort und sagen, ja, wir sind die beste Technologie und dann muss der Kunde das am Endeffekt dann über den Preis auch lernen.
Das heißt, Sie würden sagen, vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Ich meine, es ging ja der Union auch darum, gewisse politische Aufreger auch aufzulösen. Das muss man ja einfach anerkennen. Es gab einen unglaublichen Backlash dann gegen dieses Heizungsgesetz und dieses Gefühl, ich will jetzt hier gar nicht nochmal drauf eingehen, wie das alles passieren konnte.
Aber es war dann am Ende so, dass viele Menschen, gerade auch in Ostdeutschland, gesagt haben, Moment mal, meine Heizung, meine Entscheidung. Es gab ja die Bilder von Robert Habeck, der im Heizungskeller steht und die Heizung rausreißt. Also das war ja schon auch eine Kampagne, aber das ist ja... Genau, aber es war auch ein Spiegeltitel, also ich glaube, wir hatten da alles dabei, aber würden Sie am Ende sagen, vielleicht ist das dann auch gar nicht so schlecht, weil er so zumindest gesellschaftlich und politisch das abgeliefert hat, was die Union ja auch versprochen hat, das war ein zentrales Wahlkampfversprechen, sie mussten irgendwas liefern und wenn es keinen Schaden anrichtet, dann könnte man ja am Ende sagen, ist das vielleicht doch ein guter Weg gewesen
oder wie schätzen Sie das ein? Ich glaube also für uns ist es noch zu früh einzuschätzen, was das Ganze jetzt wirklich auch monetär im Vergleich der ganzen Technologien bedeutet. Wir sehen, dass über den jetzt quasi neuen Versuch Grüngasquote, Biotreppe, dass das sicherlich zu einer erheblichen Kostensteigerung für die Nutzung von Gasheizung, Ölheizung noch in größerem Maße führen wird.
Die große Gefahr da ist sicherlich für die Mieter, ich glaube da sprechen wir dann später auch nochmal drüber solange das jetzt ein sauberes Gesetz wird mit transparenten. Vorgaben und einer Klarheit die für uns jetzt auch einen guten Investitionsrahmen setzt für die nächsten Jahre dann könnte das potenziell ja, Jedenfalls nicht deutlich schädlich für unsere Branche sein.
Aus unserer Sicht war das, ich möchte immer ungern das Wort Heizungsgesetz in den Mund nehmen, weil das gab es ja nicht. Das gibt es eigentlich gar nicht. Genau, aus unserer Sicht war das Gebäudeenergiegesetz mit der 65 Prozent erneuerbaren Anforderung ein sehr guter Rahmen, den wir gerne beibehalten hätten.
Wir haben auch nicht erwartet, dass das in der Radikalität so angepasst wird. Aber wir sehen auch, dass das nicht zurückkommen wird. Also das war der CDU offensichtlich ein so wichtiges Wahlkampfversprechen, dass sie das streichen musste und wir sind überzeugt, dass wir auch mit dem neuen gesetzlichen Rahmen sehr gut wirtschaften können.
Was für uns ein großer Lichtblick ist, ist das und das ist glaube ich auch ein sehr klares Zeichen für Verbraucherinnen und Verbraucher, dass die Förderung weiterhin stabil bestehen bleiben soll, so wie sie jetzt ist. Und da ist ja das klare Signal, dass es dann hin zur Wärmepumpe gehen sollte. Wollen wir einmal die Kostenfaktoren nochmal vielleicht so Punkt für Punkt durchgehen?
Weil ich habe zum Beispiel gar nicht mehr auf dem Schirm, was eine Wärmepumpe eigentlich kostet, was ein Gaskessel kostet und welche weiteren Faktoren man dann im Hinterkopf haben sollte. Was kostet denn aktuell ein Gaskessel, wenn man einen haben möchte und womit schlägt eine Wärmepumpe zu Buche, wenn man sich jetzt informiert? Ja.
Also Durchschnittspreise gesprochen würde ich sagen, dass sie mit einer Gasheizung so... Anfang vielleicht bei 9.000 bis 15.000 Euro rechnen sollten. Bei einer Wärmepumpe sprechen wir so von 18.000 bis 30.000. Das ist natürlich alles regional unterschiedlich. Im Verhältnis ist die Wärmepumpe deutlich teurer in der Anschaffung.
Da geht aber natürlich dann bei der Wärmepumpe noch die Förderung ab. Wie viel gibt es da maximal? Ja, also die Förderung ist divers gestaffelt. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Dann gibt es noch einen Klimabonus, wenn man besonders schnell handelt, einen Einkommensbonus für Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro, einen Effizienzbonus.
Maximal kann man die Förderung mit all diesen Boni auf 70 Prozent runterrechnen. Und selbst wenn wir jetzt bei der, ja sagen wir, wir bleiben, wir rechnen so ungefähr vielleicht mit 9000 Euro Förderung, die davon abgeht. Dann nähert, also dann ist die Wärmepumpe potenziell immer noch ein Stück weit teurer als eine Gasheizung, aber wir nähern uns mit der Förderung dann schon den Kosten einer Gasheizung an.
Weil dann auch bei der Gasheizung, dann kommt wieder alles andere dazu, was ja erst mit der Zeit, sage ich mal, seine Wirkung entfacht. Sie haben Biotreppe angesprochen, Grüngasquote, der ETS wabert bei mir im Kopf herum. Vielleicht fangen wir bei der Biotreppe an, was ist das jetzt nochmal? Genau, also die neuen Eckpunkte setzen quasi zwei neue Faktoren oder Quoten mit an.
Das eine ist die sogenannte Biotreppe, das heißt, dass ab 2029 Gasheizung entsteht. 10 Prozent oder Gasheizung betrieben werden müssen mit Gas, das zu 10 Prozent ein defossilisiertes Gas hat. Das kann in den meisten Fällen, würde ich sagen, Biomethan sein. Das könnten auch diverse Wasserstoffprodukte sein. Nein, das halte ich aber für deutlich unwahrscheinlicher, dass das wirklich in die Heizung dann geht.
Also es wird zum großen Teil Biomethan sein. Und das würde dann zu 10 Prozent beigemischt, beziehungsweise es ist dann sicherlich bilanziert. Also man kann dann Biogastarife kaufen, die gibt es jetzt auch schon. Die sind aber heute schon 25 Prozent teurer als der Standard-Gastarif. Weil das auch teuer in der Herstellung ist, oder? Genau.
Ich glaube, da hat die Bundesregierung selbst jetzt etwa 196 Euro für so einen klassischen Vier-Personen-Haushalt pro Jahr, Stand jetzt, Stand heute zugerechnet. Und da kommt dann, wie du eben schon angesprochen hast, also die Treppe, erstens wird die Quote immer höher an Biogasen oder Grüngasen, die dem beigemischt werden müssen, bis 2040.
Also da soll dann, wir kennen die Stufe noch nicht. Die 65%-Quote letztlich wahrscheinlich. Sozusagen. Natürlich muss man da vielleicht einmal dazu sagen, dass gerade die SPD immer wieder darauf gepocht hat, dass das natürlich auch jetzt schon im Bestand einen Klimaeffekt hat. Weil dadurch die Emissionen, die beim normalen Heizen entstehen, etwas reduziert werden.
Vielleicht können Sie uns noch einmal einschätzen, für wie groß Sie diesen Klimaeffekt halten durch diese Beimischung. Kann man das absehen? Also bei dieser Biotreppe kann man das jetzt noch nicht so wirklich sagen. Denn diese Treppe gab es auch schon im aktuellen Gebäudeenergiegesetz. Da waren die Treppenstufen allerdings schon höher.
Also da wären wir 2029 mit 15 Prozent statt 10 Prozent angefangen. Und dann hätte es noch eine Treppenstufe sozusagen 2035 gegeben und 2040. Das wurde jetzt reduziert von 15 auf 10 Prozent ab 2029 und die weiteren Schritte sind noch unbekannt. Das heißt, die müssen aber potenziell eigentlich größer werden, weil wir niedriger anfangen.
Das heißt, diese Biotreppe in einer Biotreppe, Jedenfalls mit einem ambitionierteren Startpunkt ist eigentlich schon in die aktuelle Klimawirkung des Gebäudeenergiegesetzes mit eingerechnet. Dadurch, dass wir jetzt jedenfalls das Startlevel gesenkt haben, ist die Klimawirkung also geringer als das, was wir bisher haben.
Das gesamte Gebäudeenergiegesetz soll eine Klimawirkung von 12 Milliarden Tonnen CO2 haben. Es gibt ja noch eine zweite Quote quasi, die eingeführt werden soll und die ist wirklich neu, das ist die Grüngasquote. Ab 2028 startet ab 2028 mit mindestens 1% Beimischung, auch wieder von defossilisierten Gasen.
Für Öl geht das übrigens genauso. Da kommt dann das grüne Heizöl von Herrn Spahn ins Spiel. Und diese 1% Beimischung dieser Grüngasquote oder Grünölquote, die ist mit einer Klimawirkung von 2 Milliarden Tonnen in dem Eckpunktepapier angegeben. Und können Sie da nochmal genau erklären, das kommt auf die Biotreppe oben drauf und hat deswegen einen größeren Effekt oder wie erklärt die Bundesregierung das?
Nein, also die Biotreppe wirkt für Heizungen, die, wenn man sie neu installiert, ab dem Inkrafttreten des Gesetzes, also wenn ich mich jetzt entscheide, weiterhin ab Beginn des neuen Gebäudemodalisierungsgesetzes eine Gasheizung oder eine Ölheizung einzubauen, dann bin ich verpflichtet ab 2029 diesen speziellen Biotarif quasi zu beziehen.
Die Grüngasquote selber ist eine Vorgabe für die Innenverkehrbringer. Für die Anbieter dann. Für die Anbieter. Da muss dann die Gaswirtschaft dafür sorgen, dass in ihren Standard-Gastarifen, sage ich mal, ein Prozent Bio-Beimischung ab 2028 vorliegt. Und das, vielleicht auch da nochmal dazu, ist dann eine Teuerung für alle, die mit Gas oder Öl heizen.
Denn bisher gab es ja keine Vorgaben für bestehende Heizungen im Gebäudeenergiegesetz, sondern nur für den Fall, dass diese Heizung ausgetauscht wird. Das heißt, über diese Grüngasquote erwarten wir, dass generell auch für die vielen Heizungen im Bestand, die aktuell auch noch laufen. Dass es halt generell dann da nochmal on top eine Preissteigerung beim Gas wird.
Also wir sind jetzt noch nicht beim ETS. Ich wollte gerade sagen, on top. Und jetzt müssen wir einmal kurz über den ETS sprechen, also das Emissionshandelssystem. Jetzt schon der Punkt, wo ich alleine geistig irgendwie würde ich sagen, ich hätte gerne, wenn ich kann, die Wärmepumpe und den Stromtarif dafür von Wind und Sonne oder so, um das einfach zu machen.
Da muss man dann jetzt eben mit seinen Vermietern sprechen, in unserem Fall. Christian und ich sind jedenfalls Mieter. Aber nochmal kurz dazu vielleicht. Der ETS, ich finde, man muss es einfach auch immer wieder erwähnen, der wird dann dafür sorgen, dass fossile Energien generell teurer werden über die nächsten Jahre.
Ab 2027 ist nach der Europäischen Union dann eben auch Heizen da mit drin in diesem Handelssystem. Also wie schätzen Sie das ein, die Teuerungsrate dadurch? Ja, vielleicht auch nochmal, um Price-Tech an die Grüngasquote zu setzen. Das hat nämlich das IW Köln letztes Jahr schon gemacht. Also bei dieser Grüngasquote rechnet man von Mehrkosten von 350 Euro ab Mitte der 30er Jahre für das Standard Einfamilienhaus.
Das DIW, habe ich jetzt noch gesehen, rechnet sogar mit Mehrkosten von 450 Euro jährlich. Also das kommt dann nochmal on top für die Grüngasquote. Und dann sprechen wir über den ETS2. Genau, also wir haben aktuell in Deutschland schon ein nationales System. Da liegen wir bei, ich meine so 54 Euro. Und wie sich das, wie sich jetzt die Preisbildung bei ETS2 ab Start 2028, der Start von ETS2 ist letztes Jahr nochmal verschoben worden um ein Jahr.
Auf europäischer Ebene. Ja, haben wir sogar hier drüber gesprochen. Um das Ganze noch komplizierter zu machen. Genau, wie sich da dann die Preise bilden, können wir noch nicht sagen. Wir erhoffen uns, dass wir dort dann nicht zu Beginn deutlich unter dem nationalen Preis in Deutschland liegen werden.
Aber es ist noch ein Preisaufschlag, der on top kommt. Genau, es wird einen Preisaufschlag geben, der on top kommt. Es gibt auch sehr große Preisspannen an Szenarien, wie sich das entwickeln könnte. Wir rechnen damit, dass wir dann auch, auch wenn wir so über die 30er Jahre rechnen, dass wir da schon über 100 Euro für eine Tonne CO2 kommen.
Und darf ich noch mal ganz kurz grünes Heizöl, grünes Gas? In der Theorie klingt das sehr schön, aber ich glaube, die Hindernisse sind einerseits beim Biomethanismus halt auch hergestellt werden. Also das ist nicht wie die Sonne, die einfach so vom Horizont runterfällt. Und wird, glaube ich, auch nach wie vor versucht, das im Zweifelsfall auch so für Dunkelflauten und so fort zu halten als Absicherung. und grünes Heizöl wird aus Speiseölresten hergestellt.
Mehrheitlich, ich weiß nicht, ob hauptsächlich oder mehrheitlich. Und wir hatten vergangenes Jahr auch mal darüber gesprochen mit Jochen Tiloke vom Verband der Ingenieure, glaube ich, der uns gesagt hat, Deutschland hat tendenziell so einen Verbrauch im Jahresverbrauch, 10 Millionen Tonnen Heizöl und grünes Heizöl gibt es global ungefähr 20 Millionen Tonnen.
Also das sind auch so Konkurrenz-Bieter-Wettbewerbe, wie dann beim Gas generell irgendwie wieder, die da sehr wahrscheinlich auftreten können, weil dann halt die Industrie möchte das glaube ich auch haben und solche Dinge. Das wollte ich nur noch einmal kurz mit ergänzen. Und dann, also ja, wichtiger Punkt auf jeden Fall auch.
Und dann wären wir ja bei den Mieterinnen und Mietern, wir haben es jetzt immer wieder schon angesprochen, ich glaube es wird relativ deutlich, sie sind da ja auch oft optimistisch, dass sich die meisten Eigenheimbesitzer relativ schnell für eine Wärmepumpe oder eben andere Formen des elektrischen Heizens entscheiden werden.
In diesem Gesetz steckt jetzt aber kein Anreiz für Vermieter, das auch ihren Mietern zur Verfügung zu stellen. Oder sehen Sie das anders im Gebäudemodernisierungsgesetz? Nein, aktuell gibt es im Gebäudemodernisierungsgesetz, also in diesen Eckpunkten, aber auch im bestehenden Gebäudeenergiegesetz. Keine Regelung, wie die Kosten verteilt sind zwischen Vermietern und Mietern.
Es gibt bereits ein anderes Gesetz, ehrlicherweise habe ich den Namen gerade nicht parat, Kostenteilungsgesetz oder sowas. Wo Vermieter schon verpflichtet sind, wenn sie weiterhin eine fossile Heizung einbauen. Dann teilt man die Kosten des Vermieters, Quasi nationalen ETS-2s, also die CO2-Kosten sozusagen, die werden schon anteilig zwischen Vermieter und Mietern geteilt und ich erwarte, dass es auch in irgendeiner Form entweder da eine Verschärfung hingeben wird, dass das auch nochmal für die Biotreppe sozusagen festgelegt wird, dass die dort auch in diese Kostenteilung mit eingeht und dass das vielleicht auch nochmal verschärft wird.
Also dass ein höherer Kostenanteil zulasten des Vermieters dann gelegt wird, als was der Mieter dann zahlt an den CO2-Kosten sozusagen. Das kann ich mir vorstellen, dass es dort dann eine Erweiterung gibt. Und das ist allerdings jetzt noch nicht wirklich valide hier mit rein verhandelt. Das heißt, wir wissen nicht, was die SPD tatsächlich jetzt, sage ich mal, für dieses Gebäudemodellisierungsgesetz bekommen hat.
Und wie sicher sie dort eine Abfederung für die Mieter schon mit einverhandelt hat. Wie hoch schätzen Sie denn das Risiko, jetzt mal an den aktuellen Eckpunkten gemessen, dass das wirklich für die Mieter eine so große Kostenfalle wird oder ein so großes Kostenproblem, wie es jetzt ja auch beschrieben wird?
Also wenn wir zum einen über die Einführung der Grüngasquote, das hatte ich ja vorhin schon gesagt, das wird eine Einführung sein, die sich über auch alle bestehenden Heizungen sozusagen zieht. Also diese Grüngasquote ist quasi wie eine Erweiterung des ETS sozusagen. Also das ist ein Kostenfaktor, der wirklich alle Mieterinnen dann auch mit Gasheizung, die vielleicht schon fünf Jahre, zehn Jahre oder so alt sind, betreffen wird.
Also da kommen garantiert Kostensteigerungen, sage ich mal, auch wenn der Vermieter nichts tut. Wir sehen, dass der Fall des vermieteten Mehrfamilienhauses sozusagen, wo man ja auch noch Gasetagenheizung hat, dass dort es tendenziell auch noch am schwersten ist, davon zu überzeugen, dass auch dort Wärmepumpen eine gute Lösung sind.
Und ich kann mir vorstellen, dass genau für diese Fälle die Vermieter sich dann weiterhin für eine Gasheizung entscheiden und dann natürlich ihre Mieter in eine Kostenfalle sozusagen treiben, ohne dass man da groß Einfluss drauf nehmen kann. Die Statements, die ich jetzt von der Immobilienwirtschaft, also von den professionellen Vermietern sozusagen gehört habe, die ja auch alle schon Investitionspläne haben.
Dort vernehme ich eher, dass sie an ihren Plänen festhalten. Und dort vernehme ich auch, dass sie die Wärmepumpe oder Anbindung an Wärmenetze, Fernwärme, dass das die zwei entscheidenden Technologien für sie sind und dort wird man eher jetzt die Investitionen, die Jahrespläne, die Sanierungspläne nicht nochmal anfassen.
Und ja, die kleinen Vermieter sozusagen, die Eigentümergemeinschaften, da kann ich mir schon vorstellen, dass es da, ja, die Tendenz dahin geht, dass man dann eine einfache, günstige Heizungstausch macht, statt eine größere Modernisierung mit einer Wärmepumpe. Und Christian hatte, glaube ich, auch Tipps versprochen, ganz zu Beginn.
Was würden Sie denn empfehlen? Ich hatte auch positive Aspekte versprochen, aber ich bin nicht mehr so ganz zuversichtlich. Außer es klingt zuversichtlich zu hören, dass die Immobilienwirtschaft im Großen und Ganzen wahrscheinlich sagt, nee, wir machen lieber das, was wir uns eh vorgenommen hatten. Und beschäftigen uns gar nicht mit der grünen Gasquote und Biotreppen und so.
Ich muss sagen, ich gehe an dieser Stelle tatsächlich auch schon etwas offener oder etwas optimistischer aus diesem Gespräch, als ich vorher war. Und trotzdem haben Sie vielleicht noch Ratschläge, außer für mich persönlich, weil ich genau in so einem vermieteten Mehrfamilienhaus mit ganz vielen privaten Vermietern sozusagen wohne.
Also ich frage für einen Freund. Haben Sie ja Ratschläge, wie Mieterinnen und Mieter damit umgehen sollten? Und tatsächlich ist man da, glaube ich, als Mieter, außer natürlich umziehen. Immer gut in Berlin, der Tipp. Genau. Ja, also hat man da als Mieter relativ wenig Möglichkeiten. Also es gibt jetzt kein Recht darauf, dass man eine Modernisierung irgendwo einklagen kann.
Ich glaube, es würden auch wenige Mieter gerne machen, weil natürlich dann ja auch die Kosten der Sanierung wieder umgelegt werden auf die Miete. Im Privaten könnte ich jetzt sozusagen Tipps geben, wie Heizung entlüften und so weiter. Vielleicht eher den Tausch. Den Verbrauch ein bisschen zu reduzieren.
Genau, den Verbrauch ein bisschen zu reduzieren. Dicken Pulli anziehen, zwischen ein paar Kniebeugen machen. Ich glaube, das hatte Angela Merkel schon empfohlen. Das hat Tino Sarrazin schon mal empfohlen. Oder an anderer Stelle partizipieren von erneuerbaren Energien über Balkonkraftwerke. Also man kann ja jetzt auch schon, Jedenfalls jetzt noch sehr gut ein bisschen Eigenstrom, ja, selbst Eigenstrom erzeugen und das dann speichern.
Also das sind so ein bisschen kleine Möglichkeiten, die ich als Mieter habe, aber die wirkliche Handhabe hinein in die Modernisierung des Heizungskellers habe ich als Mieter einfach nicht. Und ich glaube, das sollte auch der SPD sehr bewusst sein, dass sie ja eigentlich die Partei ist, die eine hohe Verantwortung auch für Mieterinnen und Mieter eigentlich immer angenommen hat, dass sie dort eine gute Lösung schafft.
Dann bleibt uns jetzt noch übrig, auf das Verhandlungsgeschick der SPD zu hoffen in dieser aktuellen Bundesregierung. Und schwupps ist der Optimismus wieder weg. Nein, vielleicht findet ja die CDU auch ihr Herz für Mieterinnen und Mieter. Auch das möchte ich Ihnen nicht komplett abschreiben. Aber wir bedanken uns erst mal.