Anmelden

Das Klima-Labor von ntv

In AfD-Hochburgen gibt es deutlich weniger Solaranlagen und E-Autos | Moritz Wussow (Universität Freiburg)

Donnerstag, 15. Oktober 2026 · 37 min

MP3

Shownotes

E-Autos, Solaranlagen und Wärmepumpen boomen in Deutschland. Doch in AfD-Hochburgen schreitet die Energiewende langsamer voran. Eine Studie der Universität Freiburg kommt zu dem Ergebnis, dass es ohne den Aufschwung der Partei Zehntausende E-Autos und Solaranlagen mehr geben könnte. Dabei sind es nicht nur Grünen-Wähler, die die Energiewende im Eigenheim und auf der Straße vorantreiben: "Das Interesse von FDP-Anhängern an Solaranlagen und E-Autos ist teils sogar höher als bei den Grünen", sagt Studienautor Moritz Wussow im Podcast. "Das gilt auch für den tatsächlichen Kauf."

Dennoch sieht Wussow gerade in Regionen mit hoher AfD-Zustimmung trotz Kohle- und Atomwahlkampf enormes Potenzial für saubere Technologien. Wichtig sind ökonomische Argumente - und die richtigen Nachbarn. Das lässt sich unter anderem aus der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ableiten. Warum? Das erfahrt ihr im Podcast.

Gast: Dr. Moritz Wussow (linkedin.com/in/moritz-wussow-35082453), Leiter des Climate Action Research Lab (CARL (uni-freiburg.de/carl)), Universität Freiburg
Moderation: Clara Pfeffer (n-tv.de/incoming/Clara-Pfeffer-article22772720…) und Christian Herrmann (n-tv.de/autoren/Christian-Herrmann-article2158…)

Wir freuen uns über Feedback und Zuschriften: klimalabor@ntv.de

Ihr möchtet uns unterstützen? Dann bewertet das "Klima-Labor" bei Apple Podcasts (podcasts.apple.com/de/podcast/klima-labor-von-…) oder Spotify (open.spotify.com/show/2f1fH1zprRwjX9EqKE3hMJ)

Das Interview als Text? Einfach hier (n-tv.de/mediathek/audio/Podcast/Klima-Labor) klicken.
Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de

Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Klara. Christian. Wovon hängt deiner Meinung nach ab, ob sich Menschen ein E-Auto oder eine Solaranlage anschaffen? Also ich würde sagen in erster Linie schon noch davon, ob sie sich das leisten können und ob sich das schnell rechnet. Da gibt es ja unterschiedliche Gegebenheiten. Aber mit Sicherheit auch so von der persönlichen Einstellung dazu.

Ist die persönliche Einstellung auch die politische Einstellung dann? In vielen Fällen. Gibt es da große Überschneidungen, würde ich sagen, ja. Was bedeutet das zum Beispiel in Sachsen-Anhalt? Glaubst du, dort wird die Energiewende jetzt langsamer voranschreiten als in anderen Bundesländern? Ich hatte mal geschaut, weil ich das so spannend fand. Bei der AfD stand tatsächlich im Wahlprogramm drin.

Wir wollen die Energiewende beenden, den Windausbau stoppen, wenn möglich Windräder sogar zurückbauen, Kohleausstieg auch stoppen und dann die Rückkehr zur Atomkraft einleiten. Ja, ich wollte es gerade sagen. Also wenn es nach dem Wahlprogramm geht, dann auf jeden Fall. Es gibt auch Bundesvorgaben. Also ganz werden sie sich davon auch nicht verabschieden können, was so den Ausbau von Windkraft zum Beispiel angeht.

Und natürlich ist die Frage, ob sich die Menschen persönlich dann trotzdem noch dafür entscheiden, Solaranlagen auf ihr Dach zu bauen. Und jetzt darauf hoffen, dass die Spritpreise möglichst hoch bleiben und dann die Leute doch sagen, dann ist das E-Auto ja vielleicht doch eine bessere Option. Ja, so weit würde ich persönlich nicht gehen, weil ich immer denke, das führt zu so großen sozialen Verwerfungen, dass sich das umgekehrt wiederum nicht so richtig lohnt.

Aber dass die Menschen trotzdem begreifen, wie gefährlich es ist, sich auf fossile Energien zu verlassen, darauf darf man schon hoffen, würde ich sagen. Ich glaube aber, wir haben gezeigt, es ist eine spannende, aber auch komplexe Frage. Wie kann man eigentlich messen, ob der Verkauf von Solaranlagen mit der politischen Einstellung zusammenhängt?

Gibt es da überhaupt einen Zusammenhang? Das Erfreuliche ist, es gibt Menschen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen und einer davon sitzt uns gerade gegenüber. Sein Name ist Moritz Wusso und er leitet das Climate Action Research Lab an der Universität Freiburg und hat gerade eine Studie zu dem Thema herausgebracht.

Und auf eine Zahl heruntergebrochen ist das Ergebnis, in AfD-Hochbogen gibt es tatsächlich weniger Solaranlagen und E-Autos. Wieso, weshalb, warum das so ist, das erzählt er uns jetzt in unserem Labor, im Klimalabor. Hallo und herzlich willkommen, Moritz Wusso. Hallo und vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, heute hier sein zu dürfen.

Hallo auch von mir und bevor es losgeht, wie immer der Hinweis, wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, dann schreibt Christian und mir eine E-Mail an klimalabor.ntv.de und falls ihr uns unterstützen möchtet, bewertet das Klimalabor sehr gerne bei Apple Podcasts oder Spotify. Ganz genau. Dankeschön. Moritz, du hast untersucht, welchen Einfluss eine Neigung zur AfD auf die Verbreitung von E-Autos und Solaranlagen hast. Und als ich die Studie durchgegangen bin, ging es auf einmal um Wölfe.

Was hat ein gerissenes Schaf damit zu tun, ob irgendwo ein Tesla oder eine Solaranlage gekauft wird? Ich gehe sehr gerne gleich auch auf die Wölfe ein. Vielleicht fasse ich aber doch einmal ganz kurz zusammen, welche Fragen wir uns grundsätzlich gestellt haben bei dieser Studie. Die Wölfe sind da ein ganz wichtiges Detail, aber ich glaube, einmal kurz zusammengefasst, wir haben uns gefragt, erstens, wer interessiert sich in Deutschland überhaupt für saubere Technologien, am Beispiel von Solaranlagen und E-Autos.

Dazu haben wir eine repräsentative Studie mit der Bevölkerung durchgeführt und eben unter anderem aufgezeigt, dass Unterstützer der AfD da ein geringeres Interesse haben, Die zweite Frage, die wir uns gestellt haben, zielte darauf ab, zu verstehen, wie die Technologien über Deutschland hinweg verbreitet sind und, dort eben auch im Zusammenhang mit der lokalen politischen Orientierung, gemessen an den Stimmenanteilen über die Gemeinden hinweg, haben uns also über 10.700 Gemeinden in Deutschland angeguckt und eben auch dort wieder festgestellt.

Dass es große Unterschiede gibt. Obwohl man auch sagen muss, dass über alle Regionen hinweg wir einen Boom sowohl der Solaranlagen als auch E-Autos feststellen. Insbesondere in den letzten Jahren, wir haben uns das bis 2023 angeguckt. Und dann haben wir drittens noch den Blick in die Glaskugel gewagt und eine grobe Schätzung angestellt, zu sagen, was wäre denn, wenn die AfD nicht den Erfolg gehabt hätte, den sie tatsächlich gehabt hat.

Und wenn wir die statistischen Zusammenhänge, die wir sehen zwischen dem Aufschwung der AfD und, dem darauf folgenden geringeren Verbreitung dieser Technologien, wenn es da tatsächlich einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang gibt und wir einmal simulieren. Was gewesen wäre ohne diesen Aufschwung, haben wir eben auch festgestellt, dass es dadurch aus substanzielle Unterschiede gegeben hätte.

Und es einfach mehr Solaranlagen und mehr E-Autos in Deutschland hätte geben können. Kannst du den noch etwas genauer beziffern? Also erstens, um wie viel weniger interessieren sich Menschen, die sich vorstellen können, die AfD zu wählen für E-Autos und Solaranlagen und wie sehr beeinflusst das die Verbreitung in den jeweiligen Regionen?

Ja, also ganz, ganz grundsätzlich mit dieser, wie gesagt, es ist eine grobe Schätzung, kommen wir darauf, dass wir im Bereich der Solaranlagen etwa 10.000 bis 20.000, mehr Anlagen, das ist etwa bis zu etwa 1% mehr Solaranlagen bis 2023 davon ausgehen, wenn es den Aufschwung der AfD nicht gegeben hätte.

Im Bereich der Elektroautos sind es mehr, sind es 40.000 bis 50.000, das ist bis etwa 3%. Wohlgemerkt, wir gucken wie gesagt bis 2023, also eine Periode an, wo die AfD sukzessive von 2013, als sie gegründet wurden, sind sie gerade an der 5%-Hürde gestreitert mit 4,7%. 2021 in der Bundestagswahl waren sie etwas über 10%. Also sie haben sich da etwas mehr als voll doppelt.

Der ganz große Aufschwung ist jetzt erst in den letzten Jahren, also nach dem Ende unseres Beobachtungsfensters, zustande gekommen. Und wie viel weniger wollen Menschen, die sich vorstellen können, die AfD zu wählen, E-Autos oder Solaranlagen haben? Da kommen wir jetzt tatsächlich zu der repräsentativen Umfrage, die wir gemacht haben.

Da haben wir also zunächst einmal die mehreren tausend Umfrageteilnehmer gefragt, welche politische Partei sie bei der Bundestagswahl 2021 gewählt haben. Und dann für sowohl Solar als auch Elektroautos sie gefragt, ob sie die schon angeschafft haben, ob sie konkret Interesse haben, das bald zu tun, ob sie kein Interesse haben oder ob das vielleicht gar nicht für sie in Frage kommt.

Gerade bei Solaranlagen kann man sich das ganz gut vorstellen, dass das ja vielleicht einfach kein Eigenheim da ist und die Frage sich gar nicht stellt. Und haben da eben große Unterschiede über die Parteienlandschaft festgestellt. Ich mache es vielleicht mal an dem Vergleich zwischen AfD-Unterstützern und Unterstützern der Grünen fest.

Da sehen wir im Bereich der E-Autos tatsächlich, dass die Grünen mehr als dreimal so hohes Interesse beziehungsweise schon Kauftätigung haben. Bei den Solaranlagen ist es deutlich geringer. Das ist aber immerhin immer noch 50 Prozent mehr bei den Grünen im Vergleich zur AfD. Aber nur Interesse, also das sind nicht die Zahlen?

Wir haben das zusammengefügt, also sowohl Interesse, also Kaufinteresse plus schon gekauft. Also eine grundsätzliche Offenheit für diese Technologien wollten wir darüber messen. Wir haben das in unserem Paper auch nochmal aufgeschlüsselt. Im Grunde genommen sind die Unterschiede ähnlich, wenn man auf den tatsächlich bereits erfolgten Kauf schaut.

Und hat das was, wie Clara vermutet hat, mit dem Einkommen zu tun? Also kann man sagen, dass Grünvilla, ich glaube, das hatte Silke Borgstedt bei uns mal gesagt, dass halt Menschen, die sich ein Komfortökologen, genau. Das E-Auto war lange eine Option für Komfortökologen, um sich das Gewissen zu reinigen von den Flügen und von den Kreuzfahrten.

Das konnten sich dann viele Menschen zu dem Zeitpunkt noch nicht leisten. Also Einkommen hat auf jeden Fall auch eine Auswirkung darauf, ob Menschen saubere Technologien anschaffen und mehr Einkommen geht auch mehr Anschaffung dieser Technologien einher. Was wir konkret gemacht haben, ist, wir haben die Umfrageteilnehmer auch zu ganz unterschiedlichen anderen Erklärungen, also Charaktereigenschaften, die ihr Verhalten erklären könnten, befragt, wie beispielsweise Einkommen, Geschlecht, Alter.

Was ihre Wohnsituation ist, etc. Und haben dann statistische Modelle angewendet, die für all diese Faktoren kontrollieren. Also vereinfacht gesagt haben wir Menschen, die in all diesen anderen Eigenschaften, die wir abgefragt haben, gleich sind und sich nur in ihrer politischen Orientierung unterscheiden, miteinander verglichen.

Und eben auch dann festgestellt, dass es sowohl bei Solaranlagen als auch bei E-Autos substanzielle Unterschiede gibt zwischen den Parteien und dass das bei den E-Autos nochmal deutlich ausgepräckter ist. Also insbesondere, dass die Unterstützer der AfD da deutlich niedriger liegen als der Durchschnitt und die Unterstützer der Grünen. Unabhängig vom Einkommen.

Unabhängig vom Einkommen, unabhängig vom Alter, unabhängig vom Geschlecht. All diese Themen haben wir kontrolliert für all diese Faktoren. Und Grüne und AfD, das ist jetzt nicht so super überraschend, würde ich einfach mal sagen, dass da ein großer Unterschied besteht. Wie ist es bei denen, die vielleicht ein bisschen näher aneinander liegen, auch wenn einige Teile der CDU das natürlich weit von sich weisen würden.

Wie sieht es bei der CDU im Vergleich zur AfD zum Beispiel aus oder der FDP? Also die FDP ist tatsächlich auch sehr hoch, was das Interesse und die Adoption sowohl von Solaranlagen als auch von E-Autos angeht. Das ist sehr spannend. Also die FDP ist eher so auf grünem Niveau. Das ist jetzt mal rein, wenn man.

Von den Durchschnitten ausgeht, ohne dass man das jetzt noch kontrolliert für beispielsweise Einkommen. Weil FDP-Wähler sind ja, wird ja häufig auch nachgedacht, dass sie durchaus auch höhere Einkommen haben, ein bisschen besser beluscht da sind. Wobei sich das dann statistisch manchmal gar nicht so beschädigen lässt. Aber ja.

Ja, zumindest haben wir hier festgestellt, dass wir eben also bei Grünen und FDP mit Abstand die höchste Adoption und auch Interesse daran gemessen haben. Bei der AfD und auch Linken und BSW je nach Technologie geringe Raten und bei, SPD, CDU liegt es so ein bisschen dazwischen. Spannend. Also ist es ihrer Meinung nach dann doch darauf zurückzuführen, wie man politisch eingestellt ist, was man, also ich meine auch da, die AfD macht ja ganz gezielt auch Werbung damit.

Wir haben es jetzt gerade für Sachsen-Anhalt einmal, Christian hat es einmal vorgelesen, dass sie ja ganz konkret auch in ihrem Wahlprogramm im Grunde versprechen, den Ausbau der Erneuerbaren zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Und offensichtlich ist das dann auch das, was Menschen für sich im persönlichen Leben haben wollen.

Nach Ihrer Studie? Ja, also was wir grundsätzlich erstmal feststellen, ist, dass es diese Unterschiede gibt in den Einstellungen der Bevölkerung. Was wir uns dann eben angeguckt haben, ist, wie die Verteilung über Deutschland weg aussieht und wie sich das auch über Zeit entwickelt hat. Und da haben wir, wie gesagt, einen ganz umfangreichen Datensatz erstellt.

Auf Gemeindeebene, also über 10.000 Gemeinden in Deutschland und haben dort, über Zeit uns angeguckt, wie haben sich die E-Auto-Registrierungen entwickelt, wie haben sich die Solaranlagen entwickelt und wie hat sich die politische Orientierung, gemessen an den Stimmenanteilen der unterschiedlichen Parteien entwickelt.

Und zunächst einmal zeigen wir auf, okay, es gibt über Deutschland hinweg, sowohl bei Solaranlagen als auch bei E-Autos, über alle politischen Orientierungen, einen klaren Boom, vor allem in den letzten Jahren, die wir betrachtet haben. Also so in den, ab 2019 bis 2023 wirklich geht es überall hoch. Egal, wie da der Anteil der unterschiedlichen Parteien ist.

Genau, also wir haben uns insbesondere dann wieder angeguckt, die Regionen, die Gemeinden haben geklustert, je nachdem wie stark sie, wie hoch die AfD-Stimmenanteile und die grünen Stimmenanteile sind. Haben also im Prinzip drei Gruppen gebildet, Regionen, die besonders grün wählen relativ zu den anderen, besonders AfD und die dazwischen liegen und haben dort eben festgestellt, dass es überall hochgeht.

Aber das ist eben in den Regionen, die besonders die AfD hochburgen, sage ich mal, dass es dort einfach weniger schnell hochgeht als anderswo. Aber die Akzeptanz wächst. Genau, also die Verbreitung, die tatsächliche, also nicht nur die Akzeptanz, sondern eben auch die Kaufentscheidungen, die Registrierungen, die Installationen, die wachsen in diesen Regionen.

Das heißt natürlich noch nicht, dass das jetzt unbedingt die Wähler der E-AfD sind in diesen Regionen, die dann das Elektroauto kaufen. Das wissen wir erst dann, wenn es 100 Prozent E-Autos gibt, auch in der AfD-Hochbogen. Ganz genau, also es kann ja auch gut sein, oder es ist ja faktisch auch so, sodass auch in den Regionen oder in den Gemeinden, wo viel AfD gewählt wird, in aller Regel der Großteil der Bevölkerung immer noch nicht AfD wählt.

Und es kann natürlich gut sein, dass es vor allem diese Menschen sind, die dann eben sich dort für die E-Autos und die Solaranlagen entschieden haben. Und kann man auch schon sagen, ob das was damit zu tun hat, dass die Menschen sich eher an diese Technologien herantrauen, weil sie das mal versuchen wollen?

Weil tatsächlich die Akzeptanz wächst zum Beispiel von E-Autos oder liegt es dann doch daran, das war 2023 endet die Datenerfassung, korrekt? Ganz genau. Okay, da waren sie noch relativ teuer, also das hat wahrscheinlich dann nichts damit zu tun, dass E-Autos günstiger geworden sind. Oder lässt sich das gar nicht sagen? Das haben wir in der Studie jetzt so nicht analysiert.

Das ist also, was ich auf jeden Fall sagen lässt, ist, dass in den letzten Jahren, die wir dort betrachtet haben, die einfach viel mehr Optionen auf den Markt gekommen sind, ja auch seitdem. Ich habe jetzt nochmal reingeguckt, die letzten Daten vom KBA, bei den Neuregistrierungen sind wir jetzt bei über ein Drittel reine Elektrofahrzeuge.

Und dann, also wenn man noch die Plug-in-Hybriden und die Hybriden dazu nimmt, bei der Mehrheit der Fahrzeuge, die. Keine reinen Benziner zumindest mehr sind oder reine Dieselfahrzeuge und das hängt natürlich auch einerseits mit der mit den Preisen zusammen, aber auch ganz stark, dass es einfach viel mehr Optionen gibt.

Also es kann auch sein, dass man einfach inzwischen ein E-Auto von seinem persönlichen Lieblingshersteller kaufen kann und deswegen hat man auf einmal zugegriffen. Genau und dann ist Und das ist natürlich auch der Eintritt der chinesischen Hersteller, die durchaus auch dann mit sehr attraktiven Preisen auf den Markt gekommen sind, hier auch noch zu nennen.

Und weil die Rede von AfD Hochbogen war, gibt es dort also jetzt eine konkrete Auswertung in einer Hochburg, die so heraussticht eventuell? Nee, wir haben das tatsächlich über ganz Deutschland hinweg betrachtet. Was wir allerdings getan haben, ist, dass wir uns gerade dann, bei der Betrachtung der Entwicklung über Zeit, also es uns dann ja wirklich interessiert ist zu sehen, gibt es eigentlich einen Zusammenhang, dass die Regionen, die mehr AfD wählen, dass die danach weniger sich für diese sauberen Technologien entscheiden?

Oder sind das einfach Regionen, wo das grundsätzlich schon immer so war, dass die Menschen nicht so offen waren den Technologien gegenüber? Und da sind wir wirklich dann sehr genau reingegangen. Also ich hätte ja schon gesagt, wir haben es uns auf Gemeindeebene angeguckt. Aber was wir in unseren statistischen Modellen dann tun, ist, dass wir Gemeinden mit anderen Gemeinden im gleichen Landkreis verglichen haben und uns dann auch nur die Veränderungen angeschaut haben.

Also wir haben uns angeguckt, wie eine Gemeinde relativ zu den anderen Gemeinden im Landkreis AfD gewählt hat, also wie viel mehr AfD sie gewählt haben und wie sich das verändert hat. Und dann wie in den darauffolgenden Jahren sich wieder relativ zu den anderen Gemeinden die Solaranlagen und die E-Autos entwickelt haben.

Und da haben wir dann eben eine statistische Korrelation festgestellt, dass gerade die Gemeinden, wo die AfD besonders erfolgreich ist, gemessen an der durchschnittlichen Entwicklung des jeweiligen Landkreises, dort dann eben im Anschluss die Geschwindigkeit der Energiewende abgenommen hat. Können Sie daraus schließen, das klingt ja ein bisschen auch nach so einem Henne-Ei-Ding, sozusagen, kann man daraus jetzt wirklich schließen, ist es...

Ist es die AfD, die ja, wie wir schon gesagt haben, sehr bewusst und aktiv sich gegen erneuerbare Energien stellt? Dazu zählen auch E-Autos und Solaranlagen. Insbesondere, aber ich glaube, besonders auffällig ist es bei der Windkraft. Aber häufig wird das ja auch in so einem Zusammenhang gesehen, dass dadurch, dass die so stark damit werben, eben auch Wahlkampf machen und so weiter, dass dadurch die Akzeptanz für diese sauberen Technologien abnimmt?

Oder ist es umgekehrt, weil die Menschen skeptisch sind und keine Lust haben auf diese Technologien, wählen sie die AfD? Können sie dazu etwas sagen? Und genau da können wir jetzt zurückkommen zu den Wölfen. Okay, endlich. Genau, weil es ist, wie du ja auch schon sagtest. So, dass es ganz viele Faktoren gibt, die beeinflussen, ob Leute jetzt die AfD wählen und ob sie sich für saubere Technologien entscheiden.

Und was wir eigentlich, wonach wir gesucht haben, ist ein Faktor, der... Der dazu führt, dass die Leute aufgeschlossener werden für Recht der Ideologie, dass sie mehr AfD wählen, aber gleichzeitig keinen direkten Einfluss hat, auf die sauberen Technologien, Adoptionsentscheidungen. Und was wir da gesehen haben, ist, dass es ja über das Jahrzehnt hinweg, was wir da gerade für die, Elektroautos auch angeguckt haben, ab 2014, eine Wiederansiedlung des Wölfes in Regionen von Deutschland gegeben hat.

Der ist ja vom Osten her gekommen und hat sich dann sukzessive auch in Norddeutschland ausgebreitet. Und dann anfangs haben sich alle gefreut und inzwischen wird ja den meisten wieder ein bisschen zu viel. Ja, und also die AfD hat sich da schon sehr früh sehr klar gegenpositioniert, also gegen die Wiederansiedlung für den Abschuss von Wölfen.

Und es gab auch, ich sag mal, schon andere Literatur, die eben da einen Zusammenhang hergestellt hat zwischen Wolfsattacken und mehr Zuspruch anschließend für die AfD. Wolfsattacken. Auf Vieh. Ja, auf Vieh, ja genau. Also auf Lämmer, die gerissen wurden. Ja, genau. Wolfsattacken, wir haben uns angeguckt, inwieweit es in den Gemeinden Wolfsattacken auf Vieh gegeben hat, also dass Schafe gerissen wurden, ist das häufig ganz konkret dann. Und.

Die Theorie darunter ist, dass da dann die Menschen eben aufgeschlossener werden gegenüber der rechten Ideologie, weil die AfD sich da schon sehr klar gegenpositioniert hat. Die AfD gleichzeitig aktiv Werbung macht gegen Elektroautos, auch gegen andere Technologien, da in der Gehwende insbesondere Wärmepumpen war ja ein ganz großes Thema dort auch.

Dort haben wir dann eben auch einen Zusammenhang feststellen können, dass, wenn es eine Wolfsattacke gegeben hat, dass dann eben anschließend die Leute mehr AfD gewählt haben und dass sie dann aber in den darauffolgenden Jahren auch weniger Elektroautos und Solaranlagen angeschafft haben. Also ist der Wolf schuld, wenn die Leute sich keine E-Autos kaufen?

Ich möchte da, genau, was ganz wichtig ist, hier auch das nochmal einzuordnen, weil also unsere Ambition war oder unser Interesse war, eine Kausalbeziehung herzustellen. Das Problem bei der ganzen Sache ist, der Wolf ist ja nicht zufällig über die Gemeinden verteilt, sondern er ist wie gesagt erst von Osten her gekommen, dann in den Norden rein und ist natürlich vor allem in sehr ländlich geprägten, Gemeinden, wo es ja auch große Wälder gibt.

Und was wir dann festgestellt haben, ist, dass das zwar wieder diese Korrelation. Die wir festgestellt haben, dadurch sich bestätigen lässt, aber dass, wenn wir beispielsweise jetzt nur einzelne Regionen isoliert betrachten, dass dann diese Zusammenhänge, nicht mehr robust bleibt. Und deswegen haben wir uns dann entschieden, das nicht als, ich sag mal, einen abschließenden, kausalen Beweis für diesen Zusammenhang zu werten, sondern eher als zusätzliches Indiz, was darauf hindeutet, dass es da eine entsprechende Beziehung gibt.

Aber abschließend können wir mit unserer Studie nicht sagen, dass es jetzt wegen der AfD ist, dass weniger Elektroautos und Salaranlagen gekauft werden. Wir können sozusagen nur so eine gewisse Indizienbeweisführung führen, wo wir sagen, wir haben einfach verschiedene statistische Zusammenhänge, die stark darauf hindeuten, dass das so ist. Und die dann gemeinsam ein großes Bild zeichnen.

Ganz genau. Also wir denken da so ein bisschen auch an unterschiedliche Puzzlestücke, die wir zusammensetzen. Wir wenden ganz viele verschiedene statistische Techniken an, die jede für sich ihre eigenen Schwächen hat und zeigen aber auf, dass sie. Alle darauf hindeuten, Und dass es zumindest mal einen sehr klaren, auch zeitlichen Zusammenhang gibt, dass eben dort, wo die AfD besonders erfolgreich ist, die Energiewende langsamer voranbreitet und auch es eine Veränderung in dieser Geschwindigkeit gibt, hin zu einer Verringerung der Geschwindigkeit. Ja.

Was wir hier auch schon immer mal wieder besprochen haben, wenn es um ländliche Regionen ging, war, dass wenn es, da komme ich jetzt gerade drauf, weil wir über den Wolf gesprochen haben und dass natürlich die zunehmende Verbreitung eines Wolfes, dann dazu führt, dass man sich politisch irgendwie anders entscheidet, auch die große Verbreitung von erneuerbaren Anlagen kann ja dazu führen, dass die Leute weniger Lust darauf haben, also dieses Prinzip nicht in meinem Garten bitte oder in meinem Vorgarten wäre die ganz korrekte, Übersetzung oder eigentlich ist es Backyard. Hinterhof. Ja, Hinterhof.

Du darfst alles nehmen, was die Leute stört und wo sie es sehen. Genau, auf jeden Fall soll es bitte möglichst weit weg von mir sozusagen stattfinden. Das gilt wahrscheinlich für den Wolf, da kann ich es sogar noch am besten nachvollziehen. Ich finde Wölfe irgendwie auch toll, aber ich muss ihnen nicht unmittelbar begegnen. Und...

Ähnliches gilt für viele Menschen eben auch für Windkraft und Solaranlagen. Bei Elektroautos weiß ich nicht, wie sehr das wirklich stört, wenn man die in seiner Nähe hat. Muss man erst mal erkennen. Muss man erst mal hören, genau, die kann man ja kaum hören. Aber gibt es da einen Zusammenhang? Also je stärker dann der Zuwachs zum Beispiel von erneuerbaren Energien in einem bestimmten Landkreis, dass die Menschen dann auch weniger Lust darauf haben, dass die Akzeptanz sinkt oder umgekehrt?

Also das haben wir tatsächlich mit der Studie nicht gemessen, da kann ich keine Aussage zutreffen. Wir haben uns nicht mit der Akzeptanz grundsätzlich innerhalb der Bevölkerung beschäftigt, wir haben uns tatsächlich fokussiert auf das, was man sieht, also auf die tatsächlichen, Adoptionsentscheidungen, also das, was wir primär messen, also wenn wir über die Gemeindeebene sprechen, sind tatsächlich echte Registrierungen von Elektroautos, und Registrierungen von Solaranlagen, also das, was wirklich gekauft wird.

Ja, interessant, weil du hattest das ja vom Kommunikationskongress auch noch intensiver besprochen, Christian, dass das schon so ein Gefühl ist, je weiter weg, desto besser. Also ich finde immer, dass genau, also da war die Akzeptanzstudie von EnBW und Mindline Energy, da war das Ergebnis, also bemerkenswert hoher Zuspruch für Erneuerbare und die Energiewende, ich glaube, Deutschland weit in der Bevölkerung 60 bis 80 Prozent.

Aber ich weiß selbst in Texas, wo ein gigantischer Bundesstaat in den USA, wo man das teilweise nicht sieht, aber wenn die Leute dort hinten auf der Veranda ihrer Ranch ein kleines Windrad sehen oder so, auch dann ist ihnen das schon zu viel, also man möchte das nicht sehen, irgendwie das ist irgendwie, ja, das ist ein Widerspruch, wenn man das gleichzeitig unterstützt, aber man möchte es nicht sehen, weil wo soll man das alles hinbauen, aber ja, das scheint so der Mensch ist ein komplexes Wesen.

Lässt sich denn, also in dieser Studie geht es ja vor allem wirklich um die politische Ausrichtung von Menschen im Zusammenhang mit der Entscheidung für bestimmte Energieformen und bestimmte Technologien, lässt sich denn da jetzt daraus ableiten, ob das dann, eine rationale Entscheidung ist, also gucke ich einfach nur nach Preis und lohnt sich das für mich oder eben dann doch eine emotionale Entscheidung?

Kannst du, ich wechsle hier auf wild hin und her, das daraus ablesen? Also was wir tatsächlich auch gemacht haben, ist ein bisschen Ursachenforschung betrieben und in unserer repräsentativen Umfrage auch Perspektiven und Überzeugungen zu den unterschiedlichen Technologien abgefragt. Was wir da gesehen haben, ist, dass es durchaus auch Unterschiede darin gibt, wie profitabel Solaranlagen eingeschätzt werden.

Also, dass Unterstützer der Grünen grundsätzlich davon ausgehen, dass sie eher rentabel sind und Unterstützer der AfD das nicht so sehen. Und beispielsweise bei den E-Autos, dass auch so Dinge wie die Sicherheit dieser Autos entstehen. Diametral anders eingeschätzt wird. Also wir haben konkret gefragt zu dem Explosionsrisiko im Falle eines Unfalls, ob da E-Autos ein größeres Risiko haben als Verbrenner.

Das ist eine verbreitete Missinformation. Und da haben wir eben gesehen, dass auch die AfD-Unterschiede besonders stark daran glauben und die Grünen eben nicht. Und wenn man das glaubt und teilweise sind das ja auch, gerade bei der Profitabilität kann das ja tatsächlich auch Unterschiede machen, je nachdem, was man beispielsweise für eine Dachausrichtung hat etc..

Dass es für bestimmte Menschen in ihrer Lebenssituation sich mehr lohnt, so etwas anzuschaffen und für andere weniger. Was ist denn dann die Empfehlung? Angenommen, ich bin Autohändler und ich möchte zunehmend E-Autos in meinem Portfolio aufnehmen. Heißt das dann, ich sollte AfD-Hochbogen meiden mit meiner Marketingkampagne?

Oder angenommen, ich bin ein Unternehmen des Solarinstallateurs, mache ich dann einen Bogen um Regionen, wo die AfD bei 50% steht? Ja. Ich würde sagen, ganz im Gegenteil, weil, gerade bei den Solaranlagen sehen wir enormer Boom und gleichzeitig ist es aber auch so, dass es auch eine natürliche Grenze gibt.

Also irgendwann ist man ja so weit, dass die Grünenwähler alle ein Solardach haben, zumindest die, die ein Eigenheim haben. Müssen wir vielleicht die Untersuchung nochmal für die Wärmepumpe machen. Ich glaube, da ist noch Luft nach oben. Genau, also ich sag mal, ich kann mir gut vorstellen, dass das Potenzial, Leute auch gerade mit ökonomischen Argumenten zu überzeugen.

Gegebenenfalls in den AfD-Hochburgen besonders hoch sein kann, weil sie eben relativ noch eine geringere Adaptionsrate haben und dieses ökonomische Potenzial, das gibt es ja. Und das Spannende ist, das wird ja auch nur noch größer, wenn man dann verschiedene Technologien miteinander kombiniert. Also wenn wir über das E-Auto sprechen, dann ist der ökonomische Nutzen ja enorm davon abhängig, wo ich meinen Strom beziehe, beziehungsweise wie ich dieses Auto laden kann.

Zunächst einmal, wenn ich es zu Hause laden kann, macht es einen Riesenunterschied, ob ich eine Solaranlage habe oder ob ich den Hausstrom habe. Also bei der Solaranlage, wenn ich sie schon installiert habe, ist es im Prinzip die Einspeisegebühr, die ich dann verliere, wenn ich den Strom verwende. Das ist aktuell unter 10 Cent pro Kilowattstunde für neue Anlagen.

Für ältere Anlagen kann das auch höher sein. Aber ich sage mal, das ist im Vergleich zu 30, 35 Cent bei einem normalen aktuellen Stromtarif. Wenn man das jetzt vergleicht mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur, da ist man schnell bei 50 Cent pro Kilowattstunde am langsamen Lader und auch gerne bei über 70 Cent am Schnelllader.

Gibt es denn dazu Daten, dass es eventuell. Ein Mutigen gibt oder eine Person, die das nötige Kleingeld hatte und einfach den Sprung gewagt hat, also AfD-Wähler oder AfD-Wählerin sich ein E-Auto angeschafft hat und damit praktisch in der Gemeinde andere Leute überzeugt hat? Also dieses Beispiel haben wir jetzt in unserer Studie nicht beobachtet, was man aber durchaus sagen kann, ist, dass, dieser Effekt.

Auf Englisch sagt man Spillover-Effekt, dass die Nachbarn über ihre Erfahrungen austauschen. Bei der Gartenpartie redet man darüber, wie wenig man bezahlt hat fürs Tanken jetzt im Juli, während andere Leute an der Tankstelle... Die sich beinahe bankrott gemacht haben und selbst hat nur 5 Euro bezahlt oder so, das hat dann schon einen Effekt.

Also es gibt tatsächlich ganz etablierte Forschung in dem Bereich zu Solaranlagen, wo eben auch gezeigt wird, dass wenn man die Solaranlagen sieht, dass dann es noch eine Verstärkung gibt, dass sich die Leute eben im direkten Umkreis von der Person, die sich eine angeschafft hat, auch eine anschaffen.

Und grundsätzlich bei grünen Technologien wird das schon in ganz verschiedenen Kontexten beobachtet, dass eben dieses lokale Miteinander sprechen und eben weitersagen. Ein großer Hebel sein kann. Okay, mehr Gartenpartys, also das ist die Botschaft. Sowieso immer eine gute Idee. Wie ist denn Ihr Blick in die Zukunft?

Und die Studie geht bis 2023. Seitdem haben sich, wir haben es vorhin einmal schon kurz angerissen, natürlich die AfD-Werte nochmal deutlich gesteigert. Und gleichzeitig boomen aber eben auch zum Beispiel gerade die Elektroautos. Jetzt insbesondere mit der E-Auto-Förderung in dem Zusammenhang hat man das jetzt gelesen, wie gut die angenommen wird.

Und auch bei den Solaranlagen gibt es ja nach wie vor einen starken Zuwachs. Wärmepumpe boomt auch. Glauben Sie, dass es dabei bleibt? Oder sehen Sie jetzt schon Veränderungen? Also was ist so Ihr Blick in die Zukunft? Also grundsätzlich sehe ich in den Technologien der Energiewende ein enormes Potenzial, was den ökonomischen Nutzen angeht, sowohl für die privaten Haushalte als auch für die Industrie.

Und deswegen bin ich auch davon überzeugt, dass die Menschen jetzt gerade zu Zeiten von den hohen Spritpreisen, die wir jetzt im Moment haben und auch grundsätzlich immer weiter steigenden Strompreisen, diesen ökonomischen Nutzen auch immer stärker sich erkennen. Was glaube ich total wichtig ist, auch von der politischen Seite.

Ist auch ehrlich zu sein, dass dieser Nutzen sehr ungleich verteilt sein kann und dass nicht jeder Zugang dazu hat. Also beispielsweise für eine Solaranlage war es bisher so, dass man ja irgendwie sein eigenes Haus dafür brauchte, um die dort installieren zu können. Da gibt es jetzt neuerdings dieses Energy Sharing Gesetz, da habe ich mich sehr drüber gefreut, weil ich da sehr viel Potenzial drin sehe.

Also da geht es darum, dass Nachbarn miteinander den Strom auch teilen können und dann also auch innerhalb von Mietshäusern soll es das auch einfacher machen, dann eben gemeinsam Solarstrom zu nutzen. Aber eben, ich hatte es gerade auch schon mal angesprochen bei den Elektroautos, wie groß die ökonomischen Unterschiede sind, je nachdem, wo man laden kann.

Und da sicherzustellen, auch politisch, dass nicht bestimmte Gesellschaftsschichten systematisch abgehangen werden, weil sie eben gar nicht die Möglichkeit haben, beispielsweise zu Hause zu laden oder wenn sie. Die Ladesäule selbst vor der Haustür haben, dass das dann auch sehr teuer sein kann und dann vielleicht sich gar nicht so sehr lohnt, gerade wenn man jetzt nicht irgendwie dynamische Stromtarife hat, wo der Haushalt, der dann vielleicht ein bisschen kostensensitiver ist, sagen kann, okay, ich lade mein Auto dann, wenn es gerade günstig ist.

Wenn man jetzt wie heutzutage dann die 50 Cent, 60 Cent, 70 Cent Standardraten hat, dann ist der ökonomische Nutzen für einen Teil der Bevölkerung nämlich auch gar nicht da. Und das könnte dann für diese Menschen auch bedeuten, dass sie eventuell noch eher, also noch einen Grund mehr haben, die AfD zu wählen.

Ist das Ihrer Meinung nach einer der Rückschlüsse der Studie? Ich würde nicht so weit gehen, dass wir das aus unserer Studie ableiten können und gleichzeitig jetzt meine persönliche Meinung dazu. Dass ich glaube, ich nehme wahr, dass es durchaus innerhalb der Bevölkerung auch eine große Unzufriedenheit gibt, gerade mit dem hohen Energiepreisniveau.

Und meine Wahrnehmung ist auch, dass die AfD sehr erfolgreich damit war, auch gezielt Themen zu bespielen, wo es ja gewisse Emotionen und auch wo Menschen auch berechtigterweise verärgert sind. Wo ich interessant finde, dass aber dann wieder die Brennstoffe unterstützt werden und gefordert werden, die ja eigentlich mit dafür verantwortlich sind, dass es so teuer geworden ist.

Also bei der Tankstelle kann ja jetzt niemand der Meinung sein, das liegt an den Erneuerbaren, dass Benzin und Diesel so teuer sind. Und bei den Heizkosten, wenn die Gaskosten gestiegen sind, das hat ja auch wenig mit Solar und Wind zu tun, sondern da gibt es ja dann eher die Brennstoffe, die jetzt wieder zurückgeholt werden sollen.

Aber trotzdem besteht ja so die Gefahr, das finde ich, kann man ganz gut ablesen oder wäre einer der Rückschlüsse, den ich jetzt so schließe, dass sich das so gegenseitig verstärkt sozusagen. Also je weniger ich persönlich von saubere Technologien profitiere, desto eher tendiere ich dazu, die AfD zu wählen und umgekehrt, desto eher ich zur AfD tendiere, desto weniger bin ich bereit, mich auf saubere Technologien einzulassen.

Und das kann sich ja jeweils dann nur verstärken, weil wenn ich es dann nicht mache, dann kann ich nicht davon profitieren und so weiter. Ich glaube, wenn wir nicht aufpassen, also wenn wir jetzt sagen, was kann die Politik eigentlich tun, um dem entgegenzuwirken, dann würde ich wirklich sagen, dann muss man den ökonomischen Nutzen erstmal ganz klar erkennen.

Muss aber auch so ehrlich sein, dass er aktuell nicht für alle Gesellschaftsteile realisierbar ist, muss erstmal eine Kommunikation finden, zu sagen, hey, da gibt es ein enormes Potenzial, aber dann eben auch aufzeigen, wie man dieses Potenzial verwirklichen kann und dann eben auch das politische Handeln muss dazu passen, die entsprechenden regulatorischen Rahmenbedingungen auszuschaffen.

Ja, da fand ich jetzt beispielsweise dieses Energy Sharing spannend, was aber, also ich bin ja. Von Hause aus Wirtschaftsinformatiker, das Climate Action Research Lab ist eine Forschungsgruppe an Professor Dirk Neumanns Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik in Freiburg und womit wir uns eben auch sehr beschäftigen ist das ganze Thema, wie kriegen wir das, eigentlich intelligent hin, also wie kriegen wir smarte Energiesysteme hin und wenn ich dann sowas sehe wie, knapp 6% Smart Meter Rollout in Deutschland, Das bedeutet eben halt auch, dass sowas wie dynamische Strompreise für ganz viele Haushalten noch gar nicht möglich sind, die eben dazu führen würden, dass man diesen ökonomischen Nutzen der Energiewende.

In viel weitere Bereiche tragen könnte, wenn wir da weiter wären. Und da sehe ich schon auch einen klaren politischen Auftrag, die Energiewende intelligent zu gestalten. Da habe ich letztens das Gespräch mit Philipp Schröder, hat mir da auch sehr gut gefallen, der ja auch viel von der dummen und der schlauen Infrastruktur gesprochen hat.

Insofern, was kann auch die Wirtschaft tun? Ich glaube, sich sehr stark einzusetzen für eine smarte Energiewende, macht da aus meiner Sicht total viel Sinn. Man hat früher immer gesagt, alle Wege führen nach Rom. Ich habe bei uns mal den Eindruck, alle Interviews führen zum Smart-Liter. Ja, das habe ich auch gerade gedacht, weil ich dachte, das ist der perfekte Abschluss und darauf hinzuweisen auch, dass wir diverse Folgen haben, wo der Smart-Mieter auch nochmal genauer erklärt wird und wo wir darüber sprechen.

Und 2032 sollen ja dann auch alle Pflichteinbauten in Deutschland erfüllt sein. Also es sind nur noch sechs Jahre. Ja, was ich in sechs Jahren allerdings politisch so tun kann, das sehen wir gerade. Insofern gerne da noch ein bisschen mehr Tempo reinbringen. Und wir bedanken uns erstmal für das Gespräch. Vielen lieben Dank. Dankeschön.

Anmelden oder registrieren

0:00 / 0:00