
Das Universum· Folge 139
DU139 - Bier und die wässrige Aktivität der Asteroiden
Dienstag, 23. September 2025 · 1 h 39
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Und: Wofür hat Ruth einen Preis bekommen?
DU139 - Bier und die wässrige Aktivität der Asteroiden
Und: Wofür hat Ruth einen Preis bekommen?
In Folge 139 trinken wir Sekt. Denn Ruth hat einen Preis bekommen. Und nach dem Sekt gibt es Bier aus Estland und das Wasser für dieses Bier kommt von Asteroiden. Denn die haben das Wasser auf die Erde gebracht und wie neue Daten vom Asteroid Ryugu zeigen, können sie ihr Wasser länger halten als gedacht. Außerdem: Evi erzählt über den Film “Die Astronautin” und dessen seltsames Bild auf den Konflikt zwischen Beruf und Karriere.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum Oder hier: steadyhq.com/de/dasuniversum Oder hier: patreon.com/dasuniversum
Ruth kriegt einen Preis
Ruth hat den Hanno und Ruth Roelin-Preis 2025 (de.wikipedia.org/wiki/Hanno_und_Ruth_Roelin-Pr…) für ihre wissenschaftspublizistische Arbeit bekommen. Das feiern wir natürlich und erwarten in Zukunft noch viel mehr Preise.
Asteroiden, Leben, Bier und Wasser
Wie kommt das Wasser auf die Erde (und ins Bier)? Durch Asteroiden! Und über den Asteroid Ryugu gibt es eine neue Studie (nature.com/articles/s41586-025-09483-0) die Licht auf diesen Vorgang wirft.
Ryugu hat einen Durchmesser von rund 900 Metern und wurde 2018 von der japanischen Mission Hayabusa2 erforscht. Insgesamt 5,4 Gramm Material wurden zur Erde gebracht. Eine neue Studie der Universität Tokio und internationaler Partner untersuchte 38,4 Milligramm davon mithilfe von Lutetium- und Hafnium-Isotopen. Dabei stellte sich heraus, dass das Gestein ungewöhnlich viel Hf-176 enthält im Vergleich zu Lu-176. Die Erklärung: Flüssiges Wasser muss das radioaktive Lutetium einst aus dem Gestein herausgelöst haben. Offenbar kam es durch einen Einschlag auf Ryugus Mutterkörper zur Erwärmung und zum Schmelzen von Eis, wodurch Wasser durch Risse im Gestein floss.
Die Daten zeigen, dass Asteroiden Eis und damit Wasser viel länger speichern können, als bislang angenommen – mindestens eine Milliarde Jahre lang nach ihrer Entstehung. Das bedeutet: Asteroiden könnten der Erde weitaus mehr Wasser geliefert haben, als man früher dachte, vielleicht zwei- bis dreimal so viel.
Auch der Asteroid Bennu, der 2020 von der NASA-Mission OSIRIS-REx besucht wurde, liefert spannende neue Daten. 2023 erreichten 120 Gramm seiner Proben die Erde. Neue Analysen (derstandard.at/story/3000000284541/uraltes-org…) haben gezeigt, dass Bennu eine bewegte Geschichte hinter sich hat: Er ist aus Fragmenten entstanden, die nach mehreren Kollisionen wieder zusammengehalten wurden. Sein Mutterkörper stammt vermutlich aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems, jenseits von Jupiter und Saturn.
Besonders bemerkenswert ist, dass in Bennus Material uralte, präsolare Körner gefunden wurden – Staub aus anderen Sternen, älter als das Sonnensystem selbst. Darin befinden sich organische Substanzen, die aus dem interstellaren Raum stammen. Zudem enthält Bennu wasserfreie Silikate, isotopisch auffällige organische Stoffe und leichte Isotope von Kalium und Zink. Das alles deutet darauf hin, dass Bennus Mutterkörper nicht vollständig durch flüssiges Wasser verändert wurde. Ein Teil der ursprünglichen, sehr ursprünglichen Substanzen blieb erhalten.
Damit ergeben sich zwei faszinierende Erkenntnisse: Asteroiden wie Ryugu haben deutlich länger Wasser in sich getragen, als bisher angenommen. Und Asteroiden wie Bennu konservieren Materialien, die weit über die Geschichte unseres Sonnensystems hinausreichen – bis in die Zeit vor seiner Entstehung. Beides zusammen macht sie zu Schlüsseln für das Verständnis der Frage, wie Wasser und organische Bausteine des Lebens auf die Erde gelangten.
Fragen aus der Hörerschaft
Hans Wurst will wissen: ”Wie viel Energie bräuchte es, den Asteroiden Apophis einzufangen?”
Sehr viel! Ungefähr 5000 Saturn-V-Raketen müssten ihn abbremsen…
Dennis fragt uns: ”Wie steht es denn um die Fertigstellung der Lego-Milchstraße?”
Nicht gut, Dennis…
Reik hat eine Frage zu Ringgalaxien und meint, dass ”die beiden Galaxien aber keine zentralen schwarzen Löcher haben, oder?”
Doch, haben sie - aber das stört nicht.
Science Frames: Proxima - Die Astronautin
Evi hat den Film [“Proxima - Die Astronautin”]/imdb.com/de/title/tt7374926/?ref=nvsrsrsg0tt1n…) (imdb.com/de/title/tt7374926/?ref_=nv_sr_srsg_0…)) mit Eva Green und Lars Eidinger gesehen. Darin geht es um eine Astronautin und die Probleme, die ihre Arbeit für ihre Familie mit sich bringen. Das ist ein relevantes Thema, aber eines, das immer noch viel zu oft aus einem rein weiblichen Blickwinkel betrachtet wird. Frauen mit Kindern und Karriere sind “Rabenmüttern” und Männer werden dafür Spitzenvater des Jahres.
Veranstaltungen
Ruths Planetarium (ohne Ruth) kann man am 26.9.2026 in Graz besuchen (Infos hier (lifeisscience.at/pop-up-planetarium-2).
Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live). Die nächste Show gibt es am 28. September in Leverkusen (Tickets (ticketmaster.de/event/sternengeschichten-die-g…)). Die Österreich-Premiere wird am 29. Januar 2026 in Wien stattfinden (Tickets (oeticket.com/event/florian-freistetter-sternen…)).
Science Busters Shows gibt es auch wieder. Am 1.10 in Melk und am 3. und 4.10 in Brunn am Gebirge gibt es Vorpremieren und am 16.10 die Premiere der neuen Show in Wien (Tickets und Infos (sciencebusters.at/termine).
Und auch Evi kann man öffentlich besuchen und zwar am 16.10.2025 im Theater Drachengasse bei einer Vorstellung von Sternenfrauen (portraittheater.net/?event=sternenfrauen-28).
Neue Bücher und Hörbücher
Wer das neue Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.
Unterstützen
Wir bedanken uns für die zahlreiche finanzielle Unterstützung, die uns die Arbeit am Podcast ermöglicht. Und wenn das alles so weitergeht und wir mit diesem Podcast wirklich Geld verdienen, können wir vielleicht auch wöchentlich eine Folge veröffentlichen.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr gerne diesen PayPal-Link verwenden (paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum). Oder uns bei Steady (steadyhq.com/de/dasuniversum) unterstützen. Und auch bei Patreon (patreon.com/dasuniversum).
Science Busters Buch
Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2022/09/…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.
Telegram, Discord und Mastodon
Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.
(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).
Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!
Bücher
Florian hat ein neues Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” …
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Florian Gut, dann haben wir da kein Intro, dann muss man auch ein Intro machen. Könnte es so nicht nachmachen, wie es ist, du kannst.
Ruth Bin ja auch Musikerin, so ist es ja nicht.
Florian Herzlich willkommen bei Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum sprechen.
Ruth Mit Ruth und mit Florian.
Florian Und zur Abwechslung beide am selben Ort, am selben Tisch, mit der heimgekehrten Ruth von ihrer langen Reise.
Ruth Ja, stimmt. Es fühlt sich wirklich sehr lang an. Ich war ja nur zwei Wochen weg.
Florian Ja, eh. Aber zwei Wochen sind lang.
Ruth Es hat sich aber viel, viel länger angefühlt. Ich war irgendwie heimgekommen und habe gedacht, ah, wieder zu Hause nach so langer Zeit. Und dann ist mir aufgefallen, zwei Wochen waren es das eigentlich.
Florian Naja, aber du warst ja auch weit entfernt in Estland.
Ruth Das stimmt, ja.
Florian Und dann warst du in Görlitz. Darüber haben wir noch nicht geredet, aber darüber werden wir jetzt reden. Görlitz ist am östlichsten Eck von Deutschland.
Ruth Ich habe mir kurz gedacht, du sagst jetzt am Arsch der Welt, aber du hast nicht gesagt.
Florian Nein, es ist auch nicht am Arsch der Welt. Es ist auch nicht. Da ist ganz viel Gegend rundherum noch. Das stimmt.
Ruth Und ich war echt überrascht, weil ich habe mir gedacht, Görlitz ist am Arsch der Welt und da muss ich jetzt hin, na super. Und dann, ich war wirklich überrascht. Es ist wirklich schön dort. Es ist ein echtes Nettes Eck der Welt und eine sehr schöne Stadt.
Florian Ja, ich war da ja auch. In Görlitz war ich einmal, um den Teil Deutschlands zu besuchen. Der einzige Teil ist, der die korrekte mitteleuropäische Zeit hat, weil die gilt exakt ja nur am 15. Längengrad. Und im Gegensatz zu Österreich, wo der 15. Längengrad ja einmal wirklich von oben nach unten quer durchgeht, passiert der 15.
Florian Längengrad Deutschland nur an einem kleinen Stück. Das sind so ein paar Kilometer, wo der 15. durch Deutschland durchgeht und das ist gerade Görlitz. Und darum war ich da mal, um den östlichsten Punkt Deutschlands und den 15. Längengrad auf deutschem Boden komplett abzuerforschen.
Ruth Aha, aber das ist nicht in einem doppelt gemoppelt der östlichste Punkt.
Florian Nein, nein, der östlichste Punkt ist ein bisschen östlich vom 15. Längengrad. Der geht noch ein bisschen drüber hinaus.
Ruth Ja, aber auch jetzt dann so in der Gegend?
Florian Doch, doch, der ist in der Gegend, der ist auch dort. Also du kannst da von Görlitz aus, glaube ich, fährst du 20 Minuten mit dem Fahrrad. Wenn du langsam fährst, glaube ich, dann bist du beim östlichsten Punkt. Im Sommer keine so gute Idee, weil der ist mitten in so einer Flussaue und sumpfig und voller Mücken.
Ruth Ja, und das sind ja diese ganzen Bergwerke, diese Tagebau-offenen Bergwerke in der Gegend. auch, wo sie dieses Teil schon zu sehen verwandelt haben. Also ich habe es mir halt nur von oben, Google Maps angeschaut. Wo fahre ich da eigentlich hin? Und dann ist das Erste, was einem auffällt. Was sind denn diese großen, eckigen Dinge? Was sind das für Streifen? Was? Oh Gott, ein Bergwerk.
Ruth Riesengroß. Also ich habe da jetzt keins gesehen, leider, weil ich nicht genug Zeit hatte. Ich habe mir dann echt gedacht, shit, hätte ich mir noch irgendwie ein, zwei Tage nehmen sollen und dort auch noch die Gegend erkunden sollen.
Florian Aber dann könnten wir jetzt nicht hier sitzen und gemeinsam aufnehmen, weil dann wärst du noch dort.
Ruth Ja, du bist schuld.
Florian Ja, aber du warst natürlich in Görlitz, um keine Bergwerke anzuschauen, sondern du warst in Görlitz, weil du einen Preis bekommen hast. Und diesen Preis müssen wir jetzt feiern. Das werden wir machen. Wir werden erzählen, woher du den Preis hast und warum du den Preis hast. Aber ich habe extra eine Flasche Sekt mitgebracht.
Florian Nicht gekühlt, selbstverständlich.
Ruth Authentisch.
Florian Ja, nein, weil ich ja anreisen musste zu dir und keine Kühltasche mit hatte. Und jetzt muss ich ja schauen, ob ich den Sekt auch aufbekomme. Und dann können wir den Preis feiern, den du bekommen hast. Ich kann ja mal sagen, wenn ich das mache, wie er heißt. Hanno und Ruth Rölimpreis hast du bekommen. Hast du, bevor wir das genau erklären, hast du herausgefunden, wer Hanno und Ruth Rödin sind?
Ruth Peripher, nicht jetzt ganz genau, aber scheint ein an der Wissenschaft interessiertes, vermögendes Ehepaar zu sein. Die beiden haben sich dann gedacht, wäre doch schön, wenn wir da irgendwie was machen würden mit unserem Geld. Was ich auch gut finde, also wenn das mit der Steuer nicht funktioniert, dann muss man halt andere Möglichkeiten finden.
Florian Du warst dort im Rahmen der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft, da warst du ja schon oft. und ich war da auch schon zwei, drei Mal. Also das ist jetzt nicht so außergewöhnlich, dass man zur Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft fährt.
Ruth Das ist aber bei mir schon sehr lange her, muss ich sagen.
Florian Ja, bei mir auch. Ich war auch schon das letzte Mal, glaube ich, 2010 oder sowas bei einer Jahrestagung.
Ruth Ja, nein, ich wahrscheinlich noch früher. Aber, uah, ich habe Angst. Ich habe sogar Angst, wenn jemand anderer die Flasche aufmacht.
Florian Ich habe es aber nicht auf dich gerichtet.
Ruth Ich bin so ein Lulu. Was für ein schönes Geräusch.
Florian Die Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft ist, wie gesagt, die Fachtagung der deutschsprachigen Astronomen und Astronomen. Da trifft man sich einmal im Jahr und diskutiert über Astronomie.
Ruth Moment, Moment. Das ist die Fachtagung der Astronomen und Astronomen, die im deutschsprachigen Raum arbeiten.
Florian Ja, du hast recht. Das ist ein wichtiger Unterschied. Aber es sind hauptsächlich auch deutschsprachige Menschen dort.
Ruth Ja, schon. Aber bei den jungen Menschen weiß ich gar nicht so genau.
Florian Aber du hast nichts Wissenschaftliches dort erzählt, du hast keine neuen Forschungsergebnisse vorgestellt, sondern du bist nur hin, um dem Preis entgegenzunehmen. Und jetzt stoßen wir an, denn der Hanno und Rüth Rölim Preis ist der Preis für Wissenschaftspublizistik, der vom Max-Planck-Institut für Astronomie vergeben wird für die Vermittlung neuer Erkenntnisse aus Astronomie und Weltraumfahrt für die breite Öffentlichkeit.
Florian Wird alle zwei Jahre vergeben und in diesem Jahr warst du dran. Gratulation.
Ruth Vielen Dank.
Florian Haben sie dir doch gesagt, warum du ihn verdient hast?
Ruth Natürlich, das war sehr lustig, weil sie haben so richtig so eine Laudatio verlesen. Das ist schon witzig, dann stehst du da irgendwie so auf der Bühne. Also ich war quasi die Letzte, weil es eigentlich ja nichts mit der AG-Tagung zu tun hat, weil es eigentlich nicht von der AG verdienen wird, dieser Preis.
Ruth Am Anfang der Tagung, der erste Vormittag, ist immer die Preise. Und dann kommt irgendwie die Karl-Schwarz-Schild-Medaille und dann kommt der zweite Preis.
Florian Das ist der Name nicht.
Ruth Wie heißt der?
Florian Biermann-Preis.
Ruth Genau, so ist es.
Florian Genau, es gab die Karl-Schwarzschild-Lecture und den Ludwig Biermann-Award-Talk. Dann gab es einen Astrophysical Instrumentation Award.
Ruth Genau, der war ganz lustig. Der hat erzählt, wie sie ein Instrument von Euclid gebaut haben und was da alles so für, naja, Rückschläge und Probleme damit verbunden waren. Das war ganz witzig.
Florian Genau, dann gab es den PhD-Preis und es gab den Jugendforscht Award und es gab den Hanno und Ruth Rölin Award.
Ruth Genau, also ich war die allerletzte. und dann war dann irgendwie, eigentlich waren die AG-Preise schon vorbei und dann war noch so ein bisschen so, da haben wir noch was. Nein, aber war eh okay. Und dann haben sie tatsächlich, ja, die Laudatio vorgelesen und dann steht man halt da so auf dieser Bühne und dann liest einem jemand so sein Leben vor.
Florian Ja, was war dein Leben?
Ruth In Kurzversion. Soll ich es ja vorlesen?
Florian Ja, wenn es nicht so lange ist, lies es bitte gerne vor. Oder soll ich vorlesen, wenn es ein Laudatio ist?
Ruth Ja, eigentlich müsstest es das du vorlesen, dann kann ich es mir nochmal an. Aber es ist schon irgendwie, es ist halt so, voll so konzentriert, Ding, und man hört so zu und denkt sich, ja genau, ja, stimmt, ja, das auch, stimmt, das auch, ja, stimmt. Also schon...
Florian Dann lese ich es vor und vielleicht kommentiere ich es ja auch.
Ruth Moment. Und das hat der, Hatte Markus Pössl vorgelesen.
Florian Den kenne ich auch.
Ruth Sehr gut, dann kannst du gleich Markus Pössl imitieren.
Florian Nein, das will ich gar nicht machen. Wir lesen jetzt mal vor, warum Ruth den Hanno und Ruth Rölimpreis bekommen hat.
Ruth Oh nein, nochmal.
Florian Die Jury des Hanno und Ruth Rölimpreises für Wissenschaftskommunikation spricht dem Preis für das Jahr 2025 der österreichischen Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin Dr. Ruth Grützbach zu. Nach ihrer Promotion zum Thema Zwerggalaxien an der Universität Wien sowie Post-Ox-Stellen in Nottingham und Lissabon wechselte Frau Krützbrauch in die astronomische Wissenschaftskommunikation und arbeitete von 2015 bis 2017 im Besucherzentrum des britischen Radioastronomie-Observatoriums Chodrell Bank.
Florian Dort sammelte sie Erfahrung mit dem Betrieb eines aufblasbaren Planetariums. Anfang 2018 machte sie sich zurück in Wien mit einem Pop-up-Planetariums-Eigenbau-Fischaugenprojektor. Selbstständig. Was ist das für ein Satz? Ein Pop-up-Planetariums-Eigenbau-Fischaugenprojektor.
Ruth Ich habe schon gewartet darauf, dass du über irgendein Wort fällst. Aber bist nicht. Kannst du gut vorlesen.
Florian Ja, das könnte man schon vertonen. Das ist richtig so, wenn man da irgendwie Pop-up-Planetarium mit Eigenbau-Fischaugenprojektor. Okay, gut. Das Planetarium kann von Schulen, aber auch für Veranstaltungen aller Art gebucht werden. Es wird von Grützbach innerhalb von Wien und der näheren Umgebung per Lastenrad zu seinem Einsatzort transportiert.
Florian Auf diese Weise begeistert Grützbach mit viel Kreativität und persönlichem Einsatz, insbesondere auch junge Menschen für die Astronomie. Und über die dort Grützbach wahrscheinlich häufigste Frage im Stellen zählt, woher wissen wir das alles für die Grundlagen der Wissenschaft allgemein. Weit über Wien hinaus hat sich Grützbach zudem einen Namen als Sachbuchautorin gemacht. Ihr erstes Buch, Per Lastenrat durch die Galaxis, erschien 2021 im Aufbau Verlag.
Florian Darin verbindet sie in kreativer Weise und unterhaltsam lockerer Sprache ihre eigene Biografie mit einer Reise durch den Kosmos, wobei der Schwerpunkt auf dem Verständnis von Galaxien und der Kosmologie liegt. Ja, das würde ich ja nicht als preiswürdig bezeichnen, wenn man den Schwerpunkt auf Galaxien legt, aber die Jury hat es anders gesehen.
Florian Hervorzuheben sind außerdem acht Bildmontagen in das buchoptische Bereich, in der hast du dich mal selbst gemacht.
Ruth Aber die gehören voll dazu. Das ist also irgendwie Eye Candy.
Florian Da schreibe ich aber noch einen Einspruch. Die Achtbildmontagen müssen abgezogen werden vom Preis. Ob es noch mal nachts nachzählt, ob es immer noch recht für die Verleihung ist. 2024 folgte Grützbauchs zweites Buch Sternenjahr auf Unsichtbar, ebenfalls beim Aufbau Verlag. Darin schildert Grützbauch, wie bereits der Untertitel erklärt, zwölf Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind.
Florian Die Varianten der Unsichtbarkeit reichen dabei von elektromagnetischer Strahlung jenseits des sichtbaren Teils des Spektrums über von kosmischem Staub verborgene Strukturen und verschwindende Sterne bis zur dunkler Materie und dunkler Energie. Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Planetariumsbetreiberin und Buchautorin produziert Krützbach seit Juli 2020 zusammen mit Florian Freistötter den zweiwöchigen Podcast Das Universum, von dem inzwischen mehr als 130 Folgen erschienen sind.
Florian Seit 2021 ist Krützbach Ensemble-Mitglied des Wissenschaftskabarets Science Busters. 2020 bis 2024 war Krützbach zudem regelmäßiger Gast im Podcast Fremdwissenschaft von Holger Klein. Die Jury würdigt mit dem Röhling-Preis insbesondere Krützbachs bemerkenswerten persönlichen Einsatz für die Vermittlung astronomischen Wissens an das vielfältige Publikum ihres aufblasbaren Planetariums, sowie die locker informative Darstellung astronomischer Themen in ihren Büchern.
Ruth Bemerkenswert.
Florian Ja, also deine Bücher und dein Planetarium haben dir den Preis eingebracht, nicht der Podcast offensichtlich.
Ruth Ja, aber der Podcast ist erwähnt worden. Als er das gelesen hat, habe ich mir schon gedacht, da wird sich der Florian freuen, weil der Florian sagt immer, überall wo ich bin und wenn ich irgendwo rede, dann sagt er mal, Podcast erwähnen, Podcast erwähnen.
Florian Und ich mache es nie.
Ruth Aber fast. Und ich mache es nie. Ich vergesse immer, wenn ich im Fernsehen bin oder sowas, was eigentlich so oft passiert. Aber ja, ich mache es nie. Und dann ist er immer ganz böse.
Florian Ich bin nicht böse, aber Podcast kann ich erwähnen oder Podcast kann ich generell erwähnen, weil das ist was, ich habe dann nochmal geschaut, wer sonst so den Preis bekommen hat in den vergangenen Jahren und da ist kein Podcast dabei. Da sind durchaus Leute dabei, die tolle Arbeit gemacht haben, aber Podcaster und Podcasterinnen sind da nicht in der Wissenschaftskommunikation berücksichtigt worden.
Florian Und das ärgert mich immer so ein bisschen, dass dieses Medium noch nicht so angekommen scheint, zumindest dort, wo man diese Art von Preisen vergibt. okay, das ist jetzt nicht unbedingt die größte Bubble, aber ich sehe halt immer, dass wenn solche Wissenschaftskommunikationspreise vergeben werden, dann werden sie entweder meistens von wissenschaftlicher Seite vergeben, so wie der jetzt, den du bekommen hast, oder sie werden so aus journalistischer Seite vergeben.
Florian Und in beiden Fällen fallen so Sachen wie die, die ich oder wir machen meistens irgendwie durch, weil aus Sicht der Wissenschaft, und darum bin ich jetzt auch froh, dass du den Preis bekommen hast, Bei der Sicht der Wissenschaft wird das meistens, was wir so machen, in der Form jetzt nicht so sehr gewürdigt, weil das ja, wir machen ja keine Wissenschaft, beziehungsweise wir vermitteln keine Wissenschaft, die wir selbst gemacht haben.
Florian Wir reden nicht über unsere Forschung, sondern wir reden halt einfach so. Wissenschaft, was uns gerade einfällt dazu.
Ruth Was wir uns trauen. Wir maßen uns an.
Florian Das heißt, dass diese ganzen Wissenschaftskommunikationspreise, die aus der Wissenschaft kommen, dann halt eher auch wirklich Wissenschaftlerinnen, aktive Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würdigen, die halt dann ihre eigene Forschung vermitteln. Und bei den Journalismuspreisen ist es halt andersrum. Für die ist das dann zu wenig journalistisch, was wir machen, weil wir reden ja einfach nur über das, was wir reden wollen.
Florian Also da kriegen es dann eher Journalistinnen und Journalisten den Preis. Und so richtige Wissenschaftskommunikationspreise für das Genre, das quasi wir machen und auch viele andere auch, also methodisch inkorrekt zum Beispiel, die machen sowas ähnliches. Holger macht auch sowas, weil Holger ist schon mehr in der journalistischen Ecke.
Florian Aber da gibt es wenig Preise. Der einzige Preis, der mir spontan einfällt, ist der Heinz-Oberhummer-Award für Wissenschaftskommunikation. Aber den werde ich und du auch nicht kriegen, weil wir vergeben den. Ja, das wäre peinlich. Ja, das wäre peinlich, wenn wir den kriegen, weil wir sind die Körzer, die ihn vergeben.
Ruth Schön wäre es schon, weil der ist ja schon richtig ordentlich dotiert.
Florian Der Heinz-Oberhummer-Award. Ja, aber es ist generell überhaupt mal bemerkenswert, dass Preise mit Geld dotiert sind, so wie deiner ja auch ist, weil ganz viele Preise kriegst du irgendwie am Plexiglas-Würfel und das war's.
Ruth Ja, weißt du, was ich bekommen habe? Zum ersten Mal beim Hanno und Ruth Rölimpreis 2025, zum ersten Mal eine Medaille.
Florian Noch nie eine Medaille bekommen wir vorher.
Ruth Doch, aber die Medaille, Moment, habe ich schon mal?
Florian Beim Sport irgendwo?
Ruth Ich wollte gerade sagen, doch, wie ich zehn war und beim Heidelauf den dritten, nein, Blödsinn, ich habe den vierten Platz gemacht, weil beim ersten, zweiten und dritten Platz haben sie kleine Pokale bekommen und ich habe nur eine Medaille bekommen und ich war richtig angepisst.
Florian Verständlich.
Ruth Ja, gut, anderes Thema, bin mir nicht so sicher, aber das Coole daran ist, dass diese Medaille auf der gleichen Maschine graviert wurde wie Teile des James-Webb-Space-Teleskops.
Florian Okay.
Ruth War es okay?
Florian Ich überlege gerade, welche Teile des James-Webb-Teleskops graviert werden müssen.
Ruth Naja, halt irgendwie ein Instrument. Das hätte ich eigentlich fragen können. Was genau das Blank-Institut für Astronomie da gebaut hat.
Florian Das steht ja im Weltall, das Teleskop. Da braucht es ja keine Skalenaufschriften oder sonst was. Da muss ja keiner draufschauen, um was einzustellen.
Ruth Naja, aber wenn du ein feines Instrument machst, dann wirst du da ja wohl irgendwie feine Linien und so weiter ziehen müssen. Und das wurde mit der Maschine gemacht. Ich weiß nicht. Es war Vormittag, ich war nicht so anwesend. Aber das hätte ich fragen können, was genau. Könnten wir vielleicht sogar recherchieren, was das bei welchem Instrument oder welchem Teil des James-Webb-Space-Teleskops das Max-Planck-Institut für Astronomie beteiligt war?
Florian Vielleicht haben die nur James-Webb-Gedenkmünzen produziert.
Ruth Nein, nein, nein, sie haben gesagt, mit der gleichen Maschine, mit der ein Teil des James-Webb-Bereichs. Space Telescope gemacht wurde, muss schon etwas sein, was jetzt im Weltraum ist.
Florian Okay. Deine Medaille ist auf jeden Fall nicht im Weltraum, sondern die gehört dir und das ist toll, dass das Universum zumindest indirekt an einem Preis beteiligt ist, weil ansonsten, ich habe noch keine Podcastpreise bekommen für meine Arbeit bis jetzt. Ich habe mich hier gewohnt.
Ruth Dass du den Preis noch nie bekommen hast, weil dann habe ich mir geschaut, ah, wir hatten den davor bekommen und irgendwie geschaut und Dings und waren mir sicher, dass du den auch eben bist.
Florian Nein, ich habe noch keinen Preis für Wissenschaftskommunikation bekommen bis jetzt in meinem Leben, außer wenn wir mit den Science Passers gemeinsam haben, aber so für mich alleine, okay, das stimmt nicht, einmal habe ich den Preis, den K.A.T. Podcast Award bekommen und ich habe mich auch sehr gefreut darüber, dass ich ihn bekommen habe.
Florian Was ist K.A.T.? Das ist so eine Homepage, glaube ich, vom Kurier irgendwie oder ich weiß nicht, ob es sie noch gibt, irgendein Online-Projekt der österreichischen Tageszeitung Kurier. Keine Ahnung, ob diese Seite noch existiert, aber die haben mal einen Podcast-Preis vergeben und die haben gesagt, ich freue mich, dass ich ihn habe, weil es der erste und bis jetzt einzige Preis ist, den ich habe.
Florian Aber das war halt wirklich so, die hatten, glaube ich, eine Million Kategorien. Es gab irgendwie so den Preis für den besten Podcast, den man beim Frühstück hören kann und den Preis. Und in einer dieser Kategorien habe ich halt auch nehmen.
Ruth War es der Preis für den Podcast, zu dem man am besten einschlafen kann?
Florian Nein, den gab es auch, glaube ich, aber das habe ich bekommen. Aber ich habe ihn bekommen, aber natürlich nicht dotiert oder sowas, sondern ein Plexiglas, K, glaube ich, in blau. Aber das ist der einzige Preis, den ich bis jetzt für meine Podcast- oder sonstige Wissenschaftsvermittlungsarbeit bekommen habe. Nee, einen Buchpreis habe ich auch mal bekommen.
Florian Meine Podcasts ansonsten sind noch preislos und ich habe auch aufgehört, die mittlerweile bei irgendwelchen ganzen Preisvergaben einzureichen, weil...
Ruth Aber weißt du, was das Gute ist? an dem Hanno und Ruth Röhl im Preis. Da muss man nicht einreichen. Erstens, keine Arbeit. Und zweitens, für einen Preis, wo man nichts eingereicht hat, muss man für das Preisgeld auch keine Steuern zahlen. Das ist, weil ich gleich irgendwie so, oh, ich kriege Geld, oh shit, muss ich das?
Ruth Steuererklärung, nein, muss man nicht, weil es nicht für ein Werk ist. Wenn es ein Preis ist, der für ein konkretes Werk ist, also wo du was einreichst, dann ist es ja wohl steuerpflichtig. Aber bei dem Preis nicht.
Florian Ja, also dann freu dich, dass du das Geld hast und keine Steuern zahlen musst. Und ich möchte nochmal anmerken, also ohne mich hättest du den nicht bekommen. Das sage ich jetzt nicht, weil wir gemeinsam Podcast machen, sondern weil der Markus Pössl dich erreichen wollte, um dich zu informieren über den Preis und zu wissen, ob du den Preis auch annimmst und ob du auch Zeit hast, hinzukommen.
Florian Und er hat dich nicht erreicht, weil du, keine Ahnung, irgendwo warst und deine Nachrichten dich gecheckt hast. Und dann hat er mich kontaktiert und gefragt, ob ich dich irgendwie kontaktieren kann, um dich darauf hinzuweisen, dass da was ist.
Ruth Ja, dann bin ich, glaube ich, gerade die Donau runtergepabbelt.
Florian Und ich hätte auch gesagt, was? Nein, okay, nicht, blöde Kuh, interessiert mich nicht mit der Arbeit, ich schlage dich mal zusammen, ich suche dich mit anderen und dann hättest du dich nicht bekommen.
Ruth Naja, es ist ja jetzt nicht so, dass ich seine E-Mail nicht bekommen habe, aber die Leute sind dann manchmal ein bisschen nervös, weil ich manchmal nicht so schnell antworte.
Florian Ja, eben. Die wollen ja dann wissen, ob die Person, die sie den Preis geben wollen, ihn auch haben will und ob die auch kommt, weil ansonsten braucht man nicht vergeben. Dann muss man sich rechtzeitig eine andere Person suchen.
Ruth Ja, aber ich würde sagen, ohne dich hätte ich den Preis nicht bekommen. Auf ganz vielen verschiedenen Ebenen valide Aussage ist, weil ohne dich gäbe es erstens diesen Podcast nicht. Und ohne diesen Podcast, traue ich mich jetzt mal behaupten, gäbe es auch die Bücher nicht. Und ohne Buch auch irgendwie den ganzen Rest und überhaupt. Ich meine, das Planetarium, okay, das Planetarium ist mein Ding, das gäbe es natürlich.
Ruth Aber ich weiß nicht, ob das alleine ausgereicht hätte für einen Preis, der ja eigentlich, wie du am Anfang schon gesagt hast, ein publizistischer Preis ist.
Florian Ja gut, Planetarium publizieren, schwierig.
Ruth Pop-up-Planetarium-Publizistik-Preis.
Florian Dann machen wir einen Rap-Song raus. Wenn es einen Pop-Up-Planetarienpreis geben würde, dann wärst du auch eine heiße Kandidatin.
Ruth Also irgendwie, es ist natürlich schon, das eine ergibt das nächste und auch mit den Science Pass, das ist natürlich, ich meine, das ist eh klar, dass ich da nicht dabei wäre ohne den Florian.
Florian Wenn du die nächsten großen Preise gewinnst, dann denkst du halt an mich und dann, dein Nobelpreis erwähnt mich an der Rede.
Ruth Ich glaube, das wird knapp.
Florian Wenn du den Nobelpreis für Literatur für die Planetariumspublizistik führst.
Ruth Ja, ja, das ist, the sky is the limit, the sky is not the limit, the sky is just the beginning.
Florian Genau. Ja, also so viel von deinen Reisen. Ich habe gedacht, das können wir mal ausführlich besprechen, wenn du einen Preis gewinnst, weil das kommt nicht so oft vor, dann kann man da ein bisschen drüber erzählen.
Ruth Und ich finde, also ich habe auch in meiner Dankesrede, ich danke der Academy, keine Rede, nur ein paar Worte. In meiner Dankesworte habe ich dem Max-Planck-Institut dafür gedankt, nicht nur, dass sie mir den Preis gegeben haben und dass es mit der Maschine, die das James-Webb gemacht hat, ein Teil davon, und so weiter, sondern, dass sie diesen Preis haben, dass sie einfach einen Preis für Wissenschaftskommunikation haben, der, wo sogar Geld irgendwie dranhängt und dass sie das einfach wertschätzen und dass das das Allerwichtigste ist und dass die Wissenschaft nicht fertig ist, nicht komplett ist, ohne dass sie vermittelt wird.
Ruth Das gehört dazu und dass die Wissenschaft eben von Menschen für Menschen gemacht wird und dass sie alle jetzt ihre geile Wissenschaft, die sie machen, nehmen sollen, damit rausgehen und sie an die Leute bringen sollen.
Florian Dann hast du Standing Ovations bekommen.
Ruth Natürlich.
Florian Dann war Lunchbreak. Man kann sagen, sie dachten, oh Gott, endlich ist es vorbei, jetzt gehören wir das Essen, jetzt ist die auch fertig.
Ruth Nein, aber ich habe ein paar nickende Köpfe zumindest gesehen. War zumindest niemand offended, was schon mal ein guter Anfang ist, oder?
Florian Ja, auf jeden Fall. Das wäre auch peinlich, wenn du da jetzt wie ausgebucht wirst als Preisträgerin.
Ruth Gut, in meinem Kopf spielen sich solche Szenen natürlich immer ab, aber ja.
Florian Ich hätte es einen Skandal machen können, wie damals Marcel Reich-Ranitzki. Ich nehme diesen Preis nicht an.
Ruth Aber ich meine, vielleicht bekommst du ja da mal irgendwie so einen Preis für dein Lebenswerk.
Florian Oh Gott, das will ja manchmal der Geber in den Top bin.
Ruth Kurz davor.
Florian Ja, super. Das freut mich auch nicht mehr.
Ruth Ja, stell dir vor, ich meine, es ist ja auch immer so, wenn man so einen Preis kriegt, denkt man sich, what now? Apropos Preis und Geschenke, ich habe dir natürlich auch noch was mitgebracht von meiner Reise. Nein, keine Medaille, etwas viel, viel, viel Usefulleres als eine Medaille. Ich habe dir natürlich ein Bier mitgebracht. Was sonst?
Florian Aus Görlitz?
Ruth Nein, aus Tallinn.
Florian Aus Estland?
Ruth Ja, ich habe dir ein estnisches Bier mitgebracht und zwar nicht nur irgendein Bier, sondern ein richtig geiles und ich hätte zwei kaufen sollen. Ich habe nur eins gekauft, weil ich hätte, danach habe ich mir gedacht, shit, ich hätte eigentlich gerne es mir selber behalten, weil es so schön ist und so einen coolen Namen hat und überhaupt.
Florian Ein Cosmos New England IPA. Ich kenne tatsächlich die Biermarke Pöyala, wenn man es so ausspricht, wahrscheinlich nicht, aber ich kenne die Biermarke, die machen gutes Bier, da habe ich schon einige getrunken davon, aber Cosmos, die Sorte kannte ich noch nicht.
Ruth Ja, und zwar steht da hinten auch noch drauf, ein Intergalactic Hazy IPA. Intergalactic Bier für den Himmelsmechaniker, der wieder mal was Gescheites trinkt.
Florian Ja, ich trinke das sehr gerne. Ich freue mich auch sehr darüber, weil du mir mitgebracht hast und ich freue mich darüber, weil es nach einem guten Bier aussieht. Aber ich freue mich auch darüber, weil es fast so aussieht, als hätten wir das vorher abgesprochen, weil das jetzt eigentlich die perfekte Überleitung ist für die nächste und eigentliche Geschichte.
Florian Weil ich habe gedacht, in Estland wirst du so viel erlebt haben, das werden wir jetzt nicht in der Einleitung besprechen. Das machen wir immer mal extra vielleicht. Deine ethnischen Erlebnisse, wir konzentrieren uns auf den Preis heute und in der Geschichte, die dann jetzt kommt, da wird diese Dose eine Rolle spielen.
Ruth Ja, sehr schön. Diese sehr schöne Dose, weil es ist eine sehr schöne Dose, es ist eine sehr farbenfrohe intergalaktische Dose. Hat das mit der Farbenfroheit zu tun?
Florian Nein, nein, nein, es hat tatsächlich mit dem zu tun, was drin ist.
Ruth Mit dem Bier? Warst du faul und machst deine wieviel Astronomie steckt in deiner Dose Biergeschichte heute oder was?
Florian Nein, die mache ich nicht, aber eine andere Geschichte. Ich greife schon eine Geschichte auf, die wir schon oft genug hatten. Wir haben ja in unseren Bühnenshows... immer wieder mal diskutiert, ob Asteroiden oder Galaxien besser sind. Also scherzhaft diskutiert, sage ich, wir haben das Publikum abstimmen lassen drüber.
Florian Und ich habe in diesen Argumentationen oft das Argument angebracht, dass Asteroiden deswegen so toll sind, weil sie dafür verantwortlich sind, dass es auf der Erde so etwas wie Bier gibt, weil die Asteroiden einen Großteil des Wassers auf die Erde gebracht haben und ohne Wasser gäbe es kein Bier. Das heißt, ohne Asteroiden gäbe es kein Bier. und das ist Grund genug dafür, dass man die Asteroiden ausreichend wertschätzt, weil die Galaxien haben uns kein Bier gebracht, aber die Asteroiden haben es getan.
Ruth Und meistens hast du ja bei dem Bewerb, wenn du gewonnen hast, genau mit dem Bier-Argument gewonnen.
Florian Ja, natürlich. Und zu diesem Thema gibt es neue Informationen, neue wissenschaftliche Ergebnisse.
Ruth Cool, stimmt alles gar nicht. Wasser war schon da, Asteroiden sind sinnlos.
Florian So, ich stelle jetzt mal dieses schöne Bier zur Seite und trinke den laubarmen Preissekt von dir weiter.
Ruth Das ist gar nicht so schlimm.
Florian Nein, man muss Getränke nicht ohne unbedingt kalt trinken.
Ruth Einkühlen ist total überschätzt.
Florian Ja, also der finde ich ganz okay, der Sekt, so wie er ist. Und es geht um die Frage, wie kommt das Wasser auf die Erde? Wir wissen, dass Wasser an der Oberfläche nicht in der Menge vorhanden war, wie es heute vorhanden ist, als die Erde entstanden ist. Also in der Entstehung der Erde war die Erde einfach zu heiß dafür.
Florian Da ist das Wasser an der Oberfläche nicht geblieben. Es war im Gestein gebunden natürlich Wasser. Und es ist immer noch sehr viel Wasser im Gestein und im Erdinneren gebunden. Aber an der Oberfläche gab es kein flüssiges Wasser. Da war die Erde ausgetrocknet durch das ständige Bombardement der ganzen Planetesimale, aus dem sie entstanden ist.
Florian Und die Frage ist, wenn damals kein Wasser da war, aber heute schon, dann wo kommt es her? Und es kommt halt dann aus den Einschlägen von Asteroiden und Kometen, die in der Frühzeit des Sonnensystems noch viel häufiger stattgefunden haben als heute. Und wir wissen, dass dieser Himmelskörper gefrorenes Wasser enthalten und mit den Einschlingen ist es auf die Erde gekommen.
Florian Das wissen wir, das ist ziemlich fix, diese Sache, was noch in der Forschung diskutiert wird. Das ist erstens das genaue Ausmaß, wie viel Wasser kam quasi dann aus der Erde selbst raus. Wieder später, wie viel Wasser kam aus dem Universum und wo genau kommt es her? Also waren es jetzt die Asteroiden, waren es die Kometen, welche Gruppen von Asteroiden waren es? Und der meines Wissens nach letzte Forschungsstand ist, dass so ungefähr um die zwei Drittel des Wassers, Oberflächenwassers, aus dem Weltall gekommen sind nachher.
Florian Und dass es eben vor allem die Asteroiden waren, die es gebracht haben und nicht die Kometen. Und an dem Stand wird auch die neue Forschung nichts ändern oder nur wenig ändern, aber wir haben ein paar interessante Details. Denn wir wissen, dass im Drachenpalast Informationen geschlummert haben. Weißt du noch, was der Drachenpalast ist?
Ruth Also irgendwie eine chinesische Raumstation, Mondmission?
Florian Nein, nein, der Drachenpalast war der Name, oder die Übersetzung des Namens des Asteroid Ryugu.
Ruth Ah, echt?
Florian Ja, Ryugu ist der Drachenpalast. Und der Drachenpalast, dieser Asteroid Ryugu hat Besuch bekommen von Hayabusa. Und Hayabusa ist, glaube ich, gerade auch irgendwas. Wanderfalke, Wanderfalke.
Ruth Drachentöter.
Florian Na, der Wanderfalke ist Hayabusa. Jedenfalls ist der Drachenpalast, also Ryugo, ein erdnaher Asteroid. Also der treibt sich ungefähr in der Gegend rum, in der sich auch die Erde im Sonnensystem befindet. Und es ist kein gewaltig großer Asteroid. Er hat 900 Meter im Durchmesser, aber ist schon ordentlich.
Ruth Naja, 900 Meter würde sich schon auszahlen.
Florian Ja, eh. Aber jetzt, wenn man vergleicht mit Ceres mit 900 Kilometern zum Beispiel, also das sind andere Größenordnungen. Aber 2018 ist dieser Asteroid von Hayabusa 2 besucht worden und hat Bodenproben dort gesammelt, zurück zur Erde gebracht. und dort sind sie 2020 gelandet. 5,4 Gramm insgesamt, das ist jetzt nicht viel, aber man kann damit Forschung machen.
Florian Und 38,4 Milligramm, ich habe mir das aufgeschrieben, 38,4 Milligramm von diesen 5,4 Gramm hat die Uni Tokio bekommen, um damit eine Studie durchzuführen. Und da waren ganz viele Menschen beteiligt, nicht nur aus Japan, aber ich habe es jetzt nicht alle aufgeschrieben. Ich glaube, die Schweiz war auch dabei.
Florian Also ein Haufen Leute haben das unterforscht. Und die Frage, die sie beantwortet haben, war, wie lange kann ein Asteroid sein Wasser halten? Das ist wahrscheinlich so ein Science-Buster-Niveau, die Frage.
Ruth Kommt drauf an.
Florian Aber es ist tatsächlich genau das. Es geht wirklich im wörtlichen Sinne um das. Es geht um die, wie es im Abstract dieser Arbeit steht, um die wässrige Aktivität der Asteroiden.
Ruth Ja, mir fällt das immer schwerer, je älter ich wäre, das mit dem Wasser.
Florian Ja, ich wollte gerade sagen, es ist kein Euphemismus für irgendwas, die wässrige Aktivität, sondern es geht um die Art und Weise, wie sich Wasser, flüssiges Wasser im Asteroid bewegen kann. Also normalerweise ist es ja kalt dort, logischerweise. Das heißt, das ganze Wasser, was da existiert, ist als Eis gefroren.
Florian Aber so ein Asteroid hat ja auch Wärmequellen, also zum Beispiel durch radioaktiven Zerfall. Die haben radioaktive Elemente im Inneren und gerade wenn die noch jung sind, diese Asteroiden, und wenn sie ausreichend groß sind und ausreichend viele radioaktive Elemente haben, die zerfallen können, dann entsteht da jede Menge Wärme und diese Wärme kann des Eis auftauen und dann fließt es halt so ein bisschen.
Ruth Das lascht das so herum.
Florian Also nicht an der Oberfläche natürlich, weil da ist kein Druck, damit das Wasser flüssig sein kann. Das wird dann sofort ins All evaporieren. Aber im Inneren, da kannst du ein bisschen durch die Gesteinsporen und Risse durchfließen. Das ist gemeint mit wässriger Aktivität. Aber wie gesagt, wenn du ein kleiner Himmelskörper bist, dann bist du ziemlich bald ausgekühlt.
Florian Unsere Erde, der Erdkern, ist immer noch extrem heiß, weil da so wahnsinnig viele radioaktive Elemente drin sind. Da reicht die Zerfallswärme immer noch, um den Erdkern auf 5000 Grad aufzuheizen oder sowas. Aber bei einem kleinen Asteroid ist es bald vorbei. So, also das ist mal der Stand des Wissens, den wir bis jetzt hatten.
Florian Jetzt haben die in dieser neuen Studie erstmal geschaut, ob sie aus dem Gestein das Alter genau bestimmen können. Also die unterschiedlichen Gesteinsarten, die sie in diesen Proben gefunden haben und dann probiert, das Alter zu bestimmen. Das macht man beim Gestein durch Isotopenanalyse, so ähnlich wie die C14-Methode.
Florian Es gibt halt auch noch ganz viele andere Isotope, die man verwenden kann. Und in dem Fall war das Lutetium und Hafnium, das sind zwei chemische Elemente, und das Isotop Lutetium 176. 1776, nee, man sagt Lutetium 176, oder? Ja. Lutetium 176, das zerfällt radioaktiv in Hafnium 176 und die Zerfallszeiten haben ich nicht aufgeschrieben, aber...
Ruth Man sagt doch Hafnium.
Florian Nicht Hafnium. Ich habe keine Ahnung.
Ruth Nur eine F. Wahrscheinlich sagen die Deutschen Hafnium, die sagen ja auch Jan und nicht Jan.
Florian Ich glaube, man müsste ja wissen, wie es die Dänen sagen oder die Römer, weil ist Hafnium nicht der lateinische Name oder kommt vom lateinischen Namen für Hafnia, genau, lateinische Name von Kopenhagen. Müsst du jetzt wissen, wie die Lateiner das ausgesprochen haben.
Ruth Wie, aber das ist ja viel zu weit oben. Da waren die Römer doch überhaupt nicht.
Florian Ja, weiß ich nicht. Vielleicht bist du mal vorbeigekommen. Was?
Ruth So ein Blödsinn.
Florian Aber vielleicht hat es trotzdem den lateinischen Namen. Man hat davon gewusst. Aber man hat auch sehr viel länger Latein gesprochen, als die Römer existiert haben. Es gibt auch Leute, die sich halt dann Amadeus genannt haben, obwohl sie Gottlieb heißen.
Ruth Von Gottlieb auf Amadeus. Ja, eh.
Florian Also vielleicht in dieser lateinklassischen Periode haben die halt dann Hafen ja gesagt zu Kopenhagen. Aber keine Ahnung, ich habe nicht Latein gehabt in der Schule. Ich kann dir nicht sagen, wie man Hafenium genau ausspricht.
Ruth Niemand weiß, wie man Latein ausspricht.
Florian Das werden die Latein-Lehrkräfte anders sehen wahrscheinlich. Jedenfalls gibt es halt diverse Isotope von Lutetium und von Hafenium. Lutetium, da ist nach Paris benannt, das wissen wir. Wissen wir auch, wie man es ausspricht wahrscheinlich.
Ruth Also Paris, wenn Paris zerfällt, wird es zu Kopenhagen.
Florian Genau. So ist es. Man macht es deswegen mit diesen Elementen, weil man das mit C14 nicht machen kann. C14 funktioniert sowieso nur für organische Stoffe, weil es ja Kohlenstoff ist, der in organischen Lebewesen eingebaut sein muss. Aber Kohlenstoff hat auch eine viel zu geringe Halbwertszeit. Das sind ja nur ein paar tausend Jahre dort und das ist irgendwann alles komplett wegzufallen und dann hat man nichts zum analysieren. Deswegen nimmt man sich andere entsprechende Elemente, wenn man auf astronomischen Skalen sich Altersbestimmungen machen will.
Florian Und das Lutetium 176 hat zum Beispiel eine Halbwertszeit von 10 hoch 10 Jahren. Also da sind wir schon im Milliardenjahrenbereich. Das ist gerade das, was man so haben will, wenn man halt mit Milliardenjahren alten Objekten im Sonnensystem zu tun hat. Das heißt, man nimmt diese Proben und schaut halt vereinfacht gesagt, es ist sehr, sehr viel komplizierter in Wahrheit, weil man schaut, okay, wie viel Lutetium habe ich in der Probe drin, wie viel Hafnium habe ich in der Probe drin und je mehr Zeit vergangen ist, seit dieses Geschehen entstanden ist, desto mehr Hafnium ist im Vergleich zum Lutetium da.
Florian Es ist, wie gesagt, komplizierter die Methode, aber im Prinzip funktioniert es so. Was die dabei gemerkt haben, ist, dass da irgendwas nicht stimmt. Die haben festgestellt, da ist viel zu viel Hafnium da in diesem Gestein. So viel kann gar nicht da sein.
Ruth So alt kann es nicht sein.
Florian Und so viel Lutetium wieder noch da ist, das passt nicht zusammen. Also das funktioniert nicht. Das Verhältnis Lutetium zu Hafnium passt nicht. Es ist zu viel Hafnium da. Und die einzige Möglichkeit, die sie gefunden haben, die halbwegs plausibel erklärt, was da passiert ist, war folgende. Es muss irgendwann mal einen Einschlag gegeben haben auf diesem größeren Objekt, auf dem Mutterkörper, aus dem Ryugo entstanden ist.
Florian Weil Ryugo ist ja auch ein Bruchstück von einem viel größeren Asteroid, der halt in der chaotischen Frühzeit des Sonnensystems irgendwann mal auseinandergebrochen ist. Und vor dem Auseinanderbrechen auf diesem größeren Objekt hat es halt mal einen anderen Einschlag gegeben. Dieser Einschlag war heftig genug, um dann das Material, aus dem dieser Mutterkörper und damit auch der Ryugo-Teil bestanden hat, aufzuschmelzen.
Florian Das Wasser, das Eis ist flüssig geworden, ist dann durch die ganzen Risse gesickert, die bei dem Einschlag entstanden sind und hat dabei einen Teil des Lutetiums ausgeschwemmt. Das ist die Hypothese, die Sie gezeigt haben. Das Einzige, was Ihnen eingefallen ist, was halbwegs erklärt, was dazu führt, dass man diese Mengen von Lutetium und Hafnium heute noch messen kann.
Florian Und das ist an sich sehr interessant, weil man halt was über die Entstehungsgeschichte weiß, aber es zeigt, wenn man die Daten dann auch weiter auswertet, weil die haben ja dann eben auch nochmal die Altersbestimmungen gemacht. Das zeigt, dass dieses alles irgendwie so ungefähr eine Milliarde Jahre nach der Entstehung von diesen Asteroiden entstanden sein muss.
Florian Also vor dreieinhalb Milliarden Jahren muss dieses Ereignis stattgefunden haben.
Ruth Also eigentlich recht spät.
Florian Genau, das ist der Punkt. Das zeigt, eine Milliarde Jahre nach der Entstehung der Asteroiden war da noch ausreichend viel Eis drinnen, dass so große Mengen flüssigen Wassers diesen Asteroid durchgespült haben, um das Lutetium rauszukriegen. Das heißt, eine Milliarde Jahre nach seiner Entstehung hat dieser Asteroid noch sehr, sehr viel Wasser gehabt und deutlich mehr Wasser, als wir bisher in unseren Modellen über die Asteroidenentstehung angenommen haben.
Ruth Auch wenn wir annehmen, dass es ein Bruchstück von einem größeren Drum ist, ist es auch für das größere Drum zu viel Wasser für die Radioaktivität, dass man es erzeugen kann.
Florian Genau, also die Mengen an Wasser, die wir den Asteroiden bisher zugeschrieben haben, die sind für den Zeitraum so eine Milliarde Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems sehr, sehr viel geringer, als wir es jetzt haben. Weil natürlich durch die ganzen Kollisionen geht Wasser verloren, durch die Einschläge geht Wasser verloren, Wasser evaporiert so ins Weltall raus oder sublimiert, bevor mich da wieder jemand korrigiert.
Ruth Du hast doch ins Weil gesagt, also das gilt nicht.
Florian Ja, ich habe schon ein Glas Sekt getrunken, da verschluckt man ab und zu Teile von Wörtern.
Ruth Der Florian kehrt schon langsam zu seiner echten Redegeschwindigkeit zurück.
Florian Jedenfalls verschwindet Wasser aus den Asteroiden im Laufe der Zeit, war unsere bisherige Annahme. Und die Daten von Ryugo, die haben jetzt gezeigt, ja, es verschwindet Wasser, aber ... Sie haben noch deutlich länger Wasser, als wir dachten. Sie können ihr Wasser sehr viel länger halten, als wir gedacht haben.
Ruth Well done, Asteroiden. Beckenbodenmuskulatur drehen für Asteroiden.
Florian Und das heißt, die Asteroiden haben natürlich auch sehr viel länger die Möglichkeit gehabt, Wasser auf die Erde zu bringen. Und wenn sie Wasser auf die Erde gebracht haben, haben sie mehr Wasser auf die Erde gebracht, als wir bisher angenommen haben. Und zwar um den Faktor zwei bis dreimal mehr, als wir bisher angenommen haben.
Ruth Aber Moment mal, bei zwei Drittel, ein Faktor zwei bis drei, wieso hat die Erde dann nicht doppelt oder sogar mehr so viel Wasser, wie sie hat?
Florian Das kann ich jetzt nicht sagen. Also vielleicht ist dann auch wieder Wasser weggegangen, beziehungsweise vielleicht stammt dann doch nicht so viel Wasser von den Asteroiden, wie wir bisher gedacht haben. Sie haben in der Arbeit auch gesagt, da sind noch viele offene Fragen und es gibt wieder viele neue offene Fragen.
Ruth Zuerst überschätzt, dann unterschätzt, dann wieder überschätzt. Oder ist es so, dass Astronomen immer sagen, Faktor zwei bis drei?
Florian Ganz oft sagen sie Faktor zehn bis hundert oder Faktor tausend oder was auch immer. Ach so, stimmt, schon auch.
Ruth Aber Faktor 2 bis 3 kommt mir vor, ist so sehr oft so ein Ding, das vorkommt. Das ist ein Faktor 2 bis 3.
Florian Das Problem ist halt, dass wir halt viele Parameter haben, die wir nicht kennen. Wir wissen halt jetzt nicht, wie viel Wasser in den Asteroiden drin ist. Wir wissen, die Häufigkeit der Einschläge können wir auch nur abschätzen. Wir können nicht genau sagen, welche Populationen von Asteroiden es genau waren, die das gebracht haben.
Florian Wir können nicht genau sagen, wie viel Wasser wirklich jetzt von den Asteroiden kommt und von woanders. Das sind alles Schrauben, an denen man drehen kann. und wenn wir jetzt die eine Schraube quasi ein bisschen festgedreht haben und wissen, okay, Asteroiden haben mehr Wasser, als wir denken, dann hat das vielleicht Konsequenzen für die anderen Schrauben, aber das wird die Zukunft zeigen.
Ruth Aber lustig, dass du genau dieses Thema gewählt hast, weil das passt wirklich sehr gut, auch wiederum zu Görlitz, weil in der Karl-Schwarz-Schild-Medaillen-Lekture….
Florian Gab es Bier?
Ruth Nein, es war 10.30 Uhr am Vormittag. Nicht einmal in Deutschland, nein. Nein, sondern Paola Caselli hat einen super Vortrag gehalten, auch sehr gut irgendwie gemacht. Oder vielleicht macht sie eh viel Kommunikation auch. Our Asprochemical Origins. Genau. Und hat das sehr gut gemacht und hat eine super Folie gehabt, wo ein Spektrum war mit den Linien und über jeder Linie ein wobbelndes Molekül, das auf eine unterschiedliche Art gewobbelt hat, was nämlich genau diese Linie verursacht.
Ruth Das fand ich großartig gemacht, das muss ich irgendwo kriegen, diese Grafik, wo man irgendwie sieht, wo die Moleküle so vor, zurück, seitlich, ziemlich cool. Aber egal, in Ihrem Talk ging es eben auch genau um das Thema, sogar so ein bisschen davor, nämlich wie sich in…. Protosternen oder dann auch irgendwie so protoplanetaren Scheiben, das Wasser an die Moleküle quasi anheftet und dass sie gefunden haben, dass das Wasser genau sich bildet, wo eben sich die Moleküle auch bilden, die komplexeren Moleküle.
Ruth Und ich habe gesagt, komplexere Moleküle ist alles, was mehr als sechs Atome enthält. Astronomie ist schon super. Und dann bildet sich eben um diese einfachen Kohlenstoffverbindungen rundherum Eine Eisschicht, eine Eishülle, die dieses Wasser auch festhält und daraus bestehen diese protoplanetaren Scheiben aus diesen eingeeisten Staubkörnern.
Ruth Und sie konnten auch da irgendwie messen oder mit einem Modell feststellen, dass diese Eisschicht ungefähr so ein Drittel von dem Durchmesser der Staubkörner ausmacht. Also richtig viel Wasser, richtig viel Eis. Und kurz bevor dann die Planeten anfangen sich zu bilden, da ist dieses ganze Wasser schon da und zwar auch dort, wo die komplexeren organischen Moleküle irgendwie sind. und dann kann es losgehen.
Florian Ja, das glaubt wahrscheinlich jetzt keiner mehr, dass wir uns nicht abgesprochen haben, aber ich wollte jetzt fortsetzen mit einer zweiten Asteroidengeschichte, die mit den organischen Molekülen in protoplanetaren Scheiben und der Planetenstehung zu tun hat.
Ruth Wir sind einfach zu gut, oder?
Florian Ja, gibt uns noch mehr Preise.
Ruth Wir verbinden sie mit allem.
Florian Was ihr wollt. Nein, denn nicht nur Ryugo hat, in letzter Zeit Schlagzeilen gemacht, sondern auch der zweite Asteroid, von dem wir kürzlich Proben eingesammelt haben, der Asteroid Bennu. Der Asteroid Bennu hat 2020 von der NASA-Sonde Osiris Rex Besuch bekommen.
Ruth Das ist der Wurstsemmel-Asteroid, oder?
Florian Bennu, ja, der schaut ein bisschen so aus wie der Wurstsemmel. Und 2023 sind die Proben auf die Erde gekommen. Da haben wir, glaube ich, auch in der Folge darüber gesprochen.
Ruth Wo sie den Schraubenzieher nicht gefunden haben.
Florian Genau, um den Behälter aufzukriegen. Da waren 120 Gramm drinnen, deutlich mehr als bei Hayabusa von Ryugo. Aber man hat da schon jede Menge coole Sachen drin gefunden, also ganz viele komplexe Moleküle, die du gesprochen hast. Unter anderem die komplexen Moleküle, die auch Bestandteil der DNA und RNA sind, andere organische Moleküle und so weiter.
Florian Und jetzt vor kurzem kamen gleich drei neue Studien raus über Bennu, die ich jetzt aber alle nicht im Detail vorstellen werde, sondern noch kurz erwähnen als Abschluss. Und auch da haben sie mit den Proben die Kollisionsgeschichte von Bennu rekonstruieren können. Also auch der ist ein Asteroid, der mehrere Kollisionen überlebt hat, aus Fragmenten besteht, die dann später nach den Kollisionen sich wieder zusammengefunden haben.
Ruth Das wurde aus diesen 100 Gramm 10 Decker, so wie bei der Extrawurstsemmel. Das versteht jetzt wieder niemand.
Florian Ja, wir haben auch genug Hörer in Österreich, die wissen, was Decker ist und die anderen können es googeln.
Ruth Verdient euch das Verständnis von dem, was wir sagen.
Florian Ja, und Extrawurst-Sammel müsst ihr auch googeln, weil in Deutschland ist Extrawurst-Sammel etwas anderes als in Österreich.
Ruth Ja, ich habe einmal einen Kärntner in Hamburg im Supermarkt an der Wursttheke eine Extrawurst-Sammel bestellen gesehen. Ich musste mich hinsetzen, damit ich mein Wasser nicht verliere.
Florian Ja, das ist sehr lustig, weil in Deutschland Extrawurst-Sammel. Egal. Wie auch immer. Es ist so absurd, dass man das alles Proben rauskriegt.
Ruth Dass man das aus 100 Gramm, also die Kollisionsgeschichte von dem Master Rünen reinkonstruieren.
Florian Weil du natürlich da keine homogene Mischung hast. Das ist ja nicht irgendwie so, schaut zwar so aus wie halt einfach Staub, Aber natürlich ist es auf mikroskopischer Ebene, auf der wird es ja untersucht, halt sehr, sehr inhomogen. Das heißt, da sind ganz viele Bruchstücke, unterschiedlich zusammengesetzte Mineralien, Gesteinsgröße, und so weiter, die kannst du alle einzeln auseinander glauben, kannst sie halt dann klassifizieren nach dieser Art von Gestein, dieser Art von Gestein, kannst sie dann auch nach Isotopengehalt klassifizieren und siehst dann halt, okay, das Gestein muss einen ganz anderen Ursprung haben als das andere Gestein, weil die so unterschiedlich sind, auch wenn es von außen halt wie Staub ausschaut
Florian und so, kannst du eben sagen, okay, da ist Gestein von, vereinfacht gesagt, mit drei verschiedenen Arten drin, das heißt, es müssen drei verschiedene Fragmente gewesen sein, unterschiedlicher Herkunft. Also so sehr, sehr vereinfacht funktioniert das.
Ruth Isotope eben auch die Zeit, dass man dann eine Art Timeline erstellen kann. Na eh, na eh.
Florian Und du kannst dann eben auch aus den Arten der Elemente, die drin sind, feststellen, okay, ist das eher nahe an der Sonne entstanden, wo es warm ist oder ist es weit weg von der Sonne entstanden, wo es kalt ist, weil je nach Temperatur können unterschiedliche flüchtige Elemente noch existieren oder nicht.
Florian Und so kann man halt dann wirklich aus so Proben das entsprechend rekonstruieren. Also auch die Astro-Mineralogie oder Astro-Geologie oder wie auch immer Astro-Chemie, wie auch immer man diese Disziplin dann im Detail bezeichnet, ist eine extrem faszinierende Disziplin, aber war mir immer zu schwer. Das irgendwie mit dem ganzen chemischen Zeug, das habe ich nie so ganz gecheckt, wie das funktioniert.
Ruth Aber die haben die besten Namen.
Florian Jedenfalls, man weiß, dieser Mutter-Asteroid, aus dem Bennu dann später durch Kollisionen entstanden ist, der muss irgendwo so aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems standen. Also hinter der Schneelinie, wie es heißt, wo es kalt genug ist. Irgendwo wahrscheinlich sogar hinter von, hinter, hinterseits, sollte ich sagen, jenseits.
Ruth Hinter, hinterseits, hintergrammert neun Titel.
Florian Jenseits von Jupiter und Saturn. Und das Interessante ist, ein Teil dieser Proben hat man gefunden und ein Teil dieser Proben hat wirklich ein Isotopenverhältnis gehabt, das überhaupt nicht zu irgendwas passt, was im Sonnensystem existiert. Weil auch das Material, aus dem die Sonne, die Planeten entstanden sind, diese protoplanetare Scheibe, diese Urwolke, die ist ja in einem gewissen Sinn schon homogen, dass da halt bestimmte Isotopenverhältnisse existieren, die charakteristisch sind für unser Sonnensystem.
Florian Aber man hat da eben auch Proben oder Teile der Proben gefunden, die ein komplett anderes Isotopenverhältnis gehabt haben. Das heißt, die müssen von woanders kommen.
Ruth Interstellare Asteroiden waren auch beteiligt.
Florian Ja, in dem Fall sind das nicht unbedingt interstellare Asteroiden, sondern das, was man präsolare Körner, glaube ich, nennt. Also das Zeug, was Sterne so rausschleudern im Laufe der Zeit. Was quasi von der letzten Supernova-Kings-Generation.
Ruth Geil.
Florian Also diese präsolaren Körner haben wir auch schon öfter gefunden. Also die sind nicht leicht zu finden, aber wir haben sie auch schon in diversen Meteoriten gefunden. Also das gibt es. Kann man sich sogar, wer in Wien mal ins Naturhistorische Museum geht, da kann man sich so ein Ding anschauen. Da steht so ein mini-mini-mini-Meteorit mit einer großen Lupe davor.
Florian Da kann man da drauf schauen, dann sieht man schwarzes Körnl. Und das ist überhaupt nicht beeindruckend, aber man kann den Text nebenbei lesen, wo einem erklärt wird, was präsolare Körner sind. Und dann ist man beeindruckt von dem, was man da sieht. Also man sieht da Zeug, das älter ist als das Sonnensystem.
Florian Das gab es schon, bevor es die Sonne gab und die Planeten. Und das Zeug hat man dann eben auch in den Proben von Benno gefunden und hat in diesen Proben sogar organisches Material gefunden. Und man muss immer dazusagen, wenn man das sagt, das heißt nicht, dass da irgendwie ein halber Regenwurm drin lag oder irgendwie sowas oder ein Blatt, sondern es ist einfach organische Kissen. Oh, der arme Regenwurm.
Ruth Warum nur ein halber? Was mit der anderen Hälfte passiert?
Florian Da hat die Körner durchsteuern, dann nehmen beide weiter. Was auch nicht stimmt, aber das hat man als Kind immer erzählt.
Ruth Was werden dir als Kind solche Sachen erzählt?
Florian Das war so Common Knowledge in den Schulen und Kindergärten.
Ruth Wenn man sich unabsichtlich mit einem Spaten bei der Gartenarbeit durchtrennt, dann können beide Hälften weiterleben, was nicht stimmt. Aber das nicht, wenn man sie durchschneidet mit einer Schere.
Florian Habe ich nicht gemacht. Ich habe nur gesagt, das war das, was erzählt wurde in meiner Kindheit.
Ruth Okay. In Niederösterreich ist ein hartes Pflaster für Regenwürmer.
Florian Wenn man nicht so viel vom Regenwurm abschneidet, dann lebt der Rest weiter. Aber der abgeschüttete Rest nicht oder sowas. Aber generell sollte man Regenbäume nicht schneiden oder stechen.
Ruth Nein, don't do it.
Florian Jedenfalls, man hat da keinen Regenbäume drin gefunden. Organische Moleküle heißt einfach nur, es sind halt komplexe Moleküle, wo irgendwo ein Kohlenstoff drin hängt. Jetzt auf der chemisch vereinfachte Sache. Also das hat nichts mit Leben zu tun, wenn die Chemie von organisch oder anorganisch spricht.
Florian Nur insofern, dass das halt Leben vor allem aus organischen Molekülen besteht oder halt organische Moleküle braucht. Aber ein organisches Molekül hat noch nichts per se mit Lebendigen zu tun. Aber man hat halt in diesen präsolaren Körnern wirklich auch sehr, sehr komplexe organische Moleküle gefunden, also organische Substanzen, die wirklich eben aus Gegenden stammen, die nicht unser Sonnensystem waren und schon da waren, bevor das Sonnensystem da war.
Florian Und da folgt jetzt mal per se nichts draus, also wir wissen jetzt das oder jenes, aber da folgt halt draus, dass wir aus den Asteroiden absurde Dinge lernen können. Wir können aus den Asteroiden lernen, wie Sterne beschaffen waren, die heute schon längst nicht mehr existieren, wie unser Sonnensystem ausgeschaut hat, bevor es das Sonnensystem war, Aber bevor dann wieder nur eine komische, große, unförmige Wolke war aus Zeug und keine Breitkeit der Sonne an der Planeten in Sicht.
Florian Also all diese Information steckt in den Asteroiden drin.
Ruth Ja, das war es halt einfach das einzige Ding, das als Ding wahrgenommen wird und untersucht werden kann, das aus dem Weltraum auch zu uns kommen kann. Also das ganze Sternenmaterial und die ganzen, ich weiß nicht wie viele zig Sonnenmassenmaterial aus dem Halo der Milchstraße, das wieder auf uns zurückgefallen ist und das auch in uns drinnen ist.
Ruth Das kann man jetzt nicht so als Ding untersuchen, aber Asteroiden sind halt ein konkretes Brocken, den man so hernehmen kann und da dann irgendwie die Verbindung zum interstellaren Raum.
Florian Das hat auch einer der beteiligten Menschen gesagt, ich habe die Pressebeteilung jetzt nicht irgendwie rausgesucht. Wahrscheinlich besser gesagt, als ich gerade… Nein, aber vielleicht, aber der hat gesagt, das sind Informationen, die man mit Teleskopen nicht bekommen kann. geht mit Teleskopen nicht. Das ist wirklich eines der wenigen Dinge in der Astronomie, wo wir mit Schauen nicht weiterkommen. Da müssen wir wirklich hin und uns das Zeug holen.
Ruth Ja, eh so wie mit dem Leben auf anderen Planeten, mit den ganzen Biomarkern und so weiter, wo man sagen kann, ist gut, vielleicht, wir haben das gefunden, es ist irgendwie ein starker Hinweis auf, aber wenn man sagen will, ja, das ist es, dann muss man da eigentlich entweder hin oder was von dort haben.
Florian Die zweite Hälfte vom Regenwurm.
Ruth Gebt uns den Regenwurm zurück! Die Aliens, die Regenwürmer in der Mitte durchschneiden, sie in irgendwelche Asteroiden einbetten und sie dann Richtung Sonnensystem schicken und lachen, wenn wir sie finden.
Florian Vielleicht war das deren Panspermie-Plant.
Ruth Ja gut, aber dann hätten sie nicht einen halben Regenwurm da irgendwie.
Florian Vielleicht haben die auch in der Alienschule gelernt im Kindergarten, wenn man die Regenwürmer durchschneidet, dann leben beide Hälften weiter. Aber sie haben gedacht, super, das machen wir, wir schneiden ja nicht durch.
Ruth Da sind Asteroiden und schicken das weg. An der Menge von Regenwürmern. Ja, weiß man nicht. Avi Löb wird es für uns herausfinden.
Florian Stimmt, genau. Ich hoffe, ihr hört das nicht, weil sonst macht ihr gleich ein Paper drüber. Ja, das waren meine beiden Asteroin-Geschichten.
Ruth Cool. Aber ich finde, es stimmt eh. Asteroin, das ist schon, vor allem auch diese präsolare Geschichte. Ja, die ältesten Objekte des Sonnensystems. Und denkst dir, ja eh. Ich meine, Brockenstein, in der Erde drinnen ist auch altes Material. Es ist halt quasi alles wieder durchgemischt und so weiter worden.
Ruth und darum ist das, was an der Oberfläche ist, nicht ganz so alt.
Florian Ja, noch chemisch verändert worden.
Ruth Ja, auch. Aber es ist quasi alles so aus der gleichen Sandkiste. Aber wenn man dann von diesen Prä-Solaren-Körnern spricht und dann siehst du so ein Ding und du weißt, das Ding ist älter als alles, was es im Sonnensystem gibt, das ist ja bei der Sternexplosion übergeblieben. Das ist so arg, oder? Dann bin ich vielleicht auch auf der Asteroidenseite.
Florian Ja, das sind eh alle Seiten. Schön. Ja, dann gibt es Fragen aus der Hörerschaft.
Ruth Die ich rausgesucht habe.
Florian Ich habe mal eine Asteroidenfrage rausgesucht, weil ich die ganz lustig fand.
Ruth Die jetzt aber hoffentlich nicht dich beantworten muss, oder?
Florian Nein, du kannst die vermutlich genauso gut beantworten wie ich, weil wir sie, wie du gleich sehen wirst, in aller wissenschaftlichen Exaktheit sowieso nicht beantworten können oder können schon, aber da müsste man sehr viel Arbeit machen und sehr viel rechnen und das wollen wir wahrscheinlich beide nicht.
Florian Aber die Frage lautet, und sie kommt von Hans Wurst, der dazuschreibt, dass er eigentlich Martin heißt, aber es ist Hans Wurst. Und der hat natürlich festgestellt, erstens, dass 2025 der Asteroid Apophis der Erde extrem nahe kommt. Ich glaube, das ist 2029. Aber auf jeden Fall kommt der Asteroid Apophis der Erde nahe, haben wir auch schon Folgendes darüber gemacht. Und ...
Florian Wollte wissen, wie viel Energie bräuchte es, den Asteroid einzufangen und auf eine Erdumlaufbahn zu zwingen? Also ich weiß jetzt nicht, warum wir das machen wollen würden, aber wenn wir den Asteroid so ablenken wollen würden oder abbremsen wollen würden oder beschleunigen wollen würden, je nachdem was notwendig ist, um ihn in eine Umlaufbahn zu bringen, wie viel Energie würde das brauchen?
Florian Und er fragt, kann man das in Saturn-5-Einheiten angeben? Also wie viele Saturn-5-Raketen müssten an dem Ding schieben oder beschleunigen, dass es in eine Erdumlaufbahn kommt?
Ruth Na, boom. Das hört sich nach einer Frage an, die man JetGPT stellen könnte.
Florian Ja, kann man.
Ruth Nur weiß man dann nicht, ob das Ergebnis stimmt.
Florian Ja, es ist jetzt eine Frage, die kann JetGPT wahrscheinlich hinkriegen, weil wenn man es jetzt im Detail rechnen will, ist das eine sehr komplexe Aufgabe.
Ruth Aber er meint Einschlag, er möchte die Erde vernichten.
Florian Nein, nein, Erdumlaufbahn. Er will eine Erdumlaufbahn haben. Also einfach eine Erdumlaufbahn bringen.
Ruth Ach so, aber nicht jetzt Co-Flight mit der Erde, sondern Einschwenken auf einen Umlaufbahn um die Erde. Ach, das ist aber ein bisschen schwieriger. Weil sie nur so weit abbremsen, dass quasi der Erde nebenher fliegt, wäre vielleicht einfacher.
Florian Aber prinzipiell ist das eine Aufgabe, die ist genauso komplex, wie wenn man Raum irgendwo hinschicken will. Also wenn man das im Detail wissen will, dann muss man wirklich sehr, sehr komplexe Berechnungen machen. Das kann ich nicht tun, aber man kann zumindest abschätzen, der Asteroid fliegt so schnell, wie schnell müsste er fliegen, damit er die Geschwindigkeit hat, die er braucht, um die Erde zu umkreisen, also die kosmische Geschwindigkeit.
Florian Das kann man abschätzen, dann kriegt man die Geschwindigkeitsdifferenz und dann mit der Masse des Asteroiden kann man dann abschätzen, wie viel Energie man dann bräuchte, um dieses Delta-V, wie es heißt, zu erreichen. Das kann man so als Abschätzung machen und das habe ich gemacht. Ich habe es jetzt heute vor der Aufnahme kurz gemacht. Also fragt bitte gerne nochmal JetGPT und schaut, ob wir zum selben Ergebnis kommen.
Florian Ich habe es jetzt nur geschätzt. Es sind ungefähr vier Kilometer pro Sekunde, die man als Delta-V braucht. Und das ist schon ordentlich.
Ruth Das ist ordentlich.
Florian Vor allem, wenn du so ein großes Drum hast, wie Apophis, was ist der? 300 Meter groß ungefähr, glaube ich. wenn ich mich nicht täusche. Egal, aber auf jeden Fall ein großer Asteroid, da steckt viel Masse drin. Und so eine große Masse, um vier Kilometer pro Sekunde Delta V zu verändern, da braucht man schon viel Energie.
Florian Und es sind, wenn man es auch wieder nur grob geschätzt ist, es sind um die 5000 Saturn-5-Raketen.
Ruth Ah, naja. Also schon viel, aber jetzt schon auch etwas, was wie soll ich sagen, was auf die Erde passen würde. Es ist nicht so, man bräuchte da irgendwie...
Florian Ja, wir könnten das schon. Wir können ja auch Asteroiden ablenken. Das haben wir auch schon gehabt, dass wir wissen, wie das geht. Asteroiden, die Bahn zu verändern. Wir können schon die Bahn von Asteroiden verändern und wenn wir uns wirklich Mühe geben und 5.000 Saturn und 5.000 Raketen bauen, naja, dann können wir noch so ablegen, dass er die Erde umkreist.
Florian Aber warum soll man das machen? Was fangen wir an damit? Also klar, dann hätten wir uns einen eigenen Asteroid vor der Haustür zum Erforschen. Da können wir genauso leicht hinfliegen wie zur Raumstation. Wenn wir die Umlaufbahn entsprechend anpassen, dann haben wir halt so ein Asteroid als Basis. Das wäre schon cool, aber ansonsten wüsste ich jetzt nicht, was wir mit einem Asteroid vor der Haustür anfangen, weil selbst für so Science-Fiction-Aktionen wie Asteroiden-Berg-Bahn, ja, dann müssen wir den jetzt nicht irgendwie in eine Umlaufbahn bringen, das geht auch anders.
Ruth Da kann man hinfliegen.
Florian Das geht schon und mir fällt jetzt kein sinnvoller Use Case ein, dass wir in ein Asteroid einfangen, abgesehen davon, dass es cool wäre, wenn wir es machen.
Ruth Aber mich überrascht es, dass es dann doch gar nicht so viel ist.
Florian Vielleicht würde ich verrechnen, wie gesagt, ich möchte nicht ausschließen.
Ruth Es ist eh viel, aber es ist jetzt nicht so etwas, was komplett jenseits, weit, weit, weit jenseits unserer Möglichkeiten ist, so Dyson-Sphäre oder so irgendwas.
Florian So lange gibt es nicht, ja.
Ruth Sondern es ist etwas, was irgendwie, weiß ich nicht, im 23. Jahrhundert durchaus möglich wäre, sage ich jetzt mal.
Florian Ja, schauen wir mal was im 23. Jahrhundert. Vielleicht können wir im 23. Jahrhundert froh sein, wenn wir wissen, wie man Feuer macht noch.
Ruth Traktor Beam, ja, ja, naja, eh stimmt.
Florian Nächste Frage, eine sehr, sehr leicht zu beantwortende Frage. Und zwar eine Frage von Dennis. Der bezieht sich auf unsere Fünf-Jahres-Jubiläums-Folge und fragt an die Neuen im Club der Lego-Milchstraßenbauer. Wie sieht es um die Fertigstellung aus und wie viel Spaß hattet ihr bereits? Also ich kann von Evi berichten, ihre Milchstraße steht noch gut verpackt in ihrem Arbeitszimmer und wartet da, glaube ich, neben dem gut verpackten Zurück in die Zukunft DeLorean und dem gut verpackten Lego Tellurium und ich glaube einer gut verpackten Lego Katze darauf, dass das Lego Batman Wandbild endlich fertig wird und sich beim Rest was tut.
Florian Also es dauert da noch ein bisschen und bei dir, wir sitzen ja hier in deinem Büro, wo wir aufnehmen und ich habe mich umgeschaut und wenn du sie nicht irgendwo am Klo, obwohl da war ich auch schon, also wenn du sie nicht irgendwo anders versteckt hast.
Ruth So viele Räume habe ich nicht.
Florian Wenn du sie nicht woanders hast, dann ist da auch noch nicht.
Ruth Ich bin aber weiter fortgeschritten als Evi. Ich habe die Schachtel schon aufgemacht und einmal so ein bisschen durchgesiebt und mir überlegt, wo ich das denn jetzt bauen könnte. und dann hat es mich ein bisschen überfordert und dann hat es mir gedacht, okay, überlege ich mir ein anderes Mal. Weiter bin ich noch nicht gekommen.
Florian Man soll auch nicht leichtfertig mit großen Lego-Projekten anfangen, weil sonst liegt es ewig lang rum und dann verschwinden die Teile und so weiter. Also das muss schon seine richtige Zeit haben. Also die Entstehung einer Galaxie ist nichts, was man spontan beginnt.
Ruth Ist aber vermutlich schneller gegangen, als wir glauben. Insofern, wer weiß, vielleicht sind wir dann schneller fertig, als wir erwartet haben, ob unseres mangelnden Anfangsfortschritts.
Florian Also Dennis, ich muss dich enttäuschen, Beide haben doch nichts gemacht.
Ruth Aber danke für dein Interesse.
Florian Was die Milchstraße angeht, frag gerne nochmal nach und sollten Sie mal fertig werden, die Galaxien, wenn wir Bescheid sagen, schauen wir noch. Und dann eine letzte Frage, ich dachte, nachdem wir jetzt irgendwie so eine Asteroidenschwärmung hatten, kriegst du noch eine Galaxienfrage? Und Raik fragt uns, gerade habe ich in den Sternengeschichten gelernt, weil ich habe vor kurzem eine Folge gemacht über Catherine's Wheel, die uns nächstgelegene Ringgalaxie.
Ruth Aha, noch nie gehört. Catherine's Wheel?
Florian Ist auch jetzt nicht so spektakulär wie zum Beispiel die Wagenradgalaxie, das heißt sie auf Deutsch. Egal, jedenfalls habe ich da über die erzählt und über Ringgalaxien allgemein. Und Reich wollte wissen, hat anscheinend noch Fragen. Und ich habe gedacht, dann gebe ich dir einfach an dich weiter, du als Expertin für galaktische Wechselwirkung.
Florian Gerade habe ich in den Sternengeschichten gelernt, dass Ringgalaxien entstehen, wenn eine Galaxie eine andere zentral trifft. Also man hat eine Galaxie und eine kleinere fliegt da so zentral durch. Und jetzt sehr, sehr vereinfacht gesagt, du kannst das gerne nachher gerne aufklären, wird dann halt so das Innere aus der Galaxie rausgeschubst und da außenrum Sternenstehung angeregt und da kriegst du den hellen Ring aus leuchtenden Sternen.
Florian Darum ist es eine Ringgalaxie. Kannst du gerne nachher noch im Detail erklären, wie es funktioniert. Aber Raik hat sich Gedanken über die schwarzen Löcher gemacht und fragt, dann dürften die beiden Galaxien aber keine zentralen schwarzen Löcher haben, oder? Ansonsten müssten die beiden Löcher bei einem zentralen Treffer direkt verschmelzen und einen gigantischen Gravitations-Tsunami erzeugen.
Florian Schließlich ist es nicht vorstellbar, dass sich zwei supermassereiche schwarze Löcher mit stark überlackenden Ereignishorizont wieder trennen. Also was genau passiert bei der Entstehung einer Ringgalaxie und was passiert mit den schwarzen Löchern?
Ruth Ja, okay, also das mit den schwarzen Löchern ist eher, das ist eher leichter, dass sie einander nicht treffen, wenn die Bahnen quasi senkrecht aufeinander stehen. Du musst eine Stelle vor, eine Galaxie wie die Milchstraße, so rund, schmal, flach, und dann kommt eine zweite Galaxie, die da quasi in der Mitte so auf die erste Galaxie wufft.
Florian Ja, wie ein Dartscheibe, so habe ich erklärt im Podcast.
Ruth Sehr gut, ja, genau. Da hat er sich was überlegt. Und die pfeffert da rein und es ist meistens vielleicht ein bisschen eine kleinere Galaxie, aber es muss schon eine große sein auch. Also es muss eine Art Major Merger sein. Also das Massenverhältnis zwischen den beiden Galaxien, die da involviert sind, muss funktionieren.
Ruth mehr oder weniger gleich oder ähnlich sein. Sie darf nicht viel kleiner sein, weil wenn sie viel kleiner ist, dann passiert das, was zum Beispiel der Gaia Sausage passiert ist. Dann wird sie halt einfach auseinandergerissen von den gezeiten Kräften, verschluckt und so verschmiert quasi und dann in die größere Galaxie integriert, auf Bahnen, die dann aber immer noch zu erkennen sind als andere.
Ruth Darum weiß man, dass das passiert ist. Aber bei dieser Head-on-Kollision, die dann zu einer Ringgalaxie führt, ist es quasi wirklich so senkrecht. Die schwarzen Löcher, das ist sowieso, weil die sind so klein, die sind so kompakt in der Mitte drinnen, ist sowieso schwierig, dass die sich, also es ist eigentlich unmöglich, dass sie sich treffen.
Ruth Die treffen sich nicht, weil die so kompakt sind, so klein in ihrer Ausdehnung sind. Aber wenn sie miteinander verschmelzen sollen, dann ist es einfacher, wenn die Galaxien sich quasi in der gleichen Ebene begegnen. Weil dann fangen die sich ein und fangen an, umeinander zu kreisen auf einer Bahn und dann kommen sie sich langsam näher.
Ruth Dauert aber ewig, so schwarze Löcher, weil die können die jetzt dann ihre Bewegungsenergie jetzt auch nicht so wirklich verlieren und darum dauert das ewig. Wenn du so eine senkrechte Kollision hast, was passiert, ist, dass die dann einfach eigentlich durcheinander durchfliegen.
Florian Die Relativgeschwindigkeit ist wahrscheinlich auch höher, oder?
Ruth Ja, weil sie sich halt überhaupt nicht einfangen. Also die Galaxien fliegen, wenn sie in der gleichen Ebene aufeinander zufliegen, fliegen sie dann in so gekrümmten Bahnen natürlich so erst so umeinander herum und begegnen sich irgendwie dann. Und bei der senkrechten Kollision, da fliegen sie wirklich eigentlich durcheinander durch.
Ruth Und natürlich, das Gas in den Galaxien, das kollidiert und das führt dann dazu, dass das dann so wie ein fetter Stein, den man ins Wasser wirft, einfach so einen Ring macht, der quasi nach außen fährt. Und dort wird das Gas verdichtet und Sternenstehung und dann hast du diesen hellen Ring rundherum. Aber die schwarzen Löcher und wahrscheinlich ein Großteil der Sterne auch, Die würden einfach durcheinander durchfahren und dann hast du einen Ring und eine andere Galaxie entweder so in der Mitte oder kurz danach noch.
Ruth Manchmal sieht man auch, dass die zueinander schon verschoben sind, weil die Kollision quasi schon war. Und die schwarzen Löcher, die tun überhaupt nichts miteinander. Also die fliegen aneinander vorbei, weil sie einfach so super kompakt sind, dass die sich nicht treffen. Und damit zwar schwarze Löcher kollidieren, müssen sie eine Bahn haben, wo sie sich langsam quasi aneinander annähern können. sich einfangen können gegenseitig.
Ruth Und dass bei so einer Art von Kollision, Da passiert das einfach nicht.
Florian Genau, also die schwarzen Löcher rauschen aneinander vorbei mit ihren Galaxien. Und alles, was passiert, ist, dass ein Gravitations-Tsunami, wie Reik schreibt, ausgelöst wird beim Durchfliegen. Und der verursacht den Sternenring.
Ruth Und das ist ein ordentlicher Tsunami. Also das ist eine Megaschockwelle, die da nach außen rennt und dann halt einfach das Gas vor sich her schiebt, vor sich her drückt. und dadurch halt diesen super hell leuchtenden, meist bläulichen Ring an neu entstandenen Sternen verursacht.
Florian Genau, schaut euch Bilder von Ringgalaxien an, das schaut sehr spektakulär aus. Und wenn ihr uns auch Fragen stellen wollt, dann stellt sie an fragen.universum.at und wir können jetzt dazu sagen, ihre Fragen werden von einer Preisträgerin aus der Wissenschaftspublizistik beantwortet.
Ruth Star Astronomin beistrich Preisträgerin.
Florian Genau. Ja, das waren die Fragen und jetzt kommen wir zur Science-Fiction. Jetzt erzählt uns Evi was über Science-Fiction-Filme und was sie uns erzählt, das hören wir uns jetzt an.
Flo2 Wir sind bei Science Frames mit Efi. Hallo Efi.
Evi Hallo.
Flo2 Nachdem wir jetzt schon die Gewinnerinnen und Gewinner des Sommerrätsels bestimmt haben oder bestimmen werden, ich weiß nicht, ob wir es vorher oder nachher machen werden, ist jetzt der Sommer definitiv abgeschlossen. Das heißt, wir brauchen einen neuen Film, damit wir die Herbstsaison der wissenschaftlichen Filme einleuten können.
Flo2 Was gibt es zu sehen oder worüber reden wir heute?
Evi Eigentlich haben wir das letzte Mal ja besprochen, dass ich einen Herbstfilm mitnehme. Ja, hat sich jetzt irgendwie anders ergeben. Außerdem habe ich keinen passenden Herbstfilm gefunden. Und den Film, den ich heute mitgebracht habe, der hat sich eigentlich ganz... Gut ergeben, weil ja wir zwei, wir waren ja vor kurzem in Baden bei einem, naja, war das eine Vorlesung, eine Lesung? Nein.
Flo2 Das war ein Schauspieler, der Dinge auf einer Bühne gesagt hat.
Evi Und zwar war Lars Eidinger, ich glaube, den wird besonders noch in deutschen Hörerinnen und Hörern ein Begriff sein, der war nämlich in Baden zu Gast und hat Bertolt Brecht vorgetragen. Danach waren wir dann noch etwas trinken, also nicht Lars Eidinger und wir, sondern nur Florian und ich. Und wir haben dann auch darüber gesprochen, ob jetzt eben Bertolt Brecht oder Lars Eidinger dafür gesorgt hat, dass der Saal voll war.
Evi Ja, Florians Meinung war, es war Lars Eidinger. Und dann hatte ich die Idee, vielleicht können wir ihn dafür gewinnen, dass er vielleicht astronomische Lyrik, Poesie vorträgt, um damit irgendwie auf Tour zu gehen. Und du meintest ja, na, den kann man sicher nicht für sowas begeistern. Ja, und dann haben wir aber entdeckt, dass er in einem Film mitgespielt hat, wo er sogar einen Astrophysiker spielt.
Flo2 Ja, das haben wir entdeckt, dass es ja diesen Film gibt, aber nur weil ein Schauspieler was spielt, ist der Schauspieler deswegen noch lange nicht begeistert davon. Ich meine, es gibt auch ganz viele Leute, die Adolf Hitler gespielt haben und vermutlich waren sie nicht begeistert von Adolf Hitler.
Evi Das wollen wir zumindest mal hoffen. Ja, es wäre ein Anknüpfungspunkt da gewesen. Hättest du schon gleich mal mit ihm vielleicht sprechen können.
Flo2 Weil ich so oft mit Lars Eidinger rede.
Evi Ja, genau. Ja, wir haben ihn leider nicht getroffen. Er war dann nicht im gleichen Lokal noch ein Bier trinken nach der Vorstellung wie wir. Um welchen Film geht es? Und zwar hat Lars Eidinger mit noch anderen Schauspielern 2019 einen Film gemacht, einer französisch-deutscher Produktion. Und zwar ist das der Film Proxima.
Evi Im Deutschen hat er dann auch den Zusatztitel Die Astronautin.
Flo2 Ich würde sagen, dass Eidinger den Film mit anderen gemacht hat, weil eigentlich spielt er jetzt nicht unbedingt die Hauptrolle in dem Film. Er spielt eine wichtige Rolle, aber Hauptrolle würde ich es nicht nennen.
Evi Nein, ganz im Gegenteil. Eigentlich eher eine Nebenrolle. Die Hauptrolle hat Eva Green, die die Astronautin ist. Schmidt Dillen spielt mit. Der spielt auch einen Astronautenkollegen von ihr. Also eigentlich ist er der Chef, der das Team leitet. Sandra Hüller spielt auch noch mit, ebenfalls eine deutsche Schauspielerin.
Evi Ja, in dem Film geht es darum. Ich steige vielleicht gleich mal direkt.
Flo2 Die Handlung ist schnell erklärt. Das ist jetzt nicht so informationsdichte Handlung. Die kann man in drei Sätzen erklären eigentlich.
Evi Dann magst du es du gleich machen.
Flo2 Ja, kann ich machen. Also es ist eine Astronautin, die Sarah Loro, eine französische Astronautin, die mit einem Astrophysiker, den Lars Eidinger spielt, verheiratet war oder zusammen war. Ich weiß gar nicht, ob sie verheiratet waren. Sie waren zusammen, sie haben ein gemeinsames Kind. Dieses gemeinsame Kind wird von der Astronautin Sarah aufgezogen und der Astrophysiker, Lars Eidinger oder Thomas, wie er im Film heißt, der macht halt seine Astrophysikarbeit und die Astronautin bekommt die Möglichkeit, ins All zu fliegen, zur Raumstation ein ganzes Jahr lang.
Flo2 um sich dort vorzubereiten auf den Flug für den Mars, wo man testen muss, wie lange die Leute brauchen im Weltall. Und der Rest des Films, der Film an sich, dreht sich eigentlich darum, dass es sehr problematisch ist, wenn ein Elternteil ein kleines Kind ein Jahr lang auf dem Planet zurücklässt und ins All fliegt.
Flo2 Und der Film erzählt neben diversen Problemen, Ereignissen bei der Ausbildung zur Astronautin, wie Familien oder wie Eltern oder in dem Fall die Mutter damit umgeht, dass sie ihr Kind zurücklassen muss und wie das Kind damit umgeht, dass die Mutter ins All fliegt. Das ist der Film.
Evi Ja, das stimmt. Im Prinzip geht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Flo2 Genau.
Evi Spannend ist, die Drehorte, die möchte ich ganz kurz, bevor ich auf den Inhalt noch näher einsteigen, möchte ich auf die noch eingehen, weil nämlich in Frankreich halt wirklich in Baikonur gedreht wurde, in Kasachstan, auch im russischen Sternenstädtchen, wo eben die Kosmonauten ausgebildet werden, wo das Trainingszentrum ist und auch im Europäischen Astronautenzentrum in Köln.
Evi Also das, was jetzt das Astronautentraining betrifft, da fand ich den Film eigentlich sehr gut, sehr eintrachtig. Eigentlich auch und vor allem auch, dass das in die Schiene reißt, dass das wirklich hart ist. Sie fliegt ja dann vom Baikonur aus weg und da ist auch dieses Ganze, dass sie da mal dieses Training hat, also Bootcamp-mäßig und danach eben auch die Quarantäne, das wird da alles, finde ich, sehr gut auch dargestellt.
Flo2 Ja, man muss vielleicht dazu sagen, also der Film ist im Jahr 2018 gedreht worden, 2019 rausgekommen, weil heute wird man wahrscheinlich keinen Film mehr drehen, wo man dann nach Russland fährt, um dort einen Film zu machen. Das macht man heute vielleicht als deutsche, französische Produktion eher nicht mehr so.
Evi Ja, stimmt, der, der kam vorher raus. Ja, gut, dass du das noch erwähnst, ja. Und im Kern geht es eben darum, dass die Astronautin ja schon auf dieses dreiböchige Bootcamp fährt, dass sie da ja schon vorbereitet wird, eigentlich auf diese Trennung mit der Tochter. Am Anfang des Films ist sie, finde ich, ja noch extrem souverän in ihrem Job, sage ich jetzt einmal.
Evi Also sie wird ja dann immer rausgewählt in diesem Kader, der ja auf die ISS fliegen soll. Wenn sie aber dann auf dieses Trainingslager dann fährt, finde ich, da wird es dann halt bei ihr so richtig schwierig. Also da reißt dieser Konflikt zwischen dieser Vereinbarkeit Berufsfamilie ganz stark auf. Ja, weil sie natürlich in einer Männerdomäne ist.
Evi Mit Dylan am Anfang finde ich dieser richtige Klischee-Amerikaner, der so ein bisschen schob ist, der ja gleich mal zu verstehen gibt, dass sie da eigentlich jetzt als Frau jetzt nicht unbedingt seine erste Wahl gewesen wäre. Ich habe da schon ein bisschen Angst gehabt eigentlich, dass der Film eher so in die Richtung abgleitet, also dass er sich dann dagegen diese Männerdomäne behaupten muss, was sie ja dann auch tut.
Evi Also das spart sie ja eigentlich an, also noch härter zu arbeiten, noch härter zu trainieren. Aber das Ganze, finde ich, das gerät dann eigentlich wirklich in den Hintergrund, weil es dann wirklich hauptsächlich darum geht, dass sie in ihre Rolle als Mutter und als Astronautin da eigentlich zerreißt, fast.
Flo2 Genau, aber das ist ja auch etwas, worüber wir jetzt noch reden können. Es ist natürlich ein Phänomen, ein reales Phänomen und ein in dem Film sehr szenerstisch interessant dargestelltes Phänomen, dass es zwischen Töten, Beruf und Familienleben Probleme gibt, aber man hätte dieses Phänomen vielleicht auch mal ausnahmsweise nicht anhand einer Mutter und ihrem Kind erzählen können, weil wenn da ein Mann mit Kindern ins All fliegt, also ein Mann, der Kinder hat, ins All fliegt, weil die Kinder fliegen ja nicht ins All, der wird vielleicht auch sich denken, dass es nicht so toll ist, wenn er seine Kinder ein Jahr lang nicht sieht und die Kinder werden sich auch denken, es ist aber blöd, wenn der Vater ein Jahr lang weg ist,
Flo2 aber das wird halt nicht thematisiert, es geht immer nur um Frauen und ihre Kinder, wie die das mit dem Beruf in Einklang kriegen. Und das ist zwar ein wichtiges Thema, dass man das bespricht, aber man sollte das andere auch besprechen. Und der Film deutet das halt gar nicht so an, dass das nur ein Aspekt eines viel größeren Phänomens ist.
Evi Also ich habe tatsächlich jetzt ein bisschen länger über den Film noch nachgedacht. Ja, wirkt jetzt auch noch ein bisschen nach bei mir, weil ich die ganze Zeit mir überlege, ob der Film feministisch ist oder nicht. Weil irgendwas hat mich schon auch gestört, das muss ich jetzt auch ganz offen so sagen in dieser ganzen Darstellung.
Evi Ist das eine Identifikationsfläche für Frauen? Sage ich ja natürlich. Also ich glaube, dass sich sehr viele Frauen, besonders Mütter wahrscheinlich, wenn sie den Film anschauen, das nachvollziehen können, das, was bei ihr abläuft. Wahrscheinlich haben viele den Film auch gesehen und sich gedacht, oh mein Gott, das könnte ich nicht, dieses Wegfliegen und meine Familie alleine lassen.
Evi Und hätten es wahrscheinlich auch verstanden, wenn sie jetzt alles hingeschmissen hätte. Also ich spoilere jetzt einmal, sie schmeißt es nicht hin. Und dann habe ich mir gedacht, ja, es ist ein sehr realistisches Abbild. Ja, Frauen müssen sich immer entscheiden. Sie vernachlässigen immer irgendwas. Es kann nichts irgendwie gut gemacht werden oder gut genug gemacht werden.
Evi Da bin ich auch drauf gekommen, was mich ein bisschen so gestört hat an dem Film ist, dass er ein, realistisches Abbild ist, ja. Aber er hinterfragt es gleichzeitig nicht. Also auch sie, die Eva Green in ihrer Rolle da, was ja übrigens hervorragend spielt, also das ist wirklich, finde ich, also Hut ab vor ihrer Leistung hier.
Evi Aber sie hinterfragt dieses ganze Bild nicht und das macht der ganze Film auch nicht. Also sie droht eher eben an dieser unmöglichen Vereinbarkeit zu zerbrechen, als dass sie das alles hinterfragt, ob das so ist. Und der Matt Dillon zum Beispiel, der ihr Chef ist, der ist ja auch Vater von zwei Kindern, der hat zwei Buben.
Evi Für den ist das irgendwie ganz normal, dass sich seine Frau darum kümmert Und, das kommt hinzu, er stellt es ja auch nicht in Frage, dass sie das schlecht machen würde. Wenn sie ja umgekehrt, der es dem Lars Eidinger, dem Papa von der Tochter, ja eigentlich nicht zutritt, dass er sich gut um die Tochter kümmert.
Evi Das sagt er auch, finde ich, recht viel. Dann habe ich mir dann so zum Teil während dem Film auch gedacht, okay, was wäre es, wenn es jetzt umgekehrt wäre? Was wäre, wenn jetzt der Medillin, der wäre, der da fast daran zerbricht, weil er ins All fliegen muss und seine Familie da auf der Erde hinterlässt.
Flo2 Es sind ja sehr, sehr viele Männer ins Weltall geflogen. Sehr viele mehr Männer als Frauen ins Weltall geflogen sind. Und diese Männer werden alle Kinder gehabt haben oder viele von ihnen werden Kinder gehabt haben. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele davon genauso vor dem Zerbrechen waren wie die Figur der Sarah, die die Eva Kringke spielt hat in diesem Film.
Flo2 Nur unter Männern, das wird vielleicht nicht so geäußert ausgelebt. Das ist halt alles gerade scheiße und meine Kinder fehlen mehr und ich muss jetzt aber trotzdem hier meinen Job machen. Und da redet man vielleicht nicht so drüber. Männer sind ja jetzt auch keine emotionslosen Wesen und Väter auch nicht.
Flo2 Also bei denen muss das ja genauso sein.
Evi Mir ist dann noch eingefallen, ein Film, wo auch eine sehr gute Vater-Tochter-Beziehung ist, die Ähnliches thematisiert, bei Interstellar.
Flo2 Stimmt, ja.
Evi Der Matthew McConaughey, der auch mit der Tochter, mir fällt ihr Name jetzt nicht ein, die haben ja auch eine extrem enge Verbindung und er leidet ja auch darunter, dass er sie verlassen muss. Sie fühlt sich ja auch verlassen und wirft das ihm ja extrem lange vor, aber es ist bei ihm halt auch diese Pflicht, er muss das machen, er macht das für etwas Größeres.
Evi Und das ist dann etwas, was mir bei dem Film jetzt, bei Proxima, ein bisschen abgegangen ist, weil dadurch, dass ihre Mutterrolle so stark in den Fokus rückt, hat mir dann gefehlt ihre Leidenschaft fürs All. Also sie sagt zwar, dass sie seit Kindestagen an wollte, dass sie Astronautin werden, aber man erfährt nicht, warum.
Evi Warum tut sie sich dieses harte Training an, was sie in ihre Grenzen bringt? Warum will sie ins All? Es geht vielleicht um etwas Größeres, es geht um Träume, Visionen, was uns da antwortet. Das ist ja eine Vorbereitungsmission für den Mars. Das hat mir dann ein bisschen gefehlt, diese Legitimation, warum sie das alles überhaupt macht. Das war für mich so ein bisschen komisch im Film.
Flo2 Das Problem an der Sache oder das Problem, das dieser Film in dem Fall nicht zeigt, ist ja auch, dass gerade wenn es um so extremere Berufe geht, wie eben ins Weltall fliegen oder auch eine wissenschaftliche Karriere machen, ist jetzt in der Hinsicht anders extrem, aber dass da diese Unvereinbarkeit von Beruf und Familie immer eine größere Rolle spielt.
Flo2 Also die spielt immer eine Rolle, weil ich habe gesagt, ich muss meine Familie mit dem Beruf genauso vereinbaren, wenn ich irgendwie an der Supermarktkasse sitze. Aber wenn ich dann wirklich einen Karriereweg einschlagen will, der mich irgendwie in eine Spitzenposition, sei es an der Uni oder sei es halt irgendwo anders bringt, dann wird das halt auf jeder Station viel, viel öfter hinterfragt.
Flo2 Und als Frau, ich bin keine Frau, aber das ist zumindest das, was ich so wahrnehme, wird einem das sehr, sehr, sehr viel öfter vorgeworfen, dass man Karriere macht als bei Männern. Und das merkt man auch in der Wissenschaft, weil auch in der Wissenschaft heißt es ja immer, wenn man jetzt, keine Ahnung, eine Professur machen will, wie kann sie dann diese wissenschaftliche Arbeit, die ja eine andere Arbeit ist, zumindest was den Umfang angeht und auch die Arbeitszeiten angeht und so weiter, wie kann eine Frau das mit ihrer Familie vereinbaren, wohingegen das bei Männern halt nicht gefragt wird.
Flo2 Da wird einfach vorausgesetzt, das geht schon irgendwie, weil Frauen müssen sie immer rechtfertigen. Und das ist einer der Gründe, warum halt dann auch so wenig Frauen ins Wälder fliegen, warum so wenig Frauen in der Wissenschaft bis ganz nach oben die Karriereleiter durchgehen, weil diese Frage, wie kannst du, deine Familie mit deiner Karriere vereinbaren, halt hauptsächlich in diese Richtung gestellt wird und nicht in die andere Richtung.
Flo2 Das hat der Film halt zwar dargestellt, aber nicht hinterfragt.
Evi Frauen in Führungspositionen, Hörerpositionen, die vielleicht keine Kinder haben, sind ja genauso suspekt. Das finde ich halt, ja, das ist recht schwierig. Und ich meine, der Film muss jetzt keine Lösung anbieten. Aber ich glaube, Film kann mehr machen. Film kann ihm mehr liefern, als jetzt nur dieses realistische Abbild zu machen.
Evi Ich habe dann auch so diese Kritiken auch gelesen, weil ich dachte, ich muss ihn jetzt für mich auch noch ein bisschen einordnen. Durchaus ist er da irgendwie hochgelobt worden, dass er irgendwie so ein feministischer Film ist und dass er irgendwie so eine Ermutigung für zukünftige Generationen ist. Und eigentlich meinte ich, nein, das ist er genau nicht.
Evi Naja, weil es ist jetzt genau wie Arsch es ist. Entschuldigung, jetzt direkt nachsagen, dass es halt nicht geht, beides zu feiern. Und ich finde übrigens ganz interessant die Rolle von Matt Dillon, der eigentlich am Anfang so ein bisschen der Ungustel ist. Der entwickelt sich aber eigentlich recht gut während des Films.
Evi Er respektiert sie ja dann auch. Und ich glaube auch, dass sie sich eben in ihren Elternrollen auch dann in so einem Anknüpfungspunkt haben. Und er sagt dann zu ihr dann wieder, sie kann keine perfekte Astronautin und auch keine perfekte Mutter sein. Das gibt es nicht. Und dann habe ich mir auch gedacht, ja, eh super. Also super Satz, finde ich voll super, weil das, glaube ich, ist auch der Punkt, dass halt genau sie das versucht hat.
Evi Gleichzeitig muss natürlich dieser gescheite Satz wieder von einem Mann kommen.
Flo2 Tja, naja. Also es war ein Film, den man sich anschauen kann. Der Halsam ist jetzt das falsche Wort vielleicht, aber man langweilt sich nicht bei dem Film. und die Ausbildung der Astronautinnen und Astronauten ist sehr, sehr gut dargestellt. Das ist alles sehr gut gemacht. Das Problem, das da gestellt wird, ist auch ein reales. Und der Film an sich ist einer, den man sich anschauen kann.
Flo2 Aber es wird weder sein, dass es ein großer Film ist, noch ist es irgendwie ein feministischer Film. Es ist ein Film, kann man sich anschauen, ist okay. Aber wenn man ihn nicht sieht, hat man auch nicht verpasst. Und nur weil der Eidinger mitspielt, ist es jetzt kein Kunstwerk.
Evi Ja, es ist jetzt kein Must-See. Also vielleicht sollte man eher doch das Eidinger mit astronomischer Lyrik betrauen.
Flo2 Ja, wenn er das kann. Wie gesagt, er hat da Precht sehr schön vorgetragen. Das war ganz okay. Du hast ja gesagt, es soll astronomische Lyrik geben. Es gibt halt sehr, sehr wenig astronomische Lyrik. Es gibt schon einiges, aber jetzt nicht so viel wie, keine Ahnung, man in einem Theaterstück über Bertolt Precht dann vielleicht irgendwie auf die Bühne bringen kann.
Flo2 Vielleicht wäre das die Gelegenheit, einen Aufruf zu starten, dass die Leute astronomische Lyrik verfassen sollen.
Evi Ja, machen wir das doch. Und dann bringen wir ein Buch heraus und dann wird das Lars Eidinger vortragen. Finde ich eine gute Idee.
Flo2 Wir haben uns nach dem Theaterstück auch darüber gestritten, ob Gedichte sich reimen müssen oder nicht. Gestritten ist das falsche Wort, aber ich finde Reime und Struktur schon gut in Gedichten, weil es einen halt zwingt, die Gedanken auf eine andere Art auszudrücken, als wenn man einfach irgendwas vor sich her sagt und dann ein Gedicht dazu sagt.
Flo2 Und ich habe tatsächlich mir einen Limerick zur Kernfusion überlegt, weil du ja gesagt hast, du wolltest ein Gedicht über den CNO-Zyklus oder sowas machen. Und ich habe gesagt, nein, ich habe einen.
Evi Genau, ich wollte gerade aufrufen, dass wir uns doch bitte etwas über Kernfusion, Entweder ein Haiku oder ein Limerick.
Flo2 Ich habe eine Kernfusionslimmerick. Der lautet folgendermaßen. Ein Haar trifft ein Haar in der Sonne und sagt, ich will Helium. Komm ey, es gibt die Fusion, Energie fliegt davon. Auf der Erde ist das eine Wonne.
Evi Bravo.
Flo2 Das ist ein einwandfreier Limerick.
Evi Ja, ja, schon gefällt mir sehr gut.
Flo2 Ja, wer es besser machen kann, reimt über Astronomie und schickt uns euer Ergebnis. und wir werden dann, wenn sich die Gelegenheit ergibt, Lars Eidinger mit konfrontieren.
Evi Wenn wir genug Material zusammen haben.
Flo2 Und in der nächsten Folge geht es dann hoffentlich endlich weiter mit Herbst. Ich sage das so lange, bis ein Herbstfilm kommt.
Evi Bis Winter ist.
Flo2 Genau.
Evi Ich werde schon was finden.
Flo2 Dann wünschen wir euch viel Spaß beim Dichten und freuen uns auf das nächste Mal.
Evi Bis dann.
Flo2 Tschüss.
Evi Tschüss.
Florian Hast du den Film eigentlich gesehen, Ruth?
Ruth Nein. Ich bin froh, dass ich ihn nicht gesehen habe. Ich muss mich dann immer so ärgern.
Florian Es war jetzt kein schlechter Film. Er war schon okay zum Anschauen, aber wie gesagt, bei dem Thema kann man sich halt ärgern.
Ruth Ja, aber das ist irgendwie so, also wie ich dazu gehört habe, habe ich mir auch irgendwie gedacht, also wie du dann gesagt hast, komisch, oder, dass das immer nur die Frauen betrifft und dass man die Männer das nie fragt, ich irgendwie so ja, also das ist echt, das ist ein Thema, das natürlich irgendwie in der Wissenschaft total weit verbreitet und wichtig und normalerweise folgen die Frauen den Männern.
Ruth Mir ist ein Mann nach Nottingham gefolgt.
Florian War das beabsichtigt oder nicht? Und du bist einfach gestalkt worden von irgendjemandem.
Ruth Mit Ryan hinterhergeflogen. Und er hat auch dann gesagt, er findet das total lustig, dass alle ihn fragen, warum er das gemacht hat und was mit seinem eigenen Job ist. Und dass ihm das nicht so bewusst war, dass das so arg ist. Und dass er den Leuten gesagt hat, warum nicht? Er hatte vorher einen Postdoc oder zwei sogar schon gemacht und jetzt mache halt ich einen Postdoc und er macht halt seine Arbeit remote und schaut mal so in die Richtung.
Ruth Und dass es einfach wirklich für alle ein Thema war, dass er diese Entscheidung getroffen hat. Und dass es einfach so ein Ding ist, wo Leute sagen, Aha, ja, aber was mit deiner eigenen Karriere? Und wie du gesagt hast, es wird ihnen nicht nur, ich weiß gar nicht mehr, was für ein Wording du verwendet hast.
Florian Sie müssen auf jedem Schritt, der Karriereleiter müssen sich halt rechtfertigen.
Ruth Sie müssen sich rechtfertigen. Irgendeinen Satz gab es, ein Wording gab es, wo es bei mir irgendwie geklingelt hat, dass sie nämlich die Männer nicht nur sich nicht rechtfertigen müssen, sondern dass es bei den Männern selbstverständlich ist, dass sie Karriere machen. Es ist nicht nur so, dass sie die Karriere machen dürfen oder dass es okay ist.
Florian Die Volleinstellung im Leben.
Ruth Es ist komisch, wenn sie das nicht machen. Es ist eine aktive Benachteiligung in dem Fall. Und bei den Frauen ist es so, dass sie die Karriere ja sehr wohl machen dürfen.
Florian Ja, das reicht doch, oder?
Ruth Ihr dürft. Und es ist ganz im Gegenteil, das negative Feedback, wenn man das macht, nicht ganz ideal.
Florian Das hat eh Evi auch gesagt. Du bist die Blöde, wenn du deine Karriere quasi zurücksteckst wegen der Kinder und du bist die Blöde, wenn du sagst, okay, ich habe keine Kinder oder ich mache jetzt Karriere trotz Kinder, dann bist du auch wieder die schlechte Mutter oder sonst was. So oder so bist du die Blöde.
Ruth Und der Satz, es gibt keine perfekte Mutter und perfekte Astronautin. Das ist auch, mir stellt sich alles auf. wo ich mir echt denke, das ist genau der Punkt, wo wir hin müssen. Wir müssen dorthin, wo die perfekte Mutter die perfekte Astronautin ist. Genau das ist das Ding. Die perfekte Mutter darf nicht als das wahrgenommen werden, was sie jetzt wahrgenommen wird, nämlich als die, die daheim bei den Kindern bleibt.
Ruth Weil das ist auch nicht perfekt für die Kinder, wenn die Mama immer daheim ist.
Florian Das war das, was ich mit Evi noch nach dem Film privat besprochen habe, was wir dann nicht mehr aufgenommen haben. Was ja auch geschah in dem Film war, dass es immer nur um den Konflikt ging, um das Problem, das es ist, wenn die Mutter Astronautin ist. Und dass das natürlich für ein kleines Kind schwierig ist, wenn die Mutter da weggeht und so weiter.
Florian Selbstverständlich ist das schwierig, aber man hätte das Ganze auch dann anders darstellen können. Der Film endet ja damit, dass die Mutter ins All fliegt. Das ist das Ende des Films im Wesentlichen.
Ruth Rabenmutter.
Florian Nein, nein, so kommt es jetzt nicht rüber im Film. Aber man hätte den Film ja auch so machen können, dass dann die Mutter durch ihr Astronautin sein eine Inspiration für das Kind ist, dass das was Gutes fürs Kind ist, dass das Kind davon mehr profitiert, als wenn die Mutter nicht ins All geflogen wäre. Also auch das wäre eine Möglichkeit gewesen, diesen Film zu erzählen.
Florian Und das Witzige war ja, oder witzig ist ja ein falsches Wort, aber der Abspann des Films bezeigt dann ganz viele Bilder realer Astronautinnen mit ihren Kindern. Also da siehst du dann hier Astronautin so und so und umringt von ihren Kindern und Mission die, die, die ist so geflogen und nächstes Bild.
Florian Wo ich mir dann auch gedacht habe und evident, dasselbe, wie sie mir erzählt hat. Das soll jetzt irgendwie so motivierend wirken, aber eigentlich ist es das gar nicht. Also du siehst irgendwie hier die ganzen Frauen mit ihren Kindern und du hast gerade einen Film gesehen, wo es im Wesentlichen darum geht, wie borscht es ist, dass du als Frau ins All fliehst, wo du Kinder hast und dann kriegst du die ganzen Frauen gezeigt, die halt trotzdem ins All geflogen sind.
Florian Ich verstehe, dass sie da irgendwie so eine motivierende Botschaft vermitteln wollten, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie mich erreicht hat.
Ruth Weil das wahrscheinlich auch ein Mann geschrieben hat.
Florian Die Regie hat eine Frau geführt.
Ruth Ah, immerhin.
Florian Was man geschrieben hat, haben wir tatsächlich nicht besprochen.
Ruth Nur Eierstöcke haben heißt ja auch noch nichts.
Florian Ja, eh auch. Frauen können auch blöd sein und Blödsinn machen. Das Drehbuch ist von der Regisseurin und die Regisseurin ist Alice Vinokur.
Ruth Und ich meine, natürlich ist es scheiße, wenn die Mama dann nicht da ist. Aber wie geil ist es, wenn die Mama dir dann auf einem Bildschirm aus dem Weltraum irgendwie zulächelt. Man ist ja nicht aus der Welt, man hat da ja Kontakt.
Florian Eigentlich schon, das ist glaube ich das Definition aus der Welt.
Ruth Aber dank moderner Informationstechnologie gibt es ja jede Kontaktmöglichkeit, außer der halt wirklich des körperlichen, physischen Kontakts. Aber es ist echt dieses Ding, klar entscheidest du dich dagegen, wenn du nicht super motiviert und super stur bist. Natürlich entscheidest du dich dagegen, wenn das nur eine Option ist.
Ruth Du darfst, du kannst, wenn du unbedingt willst als Frau. Und als Mann entscheidest du dich eher nicht dagegen, wenn das das ist, was von dir erwartet wird. Wenn das dann nicht nur eine Möglichkeit ist, sondern das ist der Normalzustand, das ist das, was wir von dir erwarten. Dann entscheidest du dich natürlich eher dafür.
Florian Und vor allem, wie du gerade gesagt hast, du wirst auch noch als Mann tendenziell eher blöd angeredet, wenn du von diesem Programm abweichst.
Ruth Ja, so, echt? Echt? War dir das gar nicht? Ich fand das so lustig, seine Erfahrung, weil ich habe so in mich hineingeschmunzelt und irgendwie so, ja, das ist the most feminist experience you just made in your life. So ist das. Und wenn man diese Erfahrung auch nicht selber macht, dann ist einem das nicht so bewusst oder dann glaubt man das auch gar nicht so.
Ruth Das ist wirklich krass und das ist sehr subtil Subtil, und das ist ja auch das entscheidende Moment des Unterschieds, der immer noch da ist, dass es so subtil ist mittlerweile. Es sagt ja niemand mehr, okay, du bist eine Frau, wir können dir leider nur die Hälfte vom Gehalten des Mannes anbieten.
Florian Ja, ne, das kommt auch noch vor irgendwo wahrscheinlich.
Ruth Aber so war das damals in den 70ern oder 80ern noch gang und gäbe. Das ist jetzt nicht mehr. Also die offensichtliche Benachteiligung ist, naja, auch nicht wirklich, aber in vielen Fällen schon, also nicht mehr so sichtbar, aber diese Subtilität und diese Erwartungshaltung, dieser gesellschaftliche Druck, der immer noch da ist.
Florian Die Diskriminierung ist halt nicht mehr so explizit oder halt gesetzlich. gesetzlich, so wie es früher war, wo halt einfach so, Frauen ist es verboten zu studieren. Frauen ist es verboten, ein eigenes Konto zu haben. Das war eine sehr, sehr direkte, explizite Diskriminierung. Jetzt ist diese Diskriminierung im Wesentlichen aufgehoben, aber die Diskriminierung ist halt jetzt strukturell.
Florian Das ist ja auch ein Begriff, strukturelle Diskriminierung und so weiter. Und das ist halt sehr schwieriger zu vermitteln, weil ich kenne auch genug Leute, die sagen, was soll man doch groß machen? Gleichberechtigung, Emanzipation, Feminismus. Es ist doch eh alles schon. Frauen dürfen eh alles. Die Männer in den Kindergarten Aber dass halt in der Struktur der Welt immer noch was drinsteckt, was halt dazu führt, dass auch die gleichen Gesetze nicht dazu führen, dass alle die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben, das ist halt wieder ein anderes Thema.
Florian Aber bevor wir uns da noch verzetteln, weil das lösen wir ja nicht das Problem hier. Noch eine letzte Pointe. Eigentlich ist es eine Pointe. Da habe ich mich noch daran erinnert und habe das noch kurz vorher nachgeschaut, bevor ich das aufnehme. Ich habe mich noch nicht daran erinnert, wie ich das mit Evi besprochen habe.
Florian Aber jetzt kann ich es sagen, weil ich es jetzt nachgeschaut habe. Das war zur selben Zeit, wie der Film rausgekommen ist. 2019. 2019 hat ein Mann einen Preis bekommen. Gut, das ist jetzt nicht außergewöhnlich. 2019 hat ein Mann einen Preis bekommen. Nein, aber es gibt offensichtlich in Deutschland, ich weiß nicht, ob es es immer noch gibt, aber damals gab es die Auszeichnung Spitzenvater des Jahres.
Ruth Ja genau, ich wollte gerade sagen, ich weiß, welchen Mann du meinst.
Florian Die zeichnet Väter aus, die irgendwas anders machen und das wird, habe ich auch nicht gewusst, von einer Großbäckerei vergeben und mehr Preisgeld, als du bekommen hast.
Ruth Ja, aber wahrscheinlich.
Florian Und dieser Preis ging an den Herrn Daniel Eich. Ich weiß nicht, ob alle wissen, wer Daniel Eich ist, vermutlich die wenigsten, aber viele werden vielleicht den Namen seiner Frau kennen, die heißt Dr. Insatile Eich und Insatile Eich war eine von denen, die immer noch dabei sind, sich dafür einzusetzen, dass endlich auch mal eine deutsche Frau ins Weltall fliegt.
Florian Die hat unter anderem trainiert als Astronautin, hat die Initiative Die Astronautin gestartet, hat es nicht geschafft leider bis jetzt ins Weltall zu fliegen, aber sie hat sich halt sehr dafür eingesetzt, sie hat sich dann entsprechend auch engagiert und ihr Mann hat den Preis bekommen, weil er sich ein Jahr Elternzeit genommen hat, damit er die Kinder betreuen kann, während seine Frau sich dafür engagiert Astronautin zu werden und deswegen ist er Spitzenvater des Jahres geworden.
Ruth Ich war so aggressiv.
Florian Es gab auch sehr viel Kritik an dieser Preisverleihung damals.
Ruth Ich möchte Dinge gegen die Wand schlagen. Er hat sich ein Jahr Elternzeit genommen. Ich finde das gerade verpflichtend. Das ist verpflichtend, oder? Fertig. Man muss die Menschen zu einem Glück zwingen. Das mit der Freiwilligkeit, da sind wir falsch abgebogen. Wir haben eh Gesetze, das ist ja schon gut. Man darf ja auch nicht Leute irgendwie umbringen und so.
Ruth Und genauso muss man diese Dinge auch regeln, weil von selber regeln sie sich nicht.
Florian Es gab sehr viel Kritik an diesem Preis damals.
Ruth Boah, ich werde nicht einwertböse E-Mails kriegen.
Florian Dann lese ich es einfach nicht oder lösche ich es.
Ruth Lese ich es einfach nicht. Ich lösche euch alle.
Florian Ja, aber das wollte ich nochmal erwähnen, weil es natürlich, ich fand das, die konnten das noch nicht wissen, wie sie den Film gedreht haben, weil der ist 2018 gedreht worden, aber das Und vor allem 2019!
Ruth 2019 kriegt er einen Preis, weil er sich ein Jahr Elternzeit genommen hat. Was für ein Spitzenvater.
Florian Er unterstützt seine Frau.
Ruth Ja, das ist sehr unterstützt. Sie kann alles machen, was sie möchte.
Florian Kommen wir lieber zurück zur Literatur, zu der Lyrik. Wie sind deine Vorschläge zur astronomischen Lyrik?
Ruth Ich habe ja den Haiku-Preis gewonnen damals. Kannst du dich erinnern? Ja, genau. Wir waren mit der Party.
Florian Da hast du den Haiku-Preis gewonnen.
Ruth Den Haiku-Preis gewonnen. Es war aber kein Astronom. Es ging um die Sonne. Aber nur peripher. Es war peripher-astronomisch.
Florian Ich habe mich auch an einem Haiku-Überkernfusion versucht. Aber wie gesagt, ich habe jetzt nicht so viel Zeit drauf verwendet. Ich habe da so den Abend, nachdem wir nach dem Theaterstück in der Bar saßen, habe ich beim Heimweg und am Abend darüber nachgedacht. Und da ist dieser Limerick entstanden. Das hört man vielleicht an.
Ruth Man erkennt auch da, an dem Limerick erkennt man, dass der Florian ein Profi In der Wissenschaftskommunikation ist, die Latte muss niedrig liegen, damit Leute teilnehmen können. Niederschwelligkeit ist das Stichwort hier, oder?
Florian Ja, ich habe mir schon gedacht, dass er jetzt nicht ganz so schlecht ist. Ich meine, er hat das richtige Reimschema.
Ruth Aber Sonne und Wonne.
Florian Was reimt sich noch auf Sonne? Ich meine, Tonne.
Ruth Dann reimen halt was anderes.
Florian Das ist ja das Problem.
Ruth Eine Tonne. Megatonne.
Florian Ja, habe ich halt das gereimt, was ich gereimt habe. Wie gesagt, es war jetzt kein großartiges literarisches Unterfangen, was ich da durchgeführt habe.
Ruth Langer Rede, kurzer Sinn, schickt uns doch bitte eure astronomischen, literarischen Ergüsse.
Florian Ja, es muss jetzt kein Limerick sein, das kann auch ein Haiku sein, ihr könnt auch, keine Ahnung, mit sechshebigen Jamben und Alexandrinen oder was jemand anderes sagen.
Ruth Oder ein Gstanzl, ganz österreichisch.
Florian Gibt es jede Menge Möglichkeiten. Ihr könnt auch irgendwie so alt-nordische Stab reiben, da habe ich auch nichts dagegen, sondern ein Saga mit Alliteration am Anfang und so.
Ruth Ah, Alliteration ist überhaupt das allerbeste. Ja.
Florian Wabernder Wasserstoff wild.
Ruth Passt auch die Wonne wieder dazu.
Florian Ich bin ein großer Fan von Alliterationen.
Ruth Also wenn Alliteration geht, dann immer bitte. Oder denkt euch euer eigenes Ding aus oder was auch immer. Man muss ja nicht das machen, was Leute schon in der Vergangenheit da irgendwie gemacht haben.
Florian Man muss auch nicht klassischer Kernfußwinn sein. Ihr dürft auch gerne mit dem CNO-Zyklus irgendwie lyrisch vertonen. Oder andere. Wir nehmen auch andere astronomische Themen, aber aus irgendeinem Grund sind wir bei der Kernfusion hängen geblieben.
Ruth Ja, das haben wir auch gedacht. Warum eigentlich Kernfusion?
Florian Keine Ahnung, wie wir da drauf gekommen sind nach dem Abend. Aber vielleicht können wir ihm mal einen astronomischen Lyrikband herausgeben und dann gehen wir dem Eidinger so lange auf die Nerven, bis er das auf der Bühne aufführt.
Ruth Guter Plan.
Florian Ja, das waren die Filmnachrichten und jetzt kommen die Veranstaltungsnachrichten und passend dazu kündige ich gleich nochmal an, dass man Evi besuchen kann und zwar in der Veranstaltung Du.
Ruth Reibst nunmehr heute. Kündige ich gleich mal an, dass man Evi besuchen kann.
Florian Ja, das war jetzt unabsichtlich, aber ist egal. Man kann Evi besuchen und zwar bei der Vorstellung Sternenfrauen. Ich habe gedacht, das nehme ich als erstes, weil das passt dann zu dem, was wir gerade besprochen haben. Das ist das Theaterstück von Anita Zierer, wo sie die Biografien von Astronominnen und Astronautinnen auf der Bühne darstellt und wo auch, glaube ich, Filmeinspielungen von, jetzt nicht den Astronominnen, oder wohl, es sind auch Astronominnen dabei, aber auch Astronautinnen.
Florian Und an dem Abend ist eben auch noch eine Podiumsdiskussion, wo dann echte Sternenfrauen mit dabei sind. Ich glaube, der Evi ist dabei, das glaube ich nicht, das weiß ich. Es ist noch Elka dabei, ihre Podcast-Kollegin, die man auch von Instagram als Sciencey Feminist kennt, deswegen macht auch Wissenschaftskommunikation.
Florian Und dann ist noch eine Person dabei, die wir beide kennen, nämlich Teresa Lüftinger.
Ruth Ah, die Teresa, cool. Die Teresa ist super, die Teresa hat einen extrem coolen Job, auch die ist Project Scientist für die Ariel-Mission, oder? Oder ist er die Exoplaneten? Genau, Waschmittelfrauen, klar.
Florian Nein, ich...
Ruth So, das habe ich da jetzt auch.
Florian Geklickt. Ich weiß gerade nicht, ich kenne die A-Reile, wer wisst, das Akronym gerade nicht geläufigt.
Ruth Eine Exoplaneten-Mission, die in ein paar Jahren starten soll.
Florian Es steht für Atmospheric Remote Sensing Infrared Exoplanet Large Survey. Das ist eigentlich Arsiels, wenn man es komplett nimmt.
Ruth Das haben sie sich auch nicht gut überlegt. Ja, aber Theresa ist cool. Macht coole Sachen und ist eine cool Frau.
Florian Also wenn ihr da die Sternenfrauen alle sehen wollt, 16 .10.2025 im Theater Drachengasse in Wien. Dann kannst du noch was ankündigen, wenn du was hast. Ich habe in der Liste noch stehen, dass man dein Planetarium ohne dich am 26.09., also noch diese Woche, in Graz besuchen kann. Beim irgendeinem ...
Ruth Genau, European Researcher's Night oder irgendein so Ding. Ja, geht da hin mit Doro. Doro ist extrem cool. Muss nicht ich dabei sein, damit das Planetarium cool ist. Schaut euch das an. Graz. Im Rathaus, glaube ich.
Florian Das weiß ich nicht. Ich habe es nur hier stehen, dass es das gibt. Hast du sonst noch was?
Ruth Ich glaube, nichts Öffentliches. Ich bin wieder mal nur in Schulen unterwegs in den nächsten Wochen.
Florian Dann habe ich noch den letzten Aufruf, letzter Aufruf für Leverkusen dieses Wochenende am 28. September in Leverkusen Sternengeschichten. Live mit dem mehrdimensionalen Eichhörnchen, der kosmischen Waffel, der Rettung der Welt, der Schöpfung der Welt, einer exklusiven Sternengeschichte für Leverkusen und jeder Menge anderen Zeug auf der Bühne kommt dahin. Leverkusen.
Ruth Das ist ein bisschen Spoilern, was das mehrdimensionale Eichhörnchen ist.
Florian Es geht um die Frage, warum das Universum so ist, wie es ist. Es geht um die Frage, warum die Gravitation so viel schwächer ist als alles andere.
Ruth Ja, das ist ein sehr interessantes Thema. Aber das wissen wir natürlich nicht. Kann man auch gleich spoilern.
Florian Wir wissen es nicht, warum es so ist, aber es gibt Hypothesen und da spielen jetzt Eichhörnchen keine Rolle in diesen wissenschaftlichen Hypothesen. Also es gibt kein kosmisches Eichhörnchen, das alles erschaffen hat. Aber man kann ein Eichhörnchen verwenden, oder ich verwende ein Eichhörnchen, um die Hypothese zu erklären, warum die Gravitation so viel schwächer ist als die anderen Kräfte.
Florian Das sogenannte Hierarchieproblem in der Kosmologie, das wir noch nicht gelöst haben, und ich erkläre das anhand eines Eichhörnchens.
Ruth Okay, weil du zu viel Zeit hattest, aus dem Fenster zu schauen und dem Eichhörnchen in deinem Garten zuzuschauen.
Florian Vielleicht, aber einfach nur, weil ich gedacht habe, ich nehme halt ein Eichhörnchen, die sind cool. Also könnt ihr euch anschauen. Die Sterne-Geschichten gibt es natürlich auch noch an anderen Orten zu anderen Zeiten. Im Dezember bin ich in Essen, Düsseldorf, Dortmund und Berlin. Berlin ist, glaube ich, ausverkauft. Aber für die anderen Shows gibt es noch Karten. Und sie gibt es auch in Österreich.
Florian Österreich Premiere Sterne-Geschichten live. Gibt es am 29. Januar in Wien.
Ruth Ah, in der Kulisse.
Florian Genau.
Ruth Das habe ich mir sogar schon aufgeschrieben.
Florian Danach bin ich in Linz. Und ich glaube, ich bin in Salzburg. und ich bin in Oberwaltersdorf und später im Jahr auch noch anderswo. Also alle Termine, Sternengeschichten live, gibt es unter sternengeschichten.live oder in den Shownotes gibt es alles und Science Buster gibt es auch. Nächste Woche am 1.
Florian Oktober Vorpremiere unserer neuen Show Weltuntergang für Fortgeschrittene in Melk. 3. und 4. Oktober Vorpremiere in Brunn am Gebirge. 16. und 10. Zeitgleich zur Sternenfrauen-Aufführung, die ich vorhin erwähnt habe, ist die Premiere in Wien. Aber wie gesagt, wenn ihr zu den Sternenfrauen geht, geht da gerne hin, lasst die Premiere aus, weil wir spielen in Wien oft genug.
Florian Wir spielen es die Woche drauf in Wien und wir spielen es mindestens einmal im Monat in Wien und die Sternenfrauen gibt. einmal, und zwar an dem Tag, also geht, wenn ihr die Wahl habt und euch nicht entscheiden könnt zu den Stellenfrauen und nicht zu den Sciencebusters und geht zu den Sciencebusters ein anderes Mal.
Ruth Aber würden nicht die Seitenblicke da sein bei den Sciencebusters?
Florian Ist das so relevant, dass die Seitenblicke da sind? Also ist das ein Kriterium, nachdem du entscheidest, wo du hingehst? Und das sicher.
Ruth Will im Fernsehen sein? Nein, überhaupt nicht. Natürlich nicht. Nein, nein, nein.
Florian Vielleicht sind die Seitenblicke auch im Tat der Drachen. Man weiß es ja nicht.
Ruth Ja, nein, das ist auf jeden Fall, das wird eine richtig coole Sache. Ich glaube, also ich hatte eigentlich vor, zur Premiere zu gehen. Weil halt, weiß ich nicht.
Florian Zur Party kann man immer noch nachher kommen.
Ruth Aber ich glaube, ich wäre ins Theater Drachengasse gehen, obwohl ich das Stück schon kenne. Aber das macht ja nichts.
Florian Du besuchst ja aus und wie gesagt, die Aftershow-Partys gibt es ja dann. Kann man dann noch entsprechend, kann man fusionieren dann vielleicht.
Ruth Mit eurem Haiku oder was auch immer zur Fusion werden wir unsere Partys fusionieren am 16. Oktober.
Florian Genau, das waren die Ankündigungen. Ich habe gerade noch was anzukündigen. habe, aber ich glaube, das ist so alles. Ich könnte mal angucken, ich kaufe mein Steine-Geschichten-Hörbuch. Habe ich schon lange nicht mehr gesagt. Kauft das.
Ruth Ja, kauft überhaupt unsere Dinge.
Florian Ja, genau. Ruth hat auch ein Buch geschrieben. Ich habe ein neues Buch geschrieben, das erscheint aber erst am Faschings-Dienstag. Das dauert auch ein bisschen.
Ruth Ui, im März?
Florian Nein, Februar. Februar ist das. Der irgendwas der Februar.
Ruth Der irgendwas der Februar. Wieso, seit wann erscheinen Bücher im Februar?
Florian Kommt drauf an. Die Frühjahrstermine sind so von Februar bis April. Und meins ist halt anscheinend sehr früh beim Erscheinen. Also meins erscheint früh im Februar. Und zwar am, der Erfaschingsdienstagdatum habe ich mal nicht aufgeschrieben, aber es ist der 17. Februar. Da erscheint mein neues Buch.
Ruth Cool. Blank sei Dank ist das ein sehr gutes Buch.
Florian Genau. Und passt eigentlich ein guter Termin, weil es heißt ja, die Farben des Universums ist ein buntes Buch. Also da passt der Faschingsdienst noch nicht ganz gut als Termin.
Ruth Stimmt. Interessant. Ich glaube, das haben Sie deswegen ausgewählt.
Florian Nein. Ja, damit sind wir schon kurz vorm Ende. Wir kommen jetzt noch erstens dazu zu sagen, wenn ihr uns was sagen wollt, macht das unter hello at das Universum.at, Fragen unter fragen at das Universum.at und wir freuen uns nicht nur darüber, wenn ihr uns Fragen stellt und Nachrichten schickt, sondern wir freuen uns auch darüber, wenn ihr uns unterstützt.
Florian Diese Unterstützung kann ideell sein, indem ihr uns einfach bewertet, indem ihr anderen davon erzählt. Wenn ihr Leute kennt, die Preise vergeben. Erzählt ihnen davon, dass hier Menschen sind, die Preise verdient haben.
Ruth Wenn ihr Preise vergebt.
Florian Gebt uns einen Preis.
Ruth Verdammt nochmal.
Florian Du hast dich schon einen.
Ruth Ja, ich will noch einen. Wenn man einmal einen Preis hat, dann will man immer nur mehr.
Florian Ja, ist okay. Dann gebt uns allen noch mehr Preise. Aber ihr könnt auch einfach anderen davon erzählen, dass es einen Podcast gibt. Oder ihr könnt uns natürlich auch finanziell unterstützen. Das freut uns auch immer ganz besonders, weil wir haben Arbeit, wir haben Kosten und wir müssen von irgendwas leben.
Florian Und auch wenn wir immer so tun, ist es gar nicht so ein ertragreiches Geschäft, die Wissenschaftskommunikation. Das heißt, wir freuen uns über finanzielle Unterstützung von euch und wir bedanken uns dafür. Und diesen Dank, den leitet wie immer Ruth ein.
Ruth Ihr seid die allerbesten. Ganz herzlichen Dank an Heinz. Heinz hat uns Geldquanten geschickt. Heinz, nämlich riesige Geldquanten. Normalerweise sind Quanten klein. Obi-Alien, Heinz.
Florian Ja, vielen Dank.
Ruth Was ist damit wohl auf sich?
Florian Ja, ich habe mit Heinz schon kommuniziert, aber jetzt erzähle ich dir dann einmal, warum er ein Alien ist.
Ruth Verstehe. Ja, ganz herzlichen Dank und viel Spaß beim weiteren Nachhören. Er ist noch nicht ganz in der Gegenwart angelangt. Das wird erst im Februar, schreibt er, glaube ich, da irgendwo der Fall sein. Also viel Spaß. Wir freuen uns sehr. Ganz herzlichen Dank auch an Markus. Danke, Markus. Danke, Viktor.
Ruth Danke, Jürgen, für den besten Astronomie-Podcast im Web.
Florian Im Web? Gibt es Web überhaupt noch? Das war doch jetzt in 2000er, das Web.
Ruth Web 3.0. Ja, und das war es auch schon.
Florian Nichts Steady, nichts Patreon diesmal?
Ruth Diesmal, nein. Hat niemand ein Abo abgeschlossen.
Florian Ja, aber könnt ihr machen, wenn ihr wollt. Dann können wir beim nächsten Mal auch wieder wählen, dass man per Steady und Patreon uns auch unterstützen kann. Das Wichtigste habe ich ganz vergessen. Wir müssen noch auflösen, wer die Preise vom Sommerrätsel gewonnen hat.
Ruth Ah, natürlich. Hast du sie unter notarieller Aufsicht gezogen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen?
Florian Genau, ich habe den Rechtsweg weit aus der Wohnung rausgeschmissen, damit der Ja ausgeschlossen ist. Und ich habe dann die Gewinner und Gewinnerinnen ausgelost aus den richtigen Einsendungen. Wir haben das Rätsel in der letzten Folge aufgelöst, aber ich habe noch nicht, damals, weil wir das noch nicht vor Einsendeschluss veröffentlichen konnten, die Folge noch nicht die Gewinnerinnen und Gewinner vorgelesen und das tue ich jetzt.
Florian Also alle, die was gewonnen haben, bekommen auch eine E-Mail, wenn die Namen jetzt nicht ganz eindeutig sind, die ich vorlese, weil ich lese nicht den vollen Namen vor, dann, wenn ihr etwas gewonnen habt, dann bekommt ihr eine E-Mail.
Ruth Checkt auch ein Spam-Folder.
Florian Genau, und wenn ihr das dann wisst, dass ihr gewonnen habt, dann könnt ihr auch aussuchen, was ihr wollt. Also wir vergeben das, was wir immer vergeben. Ihr könnt euch aussuchen, ob ihr signierte Bücher von uns haben wollt. Ein Buch von mir, ein Buch von Ruth, ein Buch von den Science Busters. Wenn ihr warten wollt, könnt ihr auch noch bis zum Faschingsdienstag warten.
Florian Dann kriegt ihr eine Ausgabe von Die Farben des Universums, ganz neu. Ihr könnt Karten für Science Buster Shows haben oder für andere Auftritte, die wir so haben. Also das sind die Möglichkeiten, die es so gibt. Er hat alles per E-Mail gesagt. Gewonnen haben jetzt ohne Reihung. Es gibt keine ersten, zweiten, dritten Plätze. Ich habe fünf Namen ausgesucht und die fünf Leute können sich dann eben aus den Preisen was aussuchen.
Florian Gewonnen hat Johannes L. Es hat Jürgen aus Mannheim gewonnen. Es hat Silvio H. gewonnen. Also der heißt nicht H. aber danach ist mit H. Anja aus Essen hat gewonnen und Christian aus Düsseldorf.
Ruth Ganz herzliche Gratulation.
Florian Ja, also es waren sehr viele, die es richtig gehabt haben. Nach letzter Zählung 84 richtige Einsendungen.
Ruth Wow, nicht schlecht.
Florian Ja.
Ruth Ist halt gut.
Florian Ja.
Ruth Also well done an die fünf glücklichen Gewinner. Und ihr wisst ja, gut sein allein reicht nicht, man muss auch Glück haben.
Florian Ganz genau, ja. Also haben wir heute Preise am Anfang und Preise am Ende.
Ruth Sehr schön, so schließt sich der Bogen.
Florian Genau, ja, und du hast mir ein Bier gebracht, das passt zum Feminismus-Thema, wunderbar.
Ruth Ein Regenbogen-farbiges Bier. Ich wünsche dir, ich hätte eine rosa Bier gebracht, aber die Gewinner sind auf einem rosanen Zettel aufgeschrieben.
Florian Aus sieben Grund sind bei den Notizen alle rosa. Also ich habe Ummengen rosa Notizen zu Hause und ich habe keine Ahnung warum.
Ruth Ist in der Sektflasche noch was drin?
Florian Ja, Christen, was drin?
Ruth Geil.
Florian Das trinken wir jetzt noch aus und wir gehen jetzt dann, glaube ich, auch noch Bier trinken.
Ruth Schauen wir mal, ob wir es noch schaffen.
Florian Ja, schauen wir mal. Und wir verabschieden uns hier mit unserem letzten Schluck sehr lauwarmen Sekt und wünschen euch eine schöne Zeit. Bis zur nächsten Folge und bis dahin stoßen wir an und sagen Tschüss.
Ruth Macht's gut.