
Das Universum· Folge 164
DU164 - Die Astronomie braucht einen würdigen Schutzpatron!
Dienstag, 8. September 2026 · 1 h 34
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Shownotes
Und: Wie heilig ist die Wissenschaft?
DU164 - Die Astronomie braucht einen würdigen Schutzpatron!
Und: Wie heilig ist die Wissenschaft?
In Folge 164 wird es heilig. Wir haben Theresa und Bjarne von “Sankt Podcast” zu Gast und gemeinsam eine Folge voll mit Astronomie und katholischen Heiligen aufgenommen. Die Verbindungen sind enger als man denken würde. Es gibt sogar einen eigenen Schutzheiligen der Astronomie - den wir allerdings absolut nicht passend finden!
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum Oder hier: steadyhq.com/de/dasuniversum Oder hier: patreon.com/dasuniversum
Heilige Astronomie-Highlights
Wir haben Gäste! Theresa und Bjarne vom wunderbaren Podcast “Sankt Podcast – Highlights der Heiligen” (podcast.de/podcast/3310221/sankt-podcast-highl…) sind da und reden mit unser über die - erstaunlich große - Schnittmenge von Astronomie und Heiligenkunde.
Wir starten die Folge mit einer Sammlung kurzer Geschichten die Astronomie und Heilige wunderbar verbinden. Zum Beispiel die Geschichte von St. Bénézet und der Sonnenfinsternis oder die vom Planetariumsmantel der Maria Guadeloupe. Wir plaudern über die Vatikansternwarte, die Himmelsschlacht von Nürnberg und das Sonnenwunder von Fatima.
Mehr zum Heiligen der Raumfahrt gibt es hier (creators.spotify.com/pod/profile/sankt-podcast…). Und mehr zur Vatikansternwarte hier (sternengeschichten.podigee.io/530-sternengesch…).
Astro-Geschichte: Dominikus, der Schutzheilige der Astronomie
Die Medizin hat Schutzpatrone, die Naturwissenschaft, die Raumfahrt hat einen und die Mathematik sogar zwei. Und auch die Astronomie hat ihren eigenen Schutzheiligen: Dominikus, bekannt als Gründer des Dominikanerordens. Und bekannt für sehr viel mehr - aber irgendwie nicht bekannt für Astronomie. Trotzdem ist er der offizielle Schutzpatron der Astronomie geworden und wir probieren, herauszubekommen, wie das passiert ist.
Science Frames: The Saint
Welchen Film hat Evi für diese besondere Folge mitgebracht: Natürlich “The Saint” (imdb.com/title/tt0120053) mit Val Kilmer und dem Raub der Formel für die Kalte Fusion. Was es damit auf sich hat und wie real diese Art der Fusion als Energiequelle wirklich ist, erklärt uns Evi. Und schaut euch bitte diese Szene an (youtube.com/watch?v=_QAJcZd1KE0).
Veranstaltungen
Die nächsten Live-Podcastaufzeichnungen von “Das Universum” im Radiokulturhaus (radiokulturhaus.orf.at) werden am 21. September und am 16. Dezember stattfinden. Tickets gibt es hier (radiokulturhaus.orf.at/artikel/730583/Das-Univ…).
Florian stellt am 1. Oktober in Jena sein Buch “Die Farben des Universums” vor, Tickets gibt es hier (planetarium-jena.de/sternenlese1).
Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live).
Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian. Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).
Den RSS-Feed zum “Welt der Mikroben”-Podcast gibt es hier (cdn.audiorella.com/podcasts/1820-die-welt-der-…)
Das Universum Merch
Merch von Jörg gibt es hier (ebay.de/sch/i.html?item=188386060258&rt=nc…)
Neue Bücher und Hörbücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…).
Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.
Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.
Unterstützen
Wir bedanken uns für die zahlreiche finanzielle Unterstützung, die uns die Arbeit am Podcast ermöglicht. Die Unterstützung von euch ist die einzige Einnahmequelle für uns.
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Science Busters Buch
Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.
Telegram, Discord und Mastodon
Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.
(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).
Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).
Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!
Kontakt
Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.
Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: publicspace.at
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io) zu hören.
Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast (wrint.de/category/wissenschaft) den es ebenfalls bei Spotify gibt (open.spotify.com/show/0KKB14qE9h2NVWCW8vCt2z)
Evi betreibt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elka und Jana den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie” (cosmiclatte.podigee.io).
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen …
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Florian Herzlich willkommen bei Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum sprechen. Heute nicht mit Ruth, die ist aus persönlichen Gründen verhindert, aber keine Sorge, ich bin trotzdem nicht alleine hier im Podcast. Ich habe zwei ganz besondere Gäste, nämlich Bjarne und Teresa. Hallo Teresa, hallo Bjarne.
Bjarne Hallo, grüß dich.
Theresa Hallo.
Florian Jetzt werden Sie gerade fragen, wer sind die Leute und warum sind sie hier? Und sie sind hier, weil wir uns gedacht haben, Rud und ich, dass es immer schön ist, wenn man Gäste haben kann. Und weil Teresa und Piane einen wunderbaren Podcast machen. Ich weiß gar nicht, wie lange ihr das schon macht. Ein paar Jahre sicherlich, vier, fünf Jahre?
Theresa Es sind drei. Wir hatten tatsächlich gerade Geburtstag.
Florian Dritten Geburtstag. Dann kam es mir beim Hören länger vor. Aber ich habe den Podcast auch erst vor kurzem entdeckt. Und es ist genau die Art vom Podcast. Und keine Sorge, ich sage gleich, worum es geht. Ich wollte es nur noch ein bisschen mysteriös halten. Es ist genau die Art von Podcast, die leider immer weniger zu finden sind.
Florian Es gibt so viele Podcasts mittlerweile, das ist ja fast schon ein Massenmedium geworden, aber es sind alles nur irgendwelche komischen Medienhäuser, die in den 100. Interview-Podcast machen und irgendwelche Promi-Fuzzis, die den 100. Wir erzählen uns, was wir erlebt haben, Sachen machen. So Podcasts wie früher in der guten alten Zeit, als ich angefangen habe zu Podcasten 2012.
Florian Wo einfach Leute, die ein Thema cool fanden, darüber geredet haben. Das gibt es ja gar nicht mehr so oft. Und ich habe mich so gefreut, als ich euren Podcast gefunden habe, weil der genau die Art von Podcast ist. Und noch dazu mit einem wunderbaren Thema. Wollt ihr selbst sagen, wie euer Podcast heißt?
Theresa Also ich brauche nachher einen Moment, um mich zu freuen darüber, wie schön du uns jetzt angeteasert hast. Wir sind von Sankt Podcast Highlights der Heiligen ein nicht-religiöser Religionspodcast von zwei Ungläubigen über die Geschichten von katholischen Heiligenfiguren.
Florian Ja, das fand ich so ein wunderschönes Konzept, wie ich es entdeckt habe, dass man einfach aus der Unzahl an Heiligen, die es gibt, es gibt ja mehr als nur den heiligen Nikolaus und den heiligen Florian und den heiligen Martin, was man so kennt. Es gibt ja obskurste Heilige und ihr sucht euch da immer einen, zwei, drei raus und erzählt, warum die Person angeblich Heilige ist.
Florian Und das ist sehr interessant, sehr informativ. Man lernt auch durchaus was über Geschichte und Kirchengeschichte ist ja Geschichte und Heilige gibt es ja ständig. Also die gab es in den letzten 2000 Jahren ständig. Das heißt, man lernt auch automatisch immer ein bisschen was über die Geschichte der Welt darüber. Und ich habe gedacht, jetzt laden wir die beiden ein, damit wir einen gemeinsamen Podcast machen, um die widerstreitenden Gebiete der Astronomie und Religion zu vereinen.
Florian Obwohl sie so widerstreitend ja eigentlich gar nicht sind, wie wir im Laufe dieser Folge hoffentlich zeigen werden.
Theresa Ja, genau. Wir freuen uns auch wirklich. Danke, dass du uns eingeladen hast. Und es ist eh genauso, wie du sagst, wenn man vor allem in Österreich, wo wir es an einen Stein umdreht, hast du vier Heilige drunter sitzen. Das ist unglaublich. Sie sind überall.
Florian Es gibt ja auch sehr viele heilige Steine, wie ihr in eurem Podcast immer wieder erzählt habt.
Theresa Ja, du hast recht.
Florian Wir machen das jetzt ein bisschen so wie in eurem Podcast, wo ihr immer zuerst mit einem heiligen Highlight startet, also so eine kurze Geschichte erzählt, die mit dem ganzen Themenkomplex Kirche, Religion, Heilige zu tun hat und dann eine ausführliche heilige Geschichte. Nur, dass wir jetzt natürlich mit ein paar heiligen astronomischen Highlights starten.
Florian Habt ihr die kürzlich stattgefundene Sonnenfinsternis beobachtet?
Bjarne So halb. Also ich bin dann so relativ kurzfristig da noch drauf gekommen, es wäre vielleicht eine gute Idee, sich das anzuschauen und habe dann noch versucht, in Wien einen erhöhten Punkt zu finden, wo man durch die Häuserschluchten vielleicht noch irgendwas sehen kann oder so. Aber dadurch, dass der Sonnenuntergang und die Sonnenfinsternis relativ nah beieinander waren, habe ich leider nicht sehr viel gesehen.
Bjarne Aber ich musste dann doch nochmal zurückdenken an die letzte große Sonnenfinsternis Ende der 90er, weil das ist tatsächlich eine meiner ersten Kindheitserinnerungen gewesen. Da war ich im Serengeti Park mit meinen Eltern, wo man da irgendwie so mit Tieren das erleben konnte gemeinsam. Ich hätte rückblickend gern noch ein bisschen mehr darauf geachtet, wie die Tiere darauf reagieren, weil das ist ja auch eine spannende Frage.
Bjarne So, was denkt sich so ein Elefant, wenn auf einmal die Sonne weg ist? Weil der versteht das ja gar nicht.
Florian Der denkt sich, es ist Abend geschlafen.
Bjarne Ja, wahrscheinlich. Dann steht er wieder auf. Aber ja, diesmal war es leider nicht so optimal, einfach weil es danach eben auch dunkel wurde.
Florian Hast du was gesehen, Theresa?
Theresa Ich hoffe, ich kriege keinen Ärger, wenn ihr sagt, das ist mir nicht angeschaut.
Florian Nein, nein.
Theresa Aber rein aus Bequemlichkeit, weil ich dann nämlich auch gehört habe, dass nächstes Jahr wieder eine sein soll. Und hoffentlich kannst du mir das bestätigen, wird nächstes Jahr wieder eine sein.
Florian Genau.
Theresa Ach, sehr gut.
Florian Von mir kriegst du definitiv keinen Ärger, dass du es nicht angeschaut hast, weil ich habe sie auch gesehen, aber ich hätte jetzt auch nichts dagegen gehabt, sie zu verpassen, weil wenn man nicht nach Spanien fährt, was Ruth übrigens gemacht hat und wenn sie wieder hier im Podcast ist, wird sie uns ausführlich davon berichten, was sie da erlebt hat.
Florian Aber wenn man, so wie ich, in Österreich geblieben ist, dann war es nur partiell und eine partielle Sonnenfinsternis ist schon okay, aber dafür muss man jetzt nicht so einen Aufwand treiben, wie man sich vielleicht denken würde, dass man es treiben müsste, wenn man sich anschaut, was die Menschen da so getrieben haben an diesem Abend.
Florian Das war ja absurd in Österreich und ich habe mir das zwar angeschaut, aber wenn ich es nicht getan hätte, hätte ich auch nicht viel verpasst. Es war trotzdem ein netter Abend. Wir waren in der Nähe von Baden, also eigentlich waren wir in Baden, da gibt es so einen Aussichtspunkt. Evi und ich haben uns gedacht, naja, sollen wir da noch hingehen, lohnt sich das noch? Und dann waren wir eh schon müde, aber haben uns nochmal aufgerafft, sind in den Wald gegangen zur Aussichtswarte.
Florian Wo man eigentlich eine gute Sicht gehabt hätte, aber das haben ganz viele andere Menschen sich auch gedacht. Das heißt, diese Aussichtswarte, die für 60 Menschen zugelassen war, hat ungefähr das Doppelte bis Dreifache an Menschen gehalten, gerade noch so gehalten. Also sie ist nicht zusammengebrochen, aber sie hat schon deutlich geschwankt.
Florian Und dann haben wir gedacht, nee, das machen wir nicht. Wir gehen wieder runter und haben uns wie Wegelagerer an den Wald gesetzt, an den Waldweg gesetzt und glücklicherweise durch eine Lücke in den Bäumen die Sonne gesehen und haben uns die angeschaut. Wir haben die erste kurze Phase der Bedeckung gesehen.
Florian so ein Stückchen war rausgeknabbert vom Mond und dann war er schon hinterm Baum, die Sonne und haben nichts mehr gesehen und dann haben wir einfach unsere Flasche Champagner ausgetrunken, die wir aus anderen Gründen mithatten, aber auch das Podcast-relevante Gründe, die wir in einer zukünftigen Folge erklären werden, warum es was zu feiern gab.
Florian Wir saßen da, haben Champagner getrunken und uns den Strom an Menschen angesehen, die da absurderweise. Durch den Wald geströmt sind, um sich dieses partielle Finsternis-Dings anzuschauen und dann vermutlich enttäuscht waren oder vielleicht auch nicht, man weiß es ja nicht, was den Leuten so gefällt oder nicht, aber wahrscheinlich haben sich die Menschen was anderes erwartet angesichts dieser extremen medialen Aufmerksamkeit.
Florian Habt ihr Sonnenfinsternisbrillen dabei gehabt? Also du Bjarne, Theresa hat es ja ignoriert.
Bjarne Ich habe tatsächlich, da habe ich mich sehr ertappt gefühlt, ein Post von dir online gesehen, wo du sowas in der Art geschrieben hast, wie ja, man kann so weit im Voraus berechnen, wann diese Sonnenfinsternis stattfindet und ihr habt alle keine Brillen. Das war tatsächlich bei mir auch so.
Florian Ja, es ist ja wirklich so. Also Sonnenfinsternisbrillen sind die überwiegende Zeit extrem einfach zu bekommen. Man kann die überall kaufen, man kann sie überall im Internet bestellen. Die kosten fast nichts, die Dinger sind ein paar Tage später mit der Post da, wenn man sie online bestellt. Also die sind wirklich nicht schwer zu bekommen.
Florian Die kann man sich jetzt jederzeit kaufen, wenn man will. Dann hat man die in der Schublade. Und wenn die nächste Finsternis kommt, holt man sie raus und freut sich, dass man nicht wie die ganzen verzweifelten Menschen da irgendwie durch die Stadt laufen muss und sich in Facebook-Gruppen austauschen muss, welche Optiker noch eine hat und so weiter.
Florian Ich hatte natürlich Sonnenfinsternis-Brillen, ganz ein Stapel. Unsere Hörer auch. Und da muss ich einmal kurz einen hausmeisterlichen Hinweis anbringen. Denn wir hatten ja in den vergangenen Folgen Bescheid gesagt, dass unsere Hörerschaft Sonnenfinsternis-Brillen beim Astronomie Verlag bestellen kann mit einem Rabattcode.
Florian Und das haben sehr, sehr viele Menschen gemacht, aber einige dieser sehr, sehr vielen Menschen haben ihre Sonnenfinsternis-Brillen nicht rechtzeitig bekommen. Da gab es große Verzögerungen bei der Zustellung und da hat der Astronomie Verlag uns gebeten, Bescheid zu sagen, dass das nicht ihre Schuld war.
Florian Sie haben sie rechtzeitig verschickt, aber DHL und die anderen Paketzusteller haben da anscheinend irgendwelche Probleme gehabt. Aber Sie sagen, wer die Brillen jetzt zurückgeben will, das Geld zurückhaben will oder sonst irgendwas gelöst haben will an Problemen, die im Zuge der verspäteten Lieferung entstanden sind, soll bitte an info.astronomieverlag.de schreiben, dann wird das gelöst.
Florian Zurück zu den astronomischen Highlights. Teresa, du hast das Ganze ja ignoriert, aber Pjarne, hattest du, nachdem du die Sonnenfinsternis gesehen hast, hattest du das Bedürfnis, eine Brücke über die Rhone zu bauen?
Bjarne Ja, ich habe mich schon gewundert, wo das herkommt. Meinst du, das hat was damit zu tun?
Florian Ich meine, ich habe den Gedanken.
Bjarne Eine Brücke zu bauen alle paar Tage. Interessant.
Florian Das hatte jedenfalls der heilige Beneset oder Beneset. Man kann auch Benedikt sagen zu ihm. Also der heilige Benedikt Beneset hatte das. Der war nämlich im Jahr 1177 ein junger Schäfer. Und im Jahr 1177 hat dieser junge Schäfer Beneset eine Sonnenfinsternis beobachtet und dazu gratis eine göttliche Vision bekommen.
Florian Und zwar hat Gott ihm visiert, er soll bitte eine Brücke über die Rom bauen bei Avignon. Also, was macht man da, wenn man so eine Vision hat? Ja, man geht zum Bischof und zu den wichtigen Leuten der Stadt und sagt so, Gott hat mir gesagt, ich soll eine Brücke bauen, wo fangen wir an? Der Bischof war aber skeptisch, gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob das so stimmt.
Florian Da hat Benedikt einen großen, großen, großen Stein genommen, viel größer, als man sinnvollerweise einen Stein hochheben kann, hat ihn hochgehoben, in die Rohn reingeschmissen, gesagt, da ist jetzt das Fundament und jetzt geht's los. Und dann ging's los. Dann wurde die Brücke über die Rohn gebaut. hat nicht viel davon gehabt, von der Brücke der junge Benedikt, der ist mit 19 gestorben, in einer Gruft, in einem Brückenpfeiler beerdigt worden.
Florian 1274 ist er dann heilig gesprochen worden als Schutzpatron der Stadt. 1669 hat die Flut oder eine Flut seine Brücke einstürzen lassen. Der Sarg mit den Gebeinen von Benedikt war aber unversehrt und heute liegen sie unter anderem Im Dom, steht da ein Dom, weiß ich nicht, in der großen Kirche in Abignot.
Florian Und Benezet ist gemeinsam mit Nikolaus und Nepomuk einer der Brückenheiligen. Das ist die Geschichte, wie die Sonnenfinsternis zum Bau einer Brücke geführt hat.
Theresa Ein weiterer heiliger Stein.
Bjarne Was denkt sich Gott dabei? Weil er sagt, wir brauchen da jetzt sofort eine Brücke. Du, Kind, dein hergelaufenes Kind, du brauchst mir da eine Brücke. Und dann sagt er nach ein paar Jahren, okay, wir brauchen sie doch nicht mehr, ich spüre sie jetzt weg.
Florian Ja, man weiß es nicht, Gottes Wege sind ja bekanntlich oder gründlich. Vielleicht gab es einen Grund, warum da eine Brücke sein musste. Und dann war halt das eine Infrastrukturmaßnahme. Jetzt könnte man das als schöne Geschichte sehen und das ist ja auch eine schöne Geschichte. Das Problem, wir machen ja hier nicht nur Heiligengeschichten heute, sondern auch Astronomie.
Florian Und du hast das vorhin gesagt, Bjarne, die Astronomie ist ganz gut darin herauszufinden, wann Finsternisse stattfinden werden in der Zukunft. Wir können es aber rückwärts genauso. Also wir können auch in die Vergangenheit rechnen und schauen, wo Sonnenfinsternisse waren. Und es gab zwei Sonnenfinsternisse, zwei totale Sonnenfinsternisse im Jahr 1177.
Florian Eine am 31. März, aber die war nur sichtbar vom Pazifik aus und von dem kleinen Stück Mittelamerika. Und das ist nicht da, wo Avignon liegt. Die zweite totale Finsternis, die war noch besser. Die war am 23. September und das war eine ganz seltene Hybridfinsternis. Also sowas gibt es nicht oft, eigentlich total Gottesvision geeignet.
Florian Das ist eine Finsternis, die fängt an ringförmig. wo man noch so einen Ring aus Sonnenlicht um den Mond herum sieht, weil der Mond die Sonne nicht komplett bedeckt. Und dann wird die ringförmige Sonnenfinsternis total. Das heißt, dann sieht man genau diese dunkle Sonne mit Corona rundherum und alles.
Florian Und dann wird sie wieder ringförmig. Also super seltene Finsternis. Aber die war wirklich nur am offenen Pazifik zu sehen. Das heißt, was auch immer da der junge Schäfer gesehen hat, war keine Sonnenfinsternis.
Theresa Das ist schade. Wir waren sogar schon mal sur le pont d'Avignon. Warst du auch schon mal dort?
Florian Ich war noch nicht dort. Nein, nein. Aber da ist ja auch papstmäßig viel abgegangen dort in der Stadt. Wundert mich nicht, dass ihr da als heiligen Experten und Expertin dort gewesen wart.
Bjarne Aber wenn du sagst, dass diese Sonnenfinsternisse, naja, wenn die nicht hinhauen zeitlich, dann bleibt ja nur noch eine Erklärung. Es war ein Wunder, ein göttliches Wunder.
Florian Natürlich, ja, ja.
Bjarne Oder eine sehr dicke Wolke.
Florian Oder das, ja, ja. Das kann natürlich auch sein. Oder der junge Schäfer hat Schlaganfall gehabt oder man weiß es ja nicht, was alles dazu führen kann, dass es passiert. Es gibt überraschend viele Sonnenfinsteres-Geschichten mit Religion. Die bekannteste vielleicht, das ist die, ich weiß nicht, ist Jesus heilig?
Theresa Also er wurde nie heilig gesprochen, aber ich denke, weil er das einfach nicht notwendig hat.
Florian Ja, okay, dann können wir das auch als heilige Geschichte interpretieren.
Theresa Absolut.
Florian Jesus starb ja am Kreuz, steht in der Bibel. Als Jesus starb, gab es eine Finsternis, eine Sonnenfinsternis. Und zwar drei Stunden lang. Drei Stunden lang war es finster.
Bjarne Boah, da müssen viele Brücken gebaut worden sein danach.
Theresa Ist es üblich, dass eine Sonnenfinsternis so lange dauert?
Florian Es ist nicht nur nicht üblich, es ist sogar komplett unmöglich, dass eine Finsternis so lange dauert. Weil man kann sich ja auch ausrechnen, wie lange sowas prinzipiell dauern kann. Also finster wird es, weil der Mond sich von uns aus gesehen vor die Sonne schiebt und der Mond bewegt sich. Das heißt, die Dauer der Finsternis hängt einerseits von der Geschwindigkeit des Mondes ab. Die ist bekannt, also die ändert sich leicht, je nachdem ob er jetzt näher oder weiter weg von der Erde ist.
Florian Ist er ein bisschen schneller, ein bisschen langsamer. Und sie hängt auch davon ab, die Dauer der Finsternis, wie weit der Mond wirklich gerade von der Erde weg ist. Weil wenn er sehr nah ist, dann erscheint er ein bisschen größer als sonst. Dann kann er mehr von der Sonne überdecken. Dann dauert es länger.
Florian Und wenn gleichzeitig die Erde und Mond weit weg von der Sonne sind, dann erscheint die Sonne bei uns ein bisschen kleiner am Himmel als sonst. Dann kann er es noch länger bedecken. Also spielen noch einen ganzen Haufen anderer komplizierter astronomischer Fakten eine Rolle. Aber man kann es ausrechnen, das Längste, was geht astronomisch, sind sieben Minuten, 32 Sekunden.
Florian Länger geht es nicht. Bis jetzt die längste, die wir so in den letzten paar tausend Jahren hatten, war am 15. Juni 743. Da hat sie sieben Minuten 27 Sekunden gedauert. Und wer, na gut, da muss man sich sehr anstrengen mit dem Altwerden, aber am 16. Juli 2186. Da gibt es eine Sonnenfinsternis, die dauert sieben Minuten und 29 Sekunden, also nur drei Sekunden unter dem Maximum.
Florian Und das ist die längste Sonnenfinsternis, die zwischen den Jahren 4000 vor Christus und 6000 nach Christus stattfindet. Drei Stunden sind, so leid es mir tut, für die Bibel astronomisch unmöglich. Aber Himmelskörper, Sonne und Mond machen ja in der Religion oft Sachen, die die Wissenschaft nicht so sehr erklären kann.
Theresa Das ist wahr. Das ist ja arg. Das kann man so genau vorausrechnen, über tausende Jahre. Und auch nach hinten rechnen, hast du gesagt. Das heißt, Florian, könntest du uns mit Sicherheit sagen, zum Beispiel, wie der nächtliche Sternenhimmel über Mexiko im Dezember 1531 aussah?
Florian Theoretisch schon, also mit Sicherheit nicht. Vielleicht ist gerade ein UFO vorbeigeflogen, das hätte man dann nicht in unserer Simulation drin, in diesem Lichtpunkt oder sowas. Prinzipiell, wo die Sterne waren und so weiter und wie das ausgesehen hat, das kann ich dir sagen. Also theoretisch, praktisch kann ich es jetzt nicht natürlich. Aber das könnt ihr euch selbst anschauen. Es gibt eine wunderbare Software, frei verfügbar, Stellarium.
Florian Das könnte jetzt Ruth wunderbar erklären, weil die ist ja Planetariumsdirektorin und hat diese Software genau in ihrem Planetarium. Das heißt, Ruth könnte dir in ihrem Planetarium... ohne größere Probleme genau zeigen, wie es an diesem Tag ausgesehen hat. Und mit dieser Software Stellarium kostenlos verfügbar, könnt ihr euch das auch am Computer anschauen. Da gibst du einfach Datum an Ort ein und siehst dann, wie der Himmel ausgeschottet hat. Das kann die Astronomie sehr gut.
Theresa Das ist natürlich sehr praktisch. Was man auch machen könnte, man braucht gar keinen Computer. Schau dir einfach den Mantel der Maria Guadalupe an.
Florian Ah, okay, der hat dir ein Planetarium eingebaut.
Theresa Genau, der Bjarne hat das schon mal in einer unserer Folgen erwähnt. die Maria von Guadalupe, eines der berühmtesten Marienbilder, vielleicht das am meisten astronomisch konnotierte, weil ihr Mantel gibt exakt die Sternenkonstellation Mexiko 1531 wieder.
Florian Dann habe ich jetzt zwei Fragen. Erstens, was war in Mexiko 1531 und wann ist dieser Mantel gemalt worden?
Theresa Jane, du hast es in einer Folge mitgebracht.
Bjarne Genau, ich habe über Juan Diego gesprochen. Das war ein indigener, konvergierter Katholik, der einfach dieses Marienwunder damals erleben durfte. Das war eben in dem Jahr. und tatsächlich wurde dieses Bild nicht gemalt, Florian, halte ich fest, es erschien auf magische Weise. Es gibt keinerlei Belege dafür, wie das darauf gekommen ist.
Bjarne Es sind irgendwelche magischen Drucksubstanzen da drin, die nicht von dieser Welt sind. Also sagen zumindest viele Leute, die daran glauben wollen. Und sie sagen auch, dass diese Sternenkonstellation genau das wiedergibt, was damals Stand der Dinge gewesen sein soll. Aber auch das ist leider inzwischen widerlegt durch AstronomenInnen, die da den Spaß verderben mussten anscheinend.
Florian Ich habe gerade die Wikipedia aufgemacht und mir das Gnadenbild unserer liebe Frau von Guadalupe angeschaut. Und ja, Maria hat einen Mantel an, da sind Sterne drauf, aber das sind einfach Sterne. Also das ist genauso, wenn ich einen Mantel mit Sternen male, dann ist überhaupt keine Struktur drauf, da ist nichts drauf.
Florian Also das ist irgendwas, aber kein realer Sternenhimmel, definitiv nicht. Tut mir leid, welche Heiliger das erscheinen hat lassen, weil niemand, der Ahnung von Astronomie hatte.
Bjarne Tja, Wissenschaft 1, Religion 0.
Theresa So ist es. Und dabei schaut die Religion doch eh so viel in den Himmel. Wisst ihr vielleicht, wo sich einer der ältesten Sternwarten weltweit befindet? Florian, du warst das sicher.
Florian Es kommt aber darauf an, wie man Sternwarte definiert. Also ich meine, es gibt sowas wie die Kreisgrabenanlage in Gosek, die ist, glaube ich, 6.000 oder 7.000 Jahre alt. Aber die war halt nicht nur eine Sternwarte, wo man den Himmel beobachtet hat, sondern alles mögliche andere auch.
Theresa Sagen wir eine der ältesten modernen Sternwarten, sagen wir mal so. Im Vatikan, gegründet im 16. Jahrhundert durch Papst Gregor XIII. Dem haben wir unseren Kalender zu verdanken. Und er wiederum hat den Kalender dem Vatikanischen Observatorium zu verdanken, dessen Erkenntnisse er für seine Kalenderreform nutzte.
Theresa Und das Vatikanische Observatorium ist ja auch noch aktiv.
Florian Ja, die machen da durchaus… Wollte die Fragen.
Theresa Was hat die für einen Ruf in Expertenkreisen?
Florian Ich habe mit denen noch nichts zu tun gehabt, aber was ich so weiß, machen die durchaus seriöse Forschung. Also es ist jetzt nicht so, dass die da sitzen und probieren irgendwelche Engel zu beobachten oder sowas, sondern die machen durchaus seriöse Forschung. Ich habe vor Jahren in meinem Sternengeschichten-Podcast mal eine eigene Folge über die Vatikansternwarte gemacht.
Florian Aber ich habe leider keine Ahnung mehr, was ich da genau erzählt habe. Außer unter anderem, dass man das eben gemacht hat, um den Kalender im Blick zu haben, weil das ist natürlich für die Kirche durchaus relevant. Die aktuelle Forschung, die da gemacht wird, ist durchaus seriös. Ich glaube, die machen durchaus auch Kosmologie, glaube ich, mich zu erinnern.
Florian Aber wenn du auf welche Art auch immer oder mit welchem Hintergrund auch immer an der modernen Wissenschaft teilhast, dann kannst du ja da auch einfach nur normal wissenschaftlich arbeiten. Wenn ich jetzt irgendwie ein Paper schreiben würde, den wissenschaftlichen Fachartikel, wo ich Gott, Heilige, Wunder, sonst irgendwie was als Mechanismus anführe, dann wird das eh nie veröffentlicht.
Theresa Genau, es zeigt einfach die enge Verflechtung auch von Wissenschaft und katholischer Kirche. Die zeigt sich auch in der päpstlichen Akademie der Wissenschaft. Das ist eine weitere vatikanische Institution zur Förderung diverser naturwissenschaftlicher Forschungen. Zugegebenermaßen hat die PADW nach ihrer Gründung 1603 ein paar Startschwierigkeiten gehabt, Weil ihr erster Leiter, das war ein Herr namens Galileo Galilei, der hat sich mit seinen Forschungserkenntnissen nämlich erstmal gewisse Schwierigkeiten eingehandelt.
Theresa Ich meine, wir wollen jetzt auch nicht so tun, als herrsche stetig selig Einigkeit zwischen Kirche und Naturwissenschaft.
Florian Nein, nein, definitiv nicht.
Theresa Aber ja, daraufhin hat man sich dann wohl gesagt, lass mal's lieber und hat die Akademie gleich mal wieder aufgelöst. Aber 1847, da wurde sie wieder hergestellt und beschäftigt seither schlaue christliche Köpfe, wie zum Beispiel die vier Nonnen, die, 1887 am internationalen Projekt Carte du Ciel teilnahmen.
Florian Die Carte du Ciel ist ein super Ding. Die Carte du Ciel, die war im Prinzip der Ausgangspunkt dafür, dass die Astronomie als Wissenschaft sich so globalisiert hat, dass sowas wie die Internationale Astronomische Union entstanden ist, weil die Carte du Ciel halt... großes internationales Projekt war und da haben sich dann die Astronomen und Astronomen so zusammengefunden, dass dann halt heute daraus dann die Internationale Astronomische Union, also die globale Vereinigung der Astronomie geworden ist.
Bjarne Spannend.
Theresa Voll. Und da waren eben zum Beispiel diese vier Nonnen beteiligt. Die haben gemeinsam, nur diese vier, fast eine halbe Million Sternen und Himmelskörper katalogisiert. Ich nenne jetzt diese vier Nonnen als Beispiel für die Frauen, die zweifellos ebenfalls Erkenntnisse erarbeiteten, aber nicht die Anerkennung erfahren haben.
Theresa die sie vielleicht verdienen. Und heute aber ziehen mit Ponzoni, Colombo, Conchetta, Finardi und Pancieri erstmals nach Nonnen benannte Himmelskörper ihre Bahnen.
Bjarne Ist nicht auch was nach dir benannt? Du hast es doch mal in irgendeiner Folge erzählt.
Florian Es wurde ein Asteroid nach mir benannt, der heißt Freistädter.
Bjarne Also da wäre für mich eigentlich schon alles im Leben erreicht. Warum machst du überhaupt noch weiter, Florian?
Florian Ja, man kann das sehr schlecht zu Geld machen, diese Tatsache, dass ein Asteroid dafür benannt ist und ich muss immer noch irgendwo meinen Lebensunterhalt verdienen.
Bjarne Vielleicht kannst du ihn bei der Bank beleihen oder so.
Florian Ja, ich kann mal fragen, aber ich will mal schauen, wie viel Versprechen das ist. Müsste ich vorhin noch einen Heiligen für Bankgeschäfte anrufen und um seine Hilfe bitten. Gibt es wahrscheinlich auch.
Theresa Ganz sicher. Fallt dir ein, wer, Bjarne? Mir gerade nicht.
Bjarne Ich überlege gerade. Ich meine, Santander könnte es vielleicht sein. Santander. Ich weiß gerade nicht, wie man es ausspricht. Ist natürlich auch, nach Heiligen benannt. Sant Emeritus heißt der, glaube ich, in echt. Das war auch im Norden Spaniens eine Geschichte.
Florian Mach lieber weiter mit der Arbeit, die ich bis jetzt mache. Das ist viel versprechender als Asteroidenhypotheken.
Theresa Ja, und mit dem Gedankengut Galileus hat sich die Kirche übrigens inzwischen versöhnt.
Florian Es hat ein bisschen gedauert, glaube ich, bis sie gesagt haben, ja, sorry, tut uns leid, aber immerhin, sie haben es gesagt.
Theresa Genau, und was, so wie lange es gedauert hat?
Florian Das waren 400 Jahre, glaube ich. War das nicht irgendwie so erst Anfang 2000 oder Ende 90er?
Theresa 1992 haben sie gesagt, die Erkenntnisse Galileos stehen nicht im Widerspruch mit dem Glauben und werden vom Vatikan anerkannt. Papst Johannes Paul II. hat gesagt, ist vielleicht doch okay, der Typ. Er ist gut, wir sind gut.
Bjarne Ihr wisst ja, sorry seems to be the hardest word. Aidan John wusste schon und der Papst auch.
Florian Besser spät als nie, sagen wir mal so. Wenn man in die Kirche ist, da denkt man auch in anderen Zeitmaßstäben als die Normalsterblichen.
Theresa In der Astronomie vermutlich auch, oder?
Florian Definitiv, definitiv. Also 400 Jahre ist quasi nichts für uns. Also das kam eh flott, wenn man es so betrachtet.
Theresa Ja, vielleicht war der Papst inspiriert von einem Meilenstein der Menschheit, der sich auch unter den wohlwollenden Augen eines Vorgängerpapstes ereignete, nämlich die Mondlandung.
Florian Ach ja.
Theresa Weil Papst Paul VI. hat ihn nämlich im Fernsehen beobachtet. Zudem haben wir auch Erfolge, wer hätte nur unsere Folgen plagen.
Florian Jederzeit, macht das.
Theresa Kleiner heiliger Funfact dazu, laut Kirchenrecht von 1917 gehören neu entdeckte Gebiete zu dem Bistum, von dem aus die Expedition aufbrach. Demzufolge gehört der Mond zum Bistum Orlando in Florida.
Florian Ja, ist halt die Frage, ist er da entdeckt worden, weil gekannt haben wir ja vorher auch schon den Mond.
Theresa Ja, ich merke schon, es bröckelt jetzt schon, ob das wohl seine Richtigkeit hat.
Florian Wenn man sagt, es muss was hingeschickt worden sein von uns, da waren die Sowjets die Ersten. Die sind da crashgelendet mit einer Raumsonde auf dem Mond. Aber gut, den ersten menschlichen Fuß hat ein Armee von Orlando, wenn man so will, draufgesetzt. Also wenn die Kirche sich darauf beruft.
Bjarne Dann… Ich glaube, die Kirche spricht eigentlich auch von Missionaren, die losgeschickt werden. Und ich weiß nicht, ob Neil Armstrong jetzt wirklich sich als Missionar des Christentums gesehen hat an diesem Tag.
Florian Ja, aber Buzz Aldrin vielleicht, weil der war ja Katholik. Der hat ja sogar eine Kommunion am Mond durchgeführt.
Theresa Genau, ja, dann zählt es schon, oder?
Florian Vielleicht haben sie heimlich auch eine Vatikanflagge gepflanzt dort, so irgendwo hinter der Raumfähre, wo es keiner sieht.
Theresa Wir können es leider nicht überprüfen.
Florian Ja, naja, bald fliegen wieder welche hin, dann können wir nachgucken gehen.
Theresa Die sollen nachschauen. Ja, also Sankt-Podcast-Hörerinnen dürfte dieser Fakt bekannt vorkommen mit dem Bistum und dem Mond. Es war aber einfach zu gut, um ihn zu diesem besonderen Anlass nicht zu erwähnen.
Florian Ja, definitiv.
Theresa Eine Astronomie-Frage an dich, Florian. Hast du schon mal eine wahre Himmelsschlacht beobachtet?
Florian Eine Himmelsschlacht, okay, das wüsste ich jetzt nicht.
Bjarne Star Wars?
Florian Ja gut, das ging um eine wahre, oder? Star Wars ist, glaube ich, erfunden, aber eine wahre Himmelsschlacht. Nicht, dass ich wüsste.
Theresa Wir reisen in das ferne Nürnberg, weil der Autor eines Flugblattes aus dem Jahre 1561, der wurde Zeuge. Einer Himmelsschlacht. Und er berichtet das wie folgt. Die Sonne geht auf über Nürnberg am 4. April 1561.
Florian Das ist normal. So ein Ereignis habe ich schon mal gesehen. Sogar in Nürnberg habe ich die Sonne schon aufgesehen. Also auch das.
Theresa So weit, so gut. Aber an diesem Morgen ist sie nicht alleine am Himmel. Es kommen Kugeln, Rohre, Sicheln, Zylinder, Kreuze in Rot, Blau und Schwarz auf. Sie erscheinen um die Sonne herum und, wie im Flugblatt beschrieben, dies alles hat angefangen, miteinander zu streiten. In völliger Stille soll sich ein wilder Kampf am Morgenhimmel abgespielt haben.
Theresa Die Kugeln sollen über den Himmel geschossen sein und nach gut einer Stunde sei alles in Richtung Erde gesunken und habe sich in Dampf und Nebel aufgelöst. Von vielen Zeugen beobachtet und, wie der Autor sagt, eindeutig eine Warnung Gottes an die wohl sehr sündigen Nürnberger. Andere bisherige Interpretationen reichen von UFOs über eine Fliegerschlacht aus dem Zweiten Weltkrieg, die irgendwie auf den Himmel 1561 übertragen wurde, bis hin zu meteorologischen Erklärungen.
Theresa Ich habe hier was von Nebensonnen oder Strahlenbüschel gelesen. Was meinst du? Sag dir das was?
Florian So was gibt es. Meine ersten Sachen wären auch entweder ein abstürzendes UFO oder Drogen. Das kann man bei ganz vielen Bissionen ins Feld führen.
Bjarne Wann wurde LSD erfunden? Erst ein bisschen später.
Theresa Naja, der gute alte Ergotismus wurde natürlich auch erwähnt in den Erklärungen. Es kann sein, dass halb Nürnberg roggenbedingt auf einen schlechten LSD-Trip war.
Florian Das natürlich auch, aber meteorologische Phänomene wie Nebensonnen, ja, kann schon sein. Die schauen jetzt nicht aus wie, was waren das, Ringe, Röhren und Messer, die durch den Himmel fliegen. Aber man sieht oft unter den richtigen Bedingungen die Sonne. Gut, die sieht man sehr oft, aber du siehst oft so links und rechts oder je nachdem, manchmal nur links, manchmal nur rechts von der Sonne.
Florian Es schaut aus wie eine kleinere Sonne, die da ist. so einen hellen Fleck am Himmel, oft so ein bisschen auch in den Regenbogenfarben schimmernd. Es braucht Eiskristalle dafür, dass es funktioniert. Wenn die Sonne richtig steht und die Eiskristalle auf die richtige Art durch die Luft fliegen, dann kann das Licht der Sonne so abgelenkt gebrochen werden, dass du halt dann links und rechts von der Sonne diese Nebensonnen siehst.
Florian Ab und zu hast du dann noch die beiden Nebensonnen durch so einen Bogen verbunden und es können von den Nebensonden auch so kreuzartige Erscheinungen ausgehen. Also sowas gibt schon, kann auch sehr beeindruckend ausschauen. Ist jetzt auch nicht so selten, dass man als Nürnberger Flugblattschreiber komplett austicken muss.
Theresa Also du hast das jetzt sehr schön erklärt. Und ich mag es aber, dass deine allererste Erklärung UFOs war.
Florian Ja, es war keine Erklärung. Das war mein erster Instinkt, was Leute sagen, die das heute interpretieren. Weil die, die von UFOs reden, für die ist ja alles UFO. Und ich würde mich wundern, wenn das nicht irgendwie als Beleg angeführt wäre, dass UFOs da unterwegs waren. Was auch immer die 1561 in Nürnberg getrieben haben. Aber gut, warum nicht?
Bjarne Einfach mal schauen.
Theresa Also ich habe leider auch keine Erklärung, aber der Ergotismus, den haben wir ja schon sehr oft auch in vielen Geschichten über Heilige erwähnen müssen, weil er schon sehr viel erklären tat.
Bjarne Ja, ich glaube, der Ergotismus wird heute vielleicht noch eins von meiner Rolle spielen. Teresa hat schon gesagt, der taucht oft als mögliche Erklärung für wundersame Erscheinungen in der Vergangenheit auf. Denn wie gesagt, das ist ja ein Pilz, der damals in Roggen gefunden wurde, dadurch auch im Brot vorkam und einfach wirklich so krasse Visionen auslösen kann.
Bjarne Und das ist dann häufig die plausiblere Erklärung als Ufos oder Wunder, zumindest wenn man es durch eine wissenschaftliche Perspektive betrachtet. Aber da gibt es sehr, sehr schöne Beispiele, was der verursacht haben kann.
Florian Kleiner Literaturtipp. Der Roman Sankt Petri Schnee von Leo Perutz ist eine wunderbare Beschreibung von einer Ergodismus-Epidemie und ihren Auswirkungen auf die Religion. Also wer das gerne lesen möchte, kann ich empfehlen.
Theresa Kleiner aufgeschrieben. Meine Leseliste wird länger und länger.
Florian Ja, aber gibt es noch heilige Highlights, heilige astronomische Highlights?
Theresa Ja, eines hätte ich noch. Einen habe ich noch. So eine Himmelsschlacht, so ein galaktisches Scharmützel zu beobachten, das muss ganz schön furchteinflößend gewesen sein. Viel netter klingt doch, was sich am 13. Oktober 1917 ereignet hat. Das war ein Sonnentanz.
Florian Ein Sonnentanz, okay. Haben das Menschen gemacht oder Sonnen?
Theresa Was denkst du?
Florian Ja gut, Menschen wäre das offensichtlich, aber Sonnen wäre das spektakulär. Genau.
Theresa Aber du hast absolut recht. Es ist auch nicht als Metapher oder Umschreibung gemeint. Die Sonne selbst ist über den Himmel getanzt. Als silbern leuchtende, rotierende Scheibe soll sie im Zickzack über den Himmel gehüpft sein, in allen möglichen, äußerst sonnenunüblichen Farben geschillert haben. Grün, blau, rot, violett, wie ein Regenbogen.
Theresa Kurz vor diesen Tänzchen hat es noch geregnet und dann war schlagartig alles trocken.
Florian Das passiert, wenn man keine Sonnenfinsternisbrille auf hat und in die Sonne schaut. Dann sieht man Dinge, die nicht da sind.
Theresa Pass, ich brauche gar nichts weiter dazu sagen. Du hast meine Lieblingserklärung gleich auf den Punkt gebracht.
Florian Ja, aber ich bin doch interessiert, wer hat das beobachtet und warum wurde es aufgezeichnet?
Bjarne Und könnten es nicht auch UFOs sein?
Florian Ja.
Bjarne Ist meine Frage.
Theresa Gute Frage. Ja, das alles hat sich vor Zeugen abgespielt, sonst wüssten wir heute nichts davon. Es handelt sich nämlich um das Sonnenwunder von Fatima.
Florian Ach ja, das habe ich schon mal gehört.
Theresa Fatima liegt in Portugal, ist heute einer der beliebtesten katholischen Pilgerorte und damals nahm dies seinen Anfang als drei Hirtenkinder. mehrere Marienerscheinungen hatten, die schließlich in den eben beschriebenen bunten Tanz der Sonne gipfelten. Und bezeugt wurde dieser von den drei Kindern und außerdem so zwischen 30.000 und 100.000 Menschen, die sich in Fatima in Erwartung eines Wunders versammelt hatten.
Theresa Und ich würde sagen, da hat die Heilige Maria aber geliefert.
Florian Definitiv, ja. Die Sonne tanzen lassen, die hat ungefähr 300.000 Mal so viel Masse wie die Erde. Um die zu verschieben, das braucht einiges an Energie. Ich habe das sogar mal ausgerechnet, aber ich weiß es nicht mehr. Ich habe das für irgendwas mal ausgerechnet, was man tun müsste, um die Sonne zu verschieben. Man braucht ordentlich viel Energie. Also da muss die Maria sich schon die Ärmel hochgekrempelt haben, wenn sie die hin und her schieben wollte.
Bjarne Hattest du es ausgerechnet, weil du es vorhattest, eventuell? Sei ruhig ehrlich.
Florian Ich schaue mal, was man machen müsste. Ein Wunder kann man immer brauchen, wer weiß. Nein, es gingen um ähnliche Geschichten von wegen, ob man die Sonne bewegen könnte, wenn wir zum Beispiel in eine schlechte Nachbarschaft in der Milchstraße geraten, wo die Sterne links und rechts bei Supernova-Explosionen explodieren und wir vielleicht woanders hinwollen. Theoretisch geht es, man kann sowas machen.
Florian Das ist nicht mehr mehr Science-Fiction. Das ist schon eher in Richtung Fantasy, aber es widerspricht zumindest nicht den Naturgesetzen. Aber wir haben ja schon gelernt, den Heiligen sind die Naturgesetze ja ziemlich wurscht. Rein physikalisch hätte die Maria da ordentlich schieben müssen.
Theresa Ja, wir skeptischen Spaßverderber mit dem Bedürfnis nach logischen Erklärungen. Wir denken uns, kann man das, die Sonne, die zickzack im Disco-Cool-Modus über den Himmel schießt, kann man das überhaupt logisch erklären? Was mir logisch erscheint, ist folgendes. Florian, korrigier mich, wenn ich da falsch bin, aber man sieht die Sonne von mehreren Orten auf der Erde aus.
Florian Ja.
Theresa Super. Also. Wenn die Idee ihrer damischen fünf Minuten aufführt, dann müsste man das auch von überall aus sehen.
Florian Das ist richtig, ja.
Theresa Wo Gott Tag ist. War aber nur ein ortsgebundenes Wunder. Es war nur in Fatima sichtbar.
Florian Vielleicht hat Maria dann einfach ein großes Planetarium über die Menschen gestülpt und dann ist es kein Problem. Da kann ich die Sonne viel, viel leichter rumhüpfen lassen. Da muss ich nur in der Software rumspielen. Und dann sieht es anderswo auch keiner.
Theresa Oh, diese Erklärung habe ich noch nie gelesen. Die ist neu.
Bjarne Das alles nur, um die armen Menschen in Fatima zu verwirren? Oder was ist die Idee, Maria?
Theresa Das war ein Wunder. Ja. Das war ein Wunder, hinterfragen wir es lieber nicht.
Florian Und ein Planetarium ist auch ein Wunder. Wisst ihr übrigens, ich muss jetzt mal wieder hier kurz mit astronomischen Fakten dazwischen grätschen. Wisst ihr, wer das Planetarium erfunden hat und wo?
Theresa Nein. Also Iva, ist das nicht Piane? Warst du es?
Bjarne Nein, ich habe keine Ahnung.
Florian Das Planetarium wurde erfunden in Jena von einem Mitarbeiter von Carl Zeiss und im Auftrag gegeben wurde das Planetarium vom Deutschen Museum in München. Die wollten eine Maschine haben, um das heliozentrische und das geozentrische Weltbild zu demonstrieren und da hat ein Herr Otto Bauersfeld sich das Planetarium ausgedacht und gebaut und der dänische Astronom Elis Trömmgren, der hat das auch gesehen damals und gesagt, nie ist ein Anschauungsmittel geschaffen worden, das so instruktiv wie dieses wäre, nie eins, das mehr bezaubernd gewirkt hätte, nie eins, das im selben Grade wie dieses sich an alle wendet.
Florian Es ist Schule, Theater, Film auf einmal, ein Schulsaal unter dem Gewölbe des Himmels und ein Schauspiel, wo die Himmelskörper Akteure sind. In dem modernen jener Wunder, deswegen zitiere ich das jetzt, liegt so viel Fantasie und so viel Poesie, dass es von diesem Gesichtspunkt aus gern im selben Atemzug mit dem großen Namen der deutschen Dichtkunst genannt werden kann.
Florian Also als das Planetarium das erste Mal die Welt gesehen hat, ist es sofort als Wunder bezeichnet worden. Insofern würde es mich nicht überraschen, wenn die Maria ein bisschen früher, oder obwohl wir sind ja dann, wann, 1918 hast du gesagt, 1917? 1917. Das ist exakt die Zeit, wo das stattgefunden hat.
Florian Wenn Maria sich das vielleicht die Idee von Bauersfeld in Jena geklaut hat und drei Jahre später in Fatima ihr eigenes Planetarium aufgebaut hat. Ist vollkommen logisch.
Bjarne Und dann hat sie einmal vorgeführt, wie ein geozentrisches System aussehen würde, dass die Sonne einfach wild herumgewirbelt wird.
Florian Ich glaube, Maria ist keine studierte Astronomin. Vielleicht hatte sie noch ein bisschen einstellen müssen und so weiter und das hat nicht richtig funktioniert. Und dann waren die Menschen aber so begeistert, dass sie gesagt haben, boah, das ist alles super, Wunder. Und dann habe ich gedacht, na gut, dann passt sie, dann lasse ich das jetzt so.
Bjarne Ja, das ist doch die perfekte Erklärung.
Theresa Ich akzeptiere das absolut. Ich meine, meine Lieblingserklärung hast du eh gleich vorweg genommen. Du hast es sofort richtig gesagt. Möglicherweise einfach haben 100.000 Menschen alle gemeinsam in die Sonne gestarrt.
Florian Das ist übrigens einer der Gründe, warum viele Menschen UFOs sehen. Wenn man nachts zum Himmel schaut und gerade wenn die Augen schon ein bisschen müde werden, dann kann man nicht mehr so gut fokussieren und dann springt der Fokus so ein bisschen hin und her Und dann schaut so aus, als würden die Lichtpunkte am Himmel, wenn man sich auf einem Planet oder einen Stern konzentriert, als würden die sich schnell bewegen, abbremsen, in eine andere Richtung bewegen.
Florian Also diese typischen Berichte, die man hört, wie UFOs angeblich geflogen sein sollen, weswegen sie UFOs sind, weil es so unphysikalisch ist, dass man so fliegt. Das ist im Prinzip genau das, was passiert, wenn die Augen ein bisschen müde werden und man trotzdem in den Himmel starrt. Also wundert es mich nicht, wenn dann sowas vielleicht noch ein bisschen extremer passiert, wenn man in Erwartung eines Wunders die Sonne anstarrt.
Florian Aber Maria hat ansonsten nichts Astronomisches mehr gemacht in Fatima, nur die Sonne hüpfen lassen.
Theresa Nur, Florian, nur.
Bjarne Sie wird natürlich auch oft dargestellt, wir haben ja schon gesagt, ihr Mantel da mit Guadalupe, aber sie wird ja auch oft auf einer Mondsiche stehend dargestellt. Also so ein bisschen mehr astronomische Verbindung ist da irgendwie zumindest in der Kunst auch noch vorhanden.
Florian Ja, stimmt. Die reißt sich wirklich alle unsere technischen Errungenschaften unter den Nagel. Sie klaut das Planetarium, sie setzt ihren Fuß auf den Mond, bevor der Armstrong da war. Also, ja, du hast keinen Ingenierer, wie man sagt, in Österreich.
Theresa Du kannst gleich einen scharf formulierten Brief an sie schreiben, sie solle dies unterlassen.
Florian Ja, ja, mal schauen, zu handen, Jesus oder Gott oder wem schicke ich das? Im Papst am besten, der kann das weitergeben.
Theresa Oder du liest es dann einfach so im Gebet vor und dann kommt es sicher an.
Florian Oder ich beauftrage einen der Heiligen, weil die Heiligen sind ja, habt ihr aber wieder gesagt, niemanden, den man anbeten soll, aber die, die für uns unsere Botschaften quasi weiterleiten.
Theresa Ja, genau.
Florian Und da kann ich jetzt gleich weiter und überleiten zu Heiligen der Wissenschaft, weil da gibt es tatsächlich einige. Ihr habt ja in eurem Podcast durchaus einige schon besprochen. Ganz besonders schön fand ich die Folge über Josef von Copertino, der der Schutzheiliger der Raumfahrt ist, weil er schweben konnte oder erstaunlich hochspringen.
Florian Eins von beiden weiß man nicht mehr nachträglich. Oder es waren wieder mal irgendwelche Pilze im Spiel. Aber ich habe das für eine andere Geschichte recherchiert. Es gibt sehr viel mehr wissenschaftliche Heilige oder Heilige der Wissenschaft. Ihr habt in eurem Podcast auch ganz viele Ärzte schon gehabt.
Florian Medizin ist ja auch auf die eine oder andere Art Wissenschaft. Aber es gibt einen Heiligen für die gesamte Naturwissenschaft. Wisst ihr, wer das ist? Ich glaube, ihr hattet ihn noch nicht im Podcast bei euch. Albertus Magnus.
Bjarne Von dem habe ich schon gehört.
Florian Ja, ja, der ist auch ein ganz berühmter mittelalterlicher Forscher. Dadurch auch Heiliger der gesamten Naturwissenschaften. Er ist ein Kirchenlehrer. Wir wollen das ein bisschen differenziert haben. Wir haben, wie gesagt, schon einen Heiligen der Raumfahrt. Es gibt auch sogar zwei Schutzheilige der Mathematik, zwei Stück gleich.
Florian Und zwar einmal den Anatolius von Laodicea oder Laodicea, da weiß ich jetzt gerade nicht, wie man es ausspricht. Dritten Jahrhundert hat er gelebt und der hat unter anderem das Osterdatum berechnet oder war mit beteiligt, weil die Berechnung des Osterdatums war früher sehr, sehr kompliziert. Es war eine eigene wissenschaftliche Disziplin oder mathematische Disziplin, die Komputistik.
Florian Also da haben die Leute sich wirklich Mühe geben müssen, das Osterdatum zu berechnen. Deswegen hat dann ja auch der Vatikan seine eigene Sternwarte, weil die ganze Kalendergeschichte so kompliziert war.
Bjarne Also du meinst wirklich das Ur-Ostern, weil Ostern ist ja jetzt ja jedes Jahr an einem anderen Datum. Aber da, wo Jesus geboren wurde, meinst du?
Florian Ja, beides.
Bjarne Er gestorben ist und wieder auferstanden, meine ich natürlich.
Florian Beides. Beides ist wichtig. Du musst einerseits natürlich erstmal ausrechnen, wann war es überhaupt, das Jahr Null quasi, das es ja gar nicht gibt. Aber wann war das? Und dann muss man auch immer das jeweilige Datum berechnen, weil da hängt ja über den jüdischen Kalender zusammen. Der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Das ist alles gar nicht so einfach zu berechnen, wenn man nicht die technischen Möglichkeiten hat wie wir. Da haben die Leute viel rumrechnen müssen und die Leute, die das gemacht haben, waren die Komputisten Und der Herr Anatolius von Laodicea war eben einer von denen, die das gerechnet haben. Da gab es wirklich Leerstreite.
Florian Es gab den großen Streit der Quartodezimana gegen die Protopaskisten.
Bjarne Das klingt schon vielversprechend. Auf welcher Seite stehst du?
Florian Ach Gott, die Quartodezimana, die haben gesagt, das Fest ist immer am 14. Tag des jüdischen Frühlingsmonats Nisan, wurscht welcher Wochentag das ist. Und die Protopaskisten haben gesagt, Oster muss gefälligst an einem Sonntag sein und zwar dem ersten Sonntag nach dem jüdischen Pessachfest. Dann kam das Konzil von Nice und da hat man festgelegt, Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
Florian Und dann hat man ausrechnen müssen, wann ist der Frühling, wann findet ein Vollmond statt und die Kirche hat den anderen Frühlingsanfang als wir. Also die haben den einfach fix auf den 21. März gesetzt, wurscht wann er astronomisch ist und so. Er ist gar nicht so trivial, aber weil der Anatolius da mitgearbeitet hat, war er Schutzheiliger der Mathematik. Das ist die eine durchaus plausible Wahl für einen Mathematikheiligen. Den anderen Schutzheiligen der Mathematik hattet ihr schon in einer Podcast-Folge.
Florian Man kommt eigentlich nicht drauf, wenn man es nicht weiß. Es ist der Hubertus. Hubertus von Lüttich.
Bjarne Wirklich?
Florian Ja.
Bjarne Ja, bei dem denke ich eher an Jägermeister und nicht an Mathematik.
Florian Genau, den kennt man ja von dem Hirschen und der Jagd und so. Zugegeben, ich habe jetzt nicht ausführlichst recherchiert. Ich habe ein bisschen recherchiert und ich habe nicht rausgekriegt, was der Hubertus mit Mathe zu tun hat. Meine Hypothese ist, auf der Jägermeisterflasche ist ja so ein Kreuz drauf, das ein bisschen wie ein Pluszeichen ausschaut. Vielleicht liegt es daran.
Theresa Nehmen wir an, das Problem ist jetzt, dass das einer meiner Heiligen war, den ich recherchiert habe und bei mir ist es nach den Folgen meist so, dass die Festplatte gelöscht wird, also ich kann es dir jetzt selbst anders sagen. Ich müsste die Folge selber nochmal hören. Dann kann ich es dir vielleicht sagen.
Florian In der Folge habt ihr es nicht erwähnt, sonst hätte ich es mir gemerkt. Also den Matheiligen, mit denen hätte ich mir gemerkt. Aber wir haben schlaue Hörer und Hörerinnen, wir haben sogar mindestens einen studierten Theologen in der Hörerschaft, der hat vielleicht Ahnung oder fühlt sich jetzt herausgefordert und recherchiert das für uns.
Florian Wir haben Naturwissenschaft, wir haben Mathematik, gleich zwei Stück. Aber wir machen ja eigentlich Astronomie, wir sind das Universum. Wir brauchen einen Schutzheiligen für die Astronomie. Den gibt es auch, habe ich gehört.
Bjarne Den gibt es tatsächlich auch. Jetzt bin ich ein bisschen nervös, weil du gesagt hast, dass ein Theologe zuhört. Ich meine, wir haben auch einen Mönch, der bei uns in der Hörerschaft dabei ist.
Florian Ein studierter Theologe und Astronom.
Bjarne Das ist natürlich eine wilde Kombi. Dann widme ich meinen folgenden Teil jetzt ganz dieser Person auch.
Florian Norbert ist das. Viele Grüße an Norbert.
Bjarne Genau, ganz liebe Grüße an Norbert unbekannterweise. Ich widme es aber natürlich auch dir und Ruth, denn ich habe mal ein bisschen nachgedacht. Im Grunde machen du und Ruth ja eigentlich denselben Job wie Heilige, wenn man es mal ganz runter bricht. Du unterschreibst das einfach sofort.
Florian Definitiv, bin ich voll dafür.
Bjarne Denn ihr bringt uns ja, uns armen Sündern hier auf Erden, den Himmel näher. Ihr macht das natürlich mit eurem wunderbaren Astronomie-Podcast, aber Heilige machen das durch ihr Vorbildliches, also aus Sicht von Gott oder teilweise auch verrücktes Verhalten. Es soll ja so ein bisschen einfach zeigen, okay, das ist die Heiligkeit auf Erden. Wenn ihr euch alle so verhaltet, dann kommt ihr auch in den Himmel.
Bjarne Das ist ja die Idee. Jetzt bei dieser relativ klaren Verbindung ist es aber dann trotzdem interessant, dass es erschreckend wenig Auswahl gibt für Astronomieheilige. Denn es gibt nur einen einzigen Treffer im gesamten großen Universum.
Florian Ja, ich habe es auch überlegt und ich habe gerade die beiden Mathe-Typen genannt. Ich hätte von mir aus die Mathematik dem Hirsch-Typen, dem Hubertus, überlassen und dem anderen den Anatolius, der da mit seiner Osterrechnung, da muss er sich voll viel mit Sonnenbewegung und Erdbewegung und so weiter beschäftigen.
Florian Der wäre eigentlich prädestiniert für die Astronomie, aber da ist es ja nicht. Also man muss es einen anderen geben, der noch besser geeignet ist.
Theresa Man hätte auch die Hildegard von Bingen nehmen können. Vesir hat ja auch den Blick gen Himmel gerichtet und sogar ein Modell des Kosmos skizziert.
Florian Ja, skizziert. Skizziert habe ich viel in meinem Leben. Das zählt nicht.
Theresa In Ihrem Modell ist der Kosmos zwar ein Ei, aber kann die Wissenschaft das ausschließen?
Florian Kommt davon, wie Ei genau gemeint ist, also so mit Kalkschale rundherum und riesigen Küken in der Mitte. Ja, ich glaube, das können wir ausschließen.
Theresa Das riesige Küken in der Mitte ist der Mensch als Mittelpunkt des Universums.
Florian Ei für mich geht, glaube ich. Das könnte man noch irgendwie kosmologisch hinbasteln.
Theresa Na schau, die will dir gerade recht kommen.
Florian Da kann die Heiliger der Kosmologie werden. Die gibt es ja auch als Wissenschaft.
Bjarne Genau, wir ziehen Sie auch dazu. Aber Florian. Der offizielle Schutzpatron der Astronomie. Du als Astronom, weißt du, von wem du beschützt wirst, ob du möchtest oder nicht?
Florian Nein, ich bin hauptsächlich beschäftigt als Heiliger Florian, mich mit Feuerwehren und Bäckern und Bier und Oberösterreich abzugeben.
Bjarne Das ist schon genug Arbeit auf jeden Fall, genau. Aber deshalb passt natürlich auch noch jemand auf dich und auf Ruth auf. Es ist der heilige Dominikus. Von dem habt ihr vielleicht schon mal gehört, oder?
Florian Ja, dass es Leute gibt, die Dominikus heißen oder Dominik, weiß ich. Und dass es vermutlich einen Heiligen dazu gibt auch. Aber als Astronom wäre er mir nicht bekannt.
Bjarne Dazu kommen wir dann jetzt gleich, was da die Verbindungen sind. Aber ich möchte ihn auch einfach generell als Menschen vorstellen, weil er wirklich eine interessante Vita auch mitbringt und auch zu den wichtigsten Heiligen gehört, da er ja auch einen sehr bekannten Orden gegründet hat, zu dem unter anderem auch Albertus Magnus gehört hat.
Florian Das sind vermutlich die Dominikaner.
Bjarne Ja, ein guter Tipp auf jeden Fall. Das könnten die Dominikaner sein. Aber ich würde dann einfach mal so ein bisschen die Lebensgeschichte anfangen. Es geht los im Jahr 1170, tatsächlich im Norden Spaniens, was ich jetzt schön finde, weil ich glaube, da war ja Ruth auch unterwegs, um die Sonnenfinsternis zu sehen.
Florian Genau, also sieben Jahre bevor der Heilige ganz von Anfang, der Hirtenjunge, die Brücke gebaut hat bei der Finsternis.
Bjarne Ja, sehr gutes Gedächtnis, genau. Da wird der Dominikus geboren als Aditspros Domingo de Guzman. Und schon vor seiner Geburt gab es da wirklich göttliche Zeichen. Denn seine Mutter, sie träumte davon, dass sie einen Hund zur Welt brachte, der mit einer lodernden Fackel die gesamte Welt anzündete.
Theresa Ich meine, das ist doch ein Albtraum, oder?
Bjarne Nee, sie hat das als ein göttliches Zeichen gesehen. Ich hätte auch gedacht, das klingt ein bisschen dämonisch, so ein Höllenhund, der die Welt anzündet. Aber sie hat sich gedacht, na, das steht natürlich für das Licht Gottes, was sie auf die Welt bringen wird durch ihr Kind.
Florian Ja, aber was macht der Hund? Okay, gut, erzähl einfach mal weiter.
Theresa Ich mag ihren Optimismus.
Bjarne Ja, absolut. Das ist ein gutes Zeichen. Wir kommen noch dazu, warum der Hund ausgerechnet und kein anderes Tier. Aber ja, der Hund mit der Facke im Maul ist tatsächlich schon auch das wichtigste Attribut, also Erkennungsmerkmal für den Heiligen, der dann später werden soll. Ich habe schon gesagt, er kommt aus einer religiösen Familie.
Bjarne Die Mutter auch selber selig gesprochen und auch einige seiner Brüder waren gut dabei. Er wurde dann mit 14 losgeschickt. Das haben wir auch schon mal besprochen, dass das damals im Mittelalter mal recht früh war, das man studiert hat, nach Palencia, nicht Valencia, sondern Palencia, das ist auch dort im Norden Spaniens, um zu studieren.
Bjarne Und Florian, was denkst du, hat der Schutzpatron der Astronomen jetzt studiert?
Florian Naja, wenn ich jetzt sage Astronomie, dann stimmt es wahrscheinlich nicht. Es wäre zu offensichtlich. Ich sage einfach mal Theologie.
Bjarne Boah, du bist nicht in meine Falle getappt. Sehr, sehr gut und absolut richtig. Ja, Theologie, Philosophie und auch die schönen Künste.
Florian Astronomie hatten wir damals auch, glaube ich, nicht wirklich als einzelne Studium gehabt, sondern es war ja alles Teil Geometrie und Mathematik. Da hat man irgendwie die Astronomie noch mitgemacht. Und Theologie haben wir, glaube ich, alle fast studieren müssen damals.
Bjarne Genau, du hast es auch noch logisch gut hergeleitet, selbstverständlich, man kann dich nicht aufs Glatteis führen. Von dem Studium weiß man jetzt nicht super viel, wie das für ihn lief, aber es gibt da eine sehr, sehr bekannte Anekdote. Es heißt nämlich, es herrschte damals eine große Hungersnot und Domingo, der verkaufte dann all seine Lehrbücher, die ja schon damals wahrscheinlich teuer waren, um damit Essen für die Armen zu kaufen, was er ihnen schenken konnte.
Bjarne Und da gibt es auch ein kleines Zitat von ihm, wo er sagte, was soll ich über trockenen Fällen studieren und draußen verhungern die Menschen.
Florian Ja, vernünftige Einstellung.
Bjarne Genau. Es geht bei Heiligen oft so los, dass sie sehr sympathische Züge zeigen und natürlich viel Nächstenliebe bringen. Das ist einfach Teil des Deals, wenn du ein Heiliger werden willst. Aber es kommen später auch noch ein paar nicht ganz so sympathische Seiten bei Dominikus durch. Dazu kommen wir dann gleich.
Theresa Das ist auch normal.
Bjarne Genau, es ist immer ein zweischneidiges Schwert sozusagen. Man kann sich natürlich auch denken, gut, Lehrbücher braucht man im Grunde wahrscheinlich eh nicht mehr. Die ganzen klausurrelevanten Dinge stehen eher auf den Vorlesungsfolien oder irgendwer hat irgendwelche alten Notizen noch übrig.
Florian Gibt es im Moodle?
Bjarne Genau, da hat er einfach reingeschaut. Domingo ging sogar noch weiter, um den armen Menschen zu helfen. Er hat nicht nur seine Bücher verkauft, er wollte dann auch sich selber verkaufen, nämlich als Sklaven an die Mauren. Das war seine Idee.
Florian Warum?
Bjarne Warum ist eine gute Frage. Im 12. Jahrhundert in Spanien war natürlich noch die Zeit der Reconquista. Viele Christen witterten in der Zeit die Chance auf ein schönes Martyrium, wenn man sich dann eben an den islamischen Feind in dem Fall ausliefert, dass sie dort irgendwann sterben oder vielleicht als Sklaven ein Leben im Elend führen.
Bjarne Das ist tatsächlich oft passiert, dass sie sich den ausgeliefert haben. Und das wollte er jetzt auch machen.
Florian Bleibt bei meiner Frage, warum, aber vermutlich muss man in der Zeit gelebt haben, um das verstehen zu können.
Theresa Christen, Katholiken lieben leiden.
Florian Ja, ja, gut, das weiß ich.
Theresa Gott liebt es, wenn du leidest.
Bjarne Genau. Und ein Martyrium ist natürlich dann auch ein schneller Freifahrtschein zur Heiligkeit in vielen Fällen. Aber das Problem ist, Gott hatte ganz andere Pläne für Domingo. Der hat nämlich gesagt, nö, alle Angebote, die du hier kriegst als Sklave, die werden abgelehnt. Also der hat da immer dazwischen gefunkt, sodass das einfach nicht funktioniert hat. Niemand wollte Domingo als Sklave kaufen.
Theresa Niemand wollte ihn kaufen.
Bjarne Na, tatsächlich.
Theresa Niemand wollte ihn haben, der Arme.
Florian Das ist auch wieder so typisch Gott. Ich meine, einerseits sagt er hier, bitte leidet ordentlich, schön, dass er in den Himmel kommt, das taugt mir. Und dann kommt einer und will leiden und dann macht Gott, nee, nein, war ich nicht. Wie mit den komischen Plagen und dem Pharao. Moses sagt, lass mein Volk ziehen. Der Pharao sagt, ja, okay.
Florian Und dann kommt Gott und verhärtet das Herz, glaube ich, heißt es in der Bibel. Wenn er das nicht macht, dann wird er Plagen schicken kann. Also ein Problem hat ja schon der Gott.
Theresa Wir sind ganz beide.
Bjarne Ich glaube, Gott spielt 3D-Schach gegen sich selbst oder 6D-Schach und wir sind seine Bauern.
Florian Ja, möglich.
Bjarne Oh, das hast du schön gesagt. Danke. Domingo durfte nicht in die Sklaverei sich verkaufen. Gott hatte eine Mission für ihn sich überlegt. Und die klingt jetzt auf den ersten Blick ein klein wenig überraschend. Er sollte nämlich eine dänische Prinzessin zur Heirat überreden.
Florian Mit ihm selbst?
Bjarne Tatsächlich nicht mit ihm selbst, sondern er sollte eine Prinzessin gewinnen für den kastilischen Königssohn, den spanischen Infanten zu dieser Zeit, damit die Thronfolge gesichert werden könnte. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ausgerechnet Domingo? Also was ich bisher nicht erzählt habe, ist, dass er inzwischen fertig war mit dem Studium, mit der Theologie und er war inzwischen auch als Priester geweiht und wurde zum Assistenten eines gewissen Bischofs, Diego de Acebo.
Bjarne Und tatsächlich war es der Bischof, der diesen Auftrag erfüllen sollte, aber er nahm natürlich seinen Assistenten Domingo mit auf die Reise. Und Domingo war inzwischen so Mitte 30 und es ging im Jahr 1203 dann los auf Brautschau mit seinem Chef in die Marken. Das heißt dann immer in die Marken, in den Texten, die man dazu findet.
Bjarne Da ist auch nicht ganz klar, ob es wirklich Dänemark ist oder Brandenburg. Darüber wird bis heute gestritten.
Florian Könnte auch noch Italien sein. Gibt es auch die Marken.
Bjarne Ah ja, stimmt. Ja, schau, ist noch komplizierter. Italien wäre sogar am plausibelsten, wenn man sich den weiteren Verlauf von Diegos und Domingos Geschichte anschaut. Und ja, long story short, sie fanden zwar eine Prinzessin zum Verheiraten, die auch bereit war und dann wollten sie gemeinsam mit ihr zurückreisen, aber sie starb dann während der Reise tatsächlich, das heißt, sie kam nie in Spanien an.
Bjarne Das war aber für Domingo nicht so schlimm, weil damit war er jetzt frei, quasi sein eigenes Ding zu machen. Der Auftrag galt trotzdem als erledigt. Sie hatten dann auch schnell eine Idee, was sie jetzt machen könnten. Sie waren nämlich schon auf der Hinreise über etwas gestolpert im Süden Frankreichs, nämlich über eine kleine Sekte. Und mit denen wollten sie jetzt einen kleinen Streit anzetteln.
Bjarne Denn so eine Sekte ist für so einen guten Kirchenmann dann wahrscheinlich ein bisschen ein Dorn im Auge.
Florian Das ist so, wie wenn irgendwie die einen Fußball-Hooligans auf dem Weg zum Match die anderen treffen und dann verabreden sie sich zu einer Brügelei. Oder wie läuft das da?
Bjarne Ich glaube ungefähr so tatsächlich, nur es war eher eine rhetorische Prügelei in dem Fall. Aber wer ist diese Sekte, ist vielleicht erstmal die Frage.
Florian Ich kenne nur eine Sekte, wo es immer Ärger gab. Die sind, glaube ich, nach ganz Europa gezogen und ich habe aber keine Ahnung, ob das die Zeit war. Ich habe einmal einen Science Slam gehört, wo einer über diese Sekte erzählt hat. Das habe ich mir gemerkt, weil der hat gewonnen und war gut. Und weil es die einzige ketzerische Sekte ist, die ich da kenne, sage ich jetzt, es waren die Katara oder die Katara oder wie immer die heißen.
Bjarne Das ist sehr beeindruckend. Auch meine zweite Testfrage hast du mit Bravour bestanden.
Florian Aber mehr kann ich auch nicht mehr sagen. Ich kann ja nicht mehr sagen, was sie gemacht haben, was so schlimm war, was sie geglaubt haben. Und das erschöpft mein Wissen schon wieder.
Theresa Florian, du musst wissen, Piane ist halt mich gewohnt. Und ich habe ein, wie heißt es, das schauen nicht einmal die Worte dafür fallen mir ein. So schlecht ist mein Gedächtnis.
Bjarne Ein Goldfischgedächtnis vielleicht?
Theresa Ja, sowas in der Art. Also ich bin bekannt dafür, dass ich mir nichts merke.
Bjarne Ich glaube, das hättest du aber sogar noch gewusst.
Theresa Also das ist jetzt von 0 auf 100. Nein, hätte ich nicht.
Bjarne Okay. Ich wollte gerade sagen, wir waren ja sogar da in Carcassonne, wo diese Sekte eine große Rolle gespielt hatte auch.
Theresa Natürlich erinnere ich mich an Carcassonne, weil wir dort das Spiel Carcassonne gespielt haben. Aber an historische Dinge war das wahnsinnig.
Bjarne Ja genau, also die Katara, ich weiß gerade auch nicht genau, wie man es ausspricht. Häufig gibt es dann noch einen zweiten Ausdruck, das sind die Albi-Gänser. Das sind im Prinzip Katara, die einfach aus der Gegend Albi kommen, das ist eine Stadt dort in der Nähe. Da kann mich gern der Theologe dann auch noch mal korrigieren, wenn ich das jetzt zu doll vereinfache und gern auch bei der folgenden Definition, was die eigentlich geglaubt haben. Es waren Heretiker, also christliche Heretiker, die einfach mit den normalen Lehren der Kirche nicht mehr übereingestimmt haben.
Bjarne Und der Name steht für den Ausdruck die Reinen. Und die dachten, dass alles, was materiell ist, böse ist und alles, was immateriell ist, gut ist. Das heißt aber auch, der Körper, der fleischliche Körper ist schlecht und böse und die Seele, was man nicht anfassen kann, ist gut. Das war so die Grundidee.
Florian Ja, eh, aber es bleibt halt nicht viel übrig, wenn man das ganze Materielle aus der Welt wegnimmt, dann muss man ziemlich viel bekämpfen.
Bjarne Ganz genau. Und das ist vor allem auch unangenehm für die Kirche, die damals ja auch wirklich sehr viel mit Prunk auch umhergewandelt ist. Und das natürlich absolut im Kontrast stand. Also das Materielle war für die Kirche auch ein Machtsymbol geworden. Und jetzt kamen hier diese Reinen an, die sich selber so nannten und haben gesagt, ja, aber das ist alles böse.
Bjarne Es hatte sogar noch tragischere Konsequenzen, dass einige der Menschen, die daran geglaubt haben, dann anscheinend auch ihren Körper als so böse betrachtet haben, dass sie ihre Seele befreien wollten durch Suizid. Und das war dann vielleicht auch ein Punkt, wo man auch versteht, dass Domingo und Co. sich gedacht haben, das können wir nicht einfach so stehen lassen, wir müssen irgendwas tun, um diese Katara zu überzeugen, zurückzukehren.
Florian Okay, also dann haben sie sich getroffen zur Debatte.
Bjarne Ja, im Prinzip schon. Also natürlich ist die Geschichte auch nicht ganz so einfach. Also wichtig ist auch noch zu wissen bei diesen Kataran, dass sie natürlich sehr asketisch lebten. Das war ja wichtig, dass man nichts Materielles hatte. Sie nannten sich dann, wenn man es wirklich komplett demonstrativ durchgezogen hatte, dass man nichts hatte, die Perfekten. Auch ein bisschen selbstgerecht, würde ich sagen, vom Sound her.
Theresa Hochmutesau, Hass, Sünder, gell?
Bjarne Würde ich auch sagen.
Theresa Ja.
Bjarne Wir wissen aber tatsächlich auch von Domingo, dass der, was diesen Punkt angeht, nicht ganz so doll auf Überkreuz stand, wenn man das so sagen kann. Denn von Prunk hielt er ja auch nichts. Wir erinnern uns, er hat auch seinen ganzen eigenen Reichtum verschenkt, damit die Armen ernährt werden konnten.
Bjarne Das heißt, dem konnte er durchaus auch etwas abgewinnen, natürlich nicht in dieser Radikalität. Und er war nun zu dieser Zeit am richtigen Ort, um seine tatsächliche göttliche Mission zu finden, eben keine dänische Prinzessin zu verkuppeln, sondern, und jetzt kommen wir wieder zu dem Hund, er sollte wie ein Hund mit einer Fackel, die verlorenen Schäfchen aus der dunklen Nacht in den Stall zurückführen, in die Kirche.
Florian Gut, einerseits ist das okay, kann er machen, aber wir wollen ja eigentlich wissen, was der Mann mit Astronomie zu tun hat. Und wenn man die Leute aus der dunklen Nacht wegführt, ist das kein guter Anfang für die Astronomie.
Bjarne Da hast du absolut recht. Sehr kontraproduktiv. Genau, zu dem Astronomie-Punkt kommen wir dann auch noch gleich. Tut mir leid, dass ich da hier einen großen Umweg gehe. Theresa kennt das schon von mir.
Florian Wir wollen ja wissen, wer unser Heiliger ist.
Bjarne Ganz genau. Auch die Schattenseiten müssen wir jetzt erleben. Also grundsätzlich kann man sagen, Domingo hat einfach auch schon erkannt, wenn man diese Katara stellen möchte, dann muss man selber materielle Armut leben, aber dafür geistiges und auch geistliches Reichtum bieten. Und das hieß jetzt nicht nur, dass man besonders religiös war oder spirituell, sondern auch ein Höchstmaß an Bildung mitbrachte, was er natürlich hatte als studierter Mann.
Bjarne Und das wurde dann auch später zu der Maxime seines Dominikanerordens einfach die Bildung. Die geistige Ernährung ist wahnsinnig wichtig in den Augen von Domingo gewesen.
Florian Gut, da kann ich mir jetzt erstmal nicht widersprechen.
Theresa Ist das die Schattenseite?
Bjarne Das ist noch nicht die Schattenseite. Die kommt gleich. Aber wir wollen jetzt erstmal schauen, was er mit diesem geistigen Reichtum dann auch wirklich machte. Im Jahr 1207 meldete sich Domingo für ein 15-tägiges Streitgespräch an. mit einem vierköpfigen Schiedsgericht. Also da ging es dann wirklich darum, dass er sich den Heretikern stellt und wirklich in einer Debatte versucht, sie vom Gegenteil zu überzeugen.
Florian Das war quasi Tour de France im Debattieren. Also wirklich hardcore, jeden Tag eins nach dem anderen. Nicht einmal kurz diskutieren und dann ist aus, sondern Etappendebatte.
Bjarne Genau, so ein argumentativer Sprint und eine Bergetappe war dann vielleicht auch noch dabei. Und am Ende mussten eben vier Schiedsrichter entscheiden, wer jetzt rhetorisch mehr Sinn ergeben hat. Und es stand dann aber unentschieden nach diesen 15 Tagen. Das ist besonders blöd. Alle waren wahrscheinlich erschöpft und frustriert. Also musste eine höhere, Instanz dazu geschaltet werden. Und es war tatsächlich Gott, der dann die Schriften von Domingos Gegnern in Flammen aufgehen ließ.
Bjarne Und das ist wahrscheinlich so ein bisschen die Peer Review der Kirche oder von Gott gewesen. Das widerlegt.
Florian Wird den Prozess auch in der Wissenschaft, wenn es so stattfindet, deutlich beschleunigen als das ewige Hin und Her mit den Editoren und so weiter. Aber ja, wir haben schon festgestellt, den Heiligen und dem Gott mangelt es ein bisschen an wissenschaftlichen Wissen. Dann machen wir es doch lieber so.
Florian Aber Dominik hat jetzt gewonnen.
Theresa Er hat jetzt gewonnen, aber hat Dominik mit seiner Fackel irgendwas zu tun gehabt mit den Schriften, die da bleiben?
Florian Den Hund hingeschickt heimlich von hinten hin.
Theresa Nur so mal eine Frage.
Florian War unterm Tisch war ein kleiner Hund mit einer Fackel im Maul.
Bjarne Ja, tatsächlich, bei diesem ersten Buchwunder hat er angeblich noch nichts mit zu tun, aber er hat sich diesen Trick dann später gemerkt und ihn vielleicht noch ein paar Mal auch künstlicher beigeführt. Aber natürlich mussten auch noch seine eigenen Schriften jetzt erstmal die Probe, die Feuerprobe überstehen.
Bjarne Und da heißt es, und das finde ich so schön, und das ist auch vielleicht das erste große astronomische Thema jetzt, dass Domingos lernen von drei Feuerbällen, die vom Himmel herabfielen, getroffen wurden und natürlich nicht verbrannten.
Florian Okay, ich könnte jetzt einiges dazu sagen, vor allem, dass wenn Meteoriten vom Himmel fallen, müssen die nicht, wenn man jetzt die Feuerbälle als Meteoriten bezeichnet, müssen die erstens nicht heiß sein. Das ist nicht immer eine korrekte Vorstellung. Die können auch kalt sein, wenn sie runterfallen.
Theresa Also wirklich?
Florian Ja, aber die fliegen ja doch die Atmosphäre durch und da ist es auch schön frisch, wenn sie da durchsausen. Und vor allem die ganzen Feuerbälle. Also Feuerball ist tatsächlich ein astronomischer Fachbegriff für eine sehr, sehr große Sternschnuppe. So Sternschnuppen, die sind so ein paar Millimeter groß, die Bröckchen, die da die Sternschnuppe verursachen. Wenn sie ein bisschen größer sind, dann kriegt man eine große Sternschnuppe. Die wird dann Feuerball genannt.
Florian Sowas passiert ein paar Kilometer über dem Boden. Die Sternschnuppen sind 70, 80 Kilometer hoch und die Feuerbälle ein bisschen weiter unten, aber auch hoch. Also weit entfernt von irgendwelchen Schriften spanischer Gelehrter.
Bjarne Ich glaube, das waren hier wirklich ganz präzise Meteoriteneinschläge, die von Gott geschickt wurden. Da auch meine Frage an dich, Florian, wie viele Feuerbälle sind auf deine Doktorarbeit damals geflogen? Du hast glaube ich auch über Asteroiden geschrieben, oder? Ist jetzt nicht zu weit.
Florian Habe ich, aber da hat niemand probiert anzuzünden oder zu bombardieren oder sonst was. Also hat jeden Peer Review überstanden.
Bjarne Sehr gut, genau. Also das war natürlich jetzt das Zeichen. Die anderen sind böse. Domingo ist gut und hat recht. Er kann natürlich auch professionelles Stuntpapier benutzt haben oder eben den Hund mit Fackel drauf angesetzt haben. Das wissen wir alles nicht. Aber es hat schon geholfen. Es gab jetzt auch kein Halten mehr. Ganz viele Heretiker trieb das einfach in die Arme der Kirche zurück.
Bjarne Natürlich versimplifiziere ich das jetzt wieder. Es gab auch noch andere Gründe. Es waren nicht nur gute Argumente, die dafür gesorgt haben. Unter anderem hat auch der Papst einen sogenannten Albigensa-Kreuzzug hingeschickt, also mit Gewalt, die wieder auf Linie gebracht. Es gab auch das Stichwort Inquisition, spielt da auch eine große Rolle bei den Dominikanern. Da müssen wir gleich nochmal kurz drüber reden.
Bjarne Und wie ich auch schon gesagt habe, Domingo hat irgendwann auch selber angefangen, die heretischen Schriften zu verbrennen. Also wirklich ohne göttlichen Beistand. Aber ja, so war das. Man sieht jetzt schon ein bisschen die Schattenseiten, wie ich ja schon versprochen hatte, dass auch nicht jedes Wunder von Domingo wirklich nett war.
Bjarne Es gab auch eine kleine Geschichte, wo er einfachen Bauern quasi, er wollte sie dazu ermahnen, dass sie nicht am Feiertag arbeiten dürfen, keine Feldarbeit. Und deshalb hat er dann, um ihm das zu zeigen, die komplette Ernte des Tages, schneeweiß bedeckt mit etwas, also irgendeiner Substanz. Wir können davon ausgehen, es war vielleicht Schnee, es war vielleicht Asche und mit vom Himmel fein dem Blut, das dann auf diese Ernte fiel.
Florian Ah, ein bisschen übertrieben.
Theresa Schon. Würde ich auch sagen.
Bjarne Auch da wieder möglicherweise Ergotismus, der da eine Rolle gespielt hat. Wenn der Roggen dann sowieso auch schon mit Blut übersät war, ist wahrscheinlich auch kein gutes Zeichen. Das waren so die nicht so schönen Wunder. Das wohl wichtigste Wunder aus Sicht von echten religiösen Menschen, die daran glauben, ist gewesen, dass Domingo eines Tages die Jungfrau Maria, da ist sie schon wieder, begegnet ist und sie hat ihm tatsächlich den Rosenkranz übergeben, also den OG Rosenkranz, den den später dann auch ganz viele andere Leute hatten.
Theresa Ah, das war nett von dir.
Bjarne Langsam kommt es zum Ende der Geschichte von Domingo im Jahr 1216, da war er jetzt selber Mitte 40, er hat viele Leute wieder zurückgeholt in die Arme der Kirche und nun gründete er endlich seinen eigenen Orden, die Dominikaner. Er musste dafür natürlich auch beim Papst in Rom um Erlaubnis bitten und da heißt es, soll er tatsächlich Franz von Assisi, seinen Zeitgenosse, getroffen haben, der dasselbe vorhatte, ebenfalls in Rom, um die Franziskaner anzumelden. Also zwei dumme Ein-Gedanke.
Florian Gab es so ein Amt mit der Warteschlange, Ordensanmeldung hier und dann sind sie alle gestanden.
Bjarne Wahrscheinlich. Die hatten wirklich auch eine ähnliche Idee, weil beide sich als Betteorden verkauft haben. Und ich habe ja schon gesagt, besonders in der Zeit war das einfach ein Manko der Kirche, dass sie so prunkvoll waren. Und da kamen dann eben viele so Gegenbewegungen auch aus der Kirche selber.
Bjarne Das Interessante ist aber, die Franziskaner, die sahen Armut wirklich auch als eine Art Selbstzweck. Dominikaner allerdings wirklich nur, damit man Glaubwürdigkeit auch in Debatten hat, dass man eben nicht prunkvoll ist und dadurch einfach so ein bisschen bodenständiger rüberkommt. Die Franziskaner hingegen haben jetzt auch gar nicht so groß auf Bildung geachtet, was bei den Dominikanern immer noch wichtig war.
Bjarne Also Domingo hat wirklich seine Brüder dazu angehalten, die beste Bildung mitzunehmen. Er war selber dadurch dann später auch oft in Bologna unterwegs, weil ja dort, wie ihr vielleicht auch wisst, eine der ersten Unis entstanden ist in Europa. Und das war natürlich eine perfekte Adresse, um sich Bildung abzuholen.
Theresa So ein performatives Armsein, mehr oder weniger.
Bjarne Genau, so ein bisschen.
Florian Auch damit beweist er eine gewisse Nähe zur Wissenschaft, weil reich wird man als Astronom oder Astronomin auch nicht. Auch da muss man bereit sein für Entbehrungen. Da lohnt es sich allerdings, wenn man den Tag des Herrn nicht heiligt. Also sieben Tage die Woche durcharbeiten ist so in der Studienzeit oder als junger PhD auch noch durchaus gern gesehen. Aber bis jetzt ist es eine sehr interessante Geschichte. Aber die Astronomie fehlt mir noch ein bisschen.
Theresa Reichen dir die Feuerbälle nicht?
Florian Nein, nein, die reichen mir nicht.
Bjarne Aber man kann vielleicht schon mal ein bisschen vorweggreifen, dass eben aus diesem Dominikanerorden mit dem Bildungsanspruch auch wirklich dann viele große Leuchten hervorkamen. Wir haben ja schon Albertus Magnus genannt. Thomas von Aquin ist auch ein Dominikaner gewesen. Katharina von Siena auch, über die haben wir auch schon mal geredet, im dritten Orden aber nur.
Bjarne Und generell muss man auch da einmal positiv erwähnen, Domingo hat auch wirklich selber Frauenklöster zu seiner Zeit schon gegründet und auch dort dann eben diesen wissenschaftlichen Anspruch mit reingebracht. In der späteren Phase seines Lebens lasse ich aus Zeitgründen einiges weg. Er ist auch noch viel herumgereist, auch in Paris war er unterwegs und Toulouse und überall und hat die Schafe wieder zurückgetrieben.
Bjarne Er hat auch noch eine kurze Zeit gehabt, wo er in einer Hölle gelebt hat, die für ihn aber wie die Hölle war. Da wurde er nämlich von dem Teufel gequält, der ihm tatsächlich die Kreuzigung Jesus angetan hat, bis hin zum Tod und der Kreuzabnahme durch Maria, so als Selbsterfahrung leider sehr, sehr schmerzhaft wahrscheinlich.
Theresa Ah, er hat sie ja geliebt.
Bjarne Er hat aber überlebt. Obwohl er tot war, hat er überlebt und war weiterhin ein geistiger und geistlicher Leuchtstern für Europa in dem Fall. Und er starb dann am 6. August 1221 in Bologna in Anwesenheit seiner Brüder mit 51 Jahren. Domingos Grab kann man heute auch noch in der Basilica San Domenico in Bologna besuchen.
Bjarne Und er ist natürlich Schutzpatron Bolognas von großen Teilen Spaniens von der Dominikanischen Republik. Ein ganzes Land ist nach ihm benannt. Und natürlich der Astronomie. Und ihr wisst natürlich jetzt auch, wieso.
Florian Ja, ganz genau.
Bjarne Habt ihr eine Idee, was man da vielleicht noch interpretieren könnte, warum ausgerechnet Astronomie? Habt ihr jetzt ein bisschen was von ihm erfahren? Was glaubt ihr, ist abgesehen von den Feuerbällen vielleicht das Astronomischste?
Florian Keine Ahnung. Ich hätte tatsächlich jetzt in dieser Vita... Nichts gesehen, was mich jetzt sofort an Astronomie denken lässt.
Theresa Ich meine, es ist oft so, dass die heiligen Schutzpatronate kriegen, die auf den ersten Blick, auf den zweiten, dritten oder vierten Blick nichts mit ihrem Leben zu tun haben. Aber ich meine, da ist schon einiges vom Himmel gefallen. Vielleicht deshalb einfach? Reicht das nicht?
Bjarne Es reicht noch nicht ganz. Es war tatsächlich noch eine Sache im Spiel, die ich bisher einfach mal frech übersprungen habe. Tut mir leid, dass ich euch da jetzt so lange hingehalten habe.
Theresa Wir sitzen schon auf unseren Fingernägeln. Wie sag's dir?
Bjarne Bei seiner Taufe, als er noch ein kleines Baby war, da sah seine Amme während dieses Momentes einen Stern auf seiner Stirn aufleuchten.
Florian Naja, gut, okay, aber das ist schon ein bisschen dürftig.
Bjarne Ich weiß nicht, war das bei dir auch so, Florian? Weißt du noch, wie das damals war?
Florian Ja, ich erinnere mich nicht mehr. Ammen hatte ich auch keine. Ich bin getauft worden, ich bin getauft, aber mir hat niemand was von Visionen berichtet, die da stattgefunden haben an dem Tag.
Bjarne Es tut mir leid, aber das ist es tatsächlich. Das ist der Hauptgrund, dass er halt wirklich oft dargestellt wird. Zwar auch mit Heiligenschein, mit dem Hund, mit der Fackel, mit Büchern und so weiter, aber auch mit dem Stern über den Stirn.
Florian Okay, dann habe ich jetzt zwei Anmerkungen dazu. Die erste, das reicht uns nicht. Und mit uns meine ich jetzt die Astronomie in ihrer Gesamtheit. Ich spreche da einfach mal für alle Astronomen und Astronomen. Wir wollen, wenn schon, einen ordentlichen Heiligen. Also dann bete ich halt zum Sankt Dominik. Dann soll der das weiterleiten.
Florian Und bitte hier den Papst oder wen auch immer inspirieren, da einen neuen Heiligen zu suchen. Kann man von mir auch eine Castingshow draus machen. Vielleicht hilft es dem Vatikan, dass er ein bisschen mehr Popularität kriegt. Vatikan sucht den neuen Superheiligen oder sowas. Aber Dominik geht nicht. Also da braucht es mehr dafür. Das Erste und das Zweite ist, ich habe jetzt nebenbei auch schnell mal geschaut und eine Homepage, also eine Seite gefunden von der Vatikansternwarte.
Florian Die Vatikansternwarte hat einen Eintrag über Sankt Dominik. wenn das mehr wissen muss, warum das der Schutzpatron der katholischen Kirche, der Astronomie ist dann die Vatikansternwarte. Die Vatikansternwarte schreibt, das ist nur ein ganz kurzer Absatz, sie schreibt, Many sources state that St. Dominic is the patron saint of astronomy and astronomers.
Florian We have been unable to ascertain how and when St. Dominic acquired the astronomical patronage. We would be most grateful for information on the matter. Also die wissen es auch nicht, warum der Kerl der Schutzpatron der Astronomie geworden ist.
Theresa Ich glaube, so viele Gemeinsamkeiten, die wir dann doch gefunden haben zwischen Wissenschaft und Glauben, am Ende kann man schon oft sagen, das reicht uns nicht.
Florian Genau.
Theresa Mit den Quellenangaben und den Beweisen, die uns der Glaube liefert. Aber deswegen ist es ja der Glaube, gell?
Florian Ja, eh.
Bjarne Ich habe aber noch eine kleine Sache, weil es mir auch natürlich nicht gereicht hat und ich euch noch irgendwie befriedigen wollte, nachgetragen. Es gibt nämlich, ich habe ja schon gesagt, viele bekannte Dominikaner, die auch viel für die Wissenschaft geleistet haben, einen Kardinal, der auch von den Dominikanern kam, ein Kardinal von Schönberg.
Bjarne Und dem wird zugesprochen, dass er derjenige war, der Kopernikus damals dazu überredete, dass er seine Entdeckungen veröffentlichen soll. Er hat ihn dazu ermutigt, obwohl das natürlich viele religiöse Bilder infrage gestellt hat, dieses neue Weltbild. Aber ja, es war ein Dominikaner, der uns das quasi ermöglicht hat, dass Kopernikus damit an die Öffentlichkeit ging.
Florian Das gab viele, müssen Dominikaner sein, es gab viele, viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die gleichzeitig Bischöfe, Kardinäle, Mönche, sonst irgendwas waren. Ich meine, selbst Charles Darwin hat Theologie studiert und hätte eigentlich, Pastor werden sollen, aber dann hat er halt was anderes gemacht.
Florian Le Maître, der als erster die Idee der modernen Urknalltheorie gehabt hat, der war auch Priester. Also das schließt sich nicht aus, aber was sich ausschließt, ist halt Religion als wissenschaftliche Argumentation. Aber trotzdem, wir brauchen einen besseren Heiligen Gastronomie. Da lasse ich jetzt nicht ab davon.
Bjarne Ich muss auch noch kurz dazu sagen, bevor ich hier die Dominikaner zu wissenschaftsfreundlich darstelle, sie waren dann später auch mit die Hauptankläger in dem Inquisitionsprozess bei Galileo Galilei. Also vor allem das Thema Inquisition war absolut ein Dominikaner-Ding, dass wirklich auch fremde Ideen einfach gewaltsam unterdrückt wurden.
Bjarne Und das muss man glaube ich unbedingt auch nochmal dazu sagen, dass es wie immer bei diesem Thema gute und schlechte Seiten gibt, aber eben auch bei Dominikus selber.
Florian Gut, dann akzeptieren wir einfach, dass wir einen völlig unwürdigen Schutzheiligen haben in der Astronomie. Ja, ich bin Astronom, das ist meine Einschätzung der Sache.
Theresa Vernichtende Einschätzung, Florian.
Florian Die Wege Gottes sind unergründlich, damit haben wir schon angefangen. Der will eine Brücke haben, macht eine Sonnenfinsternis und er gibt uns einen Schutzheiligen, der eigentlich gar keine Beziehung zur Astronomie hat, aber wenn es Gott gibt, dann ist er so. Dann haben wir jetzt die Frage geklärt, wer der Schutzheilige der Astronomie ist und wir haben geklärt, dass wir den anderen brauchen. Warum Sankt Dominik der Schutzpatron der Astronomie ist, wissen wir nicht. Das wird eine offene Frage bleiben, aber...
Florian Nachdem unsere Sommerfolgen jetzt vorbei sind, haben wir auch wieder Zeit und die Möglichkeit, Fragen zu beantworten. Weil Ruth heute nicht dabei ist, habe ich mir gedacht, ich lasse die astronomischen Fragen, die er uns zahlreich gestellt hat, noch in unserem Mail-Ordner liegen bis zu den nächsten Folgen. Aber wir haben tatsächlich eine Frage bekommen, die zum heutigen Thema passt.
Florian Dirk hat uns diese Frage gestellt, schon im Jahr 2023. Aber ihr wisst ja, bei uns kann es dauern, bis Fragen beantwortet werden. Und Dirk hat uns Folgendes geschrieben. Man kann tief ins Universum schauen. Aus Licht, Teilchen und inzwischen Gravitationswellen die Funktion von unglaublich fernen Objekten bis in subatomare Details erklären und das Universum bis zu seinem Anfang zurückverfolgen. Wo bleibt da noch Raum für Übernatürliches?
Florian Wie stehen die astronomische Community, die Astronominnen und Astronomen zu Gott? Ist im Universum noch Platz für Gott? Das wollte Dirk wissen und ich habe gedacht, das ist eine gute Folge, um diese Frage zu beantworten. Ich fange vielleicht mal mit euch beiden an, bevor ich da die Astronomie-Antwort gebe.
Florian Was glaubt ihr beiden Ungläubigen, Bjarne und Theresa, ist im Universum Platz für Gott?
Theresa Ich meine, wenn das Universum unendlich groß ist, dann ist sicher auch Platz für Gott. Ich glaube, das ist eine sehr, sehr persönliche Frage. Die kann man pauschal gar nicht beantworten. Na, also wenn du mich fragst, würde ich sagen, vorsichtig nein, sicher nicht, meiner Meinung nach, für den Gott, wie wir ihn kennen, wie er manchmal dargestellt und erklärt wird, nicht der Gott der menschlichen Religionen.
Theresa Dass es dir irgendwas gibt, schließe ich persönlich nicht aus als Agnostikerin. Ich glaube nicht. Jane, was meinst du?
Bjarne Ja, ich glaube, dass das einfach schon natürlich Glaube und Wissenschaft sich ausschließen, weil das völlig verschiedene Handwerke sind oder Denkmuster. Also genau deshalb kann beides natürlich auch parallel zueinander existieren und sich nicht gegenseitig wegbeweisen. Und dementsprechend sollten sich diese Welten vielleicht nicht vermischen in dem Fall, obwohl wir natürlich gesehen haben, dass viele Leute auch beides unter einen Hut bringen konnten.
Bjarne Die größten Köpfe der Geschichte teilweise, die auch an Gott geglaubt haben und die wissenschaftlichen Mysterien gelüftet haben. Und wenn die das können, dann warum nicht? Ich selber glaube nicht an Gott, wie man vielleicht auch schon gehört hat. Aber ich will natürlich auch niemandem sein Glauben madig machen.
Florian Ich kenne Astronominnen und Astronomen, die durchaus an einen Gott in welcher Form auch immer glauben. Ich kenne welche, die gläubige Katholiken, Evangelen, sonst irgendwas sind. Ich kenne mehr, die atheistisch sind und nicht an Gott glauben. Also das ist was Persönliches. Einfacher zu beantworten ist die Frage, ist im Universum noch Platz für Gott? Weil damit ist ja implizit gemeint, gibt es im Universum irgendwo noch Bereiche in unserer Vorstellung, in unserem Wissen über den Kosmos, gibt es da noch Ecken?
Florian Wo Gott stattfinden könnte. Weil ganz früher hat man ja auch gesagt, okay, ja, Gewitter, Blitz, Donner, na ja, klar, das sind die Götter, die sich da gerade streiten oder die Zweischleuder, Blitze oder Toa, seinen Hammer oder was auch immer. Da war sehr viel Platz für die Götter. Mittlerweile wissen wir ganz genau, wie Blitz und Donner entstehen und da ist überhaupt kein Platz für Gott mehr.
Florian Und so ist es in der Wissenschaft und im Laufe der Zeit ja immer weitergelaufen. Die Bereiche, die wir nicht verstanden haben, sind immer kleiner geworden und damit auch die Bereiche, wo man Gott noch unterbringen hätte können. Natürlich kann man sagen, wir wissen trotz allem Wissen, das wir haben, sehr, sehr viel, aber immer noch nicht alles über das Universum.
Florian Niemand behauptet, wir wüssten alles. Niemand behauptet, wir können alles wissen. Also es gibt immer noch sehr viele Dinge, die wir nicht wissen, aber nichts davon ist, Unwissen von der Art, wo wir sagen, da passt jetzt nur irgendwie noch eine übernatürliche Erklärung rein. Ja, wir haben zum Beispiel keine Ahnung, was dunkle Materie ist oder was dunkle Energie ist, haben wir in diesem Podcast ja schon oft genug besprochen, aber wir haben jede Menge plausibler Hypothesen, wir haben Wege, wie wir diese Hypothesen überprüfen können und es.
Florian Käme jetzt niemand auf die Idee zu sagen, naja, vielleicht ist es das Wirken Gottes, das wir als dunkle Energie kennen. Ja, kann man auch ins Feld führen. Das Problem, das man hat, wenn man das macht, ist, dass es keine wirkliche Erklärung ist. Das beste Beispiel dafür ist der Urknall selbst, die Entstehung des gesamten Universums.
Florian Wir können das Universum sehr, sehr gut beschreiben. Unmittelbar nach seiner Entstehung fast haben wir sehr, sehr gute Vorstellungen, wie alles so gelaufen ist, dass es am Ende so aussieht wie jetzt. Aber wir haben natürlich keine Ahnung, warum das alles stattgefunden hat oder was davor stattgefunden hat.
Florian Das sind Fragen, die auch teilweise kausal, philosophisch überhaupt keinen Sinn machen und nicht beantwortbar sind. Das heißt, wir wissen schlicht und einfach nicht, auch wenn wir dazu auch Hypothesen haben. Aber die Frage selbst, was war die Ursache für den Urknall zum Beispiel, die ist aktuell unbeantwortbar.
Florian Vielleicht ist sie für immer unbeantwortbar. Und ich kenne durchaus einige Menschen, die sagen, naja, das ist genau der Platz für Gott. Da ist er. Gott ist der, der alles angestoßen hat. Und dann sage ich, ja, kann sein. Ich kann es nicht widerlegen. Es kann sein, wenn man an Gott glaubt, kann das genau das sein, aber man hat damit nichts erklärt. Man hat nichts erklärt damit, weil Gott, in welcher Form auch immer man sich dieses Wesen vorstellt.
Florian Muss was sehr, sehr Komplexes sein. Und man muss vor allem sehr, sehr komplex sein, wenn man sowas Kompliziertes wie ein ganzes Universum in die Existenz rufen will. Das heißt, ich muss die Existenz von etwas absurd Komplexen, nämlich einem Gott, einfach so postulieren und als Erklärung für die Existenz etwas sehr Komplexes wie dem Universum anführen und kann dann eigentlich den einen komplexen Fall gleich weglassen.
Florian Weil es macht überhaupt keinen Unterschied, wenn ich sage, wir wissen nicht, was vom Universum da war, vielleicht war das immer schon da, vielleicht war es nie, wir lassen das einfach mal offen die Frage. Da brauche ich keinen Gott davor, weil ich kann ja gar nicht so gut fragen, naja, von mir aus war da halt Gott und hat den Urknall gemacht, aber wo kommt Gott her?
Florian Ja, das ist dieselbe Frage, nur eine Stufe weiter hinten. Und da haben die religiösen Leute dann meistens keine Bedenken zu sagen, naja, Gott ist ewig, Gott war immer schon da. Aber das ist genau die gleiche Situation, wie wenn ich jetzt sagen würde, ja, Urknall, Universum, das war halt einfach da, fertig.
Florian Ich ersetze etwas, was sehr komplex ist, durch etwas anderes, was sehr komplex ist. Gott ist nie eine gute Erklärung für irgendwas Wissenschaftliches. Insofern ist im Universum kein Platz für Gott, um eine sehr lange Antwort jetzt zum Ende zu bringen.
Bjarne Sehr interessant. Darüber muss ich nochmal nachdenken. Aber ja, okay, spannend.
Florian Ja, mal schauen. Also wie gesagt, ich weiß, wir haben theologisch interessierte Hörerschaft und ihr könnt uns gerne dazu etwas schreiben, wenn ihr das anders seht. Damit es jetzt nicht ganz so anstrengend wird, wir haben ja jetzt wirklich sehr viel über Religion und Philosophie gesprochen, Kommt jetzt Evi und rettet uns, denn wir haben natürlich auch in dieser Folge, wo es um Religion und Heilige und die Kirche geht, einen Science-Fiction-Teil.
Florian Evi hat sich einen Film rausgesucht. Sie hat einen passenden Film gefunden für dieses Thema und welcher Film es ist. Das werden wir hören, wenn sie hier ist. Hallo Evi.
Evi Hallo.
Florian Wir hatten ja durchaus schon Science-Fiction-artige Geschichten besprochen bis jetzt. Also wir hatten eine Himmelsschlacht, von der Theresa erzählt hat, die ja als frühes mittelalterliches UFO-Gefecht am Himmel von Nürnberg interpretiert werden kann.
Evi Ach, was ich wieder verpasst habe.
Florian Wir hatten ein Marienwunder, was wie mir jetzt einfällt, auch wunderbar erklärt werden könnte durch Außerirdische, so wie in Die drei Sonnen der Serie, wo ja die Aliens den Himmel der Erde quasi umgestaltet haben. Also wir hatten schon viel Religion und Science-Fiction, aber du hast den absolut passenden Film für das Crossover zwischen Das Universum und Sankt Podcast mitgebracht.
Evi Jetzt weiß ich nicht, ob ich das toppen kann mit dem, was du mir da jetzt gerade erzählt hast.
Florian Ich weiß zumindest, dass Bjarne eine Affinität zu Filmen und Serien hat. Möchtest du dich vielleicht am Raten versuchen, welcher Film es sein könnte?
Bjarne Boah, da stehe ich jetzt wirklich gerade auf dem Schlauch, welcher Film das alles zusammenbringt. Ich bin sehr gespannt auf jeden Fall.
Theresa Ja, und das kann jetzt nur wieder nach oben gehen, nachdem Bjarne ja wirklich wunderbar erzählt hat, wer der Schutzheilige der Astronomie ist, aber Florian hat das nicht akzeptiert. Florian hat gesagt, nein.
Florian Der ist unwürdig, der Dominik. Wir brauchen einen anderen. Aber da sind wir eigentlich schon fast am Thema, andere Heilige.
Evi Ja, das ist ein guter Hint gewesen mit den Heiligen. Der Film, den ich nämlich mitgebracht habe, heißt auch The Saint.
Florian The Saint, genau.
Evi Ja, ich weiß nicht, kennt ihr den? Ich weiß jetzt nicht, zu welcher Generation ihr gehört.
Florian Ja, eine unter uns. Also Bjarne hat vorhin am Anfang erzählt, ich habe es damals nicht erwähnt, weil es deprimierend ist, aber er hat erzählt, die Sonnenfinsternis von 1999 war eine seiner schönsten Kindheitserinnerungen. Ich war da, glaube ich, im vierten Semester, wie es stattgefunden hat. Ja, nur zur Einordnung.
Evi Ja, wir gehen jetzt einfach weiter zum Film. Der Film ist nämlich von 1997, also sogar zwei Jahre vor der Sonnefinsternis von 99.
Florian Der ist FSK 12. Hättet ihr ihn 1997 legal im Kino sehen dürfen, Theresa und Piane?
Theresa Da war ich eins.
Evi Florian, du solltest nicht solche Fragen stellen, wenn dann solche Antworten kommen, Titi.
Florian Ja, ich soll keine so jungen Leute einladen im Podcast. Oder so, genau.
Evi Ein vieles euren Baby-Tagen dann sozusagen. Aber die Schauspieler sagen euch vielleicht etwas. Die Hauptrolle spielt Will Kilmer und die weibliche Hauptrolle, Elisabeth Schuh, die ist bekannt als Back to the Future, also Zurück in die Zukunft. Auch wenn es vor eurer Zeit war, ist es euch vielleicht auch ein Begriff.
Evi The Sand wird noch älteren Leuten als wir, es sind Florian, etwas sagen. Weil The Sand war im deutschsprachigen Raum als Simon Templer sehr bekannt. Also da hat es Grimmis gegeben, Bücher und ich glaube in den 60er, 70er Jahren eine Serie dazu mit Roger Moore. Unsere Elterngeneration, die haben sich das sehr gerne angesehen. Die sind da abgefahren.
Evi Warum The Sand heißt in dem Film? Ja, wir müssen kurz darauf eingehen, worum es in dem Film geht.
Florian Das wäre praktisch, ja.
Evi Das soll ich natürlich erzählen. Also, Will Kilmer spielt einen weisen Jungen. Man taucht immer unter verschiedenen alten Egos auf. Der deutsche Titel, Titelzusatz, die sind ja immer sehr vielsagend, ist nämlich der Mann ohne Namen, weil eben er eigentlich keinen Namen hat. Also er tut sich immer verschiedene Identitäten ausdenken und gibt sich immer die Namen von Heiligen.
Evi Also er ist ein Meistertipp und Verkleidungskünstler. Wir sind ja eben Mitte, Ende der 90er Jahre und natürlich wird er von seinem russischen Oligarchen beauftragt, von einer Wissenschaftlerin, Emma Russell, nämlich die Formel für die kalte Fusion zu stehlen, weil er da irgendwie die Macht in Russland übernehmen möchte.
Evi Da kommt jetzt auch schon die Science rein. Es geht darum, dass in dem Film die kalte Fusion schon so weit erforscht, entdeckt wurde, dass sie auch funktioniert. Das heißt, das wäre natürlich revolutionär jetzt in der Energieversorgung. Das heißt eben für diesen russischen Oligarchen, so kann er dann die Macht an sich reißen.
Evi In weiterer Folge kommt es dann eben auch zu einem Staatsstreich. Es ist dann am Anfang auch, dass die Formel nicht funktioniert. Und ja, funktioniert sie natürlich doch. Und Energiekrise gelöst und alles Mögliche. Aber es ist ein klassischer Actionfilm, ein amerikanischer Actionfilm, wie man ihn kennt. Und ich habe ihn damals als Jugendliche gesehen.
Evi Das hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mir jetzt nochmal angesehen, er ist schon ziemlich aus der Zeit gefallen. Seine Rollen sind ziemlich peinlich heute.
Florian Ich habe den Film gesehen im Kino, wie er ins Kino kam. Ich kann mich auch erinnern, dass ich den ganz interessant fand, diese Geschichte mit den Heiligen. Das haben sie in dem Film nur ganz, ganz kurz am Anfang erwähnt, dass er in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, von irgendwelchen katholischen oder sonst irgendwas, so ein kirchliches Waisenhaus.
Florian Und da haben alle Kinder Namen von Heiligen bekommen. Er nennt sich immer nach Heiligen, aber er will auch die Formel für die Kernfusion, für die kalte Fusion klauen. Das heißt, du musst mal kurz erklären für alle, die es nicht wissen, was ist kalte Fusion und warum will man die klauen?
Evi Die heiße Fusion oder normale Kernfusion, die kennen wir insofern, als dass das ja in der Sonne ständig stattfindet, wo dann eben zum Beispiel Helium entsteht. Das heißt, dieses heiße, dichte Plasma, das heißt, wir brauchen da wirklich einen hohen Druck, hohe Temperaturen. Deswegen können wir ja heute auch Fusion nicht selber quasi herstellen.
Evi Also das ist ja das, was ja immer wieder auch diese Fusionsreakteuren, dass wir das machen können und so, dass wir so Energie erzeugen können. Das ist ja leider noch immer Science-Fiction. Und die Kaltdiffusion wäre jetzt insofern halt die Lösung. Dass kalt bedeutet, dass sie mehr oder weniger bei Zimmertemperatur vonstatten gehen soll, wäre super, aber ist nicht wirklich realisierbar.
Evi Aber es steckt wahre Wissenschaft dahinter. Also es gibt auch, Kaltdiffusion wird tatsächlich auch erforscht, auch wenn es ein sehr kleines Forschungsfeld ist. Also es ist auch ein bisschen umstritten, weil man hat das natürlich eben untersucht und angesehen und es erscheint jetzt halt nichts, als ob wir da schnell zu einem Ergebnis kommen, in dem Sinne, dass man es jetzt wirtschaftlich brauchen kann.
Evi Aber interessanterweise, sie stellt ganz kurz die kalte Fusion auch im Film vor, wobei der Film hier auch so schlau ist, da nicht zu sehr darauf einzugehen. Und sie bezieht sich da tatsächlich auf zwei Chemiker, die 1989 die kalte Fusion vorgestellt haben, Stanley Pons und Martin Fleischmann. Also die gibt es wirklich.
Evi Wobei das jetzt auch wieder so etwas, wo ich nicht weiß, warum die berühmt sind, weil die haben das irgendwie im März...
Florian Ich schon.
Evi Naja, die haben das im März 1989 vorgestellt. Sie konnten ihr Experiment nicht mehr wiederholen. Im Mai 89 ist es schon mehr oder weniger widerlegt worden. Also weiß ich nicht, warum wir noch darüber sprechen.
Florian Naja, das ist so ein Ding, das wieder einerseits mit Hoffnung, mit Glaube, wo wir beim Thema sind, zu tun hat und mit Medien. Also du hast ja schon gesagt, wir arbeiten schon lange an der Kernfusion in großen Reaktoren. Das funktioniert auch. Also wir haben schon diverseste erfolgreiche Experimente gemacht, wo wir wirklich so in dem heißen, gewaltig heißen Plasma Kernfusion gemacht haben.
Florian Aber wir sind noch weit davon entfernt, das wirtschaftlich sinnvoll zu machen, weil wir wollen ja nicht einfach nur Kernfusion machen, wir wollen es ja aus Stromerzeugungsgründen machen. Und wirtschaftlich läuft es doch lange nicht. Du hast auch gesagt, Kernfusion geht auch anders. Also man kann auch einfach im Labor, in den Laborglasatome zum Fusionieren bringen.
Florian Das hat man, glaube ich, schon Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht. Einfach irgendwie vereinfacht gesagt, irgendwas zusammengemischt, dann sind die Dinger da fusioniert. Aber auch da muss es wirtschaftlich funktionieren. Und diese beiden Fleischmann und Pons, die das vorgestellt haben, die haben halt genau das gesagt. Die haben gesagt, ja, wir haben jetzt geschafft, ich glaube, mit irgendwelchen Kathoden.
Evi Elektrolyten und so weiter.
Florian Ja, ja, Palladium-Elektrolyten war das, ja. Genau, an dieser Oberfläche kommen die Atome viel näher zusammen und dann können die fusionieren, was wissenschaftlich durchaus plausibel ist. Bei uns funktioniert das und es ist in den Medien extrem stark produziert worden, weil natürlich es super wäre, wenn das so ist. Ich meine, wir waren da immer noch in den letzten Phasen des Kalten Kriegs.
Florian Wer da Kernfusion auf diese Art, wirklich kalte Fusion, die leicht durchführbar ist, hinkriegt, das wäre dramatisch gewesen, eine dramatische Energiequelle. Die haben das auf einer Pressekonferenz vorgestellt, das kam noch dazu, die haben jetzt einfach ein wissenschaftliches Paper veröffentlicht und wenn das so gewesen wäre, dann hätten das die Expertinnen und Experten gelesen und die hätten dann festgestellt, ist ein Blödsinn und dann wäre es weg gewesen.
Florian Aber die haben ja gleich eine Pressekonferenz gemacht. Und wenn du das der Presse erzählst, wir haben jetzt kalte Fusion, die macht kein Peer-Review. Die verbreitet das und dann war das halt überall in der Öffentlichkeit. Und das hat halt dann ein bisschen gedauert, bis die Wissenschaft gezeigt hat, das funktioniert so nicht, wie sie es sich gedacht haben.
Florian Aber in der Öffentlichkeit ist es halt geblieben. Und da findest du immer noch in den diversen esoterischen Ecken des Internets, bei den Verschwörungstheoretikern und so weiter, glauben da immer noch dran, dass diese kalte Fusion genauso funktioniert, bis die beiden damals gesagt haben, dass das alles unterdrückt worden ist und dass in Wahrheit das eh funktioniert und du, wenn du hier dieses Dings zambastelst und der, der in seinen Keller was gebastelt hat, das funktioniert alles noch.
Florian Also, weil das halt damals über den Umweg der Pressekonferenz den Peer Review umgangen hat und deswegen in der Öffentlichkeit gelandet ist und seitdem nicht mehr weggeht. Also wundere mich nicht, dass es dann auch in dem Film aufgegriffen hat und es würde mich nicht mal wundern, wenn dieser Film nochmal extra dazu geführt hat, dass diese Idee der kalten Fusion länger überlebt hat, als sie es eigentlich hätte sollen.
Evi Ja, das kann schon gut sein. Es ist interessant, es kommen ja in dem Film ja auch mathematische Formeln vor und eben diese Gleichungen, das passt ja alles auf ein Post-it. Ich habe da auch noch ein bisschen nachrecherchiert. Das ist jetzt nicht ganz aus dem Himmel oder sowas gefallen, sondern sie dürften sich da tatsächlich auf diese Fusionsforschung bezogen haben und da unterstützt worden sein und da so Stückchen von dem da veröffentlicht haben.
Evi Aber ich habe es jetzt nicht ganz genau untersucht, aber das dürfte jetzt nicht ganz herbeigezogen gewesen sein. Aber ja, es ist dann immer wieder aufgegriffen worden. Man spricht übrigens, also falls ich mal angeben wollte, also weil eben kalte Fusion ja mittlerweile vielleicht auch ein bisschen, hat ein Geschmäckler, wie man so schön sagt, spricht man von der LEN, ich weiß jetzt nicht, wie man es ausspricht, LEN-Forschung, also L-E-N-R, weil es dann natürlich more sophisticated klingt, mit Low Energy Nuclear Reactions.
Evi Und das ist eben nach wie vor durchaus auch ein Forschungsthema, was auch vom Energieministerium zum Beispiel von den Vereinigten Staaten auch immer noch wieder unterstützt wird, finanziert wird. Also es passieren schon Sachen und Untersuchungen und Forschungen, aber wie gesagt, das ist jetzt nicht etwas, wo die große Hoffnung reingesetzt wird, würde ich jetzt mal sagen.
Florian Aber ich kann in die Shownotes, Theresa Piane, ihr müsst euch das dann auch anschauen, den YouTube-Ausschnitt geben, der Szene, wo Val Kilmer in seiner Verkleidung als welcher Saint, weiß ich gerade nicht, wo er der Wissenschaftlerin quasi auflauert, um sie zu verführen. damit er an ihre Formel kommt, die sie gegen ihren BH versteckt, wie Wissenschaftlerinnen das so tun mit wichtigen, revolutionierenden Formeln.
Florian Beim Denkmal von Shelley, wie heißt der Dichter?
Theresa Percy, Percy, Shelley.
Florian Genau, bei dem irgendwie so ein Denkmal, weil sie auf denen steht und seine Persona, als die er sich da gerade wieder verkleidet hat, ist so der Dichter, der Langhaarige, der….
Evi Der sensible Philosoph und so, ja.
Florian Genau, und dann baggert er sie an. Also das ist wirklich etwas, da kann einem jegliche Lust auf Kino vergehen, wenn man sich das anschaut. Aber ich tue den Aufschritt in die Show Notes, damit ihr das auch genießen könnt.
Bjarne Das klingt absolut wild.
Theresa Ich habe jetzt auch kurz einmal gegoogelt. um zu schauen, ob wir vielleicht einen der Heiligen kennen, deren Namen er da klaut. Und tatsächlich, also er kommt aus Vel'Kilma als Charakter, kommt aus dem Sankt Ignatius Weißenhaus. Und er nennt sich Thomas Morbus. Beides Heilige, zu dem wir tatsächlich folgen haben.
Evi Also Thomas Morbus, so stellt er sich hier vor.
Theresa War das sehr interessante Heilige.
Bjarne Ich würde ihn tatsächlich ganz gerne jetzt sehen, weil es wäre auch mal wieder schön, einfach Ray Kilmer in echt zu sehen, weil er ist jetzt letztlich oder zuletzt so als AI-Version aufgetaucht, was sehr, sehr traurig war zu sehen.
Florian Stimmt, der Mann ist schon tot.
Evi Ja, weil er ist kürzlich verstorben, ja.
Florian Letztes Jahr, kann ich nicht mitbekommen. Oder vielleicht mitbekommen, aber wieder vergessen. Ja, okay, der ist tot. Ja, dann muss man sich nochmal anschauen, weil dann macht er nichts Neues mehr.
Bjarne Er macht eben noch neue Sachen als KI-Version. Das ist das Gruselige. Der hat da irgendwie seine Rechte aus Versehen überschrieben oder mit Absicht. Und ja, es sieht ganz furchtbar aus.
Evi Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht war, weil er noch in einer Filmproduktion war und ich glaube, das ging da auch um die Fertigstellung des Films oder so. Ich glaube, da bin ich mir jetzt nicht sicher.
Florian Wie viele Oscars hat The Saint bekommen?
Bjarne Alle.
Evi Ja, genau. Kommerziell war er ein Erfolg, aber er ist jetzt halt nicht ganz so der Burner, war er jetzt nicht, wie man so schön sagt.
Florian Ich habe gerade geschaut, TV Today sagt, die dümmste Story des Kinojahres. Na schau, ist doch auch ein Superlativ.
Evi Ja. Wenn er dann mit so Akzent spricht und sich dann halt so Klischee-Rollen überlegt, das ist schon ein bisschen Peinlich auch, ja. Also gerade wenn er diesen Künstler spielt, das kann man fast nicht anschauen heute.
Florian Hätte er vielleicht für die Kernfusion zum Schutzheiligen der Physik beten sollen, aber ich glaube, so einen gibt es nicht, oder? Ich glaube, wir haben, ich habe das in mir auch geschaut, es gibt keinen Schutzheiligen der Physik. Ich meine, gut, der für die Astronomie, wie wir festgestellt haben, ist auch nicht sonderlich.
Florian Toll, aber Physik hat gar nicht mal einen bekommen. Dann muss er zum Albertus Magnus beten, Schutzpatron der Naturwissenschaft.
Theresa Oder zur Hildegard von Bingen, die ist auch die Schutzpatronin der Naturwissenschaft.
Florian Genau, genau, das haben wir auch schon festgestellt, dass die auch dabei ist. Und die hat er zumindest auch gern rumgemischt, ihre Kräuter-Elixiere, was ja auch quasi dann... Chemie ist und damit Kernfusion. Dann hätte er zu Hildegard von Bingham beten müssen, dann hätte es vielleicht geklappt mit der Kernfusion.
Evi Naja, im Film klappt es ja dann nicht zum Schluss mit der kalten Fusion. Also so viel sei gespoilert.
Theresa Hildegard, sei Dank. Aber ich habe schon Lust. Also ich habe schon Lust gekriegt.
Evi Also wie gesagt, man kann es sich schon anschauen, es ist halt klassisch das Actionkino. Man muss halt auch denken, dass er wirklich aus den 90ern noch ist. Das heißt, man hat halt noch wirklich diese klassischen Bösewichte auch. Die halt wirklich, dieses Schwarz-Weiß natürlich noch und ein bisschen diesen Ostblock-Dings Das merkt man halt auch noch sehr stark.
Florian Ja gut, aber dass russische Oligarchen böse sind, das war jetzt kein Phänomen der 90er Jahre. Wer den Film sehen will, wo ist er zu sehen? Kriegt man ihn leicht?
Evi Ja, er ist aktuell auf Amazon Prime. Ich glaube aber in irgendeinem von diesen speziellen Kanälen Paramount oder irgend sowas. Da kann man ihn sich in der Flatrate anschauen. Und ansonsten ja, also durchaus noch erhältlich.
Florian Okay, na dann schaut ihn euch an und gebt uns gerne Hinweise, wenn ihr andere Filme über Heilige, und Wissenschaft Science-Fiction kennt. Ich meine, eigentlich, da frage ich mich, warum das noch keiner gemacht hat, oder wahrscheinlich hat es ja schon wer gemacht und ich habe es noch nicht mitbekommen, aber eigentlich wären die Heiligen ja ideal geeignet für Actionfilme aller Art.
Florian Ich meine, so etwas wie das Marvel Cinematic Universe kriegst du ja mit den Heiligen locker in der zehnfachen Umfang hin.
Theresa Boah, das würde ich mir anschauen.
Bjarne Absolut, ja.
Theresa Auf jeden Fall.
Florian Für ein heiliges Superhelden-Team, das durch die Welt zieht, kannst eine Staffel nach der anderen machen für jedes Jahrhundert, eine eigene Heiligen-Liga, müsste eigentlich locker gehen.
Bjarne Scorsese ist ja ein bisschen besessen von dem Thema auch. Also er hat tatsächlich auch eine Dokuserie dazu gestartet, aber nach uns, will ich dazu nur sagen. Wir waren zuerst. Und der verfirbt auch die ganzen Heiligenlegenden. Vielleicht macht er das ja dann irgendwann, das Avengers-Universe der Heiligen.
Evi Dann redet's mal mit ihm.
Florian Wahrscheinlich gibt es irgendwelche grauenhaften, so christlichen Fundamentalisten, die solche Filme gemacht haben. Aber ich hätte es halt gerne in lustig.
Theresa Ja, das ist halt das Thema. Dann müsste man möglicherweise die Heiligen ein bisschen so von dem christlichen Grundgedanken loslösen, damit man wirklich was Lustiges draus machen kann, wenn ich es mal so frech sagen darf.
Florian Ja, und dann kriegt man wieder irgendwie einen Kirchenbann und wird von irgendwelchen Fundamentalisten genervt und so weiter.
Theresa Genau, deswegen hat es vermutlich noch keiner gemacht. Lohnt sich nicht.
Florian Na gut, ich mache ja keinen Film, aber Evi, vielleicht musst du mit deinem Podcast-Partner Peter, der Drehbücher schreibt, mal reden, dass der das in die Hand nimmt.
Evi Okay, ich werde es ihm weiterleiten. Ich weiß nicht, wie er dazu steht, aber mal schauen. Kann sein, dass es ein Horrorfilm dann wird.
Florian Ja gut, da gibt es mit den Heiligen aber auch mehr als genug Material. Ja, wunderbar. Dann haben wir einen schönen, wir haben einen Film mit Heiligen und Science Fiction. Zumindest in der Welt von World Kilmer hat die Kernfusion funktioniert. Bei uns dauert es noch ein bisschen. Aber was nicht mehr dauert, ist der Herbst.
Florian Der kommt jetzt nämlich bald. Und wenn der Herbst kommt, dann kommen auch wieder die Veranstaltungen. Wir sind jetzt bei dem Teil des Podcasts angelangt, in dem wir wieder ankündigen, wo man uns sehen kann. Und ich frage gleich mal unsere beiden Gäste. Piane, Theresa, tretet ihr irgendwo öffentlich auf und macht euch über Heilige lustig?
Theresa Schon, aber bisher werden wir nicht dafür bezahlt und eigentlich eher dann von der Polizei vertrieben.
Florian Und ich muss mich auch gleich entschuldigen, also in eurem Podcast macht ihr euch ja nicht über Heilige lustig, sondern ihr erzählt unterhaltsam das Leben der Heiligen. Also nicht, dass jemand glaubt, das ist ein Blasphemie-Podcast, ist es nicht, aber ihr habt keine irgendwie gearteten öffentlichen Auftritte, die ihr da gerne bewerben wollt oder sonst irgendwas.
Theresa Also die Witze schreiben sich manchmal einfach von selbst, auch wenn wir natürlich versuchen, das Thema respektvoll zu behandeln. Es geht manchmal nicht anders.
Florian Dann empfehle ich einfach allen Hörerinnen und Hörern euren Podcast, Sankt Podcast. Hört ihn euch an. Er ist wirklich sehr, sehr unterhaltsam und gut. Und wer gerne uns sehen möchte, das Universum, wir werden am 21. September wieder im Radiokulturhaus in Wien sein und einen Live-Podcast aufzeichnen, so wie wir es in diesem Jahr schon zweimal gemacht haben.
Florian Werden wir es auch noch zweimal machen, am 21. September und am 16. Dezember, aber am 21. September das nächste Mal. Karten gibt es dafür beim Radiokulturhaus oder auf dem Link in unseren Shownotes. 12 Euro kostet das Ticket, glaube ich. Und es gibt nur 60 Plätze insgesamt. Also seid flott, wenn ihr sehen wollt, wie wir live da sitzen und was über Astronomie erzählen und eure Fragen beantworten.
Florian Ansonsten gibt es die üblichen Dinge, aber es gibt ein unübliches Ding. Ich werde wieder mal einen Vortrag halten. Also keine Podcast-Show, keine Science-Buster-Show, sondern einfach ganz klassisch, ich stehe irgendwo und erzähle was. Und in dem Fall erzähle ich was über mein Buch, die Farben des Universums.
Florian Und das werde ich tun am 1. Oktober in Jena im Rahmen des Sternenlesefestivals im Planetarium. 1. Oktober in Jena. Könnt ihr gerne kommen. Ticketinfos auch in den Show Notes. Wie gesagt, es gibt im Herbst wieder Sciencebuster-Live-Shows, es gibt Sternengeschichten-Live-Shows. Mit den Sciencebusters sind wir auch wieder mal in Deutschland am 23.
Florian September schon in Puchheim, was, wenn ich mich richtig erinnere, irgendwo in Bayern ist, und am 24. September in München. Und im Oktober mache ich mich auf den Weg nach Deutschland, um dort Sternengeschichten-Live wieder aufzuführen. Kommt bitte sehr, sehr gerne am 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, nach Lübeck.
Florian Da gibt es noch viele Tickets, die übrig sind und kommt ebenso gerne am 23.10. nach Fürth. Nicht wundern, wenn ihr auf der Homepage der Location nachschaut, da steht, dass das ausverkauft ist. Ist es aber gar nicht. Es ist alles andere als ausverkauft. Es gibt noch einen ganzen Schwung Tickets, aber unter dem Link in den Shownotes kommt ihr dahin, wo ihr die Tickets auch wirklich kaufen könnt.
Florian Und dann sind Rud und ich nochmal unterwegs. Am 20. Oktober führen wir das Universum unserer Bühnenshow in Wiener Neustadt auf. bei freiem Eintritt, 20. Oktober, das Universum live in Wiener Neustadt, die vorerst letzte Live-Show von uns. Also es wird noch weitere geben, aber wir haben aktuell nichts geplant und alle anderen Infos und Termine gibt es in den Shownotes. Da steht auch was über das Buch von Evi, über das Buch von Ruth, über das Buch von mir.
Florian Mein neues Buch, das im Oktober erscheint, steht nicht drin, aber da reden wir nochmal extra. Evi, hast du noch was anzukündigen?
Evi Nein, nicht, dass ich jetzt wüsste, außer ich habe es vergessen, aber dann habe ich sie vergessen.
Florian Gut, dann kündigen wir auch hier an, dass die Leute sich deinen Podcast Cosmic Latte anhören sollen und euer Buch Cosmic Latte auf einem Kaffee im All kaufen sollen. Und damit haben wir dann auch den Ankündigungsteil erledigt und kommen zum abschließenden Verkündigungsteil. Wir verkündigen, dass man uns Fragen unter fragen.at das Universum schicken kann.
Florian Man kann uns Nachrichten allgemeiner Art an hello.at das Universum.at schicken. Und man kann uns auch unterstützen per PayPal, per Patreon und per Steady. Und jetzt käme eigentlich der Teil, wo wir uns bedanken für diejenigen, die uns im Laufe des Sommers so großzügig unterstützt haben. Das Problem ist allerdings, dass diese Danksagungen immer Ruth macht und Ruth auch die Listen hat, wo draufsteht, wer was wie viel gespendet hat und wem in welcher Art zu danken ist.
Florian Und Ruth ist ja, wie er jetzt vermutlich nach dieser langen Zeit, wenn er so lange mitgehört hat, festgestellt hat, nicht dabei heute. Das heißt, wir verschieben auch das auf die nächste Folge. Aber dann werden wir uns nochmal extra bedanken an alle, die uns unterstützt haben, weil das freut uns und das hilft uns, weil wir haben ja auch ein bisschen Kosten mit diesem Podcast, wir haben ein bisschen Arbeit mit diesem Podcast.
Florian Das heißt, jegliche Unterstützung, die uns zukommen lässt, freut uns, weil wir haben ja auch sonst keine Sponsoren, keine Plattformen, die uns zahlen. Wir haben nur euch als Unterstützung und darüber freuen wir uns. und bevor es jetzt zu lange wird mit dem Gerede, das die meisten wahrscheinlich eh nicht anhören, aber wir sagen es trotzdem, machen wir diesem Podcast jetzt ein Ende und ich bedanke mich nochmal ganz, ganz herzlich bei Piane und Teresa.
Florian Vielen, vielen Dank, dass ihr uns da so wunderbar über die Welt der Heiligen und die Verbindungen zur Astronomie aufgeklärt habt.
Bjarne Ja, wir sagen danke. Also wirklich, es war uns eine große Ehre, dass wir dabei sein durften.
Theresa Genau.
Florian Und auch in der nächsten Folge von Das Universum, die in 14 Tagen erscheinen wird, Gibt es auch wieder etwas, hoffentlich dann wieder mit Ruth. Was es genau geben wird, weiß ich noch nicht. Aber ich nehme an, es wird eine normale Folge werden. Oder vielleicht wird es auch wieder eine bestimmte Art besondere Folge.
Florian Denn ich habe zwischendurch schon mal angeteasert, dass es in diesem Sommer noch ein besonderes Ereignis in der Welt von Das Universum gab, das wir podcastmäßig noch besprechen müssen. Aber was es sein wird, werdet ihr dann in der nächsten Folge erfahren. Und bis dahin verabschieden wir uns jetzt alle.
Evi Das ist ja ein Cliffhanger.
Theresa Herzlichen Dank nochmal, dass wir hier sein durften. Schade, dass Ruth nicht da war. Vielleicht hätte sie den heiligen Dominik ein bisschen rausgerissen da in der Welt der Astronomie. Uns hat es sehr gut gefallen hier. Vielen dem Dank.
Florian Dankeschön.
Evi Tschüss.
Florian WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR Und wenn aus der Kampagne für den nächsten neuen, besseren astronomischen Heiligen was wird, dann müssen wir uns wieder zusammenschalten und das besprechen.
Theresa Die Audacity, Florian. Du weißt schön, dass du jetzt vielleicht einen ganzen Orden gegen dir aufgebracht hast. Wenn du da irgendwelche Zuschriften kriegst, dann bitte, bitte sag uns Bescheid, weil das würde mich Das ist echt interessant. Ich liebe es.
Florian Gründe meinen eigenen Orten. So, Florianer gibt es hier noch nicht, oder? Mit der Feuerwehr zusammen, die ist urausgestattet. Überall, die hat super verletzt, die Feuerwehr.
Theresa Tja, das kannst, ich finde, das hätten wir in der Folge noch sagen können. Das kannst du ruhig noch reinschneiden.
Florian Reinstein.
Theresa Schreie sind die Folgen.