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Datenschutz-Plaudereien· Folge 423

DAT423 Martin holt sich eine E-ID im Fürstentum Liechtenstein

Montag, 12. Oktober 2026 · 17 min

MP3

Shownotes

Was müssen Schweizer:innen über die liechtensteinische E-ID wissen?
Weblinks:

Liechtensteinische E-ID:

• Liechtensteinische E-ID: So funktioniert der Bezug für Schweizer (steigerlegal.ch/2026/09/26/e-id-liechtenstein) (Steiger Legal)

• eID.li – Meine Identifikation im digitalen Leben (llv.li/de/eid.li-ihre-identitaet-im-digitalen-…) (Fürstentum Liechtenstein)

• Digitale Identität eID.li ist EU-weit notifiziert (llv.li/de/medienmitteilungen/digitale-identita…) (Fürstentum Liechtenstein, 2023)

• eIDAS – Electronic Identification and Trust Services (digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/disc…) (Europäische Kommission)

• Unberechtigter Zugriff von Dritten auf Verzeichnisdaten (llv.li/de/medienmitteilungen/unberechtigter-zu…) (Fürstentum Liechtenstein, 2. August 2026)

Schweizerische E-ID:

• Die e-ID funktioniert wie eine digitale Identitätskarte (eid.admin.ch) (Bundesamt für Justiz)

• eid.admin.ch/de/swiyu-coming-soon-d (Bundesamt für Justiz)

• [Neuer Zeitplan für die Einführung der E-ID und der Vertrauensinfrastruktur(bj.admin.ch/de/newnsb/4ZNYpSk3J1-U) (Bundesamt für Justiz)

• Elektronische Identifikation (E-ID) (digitale-gesellschaft.ch/dossier/elektronische…) (Digitale Gesellschaft)

• Beiratstreffen Digitale Schweiz: Jetzt E-ID sicher einführen statt weiter warten (digitale-gesellschaft.ch/2026/09/04/jetzt-e-id…) (Digitale Gesellschaft, 4. September 2026)

• Schweizer E-ID nicht mit EU-App kompatibel – mit Folgen für die digitale Altersprüfung (watson.ch/digital/android/985340940-alters-che…) (Watson)

Ausflug nach Liechtenstein:

• «Hoi Liechtenstein» (tourismus.li) (Offizielle Tourismus-Website des Fürstentums Liechtenstein)

• Liechtensteinisches Landesmuseum (landesmuseum.li)

• Liechtensteinische Schatzkammer (landesmuseum.li/de/unsere-haeuser/schatzkammer…)

• Kunstmuseum Liechtenstein (kunstmuseum.li)

• Familienurlaub in Liechtenstein (tourismus.li/entdecken/sommer-herbst/familien.…) (Liechtenstein Marketing)

• Wandern in Liechtenstein (tourismus.li/entdecken/sommer-herbst/wandern.h…) (Liechtenstein Marketing)

• Haus Liechtenstein (de.wikipedia.org/wiki/Haus_Liechtenstein) (Deutschsprachige Wikipedia)

• Bahnstrecke Feldkirch–Buchs (de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Feldkirch%E2…) (Deutschsprachige Wikipedia)

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Über die «Datenschutz-Plaudereien»

Rechtsanwalt Martin Steiger (martinsteiger.ch) und Andreas Von Gunten (andreasvongunten.com), Co-Gründer von Datenschutzpartner (datenschutzpartner.ch), plaudern über Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.

Impressum: datenschutzpartner.ch/impressum

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Sprecher: Willkommen bei den Datenschutz-Plaudereien. Sprecher: Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen. Martin Steiger: Guten Tag, Martin Steiger: mein Name ist Martin Steiger. Andreas Von Gunten: Mein Name ist Andreas Von Gunten. Martin Steiger: Andi, ich habe einen Blogbeitrag veröffentlicht, Martin Steiger: auch auf Social Media darauf hingewiesen.

Martin Steiger: Ich habe einen Ausflug nach Liechtenstein gemacht. Martin Steiger: Hast Du das mitbekommen? Andreas Von Gunten: Ja, das habe ich natürlich mit grossem Interesse mitbekommen. Andreas Von Gunten: Ich komme vielleicht später noch darauf zurück, Andreas Von Gunten: warum. Andreas Von Gunten: Aber ich habe das sehr spannend gefunden.

Andreas Von Gunten: Du hast Dir eine liechtensteinische E-ID geholt. Andreas Von Gunten: Du wirst uns sicher noch etwas erzählen, was Du hier alles für Erfahrungen gemacht hast. Andreas Von Gunten: Aber ich fand das super spannend. Andreas Von Gunten: Erstens wusste ich nicht, Andreas Von Gunten: dass die das schon haben.

Andreas Von Gunten: Zweitens wusste ich nicht, Andreas Von Gunten: dass Du als Schweizer Bürger, Andreas Von Gunten: dass Du das einfach holen kannst, dass das geht. Andreas Von Gunten: Und das Interessante ist, wie Du dann wahrscheinlich ausführen wirst, was da alles dazugehört und was das alles bedeutet.

Andreas Von Gunten: Ich habe es spannend gefunden, Andreas Von Gunten: sehr spannend sogar, und bin gespannt, Andreas Von Gunten: was Du damit noch alles machst. Martin Steiger: Das ist genau die Idee, weshalb ich darüber reden möchte, Martin Steiger: weil ich gemerkt habe: Das wissen viele gar nicht.

Martin Steiger: Also viele wissen, Martin Steiger: dass wir in der Schweiz ein neues E-ID-Gesetz angenommen haben. Martin Steiger: Da gibt es eine Vorgeschichte, also die erste Volksabstimmung mit dem Referendum, vor allem von der Digitalen Gesellschaft, dagegen. Martin Steiger: Dann hat man das neu aufgegleist.

Martin Steiger: Letztes Jahr, 2025, wurde ganz knapp das neue Gesetz angenommen. Martin Steiger: Aber bis jetzt gibt es in dem Sinn noch keine produktive staatliche E-ID in der Schweiz. Martin Steiger: Es verzögert sich auch gerade weiter, unter anderem wegen der Online-Identifikation, Martin Steiger: um diese zu beziehen.

Martin Steiger: Also für mich ist aus heutiger Sicht auch nicht klar, wann und wie sie in der Schweiz kommt, muss ich sagen. Martin Steiger: Liechtenstein hingegen hat seit dem Frühjahr 2020 eine staatliche E-ID. Martin Steiger: Also schon seit Jahren unterdessen. Martin Steiger: Und ich habe dann schon vor einiger Zeit festgestellt, Martin Steiger: dass man in Liechtenstein auch als Ausländer die E-ID beziehen kann.

Martin Steiger: Als Schweizer können wir das auch online machen. Martin Steiger: Aber es ist sinnvoll, das vor Ort zu machen, beim Ausländer- und Passamt. Martin Steiger: Denn Martin Steiger: wenn Du es vor Ort machst, dann kannst Du die E-ID eben europaweit nutzen und nicht nur in Liechtenstein. Martin Steiger: Und Martin Steiger: jetzt bringt mir die E-ID nur in Liechtenstein ehrlich gesagt nicht so viel.

Martin Steiger: Es gibt nicht so viele Anwendungsmöglichkeiten, Martin Steiger: aber eine europakompatible E-ID habe ich noch praktisch gefunden. Martin Steiger: Jetzt ist der Punkt, man muss halt mal nach Vaduz kommen. Martin Steiger: Und da habe ich letztens die Gelegenheit für einen kleinen Umweg genutzt.

Martin Steiger: Vaduz, dort ein Besuch in einem herzigen Städtchen. Martin Steiger: Da haben sie ein paar wirklich nette Museen, also auch ein Landesmuseum, zum Beispiel, sehr schön gemacht. Martin Steiger: Da hat es auch das eine oder andere Café und so. Martin Steiger: Ja, viele Touristen, also viele Reisegruppen, Martin Steiger: keine Ahnung, Chinesen, Koreaner, Japaner laufen da durch, Martin Steiger: wie man das so kennt.

Martin Steiger: Da hat es auch Souvenirs. Martin Steiger: Ich finde, Martin Steiger: Liechtenstein ist eine kuriose Mischung. Martin Steiger: Also es fühlt sich ja sehr schweizerisch an, Martin Steiger: aber es ist nicht die Schweiz, Martin Steiger: es ist ein eigenes Land. Martin Steiger: Auch sprachlich: Sie reden ja, Schweizerdeutsch wäre falsch zu sagen, aber halt so Rheintaler Dialekt.

Martin Steiger: Also Du kannst grundsätzlich Schweizerdeutsch reden. Martin Steiger: Die Preise sind auch schweizerisch, eben, das ist Schweizer Franken und so weiter und so fort. Martin Steiger: Also wirklich noch herzig. Martin Steiger: Eigentlich ist in Vaduz alles sehr nahe. Martin Steiger: Also ja, Du hast gleich das Gericht und die Verwaltung und eben die Museen und alles.

Martin Steiger: Also sehr überschaubar, wirklich ein herziger Ort. Martin Steiger: Oben drüber thront das Schloss des Fürsten. Martin Steiger: Und ich finde immer noch kurios, Martin Steiger: dass die Fürstenfamilie eigentlich früher gar nicht in Liechtenstein gelebt hat. Martin Steiger: Also auch ihr Stammsitz ist irgendwie in Osteuropa.

Martin Steiger: Aber dann, ja, durch historische Entwicklungen, sage ich mal, mussten sie plötzlich Aufmerksamkeit schenken Martin Steiger: dem kleinen Flecken Land im Rheintal, Martin Steiger: der heute natürlich eine der wohlhabendsten Regionen der Welt ist. Martin Steiger: So ein Mikrostaat, das heisst, man sagt, glaube ich, auch Zwergstaat, das ist ein bisschen abwertend, so ein Mikrostaat.

Martin Steiger: Auf jeden Fall ist es wirklich sehr einfach, Martin Steiger: diese E-ID zu beziehen. Martin Steiger: Du brauchst die App, Martin Steiger: die eID.li-App. Martin Steiger: Die kannst Du einfach für Android und iOS herunterladen. Martin Steiger: Dann gehst Du dorthin, Martin Steiger: ist so ein typischer Behördenschalter, Martin Steiger: nimmst Du ein Ticket, Martin Steiger: wählst Du da auf so einem Bildschirm E-ID aus, Martin Steiger: und ich musste praktisch nicht warten.

Martin Steiger: Also ich bin sofort an einen Schalter gekommen, Martin Steiger: dort habe ich mich dann mit meinem Pass ausgewiesen. Martin Steiger: Und ja, dann ist das irgendwie von der netten Person am Schalter geprüft worden. Martin Steiger: Dann haben sie meine Wohnadresse erfasst, und dann wird das über den QR-Code, Martin Steiger: den Du dann in der App zeigen musst, aktiviert.

Martin Steiger: Ein Passwort musst Du noch setzen, das hatte ich mit dem Passwort-Manager schon vorbereiten können. Martin Steiger: Ja, Martin Steiger: und dann hatte ich die E-ID. Martin Steiger: Es ist ja so: Wenn ich das Smartphone wechsle, kann ich vom alten auf das neue Smartphone wechseln. Martin Steiger: Wenn Du aber das Smartphone nicht mehr hast oder die Daten gelöscht hast, Martin Steiger: dann musst Du wieder am Schalter vorbeigehen.

Martin Steiger: Und Martin Steiger: auch noch gut: Wenn Du es vor Ort machst, ist es gratis. Martin Steiger: Die Online-Identifikation würde 15 Franken kosten. Martin Steiger: Ich glaube, das geht über einen externen Dienstleister. Martin Steiger: Aber eben, von der Nutzung her ist das eh nicht interessant.

Martin Steiger: Also wenn man es machen will, dann wirklich einen Ausflug nach Vaduz machen, Martin Steiger: dort am Schalter Martin Steiger: vorbeischauen. Martin Steiger: Was ja eigentlich eine kleine Hürde ist. Martin Steiger: Man ist schnell in Liechtenstein, fast von überall her in der Schweiz, habe ich das Gefühl.

Andreas Von Gunten: Ich finde es spannend, Andreas Von Gunten: dass es dann wirklich so einfach geht. Andreas Von Gunten: Also dass Du wirklich einfach nur die App herunterladen und zum Schalter gehen kannst. Andreas Von Gunten: Ich meine, ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Andreas Von Gunten: Aber es ist noch interessant: Andreas Von Gunten: Das ist die estnische ID, die ich mir mal von Estland geholt habe.

Andreas Von Gunten: Die e-Residency-ID. Andreas Von Gunten: Und dort war ich dann auch wieder in Paris auf der Botschaft und so. Andreas Von Gunten: Und dort hast Du aber sehr viel Aufwand, bis Du alles hast, mit Formularen, die Du vorher ausfüllen musst, und so weiter. Andreas Von Gunten: Und Du bist scheinbar wirklich einfach nur dorthin, mit der App vorbereitet, mit dem Passwort.

Andreas Von Gunten: Dann hast Du es machen können. Andreas Von Gunten: Ja, Andreas Von Gunten: also wirklich super spannend. Andreas Von Gunten: Jetzt bin ich natürlich interessiert, was man denn damit machen kann. Andreas Von Gunten: Wenn Du sagst, Du hast sie organisiert, hast Du vielleicht schon erste Erfahrungen sammeln können?

Martin Steiger: Ja, genau, Martin Steiger: ich muss zugeben, es ist noch wirklich sehr frisch. Also habe ich sie bis jetzt noch nicht produktiv einsetzen können. Martin Steiger: Wenn ich jetzt mit Liechtenstein zu tun hätte, Martin Steiger: dann könnte man dort einen liechtensteinischen Fahrausweis draufladen und auch die Grenzgängerbestätigung.

Martin Steiger: Betrifft mich aber nicht, Martin Steiger: weil ich in der Schweiz wohne und hier meinen Fahrausweis habe und auch nicht Grenzgänger in Liechtenstein bin. Martin Steiger: Ich bin darauf gekommen, Martin Steiger: weil ich ab und zu Online-Dienste in anderen europäischen Staaten brauche, Martin Steiger: so Registerdienste und solche Sachen.

Martin Steiger: Und dort gibt es meistens Alternativen ohne E-ID, Martin Steiger: aber eigentlich ist es immer einfacher, wenn Du die E-ID, eine europäische E-ID, Martin Steiger: verwenden kannst. Martin Steiger: Da gibt es ja auch den europäischen Standard, Martin Steiger: auch mit entsprechender europäischer Gesetzgebung, Martin Steiger: die eIDAS, also eIDAS Martin Steiger: geschrieben.

Martin Steiger: Das gibt es ja. Martin Steiger: Es ist auch nicht so, Martin Steiger: dass, wenn man europakompatibel sagt, die Staaten, Behörden und auch Private nicht mehr entscheiden, was sie akzeptieren wollen. Martin Steiger: Aber die liechtensteinische E-ID, Martin Steiger: die ist tatsächlich europakompatibel im Rahmen des EWR.

Martin Steiger: Was sie noch nicht haben, Martin Steiger: ist eIDAS 2, Martin Steiger: wo es dann um eine digitale Wallet geht. Martin Steiger: Das haben sie noch nicht, weil Liechtenstein nicht in der EU ist, sondern im EWR. Martin Steiger: Und im EWR dauert es ja immer ein bisschen, bis sie das übernehmen.

Martin Steiger: Der Prozess ist noch im Gang, Martin Steiger: das wird früher oder später auch kommen. Martin Steiger: Aber ich bin optimistisch, dass ich das am einen oder anderen Ort in Zukunft passend einsetzen kann. Martin Steiger: Und wenn das wider Erwarten nicht so möglich ist, Martin Steiger: ich muss sagen, es war einfach eine gute Erfahrung.

Martin Steiger: Also aus Schweizer Sicht, Martin Steiger: auch ich, der so lange an den E-ID-Diskussionen in der Schweiz beteiligt war, Martin Steiger: und dann hast Du da den kleinen Nachbarstaat und kannst einfach, Martin Steiger: wie wenn Du zu Deiner eigenen Gemeindeverwaltung gehst, Martin Steiger: gehst Du dorthin, wirst speditiv und nett bedient, es kostet nicht einmal etwas.

Martin Steiger: Und dann hast Du die E-ID. Martin Steiger: Das war natürlich schon eine super Erfahrung. Martin Steiger: Also nur schon dafür. Martin Steiger: Und ich sehe es auch als Unterstützung dieser Art von elektronischer Identität, Martin Steiger: elektronischer Identifikation. Martin Steiger: Das finde ich halt eine gute Sache.

Andreas Von Gunten: Ja, also als ich Deinen Beitrag gelesen habe, Andreas Von Gunten: habe ich auch gedacht, Andreas Von Gunten: ich muss unbedingt auch noch mal eine Reise machen. Andreas Von Gunten: Das ist auf jeden Fall spannend, Andreas Von Gunten: das auch selbst zu erfahren. Andreas Von Gunten: Was mich noch wundernimmt: Andreas Von Gunten: Wenn wir jetzt zur Schweiz kommen, kommt die E-ID auch irgendwann.

Andreas Von Gunten: Sie ist ja noch ein bisschen verzögert. Andreas Von Gunten: Ich habe das aus Deinem Blog bloss so gelesen, dass wir in der Schweiz aber die europäische Kompatibilität nicht haben werden. Andreas Von Gunten: Ist das richtig? Martin Steiger: Das ist richtig. Martin Steiger: Von daher ist das ein Hintergedanke.

Martin Steiger: Nicht nur, Martin Steiger: dass ich jetzt mal eine E-ID für Europa habe. Martin Steiger: Die Schweizer E-ID wird mindestens auf absehbare Zeit nicht europakompatibel sein. Martin Steiger: Ich denke, das ist auch das Thema: Martin Steiger: Wie macht die Schweiz mit? Martin Steiger: Das strebt man zwar an, wobei es auch noch Probleme der tatsächlichen Kompatibilität gibt.

Martin Steiger: Das muss man dann noch anschauen. Martin Steiger: Das ist letztlich lösbar. Martin Steiger: Ja, Martin Steiger: also auch wenn die Schweizer E-ID kommt, und die werde ich mir sicher holen, Martin Steiger: sobald das möglich ist, auch am Schalter. Martin Steiger: Ich weiss nicht, in der Schweiz ist es wahrscheinlich ein Passbüro im Kanton Zürich oder so etwas, wo das dann ist.

Martin Steiger: Da ist man bei dieser Diskussion, Martin Steiger: dass man sagt: Martin Steiger: Ja, die Online-Identifikation ist jetzt halt nicht gut lösbar. Martin Steiger: Oder das ist tatsächlich heute ein Problem mit KI, Du kannst viel mehr manipulieren. Martin Steiger: Aber dass man das mal am Schalter ermöglicht, Martin Steiger: das zu machen.

Martin Steiger: Aber aus meiner Sicht, Martin Steiger: ja, ist sie dann tatsächlich leider nicht kompatibel. Martin Steiger: Also wer jetzt sagt: «Ja, ich warte auf die Schweizer E-ID, Martin Steiger: die ist in Europa kompatibel.» Martin Steiger: Das wird nicht funktionieren. Andreas Von Gunten: Also vielleicht zwei Themen sind mir da gerade aufgefallen.

Andreas Von Gunten: Das eine ist die Frage, ob man aufs Büro gehen muss. Andreas Von Gunten: Ich weiss, das ist die Diskussion, die im Moment läuft. Andreas Von Gunten: Und da finde ich es jetzt persönlich auch nicht so schlimm, Andreas Von Gunten: wenn wir, Andreas Von Gunten: ich meine, für meine klassische ID musste ich das auch machen.

Andreas Von Gunten: Das finde ich jetzt nicht so schlimm, wenn es gut gelöst ist. Andreas Von Gunten: Im Kanton Aargau ist es zum Beispiel hervorragend gelöst. Andreas Von Gunten: Also einfacher geht es kaum. Andreas Von Gunten: Das, was Du in Liechtenstein erlebt hast, ist noch einfacher. Andreas Von Gunten: Aber sonst ist es eigentlich hervorragend gelöst.

Andreas Von Gunten: Aber vielleicht ist das eine blöde Frage, Andreas Von Gunten: weil wir das schon mal diskutiert haben, Andreas Von Gunten: aber ich habe es nicht mitbekommen: Andreas Von Gunten: Warum ist denn die Schweizer Lösung nicht ... Andreas Von Gunten: Warum können das die Liechtensteiner und wir offenbar nicht, Andreas Von Gunten: dass das dann auch in Europa kompatibel ist?

Andreas Von Gunten: Ist das eine vertragliche Geschichte, Andreas Von Gunten: weil wir nicht im EWR sind, Andreas Von Gunten: eine rechtliche? Andreas Von Gunten: Oder ist das eine technische Frage, Andreas Von Gunten: eine Protokollfrage? Martin Steiger: Also aus meiner Sicht ist es vor allem eine politisch-rechtliche Frage, Martin Steiger: technisch ist das lösbar, Martin Steiger: muss man sagen.

Martin Steiger: Und eben, man strebt das auch an. Martin Steiger: Also es ist nicht so, dass man sagt, Martin Steiger: die Schweizer E-ID soll nicht kompatibel sein, Martin Steiger: aber wir sind halt bei Europa nicht wirklich dabei, Martin Steiger: muss man ganz klar sagen. Martin Steiger: Also es ist halt wie bei allen anderen Themen.

Martin Steiger: Es ist halt dann ein bisschen blöd, wenn man nicht einmal im EWR ist, wenn man über die Bilateralen III irgendwie kontrovers diskutiert, Martin Steiger: dann kann man vielleicht halt nicht gleichzeitig sagen: «Oh ja, man hätte schon noch gerne die europäische E-ID.» Martin Steiger: Also das ist halt, denke ich mir, logisch, auch ein Geben und Nehmen.

Andreas Von Gunten: Ja gut, Andreas Von Gunten: ich hätte jetzt bei diesem Thema gedacht, das ist ja eigentlich nicht so eine Sache. Andreas Von Gunten: Und es wäre im Interesse von allen, Andreas Von Gunten: dass man sich gegenseitig die staatlichen Identitäten anerkennt, Andreas Von Gunten: so wie man es ja bei den Pässen und bei den Identitätskarten auch ein bisschen macht, Andreas Von Gunten: oder?

Andreas Von Gunten: Aber eben, solange man nach Vaduz gehen kann, ist das Problem auch für Schweizerinnen irgendwie lösbar. Andreas Von Gunten: Und Du sagst ja auch, vielleicht wird früher oder später eine Schweizer E-ID europakompatibel sein. Martin Steiger: Ja, ich denke es. Ich weiss jetzt nicht, wie das in den anderen Nachbarländern ist; darum habe ich mich schlicht nicht gekümmert, Martin Steiger: weil ich eben gesehen habe, Martin Steiger: in Liechtenstein ist es naheliegend. Vaduz ist nicht so gut erreichbar, je nachdem, also mit dem ÖV gibt es ja keinen Zug.

Martin Steiger: Also Du musst grundsätzlich den Bus aus dem Rheintal nehmen. Martin Steiger: Liechtenstein hat nur so am Rand eine Bahnlinie, die dort ein bisschen durchschneidet. Martin Steiger: Einfach verkehrsmässig, je nachdem, woher Du kommst, Martin Steiger: eine Katastrophe. Martin Steiger: Eben, also es gibt dort im Rheintal, Martin Steiger: oder?

Martin Steiger: Da gibt es zum Beispiel keine Autobahnverbindung zwischen den beiden Rheintalseiten. Martin Steiger: Also fährst Du immer durch irgendwelche Gugussträsschen, und je nach Zeit, Martin Steiger: Grenzverkehr und so. Martin Steiger: Nein, aber ein lösbares Problem. Martin Steiger: Und eben, also Vaduz ist wirklich interessant.

Martin Steiger: Man kann dort übrigens auch schön wandern. Martin Steiger: Also auch zum Teil recht ambitionierte Wanderungen, die es dort hat. Martin Steiger: Das Schloss kann man leider nicht besichtigen, Martin Steiger: aber ja, Martin Steiger: so einen Nachmittag kann man dort locker verbringen, Martin Steiger: auch mehr Zeit.

Martin Steiger: Ich habe viele Leute gesehen, die Familien haben, Martin Steiger: also sie sind auch recht kinderfreundlich und so weiter. Also why not, Martin Steiger: kann ich empfehlen. Martin Steiger: Zum Schluss noch: Martin Steiger: Andi, was interessant ist, sind die Reaktionen, die ich bekomme, Martin Steiger: weil ich habe so etwa, Martin Steiger: sagen wir, vier verschiedene Reaktionen bekommen, Martin Steiger: als ich das publik gemacht habe.

Martin Steiger: Die eine Reaktion ist so: «Hey, interessant, Martin Steiger: cool oder gut zu wissen, mache ich vielleicht auch.» Martin Steiger: Ja, noch naheliegend. Martin Steiger: Dann hatte Liechtenstein kürzlich das Datenleak mit dem Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen. Martin Steiger: Dann gibt es solche: «Daten in Liechtenstein sind eh unsicher.» Martin Steiger: Okay.

Martin Steiger: Dann natürlich die pauschale E-ID-Kritik. Martin Steiger: Nicht begründet, aber halt auch Leute mit recht extremen Ansichten, die man auch bei der E-ID-Abstimmung gesehen hat. Martin Steiger: Zum Teil ja dann bis rechtsextrem. Martin Steiger: Also nicht, dass jeder E-ID-Gegner oder jede Gegnerin rechtsextrem ist, Martin Steiger: das ist überhaupt nicht gesagt.

Martin Steiger: Aber es sind dann häufig so die Leute, Martin Steiger: die einfach so ein bisschen Martin Steiger: einen kurzen Kommentar abgeben oder so, Martin Steiger: ohne weitere Begründung. Das finde ich dann ein bisschen schade. Martin Steiger: Weil die E-ID ist ja freiwillig. Martin Steiger: Also auch der Digitalen Gesellschaft, Martin Steiger: die sich ja stark dafür einsetzt, Martin Steiger: geht es immer darum, Martin Steiger: dass sie freiwillig ist, oder?

Martin Steiger: Eigentlich macht sie es faktisch. Martin Steiger: Genau, Martin Steiger: und dann gibt es noch die Nerds oder die Kenner, Martin Steiger: die sagen dann: «Ja, Martin Steiger: schön und gut, Martin Steiger: aber eben, es ist noch keine EU Identity Wallet.» Martin Steiger: Also, Martin Steiger: es geht nicht genug weit.

Martin Steiger: Aber auch diese Reaktionen fand ich interessant. Martin Steiger: Aber eben, für mich überwiegt, und darüber habe ich auch gesprochen, Martin Steiger: für mich überwiegt wirklich die positive Erfahrung, Martin Steiger: wie zugänglich es ist, wie einfach es erhältlich ist, Martin Steiger: wenn Du mal vor Ort bist.

Martin Steiger: Eben auch der Einsatz, Martin Steiger: ich habe ein paar Screenshots veröffentlicht, Martin Steiger: also das ist wirklich sehr einfach zu nutzen. Martin Steiger: Und eben, am Ende des Tages bleibt bei solchen Fragen, Martin Steiger: ja, Martin Steiger: Liechtenstein, eben der Kleinstaat, klar, Martin Steiger: EWR und so weiter, Martin Steiger: wenn der das stemmen kann.

Martin Steiger: Ich meine, die haben das jetzt auch nicht selbst gemacht, Martin Steiger: sondern auch spezialisierte Unternehmen dafür eingesetzt, Martin Steiger: die das für sie gebaut haben. Martin Steiger: Wieso können wir das eigentlich nicht? Martin Steiger: Und ich kenne einen Teil der Antwort, Martin Steiger: also in der Schweiz versucht man schon noch mehr Wert zu legen Martin Steiger: auf Datensparsamkeit, Martin Steiger: auf Freiwilligkeit und all diese Themen.

Martin Steiger: Eben, da gibt es auch gewisse Reibungsflächen, Martin Steiger: also in der Schweiz, Martin Steiger: zum europäischen Recht, wenn ich das richtig verstehe. Martin Steiger: Aber im Prinzip müsste man sagen: Martin Steiger: «Hey, Martin Steiger: sorry, wenn die Liechtensteiner das können, Martin Steiger: also das soll nicht abwertend gemeint sein, Martin Steiger: aber wir in der Schweiz haben mehr Ressourcen Martin Steiger: oder wir sind viel grösser, Martin Steiger: dann müssen wir das doch jetzt auch langsam auf die Reihe kriegen.» Martin Steiger: Und eben auch bei der Identifikation Martin Steiger: ist es eben so, Martin Steiger: wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe: Martin Steiger: Wenn Du Liechtensteiner bist,

Martin Steiger: kannst Du Dich online identifizieren, Martin Steiger: also bekommst Du eine vollwertige E-ID. Martin Steiger: Dass Du die online nicht vollwertig bekommst, Martin Steiger: ist dann nur für Personen im Ausland. Martin Steiger: Was ich jetzt auch noch verstehe. Andreas Von Gunten: Ja, Andreas Von Gunten: also noch zu Deiner Äusserung, Andreas Von Gunten: wir müssten die Schweizer E-ID auch langsam haben.

Andreas Von Gunten: Ja, es ist wirklich, Andreas Von Gunten: was mich ein bisschen erstaunt, ist, Andreas Von Gunten: dass es einfach ... Andreas Von Gunten: doch recht lange gedauert hat. Andreas Von Gunten: Ich erinnere mich an den Abstimmungskampf Andreas Von Gunten: bei der ersten E-ID-Version, Andreas Von Gunten: die dann abgelehnt wurde.

Andreas Von Gunten: Da war ich auf der Gegnerseite, Andreas Von Gunten: weil ich das Konzept einfach schlecht gefunden habe, Andreas Von Gunten: wie das aufgebaut war mit diesen privaten Issuern. Andreas Von Gunten: Und ich erinnere mich gut, Andreas Von Gunten: dass auf einem Podium eine Befürworterin mir gesagt hat, Andreas Von Gunten: wenn man das jetzt verhindert, Andreas Von Gunten: dann würden wir auf x Jahre keine Lösung haben.

Andreas Von Gunten: Und ich habe dort in meinem Optimismus und meiner Naivität gesagt: Andreas Von Gunten: «Nein, Andreas Von Gunten: es gibt keinen Grund dafür. Wenn wir das verhindern, Andreas Von Gunten: dann wissen wir, was wir bauen wollen, nämlich eine dezentrale Lösung. Andreas Von Gunten: Und dann machen wir das, und dann ist das in ein bis zwei Jahren erledigt.» Andreas Von Gunten: Und jetzt sind wir schon bald wieder fünf oder sechs oder sogar sieben Jahre nach der damaligen Abstimmung.

Andreas Von Gunten: Und von dem her ist es schon erstaunlich, dass es länger dauert, als ich gemeint habe. Andreas Von Gunten: Aber vielleicht bekommen wir dann dafür zum Schluss eine wirklich gute Lösung. Martin Steiger: Ja, genau, Martin Steiger: also in der Schweiz, Martin Steiger: der erste Anlauf ist 2021 klar abgelehnt worden.

Martin Steiger: Auch zu Recht, das wäre eine Katastrophe gewesen, das wirklich so zu machen. Martin Steiger: Und nachher hat es halt dann trotz parteiübergreifendem Konsens schon viel Überzeugungsarbeit gebraucht. Martin Steiger: Auch jetzt bei der konkreten Umsetzung sind auch die Digitale Gesellschaft und andere immer noch dran, Martin Steiger: dass das nicht wieder entgleist, dass das wirklich funktioniert.

Martin Steiger: Eben, da ist man schon dran, Martin Steiger: aber letztlich ist es generell ein Thema der Digitalisierung. Martin Steiger: Wir sind wirklich nicht gut. Martin Steiger: Unsere Behörden bekommen digitale Projekte häufig nicht auf die Reihe. Martin Steiger: Also querbeet, das sieht man. Martin Steiger: Das Beispiel, dass sich die Auszahlung der Arbeitslosengelder verzögert hat.

Martin Steiger: Ganz brutal für die Betroffenen, da kriegst Du einfach kein Geld. Martin Steiger: Jetzt das neue elektronische Gesundheitsdossier, Martin Steiger: das man wieder auf eine Art und Weise umsetzt, Martin Steiger: die man nur als verantwortungslos bezeichnen kann. Martin Steiger: Die E-ID, die gut aufgegleist ist, aber auch nicht vorwärtskommt.

Martin Steiger: Das E-Voting, Martin Steiger: also in Basel-Stadt, Martin Steiger: wo sie ihre Schlüssel von ihren uralten USB-Sticks nicht mehr einlesen konnten. Martin Steiger: Endlose Beispiele. Martin Steiger: Es ist einfach, Martin Steiger: in vielen Bereichen Martin Steiger: werfen wir sehr viel Geld auf Probleme, Martin Steiger: können sie aber dann trotzdem irgendwie nicht lösen.

Martin Steiger: Und da ist halt immer die Frage, Martin Steiger: wenn man die Probleme anderswo in der Welt schon gelöst hat, Martin Steiger: wieso wirft man das Geld nicht dorthin? Martin Steiger: Oder sagt: Martin Steiger: «Hey, Martin Steiger: Ihr habt das ja schon gemacht, Martin Steiger: Eure Verwaltung oder das Unternehmen, Martin Steiger: können wir es bitte ...?» Martin Steiger: Aha!

Martin Steiger: Und dann noch ein Schweizerkreuz drauf. Martin Steiger: Stattdessen sagt man in der Schweiz bei der E-ID, Martin Steiger: da haben wir jetzt das Label swiyu. Martin Steiger: Keine Ahnung, was das heisst. Martin Steiger: Eben, die Liechtensteiner einfach eID.li. Martin Steiger: Ich meine, Martin Steiger: funktioniert.

Andreas Von Gunten: Genau, schauen wir weiter. Andreas Von Gunten: Ist gut, Andreas Von Gunten: ist lustig. Andreas Von Gunten: Ist genau das, was Du sagst, Andreas Von Gunten: das ist mir damals auch aufgefallen. Andreas Von Gunten: Ich finde, das ist mir auch aufgefallen, Andreas Von Gunten: bei Deinem Beitrag, wie simpel und wie gut eigentlich.

Andreas Von Gunten: Ja, oder? Sprecher: Haben Dir die Datenschutz-Plaudereien gefallen? Sprecher: Wir freuen uns über Deine Bewertung, Sprecher: Deinen Kommentar oder Deine Rückmeldung.

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