eGovernment Podcast· Folge 239

Auch interessant - BundID

Samstag, 15. November 2025 · 1 h 05

MP3

Shownotes

Ich war Gast im Podcast “Auch interessant“ und hab mich dort mit Ali Hackalife über die BundID, eID, EUDI-Wallet und allgemein die Verwaltungsdigitalisierung unterhalten.

Kommentare unter: egovernment-podcast.com/egov239-auch-interessa…

Linksammlung

• Sendung im Podcast Auch intererssant – auch-interessant.de/2025/11/15/bundid-mit-tors…

• Podcast Auch interessant – auch-interessant.de

Ähnliche Episoden

• De-Mail (egovernment-podcast.com/egov004-de-mail)
• Das Registermodernisierungsgesetz (egovernment-podcast.com/egov074-registermodern…)
• ID und Wallets (egovernment-podcast.com/egov096-id-wallet)
• Proaktive Verwaltung (egovernment-podcast.com/egov101-proaktive-verw…)
• eID und nPA (egovernment-podcast.com/egov103-eid-npa)
• EU ID (egovernment-podcast.com/egov131-euid)
• Registermodernisierung (egovernment-podcast.com/egov198-regmo)

Wenn ihr uns und unsere Arbeit unterstützen möchtet, dann könnt ihr das gern durch einen Einkauf in unserem Shop, (egovernment-podcast.com/shop) per PayPal (paypal.me/egovpod) oder regelmäßig auf Steady tun.

Weitere Informationen findet ihr hier (egovernment-podcast.com/unterstuetzung).

Sticker gibt es hier (egovernment-podcast.com/sticker-bestellen).

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Torsten Frenzel Ja, hallo und herzlich willkommen beim e-Government-Podcast. Ich bin Thorsten Frenzel und diesmal war ich zu Gast bei einem Podcast, der heißt auch interessant und ist natürlich ein sehr empfehlenswerter Podcast, weil er natürlich auch interessante Themen hat. Und ich habe über Verwaltungsdigitalisierung gesprochen und ganz speziell über die Bund-ID und E-ID und Eudi-Wallet und alles, was irgendwie damit zu tun hat.

Torsten Frenzel Und die Sendung kommt jetzt hier im Anschluss und ich wünsche euch viel Spaß dabei. Hallo, ich grüße dich. Ob ich jetzt wirklich Ahnung habe, das wird sich gleich herausstellen. Also ich spreche seit zwischen über elf oder fast elf Jahren jetzt über Verwaltungsdigitalisierung und alles, was irgendwie damit zu tun hat und mir gehen die Stoffe nicht aus.

Torsten Frenzel Naja, das ist so ein bisschen Kompensation. Ich mache das ja auch beruflich, das Gleiche. Und dann kann ich allen meinen Frust, der sich in meinem Kopf aufstaut, dann direkt im Podcast rauslassen. Und der Aktuelle Stand ist die Bund-ID und die Bayern-ID. Es gab auch noch ganz, ganz viele IDs in den anderen Bundesländern, bis irgendwann mal der IT-Bahnungsrat entschieden hat, nee, nee, wir machen jetzt nur noch eine ID.

Torsten Frenzel Und da aber die Bund-ID und die Bayern-ID technologisch genau das Gleiche ist, weil die auch vom gleichen Entwicklungshaus kommen, hat dann der Freistaat Bayern einfach gesagt, die behalten wir jetzt erstmal, weil das läuft gerade so gut und dann machen wir die Umstellung dann, wenn alle die Umstellung gemacht haben.

Torsten Frenzel Und das wird wahrscheinlich, da bin ich jetzt ein bisschen, da hält sich auch das Digitalministerium immer noch so ein bisschen nicht genau, wahrscheinlich Ende 26 wird die Bayern-ID dann auch abgekündigt sein und dann gibt es nur noch die Deutschland-ID. Ne, Quatsch, die Bund-ID gibt es dann nur noch.

Torsten Frenzel Genau, also mein aktueller Stand ist, dass die Bund-ID gerebrandet wird zur Deutschland-ID. Das wird mit einer Art Versionswechsel sehr wahrscheinlich stattfinden, wo dann noch zusätzliche Funktionen mit drin sind. Also es gibt einmal Basis, es gibt einmal Substantiellen, einmal gibt es Hoch. Das klingt alles furchtbar technisch, ist aber tatsächlich auch mit der EIDAS-Verordnung europaweit genauso vorgesehen.

Torsten Frenzel Und Basis bedeutet kaum eine Authentifizierung. Substantiell heißt eine Authentifizierung mit Benutzername, Passwort oder tatsächlich mit einem schwachen Zertifikat. So etwas wie Elster zum Beispiel. Und hoch bedeutet, dass man auf jeden Fall ein Stück Hardware und einen zweiten Faktor haben muss. Wobei sie hier auch gerade versuchen, das ein bisschen aufzuweichen.

Torsten Frenzel Das bedeutet, dass man hier den Personalausweis benutzt. Das ist die Hardware quasi. Und der zweite Faktor ist die PIN vom Ausweis. Genau, den musst du dir auf eigene Initiative anlegen. Vielleicht fange ich da mal ganz vorne an. Also wir haben in Deutschland angefangen mit dem neuen Personalausweis.

Torsten Frenzel Der neue Personalausweis ist ein wirklich tolles Stück Hardware. Du kannst ja gerne meine Sendung dazu verlinken, weil da gehe ich das mit ein paar Experten wirklich sehr detailliert durch, was diese Hardware alles kann. Und das ist tatsächlich das beste technologische Authentifizierungsmittel in Form eines Ausweises, was es weltweit gibt.

Torsten Frenzel Also es ist wirklich tolle Hardware, tolle Funktion. Und im Übrigen ist der in diesem Jahr 15 Jahre alt geworden, der elektronische Personalausweis oder neue Personalausweis oder wie auch immer man die nennen mag. Genau. Und jeder, der in seinem Geldbeutel noch so einen alten Ausweis findet, so einen großen, der sollte schleunigst in sein Bürgeramt gehen und sich den umtauschen, weil der Ausweis ist definitiv abgelaufen.

Torsten Frenzel Dann kommen wir nochmal zurück zu diesem Authentifizierungslevel hoch. Das bedeutet, wie gesagt, dass du dich mit diesen beiden Faktoren ausweist. Und das soll sogenannt, jetzt kommen wieder Verwaltungssprech, schriftformersetzend sein. Also es soll gleichwertig einer Unterschrift auf einem Dokument sein. Also bei diesem Antrag.

Torsten Frenzel Ja, dazu kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, dass das Fax als Dokument gilt, wenn es hinten rauskommt. Das stimmt. Ja, ich habe einen Behörden-Kummer-Fax aufgebaut. Also Hintergrund ist der, ich habe beim letzten Chaos Communication Kongress so ein bisschen mit so ein paar anderen Hackern. Ich remote die anderen auf dem Kongress mit Faxgeräten rumgespielt und habe dann in dieses Kongressnetzwerk auch remote Faxgeräte eingebunden.

Torsten Frenzel Und dann hatte ich ein Faxgerät zu Hause rumstehen. Und was macht der Nerd, wenn er Geräte zu Hause hat? Betreiben. Also habe ich das Faxgerät betrieben und habe überlegt, irgendwas Witziges musst du damit machen. Und dann habe ich einen Behörden-Kummer-Fax damit aufgebaut, wo man als Behörde seinen Kummer hinfaxen kann.

Torsten Frenzel Weil meine These ist, wenn ich noch ein Faxgerät auf der Behörde habe, dann habe ich auch tatsächlich Digitalisierungskummer. Nee, Schriftform ersetzen. Nee, natürlich nicht. Nee, das ist mir nicht bekannt. Ich denke, die nutzen das komplett, damit man es auch wirklich versteht. Der Aufenthaltstitel, also zumindest den deutschen Aufenthaltstitel, den ich habe, der hat auch eine EID drauf.

Torsten Frenzel Und der gilt genauso. Der gilt genauso als schriftvollen Ersatz wie die EID auf dem Personalausweis. Genau das Gleiche gilt übrigens auch für diese, es gibt da noch so eine spezielle EID-Card für europäische Bürger. Also wenn ein Franzose nach Deutschland zieht und hier in Deutschland dauerhaft lebt, musste ja nicht die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, aber er muss vielleicht an Rechtsverkehr teilnehmen und dann kann er sich so eine Karte holen und dann hat er quasi nur so einen digitalen Ausweis quasi, mit dem er dann die EID-Funktion nutzen kann.

Torsten Frenzel Es gilt auch für die ID-Karten aus anderen europäischen Ländern. Genau so ist es. Weil diese Dokumente werden ja von Behörden ausgegeben. Und da wirst du einmal identifiziert als derjenige, der du auch bist. Die gucken dich an, du musst dann Anträge stellen und die vergleichen dann deinen Reisepass und so weiter.

Torsten Frenzel Da ist wirklich ein Mensch, der dann sagt, das bist wirklich du und du kannst dann diesen Aufenthaltstitel oder diese EU-Karte bekommen. Also wie hat Otto schon damals gesagt, da waren sie wieder meine drei Probleme. Das ist nämlich genau das. Wir haben wahnsinnig viel, was man tatsächlich online beantragen kann.

Torsten Frenzel Nur wir haben auch wahnsinnig viel davon, braucht diese hohe Authentifizierung nicht. Weil mein Beispiel, mein Führungszeugnis. Oder mach mal anders. Ich beantrage für dich ein Führungszeugnis. Ich bezahle das Führungszeugnis und du kriegst zugeschickt. Missbrauchspotenzial zero. Weil du hast dann ein Führungszeugnis im Briefkasten und ich habe dafür bezahlt.

Torsten Frenzel Ja, aber ich weiß nicht, da muss man ganz schön Geld haben für. Was ich noch machen könnte, ich könnte vor deinem Briefkasten übernachten und warten, dass ich abgreifen kann. Aber da ist wirklich das Missbrauchsponenzial ziemlich niedrig. Auch wenn ich einen Baumfellantrag stelle oder ein Brauchtumsfeuer anmelden möchte, freue ich mich nicht hoch zu authentifizieren.

Torsten Frenzel Es gibt da diverse, also es gibt so Ortsfeste, gerade hier in Bayern auf dem Land gibt es immer mal irgendwelche Feuerchen, die da gemacht werden. Es gibt auch so Regionen, wo so auf so Gipfeln so Feuer gemacht werden, die gleichzeitig angezündet werden und so weiter. Das muss natürlich alles beantragt werden und damit die Feuerwehr beschreibt, weiß und so weiter und so weiter und so weiter.

Torsten Frenzel Und da brauche ich mich nicht hoch authentifizieren. Das geht im Zweifel, schreibt man eine E-Mail und sagt, ich mache es wieder wie im letzten Jahr und dann sagen, ja, mach mal. Und wahrscheinlich war das in dem Fall, gibt es da keinen wirklichen Prozess. Die haben sich wahrscheinlich gefreut, dass endlich mal einer fragt und sagt, ich bin hier mit Feuer unterwegs. Ist das okay?

Torsten Frenzel Genau. Garantiert ist es so gelaufen, also dass die einfach nicht wussten. Ja, schön, dass er sich gemeldet hat und nicht so wie die Millionen oder Zehntausenden anderen, die uns nicht Bescheid geben und dann vielleicht doch was schief geht. Ich will noch mal ganz kurz zu diesen Authentifizierungsleveln kommen.

Torsten Frenzel Wir nennen es jetzt einfach mal Deutschland-ID, weil das wird ja der zukünftige Name sein. Die Deutschland-ID hat ja noch mehr Vorteile, als nur eine ID zu sein. Oder quasi mein Account, mein Bürger-Account, um mich irgendwo anzumelden. Die Deutschland-ID hat einen Postkorb drin. Das heißt, wenn du jetzt in Hessen so einen Antrag stellst, angenommen, der wäre online möglich.

Torsten Frenzel Stellst online den Antrag, hast dich vorher eingeloggt, stellst den Antrag und die schreiben dir dann quasi den Bescheid zurück, weil nichts anderes ist das. Die Genehmigung, das ist der Bescheid, dass du das Feuerchen machen darfst, da würde der in den Postkorb reinlaufen und nicht per E-Mail. Also, ja, das ist immer das Problem, weil wir in Deutschland für zum Beispiel, wir ändern die Postleitzahlen von vier auf fünf Stellen.

Torsten Frenzel Da investieren wir Millionen, um Spielshows zu machen, um Wettbewerbe auszuschreiben, um Radioshows zu machen, um Lotterien zu machen. Nur um bekannt zu machen, dass jetzt ab einem bestimmten Stichtag die Postleitzahlen fünfstellig sind, aber für so elementare Sachen wie eine Authentifizierung oder einen neuen Personalausweis, da wird kaum Geld ausgegeben, das heißt, es kennt auch keiner.

Torsten Frenzel Wird keiner nutzen, weil es keiner kennt und wenn es keiner nutzt, wird es keine Anwendungsfälle geben. Da müsste man jetzt einfach mal den IT-Planungsrat fragen beziehungsweise das Bundesinnenministerium, wo die Gelder fürs Marketing sind. Ja, das ist ja seit der bayerische Minister nicht mehr da ist, heißt er nicht mehr Heimatministerium.

Torsten Frenzel Das Problem ist, wir haben in Deutschland großartige Technologien, die auch funktionieren, die gut einsetzbar sind, wo teilweise jetzt lachen wahrscheinlich viele Nerds. Und die Nachbarländer beneiden, dass wir so einen Personalausweis haben, so ein Stück Hardware. Wir machen aber nichts draus. Ich glaube weder noch, weil die Angebote sind da. Also wir haben immer das Problem, dass wir das Augenmerk einfach falsch legen.

Torsten Frenzel Wenn die Bevölkerung wüsste, dass das ein cooles Stück Hardware ist und vielleicht hat es auch noch einen Zusatznutzen, was es ja eigentlich hat, man könnte da auch eine qualifizierte Signatur drauf machen, sodass ich damit auch tatsächlich Dokumente unterschreiben könnte oder ähnliches. Das Ding ist gut, aber wir schaffen es nicht.

Torsten Frenzel Wahrscheinlich hat es irgendwelche politischen Hintergründe oder irgendwelche machtpolitischen Hintergründe, dass wir es einfach nicht umsetzen. Ich weiß nicht konkret, woran es liegt. Ja, kleine Anekdote. Damals die E-Mail, sagt dir vielleicht noch was? Die E-Mail und der neue Personalausweis wurden beide beim Bundesinnenministerium entwickelt. und die Leute kannten sich.

Torsten Frenzel Nee, ich weiß jetzt gar nicht, wer das gedengelt hat tatsächlich. Aber VNU vor Fokus war auf jeden Fall beteiligt, zumindest beim Personalausweis. Die E-Mail weiß ich es gar nicht. Aber was ich sagen wollte ist, diejenigen, die die Projekte geleitet haben, die saßen, hatten beide den gleichen Arbeitgeber, wahrscheinlich sogar den gleichen Vorgesetzten und wahrscheinlich sind die sogar zusammen Mittagessen gegangen.

Torsten Frenzel Und die einen haben ein Stück Hardware gebaut, was eine QES beinhaltet. Könnte. Und die anderen haben ein E-Mail-System gebaut, was man hervorragend mit einer QIS hätte verschlüsseln können. Und irgendwie haben sie es nicht zusammengekriegt. Genau, also das wird eine Austauschplattform von Nachrichten, nenne ich es jetzt einfach mal, um es einfach nicht E-Mails zu nennen.

Torsten Frenzel Es wird eine Austauschplattform. Aktuell ist es nur unidirektional. Also aktuell können nur Behörden Nachrichten da reinschreiben. Der Rückweg wird entwickelt. Wann der kommt, weiß ich leider nicht. Ich weiß auch nicht, wie weit da die Entwicklungen zwischengelaufen sind. Und was auch stattfinden wird oder was auch mit der Deutschland-ID funktionieren soll, dass ich dort auch Dokumente ablegen kann, die ich dann in anderen Prozessen verwenden kann.

Torsten Frenzel Du nennst gerade zwei Themen, die einen riesen Fass aufmachen, weil Geburtsurkunde, Sterbeurkunde, eigentlich brauche ich die niemanden präsentieren, weil die sind in dem zentralen Register gespeichert und da gibt es jetzt ja gerade auch das Thema Registermodernisierung, wo alle Register quasi Ja. Ja nicht nur modernisiert werden sollen, sondern alle Register auch so aufgebaut werden sollen, dass die miteinander kommunizieren können, beziehungsweise man, wenn ich einen Antrag stelle, gar keine Daten mehr beiliefern muss, außer dass ich mich authentifiziere, weil sich der Antrag automatisch die Information aus allen Registern holt und dann quasi direkt der Bescheid rausputzeln könnte.

Torsten Frenzel Also, das Thema hängt daran, dass Deutschland dezentral aufgebaut ist. Und das ist auch gut so, dass Deutschland dezentral aufgebaut ist. Wir wollen kein zentrales Register, wo alles drin gespeichert ist für jede einzelne Person. Das hatten wir schon mal und das hat viele Millionen Menschen das Leben gekostet.

Torsten Frenzel Und deswegen wollen wir das in Deutschland nicht mehr. Das hat allerdings dann auch den Nachteil, dass wir keine zentralen Register haben. Das heißt, wir müssen, wenn wir eine Information brauchen, müssen wir ins richtige Register reinschauen. Und das müssen wir halt ansprechen können. Und das geht noch nicht.

Torsten Frenzel Du stellst dir das alles so einfach vor. Nein, wärst du nicht. Weil die Register existieren ja schon und du musst ja die Daten auch da reinkriegen. Und wir haben tatsächlich Register, die liegen als Excel-Tabelle vor. Wir haben Register, die liegen als Access-Datenbank irgendwo vor. Und wir haben Register, die sind nur auf Papier vorhanden. Wie möchtest du die bitte irgendwie verbinden?

Torsten Frenzel Mit Sicherheit auch. Wenn die Polizei, also wir haben nicht ein Melderegister, sondern wir haben in jedem Bundesland mindestens ein Melderegister. Es gibt auch Bundesländer, da hat gefühlt jeder Landkreis ein eigenes Melderegister, beziehungsweise ein Bundesland gibt es, wo das so ist. Ansonsten gibt es in jedem Bundesland ein Melderegister. Das ist zentral für dieses Bundesland und das ist auch gut so.

Torsten Frenzel Wenn die Polizei eine Anfrage macht, dann fragt die Polizei über ihre Software in allen Melderegistern nach. Das heißt, die sind schon mal verbunden. Aber nur für die Abfrage. Und die Register müssen halt auch miteinander interagieren können. Ich ziehe jetzt um von Hessen nach Bayern. Dann muss mein Register aus Hessen meine Daten nach Bayern rüberschubsen.

Torsten Frenzel Das funktioniert über Umwege, über Fachverfahren. Das heißt, mein Meldeverfahren in Hessen, da melde ich mich ab. Und das gibt die Information weiter über bestimmte IT- oder bestimmte Datenstandards. Das ist das Thema XÖV. Jetzt mache ich wieder einen Fass auf. Das machen wir aber gleich wieder zu. Nach Bayern, an ein Melderegister oder an das Einwohnermeldeamt in Bayern, bei der Gemeinde, wo ich hinziehe.

Torsten Frenzel Und die nehmen die Daten entgegen und schreiben die dann ins bayerische Melderegister rein. Theoretisch passiert das in Millisekunden. Also die Daten von A nach B schicken, das ist gleich passiert. Also die Melderegister sind auch mindestens 24 Stunden aktuell. Ja, aber wenn wir jetzt mal ganz weggehen von dem, wie es momentan so läuft und wie es momentan so angedacht ist, eigentlich will ich als Bürger mit der Behörde nichts zu tun haben.

Torsten Frenzel Die Behörden sind dafür da, damit ich als Bürger mein Leben in Sicherheit führen kann. Dafür haben wir die Sicherheitsbehörden, dafür haben wir die Verwaltungsbehörden. Die haben alle ihre Aufgaben, damit das Leben in einer Stadt, in einer Gemeinde sicher und lebenswert ist. Dafür sind Behörden da. Und eigentlich will ich mit denen nichts zu tun haben, weil ich will keine Anträge stellen. Und ich muss auch eigentlich keine Anträge stellen, weil eigentlich sind alle Informationen vorhanden.

Torsten Frenzel Alle Informationen, die ich brauche, um Kindergeld zu beantragen oder Elterngeld zu beantragen, die sind alle vorhanden. Warum muss ich einen Antrag stellen? Ja, aber auch einen Bauantrag könnte man zum Großteil automatisieren. Wenn ich ein Grundstück kaufe, was in den meisten Fällen passiert, ich kaufe ein Grundstück und dann weiß die Gemeinde ja schon, oh, da hat einer ein Grundstück gekauft, vielleicht will der ja auch bauen.

Torsten Frenzel Dann schicke ich dem doch schon mal alle Informationen, die ich habe, zu diesem Grundstück und er muss nur noch ausfüllen, was er tatsächlich bauen will. Nee, ist es nicht. Das ist aber das große Ziel, dass ich als Bürger eigentlich nichts mehr mit der Behörde oder irgendwelchen Behörden zu tun habe.

Torsten Frenzel Das nennt sich proaktive Verwaltung. Wenn mein Kind geboren wird, dann findet als allererstes eine Meldung statt ans Standesamt, dass das Kind geboren ist. Und von diesem Zeitpunkt an brauche ich eigentlich keinerlei Anträge mehr stellen. Elterngeld kriege ich. Kindergeld kriege ich. Muss ich aber trotzdem alles einzeln beantragen. Mein Kind kriegt irgendwann einen Schulplatz.

Torsten Frenzel Muss ich trotzdem Bescheid geben und sagen, Kind soll jetzt hier in die Schule gehen. Und so weiter und so weiter. Irgendwann ist das Kind mit der Schule fertig und will vielleicht studieren. Muss ich auch Anträge stellen. Also das sind einfach so Lebenszyklen, die eigentlich den Behörden bekannt sind und die man eigentlich schon quasi vorplanen kann und auch proaktiv den entsprechenden Bürgern schicken kann.

Torsten Frenzel So, guck mal hier, wir haben gesehen, dein Kind ist geboren, jetzt musst du bloß mal hier den Haken setzen, ob du wirklich das Kindergeld haben willst und fertig. Aber das macht der Staat schon, also der finnische Staat in dem Fall, schon lange im Analogen. Das hat historische Gründe bei denen, weil halt Finnland früher ein sehr, sehr armes Land war und da hat der Staat dafür gesorgt, dass die Kinder überleben.

Torsten Frenzel Und deswegen haben sie damals schon den Kindern quasi eine Grundausstattung geschickt. Also das ist quasi jetzt vom Analogen ins Digitale gewandert. Wir erfinden gerade digital viele Sachen neu. Genau, also ich weiß nicht, ob das jeder haben möchte, dass der Staat ihm einfach so ein Bürgerkonto anlegt. Ich glaube, das will man nicht.

Torsten Frenzel Und was auch Erfahrungen aus dem Umgang mit dem Personalausweis zeigen, Beim Personalausweis hat jeder eine fünfstellige PIN zugeschickt bekommen, also die Aktivierungspin. Ich würde mal behaupten, dass locker 80% der Leute, die einen Personalausweis bekommen haben, diese PIN, diese Aktivierungspin, weggeschmissen haben bzw.

Torsten Frenzel Verloren haben, wenn sie ihren Ausweis das erste Mal benutzen wollen. Jetzt stelle dir mal vor, jeder wird dir, keine Ahnung, mit dem 16. Lebensjahr ein Nutzerkonto bekommen. Die werden dann, wenn sie 18 sind und ihren Führerschein bekommen haben, erstmal suchen, wo denn ihre Zugangsdaten sind. Zum Beispiel.

Torsten Frenzel Das ist schon die ganze Zeit drin und du kriegst sogar eine Benachrichtigung, die datenschutzkonform ist. Da kriegst du nur eine Nachricht. Es ist eine Nachricht da, guck nach und da steht nicht drin, was für eine Nachricht es ist. Genau, also das ist tatsächlich schon seit der allerersten Version der Bund-ID so. Sogar seit der ersten Version der Bayern-ID so.

Torsten Frenzel Ja, in Bayern, natürlich gehen wir davon aus, dass das so ist. Aber du kriegst halt eine E-Mail und viele, man mag es nicht glauben, haben gemeinsame E-Mail-Adressen mit ihren Partnerinnen und Partnern. Und wenn dann, keine Ahnung, Keiner weiß, dass der eine Partner oder die Partnerin noch ein Kind hat irgendwo aus einer vorangegangenen Beziehung und dann plötzlich das Jugendamt was schreibt und das dann in dem gemeinsamen Postfach landet, dann könnte das schon mal zu seltsamen Nachfragen führen.

Torsten Frenzel Ja, ich weiß gar nicht, wie viele E-Mail-Accounts ich habe, aber es ist nicht nur einer. Ich kann dir tatsächlich erzählen, dass es Leute gibt, die gar keine E-Mail-Adressen haben. Ich habe eine Zeit lang in Bayern einen Bürgersupport mitverantwortet für den Fischereischein. Der fand digital statt, die Fischereiprüfung.

Torsten Frenzel Und da hatten wir oft Anrufe in der Hotline, die sagten, ich habe mein Passwort vergessen, ich kann das nicht zurücksetzen, können sie das für mich machen? Dann haben das meine Leute gemacht und haben dann gesagt, so, jetzt müsste eine E-Mail bei ihnen angekommen sein, die gilt jetzt für zwei Stunden.

Torsten Frenzel Und dann haben wir gesagt, oh, zwei Stunden ist blöd, weil mein Sohn kommt erst am Wochenende nach Hause. Ja, genau. Und das kam nicht nur einmal vor. Vielleicht ist die Schnittmenge bei Leuten, die einen Fischereischein beantragen, vielleicht etwas größer, aber das war gang und gäbe. Genau. Das sind die E-Mail-Accounts, die sie angeben, wenn sie sich eine neue WhatsApp-Account klicken wollen.

Torsten Frenzel Also da komme ich wieder zu dem zurück, was ich anfangs schon gesagt habe. Es kennt halt keiner. Es ist viel zu unbekannt dafür. Wir trauen uns auch nicht als deutsche Behörden. Diese Deutschland-ID mehr einzusetzen. Ja, ich glaube, das BMI hat ein paar Videos rausgebracht, aber wahrscheinlich nicht unter dem Tag Deutschland-ID findbar.

Torsten Frenzel Ja, da würde ich jetzt schon von rausgehen, dass Sie das schon mal gesehen haben, weil das ein großes Thema ist. Und das ist ja, was es halt auch nicht besser macht, ist, dass die ganzen Abteilungen jetzt ins Digitalministerium gewandert sind. Ja, so ein Ministeriumsumzug ist nicht ganz frei von, ich nenne es mal Rucklern.

Torsten Frenzel Reibungsverluste Ja ich würde es noch nicht mal Reibungsverluste nennen also da gibt es halt Ineffizienzen, da gibt es halt, Projekte, die stoppen weil gerade Umzug wichtiger ist oder wie auch immer, also es gibt es halt das kennt ja auch jeder in der Wirtschaft also da ist es genauso Ja. Also du hast ja schon gesagt, ein neues Interface, es wird auch anders ausschauen, definitiv. Es wird nutzerfreundlicher sein, das ist das, soweit ich das weiß.

Torsten Frenzel Also ich bin in dem Projekt schon eine ganze, ganze Weile nicht mehr drin. Das Thema Postkorb wird ausgebaut werden. Also ich habe was gehört von Bidirektionalität. Ob und wann das kommt, weiß ich nicht. Das mit der Dateiablage wird kommen. Ich weiß aber nicht, ob das sofort kommt, wenn die Bund-ID quasi rebrandet wird.

Torsten Frenzel Und ich bin mir auch gerade nicht so sicher, wann das überhaupt passieren soll. Weil das war ein Projekt vom Bundesinnenministerium. Und wie das jetzt vom Digitalministerium weitergeführt wird, habe ich überhaupt keine Ahnung. Also da könnte es durchaus sein, dass es auch noch andere Ergebnisse geben wird.

Torsten Frenzel Ja, wenn ich das wüsste, wäre schön. Wir haben hier in Deutschland, haben wir den Föderalismus, der gut ist, der wichtig ist für Deutschland, der wichtig für Demokratie in Deutschland ist, der uns aber bei der Digitalisierung viele, viele Steine in den Weg legt. Was wir zusätzlich noch haben, was auch zum Föderalismus dazugehört, ist die kommunale Selbstbestimmung. Also jede Kommune kann...

Torsten Frenzel Mindestens bei den Leistungen, die rein kommunal sind, selber bestimmen, wie sie die ausführen wird. Das heißt, wir haben einen gigantischen Wildwuchs an Fachverfahren, so heißt die Software, die zur Bearbeitung von Zofällen genutzt wird. Also wir haben einen Riesenzoo an Fachverfahren, die dann auch noch in unterschiedlichen Versionen installiert sind, weil natürlich eine Kommune, die was auf sich hält, ein eigenes Rechenzentrum hat, beziehungsweise einen eigenen Serverraum, wobei das jetzt zum Glück auch rückläufig ist und immer mehr Kommunen zentralisiert gehen.

Torsten Frenzel Aber die Kommune möchte selbst entscheiden, welches Fachverfahren setze ich ein, zum Beispiel für mein Meldewesen, welches Fachverfahren setze ich ein für mein Bauwesen. Das macht jede Kommune selbst. Und es gibt zwar Standards, ich hatte vorhin schon das XÖV genannt oder XÖF, wie es auch gern mal genannt wird.

Torsten Frenzel Das sind XML-Standards, auf die man sich geeinigt hat, die für verschiedenste Verfahren genutzt werden. Und noch nicht mal das ist von allen Fachverfahren sauber umgesetzt für die Kommunikation. Ja. Das ist die Idee? Funktioniert noch nicht. Ja, die Idee ist super, aber aus den gerade eben genannten Problemen ist das.

Torsten Frenzel Weil jede Kommune kann einen Prozess selber gestalten, so wie sie ihn möchte. Am Ende muss das gleiche rauskommen, aber wie der Prozess, ob da jetzt drei Leute drauf unterschreiben oder nur zwei oder ob überhaupt keiner drauf unterschreibt oder einen Stempel drauf setzt oder so, kann die Kommune selbst entscheiden.

Torsten Frenzel Es muss am Ende das Ergebnis rauskommen. Es gibt eine grobe Vorgabe, aber die Prozesse sind teilweise unterschiedlich. Ja, in Bayern gibt es mehrere Baukästen für Kommunen. Das frage ich mich seit 15 Jahren. Seit 15 Jahren mache ich das mit der Verwaltungsdigitalisierung. Ich finde es immer noch spannend, aber es gibt mehrere Baukästen und in Bayern gibt es zwei, zwei relevante.

Torsten Frenzel Und zwar gilt das nicht für Webseiten, sondern gilt für die Formulare auf den Webseiten, also für die Anträge, die man stellen kann. Und ich spreche jetzt hier nicht von PDF-Formularen, sondern tatsächlich digitale Formulare, die man sauber im Browser sich anschauen kann und ausfüllen kann. Da gibt es zwei Baukästen.

Torsten Frenzel Einmal einen, der heißt Xima, der ist von Formcycle. Ne, umgedreht, der heißt Formcycle und ist von, egal. Formcycle, Xima, das beide gehören zusammen. Eins ist das Produkt, das andere ist die Firma. Ich glaube, Xima ist die Firma. Dann gibt es noch einen von CIT, der heißt IntelliForm. Und das sind die beiden Baukästen, die in Bayern hauptsächlich benutzt werden.

Torsten Frenzel XIMA wird sehr viel benutzt von den Landratsämtern. Formcycle wird benutzt vom Land selbst und auch von einigen Kommunen. Und die haben die Möglichkeit, da quasi die Formulare selber zu bauen und selber zu veröffentlichen. Und das Ergebnis, was hinten rauskommt, geht, wenn man es richtig macht, nicht per E-Mail irgendwo in den E-Mail-Postfach mit PDF-Anhang, sondern geht direkt per Schnittstelle ins Fachverfahren rein.

Torsten Frenzel Ja, das muss man leider immer sagen. Doch, gibt es. Gibt es seit neuestem. Die Service-Standards. Habe ich einen Podcast sogar zugemacht? Jetzt bin ich enttäuscht. Nein, natürlich bin ich nicht enttäuscht, weil ich weiß das. Das ist ein nischigerer Podcast mit absolut nischigen Themen. Aber der Service-Standard ist tatsächlich so ein Standard, der abbilden soll, wie eine Webseite ausschaut, wie die Formulare ausschauen, wie bedienerfreundlich die sind.

Torsten Frenzel Also da gibt es tatsächlich Frameworks, die man benutzen kann, um seinen eigenen Auftritt im Netz als Kommune oder als Behörde so zu gestalten, dass es leicht bedienbar ist und vor allen Dingen wiedererkennbar ist. Also wenn ich in Hamburg eine Leistung oder so eine Seite aufrufe, sieht die ähnlich aus, wie wenn ich die in Berlin aufrufe.

Torsten Frenzel Also leider noch nicht, weil sich die am wenigsten an diese Service-Standards halten. Aber das ist gedacht, das ist angedacht und da gibt es sogar einen Dienstbeck für. Also da ist schon ordentlich Hörnschmalz reingeflossen und die sind auch gut. Ist auch alles auf Open Source aufgebaut. Also man hat dazugelernt und es muss halt nur noch genutzt werden.

Torsten Frenzel Und ich stelle aber fest, auch wenn der IT-Planungsrat das jetzt beschlossen hat, gibt es Widerstände, weil sich tatsächlich einige Behörden sagen, das will ich nicht, weil dann geht meine Identität verloren. So würde ich es nicht sagen, aber es gibt zum Beispiel auch in Deutschland die digitale Dachmarke, wo man auch schon alleine an der URL erkennen kann, dass das eine Behördenwebseite ist, aber da sind tatsächlich Bundesländer dabei, die sagen, ich will mein Punkt Bundesland haben.

Torsten Frenzel Es gibt auch Punkt Hessen, gibt es ja auch. Es gibt faszinierend, es gibt Punkt Berlin. Gut, bei Rheinland-Pfalz weiß ich es jetzt gerade nicht, aber es könnte RLP sein natürlich. Wenn ich jetzt sagen würde, nicht eins, sondern viele. Also das sieht man auch in den Statistiken. Es gibt viele Länder rings um uns rum, die das wesentlich besser machen als wir.

Torsten Frenzel Ganz deutlich sieht man das in den skandinavischen Ländern. Die denken nicht nur online, sondern die denken auch weiter. Und die trauen sich auch zu sagen, wir machen jetzt zum Beispiel Digital Only. Das ist auch so ein Thema. In Deutschland reift dieser Gedanke so langsam, dass ich sage, diesen Antrag kannst du nur digital stellen und kannst gar nicht dafür ins Amt gehen.

Torsten Frenzel Aber andere Länder rings um uns machen das viel, viel besser. Wir haben aber auch in Deutschland ein bisschen das Problem, was zum Beispiel die Skandinavier nicht haben und auch Estland zum Beispiel, die das auch ziemlich gut machen. Oder auch die Ukraine macht das auch ziemlich cool, die haben, da haben die Bürgerinnen und Bürger ein wahnsinnig hohes Vertrauen in den Staat, in die Verwaltung, in den Staat und das haben wir in Deutschland immer, immer weniger.

Torsten Frenzel Also es wird viel, viel auf den Staat geschimpft und viele glauben, der Staat, Wird sie abhören, die Daten missbräuchlich verwenden, irgendwelche komischen Abhängigkeiten zwischen Datensätzen herausfinden wollen? Das kann der Staat nicht. Also, wenn alle wüssten, wie der Staat digital aufgebaut ist, wird es diese Bedenken gar nicht mehr geben.

Torsten Frenzel Aber das war alles analog. Ich muss sagen, nachdem ich immer mehr Kenntnis erlange, wie dieser Staat tatsächlich, oder wie die Verwaltung in diesem Staat funktioniert, desto mehr Vertrauen habe ich. Natürlich kommen dann solche Sachen wie Palantir um die Ecke, wo ich mir denke, ja, was soll denn der Scheiß schon wieder?

Torsten Frenzel Aber ich weiß, dass die Dinge, die auf die Bevölkerung losgelassen werden, wenigstens mal vom BSI angeschaut wurden. Also, ja, was du nicht vergessen darfst, wir beide sind Nerds und wir beide sind in einer ganz anderen Bubble unterwegs. Wir, ich würde mal behaupten, dass wir von manchen Technologien schon viel, viel früher Kenntnis erlangen als irgendwie jemand, also mein Nachbar zum Beispiel.

Torsten Frenzel Der ist Bauingenieur, er ist auch kein dummer Kerl, aber der, ganz vieles von der Technologie, von denen ich erfahre, hat er noch nie in seinem Leben gehört und wird er auch wahrscheinlich in seinem Leben nie hören. Und deswegen gucken wir da mit ganz, ganz anderen Augen drauf. Genau. Alle denken, ja, die Karte hat ja so einen Sender drin, das kann ich ja irgendwie aus 20 Meter entfernen und kann ich ja alle Daten auslesen.

Torsten Frenzel Genau so ist es. Also übrigens, auch das ist tatsächlich probiert worden, es geht nicht. Also ich müsste so dicke Antennen hinbauen, da würde es mir eher meinen Geldbeutel wegbrutzeln, als dass irgendeine Daten auslesen kann. Ja, auch selbst vorbeigehen mit einem Lesegerät. Das geht nicht. Das geht schon, aber da habe ich nichts von.

Torsten Frenzel Genau. Also ich habe auch versucht, den Personalausweis mit verschiedensten Smartcard-Lesern einfach mal auszulesen. Man kriegt Datenmüll. Wenn man nicht die richtigen Zertifikate hat, kriegt man einfach Datenmüll. Definitiv. Was auch nicht geholfen hat am Anfang, gab es Demos, wie man die PIN mitlesen kann vom Personalausweis.

Torsten Frenzel Da mussten aber so, so viele Vorbedingungen erfüllt sein. Und man musste quasi live dabei zuschauen, wie jemand seine PIN am Rechner eingegeben hat und nicht auf dem PIN-Pad. Aber diese Demos, die haben die Bevölkerung dermaßen verunsichert, dass viele den Personalausweis als Teufelszeug gesehen haben.

Torsten Frenzel Ja, ich würde nicht mal sagen Fehlinformation, weil das ging ja. Das konnte man ja auch ganz easy nachstellen. Aber die Hürde und den Aufwand, den man dafür treiben musste, Um vielleicht die Pinnen zu bekommen von einem Personalausweis, damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Da kann ich diese eine einzige Person quasi ersetzen, digital.

Torsten Frenzel Aber wenn ich das will mit einer Person, dann kann ich das viel einfacher machen. Ja, also vielleicht, wir vermischen gerade so ein bisschen E-ID und Deutschland-ID. Aber vielleicht nochmal zum Thema E-ID. Die E-ID könnte ich ja durchaus auch für andere Dinge benutzen, außer für staatliche. Also ich könnte zum Beispiel, ich habe das selbst gesehen, du kannst mit dem Personalausweis Geld abholen.

Torsten Frenzel Also das würde funktionieren, wenn die Banken einfach mitmachen würden. Wollen sie aber nicht, weil das Logo von der Bank ja nicht auf dem Personalausweis drauf ist. Ich könnte mit dem Personalausweis mich viel, viel mehr auch in der Wirtschaft bewegen. Ich könnte Kredite beantragen mit dem Personalausweis. Ich könnte sogar das berühmte Thema Altersverifikation an Pornoplattformen.

Torsten Frenzel Könnte ich mit dem Personalausweis datenschutzkonform machen, weil es gibt eine Möglichkeit aus dem Personalausweis nur auszulesen, ist 18 oder ist nicht 18 und da kommt nur eine 1 ohne 0 zurück. Da fließen keinerlei Daten. Genau, so ist es. Da ist noch nicht mal ein Bit gesetzt, ist 18, sondern der Ausweis hat Intelligenz.

Torsten Frenzel Der kriegt eine Anfrage. Ich könnte auch sagen, ist der 23,5? Könnte ich auch. Und dann kriegt nur Bulleen zurück, ja oder nein? Die Techniker haben mir das gut zu machen und das kann auch nicht jeder, weil wenn du einen Service anbietest, der mit dem Ausweis interagieren will, musst du ein Zertifikat beantragen, nicht nur ein technisches Zertifikat, sondern auch erstmal eine Genehmigung quasi, das nennen die bloß auch Zertifikat.

Torsten Frenzel Und mit dieser Genehmigung gehst du und lässt dir dann ein technisches Zertifikat ausstellen. Und da ist genau festgelegt, welche Daten du überhaupt lesen darfst. Und wenn das Zertifikat nur auf Altersverifikation ausgestellt ist, dann kannst du auch nichts anderes machen, weil dir einfach dann der Personalausweis nichts anderes gibt.

Torsten Frenzel Die EID ist die elektronische Identifikation, die auf dem Personalausweis hinterlegt ist. Das ist quasi eine elektronische ID. Dieser elektronische Personalausweis ist die EID und das ist sogar europäisch standardisiert in der EIDAS-Verordnung. Alles klar Es ist alles kompatibel in ganz Europa sogar Es funktioniert sogar Und Deutschland war maßgeblich beteiligt an der Standardisierung Ist.

Torsten Frenzel Ich könnte wieder jetzt noch eins reinwerfen Um dich noch weiter zu verwirren Das ist die Eudi-Wallet Die EU-ID-Wallet Die. Genau. Und um das Ganze noch viel lustiger zu machen, die Eudi-Wallet, die muss nicht vom Staat kommen. Also es wird eine vom Staat geben. Es wird auch eine europäische Version geben und in jedem Staat eine geben.

Torsten Frenzel Aber so eine Eudi-Wallet, das ist standardisiert, das könntet ihr auch der Aldi anbieten zum Beispiel. Der könnte so eine Eudi-App bauen oder Amazon oder wer auch immer. Die könnten alle so eine App bauen, die dann kompatibel ist und wo du dann auch deine staatlichen Dokumente hinterlegen kannst. Bestimmt.

Torsten Frenzel Ja, aber ich kann dir gleich jetzt sagen, was passieren wird. Also, Bei uns Nerds vielleicht nicht, weil wir wissen, wie die ganzen Sachen funktionieren. Wir werden uns für irgendeine App entscheiden, für eine Wallet. Und diese Wallet wird bei uns auf dem Smartphone leben. Aber ich brauche bloß mal an meine Eltern denken. Die installieren sich jetzt diese staatliche App.

Torsten Frenzel Dann werden die von, keine Ahnung, von Amazon oder von ihrem Buchclub oder was weiß ich was, kriegen die dann auch so einen Ausweis, den digitalen. Da installieren die sich ja selbstverständlich die Wallet von diesem digitalen Ausweis. Und dann werden wir auf den Smartphones einen Wildwuchs an Wallets haben, die eigentlich alle das gleiche sind und alle das gleiche können, aber jeder irgendwie sein Branding drauf haben will.

Torsten Frenzel Also ich werde das auf jeden Fall machen, aber aus anderen Gründen. Fangen wir von hinten an. In zehn Jahren werden wir keine Deutschland-ID mehr haben, weil das alles über die gerade eben erwähnte Eudi-Wallet abgelöst sein wird. In fünf Jahren wird die Deutschland-ID in einem Stand sein, wo man denkt, genau so habe ich mir das vorgestellt.

Torsten Frenzel Und in einem Jahr wird die Deutschland-ID so dastehen, dass man sagt, die ist verwendbar. Nur hier wieder, es wird keiner kennen. Es wird viele ähnliche Verfahren geben. Also bei diesen 200 Euro, die man damals gekriegt hat, diesen Heizkostenzuschuss, hat man sich ja bewusst für die Bund-ID entschieden, um eine einfache Authentifizierung hinzubekommen.

Torsten Frenzel Und nicht primär, um die Anmeldezahlen zu erhöhen. Genau, das hat man gern mitgenommen. Das hat man sehr, sehr gern mitgenommen und da hat man sehr schön auch Erfolge feiern können. Aber es werden immer mehr Lösungen vorhanden sein, die die Anmeldung per Deutschland-ID einfordern. Auch in diesen verschiedenen Vertrauensniveaus.

Torsten Frenzel Ich glaube, ich habe die Taschenlampe eingeschaltet. Licht ist da noch nicht viel drin. Sehr gern. Hat mich sehr gefreut. Und auch mal Gast in dem Podcast zu sein, das freut mich auch. Sehr, sehr gern. Tschüss.

0:00 / 0:00