
Ein Jahr in der Natur· Staffel 3· Folge 14
Bären – Der lange Schlaf des Waldes
Mittwoch, 6. Mai 2026 · 22 min
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Shownotes
Bären verbringen fast ein Drittel ihres Lebens im Winterschlaf – und schaffen dabei etwas, das selbst die Medizin fasziniert: Sie senken ihre Körpertemperatur kaum, verlieren aber kaum Muskel- oder Knochenmasse. Wir stellen die acht lebenden Bärenarten vor, vom Kodiakbären über den Eisbär bis zum Großen Panda, und schauen genauer auf den Braunbären zwischen Alaska und den Karpaten.
Es geht um die Biochemie des Winterschlafs, um die Geburt winziger Jungtiere in der Höhle, um Bären als Nährstofftransporteure zwischen Lachsflüssen und Wäldern sowie um ihre Bedeutung in Mythologie und Kultur. Zum Schluss werfen wir einen Blick auf die aktuelle Gefährdung durch Klimawandel und Lebensraumverlust und auf die Rückkehr des Braunbären nach Europa.
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Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch die Natur, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Podcast reihen wie Wissensreise durch die Länder der Erde oder durch die Geschichte heute begeben wir uns gemeinsam in die Stille tiefer Wälder, in die Ruhe verschneiter Berghänge und in das geheimnisvolle Dunkel einer Höhle. In der ein großes warmes Wesen über Monate hinweg kaum atmet. Wir tauchen ein in die Welt der Bären, jener majestätischen Tiere, die seit Jahrtausenden die Phantasie der Menschen bewegen und zugleich zu den faszinierendsten Säugetieren unseres Planeten gehören.
Wir werden verstehen, wer diese Tiere wirklich sind, wir. Wie sie leben, warum Sie einen so außergewöhnlichen Winterschlaf halten und welche Rolle sie in den Ökosystemen der Erde spielen. Bären gehören zur Familie der Ursidae und damit zur Ordnung der Raubtiere. Es gibt heute 8 lebende Bärenarten auf der Welt.
Der Braunbär, der Eisbär, der amerikanische Schwarzbär, der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär, der Malaienbär, der Lippenbär, der Brillenbär und das der Große Panda. Diese 8 Arten sind auf 4 Kontinenten verbreitet und bewohnen die unterschiedlichsten Lebensräume. Von der arktischen Eiswüste bis zum tropischen Regenwald, vom Hochgebirge des Himalayas bis zu den sumpfigen Wäldern Südostasiens. Ihre evolutionäre Geschichte reicht rund 30 bis 40000000 Jahre zurück, als sich die ersten hundeartigen Vorfahren von einer gemeinsamen Stammlinie abzuspalten begannen, beginnen wir unsere Reise mit dem vielleicht bekanntesten Vertreter, dem Braunbären.
Wissenschaftlich Ursus arctos genannt, ist er einer der am weitesten verbreiteten Bären der Erde. Sein Lebensraum erstreckt sich von den Wäldern Nordamerikas über Skandinavien, Osteuropa, Russland bis nach zentral und Ostasien. Braunbären sind äußerst anpassungsfähig. Sie leben in borealen Nadelwäldern, in Laubmischwäldern, in Gebirgsregionen und sogar in halboffenen Tundrenlandschaften.
Ein ausgewachsener Braunbär kann je nach Unterart zwischen 150 und 800 Kilogramm wiegen. Besonders die Kodiakbären auf den Inseln Alaskas und die Grizzlybären des nordamerikanischen Kontinents zählen zu den größten landlebenden Raubtieren unserer Erde. Der Kodiakbär, eine auf den gleichnamigen Inseln lebende Unterart, erreicht in Ausnahmefällen ein Gewicht von über 700 Kilogramm und eine Schulterhöhe von weit über einem Meter. Im aufrechten Stand stehend sogar bis zu 3 Metern. Doch trotz ihrer Größe und Stärke sind Bären keineswegs ausschließlich Fleischfresser, sie sind Allesfresser im weitesten Sinne des Wortes.
Ihre Nahrung besteht je nach Art, Region und Jahreszeit zu einem erheblichen Teil aus pflanzlicher Kost. Beeren, Wurzeln, Gräser, Nüsse, Eicheln, Knospen und Pilze bilden einen großen Anteil ihres Speiseplans. Hinzu kommen Insekten, Honig, Fische, Aas und gelegentlich auch größere Säugetiere. Der Braunbär zeigt dabei eine erstaunliche ökologische Flexibilität an den Lachsläufen in Alaska versammeln sich im Spätsommer Dutzende Bären, um sich an den durchziehenden Pazifiklachsen satt zu fressen.
In den Wäldern Rumäniens, wo Europas größte Braunbärenpopulation lebt, ernähren sich dieselben Tiere hingegen zu einem großen Teil von Buchenbucheckern, Pilzen und Wildobst. Werfen wir einen Blick auf den Eisbären, wissenschaftlich Ursus maritimus er hat sich im Laufe der Evolution an das Leben in der Arktis angepasst wie kein anderes Landsäugetier. Seine dichte Unterwolle und das darüberliegende Deckhaar isolieren ihn gegen Temperaturen von bis zu -50 Grad Celsius. Seine Haut ist schwarz, was die Wärmeabsorption begünstigt, während das Fell selbst farblos und innen hohl ist. Die scheinbar weiße Farbe entsteht durch Lichtreflexion. Eisbären sind hervorragende Schwimmer und können hunderte Kilometer durch das eisige
Nordmeer zurücklegen. Sie ernähren sich überwiegend von Robben, insbesondere von Ringelrobben, die sie an Atemlöchern im Meereis auflauern. Genetische Studien deuten darauf hin, dass sich der Eisbär vor etwa 150000 bis 500000 Jahren vom Braunbären abgespalten hat. Ein evolutionär sehr junges Ereignis.
Genetische Untersuchungen zeigen zudem, dass sich Eisbären und Braunbären bis heute gelegentlich kreuzen und fruchtbare Nachkommen hervorbringen können, sogenannte Pitzli oder grola Beeren. Der amerikanische Schwarzbär Ursus americanus ist der häufigste Bär Nordamerikas. Seine Population wird auf etwa 600000 bis 800000 Individuen geschätzt. Trotz seines Namens ist er nicht immer schwarz, sondern kann auch braun, zimtfarben, blond oder sogar weiß erscheinen. Die Unterart des Kermode Bären, die an der Küste British Columbias lebt, zeigt ein auffallend helles, fast weißes Fell und wird von den indigenen Völkern der Region seit Jahrhunderten als Geisterbär oder Spirit Bär verehrt. Der Asiatische Schwarzbär, auch
Kragenbär genannt, trägt seinen Namen wegen des markanten hellen V förmigen Brustflecks. Er bewohnt die Wälder Süd und Ostasiens und zeigt ein für Bären ungewöhnlich ausgeprägtes Kletterverhalten. Weit im Süden leben der Malaienbär und der Lippenbär der Malaienbär, der kleinste aller Bären, erreicht nur ein Gewicht von rund 30 bis 80 Kilogramm.
Er lebt in den tropischen Regenwäldern Südostasiens und besitzt eine außergewöhnlich lange Zunge, mit der er an Honig und Insekten gelangt. Der Lippenbär in Indien und Sri Lanka heimisch, hat sich auf Termiten und Ameisen spezialisiert und verfügt über eine flexible Lippenpartie, mit der er seine Beute regelrecht aus den Bauten saugt.
Der Brillenbär, der einzige in Südamerika lebende Bär, bewohnt die Nebelwälder der Anden und ist die kleinste Bärenart der westlichen Hemisphäre. Sein Name geht auf die hellen, brillenförmigen Zeichnungen rund um die Augen zurück. Er gilt als besonders scheu und lebt überwiegend pflanzlich. Schließlich der große Panda Ailuropoda Melanolaika, jener schwarz weiße Bewohner chinesischer Bambuswälder, der trotz seiner Zugehörigkeit zu den Raubtieren fast ausschließlich von Bambus lebt. Bis zu 14 Stunden täglich verbringt er mit dem Fressen. Da Bambus eine sehr energiearme Nahrung darstellt und nur ein geringer Teil der aufgenommenen Nährstoffe tatsächlich verwertet werden kann.
Doch nun zum eigentlichen Herzstück unserer heutigen Reise, zu einem der faszinierendsten Phänomene der Natur überhaupt, dem langen Winterschlaf der Bären. In den kalten Monaten des Jahres, wenn Schnee die Wälder bedeckt und Nahrung knapp wird, ziehen sich Braunbären, Schwarzbären und andere Arten in Höhlen, hohle Baumstämme oder selbst gegrabene Erdbauten zurück.
Dort verbringen sie je nach Region und Geschlecht 3 bis 7 Monate in einem Zustand, der in der Wissenschaft lange umstritten war. Einige Fachleute sprechen beim Bären nicht von einem echten Winterschlaf, sondern von einer Winterruhe oder einer Hiebernation in besonderer Form. Die physiologischen Veränderungen, die ein Bär in dieser Zeit durchläuft, sind jedoch außergewöhnlich und unterscheiden sich deutlich von denen kleinerer Winterschläfer wie Igel oder Murmeltier. Während des Bärenwinterschlafs sinkt die Körpertemperatur nur um etwa 5 m bis 7 Grad Celsius.
Von normalerweise rund 37 Grad auf etwa 30 Grad. Das ist bemerkenswert wenig, denn Murmeltiere lassen ihre Körpertemperatur auf etwa 5 Grad absinken, Igel sogar noch tiefer in. Die Herzfrequenz des Bären reduziert sich dramatisch von etwa 40 bis 50 Schlägen pro Minute im wachen Zustand auf nur noch 8 bis 12 Schläge pro Minute. Die Atemfrequenz fällt auf eine einzige Atemzug pro Minute oder sogar weniger.
Und doch. Bleibt der Bär während dieser Zeit in einer Art leichter Dämmerung und kann, falls er gestört wird, innerhalb kurzer Zeit aufwachen und verteidigungsfähig sein. Das unterscheidet ihn grundlegend von den echten Winterschläfern, die aus ihrer Kältestarre nur langsam und unter erheblichem Energieaufwand erwachen. Noch erstaunlicher sind die biochemischen Anpassungen, die in dieser Zeit im Körper des Bären stattfinden. Der Bär frisst in den Monaten vor dem Winterschlaf enorme Mengen und legt sich eine dicke Fettschicht zu, ein Braunbär kann in wenigen Wochen vor dem Winter bis zu 50 Kilogramm an Gewicht zulegen.
Diese Fettreserven versorgen ihn während der gesamten Ruhephase mit Energie und Wasser, denn während des Winterschlafs trinkt, frisst, uriniert und Kotet der Bär nicht. Das wirft für die Forschung eine faszinierende Frage auf. Wie gelingt es, einem solch großen Säugetier monatelang Harnstoff und andere Stoffwechselprodukte nicht auszuscheiden, ohne zu vergiften?
Die Antwort liegt in einer bemerkenswerten biochemischen Fähigkeit. Der Bär ist in der Lage, Harnstoff in seinem Körper wiederzuverwerten, enzymatische Prozesse spalten ihn in seine Bestandteile auf, aus denen der Körper erneut Aminosäuren und damit Proteine aufbauen kann, Bären verlieren dadurch trotz monatelanger Ruhephase kaum Muskelmasse. Diese Erkenntnis ist von großem Interesse für die medizinische Forschung.
Menschen, die längere Zeit bettlägerig sind oder sich in der Schwerelosigkeit des Weltraums befinden, verlieren rasch an Muskel und Knochenmasse, Bären dagegen können 7 Monate still in einer Höhle liegen und erwachen im Frühjahr mit nahezu unveränderter Muskulatur und voller Knochendichte. Studien an Schwarz und Braunbären, insbesondere an der Washington State University und an Universitäten in Skandinavien, untersuchen seit Jahren die genetischen und molekularen Grundlagen dieses Phänomens. Forscherinnen und Forscher erhoffen sich daraus neue Erkenntnisse für die Behandlung von Osteoporose, Muskeldystrophie und chronischem Nierenversagen. Auch das Phänomen, dass Bären trotz erhöhter Cholesterinwerte keine arteriosklerotischen
Ablagerungen entwickeln, könnte eines Tages der Humanmedizin zugute kommen. Besonders bemerkenswert ist, dass Bärinnen während des Winterschlafs gebären, in der tiefen Dunkelheit der Höhle meist im Januar oder Februar, bringen sie ein bis 3 winzige Junge zur Welt. Die Neugeborenen wiegen bei einem Braunbären nur etwa 300 bis 500 Gramm. Weniger als ein Prozent des Gewichts der Mutter. Sie sind nackt, blind und vollkommen hilflos, doch die Muttermilch des Bären ist außergewöhnlich fettreich mit einem Fettgehalt von bis zu 30% und ermöglicht den Jungen eine schnelle Entwicklung.
Wenn die Familie im Frühling die Höhle verlässt, sind die Jungen bereits zu aktiven, neugierigen Wesen herangewachsen. Die enge Bindung zwischen Mutter und Jungtieren dauert je nach Art zwischen eineinhalb und 3 Jahren, bei manchen Arten sogar länger. Während dieser Zeit lernt das Jungtier alles, was es zum Überleben braucht, von den besten Fischgründen bis zu sicheren Wegen durch das Territorium. Bären sind überwiegend Einzelgänger. Männliche Tiere beanspruchen weite Territorien, die sich mit jenen mehrerer Weibchen überlappen können. Ein männlicher Braunbär beansprucht in Nordamerika oder Nordskandinavien oft mehrere 100 Quadratkilometer. Diese großen Reviergrößen machen Bären zu empfindlichen Indikatoren für die Qualität
ihrer Ökosysteme. Wo Bären leben, müssen die Wälder groß, vielfältig und ungestört sein. Sie sind, wie Biologinnen sagen, Schirmarten, werden Bären schützt, schützt zugleich unzählige andere Arten, die denselben Lebensraum teilen, in den Ökosystemen, in denen Bären vorkommen, erfüllen sie zahlreiche wichtige Funktionen.
An den Flussläufen Nordamerikas transportieren Grizzlybeeren die Nährstoffe der Pazifiklachse tief in die umliegenden Wälder. Forscherinnen und Forscher konnten in Studien nachweisen, dass der Stickstoffanteil von Bäumen entlang lachsreicher Flüsse messbar höher ist, weil die Überreste der von Bären gefangenen und teilweise gefressenen Lachse als Dünger wirken. Bären sind damit regelrechte Nährstofftransporteure zwischen Meer und Wald.
Auch als Samenverbreiter spielen sie eine bedeutende Rolle. Die großen Mengen an Beeren, Nüssen und Früchten, die sie fressen, durchwandern ihren Verdauungstrakt und werden an anderen Stellen des Waldes wieder ausgeschieden, viele Pflanzenarten profitieren von dieser Form der Ausbreitung, die. Zudem lockern Bären beim Graben nach Wurzeln, Knollen und kleinen Tieren regelmäßig den Waldboden auf und schaffen so Lebensräume für Insekten, Pilze und Pflanzen. Das Verhältnis zwischen Mensch und Bär ist alt und oft ambivalent.
In fast allen Kulturen, in denen Bären vorkommen, spielen sie eine besondere Rolle. In Mythologie und Spiritualität. Die Höhle des Drachen von Mixnitz in der Steiermark zeigt Funde von Höhlenbärenknochen, die aus der Altsteinzeit stammen und Hinweise auf eine mögliche kultische Verehrung geben, der Höhlenbär. Ursus Speleus war ein naher Verwandter des heutigen Braunbären und starb vor etwa 24000 Jahren aus. Viele indigene Kulturen Nordamerikas und Sibiriens sehen den Bären als Bruder, als Lehrmeister oder als Mittler zwischen den Welten.
In Japan war der Bärenkult der Ainu in der Zeremonie des Iomante ein zentrales Ritual. Auch die Germanische und keltische Mythologie kannte den Bären als Symbol der Kraft und des Heiligen Waldes. Die Sternbilder großer und kleiner Bär, Ursamajor und Ursaminor gehen auf griechische Mythen zurück und sind seit der antike Teil unserer nächtlichen Himmelsorientierung heute jedoch sind viele Bärenarten bedroht.
Von den 8 lebenden Arten gelten 6 nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Besonders der Eisbär steht durch das schmelzende arktische Meereis vor einer unsicheren Zukunft, die Arktis erwärmt sich etwa viermal schneller als der globale Durchschnitt, das Meereis hat.
Auf das Eisbären für die Jagd auf Robben angewiesen sind, zieht sich jeden Sommer weiter zurück. Forscher innen schätzen, dass die weltweite Eisbärenpopulation aktuell bei etwa 22000 bis 31000 Tieren liegt und im Laufe des 21 Jahrhunderts deutlich abnehmen könnte, wenn die Erderwärmung nicht gebremst wird. Auch dem Brillenbären, dem Malaienbären und dem Lippenbären setzen Entwaldung, Wilderei und Lebensraumverlust zu. Der Große Panda, lange ein Symbol des Artenschutzes, konnte durch engagierte Schutzbemühungen Chinas in den letzten Jahrzehnten stabilisiert werden und gilt seit 2016 nicht mehr als stark gefährdet, sondern nur noch als gefährdet. Ein seltener Erfolg im globalen Artenschutz. Auch in Europa erleben Bären
gegenwärtig eine Rückkehr in Gebiete, aus denen sie lange verschwunden waren. In den Karpaten, den Apenninen, den Pyrenäen, den Alpen und in Skandinavien wachsen die Populationen, in Deutschland wurde 2006 der Braunbär JJ 1 unter dem Namen Bruno bekannt, nach seiner Wanderung aus Italien erschossen, seither gab es nur vereinzelte Sichtungen in Bayern in. In Österreich, Italien und in der Schweiz bemühen sich Naturschutzverbände und staatliche Stellen gemeinsam um ein vorsichtiges Miteinander von Mensch und Bär. Die Rückkehr großer Raubtiere wirft dabei gesellschaftliche Fragen auf, die über reine Biologie hinausgehen, wieviel Wildnis wollen und können wir als dicht besiedelte Gesellschaft zulassen?
Wie gestalten wir das Nebeneinander mit Tieren, die wir über Generationen hinweg aus unseren Landschaften verdrängt haben? Wenn wir nun innehalten und zurückdenken an das Bild des Schlafenden Bären in seiner stillen Höhle, an die Mutter mit ihren winzigen Jungen im Dunkel des Winters, an den Grizzly, der an einem Fluss steht und wartet.
An den Eisbären, der über das schmelzende Packeis wandert. Dann begegnet uns in all diesen Bildern dieselbe tiefe Wahrheit. Bären sind Geschöpfe, die eng mit dem Rhythmus der Natur verbunden sind, mit den Jahreszeiten, mit den Wäldern, mit dem Eis, mit den Flüssen, ihr Überleben hängt davon ab, dass diese natürlichen Rhythmen erhalten bleiben, und damit hängt es an uns. Unsere Erde ist ein einzigartiger Ort im Universum, ein Planet von staunenswerter Vielfalt, auf dem das Leben in all seinen Formen blüht.
Die Wälder, in denen Bären ihren langen Winterschlaf halten, die arktischen Eisflächen, auf denen Eisbären wandern, die Bambuswälder Chinas. Die Nebelwälder der Anden und die Regenwälder Südostasiens sind nicht nur Lebensräume einzelner Arten, sie sind Teile eines gemeinsamen, zerbrechlichen Ganzen. Den Bären zu schützen bedeutet auch, den Wald zu schützen, den Fluss, das Eis, die Luft, die wir alle teilen. Unsere Erde ist das Wichtigste, das wir haben, und sie ist es wert, dass wir achtsam mit ihr umgehen, damit künftige Generationen von Menschen und von Bären weiterhin unter demselben Sternenhimmel leben können. Ruhe noch einen Moment in diesen Gedanken, lass die Bilder der Wälder, der Berge und der still
schlafenden Bären langsam verklingen. Und wenn du magst, lass auch dich selbst in eine sanfte, wohltuende Ruhe hinübergleiten. So wie der Bär in den langen Schlaf des Waldes bis zur nächsten Schlafreise.