
Ein Jahr in der Natur· Staffel 4· Folge 1
Füchse – Zwischen Wald und Dämmerung
Dienstag, 2. Juni 2026 · 20 min
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Shownotes
In dieser Folge begleiten wir den Rotfuchs (Vulpes vulpes) durch die Dämmerung – das am weitesten verbreitete Landraubtier der Erde, das auf sechs Kontinenten zu Hause ist. Wir erfahren, wie sein außergewöhnlicher Geruchssinn funktioniert, warum er beim Jagen möglicherweise das Magnetfeld der Erde nutzt, und was sein komplexes Sozialleben über Intelligenz und Zusammenhalt verrät. Dazu: die Wissenschaft hinter dem berühmten Zähmungsexperiment von Dmitri Beljajew, die Rolle des Stadtfuchses im urbanen Ökosystem – und eine stille Erinnerung daran, warum es sich lohnt, diese Welt zu schützen.
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Hinweis: Die Vertonung ist KI unterstützt. Das Skript an sich wurde von uns ohne KI erstellt. Die neuen Folgen von Schlafreise durch das Universum und der Psychologie sind komplett ohne produziert.
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Willkommen zu einer neuen Folge von Einschlafen mit Natur, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Wissensreise durch die Länder der Erde oder durch die Geschichte? Falls nicht, schau doch mal rein, aber jetzt in diesem Moment bist du hier und das ist gut so, mach es dir bequem, lass deine Schultern sinken. Spür wie dein Körper schwerer wird, wie er sich dem trägt, was unter dir liegt.
Du musst heute Nacht nichts mehr entscheiden, nichts mehr leisten, nichts mehr festhalten, lass einfach alles los und komm mit mir in den Wald. Es ist Dämmerung, nicht ganz Tag, nicht ganz Nacht, diese magische Stunde, die Biologinnen und Biologen als Krepuskularzeit bezeichnen. Jene Phase zwischen Sonnenuntergang und vollständiger Dunkelheit, in der die Welt die Farben wechselt, als würde jemand langsam einen Regler von warm nach kühl schieben, die letzten Sonnenstrahlen berühren noch die Baumwipfel, Buchenwälder in ihrer ganzen Stille, irgendwo tropft Wasser von einem Blatt und dann eine Bewegung, leise, fließend, fast lautlos. Ein rotbraunes Fell zwischen den Farnen, ein buschiger Schwanz, der wie ein Pinselstrich durch
das Unterholz gleitet. Der Fuchs ist da, wulpes Wulpes, so lautet der wissenschaftliche Name des Rotfuchses, der einzige Name, der weltweit für dieselbe Art gilt, egal, ob du in den Wäldern Skandinaviens bist, in den Steppen Zentralasiens. In den Vororten London oder in den Mischwäldern Mitteleuropas.
Der Rotfuchs ist das am weitesten verbreitete Landraubtier der Erde. Er besiedelt 6 Kontinente von der Arktis bis zur Sahara, von irischen Küstenmooren bis zu japanischen Gebirgswäldern diese erstaunliche Verbreitung ist kein Zufall, sie ist das Ergebnis von Millionen Jahren evolutionärer Anpassungsfähigkeit.
Von einem Körper und einem Gehirn, die sich flexibel auf fast jede Umgebung eingestellt haben. Lass diesen Gedanken einen Moment wirken, während du hier liegst. Geschützt und warm streift, irgendwo auf der Welt gerade ein Fuchs durch die Dämmerung, vielleicht in Sibirien, wo der Schnee schon meterhoch liegt, vielleicht in einem Londoner Park, wo er zwischen Mülleimern und Parkbänken seine Runden dreht.
Und vielleicht nur vielleicht auch gerade in dem Wald, der nicht weit von dir entfernt liegt. Der Rotfuchs gehört zur Familie der Canidae, der Hundeartigen und ist damit entfernt verwandt mit Wölfen, Kojoten und Haushunden, sein Körper ist auf Effizienz ausgelegt, zwischen 60 und 90 Zentimeter lang, dazu ein Schwanz, der sogenannte Lunte, von weiteren 30 bis 55 Zentimetern.
Er wiegt je nach Lebensraum und Jahreszeit zwischen 3 und 7 Kilogramm, wobei Männchen, die als Rüden bezeichnet werden, etwas schwerer sind als die Weibchen. Die Fähen der Körper ist schlank, die Beine lang, der Brustkorb schmal. Ein Körperbau, der für Ausdauerndes laufen und das durchdringen dichten Unterholzes perfekt geeignet ist. Sein bekanntestes Merkmal ist natürlich das rotbraune Fell, das ihm den Namen gibt.
Aber rot ist dabei eigentlich eine starke Vereinfachung, je nach Region, Jahreszeit und individuellem Tier reicht die Färbung von Blassem Sandgelb über feuriges Orange bis zu tiefem Mahagoni Braun, der Bauch ist hell. Fast weiß die Beine und Ohrenränder sind oft schwarz abgesetzt. Die Schwanzspitze, die Blume, wie Jägerinnen und Jäger sagen, ist weiß.
Dieses Muster, so Glaubenforschende, kann bei der Kommunikation zwischen Füchsen eine Rolle spielen, die weiße Schwanzspitze ist auch in der Dämmerung gut sichtbar und könnte Artgenossen signalisieren, in welche Richtung sich ein Fuchs bewegt. Stell dir vor, du bist jetzt ganz nah. Du sitzt reglos unter einer alten Eiche, der Boden unter dir ist weich von Moos und Herbstlaub und du beobachtest. Der Fuchs vor dir hebt die Schnauze, seine Nase arbeitet, und wenn du wüsstest, was er gerade wahrnimmt, würdest du staunen.
Der Geruchssinn des Fuchses ist sein wichtigstes Sinnesorgan. Die Riechschleimhaut eines Fuchses ist etwa 14 mal größer als die des Menschen und die Anzahl der Riechrezeptoren liegt um ein Vielfaches höher. Ein Fuchs kann Duftstoffe wahrnehmen, die für uns absolut unsichtbar sind, Spuren, die andere Tiere hinterlassen haben, vielleicht vor Stunden, vielleicht vor einem Tag, er kann erschnüffeln, ob eine Feldmaus sich unter der Schneedecke bewegt.
Selbst dann, wenn sie 30 Zentimeter tief darunter sitzt. Dieses Phänomen ist gut dokumentiert, Füchse hören und riechen die Bewegungen von Kleinsäugern unter Eis und Schnee und springen dann mit einem präzisen, bogenförmigen Satz hinein, einem sogenannten Mäusesprung oder Pounds, der so präzise ist, dass er in Studien eine Trefferrate von bis zu 73% erzielt hat. Aber da ist noch etwas Erstaunlicheres eine Studie der Tschechischen Universität für Biowissenschaften Prag aus dem Jahr 2011, veröffentlicht im renommierten Journal Biology Letters, legte nahe, dass Füchse beim Mäusesprung bevorzugt in nordöstlicher Richtung Springen, und zwar unabhängig von Wind, Sonne oder anderen offensichtlichen Orientierungshilfen.
Die Erfolgsrate bei nordöstlichen Sprüngen war signifikant höher als bei anderen Richtungen. Die Forschenden interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Füchse das Magnetfeld der Erde aktiv zur räumlichen Orientierung nutzen könnten, nicht nur zur Navigation, sondern auch zur Einschätzung von Distanzen und Tiefe.
Wenn das stimmt, würde es Füchse zu einem der wenigen bekannten Landtiere machen, die Magnetozeption so gezielt beim Jagdverhalten einsetzen. Lass diese Vorstellung einen Moment in dir nachklingen, ein Tier, das die unsichtbaren Feldlinien unseres Planeten spürt, das in einer Dimension wahrnimmt, die uns völlig verborgen ist.
Und das alles, während es leise und konzentriert durch den abendlichen Wald streift, das. Dein Atem wird langsamer, dein Körper ist schwer, du musst nichts tun außer zuhören. Der Fuchs ist wie gesagt Dämmerungsaktiv, aber das ist nur die halbe Wahrheit in Gebieten, in denen er wenig gestört wird, ist er auch tagsüber zu sehen, in Städten hat er sich häufig auf nachtaktives Verhalten umgestellt, weil die menschliche Aktivität am Tag zu intensiv ist. Diese Flexibilität im Aktivitätsmuster ist ein weiteres Zeichen für die außerordentliche Anpassungsfähigkeit dieser Art.
Füchse sind Opportunisten im besten Sinne des Wortes, sie fressen, was verfügbar ist, sie ruhen, wo es sicher ist, und sie sind aktiv, wenn die Bedingungen es erlauben, die Nahrung des Rotfuchses ist ebenso vielfältig wie sein Lebensraum. Im Sommer bilden Kleinsäuger, vor allem Feldmäuse, Wühlmäuse und Kaninchen, den Hauptbestandteil seiner Ernährung. Hinzu kommen Regenwürmer, die er nachts auf feuchten Wiesen in erstaunlicher Menge sammelt und die in manchen Studien über 30% der Sommernahrung ausmachen.
Im Herbst und Winter ergänzen Früchte, Beeren und Aas die Speisekarte. Füchse fressen auch Insekten, Schnecken, Eier, Vögel und in Stadtnähe natürlich, was Menschen an Abfällen hinterlassen. Ein adulter Fuchs benötigt täglich zwischen 501000 Gramm Nahrung, je nach Körpergröße und Jahreszeit, interessant ist auch ihr Verhalten beim Vorratslegen. Füchse verstecken überschüssige Nahrung, indem sie sie eingraben.
Dieses Verhalten nennt sich Caching. Sie erinnern sich an Hunderte solcher Verstecke gleichzeitig, und Studien zeigen, dass sie nicht nur den Ort, sondern auch das Alter der versteckten Nahrung im Gedächtnis behalten. Sie prioritisieren ältere Verstecke, bevor Nahrung verdirbt, ein Zeichen für ein bemerkenswert differenziertes, episodisches Gedächtnis. Das Sozialsystem des Rotfuchses ist komplexer, als viele denken. Lange galt er als Einzelgänger, tatsächlich ist das Bild differenzierter, Füchse leben in Familienverbänden, die in der Regel aus einem rüden, einer Fähe und bis zu 3 sogenannten helferfüchsen bestehen, oft Töchter aus dem Vorjahr, die auf die Welpen des aktuellen Jahres
aufpassen. Diese kooperative Aufzucht erhöht nachweislich die Überlebensrate der Welpen und ist ein Beispiel für alloperentales Verhalten, also die Fürsorge durch Tiere, die nicht die biologischen Eltern sind. Die Paarungszeit der Ranz findet im Januar und Februar statt, in dieser Zeit sind die weithin bekannten Fuchsrufe zu hören, ein hohes.
Fast schreiendes bellen, das gerade in Städten häufig Menschen erschreckt oder verwirrt. Es ist das Weibchen, das ruft ein sogenanntes Werberufen, mit dem es seine Paarungsbereitschaft signalisiert. Die Tragzeit beträgt etwa 52 Tage. Im März oder April kommen dann 4 bis 6 Welpen zur Welt. Blind, taub und völlig hilflos mit einem kurzen, braungrauen Fell, das sich erst nach einigen Wochen in das charakteristische Rotbraun verwandelt.
Die Welpen werden im Fuchsbau geboren, der oft nicht selbst gegraben, sondern von Dachsen oder Kaninchen übernommen wird, Füchse sind pragmatisch. Wenn anderswo bereits ein guter Bau existiert, warum einen neuen Graben? Die Mutterfähe verlässt in den ersten 2 Wochen den Bau kaum, der Rüde versorgt sie mit Nahrung, nach etwa 4 Wochen öffnen die Welpen die Augen und beginnen neugierig die Welt vor dem Baueingang zu erkunden, nach 8 bis 10 Wochen werden sie entwöhnt und. Nach 3 bis 4 Monaten beginnen sie selbst auf Nahrungssuche zu gehen.
Stell dir die Dämmerung vor einem Fuchsbau vor, irgendwo am Rand eines Waldstücks, wo die Bäume lichter werden und ein alter Brombeerwall das Unterholz dicht macht, ein Welpe, noch klein, noch plump, mit unverhältnismäßig großen Ohren und Pfoten, schaut vorsichtig aus dem Baueingang. Er riecht die Abendluft, er hört das Rascheln der Blätter.
Die Welt ist groß und fremd und voller Informationen, und während du das vor deinem inneren Auge siehst, fühlst du vielleicht etwas von dieser Neugier in dir selbst. Jene kindliche Offenheit, die Welt zu erkunden, ohne Angst, ohne Vorurteile, mit allen Sinnen. Dein Körper sinkt tiefer, deine Augen werden schwer.
Bleibt noch ein wenig bei den Füchsen. Die Kommunikation der Füchse ist reich und vielschichtig. Neben den bekannten Lautäußerungen Bellen, schreien, knurren, Wimmern kommunizieren sie intensiv über Duftstoffe, Füchse besitzen mehrere Drüsen, die Duftmarken hinterlassen, analdrüsen Drüsen zwischen den Zehenballen und.
Eine sogenannte Veilchendrüse an der Schwanzoberseite sowie Drüsen im Kinnbereich. Diese Marken enthalten Informationen über Geschlecht, alter, Reproduktionsstatus und individuellen Zustand des Tieres, eine Art Olfaktorischer Steckbrief, den jeder Fuchs hinterlässt, der ein Territorium durchstreift, die Größe eines Fuchsterritoriums variiert erheblich. In städtischen Gebieten, wo Nahrung reichlich und konzentriert ist, kann es nur 25 bis 50 Hektar umfassen. In nahrungsarmen Gebieten wie arktischen Tundren kann ein einzelnes Territorium über 2000 Hektar umfassen, Füchse markieren ihre Reviere regelmäßig neu, patrouillieren die Grenzen und hinterlassen Duftmarken auf erhöhten Punkten Steinen.
Baumstümpfen, herausragenden Grashalmen, um Artgenossen zu signalisieren. Dieses Gebiet ist besetzt, die Intelligenz des Fuchses ist legendär und in Mythen, Märchen und Fabeln weltweit verankert. Im europäischen Kulturraum kennen wir den listigen Reineke Fuchs, im japanischen Volksglauben ist der Kizuna ein Gestaltwandler mit übernatürlichen Fähigkeiten. In nordamerikanischen Überlieferungen vieler indigener Völker ist der Fuchs ein Trickster, klug, verschlagen, immer einen Schritt voraus.
Was steckt dahinter? Tatsächlich zeigen Füchse in verhaltensbiologischen Experimenten ungewöhnliche kognitive Fähigkeiten, Studien, die auf den bahnbrechenden Arbeiten des sowjetischen Genetikers Dmitri Beljajew basieren. Der ab 1959 in Sibirien die berühmte Zähmungsexperimentreihe mit Silberfüchsen begann, haben gezeigt, dass Füchse in der Lage sind, sozialen Signalen des Menschen zu folgen, etwa dem Zeigen mit dem Finger, um verborgene Nahrung zu finden. Diese Fähigkeit galt lange als exklusives Merkmal von Hunden und Menschenaffen, Beljajews Selektionsexperiment. Bei dem über Jahrzehnte gezielt die zahmsten Füchse miteinander gezüchtet wurden, erzeugte innerhalb von nur 15 Generationen Tiere, die Hunden
in ihrer Bindung an Menschen frappierend ähnelten. Sie wedeln, suchen Körperkontakt, reagieren auf Namen und zeigen Trennungsangst. Ein einzigartiger Einblick in die Domestikation. Und ein Hinweis darauf, wie eng verhaltensplastizität und genetische Variation zusammenhängen. Es ist jetzt vollständig Nacht, der Wald um dich herum in deiner Vorstellung, in deinem inneren Bild ist dunkel, aber nicht bedrohlich, die Dunkelheit hier ist weich, sie riecht nach Moos und nassem Laub, nach Baumrinde.
Und nach dem kaum wahrnehmbaren, erdig würzigen Duft, den Fuchs hinterlässt, wenn er vorüberstreift irgendwo knackt ein Zweig, dann Stille, und in dieser Stille ist alles in Ordnung. Der Rotfuchs hat sich im Laufe der Jahrhunderte auch in unsere menschliche Welt vorgearbeitet, in Großbritannien leben schätzungsweise 150000 Stadtfüchse eine Zahl. Die seit den 1980er Jahren konstant geblieben ist, auch wenn die öffentliche Aufmerksamkeit schwankt. In Berlin, Hamburg, Wien und anderen mitteleuropäischen Großstädten sind Stadtfüchse längst Teil des urbanen Ökosystems.
Sie fressen Mäuse und Ratten, tragen damit zur natürlichen Schädlingskontrolle bei, und sie sind. Bei allem romantischen Nimbus, auch Vektoren für Parasiten wie den kleinen Fuchsbandwurm Echinococcus Multilocularis, weshalb Forschende und Behörden die Populationen regelmäßig überwachen und mit Köder Impfstoffen gegen Tollwut und andere Krankheiten behandeln. Die Beziehung zwischen Mensch und Fuchs ist also ambivalent, wieso viele Beziehungen zwischen unserer Spezies und der Wildnis? Wir bewundern ihn, fürchten ihn, jagen ihn, schützen ihn, drängen ihn in die Städte und finden ihn dann dort vor unserer Tür wieder.
Der Fuchs spiegelt uns etwas zurück, die Natur findet einen Weg, immer auch durch Asphalt, auch durch Lärm, auch durch die engen Fugen unserer gebauten Welt, Dein Atem geht jetzt ganz ruhig, tief und gleichmäßig. Du bist so schwer, dass du das Gefühl hast, ins Bett zu sinken, wie in warme, dunkle Erde.
Und das ist genau richtig, so der Fuchs, den du heute Abend begleitet hast, hat inzwischen seine Nacht begonnen, er hat vielleicht eine Feldmaus gefangen, hat sie an einem Waldrand vergraben für später, er hat sein Territorium abgegangen, hat Duftmarken hinterlassen, hat mit gespitzten Ohren in die Dunkelheit gelauscht.
Jetzt liegt er vielleicht in einer Mulde zwischen Baumwurzeln. Das dichte Fell um sich geschlossen wie eine Decke und ruht wie du. Der Rotfuchs ist mehr als ein Tier, er ist ein Symbol, ein Symbol für Anpassungsfähigkeit, für Resilienz, für das beharrliche Überleben in einer sich verändernden Welt.
Er hat Eiszeiten überstanden, Wälder gerodet, Städte wachsen gesehen. Er ist immer noch da, aber auch der Fuchs braucht etwas, das wir ihm nicht nehmen dürfen. Lebensraum, Wälder, in denen er baue graben kann, Felder, in denen Mäuse leben, Wasserläufe, an denen Regenwürmer gedeihen, Hecken, in denen Welpen sicher aufwachsen, der Fuchs.
Wie alle wilden Tiere ist Teil eines Netzes, eines Netzes, das größer ist als wir, das älter ist als wir und das zerbrechlicher ist, als wir oft wahrhaben wollen. Diese Erde, der dunkle Waldboden unter dem Moos, die Luft zwischen den Buchenstämmen, das Wasser im Moosbett ist nicht selbstverständlich, sie ist ein Geschenk, das wir geerbt haben und das wir weitergeben müssen. Nicht als Ruine, sondern als das, was es ist. Ein lebendiges, Atmendes, unglaublich komplexes System, in dem ein Fuchs durch die Dämmerung streift und das Magnetfeld der Erde spürt.
Vielen Dank fürs Zuhören, Schlaf gut.