
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Die Entführung von Freddy Heineken (feat. André Herrmann)
Dienstag, 15. April 2025 · 1 h 13
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Shownotes
Am 9. November 1983 verlässt Freddy Heineken, der Chef des Bier-Konzerns, zusammen mit seinem Fahrer die Hauptzentrale der Brauerei. Plötzlich überfallen ihn mehrere Männer und eine dramatische Entführung beginnt. In einem Lagerhaus im Hafen von Amsterdam wird Freddy Heineken über Wochen festgehalten. Seine Entführer lassen ihn erst gehen, wenn seine Familie das Lösegeld gezahlt hat. Es geht um das höchste Lösegeld, das die Niederlande je gesehen hat – und die Familie von Freddy Heineken muss sich entscheiden, ob sie zahlen.
Doch nicht nur die Heineken-Familie steht vor einer folgenschweren Entscheidung. Auch die Entführer stehen vor der entscheidenden Frage: Halten wir zur Familie oder zur Wahrheit?
Den Artikel in "The New Yorker" findet ihr hier: newyorker.com/magazine/2018/08/06/how-a-notori…
Das YouTube-Video von "Hoog" findet ihr hier: youtube.com/watch?v=FRdeyrfhVIg
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Am 9. November 1983 verlässt Freddy Heineken, der Chef des Bierkonzerns, zusammen mit seinem Fahrer die Hauptzentrale der Brauerei. Von hier in der Innenstadt von Amsterdam bis zu seinem Haus an der Nordseeküste sind es gute 30 Minuten. Der 60-jährige Patriarch legt diese Strecke täglich zurück. Doch plötzlich überfallen ihn mehrere Männer und eine dramatische Entführung beginnt. In einem Lagerhaus im Hafen von Amsterdam wird Freddy Heineken über Wochen festgehalten.
Seine Entführer lassen ihn erst gehen, wenn seine Familie das Lösegeld gezahlt hat. Es geht um das höchste Lösegeld, das die Niederlande je gesehen hat. Und die Familie von Freddy Heineken muss sich entscheiden, ob sie zahlen. Doch nicht nur die Heineken-Familie steht vor einer folgenschweren Entscheidung.
Auch die Entführer stehen vor der Frage, halten wir zur Familie oder zur Wahrheit? Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme, Florian Reza und dem besten Gast aller Zeiten. André Herrmann. Der Tag, an dem der Autor und Comedian beschloss, mit seinen Eltern in den Urlaub zu fahren, war ein guter Tag.
Vielleicht nicht immer für ihn, aber für alle, die von den sonderbaren Erlebnissen der Familie Herrmann lesen durften. Erst auf Social Media, dann im Bestsellerbuch Urlaub mit den Eltern. Und ja, ich lanze mir hier einen zurecht und sage, ihm ist ein wundervolles Buch gelungen. Nur noch besser als das Buch ist das gleichnamige Hörbuch, gelesen vom Autor selbst. Wir könnten uns keinen besseren Gast für die Folge vorstellen.
Schön, dass du da bist. Vielen Dank für die Einladung. Hallo. Hallo. André, du hast es ja schon gehört in der Einleitung. Es geht im weitesten Sinne auch um eine Familiengeschichte. Deswegen bist du heute natürlich ein perfekter Gast. Wann hast du denn gemerkt, dass man aus deiner Familie ein Buch schreiben kann, dass es sich für ein Buch eignet?
Ich glaube, das hat sich irgendwann tatsächlich einfach so mal ergeben, weil ich früher ganz viel so Lesebühnen gemacht habe, also wo man monatlich immer Texte schreiben muss und die dann vor Leuten vorliest und irgendwann ist quasi die Fantasie auch mal am Ende, dass man anfängt, einfach Sachen, die passiert sind, zu nehmen.
Und wenn man dann mitkriegt von wegen, ach krass, meine Familie ist gar nicht normal und alle Leute lachen sich da total kaputt drüber, dann leckt man auch so ein bisschen Blut und dann fängt man auch ein bisschen drin zu wühlen an. Bist du den Urlaub mit dem Hintergedanken angegangen, dass da eine Geschichte draus werden kann?
Wirklich überhaupt nicht, ungelogen gar nicht. Meine Eltern wollten da einfach wirklich nur hin und ich habe gesagt, ich buche euch das alles und dann könnt ihr fahren. Dann haben sie gesagt, naja, oder wir zahlen das und du kommst mit. Ich habe gesagt, nee, das waren wir nicht. Und dann haben sie gesagt, doch, machen wir bitte.
Und dann habe ich das gemacht. Und es war dann, also ich habe halt schon immer getwittert, schon seit Ewigkeiten. Also das war jetzt nicht, dass ich das dafür angefangen habe. Ich habe jetzt nicht geplant, über den Urlaub zu twittern. Aber das war natürlich die erste Reaktion, die dabei rauskommt, wenn meine Eltern sich...
Wenn die ja weirdes Zeug machen. Ich meine, du hast halt die Gabe, das dann gut in Worte, in Sätze zu packen. Ich glaube, alle von uns haben sich schon mal gedacht, also das ist nicht wirklich wahr, was hier gerade passiert, bei irgendwelchen Familienfeiern oder so. Aber die wenigsten schaffen es dann halt, das irgendwie so zu formulieren, dass andere auch Spaß daran haben. Danke.
Also ich habe das Hörbuch in einer Tour durchgehört. Echt? Ja, ich habe mir das von einem Flug runtergeladen und ich habe es einmal komplett durchgehört, weil du das fantastisch liest. Weil es natürlich auch nochmal eine andere Erfahrung ist, wenn man deine Mutter und deinen Vater so ein bisschen im Original-Dialekt hört.
Was mir sehr nahe kommt, weil meine Großeltern kommen aus Aken. Das ist ja wirklich um die Ecke. Ja, ja, deswegen ist der Dialekt mir auch persönlich sehr da. Ja, heute geht es um die Heineken-Entführung. Habt ihr davon schon mal irgendwas gehört? Also nur von dem Bier, aber von der Entführung noch nicht.
Ja, ich auch nicht, obwohl das halt ein Riesending war und es um das höchste Lösegeld in der Geschichte der Niederlande ging. Das wollte ich fragen, kannst du sagen, wie hoch das war? Dazu werden wir kommen, aber ich würde einfach nochmal das Ganze umdrehen und euch fragen, was ihr möglicherweise für ein angemessenes Lösegeld haltet oder was ihr denkt, was diese Summe war.
Also das war ja damals noch eine andere Währung, oder? Ich habe es umgerechnet, also ich werde heute die Summe immer auch in heutiger Euro-Summe nennen. Deswegen ratet gerne in heutigen Euro-Beträgen. Also es muss sich ja lohnen. Und es muss sich ja so lohnen, dass du dich danach mit dem Geld vielleicht auch absetzen kannst, das vielleicht noch Gewinnbringend irgendwo anlegen kannst und dir dann eine gute Zeit machen kannst.
Deswegen würde ich sagen, mindestens zwei Millionen. Aber man muss jetzt auch nicht zehn Millionen fordern. Okay. Also das ist vielleicht, das ist ein bisschen TM. Das fände ich ein bisschen übertrieben. Das gefällt mir. Dass du als Familienmitglied sagen würdest, also komm, ehrlich Leute. 10 Millionen ist der Vater nicht wert.
Und ich glaube, mein Vater wäre bei 2 Millionen beleidigt, wenn ich sagen würde. Wir haben gesagt, 2 Millionen, da sagt er, ja, genau. Macht doch wenigstens, dass es sich lohnt. Aber es ist wirklich schwierig. Ich würde wirklich sagen, zweistelliger Millionenbetrag hätte ich jetzt gesagt. Okay. Aber es muss ja auch bezahlt werden können. Ich denke mal, die Heinigenfamilie ist doch recht rich.
Aber die werden schon 10 Millionen Euro, wenn die schon hinkriegen. Aber Leute, 10 Millionen in Geldkoffern? Habt ihr mal darüber nachgedacht? Wir werden zu all diesen Fragen kommen. PayPal? Ja. Die bezahlen in Pfand. Oh ja, in 8-Cent-Flaschen. Aber so, wie du reagierst, scheinen wir ja weit entfernt zu sein.
Ich sag mal so, die Umrechnungsgröße von Hölder, von niederländischer Hölder, wie das damals war, zu Euro, inflationsbereinigt ist ziemlich eins zu eins. Also, das heißt, die Umrechnung, also bis ich an diesen Punkt gekommen bin, hat es eine Weile gedauert, aber als ich dann festgestellt habe, dann kann das ungefähr eins zu eins umrechnen.
War das einfacher und ich sag mal so, wir sind eher im zweistelligen Bereich unterwegs als im einstelligen Bereich. Also die Fotos von heute, die gibt es auch alle bei Instagram, wer was schmeckt dahinter. Und damit würde ich sagen, gehen wir doch mal rein in die Geschichte, oder? Unbedingt. In den 1970er und 80er Jahren sieht die Innenstadt von Amsterdam noch lange nicht so aus, wie wir sie heute kennen.
Hier gibt es keine Boutiquen und schicke Hotels, nein, die Krachten vor allem westlich der Innenstadt gelten als der Arbeiterbezirk von Amsterdam. Hier in Jordan, so der Name des Stadtteils, steht nicht nur das Anne Frank Haus, hier wachsen auch Wim Holleder und seine Geschwister auf. Wim wird 1958 geboren. Er ist das älteste der vier Kinder.
Seine kleinste Schwester Astrid ist sieben Jahre jünger. Sonja und Gerhard liegen dazwischen. Ich nehme es gleich vorweg von Gerhard. Wenn wir heute nichts mehr hören, ist auch gut, weil der Name sehr gut ist, wie es auszusprechen ist. Von Sonja und Astrid dafür umso mehr. Ihr Vater, der ebenfalls Wim Holeda heißt und zur Unterscheidung werde ich ihn ab jetzt Willem nennen, arbeitet in der Heinekenbrauerei. Er verehrt nicht nur den großen Patriarchen des Unternehmens Alfred, Freddy Heineken.
Nein, die Firma Heineken bestimmt sein Leben und das seiner Familie. Die niederländische Biermarke ist im Haus der Holleders allgegenwärtig. Die Kinder machen ihre Hausaufgaben mit Heineken-Stiften und trinken ihre Milch aus Heineken-Gläsern. Doch es ist keine heile Welt. Willem hat ein Alkoholproblem.
Von Jahr zu Jahr wird es größer, sodass er eines Tages seinen Job in der geliebten Brauerei verliert. Von nun an ist er jeden Tag zu Hause. Und für die Kinder und die Mutter wird es immer dramatischer. An vielen Tagen ist die Wohnung durchnässt von Bier. Seine Gewaltausbrüche sind für die Familie schwer zu ertragen.
Unter dem andauernden Alkoholeinfluss verwandelt sich Willem in einen tyrannischen Sadisten, der seine Frau stieren und die Kinder misshandelt und heruntermacht. Die Wohnung fühlt sich für die Kinder mittlerweile mehr wie ein Gefängnis als ein Zuhause an. Um diesem Umfeld zu entfliehen, ist Wim schon mit 12, 13 Jahren jeden Tag in der Nachbarschaft unterwegs.
Hier sind im Grunde alle Kinder Krimine, sagt seine Mutter später. Wim beginnt kleinere Straftaten zu begehen, etwa als Rausschmeißer von Wohnungsbesetzern. Also er wirft Wohnungsbesetzer aus Wohnungen raus für Immobilienbesitzer. Das klingt ja nach einem sympathischen Job. Ja, ein kleiner Nebenverdienst.
Als Jugendlicher macht er das? Ja. An Diebstählen ist er auch beteiligt. Er kommt gut an auf der Straße, was auch an seinem Äußeren liegt. Wim wächst zu einem großen, gutaussehenden Teenager mit kräftigen Armen heran. Was ihn aber von anderen unterscheidet, ist seine markante Hakennase. Die war so einzigartig, dass er bis heute den Spitznamen Deneuch trägt.
Geerbt hatte er sie von seinem Vater. Genau wie sein Temperament. Denn er gerät nicht nur immer mehr mit seinem Vater aneinander, auch seine jüngeren Schwestern schüchtert er ein. Immer wieder macht er ihnen klar, ich bin hier der Chef. Seine Mutter bezeichnet ihn schon damals als Narzissten. Anfang der 80er Jahre kommt Wim nur noch unregelmäßig nach Hause.
Und wenn, dann ist er selten allein. Meist begleitet ihn sein alter Freund Cor van Hout, den er in der Nachbarschaft kennengelernt hat. Cor ist anders als Wim. Wenn er den Raum betritt, sorgt er mit seiner herzlichen, lebensfrohenden Art für eine willkommene Abwechslung im Haus der Holaders. Auch Wims Schwestern Astrid und Sonja fühlen sich in seiner Gegenwart sehr wohl.
Sonja sogar so sehr, dass sie mit dem Freund ihres Bruders eine Beziehung beginnt. Und von Wim und Kor habe ich euch ein Foto mitgebracht. Was für Brés. Die sehen lässig und cool aus. Jawoll. Die sehen richtig cool aus. Oder? Also ich sehe auch direkt die Rausschmeißer. Also das ist ja Rotlichtviertel Deluxe.
Ja, die könnten auch ehrlich gesagt im Jahr 2025 in Berlin-Neukölln wohnen mit ihren geilen Lederjacken und diesen coolen Jeans und diese Friesen sind ja auch wieder trendy und in, wie man sagt. Es ist auch ein Foto aus Berlin, also das ist noch nicht das. Also nicht das echte. Ja, die sitzen so für mich am Landwehrkanal, trinken so ein APS in der Sonne und begutachten das Geschehen in Berlin-Neukölln.
Fahren sie auf dem Rennrad davon. Aber nein, sie sind natürlich in Amsterdam in den 80ern. Ja. Und links ist Wim, nehme ich an. Richtig. Der Nose oder Wim, ich kann jetzt nicht so gut sagen wie du. Und rechts ist der Liebe. Der rechte sieht gar nicht so lieb aus. Ja, dann zeige ich euch vielleicht noch ein zweites Foto.
Das ist Core mit Sonja und ihrer Tochter. Wow. Jawoll. Er betreibt auch ein Kampfsportstudio, oder? Das passt schon irgendwie. Ja, ne? Also das ist ein blonder, gut gebräunter, trainierter... G. Ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll. Aber wirklich. Wirklich so aus so einer Spiegel-TV-Doku über den Hamburger Kiez in den 80ern.
Stimmt. Diese Kette, die er hat. Karate-Achse. Und auch diese Riesenpranke, die so im Nacken seiner Tochter liegt, oder? Stimmt, das wird gar nicht aufgefallen. Der sagt so Mäuschen zu seiner Frau. Mäusche. Was machen die beiden mit euch? Was machen die mit mir? Die sehen für mich aus wie eigentlich liebenswerte junge Männer, die wahrscheinlich aufgrund ihrer Muskelmasse und Ausstrahlung vielleicht auch mal ein bisschen grob werden können, aber die sehen für mich jetzt nicht aus wie zwei durchtriebene Bösewichte.
Ich finde auch, die sehen auf jeden Fall aus wie Leute, die hundertprozentig gefasst werden, weil sie sich keine Gedanken groß machen, sondern einfach so impulsiv handeln und einfach erst mal machen und denken, es wird schon irgendwie auf dem Weg dahin gut gehen. Also so richtige Kiezlegenden, die sehen cool aus, aber man weiß schon, wie es endet.
Das nehme ich mit nach Hause, das Bild. Alles klar. Es gibt noch einige Bilder von den beiden. Jetzt sind die beiden also nicht nur befreundet, sondern auch auf dem Weg, Schwäger zu werden. Während Sonja stets wunderschön und perfekt gekleidet, aber auch unterwürfig den Männern in ihrem Leben ist, ist Astrid das komplette Gegenteil.
Schon als Kind hat sie ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und strebt nach Unabhängigkeit. Ihre Familie macht sogar immer wieder den scherzhaften Kommentar, wann denn nun ihre richtige Familie kommt. Es muss sie niemand abholen. Astrid findet selber einen Weg aus dem Zuhause, das sich wie ein Gefängnis anfühlt.
Sie möchte Jura studieren und trainiert sich dafür auch den Dialekt ihrer Nachbarschaft ab. Sie liebt es, Englisch zu sprechen. Die Sprache, die ihr Vater nie lernte, schenkt ihr Freiheit. Als sie 17 Jahre alt ist, bekommt sie ein Stipendium für ein Studium in den USA angeboten. Im folgenden Sommer 1984 soll es losgehen. Ihr Traum von der Selbstbestimmung scheint zum Greifen nah.
Doch dann haben ihr Bruder Wim und ihr Schwager in Spee-Chor eine Idee, die ihr Leben und das ihrer Familie für immer verändern soll. Sie wollen Freddy Heineken, einen der reichsten Niederländer, entführen. Der an von all dem natürlich noch nichts. Freddy Heineken ist vielmehr damit beschäftigt, seine Brauerei zu einem Weltkonzern auszubauen.
Den Grundstein dazu hatte sein Großvater, Gerard Adrian Heineken, vor über 100 Jahren gelegt. 1983 ist Freddy Heineken 60 Jahre alt und schon über 40 Jahre im Konzern. Seinem Vater hatte er zu verdanken, dass Heineken eines der beliebtesten Biere in den USA war. Mit dem Ende der Prohibition war Heineken eine der ersten Firmen, die Bier in die USA importierten. In den 1980er Jahren war Freddy der dritte Heineken auf dem Chefsessel, damit also beschäftigt, den Konzern weiter auszubauen.
Erst wenige Jahre zuvor hatte er eine neue zukunftsfähige Produktion bei Den Haag eröffnet. Jetzt lag der Fokus vor allem auf neuen Biersorten, mit denen Heineken auch in anderen Teilen der Welt seine Marktmacht ausbauen wollte. Trotz seiner wichtigen Position war Freddy Heineken ein ziemlich normaler Mann geblieben.
Er hatte nicht wirklich Security und kaufte an manchen Tagen selber auf dem Wochenmarkt in der Nähe des Heineken-Büros ein. Hier läuft tatsächlich eines Tages auch Cor von Haut über den Weg, ohne dass sie sich erkennen. Doch Cor wird hier klar, wie nah er an den großen Heineken herankommen kann. Das war so ein bisschen der erste Einblick in die Welt, in das Amsterdam der 80er Jahre.
Ich finde es schön, dass es bei der jungen Frau einfach nur so zwei Zukunftsentscheidungen gab. Studium oder mein Bruder entführt jemanden. Ich glaube, die Entscheidung, dass ihr Bruder jemand entführt, lag nicht direkt bei ihr. Also es ist eine Familiengeschichte, es wird eine Familiengeschichte. Aber Astrid und Sonja haben mit der Entführung erstmal nichts zu tun.
Oder die Schwester will Jura studieren und gibt dann schon immer so Tipps und sagt zum wegen, jetzt sind wir gerade bei fünf Jahren Knast. Wenn ihr jetzt noch das macht, dann sechs Jahre. Ich sag mal so, die Jura-Ausbildung der Schwester wird noch relevant. Boah, siehste. Was verbindet ihr denn mit Heineken? Habt ihr da irgendwie ein Gefühl?
Das war das allererste Bier, was ich jemals getrunken habe. Wirklich? Ohne Witz. What a coincidence. Ohne Witz. Und dann hatte ich direkt Lust, jemanden zu empführen. Das macht dieses Bier einfach mit einem. Ich trinke Heineken nicht so gerne, ehrlich gesagt. Ist der ein bisschen dünn? Nee, ich habe da bis jetzt noch keinen Zugang zu gefunden.
Weil dünnes Bier trinke ich ja gerne. Ich komme ja aus Köln. Das ist gar kein Problem für mich, dünnes Bier zu trinken. Aber Heineken finde ich irgendwie nicht so. Nee, du hast auf jeden Fall recht. Das ist schon ein bisschen... Egal. Ich glaube, das muss es auch sein, damit es halt so international so erfolgreich ist.
Und es stimmt aber jetzt, wo ich drüber nachdenke, an allen weit entfernten Orten, an denen ich war, gab es an importierten Bieren Heineken. Das stimmt. Genau, das ist so das Coca-Cola-Prinzip. Selbst in der letzten Ecke der Welt. Karlsberg ist auch noch so ein bisschen so. Das findet man auch noch wirklich irgendwo am Rand des Nirgendwo.
Oder am Arsch der Heide, kann man auch sagen. Das ist wahrscheinlich einfach. Die beiden haben also vor, Freddy Heineken zu entführen. Das wissen wir an diesem Punkt. Aber einfach so. Ich glaube, einerseits hat der eine ja den Hass auf Heineken, weil der Vater deswegen so abgedreht ist. Und andererseits mit so kleinen kriminellen Zeug, man denkt ja glaube ich immer nur von Gig zu Gig.
Und irgendwann will man ja mal was Großes. Da sind schon viele Punkte und viele Fragen, die ich, glaube ich, mal beantworten müsste. Aber warum machen sie nicht einfach Drogen, wie alle anderen auch? Das werden wir gleich so ein bisschen aufarbeiten. Die sehen sich schon auch wie so Gentleman-Gangster.
Ja, das sehe ich. Dann würde ich mal sagen, ich beantworte mal all die Gedanken und Fragen, die ihr gerade hattet. Mit Anfang 20 sind Wim und Kor nicht nur Schwäger, denn Kor hatte Sonja mittlerweile geheiratet und eine Tochter bekommen, wie wir gesehen haben. Sie sind auch halbwegs erfolgreiche Kleinkriminelle.
Diebstahl, Drogen, Geldwäsche, wo es etwas zu verdienen gibt, sind die beiden dabei. Sie fahren tolle Autos, können schöne Reisen machen und in der Bar immer einen ausgeben, wenn sie wollen. Und den Hals nicht voll kriegen. Das reicht doch. Ja, warte mal. Alles gar nicht so schlecht, das denkst du jetzt. Aber irgendwie fühlt es sich so an, als wären sie für mehr bestimmt.
Für ein richtig großes Ding. Dass sie wirklich Stein. Music. Sich an, als würden wir nur die Reste abbekommen. Die Banken wollen uns kein Geld mehr leihen und das Finanzamt nervt. Ja, sogar die Baubranche ist insolvent. Kurz gesagt, ich frage mich, was machen wir? Alles, was wir haben, wird bald weg sein. Wollen wir das zulassen?
Ganz ehrlich, ich würde lieber sterben. Ich glaube, die Zeit ist drei für die Frage, alles oder nichts. Machen wir einen Plan, der unsere Probleme ein für allemal und für immer löst. Und ich meine, wirklich für immer. Das ist ein Ausschnitt aus dem Buch Die Entführung von Alfred Heineken, des niederländischen Journalisten Peter de Vries.
Ah, der? Ja. Der wurde doch erschossen. Genau, der wurde vor drei Jahren auf offener Straße in Amsterdam erschossen. Der hat die Geschichte von Alfred Heineken und Corinne Willem aufgearbeitet. Aber der wurde, glaube ich, nicht in Amsterdam erschossen, oder? Doch. Sondern in Rotterdam. Oder Rotterdam? Weil er doch da wegen Drogen immer am Hafen... Von der Mockromafia.
Ja, also über den Mann habe ich im Zuge der Geschichte natürlich auch ein bisschen was gelesen. Der Mann war krass. Das war wirklich ein sehr, sehr guter Journalist. Und er hat eben auch ein Buch zur Entführung von der Freddy Heineken geschrieben. Ihr Plan ist also eine Entführung im ganz großen Stil.
Aber nicht irgendeine. Sie müssen eine Person entführen, die reich und einflussreich ist. Dass das Lösegeld also auch sehr wahrscheinlich bezahlt wird. Ihre Männer stimmen begeistert zu. Und sie beginnen zu überlegen, wer für eine solche Entführung überhaupt in Frage kommt. Vielleicht Prinz Bernhard, der Mann der damaligen Königin Juliana.
Oder wie wäre es mit einer Politikerin? Nein, alles nicht praktikabel. Der Fall soll nicht politisch werden. Und die Königsfamilie ist unantastbar. Da hört es dann auf. Das ist immer wieder ein Gentleman-Gangster. Ja. Ja. Sie schauen in die Wirtschaft. Vielleicht der CEO von Philips? Doch, der wohnt in Eindhoven. Viel zu weit weg von ihrem Home-Turf Amsterdam.
Autofahren? Ne, vergiss es. Auch so ein bisschen, dass... Sie wollten ihn mit dem Fahrrad entführen. Nein, eher im Sinne von, sie kennen sich nicht so richtig aus, wo man da wie welche Sachen bekommt, wer da wo vielleicht auch welche Ecken besetzt. Das sind halt Gangster, die denken komplett anders als wir. anständigen Menschen.
Aber auch an Albert Hein, den Gründer der gleichnamigen Supermarktkette, denken sie. Doch, das finde ich ehrlich gesagt einen sehr lustigen Satz, doch irgendwie finden sie die Vorstellung, mit einem Supermarkt zu verhandeln, komisch. Ja, na klar. Sie überlegen also weiter. Wie wäre es mit Freddy Heineken?
Der war filthy rich, wie Kor sagt. Hier sollte das Geld doch wohl fließen. Und hatte Wim nicht auch noch eine Rechnung offen mit dem Mann, den sein alkoholkranker Vater so verehrt? Das ist der Gedanke, den du hattest, André. Das könnte man meinen, aber Astrid, seine Schwester, wird später sagen, dafür war Wim nicht reflektiert genug.
Hier ging es allein ums Geld. Die sprechen auch nur in den höchsten Tönen voneinander. Die Mutter sagt schon früh, du bist ein Narzisst. Die Schwester sagt, so weit hat er nicht gedacht. Ja, also den Punkt kann man so ein bisschen ausschließen. Aber es war natürlich oder ist in der Geschichte ein ganz spannender Zusammenhang.
Das Ziel ist also klar. Ab jetzt beginnen die fünf Männer mit der Arbeit. Wie in einer Art Lesekreis studieren sie über die nächsten zwei Jahre alle möglichen internationalen Entführungen, um aus deren Fehlern und Erfolgen zu lernen. Nächte lang diskutieren sie über mögliche Hindernisse und den besten Ablauf der Entführung. Wann, wo, wie.
Ganze zwei Jahre sitzen sie an den Vorbereitungen. Jeder Schritt wird mit großem Aufwand minutiös durchgeplant. Fluchtwegen, Lagerräume, die Geldübergabe. Für jeden Teil der Entführung legen Sie sich einen Plan zurecht. Umgerechnet geben Sie fast 75.000 Euro für die Vorbereitung aus. Und im Herbst 1983 sind sie dann endlich bereit.
Fast zwei Jahre, nachdem sie sich in der Silvesternacht geschworen haben, ihr Leben zu verändern, steht alles bereit. Die Entführung kann beginnen. Zwei Jahre finde ich krass. Zwei Jahre und 75.000 Euro Spesen. Also wirklich krass. Also high risk, high reward. Aber okay, das hätte ich nicht vermutet, dass sie sich doch so eine Mühe machen und da richtig versuchen, aus alten Entführungen zu lernen.
Hätte ich bei dem Foto in weiß nicht vermutet. Oder, dass sie so ein bisschen hemmsärmelig da rangehen, aber das ist schon generalstabsmäßig durchgebracht. Und die waren Anfang 20, wisst ihr, was ich mit Anfang 20 gemacht habe? Was denn, André? Ich habe nicht bis morgen gedacht, also wirklich. Dass du jeden Abend dein Gehirn entführt.
Geschweige denn irgendwie eine Entführung geplant oder irgendwas, was zwei Jahre im Voraus geplant, nie im Leben. Auf der anderen Seite, so mit Anfang 20 ist es schon auch manchmal so ein bisschen der Vibe, dass man dann so zusammensitzt und sich denkt, ey Leute, lass mal jemand entführen, lass mal echt planen jetzt.
Ja, das sind deine Freunde. Aber jetzt versucht euch mal hineinzuversetzen in diese Gentleman Gangster. Wir wissen, Freddy Heineken ist jeden Tag in der Hauptzentrale, in der Innenstadt. Er hat scheinbar nicht so super viel Security. Wie würdet ihr ihn entführen? Fäng du an. Danke. Ich muss erst mal überlegen, wie ich es machen würde.
Also wie soll ich das jetzt sagen? Es ist natürlich klar, dass man so unauffällig wie möglich sein soll. Aber ich glaube, ich würde es in einer Situation machen, in der sich Freddy total sicher fühlt. Und wahrscheinlich in einer, wenn Sie ihn lange beobachtet haben, Situation, in der er wöchentlich ist oder so. Also vielleicht sogar, wenn er auf dem Markt ist.
Dann würde ich ihn ablenken und in ein Auto zerren. Okay. Wäre jetzt mein Way to go. Finde ich schon mal sehr gut die Richtung. Auf jeden Fall eine Situation, wo er nicht gleich checkt, dass jetzt gleich was passieren könnte. Ich fände noch wichtig, entweder sehr viele Zeugen, dass es nicht auffällt oder gar keine.
Also zum Beispiel sowas wie der mit ihren Fahrer gehabt haben, also quasi ihn als Fake-Fahrer ins Auto laden und mit ihm wegfahren oder zum Beispiel auf dem Markt irgendeine Notsituation kreieren, wo es total unübersichtlich wird, wo auch niemandem auffällt, dass der direkt weg ist. André, wenn ich mal jemanden entführen möchte, dann würde ich dich nochmal anrufen.
Dafür, dass sie sehr lange an diesem Plan saßen, war der Beginn der Entführung relativ stümperhaft, aber effizient. Anfang November 1983 sind Wim, Khor und ihre drei Unterstützer also bereit für den Zugriff. Sie wollen sich Freddy Heineken direkt vor der Hauptzentrale von Heineken schnappen, mitten in der Innenstadt von Amsterdam.
Das Büro liegt nur ein Steinwurf vom berühmten Reichsmuseum entfernt. Man könnte denken, von hier wird es schwer, schnell aus der Stadt rauszukommen. Doch tatsächlich finden sie eine optimale Fluchtroute. Erst am großen Kanal entlang in Richtung Osten und dann von dort auf den Ring, der Amsterdam umgibt.
Von hier hatten sie quasi freie Fahrt in Richtung Westen zu ihrem Versteck im Hafen von Amsterdam. Am 9. November 1983 ist es dann also soweit. Es ist ein schöner, lauer Herbsttag in Amsterdam. Fast 15 Grad sind es am Nachmittag. Freddy Heineken verlässt gemeinsam mit seinem Fahrer Abt Doderer die Hauptzentrale von Heineken.
Plötzlich hält ein orangefarbener Mini-Van neben ihnen. Und mehrere maskierte Männer springen heraus. Sie reißen Heineken gewaltsam in das Fahrzeug. Eine Passantin, die eingreifen will, attackieren sie mit Pfefferspray und bedrohen sie mit einer Waffe. Auch Ab, der Heineken zu Hilfe kommen möchte, wird überwältigt und in den Van gezerrt.
Den Entführern um Wim und Kor ist klar, dass sie so schnell wie möglich verschwinden müssen, weil die Frau hat sie ja gesehen. Das war überraschend knapp. Doch als sie aus der Stadt fahren, bemerkten sie das nächste Problem. Ein aufmerksamer Taxifahrer hat die Entführung offenbar beobachtet und nimmt nun die Verfolgung auf.
Auf einem Fahrradweg, most niederländische Flucht ever, rasen Wim und Kor in einem orangenen Van aus der Stadt heraus. Das Taxi dicht auf ihren Fersen. Ich finde es gut, dass der orange ist, der Van. Und dass er in den Dierlanden ist. Ja, ja. Auch eine unauffällige Farbe. Na, warte. Sie wissen, irgendwie müssen sie ihn abhängen. Denn gleich erreichen sie einen entscheidenden Punkt auf ihrer Fluchtroute.
Unter einer Fahrradbrücke halten sie an. Sie springen mit Uzi's aus dem Wagen und laufen langsam auf das Taxi zu. Der Fahrer erschreckt. Das sind keine Anfänger, denkt er sich. Ganz langsam fährt er rückwärts, dreht um und flieht. Wim und Corr sind erleichtert. Denn hier neben der Fahrradbrücke steht Teil 2 ihres Fluchtplans.
Ihr erinnert euch, die Gruppe hatte für die Vorbereitungen knapp 75.000 Euro ausgegeben. Und das Geld ist nicht eins zu eins in einen alten, orangenen Van geflossen. Nein, die Gruppe hatte richtig investiert, um einen bombensicheren Plan zu bauen. Ein Teil des Gelds ist in die Autos geflossen, in die Freddy Heineken und sein Fahrer nun verladen werden. So wollen Cor und Wim unerkannt aus der Stadt kommen.
Der Taxifahrer war zwar nervig, aber natürlich hatten sie damit gerechnet, dass jemand ihren orangenen Werden sehen wird. Freddy Heineken kommt nun also in einen weißen Citroën GS und sein Fahrer ab in einen Renault 20. Ich hätte die Autos natürlich weglassen können, aber die sind sehr schön. Dachte ich mir dann so, wenn schon entführt werden, dann in solchen Autos.
Aber bisher finde ich es smart, dass sie das Auto wechseln oder die Autos. Das ist schon mal gut, daran hätte ich nicht gedacht. Props gehen raus an die Jungs. Ich habe nur gedacht, warum haben die auch noch den Fahrer mitgenommen? Ist das nicht Ballast, noch eine zweite Person zu entführen? Okay. Ist auf jeden Fall Ballast, finde ich auch. Und ich finde, was ist denn das für eine krasse Passantin, die sich irgendwie fünf Leuten entgegenstellt und sagt von wegen, Freunde, ihr fasst hier nicht den Mann an.
Und dann packen die Rootsies aus und sie sagt, na und? Die ist ja wirklich krass, die Frau. Knall mich halt ab. Ja, die Frau wird aber keine Rolle mehr spielen. Also ich meine, sie hat die Männer nicht erkannt, sie hat das nur beobachtet, aber dass der weg ist, das wird relativ schnell klar. Und jetzt wird Stufe zwei des Plans gezündet.
Nach nur 35 Minuten erreichen sie ihr Versteck in einem Industriegebiet im Hafen von Amsterdam. Eine 42 Meter lange, halbrunde Baracke, die Co. & Wim angebietet. Auch in dieses Versteck ist ordentlich Geld geflossen, denn auf den ersten Blick ist die Halle ein unspektakulärer, leerer Raum. Doch hinter den unspektakulären Wänden am Ende der Halle haben Wim und Corr mehrere Kammern einbauen lassen, die man von außen nicht erkennen kann.
Freddy Heineken und sein Fahrer werden jeweils in eine dieser Kammern gesperrt und an die Wand gekettet. Es ist ein trostloser Ort. In dem Raum befindet sich nichts außer einer chemischen Toilette, allerdings ohne Chemikalien, weil das hätte ja ein Selbstmordinstrument sein können. Und einem Kassettenrekorder, der ununterbrochen dasselbe Album spielt, um alle Geräusche von außen zu übertönen. Das ist ja auch Folter.
Freddy und Ab müssen dann zu ihrer Schmache auch noch alle ihre Kleidung ablegen und einen Pyjama der Entführer anziehen. Wim und Kor sind jetzt bereit für den nächsten Teil ihres Plans. Doch bevor sie die Baracke verlassen, verbrennen sie die Kleidung und fast alle persönlichen Gegenstände ihrer Gefangenen.
Nur Heinekens Uhr und die Ausweise der beiden bleiben verschont. Anschließend kehren sie in die Stadt zurück, um sich in einer Bar ein Alibi zu verschaffen. Niemand in der Bar ahnt, was gerade passiert ist. Wim, Kor und ihre drei Freunde haben einen der reichsten Männer der Niederlande entführt. und die Polizei hat keine Ahnung, wo er sein könnte.
Das bleibt auch so. Niemand taucht am Lager auf, sodass die Männer regelmäßig unerkannt ihre Kontrollgänge machen können, um Freddy und Abt mit Essen zu versorgen. Auch die nächsten Tage werden die fünf Männer ganz normal ihrem Alltag nachgehen. Niemand soll Verdacht schöpfen, dass sie hinter der Tat stecken könnten.
An einem Abend kurz nach der Entführung sind Astrid und Wim zum Abendessen bei Cor und Sonja eingeladen. Ihre Tochter Frances spielt in einer Ecke, während im Fernsehen über die Entführung berichtet wird. Astrid schaut gespannt auf den Fernseher. Sie sagt, das ist wirklich extrem dumm. Warum sollte man Heineken kidnappen?
Wer immer das getan hat, wird für den Rest seines Lebens verfolgt werden. Wim schaut sie an und fragt, meinst du wirklich? Da bin ich mir ziemlich sicher, antwortet Astrid. Und der so, fuck. Warum bist du jetzt so bleich, Wim? Ich muss noch mal kurz los. Ja. Oh Gott, was für eine abstruse Situation. Aber toll, also toll. Ich bin echt beeindruckt, dass die so auf sowas gekommen sind, wie da so Fake-Wände einziehen, das irgendwie anscheinend mit so White Noise versuchen zu überdecken, wenn die da rumbrüllen würden. Toll, also.
Und Ali B und Klasse. Hätte ich genauso gemacht. Mich würde interessieren, welches Album da lief. Ja, hab ich leider nicht rausfinden können. Das hätte mich interessiert. Ich habe mir noch gedacht, wenn Männer so eine Lagerhalle anmieten und da was einbauen lassen. Red Flag. Red Flag. Einfach eine komplette Red Flag für mich, ja.
Nee, genau, das wollte ich sagen. Beim Date immer fragen, hast du eine Lagerhalle eigentlich? Hast du wirklich eine Lagerhalle gemietet? Und da Wände einziehen lassen und so weiter und so fort. Fragt sich da keiner, warum? Das Tolle ist, sie haben es ja wirklich innerhalb von zwei Jahren gemacht, denke ich. Weißt du?
Selbst wenn da jemand fragt, kannst du ja sagen, komm doch rein, guck dir doch an. Wir wollen nur Gras anbauen. Und dann sagen die alle, ja klar, mach. Das ist eine Info, die ich eigentlich rausgelassen habe, aber die beziehen alle ihre Rohstoffe aus Deutschland, also um die Sachen zu bauen. Und auch die Leute, die das bauen, die holen sich Deutsche ran, die das da reinbauen.
Auch nicht unclever. Ja, und das führt dazu, weil sozusagen dann auch deutsche Sachen rumliegen oder deutsche. Materialien verbaut sind, dass Freddy am Anfang denkt, dass er von der RAF entführt wurde, die ja zu der Zeit noch so im Spätwerk war. Haben sie auch so ein paar rote Sterne überall aufgehangen und so.
Also es war nicht die Absicht von denen, dass er das denkt, aber das war seine Schlussfolgerung, weil er halt so ein paar deutsche Sachen gesehen hat. Was denn für deutsche Sachen? Naja, wenn, keine Ahnung, an der Wand irgendwie ein Baumaterial, also die Baumaterialien. Bauhaus. Ja, ich weiß nicht genau.
Und eine Alte-Tüte halt von dem Essen, was sie geholt haben und so. Ja. Ah ja, clever. Also er hat wirklich keine Ahnung. Die beiden sind getrennt. Ich glaube auch wirklich, das Schwierigste ist, und das war das, worum es am Ende ging, am Ende so cool zu bleiben, weil das wird ja dann wirklich publik, das läuft dann überall und dann musst du so tun, dann fragst du dich ja plötzlich, wie würde ich denn reagieren, wenn das nicht ich wäre, die den entführt hätte? Ja.
Und da wäre es, glaube ich, bei mir vorbei, dass ich dann sage, ich würde wirklich bleich werden, ich würde dann da sitzen und dann sagen, fuck, fuck, fuck, sie hat recht. Aber vielleicht haben die in den zwei Jahren Vorbereitung auch diverse Rollenspiele gespielt und solche Situationen durchgespielt.
Möglicherweise, ja. Und ich glaube, ich kann halt ganz schwer so Geheimnisse behalten. Also an alle, bitte mir niemals erzählen. Nee, aber ich würde dann auch irgendwann einfach so da sitzen und sagen. Ja, vor allem, wenn das deine Schwester ist. Deine smarte Schwester. Du sitzt in der Kneipe, da läuft was über eine Führung und der neben dir sagt, ja gut, ich war's.
Da sagst du dir auch, ja genau. Ja, das stimmt auch. Ja, ich habe mir die Situation gerade bei diesem Essen nochmal wirklich so vorgestellt, damit hatten die wahrscheinlich wirklich nicht gerechnet, dass die Schwester, von der die wahrscheinlich ja viel halten, wenn die Jura studieren wollte und Englisch gesprochen hat und so, wenn die sagt so, ach du Scheiße, ist das dumm.
Also schon du sitzt da und denkst so. Also so wie ich die beiden einschätze, kann ich mir nicht vorstellen, dass die da da saßen und sich dachten, ach du Scheiße, sondern eher sich so dachten, ey wir sind so genial. Ja genau. Dass das nicht rauskommt, dass selbst unsere eigene Schwester uns das nicht zutrauen würde oder dass niemand denken würde, wir sind es.
Ich glaube, die haben sich eher ein bisschen dafür gefeiert. Und ich komme auch später noch drauf, warum das alles so gut dokumentiert ist. Ich liebe die Geschichte übrigens jetzt schon. Ich finde es auch mega, ja. Wir sind ja immer noch an dem Punkt, wir wissen doch nicht, was sie jetzt eigentlich wollen.
Es geht ja um Lösegeld und die Verhandlungen um das Lösegeld beginnen jetzt. Astrid hat also absolut keine Ahnung, dass ihr Bruder und Schwager hinter der Entführung stecken. Und schon gar nicht, dass sie längst eine Lösegeldforderung für Heineken gestellt haben. Noch am Tag der Entführung, nur 90 Minuten nach dem Überfall in der Innenstadt von Amsterdam, trifft bei der Bundespolizei in Den Haag, Darin findet die Polizei Heinekens Uhr, die Ausweise der beiden Entführten und ein außergewöhnliches Erpresserschreiben.
Die Forderungen von Wim und Kor sind so hoch und so präzise, dass die Ermittler in das Schreiben zweimal lesen müssen. Die Polizei soll sofort jegliche Fahndung einstellen und auf eine öffentliche Berichterstattung verzichten. Zudem sollen sie 35 Millionen Hülden in verschiedenen Währungen und Scheinen, die bereits im Umlauf gewesen sein müssen, bereitstellen.
Also es sind heute umgerechnet ungefähr 35 Millionen Euro. Das sind auch fünf Männer, die müssen ja alle was davon haben. Richtig, richtig. Aber es geht noch weiter mit den Forderungen. Die Polizei soll jeweils 100 Scheine mit zwei Gummibändern zusammenbinden und die Geldbündel dann in fünf große Postbeutel packen. Also das ist so standardisierte Postbeutel.
Man merkt, die haben so Ahnung, auch wie groß das ungefähr wird. Die haben in Experimenten davor, haben die Geld zusammengebunden, haben dann Holzwürfel zurechtgeschnitten und haben geschaut, wie viel Säcke und was sie, auch wie schwer das wird. Also das ist alles durchgeplant. Die Polizei hat dafür 72 Stunden Zeit.
Das Ganze klingt absurd, aber die fünf Männer haben einen exakten Plan. Und mit diesen Forderungen wollen sie auch sicherstellen, dass er aufging. Ihr erinnert euch, im Vorfeld haben Wim und Corp monatelang Entführungen studiert. In der Zeit reifte in ihnen die Erkenntnis, die Entführung selber war gar nicht so das große Problem.
Viel komplizierter war es, das Lösegeld am Ende wegzubekommen. Und damit jeder einen guten Batzen Geld bekommt, sollten es schon so 35 Millionen Gülden sein. Sie wogen also Geldbündel ab, packten diese in Säcke und stellten fest, 35 Millionen in unterschiedlichen Scheinen ist ein richtiger Berg. Das sind insgesamt fünf Postsäcke, jeder 100 Kilogramm schwer.
Was soll die Polizei mit diesen Säcken machen? Na, darin sollen sie sie jetzt erstmal abfüllen und dann so bereitstellen. Aber, das ist mein, dazu wollte ich jetzt kommen. Entschuldigung, was bereitstellen ist so, ja, okay. Weil, sie haben natürlich auch unterschiedliche Ideen, wie diese Übergabe jetzt funktionieren kann.
Insgesamt drei Ideen und die werde ich euch jetzt mal vorstellen. Es scheitert doch auch meistens an der Übergabe. Richtig. Ist doch auch so. Und sie haben drei Ideen gehabt, wie sie die Übergabe machen können. Und wir dürfen jetzt bewerten, welche die beste Handlung ist. Geil. Ist ein Hubschrauber dabei? Nee, es wird niederländischer. Ein Fahrrad. Ein Wohnwagen.
Also es ist eine halbe Tonne Geld, die sie da übergeben müssen oder die sie sich abholen müssen. Und es gibt drei Möglichkeiten. Idee Nummer 1. Sie könnten die Übergabe an einem Kanal außerhalb von Amsterdam machen. Und auf diesem Kanal könnte die Polizei das Geld auf ein Boot laden, über den Kanal schicken und auf der anderen Seite nehmen sie es entgegen und fahren weg.
Und sie suchen eine Stelle aus, wo es keine Brücke weit und breit gibt. Idee Nummer 1 Idee Nummer 2 Cor dachte an ein Briefpostsystem wie es in dieser Zeit auch noch in großen Einkaufshäusern gang und gäbe war zu kommunizieren und Sachen zu verschicken, und er hat die Idee dass sie ein System aus Rohren in der Innenstadt von Amsterdam bauen weil die hatten ja Verbindung zur Baubranche die Baubranche war damals auch recht shady und da waren die auch unterwegs, und er berechnet dass so ein guter halber Kilometer dafür reichen würde.
Was? Ja, und die Polizei würde dann auf der einen Seite das Geld in kleinen Paketen reinstecken und auf der anderen Seite sammeln die das wieder ein. Ja, da kommen 500 Kilo per Druckluft aus einem Rohr geschossen. Das ist eine gute Idee, auf jeden Fall. Und Idee Nummer drei, sie könnten ein Hausboot kaufen. Auf diesem Hausboot legt die Polizei das Geld dann ab.
Dann packen sie das Geld in wasserdichte Container. Und die Container lassen Sie dann, wenn das Schiff losfährt oder das Hausboot losfährt, durch unsichtbare Löcher in den Kanal fallen. Dort holen Sie das Geld dann später in Tauchanzügen wieder ab. Eins, zwei oder drei? Letzte Chance. Ich finde alle nicht Hammer, muss ich sagen. Genau.
Also die erste finde ich fast noch am plausibelsten, weil man so denkt, die können dann einsehen quasi, ob die Polizei auf links oder rechts über den Fluss versucht rüber zu machen. Andererseits denke ich, ich habe mal ein Video gesehen, dass die Bundeswehr innerhalb von zwei Minuten eine Brücke über jeden Fluss bauen kann.
Wo ich denke, da kommt gerade das Schiff rüber und dann sehe ich, wie zwei Bundeswehrlaster vorfahren und ich so, oh nein. Ja auch, ich meine die werden ja wissen, an welcher Stelle das ist und dann umstellen, also du kommst ja in keiner der drei Fälle vor allem, als ob es auf der anderen Seite vom Fluss keine Stadt mit einer Polizei gibt, die dann mal vorbeifahren können, das fand ich auch, also ich bin bei Nummer 3 aber das habe ich nicht ganz verstanden könnt ihr mir das erklären also die Container fallen selbst oder bestimmt von den Entführern gehen die auf oder was?
Die Polizei weiß nicht, an welcher Stelle. Also die Polizei verfolgt dann sozusagen das losfahrende Boot und aber an manchen Stellen versenken die einfach das Geld und holen dann eine halbe Tonne aus dem Kanal wieder raus. Das kriegt man doch mit, wenn da unten was rausfällt oder zumindest observieren die doch die ganze Strecke, die das Boot langfährt.
Ja, das ist echt, also da muss man sich zwischen Pest und Cholera entscheiden gerade. Ja, es wird keine der drei Ideen. Gut. Es gibt noch eine vierte Idee. Ja, ich wollte auch sagen, ob es noch was Besseres gibt. Dazu gleich mehr, aber ich würde sagen, wir schauen uns einmal kurz an, wie es Freddy Heineken eigentlich geht und seiner Familie. Stimmt. Stimmt.
Den habe ich noch gar nicht gedacht. Ja. Aber der hört Musik, habe ich mitbekommen. Der chillt da. Man könnte sagen, es geht ihm den Umständen entsprechend. In der Kammer, die mit 20 Quadratmeter überraschend geräumig ist, versucht der Patriarch das Beste aus der Situation zu machen. Er schafft sich Routinen und macht sich jeden Morgen schick.
Die Plastikgabeln, die er zum Essen bekommt, die nehmen gleichzeitig als Kamm. Beim Essen ist er zurückhaltend. Jeden Abend legt er sich ein bisschen was für den nächsten Tag zur Seite, falls die Entführer nicht wiederkommen. Seine größte Angst ist aber, dass das Belüftungssystem in der Kammer ausfällt und seine Entführer nicht rechtzeitig wiederkommen.
Aber Freddy Heineken ist ein starker Charakter. Von seinen Führern lässt er sich nicht einschüchtern. Im Gegenteil. Er stellt Forderungen an Wim und Co. Zum Essen wünscht er sich zum Beispiel an einem Tag eine Rindsbrüche. Corr und Wim sind verwirrt, aber auch beeindruckt von dem Mann und seinem starken Willen.
Sein Fahrer in der Kammer nebenan ist da deutlich genügsamer. Ob Freddy Heineken mit seiner Familie den theoretischen Fall einer Entführung durchgesprochen hat, das wissen wir nicht. Klar ist nur, seine Familie macht der Polizei früh klar, dass sie das Lösegeld auf jeden Fall zahlen wollen. Die Polizei versucht zwar, die Familie davon zu überzeugen, dass das nicht der richtige Weg ist, aber die Familie bleibt stur.
Sie stellen die 35 Millionen Gülden zur Verfügung. Man hole die Postsäcke. Haben die eigentlich gedroht, dass wenn sie das nicht machen, dass sie die dann umbringen? Sie haben gesagt, dass was passiert. Würdet ihr zahlen? Also angenommen, ihr hättet das Geld, man muss sich ja nie Situation der Familie heimlichen. Ich finde es ja krass, wir führen ja gerade so überall auch weltweit so Debatte über Superreiche, wenn Leute einfach mal 35 Millionen und einfach sagen, ja, ja, das ist nicht das Problem, liebe Polizei.
Da denke ich schon, also dann läuft schon was schief, Freunde. Ja. Ich weiß ja nicht, was ist denn so der Net Worth? Weißt du das? Wie viel hatte denn die Familie ungefähr? Sind 35 Millionen so wie bei Elon Musk, was der an Donald Trump gespendet hat, eigentlich nichts? Ja, also das ist, also wie viel das exakt in dem Jahr war, weiß ich jetzt nicht, aber an seinem Lebensende hat Freddy Heineken, glaube ich, knapp 4 Milliarden.
Okay. Denkst du ja als Entführer dann halt auch, von wegen krass hätten wir mehr genommen. Da sind 35 Millionen einfach wirklich gar nichts, wenn du 4000 Millionen hast. Du hast ja vorhin angesprochen, dass es irgendwie komisch ist, dass sie den Fahrer mitgenommen haben. Aber auch der Fahrer ab Doudere war Teil ihres Plans.
Denn ein weiterer Punkt, über den sich Wim und Corr früh Gedanken machen mussten, war, wie sie mit der Polizei kommunizieren und verhandeln wollen. Die Regeln für die Kommunikation haben die beiden daher auch in ihren Erpresser präsentiert. Sobald das Geld zur Übergabe bereit ist, soll die Polizei in der Zeitung eine Überschrift platzieren.
Sie lautet, the meadow is green for the hair. Die Wiese ist grün für den Hasen. Und der Hase war in diesem Bild die Polizei. Und die Entführer nannten sich ab jetzt der Adler. Also heiß, ne? Der Hase ist dann leicht auf der Wiese zu erkennen für den Adler. Und der Adler kann zuschnappen. Ich denke, bevor du schlägst die Zeitung auf und siehst die Überschrift, denkst du so, what the fuck, jetzt drehen die vollkommen durch bei der mitteldeutschen Zeitung.
Doch einfach bei der Polizei anrufen und darüber quatschen, wie es jetzt weiter geht, das ging ja auch nicht. So würden sie ihre Stimmen offenbaren. Ihre Lösung war Abdoderer, der Fahrer von Freddy Heineken. Er sollte die Forderung von Wim und Kor auf ein Band sprechen. Das konnten sie wiederum in Telefonzellen abspielen.
Die Polizei konnte nicht darauf antworten oder ein Gespräch beginnen. Wollten sie antworten, waren sie gezwungen, Zeitungsanzeigen zu schalten. So geht es über Tage hin und her. Stressig, ehrlich gesagt. Für alle Beteiligten. Ja, mega und so kompliziert. Man muss wirklich alles zu Ende denken. Ja, wirklich. Weil der kleinste Fehler würde halt richtig nerven.
Was ist Ihr Alibi, Frau Thäme? Es ist halt einfach unfassbar nervig, das zu planen. Ja, also für mich war das nichts. Haben Sie sich mal Gedanken gemacht, was ist die Arbeit? Aber es ist einfach schön, deswegen bist du auch keine Kriminelle. Stand jetzt. Sechs Tage nach der Entführung herrscht immer noch Stillstand.
Die Polizei will Zeit schenden und geht nicht sofort auf die Forderung der Entführer ein. Sie fühlen sich bestätigt. Die 72-Stunden-Frist war offenbar nur ein Bluff. Sie versuchen also die Heineken-Familie weiterhin davon zu überzeugen, das geforderte Lösegeld nicht zu zahlen. Doch die Familie möchte nicht länger warten. Sie wollen zahlen und zwar jetzt.
Die Polizei veröffentlicht also die Schlagzeile, die Wiese ist grün für den Hasen. Der nächste Anruf lässt nicht lange auf sich warten. Jetzt geben die Entführer bekannt, wie sie sich die Übergabe vorstellen. Doch diesmal ist nicht ab am Apparat. Die Polizei hört die Stimme von Freddy Heineken. und eine Reihe neuer Tiere.
Das ist die Eule. Und dies ist eine telefonische Anweisung an die Maus. Machen Sie sich Notizen. Noch mehr Tiere also. Für die Geldübergabe hatten sich Wim und Kor weitere Codenamen ausgedacht. Freddy ist also jetzt die Eule. Und die Maus, das ist der Fahrer der Polizei, der das Geld übergeben soll. Und es bleibt jetzt nicht bei diesem einen Anruf und einer Notiz.
Denn sobald der Fahrer an seinem ersten Punkt angekommen ist, an seinem ersten Wegpunkt, wartet die nächste Nachricht. Wim und Kor schicken den Polizeifahrer so immer weiter auf eine nervenaufreibende Reise quer durchs Land. Also er ist wirklich einmal durch das ganze Land gefahren. Das ist clever, das ist super clever, dass die das machen wie auf der Hinfahrt, dass die so Etappen machen und der Polizei immer nur so Häppchen geben, damit sie sich nicht drauf einen... Das ist clever.
Bis der Fahrer nach mehreren Stunden auf einem Parkplatz bei Utrecht landet. Als er dort ankommt, sieht er einen grünen Ford Taunus. Auch sehr geil. Stylishes Auto. Die Instruktion ist eindeutig. Er soll das Geld umladen und mit diesem Auto in Richtung Osten fahren. Auf dem Beifahrersitz des Taunus liegt ein Walkie-Talkie, über das er weitere Befehle bekommt.
Auf einer Brücke östlich von Utrecht befiehlt ihm die Stimme, verlangsamen Sie auf 60 kmh und fahren Sie links ran. Legen Sie das Geld in das Loch, das Sie dort finden werden. Der Fahrer hält auf der Überführung an. Unter ihm quert eine andere Straße die Brücke. Am Rand der Brücke hängt ein großer Schlauch. Hier soll der Fahrer die Säcke reinwerfen.
Ein Sack nach dem anderen rutscht durch den Schlauch nach unten, direkt auf die Ladefläche eines Pickups. Cor sammelt die Säcke einer nach dem anderen ein. Als alle fünf Säcke auf der Ladefläche sind, wirft er den Motor an und verschwindet mit 35 Millionen Gülden in die Nacht. Zehn Minuten später kommen er und seine Männer an einem abgelegenen Waldstück an.
Hier haben sie schon vor Wochen fünf große Plastikeimer vergraben, in denen sie die Säcke nun verstauen wollen. Doch bevor es losgeht, breiten sie das gesamte Lösegeld noch einmal auf zwei Schlafsäcken aus, um es nach versteckten Peilsändern zu durchsuchen und die Nummerierung der Scheine zu prüfen. Achso, ich dachte, die wollten sich mal drauflegen, so wie bei Breaking Bad.
Das hätte ich auch gemacht. Einfach kurz einreiben. Jawohl. Wissen wir nicht, ob sie es vielleicht doch gemacht haben. Aber ihr erinnert euch, die wollten ja Scheine, die schon mal im Umlauf waren, dass man sie schwerer zurückverfolgt. Dass die in dem Erfolgsmoment noch so klar sind und auch das mit dem Vergraben finde ich geil.
Auf der anderen Seite denke ich mir so, Leute, ihr habt doch nicht so viel Zeit. Beeilt euch. Erst als sie sicher sind, dass sie in keine Falle geraten sind, verstecken sie das Geld in den verbuddelten Plastiktonnen. Hier kann buchstäblich Gras über die Sache wachsen. Und immer, wenn sie etwas Geld brauchen, kommen sie hierhin zurück und holen es sich.
Sie haben es tatsächlich geschafft. Sie sind 35 Millionen goldenreicher. Sie ziehen ihre Jacken aus, verstauen auch diese in den Tonnen und fahren mit Fahrrädern zurück nach Amsterdam. Zur gleichen Zeit geht bei der Polizei ein Hinweis ein, wo Freddy Heineken und sein Pfarrer abversteckt sind. Mit einem Großaufgebot werden die beiden Männer befreit.
Der Bierpatriarch wirft der Polizei nur trocken entgegen. Ihr hättet ja auch mal früher kommen können. Siehst du? Das hätte mein Vater auch gesagt. Aber zu mir. Hier könnte die Geschichte der Heineken-Entführung zu Ende sein. Und wären Cor und Wim und Sonja und Astrid nicht alle miteinander verwandt, wäre sie vielleicht auch vorbei.
Doch mit dem Ende der Entführung wird es für die Familie Hooleda erst so richtig wild. Und das hört ihr in der nächsten Folge. Ganz ehrlich, ich glaube, so lange wie die Folge heute wird, könnten wir wirklich zwei Folgen draus machen. Ja, heftiger Cliffhanger. Ja, dann haben die sich da verplappert. Und die Frau, die Jura studieren wollte und irgendwie noch ganz klar im Kopf ist, hat sich gedacht, das können wir nicht machen, Leute.
Chor ist einfach am nächsten Tag mit einem Gebiss aus Gold aufgetaucht und sowas und die Schwester sag mal, also du verkaufst so kleine Grammpacken Gras und er so, ja, ja, das läuft jetzt grad mega. Ich muss nochmal kurz in den Wald. Ja, da bist du auch sehr oft. Aber das wollte ich euch nämlich fragen, so wie gibt man dieses Geld dann aus, dass es nicht auffällt.
Weil gleichzeitig wollen die ja jetzt irgendwie, die haben ja einen Lebensstandard und ich meine, ihr habt Chor im Urlaub gesehen. Also der Mann lebt auch groß. Aber du kannst jetzt auch nicht komplett am Rad drehen und komplett überdrehen. Genau, ich glaube auch in dem Moment, wo so eine Entführung passiert ist, ist ja auch so High Alert in dem Gebiet. Da gucken die ja auf alles.
Das heißt, wenn ich zweimal die Woche in den Wald fahre, Das fällt, würde ich mal behaupten, irgendwann doch mal auf. Vor allen Dingen solche Leute, die in so einem kleinen kriminellen Milieu unterwegs sind, sind die Ersten, die ich angucken würde. Ja, und wir haben das ja in unserer Metro-Geschichte gelernt, dass Leute, die sehr schnell zu sehr viel Geld kommen, ihren Lebensstandard auch mal schnell komplett verändern können.
Und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man dann die Ruhe bewahrt. Obwohl die haben sich auch zwei Jahre Zeit gelassen für die Planung. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man dann nochmal so richtig lange wartet, bis man dann anfängt, richtig was mit dem Geld zu machen. Sondern man denkt sich, wie krass, Leute, wir haben es bis hierhin geschafft und dann werden sie nicht entdeckt über Wochen.
Wobei, sie haben sich ja ausgerechnet, jeder 7 Millionen, wenn sie es fair aufgeteilt haben. Das ist ja jetzt auch nicht unendlich viel Geld. vielleicht haben sie durchgerechnet, ich habe jetzt quasi 10.000 Euro im Monat. Damit kannst du jetzt, da bist du sehr, sehr reich, aber kannst jetzt auch nicht so supergroße Sprünge machen.
Ich glaube halt eher so, dass du alles in bar plötzlich bezahlst. Du kannst ja auch nicht, du kannst ja nicht jeden Monat 10.000 Euro aufs Bankkonto einzahlen. Da meldet sich auf jeden Fall das Finanzamt und sagt, was ist denn los? Ich sag mal so, die waren ja schon auch vorher in der. Branche unterwegs und ich glaube, es gab dann schon Wege, das Geld wieder in einen Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. Waschsalon.
Und man sollte ja annehmen, dass sie sich auch Gedanken darüber gemacht haben, wie geht es weiter, wenn sie das Geld haben. Das ist auch Teil des Plans. Weil bis hierhin war ja eigentlich alles perfekt durchgeplant. Aber sie machen Fehler. Nein. Ist auch geil, dass wir so mitleiden. Nein, sie machen Fehler. Sie werden erwischt.
Aber ist ja klar, irgendwann... Es waren die Geschwister. Also tippe ich, weil du hast ja vorhin so angeteast. Nicht, weil ich irgendeine Idee hätte, aber... Wie du dich ärgerst. Oh Mann, ey. Schon vor der Entführung lebten Wim und Cor ein angenehmes Leben. Nur jetzt waren sie viel entspannter mit dem Wissen, dass jeder von ihnen gut sieben Millionen Gülden auf der tiefen Kante hatte.
Tiefen Kante, nicht schlecht. Fragen nach der Herkunft des Gelds stellte sowieso schon lange niemand mehr. Astrid und Sonja hatten all die Jahre eins gelernt. Zu den Geschäften von Wilm und Kor möchten sie besser nichts wissen. Sonja kümmerte sich lieber um ihre Tochter Frances und Astrid war mit knapp 17 Jahren eh mehr damit beschäftigt, sich auf ihr Studium in den USA vorzubereiten.
Doch die Machenschaften ihres Bruders bzw. Ehemanns sollten nach der Entführung von Freddie Heineken nun auch ihr Leben bestimmen. An einem Morgen Ende November 1983, nur wenige Wochen nach der Entführung, ist Astrid bei Sonja zum Frühstück eingeladen. Kor ist unterwegs. Auf einmal, ohne Vorwarnung, bricht eine Gruppe von stark bewaffneten Polizisten die Wohnung auf und richtet ihre Waffen auf Sonja und Astrid.
Sie sind hiermit vorläufig festgenommen, im Fall der Entführung von Freddy Heineken. Die beiden Frauen sind verwirrt. Was hatten sie denn jetzt damit zu tun? Diese Frage wollte auch die Polizei jetzt klären. Denn ein anonymer Hinweis hatte die ErmittlerInnen darauf hingewiesen, dass Wim Holleder und Cor van Hout die Drahtzieher hinter der Entführung sind.
Als die beiden mitbekommen, dass die Schwestern festgenommen wurden, wissen sie, Amsterdam ist nicht mehr sicher für sie. Über Belgien fliehen sie jetzt nach Frankreich. Der Polizei entkommen sie damit vorerst. Doch nach einigen Wochen macht Cor einen entscheidenden Fehler. Er telefoniert mit Sonja und die Polizei hört mit.
Sechs Wochen nach ihrer Flucht aus Amsterdam werden sie in Paris in einer Wohnung nahe des Champs-Élysées gefasst. Und auch Rigelton im Wald spürt die Polizei auf, nachdem ein Wanderer das Versteck findet. Ihre Entführung war minutiös durchgeplant. Doch an eine mögliche Flucht hatten die beiden nicht viele Gedanken verschwendet.
Die nächsten drei Jahre stehen die beiden Kindheitsfreunde in Frankreich unter Hausarrest. Die niederländische Regierung veranlasst zwar eine Auslieferung, doch immer wieder gibt es rechtliche Schwierigkeiten. In dieser Zeit geben sie der niederländischen Presse ziemlich viele Interviews. Sie stellen sich als die frechen und verwegenden Anti-Helden dar, die harten Burschen aus der Arbeiterklasse, die es gewagt hatten, einen reichen, mächtigen Mann zu entführen.
Für Astrid und Sonja ist die Situation schwer auszuhalten. Die beiden Männer sind ihr Bruder und Ehemann. Natürlich stehen sie auf ihrer Seite, doch sie finden auch, dass es nicht richtig war, was sie da gemacht haben. Und Astrid hat noch ein weiteres Problem. Nicht nur ihr Studium in den USA war durch die Verbindung zu einem Kriminellen unmöglich geworden.
Auch ihre juristische Karriere stand nun auf wackeligen Beinen. Der Nachname Holleda war verbrannt. Niemand würde sie einstellen wollen. Der Wunsch, sich von ihrer Familie zu trennen, war also passé. Nach drei Jahren in Frankreich werden Wim und Cor schlussendlich in die Niederlande ausgeliefert. 1986 stehen sie vor Gericht. Für die Entführung von Freddy Heineken bekommen sie eine Haftstrafe von jeweils elf Jahren.
Doch schon nach fünf Jahren sind sie wieder auf freiem Fuß. Und feiern ihre Entlassung mit einer dekadenten Party, auf der eine Liveband den Heineken-Jingle spielt. Was sind das für Typen, ey? Und das Geld für die Party war da. Denn auch wenn die Polizei den Großteil des Geldes in den Plastikeimern im Wald wiederfindet, gut ein Viertel des Geldes hatten die Männer auf die sichere Seite gebracht.
Mit Geldwäsche am Bau und im Rotlichtgeschäft der Stadt wurde aus den Heinekenmillionen dann ganz normales Geld. Sagst du uns noch, wer die verpfiffen hat? Das ging mir jetzt so schnell. Ähm, das wissen wir nicht. Das ist anonyme. Hast du dem einfach einen anonymen Hinweis bekommen? Ja. Und was ist das für ein blöder Wanderer?
Du findest einfach 25 Millionen Euro im Wald und rufst die Bullen an? Also wirklich. Ich hätte gesagt, ich habe fünf gefunden. Fünf und vier große Löcher. Weiß ich auch nicht, was da los war. Also wirklich. Es ist wie bei den Leuten, die diese Kokain-Pakete an der Nordsee finden. Und dann bei der Polizei anrufen.
Dumm. Erst mal beiseite legen und ein halbes Jahr warten. Ist kein Tipp, liebe Freunde, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Ruft bitte die Polizei an. Das sind deine Punkte. Ich lasse es hier unkommentiert. Die Heineken-Familie verzichtet darauf, Ansprüche auf das restliche Geld zu erheben. Denn Freddy Heineken war durch die Entführung traumatisiert.
Er hatte Angst, dass die Entführer wieder zuschlagen würden. Er wollte einfach in Frieden und in Ruhe leben. So kommt es Anfang der 90er Jahre zu einem absurden Treffen. Sein Sicherheitschef spricht persönlich mit Wim und Kor, um auszuloten, ob die Männer eine weitere Entführung planen. In dem Gespräch geben Wim und Kor ihm das Versprechen, Freddy braucht keine Angst zu haben, wenn er im Gegenzug darauf verzichtet, das Geld zurückzuholen.
Will er nicht und für Freddy Heineken ist die Sache damit gegessen. Wie seine Gefühlslage in den Jahren nach der Entführung wirklich aussieht, wissen wir nicht. Der Brauereichef gibt nur noch wenige Interviews und zieht sich mehr und mehr zurück. Im Jahr 2002 stirbt Alfred Freddy Heineken mit 78 Jahren.
Nur ein Jahr später erschüttert der Tod von Cor van Gaal die Familie. Am Abend des 24. Januar 2003 wird Cor auf der Veranda eines chinesischen Restaurants in einem Fort von Amsterdam erschossen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Attentate auf ihn. Er überlebte sie alle. Bis jetzt. Verdächtige, wer hinter dem Attentat steckt, gibt es viele. Denn Corr hatte immer noch beide Beine in vielen illegalen Geschäften und hielt damit auch nicht hinterm Berg zurück.
Er war ein Lebemann, der Partys gab und offen damit umging, dass er ein Krimineller war. Und auch im Fall seines Todes hatte er vorgesorgt, dass er mit Pomp und Gloria verabschiedet wurde. Eine weiße Kutsche, gezogen von zwei Pferden, zogen seinen Sarg durch die Innenstadt von Amsterdam. Das ist auch meine Idee. So will ich auch sterben. Das ist doch der Hammer.
Und natürlich habe ich euch davon ein Bild mitgebracht. Ist das geil. So Kuglux-Klan-Pferde auch noch. Ja, aber echt. Um Gottes Willen. Wow. Das ist absurd, ne? Ist das absurd. Stell dir mal vor, das ist einfach wirklich ein Krimineller, der veranlasst, dass der durch die Stadt gezogen wird. Und du stehst als Bürgermeister daneben und denkst dir, was passiert denn hier?
Ich stelle mir gerade so den, ja, Abu Shaka. Ja, genau so. Abu Shaka-Chef oder Rembo-Klan-Chef. Wie er so mit der Straße des 17 Junis gezogen wird. Ist das wild, ey. Und dann, da sind ja sehr viele Leute auch, die da drumstehen. Ich stelle mir vor, dass 50 oder 80 Prozent davon Touris sind, die wahrscheinlich denken, wir waren bei einer ganz tollen Straßenzimmer in Amsterdam dabei.
Ich habe so eine ähnliche Geschichte mal in Guatemala erlebt. Da war ich in. Antigua, das ist so eine kleinere Stadt in der Nähe von Guatemala City. Sehr schön, so eine kleine niedliche Stadt. Und dann gab es auch so einen Riesenumzug und dann wurde auf einmal ein Sarg durch die Straßen gezogen. Ich war so, was geht denn hier ab? Also das ist jetzt auch nicht irgendwie eine normale Beerdigung.
Dann habe ich das gegoogelt und dann war das einfach der ehemalige Staatspräsident, der ein Staatsbegräbnis da hatte. Und ich stand halt auch so daneben und war so, ah ja, Grüße. Das Rip Empower. Wow. Du wolltest uns übrigens auch noch ein Foto von Freddy zeigen. Stimmt. Ja. Komm, dann googeln wir den mal hier schnell. Aber das macht schon was mit einem, glaube ich. Wenn man einmal entführt wurde, das kann ich schon verstehen, dass der sich komplett so zurückgezogen hat.
Ich finde es trotzdem geil, dass man so nach 20 Jahren nochmal bei seinen Entführern anruft und so fragt von wegen, ist alles cool zwischen uns eigentlich? Und die sagen, ja, ja, ja, wir nicht. Ich hatte ja damit gerechnet, dass sie sie so als Sicherheitsberater jetzt engagieren und sagen, ihr habt es ja schon mal gemacht, wo müsste ich mich denn gegen wappnen?
Oder wo siehst du so in meinem Leben irgendwelche Lücken? Wo könnte man mich gut nochmal entführen? Aber ja, das haben wir jetzt ganz außer Acht gelassen, dass es natürlich schrecklich ist, wenn man entführt wird und in so einer Kammer gesperrt wird und deine Familie nicht weiß, wo du bist und du den ganzen Tag mit Musik beschallt wirst.
Das finde ich wirklich schrecklich, kann ich mir vorstellen. Vielleicht habe ich es nicht gehört. Wie lange war der in Gefangenschaft oder in Führung? Das waren knapp drei Wochen am Ende. Das ist schon hart. Also das ist Freddy Heineken. Habe ich noch ein Foto für euch. Ich finde, das ist ein Mann, auf den das Wort Patriarch wirklich zutrifft.
Ja, ich finde, der hat wahnsinnig schöne Augen. Ich finde, der sieht eigentlich ganz nett aus. Ja, finde ich auch. Ein älterer Herr mit einem, ehrlich gesagt, ganz schönen Tint in einem Anzug und der hat so grün-graue Augen. Sehe ich selten diese Farbe. Finde ich sehr schön. Kor ist also beerdigt, nachdem er da mit Pomp und Gloria durch die Stadt gezogen wurde.
Das ist wirklich krass, ne? Doch in Amsterdam gibt es zwei Personen, die eine sehr gute Ahnung davon haben, wer hinter dem Tod von Kor von Haut stecken könnte. Denn nach dem Tod von Kor zementiert Wim seine Macht in der Unterwelt von Amsterdam. Das gibt's nicht. Und auch seine Schwestern behandelt er weiterhin wie ein echter Mistkerl.
Er macht sie herunter, schüchtert sie ein und bedroht sie. So alles wie früher. Einige Jahre lassen die Schwestern es geschehen. Aus Angst vor den Konsequenzen. Und Astrid hängt mittlerweile, ehrlich gesagt, auch selber zu tief drin in den Geschäften ihres Bruders. Nee. Ihr Traum vom unabhängigen Leben in den USA war passé. Seitdem öffentlich wurde, dass ihr Bruder Freddy Heineken entführt hatte.
Der Name Holleda war, wie wir schon angesprochen haben, einfach verbrannt. Nach ihrem Jurastudium in den Niederlanden arbeitet Astrid Holleder nun vor allem als Anwältin für die zwielichtigen Freunde ihres Bruders. Doch im Jahr 2012 beschließen sie und ihre Schwester Sonja, ihr Leben nach all den Jahren nun endlich selber in die Hand zu nehmen.
Sie beschließen, ihren eigenen Bruder zu verraten und an die Polizei auszuliefern. 2015, als Wim eigentlich während eines anderen Vergehens in Untersuchungshaft sitzt, wendet sich Astrid an die Ermittlungsbehörden. Sie sagt, sie hat todsichere Beweise, die ganz klar belegen, dass Wim Holleder, ihr Bruder, hinter dem Mord an Cor van Hout steckt, seinem Kindheitsfreund und Schwager.
Denn wann immer sie in den letzten Jahren gesprochen haben, hatte Astrid ein Mikrofon an sich. Die Aufnahmen belegen, dass er Kor umbringen ließ, weil dieser ihm zu laut wurde. Kor lebte zu auffällig und gefährdete aus seiner Sicht das Geschäft. Das sollte ein Ende haben. Auch andere Morde und Verbrechen, an denen er beteiligt war, belegen die Aufnahmen.
Aber nicht nur das ist verstörend. Auch wie Wim seine Schwester Sonja als kranker Whore anschreit, hören die Ermittler ihn nun. Man kann es sich vielleicht denken, das heißt übersetzt Krebshoch. Auf einer Aufnahme will er von Sonja wissen, wo das Heinigengeld von Chor ist, das ja nun Sonja gehört. Schreit sie an mit den Worten, ich werde dir deinen kranken Kopf einschlagen.
Und weiter, sollte ich auch nur für einen Tag ins Gefängnis gehen, werden deine Kinder zuerst gehen. Alter. Der vermeintliche Gentleman-Gangster war mittlerweile ein paranoider, gewaltbesessener Mann. Im Hochsicherheitsgericht The Bunker außerhalb von Amsterdam wird Wim Holleder im Juli 2019 zu lebenslanger Haft für seine Beteiligung an fünf Morden verurteilt.
Seine Schwestern Astrid und Sonja leben zurückgezogen in Amsterdam. Bis heute müssen sie fürchten, von den Handlangen ihres Bruders ermordet zu werden. Auch wenn Wim sein Leben hinter Gittern verbringt, vom Namen Holleda und der Geschichte ihrer Familie, werden sie sich nicht mehr lossagen können. Ich wollte gerade sagen, ich finde den noch nicht mehr so cool. Nee. Wow.
Das war ein Charakter-Change, wobei du eigentlich am Anfang schon gesagt hattest, dass er ja sehr schlecht mit seinen Schwestern umgeht und nur seinen Kumpeln. Nett war, ich habe gerade voll Gänsehaut, weil das wirklich richtig schlimm ist. Ja, und ich habe ja gesagt, dass das Ganze so gut belegt ist, liegt zum einen an diesem Buch Und zum anderen gab es vor zwei, drei Jahren einen sehr, sehr langen Artikel in The New Yorker über Astrid Holleder.
Und deswegen möchte ich an dieser Stelle auch sagen, dass der Fall ein Hinweis war oder ein Vorschlag von Johanna. Dankeschön, die hat mir diesen Artikel geschickt. Für unseren Fall heute ist die Entführung natürlich noch besser nachzuerzählen. Aber wenn ihr die Zeit habt, dann lest gerne mal den Artikel, den würde ich auch verlinken. Der ist sehr lang. Das sind, glaube ich, wenn man es ausdrückt, 60 Seiten.
Aber ja, da geht es vor allem um sie und wie sie heute lebt. Praktiziert die noch als Anfältin? Die hat auch, es gibt keine Bilder von ihr, sie geht im Grunde nicht raus, sie hat so Fake-Nasen, Perücken, alles mögliche. Was ziemlich interessant ist, ist, dass ihre Tochter eine ziemlich bekannte TV-Moderatorin ist, was die Sache auch dahingehend kompliziert, dass sie ihre Tochter eigentlich fast nie in echt sehen kann, weil ihre Tochter so publik ist. Linda de Mol.
Nee, die nicht. Aber auch einer meiner Quellen war ein Video bei YouTube des YouTubers Hulk. Es ist unfassbar geil animiert. Auch das würde ich verlinken. Das sind wirklich so die zwei Hauptquellen, wenn ihr nochmal so ein bisschen auch ein paar Bilder und noch so, weil da gibt es noch so zwei, drei andere Sachen, die ich jetzt einfach rausgelassen habe, damit die Geschichte nicht noch länger wird.
Ja, schaut euch das gerne an, lest euch das gerne durch. Das war der Fall von Freddy Heineken. Richtig, richtig gut. Ja, heftig. Geiler Fall. Hat sehr viel Spaß gemacht bis zum Ende, als man dann richtig Wut und Hass auf Wim bekommen hat. Ja, cool. Da ist ja richtig gute Stimmung jetzt. Ja, ne? Es ist so scheiße und so unfair für die Schwestern auch. Ja, total.
Die eine hat ihren Mann dann auch noch verloren und die andere wollte Anwältin werden in die große weite Welt und wird von ihrem Bruder nicht nur schikaniert und misshandelt, sondern auch daran gehindert, ihrer Passion oder ihrer Leidenschaft nachzugehen und lebt einfach zurückgezogen und muss sich Nasen aufkleben, um nicht in Deck zu werden.
Ich finde das richtig schrecklich. Echt guter Punkt. Vielen, vielen Dank, dass du da warst, André. Sehr gerne, danke für die Einladung. Das hat doch sehr viel Spaß gemacht. Jetzt ist leider an dem Zeitpunkt, wo die Folge rauskommt, deine Tour schon zu Ende gegangen. Das ist nicht so schlimm. Ich habe gesehen, die war eh fast komplett ausverkauft, bis auf so eine Stadt oder so.
Das ist ganz gut verkauft, ja. Und du warst mit deinen Eltern ja nochmal im Urlaub, so wie ich das mitbekommen habe. Wann geht es denn weiter? Ich weiß nicht, ob ich schon spoilern darf, aber vielleicht so viel. Der Plan ist schon da. Gut. Also es ist noch ein bisschen hin, dass du jetzt noch keine Daten oder Zeiträume nennen kannst.
Ich glaube, das will, wenn denn der Verlag auch wirklich offiziell selber machen. Warum denn nicht hier? Verstehen wir gar nicht. Okay, aber das ist doch gut. Wir können uns auf was freuen. Das sind doch positive Dinge. Ich glaube schon. Schön. Von diesem schlimmen Fall. Du wart in Japan. Mhm. Ich darf nicht mehr hin, aber so. Ja.
Vielen, vielen Dank dir. Sehr gerne. Wir haben alle Bilder natürlich nochmal bei Instagram, wenn ihr euch die anschauen wollt. Bei was schmeckt dahinter? Ihr könnt den Kanal dort gerne abonnieren, auch hier. Ihr könnt bewerten, wo immer irgendwo ein Stern ist, auf den man draufklicken kann. Geht auch auf alle Social Media Kanäle von André. Du hast einen fantastischen YouTube-Kanal.
Du bist natürlich bei Instagram unterwegs. Logisch. Man kann, glaube ich, auch, kann man von denen auch Sachen bei Spotify auch hören? Ja, da gibt es meine ersten beiden Bücher und wann das Urlaub mit den Elternbuch kommt, weiß ich tatsächlich nicht. Ich hoffe, dass es irgendwann demnächst mal kommt. Ich muss mal nachfragen.
Genau, also man kann Andres Öffre auch bei Spotify sich zu Gemüte führen. Und damit war es das für diese Woche. Wir haben glaube ich noch zwei, drei Outtakes, die wir jetzt hinten ran schieben. Vielleicht noch zwei, ja. Und dann hören wir uns nächste Woche wieder. Bis nächste Woche. Tschüss. Während Sonja stets wunderschön und perfekt gekleidet Oh, das ist ein komplizierter Satz, fällt mir gerade auf.
Das passiert dir nie. Das hat der Autor dann da gemacht. Doch diesmal ist nicht ab am Ab am Abarat am Abarat. Er kommt gut an auf der Straße. Was auch an seinem Aus... Er kommt gut an auf der Straße. Niederländisch. Vielleicht kommt dir das leichter über die Länge heute. Wir hatten schon mal eine Geschichte, die in den Niederlanden gespielt hat.
Lilly hat sich permanent darüber lustig gemacht, dass ich mich bemühe, die Namen so niederländisch wie möglich auszusprechen. Naja, du hast halt auch einfach ein Talent dafür. Ich hab auch mal niederländisch gelernt. Stimmt. Ja. Deswegen ein bisschen Wim-Holeder ist der Kracht, der ist der Minder, der Jodern ist der Plain. Wird hier niederlandsprecken.